Nicht jeder führt ein "normales Leben". Soldaten mit Kriegstraumata, trans* Personen oder Menschen mit schweren Erkrankungen - es gibt Personen, deren Lebensgeschichten sind ungewöhnlich und mit Tabus behaftet. Sie leben mit besonderen Schicksalen. Oft leiden sie darunter, aber selten wird über sie berichtet. MDR AKTUELL gibt Menschen ein Gesicht, deren Leben hinter Nachrichtenmeldungen und Statistiken steckt. Juliane Neubauer trifft diese Männer und Frauen, begleitet sie und hört ihnen zu, um ganz persönliche Geschichten zu erzählen. Es geht nicht um normale Interviews, sondern um tiefreichende Gespräche, die Barrieren brechen und den Horizont erweitern. Es ist Zeit, einige Tabus zu brechen.
Wie lebt es sich, wenn das eigene Leben zum Beruf wird? In dieser Folge von „Tabubruch“ spricht Influencerin Charlotte offen über zehn Jahre auf Instagram. Community, Geschäft, Sichtbarkeit und Verletzlichkeit. Aus einer spontanen Idee wurde ein erfolgreiches Unternehmen. Heute erreicht sie Hunderttausende Menschen mit Themen wie Nachhaltigkeit, Selbstliebe, Familie und bewusstem Konsum. Doch der Blick hinter die perfekte Social-Media-Fassade zeigt eine andere Realität. Charlotte erzählt von ständigem Leistungsdruck, Shitstorms, Hasskommentaren und sogar Morddrohungen. Sie erklärt Host Juliane Neubauer, wie Influencerinnen tatsächlich Geld verdienen, warum Reichweite allein wenig wert ist und weshalb Authentizität ihr wichtigstes Kapital geworden ist. Auch die Frage nach der Verantwortung gegenüber der eigenen Familie spielt eine große Rolle: Wie viel Privates darf man zeigen? Wie schützt man sein Kind vor öffentlicher Aufmerksamkeit? Ein ehrliches Gespräch über die schönen Seiten der Creator-Welt, die Charlotte genießt, aber auch über die Schattenseiten, die Mechanismen sozialer Netzwerke und den Versuch, trotz digitaler Dauerbeobachtung man selbst zu bleiben. Podcast-Tipp: Das wahre LebenWenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreibe Host Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
10.07.26 • 72:29
Caro Matzko ist Journalistin, TV-Moderatorin und Autorin. Wer sie erlebt, sprudelnd vor positiver Energie, kann kaum glauben, dass sie lange an Magersucht litt. Es begann in ihrer Kindheit. Extremer Ehrgeiz, Selbstzweifel und ein schwieriges familiäres Umfeld begünstigten eine fatale Entwicklung. Um einem zweifelhaften Schönheitsideal zu entsprechen, fängt Caro an, immer weniger zu essen. Die Familie reagiert hilflos, versucht durch Druck und Kontrolle entgegenzuwirken. Damit wird es nur schlimmer.Caro wird immer dünner, bis sie sich eines Nachts dem Tod nahe fühlt. Nach zwei Therapien geht es ihr besser, doch es gibt Rückschläge und eine zweite Sucht. Erst jetzt merkt sie, was ihr im Leben wirklich fehlt und was der Grund für die Magersucht ist. Heute sagt Caro, dass sie die Magersucht überwunden hat und glücklich ist. Wie sie das geschafft hat, erklärt sie im Podcast.Links:- Betroffene von Magersucht finden Hilfe bei der Deutschen Gesellschaft für Essstörung- Aufklärung über Essstörungen beim BIÖG- Podcast-Tipp: Liebt Euch! Der Dating PodcastWenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
19.06.26 • 60:35
