Judee Sill wurde am 7. Oktober 1944 in Studio City, Los Angeles, geboren. Ihr Vater, Milford "Bun" Sill, war ein Importeur exotischer Tiere und Besitzer einer Bar in Oakland. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1952 zog Judee mit ihrer Familie nach Los Angeles, wo ihr Leben nach der Wiederverheiratung ihrer Mutter eine turbulente Wendung nahm. Angesichts des unglücklichen Familienlebens versuchte sich Sill in der Kriminalität und verfolgte nach einem Aufenthalt in der Besserungsanstalt eine künstlerische Ausbildung, während sie ihre musikalischen Talente förderte. Der Verlust ihrer Mutter im Jahr 1964 trieb sie zu Drogenmissbrauch und weiterer Instabilität, einschließlich einer kurzen und problematischen Ehe mit dem Pianisten Robert Harris im Jahr 1966, die beide in die Heroinsucht führte.
Sill wandte sich der Musik zu und gelangte in die Musikszene von Los Angeles, wo sie mit bekannten Persönlichkeiten wie Graham Nash und David Crosby verkehrte und über David Geffen einen Vertrag mit Asylum Records erhielt. Obwohl ihre Alben"Judee Sill" (1971) und"Heart Food" (1973) von der Kritik gelobt wurden, blieb ihr der kommerzielle Erfolg versagt. Ihre Karriere schwächte sich inmitten persönlicher Kämpfe und sich verschlechternder Beziehungen, insbesondere zu Geffen, ab. Sills Privatleben war geprägt von ihrer Offenheit gegenüber ihrer Bisexualität, mehreren turbulenten Beziehungen und einem ständigen Kampf mit der Drogensucht.
Nachdem sie sich aus der Musikszene zurückgezogen hatte und mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, verstarb Sill am 23. November 1979 an den Folgen eines Selbstmordes durch eine Überdosis Drogen. Trotz ihres obskuren Endes hinterließ Sill ein Vermächtnis an komplexer, spiritueller Musik, die posthum Anerkennung und Einfluss unter Künstlern aller Genres erlangt hat. Dokumentarfilme und Wiederveröffentlichungen ihrer Werke, darunter die bemerkenswerte"Dreams Come True"-Compilation, haben dazu beigetragen, ihren Status als Kultfigur der Musikgeschichte zu festigen.