Obwohl die deutsche Volkssängerin Bettina Wegner 1947 in West-Berlin geboren wurde, waren ihre Eltern gute Parteimitglieder, und als 1949 die Deutsche Demokratische Republik gegründet wurde, zogen ihre kommunistischen Eltern nach Ost-Berlin. Die junge Sängerin wuchs nicht nur hinter dem Eisernen Vorhang auf, sie stand auch auf der falschen Seite der Berliner Mauer und erlebte die Unterdrückung und Kontrolle des kommunistischen Staates in ihren prägenden Jahren. Ihre Erfahrungen im kommunistischen Sektor Berlins machten sie zu einer politischen Aktivistin und sie begann, Flugblätter zu verteilen, in denen sie ihre Besorgnis über den Einmarsch in die Tschechoslowakei zum Ausdruck brachte. In Ostdeutschland reichte eine solche Aktivität 1968 aus, um ins Gefängnis zu kommen, und Wegner wurde 19 Monate lang inhaftiert. Die Probleme, die sie als DDR-Bürgerin zu ertragen hatte, beeinflussten einen Großteil ihrer schriftstellerischen Arbeit, und schließlich wurde sie nach jahrelangen Protesten gegen den Staat 1983 von der Deutschen Demokratischen Republik nach Westdeutschland abgeschoben.
Im freien Westen baute Wegner eine erfolgreiche Karriere als Folksängerin auf und trat mit Künstlern wie Joan Baez, Konstantin Wecker und Angelo Branduardi auf. Nach 30 Jahren Konzert- und Aufnahmetätigkeit zog sie sich 2007 mit einer Abschiedstournee von öffentlichen Auftritten zurück.