Anikas Liebesleben beginnt klassisch: Verliebt, verlobt, verheiratet. Mit ihrem Mann bekommt sie Kinder und stellt irgendwann fest: Etwas fehlt. Oder jemand. Beide fangen an, Monogamie in Frage zu stellen und werfen dieses Konstrukt letztendlich über den Haufen. Seit fünf Jahren hat Anika nun neben ihrer Ehe auch noch eine Beziehung mit einem weiteren Partner. Ihr Ehemann datet andere Frauen. Der Weg dahin war lang und nicht immer einfach, es brauchte viele Gespräche. Doch nun empfindet Anika ihr "neues" Leben als sehr erfüllt. Zurück möchte sie nicht mehr. Zwei Partner, sechs Kinder und mehrere Berufe, darunter der besondere einer Analogastronautin, all das muss Anika unter einen Hut bekommen. "Mein Leben ist sehr komplex, beruflich und privat", sagt sie dazu. Im Podcast erzählt sie die ganze Geschichte. Podcast-Tipp: Hormongesteuert - https://1.ard.de/hormongesteuert Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
01.06.26 • 58:32
Nadine arbeitet für eine E-Learning-Plattform. Dann bekommt sie die Kündigung. Um das zu verarbeiten, fängt sie an, in den sozialen Medien darüber zu sprechen. Und damit trifft sie offenbar einen Nerv. Sie bekommt viele positive Reaktionen. Doch mit der Reichweite steigt auch die Zahl der Hater. Die stören sich daran, dass Nadine nicht dem Klischee einer Arbeitslosen entspricht, das viele offenbar haben. Dafür reicht es schon, wenn ihre Zahnbürste nicht billig genug ist oder sie sich Sport gönnt. Nadine findet, das sage viel aus über unsere Gesellschaft. Und sie beschließt, den Hasskommentaren umso provokanter zu begegnen. In dieser Folge des Podcasts Tabubruch erzählt sie Host Juliane Neubauer ihre Geschichte. Sie erklärt, wie ihr genau gekündigt wurde und warum sie Arbeitslosigkeit für ein großes Tabu hält. Warum viele Menschen vor allem auf Menschen, die Bürgergeld bekommen, herabschauen. Und was Friedrich Merz damit zu tun hat. Podcast-Tipp: Tschüss Kohle, Hallo Kohle - https://1.ard.de/tschuess-kohle Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
08.05.26 • 50:25
Frauen, die Vaginismus haben, leiden oft im Stillen. Die meisten Menschen haben davon noch nie etwas gehört. Vaginismus, das sind zum Teil chronische Schmerzen in der Vagina, wenn etwas eingeführt wird, eine Art Scheidenkrampf. An Sex ist dann oft nicht zu denken. So ist es auch bei Nina* (Name geändert). Sie hat Vaginismus. Schon als Teenager spürte sie, dass etwas nicht stimmt. Sie konnte sich keinen Tampon einführen, wenn sie ihre Tage hatte. Sofort verkrampfte sie und hatte schwere Schmerzen. Während andere ihre ersten sexuellen Erfahrungen machten, schob sie das Thema weit von sich. Ein weiteres Problem: Sie wurde nicht ernst genommen. Sie müsse sich mal entspannen, hieß es bei der Frauenärztin. Oder sie solle mal ein Gläschen Wein trinken. Sie hatte niemanden, mit dem sie offen darüber sprechen konnte. Erst beim Psychologen bekommt sie eine Diagnose: Vaginismus. Der Grund dafür ist unklar. Doch die Auswirkungen sind weitreichend. An penetrativen Sex ist bis heute nicht zu denken. Viele Männer schreckt das ab. Heute hat Nina einen Freund. Und sie hätte gern ein Kind. Aber ob das unter diesen Umständen klappt, ist offen. Links - Infos zu Vaginismus: https://vaginismus-hilfe.de/ - Podcast-Tipp: Deeptalk mit Sissy - https://1.ard.de/unentdeckt-der-deep-talk-mit-sissy Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
24.04.26 • 38:01
Als Madlene ihren Vater unerwartet tot in der Familienwohnung findet, steht die Zeit für sie still. Nichts hat sie auf diesen Moment vorbereitet – auf die Stille, den Schock, die Leere. Zum ersten Mal spricht sie darüber, wie sich dieser Tag in ihr eingebrannt hat und wie schwer es war, Worte für etwas zu finden, das eigentlich sprachlos macht. Madlene erzählt von den ersten chaotischen Stunden und von der Trauer, die sie überrollte. "Ich habe mich lange in den Schlaf geweint". Sie berichtet davon, wie sich ihr Blick auf Beziehungen, Nähe und Verlust verändert hat. Ein Gespräch über den Versuch weiterzuleben, wenn ein einziger Moment alles zerreißt – und darüber, wie langsam, ganz langsam, die Bilder an die Situation verblassen, als sie ihren toten Vater fand. Kontakt zu Hospizvereinen in Deutschland über Home - Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung https://www.wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de/ Podcast-Tipp: "Die Frage" https://www.ardaudiothek.de/sendung/die-frage/urn:ard:show:bac5acb96f78e146/
