Ricardo Iorio, der weithin als Pate des argentinischen Heavy Metal gilt, wurde am 25. Juni 1962 in Ciudadela, Buenos Aires, als Sohn einer Familie mit italienischer und tehuelscher Abstammung geboren. In seiner Jugend in Caseros entfachte er seine Leidenschaft für Heavy Metal, als er einem Biker begegnete, der den Stil verkörperte, den er später zu schätzen wusste. Iorios musikalische Reise begann ernsthaft, als er Ricardo "Chofa" Moreno bei einer Vorführung von Led Zeppelins The Song Remains the Same kennenlernte. Gemeinsam gründeten sie V8, eine Band, die in der argentinischen Heavy-Metal-Szene legendär werden sollte. Der Aufstieg von V8 war geprägt von kraftvollen Songs wie "Voy a Enloquecer" und einer ikonischen Besetzung, zu der Iorio, Osvaldo Civile, Alberto Zamarbide und Gustavo Rowek gehörten. Die legendäre Teilnahme der Band am B.A.-Rock-Festival im Jahr 1982, dank der Unterstützung des Rockgitarristen Pappo, war historisch, auch wenn es dabei zu Zusammenstößen kam. Alben wie Luchando por el Metal (1983) festigten ihren Status, aber interne Streitigkeiten führten 1987 zur Auflösung der Band. Iorio gründete daraufhin Hermética, eine Anspielung auf die von ihm respektierte hermetische Weisheit. Ihr gleichnamiges Debütalbum von 1989 war die erste argentinische Thrash-Metal-Platte, und nachfolgende Werke wie Ácido Argentino (1991) erreichten Goldstatus. Der Erfolg von Hermética stieg auch ohne Radioplatzierung an und gipfelte in ausverkauften Konzerten und goldzertifizierten Alben, bis sie sich 1994 trennten. Ricardio Iorio übernahm die Rolle des Leadsängers und kehrte mit einem neuen Projekt namens Almafuerte zurück, das 1995 mit der LP Mundo Guanaco sein Debüt gab. In den folgenden Jahren veröffentlichte er mit Almafuerte Alben wie Del Entorno (1996), A Fondo Blanco (1999), Ultimando (2003) und Toro y Pampa (2006), während er sich auf dem 1997 erschienenen Album Peso Argento mit argentinischer Folklore beschäftigte, sein Umzug nach Coronel Suárez in der Provinz Buenos Aires spiegelte seinen sich entwickelnden Lebensstil wider und führte zu Trillando la Fina (2012), dem letzten Album von Almafuerte, und später zu seiner Solokarriere mit den Alben Tangos y Milongas, Vol. 1 (2014) und Atesorando en los Cielos (2015). Bis weit in die 2020er Jahre hinein tourte er und machte Aufnahmen, bevor er am 24. Oktober 2023 einen tödlichen Herzinfarkt erlitt.