Alice und Ellen Kessler, besser bekannt als die Kessler-Zwillinge, werden am 20. August 1936 in Nerchau (Sachsen) geboren. Die eineiigen Schwestern sind Sängerinnen, Tänzerinnen und Entertainerinnen, die als prägende Figuren des europäischen Showbusiness der 1950er und 1960er Jahre gelten. Bereits ab dem Kindesalter nehmen sie klassischen Ballettunterricht, mit elf Jahren treten sie dem Kinderballett der Oper Leipzig bei. 1952 flieht die Familie aus der DDR nach Westdeutschland, was den Beginn ihrer internationalen Karriere markiert. In Düsseldorf bekommen die Schwestern ihr erstes Engagement im Revuetheater Palladium. 1955 werden sie vom Direktor des Pariser Lido entdeckt. Schon bald tanzen, singen und spielen sie vor einem europäischen Publikum. Sie werden vor allem in Deutschland und Italien populär, wo sie als Duo mit perfekter Synchronität auftreten. 1959 vertreten die Kessler-Zwillinge Deutschland beim Eurovision Song Contest mit dem Schlager „Heute Abend wollen wir tanzen geh’n“. Bei dieser Teilnahme erreichen sie den achten Platz. Musikalisch bewegen sie sich vor allem im Bereich des Schlagers und der Varieté-Unterhaltung. In ihrer Diskografie finden sich zahlreiche Singles, unter anderem „Honey Moon“ und „Mondschein und Liebe“. Ihre Album-Highlights sind Discotheque Dance Date (1965), Le Gemelle Kessler a Studio Uno (1966) und Around the World (1971). Die Kessler-Zwillinge kooperieren mit internationalen Stars: Sie stehen auf der Bühne mit Legenden wie Frank Sinatra, Fred Astaire, Dean Martin oder Harry Belafonte. Ihre Eleganz, Präzision und Disziplin im gemeinsamen Tanz sind Markenzeichen ihrer Karriere. Im Laufe ihres Lebens erhalten Alice und Ellen mehrere bedeutende Auszeichnungen: 1987 wird ihnen das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. 2025 ehrt sie das Land Bayern mit dem Bayerischen Verdienstorden. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die beiden Schwestern bereits aus dem aktiven Showgeschäft zurückgezogen und lebten in Grünwald bei München. Dort sterben sie am 17. November 2025.