09.03.26 • 52:38
In dieser Folge erzählen Maren und Simon (Namen geändert) über ihre Sexsucht. Beide haben lange unter ständiger Lüsternheit, Porno- und Beziehungssucht gelitten. Bei beiden fing es früh an. Maren sagt, sie sei als Kind mit Versagensängsten aufgewachsen. Irgendwann habe sie die Selbstbefriedigung als Mittel zur Entspannung für sich entdeckt. Das sei der Einstieg gewesen. Daraus entwickelte sich eine Sucht nach Beziehungen, Pornografie und Sex. Simon kam schon in seiner Kindheit mit Pornografie in Berührung. Später entwickelte er ein zwanghaftes Verhalten zu Beziehungen und seiner Sexualität. Dann kam das Internet und damit die ständig verfügbaren Pornos. Es ging weiter mit Beziehungsproblemen, Affären und zwanghafter Selbstbefriedigung. Irgendwann fühlte er sich emotional taub. Maren und Simon fanden schließlich Hilfe bei den Anonymen Sexaholikern. Und sie trafen eine weitreichende Entscheidung: Sie verzichten seit Jahren auf Sex. Im Podcast erzählen sie, wie schwer es ist, sexuell trocken zu bleiben. Welche fatalen Auswirkungen Sexsucht haben kann. Und warum sie glauben, dass Sexsucht heute ein größeres Problem ist als früher. Links - Podcast-Tipp: Ungebremst – Der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt - https://1.ard.de/ungebremst - Kontakt zu den Anonymen Sexaholikern: https://anonyme-sexsuechtige.de/ Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
26.01.26 • 61:02
Sylvie hat sich entschieden, eine der wichtigsten Beziehungen in ihrem Leben zu beenden – die zu ihren Eltern. Der Vater fehlt schon lange. Vor etwa einem Jahr hat Sylvie beschlossen, auch zu ihrer Mutter den Kontakt abzubrechen. Die Entscheidung fiel ihr sehr schwer. Und auch wenn es ihr damit besser geht, erfährt sie immer wieder Unverständnis dafür. Im Podcast erzählt sie uns die ganze Geschichte. Podcast-Tipp: DNA des Ostens - https://1.ard.de/dna-des-ostens Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
12.12.25 • 67:01
Hanna* ist Lehrerin an einer Oberschule in Sachsen. Sie ist Quereinsteigerin und findet den Beruf toll. Doch sie sieht auch viele Probleme. Viele Jugendliche seien orientierungslos, emotional überfordert und medial überreizt. Und einige würden politisch abdriften. Es fehle ihnen an Halt und gemeinsamen Werten. Die Schule könne hier eine Gegenkraft sein, schaffe das aber oft nicht. Aus verschiedenen Gründen. Wenn sich daran nichts ändere, laufe das Land Gefahr, seine jungen Menschen an einfache Antworten und radikale Kräfte zu verlieren. Hanna berichtet in diesem Podcast offen und ehrlich aus ihrem Alltag und darüber, was aus ihrer Sicht nicht gut läuft in unserem Bildungssystem. Sie ärgert sich über Vorurteile über ihren Beruf. Sie erzählt, wie sie mit rechtsextremen Schülern umgeht. Und warum sie ihrem Beruf nicht mehr in vollem Umfang nachgehen kann. (*Name geändert) Links: - Podcast-Tipp: (K)ein Kinderwunsch - https://1.ard.de/keinkinderwunschstaffel2 - Unterstützung bei Überlastung im Lehrberuf - https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/hilfe-zur-selbsthilfe - Infos zum Quereinstieg in den Lehrberuf - https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/quereinstieg-ins-lehramt-von-der-notmassnahme-zur-normalitaet/ Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
