Der am 16. Januar 1950 in Kobe, Japan, geborene Sänger Damo Suzuki wird vor allem durch seine kurze, aber einflussreiche Zeit als Leadsänger der deutschen Krautrockband Can in den frühen 1970er Jahren bekannt. Obwohl er in Japan zur Welt kommt, zieht er als Teenager nach Europa und verdient sein Geld als Straßenmusiker in Schweden, Irland, Großbritannien und Westdeutschland. Die Rhythmusgruppe von Can – der Bassist Holger Czukay und der Schlagzeuger Jaki Liebezeit – entdecken ihn beim Straßenverkauf in München, kurz nachdem der US-amerikanische Sänger der Gruppe, Malcolm Mooney, die Band verlassen hatte. 1970 laden sie Damo Suzuki ein, sich der Gruppe anzuschließen. Seine erste Aufnahme mit Can war ein Song, der im selben Jahr auf dem Album Soundtracks erscheint. Mit Damo Suzuki als Vollzeitsänger nehmen Can drei Alben auf, die bis heute ihre beliebtesten Veröffentlichungen sind: Tago Mago (1971), Ege Bamyasi (1972) und Future Days (1973). Nach der Veröffentlichung von Future Days verlässt er Can, wird Zeuge Jehovas und zieht sich aus dem Musikgeschäft zurück. Damo Suzuki kehrt im Jahr 1983 mit seiner Band Dunkelziffer und dem Album Colours and Soul zurück. Es folgen die Alben In the Night (1984) und III (1986). Wie bei Can ist die Musik seiner neuen Gruppe improvisiert und wird gemeinhin als avantgardistisch oder experimentell eingestuft. Seine zukünftigen Aufnahmen und Auftritte zeichnen sich durch einen ständigen Wechsel der Musiker aus. Dieses sich ständig weiterentwickelnde Projekt nennt der Künstler Damo Suzuki's Network. Anstatt Zeit mit Proben zu verbringen, zieht er es vor, improvisierte Live-Auftritte aufzunehmen. Ein Großteil seines Katalogs besteht aus diesen Live-Aufnahmen, die im Studio und bei Konzerten gemacht worden sind. Er beginnt eine „unendliche Tournee“, die ihn in viele verschiedene Länder führt. Dort tritt er mit vielen verschiedenen Musikern auf. Zu den in dieser Zeit veröffentlichten Alben gehören V.E.R.N.I.S.S.A.G.E. (1998), P.R.O.M.I.S.E. (7-CD-Box/1998), Odyssey (2000), Metaphysical Transfer (2001), Hollyaris (2005), 3 Dead People After the Performance (2005), Please Heat This Eventually (2007), Killer-Damo (2011), Start from Zero (2015), High School Pharmacy!!! (2021) und TBWNIS [Friday March 23rd, 2012] (2023). In den Jahren 1983 und 2014 wird bei ihm Dickdarmkrebs diagnostiziert. Daran verstirbt Damo Suzuki schließlich am 9. Februar 2024 im Alter von 74 Jahren.