André Cluytens war ein in Belgien geborener Dirigent, der in den 1950er und 60er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1967 eine feste Größe in der französischen Orchester- und Opernwelt war und sich mit dem klassischen russischen Repertoire, der deutschen Romantik und den großen französischen Komponisten auseinandersetzte. Er war seit dem Zweiten Weltkrieg französischer Staatsbürger und war sowohl im Aufnahmestudio als auch in Konzertsälen und Opernhäusern sehr produktiv. Er erhielt eine Nominierung für den Grammy Award für die beste Opernaufnahme für "Mussorgsky: Boris Godounov' im Jahr 1963.
Er wurde in Antwerpen geboren, und zu seiner musikalischen Familie gehörte auch sein Vater Alphonse Cluytens, der Dirigent des Théâtre Royal Français Opera House. Er studierte am Königlichen Konservatorium von Antwerpen und trat in das Unternehmen seines Vaters ein, wo er 1927 Hausdirigent für Oper und Ballett wurde. Er dirigierte unter anderem am Théâtre du Capitole in Toulouse und an der Opéra National de Lyon und war nach dem Krieg sechs Jahre lang musikalischer Leiter der Opéra-Comique in Paris. Er dirigierte mehrere Orchester in der ganzen Welt und sorgte 1955 bei den Bayreuther Festspielen mit seiner Interpretation der Wagner-Oper "Tannhäuser" für Furore. Er dirigierte die Wiener Philharmoniker, die Berliner Philharmoniker und die Pariser Oper. Er starb 1967 im Alter von 62 Jahren in Neuilly-sur-Seine, im Westen von Paris.