07.11.25 • 61:34
Irmi Krause hat als Hebamme schon viele Fehlgeburten begleitet – aber auch selbst die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, ein Kind zu verlieren. "Für mich ist eine Welt zusammengebrochen", sagt sie heute über diese schwierige Zeit. Sie berichtet darüber, wie sie zusammen mit ihrem Mann geweint und wie sie sich gegenseitig getröstet haben. Sie kann sich aber auch an unpassende Bemerkungen aus ihrem Umfeld erinnern, die sie sehr verletzt haben. Mindestens jede zehnte Schwangerschaft wird vor der Geburt des Kindes beendet. Irmi Krause hat erlebt, dass Familien sehr unterschiedlich mit der Trauer umgehen. Sie erklärt, warum es für die Eltern sinnvoll sein kann, ihr totes Kind anzufassen oder ihm einen Namen zu geben. Gleichzeitig hat sie auch Verständnis dafür, wenn Eltern erst mal nicht bereit sind, sich mit dem Verlust auseinander zu setzen. In dieser Folge beschreibt Irmi Krause auch, mit welchen Ritualen und Massagen sie betroffenen Frauen neue Kraft gibt. Links: - Beratungsstellen pro familia - https://www.profamilia.de/themen/schwangerschaft/fehlgeburt#:~:text=Hebammenhilfe%20bei%20Fehlgeburt,besten%20bei%20Ihrer%20Krankenkasse%20an. - Initiative Regenbogen Glücklose Schwangerschaft e.V. - http://initiative-regenbogen.de/ - Informationen vom Berliner Familienportal - https://familienportal.berlin.de/artikel/wie-kommt-es-zu-einer-fehlgeburt-und-wo-finde-ich-hilfe - Podcast "Hormongesteuert – der Wechseljahre-Podcast mit Dr. Katrin Schaudig" - https://1.ard.de/hormongesteuert Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
12.09.25 • 67:42
Karolin ist Ende 30 und lebt in Halle. Sie kommt aus dem Osten und war gerade mal drei Jahre alt, als die Mauer fiel. Wirklich bewusst hat sie nur das wiedervereinigte Deutschland erlebt, sie ist damit ein sogenanntes "Nachwendekind". Trotzdem war die DDR in ihrer Kindheit und Jugend immer irgendwie präsent. Denn das untergegangene Land hat ihre Eltern geprägt, ihre Familiengeschichte und damit auch Karolin selbst. Nur geredet wurde darüber kaum, obwohl Karolin viele Fragen hätte. Bis heute sind sie nicht geklärt, denn in der Familie spricht man nicht gern über diese Zeit. Und gleichzeitig wächst Karolin in einem wiedervereinigten Land auf, in dem ihr Ostdeutsch sein immer wieder eine große Rolle gespielt hat, vor allem durch Zuschreibungen von außen. Den für Menschen im Westen war sie vor allem eins: Ostdeutsch. All das hat sie lange verunsichert, inzwischen sieht sie darin eine Stärke, die sie in ihre Arbeit als Theatermacherin einfließen lässt. In dieser Folge sprechen wir mit Karolin über ihre Familie, den Schatten der DDR und die ostdeutsche Identität eines Nachwendekindes. Links: - Karolins Projektgruppe - https://www.instagram.com/netzwerk_nachwendekinder/ - Angebot von der Bundeszentrale für politische Bildung - Nachwendekinder: Wie ostdeutsch bin ich? - https://www.bpb.de/mediathek/video/523891/nachwendekinder-wie-ostdeutsch-bin-ich/ - Podcast-Tipp: Wendehausen – Heimat im Todesstreifen - https://1.ard.de/wendehausen Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
15.08.25 • 48:32
Sharon Battiste ist ein bekanntes TV-Gesicht, sie war Bachelorette und bei Let‘s Dance dabei. Weniger bekannt war lange, dass sie unter kreisrundem Haarausfall leidet. Bis sie im TV mit dem Tabu brach. Davor lag eine lange Leidensgeschichte. Schon im Kindesalter fing es an, dass plötzlich kahle Stellen am Kopf auftauchten. Es begann ein Ärzte-Marathon, an dessen Ende eine Diagnose stand: Alopecia areata, eine Autoimmunerkrankung, auch als kreisrunder Haarausfall bekannt. Der Grund der Erkrankung unklar, Gegenmittel Fehlanzeige. Anfangs kann Sharon den Haarausfall noch kaschieren, doch es wird immer schlimmer. Irgendwann fängt sie an, Perücke zu tragen. Denn lange denkt sie: Eine Frau ohne Haare im TV, das geht nicht! Doch das Versteckspiel kann und will sie irgendwann nicht mehr aufrecht erhalten, sie fühlt sich traurig und gebrochen. Dann der Entschluss: Ich rasiere alles ab! Es folgen Tränen, Panikattacken und danach eine Art Wiederauferstehung. Heute ist Sharon eine stolze Glatzenträgerin. Sie habe sich als Frau neu kennen und schätzen gelernt. Hier erzählt sie ihre Geschichte, die viele andere Frauen inspirieren kann. Links: - Alopecia areata: Hier finden Betroffene Infos und Unterstützung - https://kreisrunderhaarausfall.de/ - Sharon bei Instagram - https://www.instagram.com/sharonbattiste_/?hl=de - Podcast-Tipp: 1LIVE Reportage - https://1.ard.de/1livereportage Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
09.06.25 • 57:46
Nadine ist Trauerbegleiterin in einem Kinder- und Jugendhospiz. Von Freunden und Bekannten hört sie immer wieder: "Das könnte ich nicht!" Doch auch wenn Nadine erlebt, wie Kinder und Jugendliche sterben, erfüllt sie ihre Arbeit. Sie sagt, in ihrem Hospiz gehe es weitaus fröhlicher, lustiger und lebendiger zu, als viele glaubten: "Natürlich sind wir tieftraurig, wenn die Kinder versterben. Aber bis dahin ist so viel Freude. Ganz viel Liebe." Es sei an der Zeit, das Thema Kinderhospiz aus der Tabuzone zu holen. Denn von dem, was dort geschehe, könne jeder und jede viel mitnehmen für das eigene Leben und dem Umgang mit Trauer. Links: - Bundesverband Kinderhospiz e.V. - https://www.bundesverband-kinderhospiz.de/ - Podcast-Tipp: Tschüss Kohle, Hallo Zukunft - https://1.ard.de/tschuess-kohle Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
25.04.25 • 51:09
Herzrasen, Herzstolpern – es waren unerklärliche Beschwerden, die Katrin aus ihrem Alltag rissen. Die heute 56-Jährige war ratlos, ebenso die Ärzte und Ärztinnen, bei denen sie Hilfe suchte. Katrin, eigentlich eine Powerfrau im Beruf und im Privaten, konnte nicht mehr. Sie war lange krankgeschrieben, hatte wenig Energie und konnte nicht mehr arbeiten. Dazu die Symptome, die Ungewissheit und Todesangst wegen der Herzprobleme. Es dauert lange, bis endlich eine Psychologin schaltet. Sie sagt zu Katrin: Das sind die Wechseljahre! Ab da geht es für Katrin bergauf. Doch sie fragt sich bis heute: Warum bereitet niemand Frauen auf diese Zeit vor? Mehr als neun Millionen Frauen sind allein in Deutschland derzeit in den Wechseljahren. Und wenige haben sich vorher intensiv damit beschäftigt. Auch viele Ärztinnen und Ärzte haben wenig Ahnung. Und so leiden viele Frauen unnötig. Sie plagen sich mit Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und zig anderen Symptomen der Wechseljahre. Eigentlich könnte ihnen besser geholfen werden, aber dazu fehlt es an Wissen. Katrin tut inzwischen selbst etwas gegen diese Unwissenheit. Mit einem Podcast, der Frauen helfen soll, durch diese Zeit zu kommen. Niemand soll so leiden müssen wie sie, findet Katrin. Links: - Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. - https://www.menopause-gesellschaft.de/was-ist-die-menopause - Deutscher verband für Wechseljahreberatung e.V. - https://dv-wechseljahreberatung.de/ Podcast-Tipps: - Katrins Podcast "Hormongesteuert – der Wechseljahre-Podcast mit Dr. Katrin Schaudig" - https://1.ard.de/hormongesteuert - Podcast Durchgefallen – Wie Schule uns als Gesellschaft spaltet - https://1.ard.de/podcast-durchgefallen Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
21.03.25 • 53:18
Andere berühren oder selbst berührt werden, das ist für Ingo ein No-Go. Er leidet unter Haptophobie, er hat panische Angst davor berührt zu werden. Diese Angst begleitet ihn seit Jahrzehnten – und sie könnte ihn das Leben kosten. Die Angst hat ihren Ursprung in einer heftigen Gewalterfahrung, die Ingo 1993 erlitten hat. Die körperlichen Schmerzen verschwanden bald, aber etwas war anders nach dem Vorfall. Erst nach und nach merkte Ingo, dass er keine Berührungen von anderen mehr zulassen will. Lange bekommt er wenig Hilfe. Die Sensibilität im Umgang mit solchen Fällen ist damals weniger ausgeprägt als heute. Inzwischen hat er sich, auch mit Hilfe eines Arztes, in seinem Leben mit der Berührungsangst arrangiert. Es geht viel darum, die Kontrolle zu behalten, denn ungewollte Berührungen lauern überall im Alltag. Deswegen, so erzählt es Ingo, war die Corona-Pandemie auch wie Urlaub für ihn. Plötzlich hielten alle Abstand. Tragisch ist, dass die Berührungsangst Ingo nicht nur einschränkt, sondern ihn auch das Leben kosten könte. Denn Ingo ist krank. Wenn er sich nicht behandeln lässt, könnte er bald sterben. Diagnose und Therapie will Ingo aber nicht über sich ergehen lassen, da sie Kontrollverlust und unvermeidliche Berührungen mit sich brächten. Mit Juliane Neubauer spricht Ingo darüber, warum er sich auf seinem bunten Motorrad am sichersten fühlt, in welchen seltenen Fällen er Berührungen zulassen kann und wie er damit lebt, dass seine Angst ihn umbringen könnte. Links: Hier erzählt Ingo seine Geschichte - https://haptophobie.de/ Hilfe bei Angststörungen - https://www.angstselbsthilfe.de/ Klinik mit Schwerpunkt Phobien - https://www.oberbergkliniken.de/krankheitsbilder/phobien Podcast-Tipp: Willkommen im Club - der queere Podcast von PULS - https://1.ard.de/willkommen-im-club Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
21.02.25 • 49:16
Kinder großzuziehen, ist fordernd. Was für Paare gilt, gilt noch mehr für Alleinerziehende. Was sie leisten müssen, bringt sie oft an ihre Grenzen. Darüber wird viel zu selten gesprochen, findet Anne. In dieser Folge erzählt die 31-Jährige ihre Geschichte. Sie ist allererziehend mit drei kleinen Kindern. Die Trennung vom Vater passiert, als sie zum dritten Mal schwanger ist. "Also es war wirklich so, am Morgen hatte ich keine Ahnung davon, was passiert und am Abend war ich dann alleinerziehend", erinnert sich Anne. Der Vater zeigt nach der Trennung wenig Präsenz. Anne ist auf sich alleingestellt. Sie muss sich um ihre Kinder kümmern, die unter der Trennung leiden. Sie muss selbst mit dem Ende ihrer Beziehung klarkommen und mit finanziellen Sorgen. Sie organisiert sich Hilfe, im Familien- und Freundeskreis, macht Therapie und nutzt Beratungsangebote. Auch der Wiedereinstieg in die Arbeit ist schwierig. Anne, die als Kindergärtnerin und Familienberaterin arbeitet, versucht, über die Runden zu kommen. Das alles bringt sie immer wieder an ihre Grenzen. Zeitweise hat sie Panikattacken. Heute geht es ihr besser. Sie kann berichten, was Kinder brauchen, wenn sich die Eltern trennen. Und wie man auch als Alleinerziehende wieder das Glück finden kann. Links: - Informationen für Alleinerziehende von der Diakonie: https://www.diakonie.de/informieren/infothek/aktuelles/themen/hilfen-fuer-alleinerziehende - Webseite von Anne: https://www.annebormann.de/ - Podcast-Tipp: MDR Investigativ - Hinter der Recherche https://www.ardaudiothek.de/sendung/podcast-mdr-investigativ-hinter-der-recherche/72453306/ Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
06.01.25 • 60:25
Robin wurde im Körper eines Mädchens geboren, als Mädchen gefühlt hat er sich aber nie. Dass sein Körper nicht zu seinem Selbstverständnis passt, hat er schon sehr früh gemerkt - mit fünf Jahren. Noch präsenter bewusster geworden, ist es ihm in der Pubertät. Robin hat erstmal damit gelebt, sich später aber entschieden, als Junge zu leben. Mittlerweile hat Robin auch seinen Körper anpassen lassen. Welche Schritte er dafür gehen musste und wie der heute 25-Jährige seine fünf Operationen erlebt hat, erzählt er im Podcast. Robin engagiert sich aber auch, um andere Transpersonen zu unterstützen. Er möchte Menschen mit ähnlichen Herausforderungen die Orientierung geben, die er sich damals gewünscht hätte. LinksVereinigung von Menschen mit Variante der Geschlechtsentwicklung e.V.: https://www.vdge.org/Begriffserklärung:https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/ueber-diskriminierung/diskriminierungsmerkmale/geschlecht-und-geschlechtsidentitaet/trans/trans-node.htmlBundesverband trans*:https://www.bundesverband-trans.de/CSD Pirna:https://www.csd-pirna.de/Podcast-Tipp: Wendehausen – Heimat im Todesstreifen https://1.ard.de/wendehausen Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
03.12.24 • 54:09
Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um sexualisierte Gewalt. Die Taten werden nicht explizit, sondern eher abstrakt geschildert. Wer durch das Thema getriggert werden könnte, sollte sich die Folge nicht oder nicht allein anhören. In den Shownotes gibt es Informationen dazu, wo betroffene Menschen Hilfe bekommen. Wenn es um sexuellen Missbrauch geht, sind die Täter meist männlich. Bei Patrick war es anders. Er wurde seit seiner Kindheit schwerst sexuell misshandelt. Die Täterin war seine Großmutter. Es begann, da war er gerade mal einen Tag alt und zog sich über viele Jahre. Erst nach Jahren merkte Patrick, dass es nicht normal ist, was seine Großmutter mit ihm machte. Heute sagt er, dass es für männliche Opfer von Missbrauch besonders schwer sei, Hilfe zu bekommen. Lange sei er nicht ernst genommen worden. Dass er sehbehindert sei, habe die Suche nach Hilfe weiter erschwert. Es ist ein Arzt, der ihn schließlich ernst nimmt. Patrick beginnt einen beeindruckenden Weg hin zu einem normalen Leben. Heute ist er 33 Jahre alt, in einer Beziehung, und sagt, nach langen Therapien sei er inzwischen der glücklichste Mensch auf der Welt. Wie er das geschafft hat, erzählt Patrick im Podcast. Er hofft, dass andere Betroffene schneller Hilfe erhalten als er. LINKS: - Hilfetelefon für Angehörige oder Betroffene - https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/startseite - Notfalltelefon für männliche Gewaltopfer: https://www.maennerhilfetelefon.de/ - Notfalltelefon für weibliche Gewaltopfer: https://www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon.html - Bundesweite Anlaufstelle für Opfer: https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/startseite - Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs - https://www.aufarbeitungskommission.de/ - Opferhilfe Sachsen: https://www.opferhilfe-sachsen.de/ - Studie – "Sexuelle Gewalt in der Familie" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - https://www.bmfsfj.de/resource/blob/214118/8586a35fede94633e241986cd1462878/sexuelle-gewalt-in-der-familie-data.pdf - Podcast-Tipp: Bromance Daddys - https://1.ard.de/BromanceDaddys Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
04.11.24 • 41:52
Xenia und Roy sind Ende 30, leben in der Schweiz und haben sich entschieden, keine Kinder zu bekommen. Bis 30 wollte Xenia immer Kinder haben, ein Mädchen und einen Jungen, sagt sie im Podcast. Ab 30 kam ihr aber der Gedanke, dass es auch ohne Kinder schön sei. Xenia und Roy erklären, wann sie die Entscheidung, kinderlos zu bleiben, getroffen haben und wie ihr Umfeld reagiert hat. Vor allem die Mütter der beiden hatten sich sehr auf Enkelkinder gefreut. Es geht im Podcast auch um das Thema Sterilisation und Vasektomie. Roy wollte sich gerne einer Vasektomie unterziehen, ist bei seinem Arzt aber auf taube Ohren gestoßen. Die meisten Ärztinnen und Ärzte sind gehemmt, vor allem junge Menschen unfruchtbar zu machen. Das Selbstbestimmungsrecht der Patientinnen und Patienten trifft auf die Fürsorgepflicht von Ärztinnen und Ärzten. Das Dilemma erläutert Maria Eberlei. Sie forscht am Universitätsklinikum Jena zu medizinethischen Fragen. Xenia und Roy sprechen mit Host Juliane Neubauer zudem über Vorurteile, die kinderlosen Menschen und Paaren begegnen. Und es geht um die Erkenntnisse, die die Wissenschaft zur Gruppe der kinderlosen Erwachsenen gesammelt hat. Aufklärung zu Sterilisation und Übersicht von Arztpraxen, die Sterilisationen durchführenhttps://www.selbstbestimmt-steril.de Podcast-EmpfehlungRammstein - Row Zero: https://1.ard.de/Rammstein_Row_Zero_Podcast Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
17.09.24 • 63:13
Winnie hat eine Borderline-Persönlichkeitsstörung. Borderline? Das sind doch die, die sich ritzen, oder? Ja, das ist ein Teil der Wahrheit, sagt Winnie. Hier erzählt sie vom Leben mit Borderline. Manchmal fühlt sich das Leben für sie wie ein Rausch an, voller Energie. Im nächsten Moment kann sie tieftraurig sein und leidet unter Selbsthass. Leben mit Borderline, das heißt, seinen Gefühlen ausgeliefert zu sein, sagt Winnie. Ein Leben in Schwarz und Weiß, Gefühle von 0 auf 100. Bei Winnie hat es lange gedauert, bis klar war, was sie hat. Der Weg dahin war kein einfacher, denn in ihrer Familie war für ihre Eigenheiten wenig Platz. Deswegen floh sie früh in die Sucht, um sich zu betäuben. Triggerwarnung: In dieser Episode geht es auch um einen Suizidversuch. Nach Klinik und Therapie kann Winnie inzwischen besser mit ihrer Borderline-Persönlichkeitsstörung leben. Und nicht nur das. Die Erkrankung verleiht ihr auch eine kleine Superkraft, sagt sie. Links: - Zentralinstitutut für Seelische Gesundheit Mannheim, Aufruf Studie: https://www.zi-mannheim.de/forschung/probanden-gesucht/online-psychotherapie-studie-borderline-persoenlichkeitsstoerung.html - Website "Leben mit Borderline" – Betroffene tragen Informationen zum Störungsbild zusammen: https://leben-mit-borderline.org/borderline-test.html - Link zur Suchtberatung: https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/gesundheit-und-praevention/suchtberatung/ Hilfe bei Suizidgedanken: - Telefonseelsorge (0800 111 0 111), Nummer gegen Kummer (116 111) - Die Gesellschaft für Suizidprävention führt eine Übersicht der Angebote auf ihrer Webseite https://www.suizidprophylaxe.de/ Podcast-Empfehlung: Seelenfänger - Toxic Tantra https://www.ardaudiothek.de/sendung/seelenfaenger/10825239/ Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
16.07.24 • 61:28
Seit fast fünf Jahren lebt Irini mit einem künstlichen Darmausgang. Die Entscheidung dafür hat ihr das Leben gerettet. Die heute 23-Jährige hat eine entzündliche Darmerkrankung, Coltitis ulcerosa. Während ihrer Abizeit verschlechtert sich Irinis Zustand so sehr, dass sie für längere Zeit ins Krankenhaus muss und schließlich einen künstlichen Darmausgang, das sogenannte Stoma, bekommt. Im Podcast erzählt sie von ihren Sorgen vor der OP und dem Danach. Irini beschreibt ihren Alltag mit Stoma, wie unglaublich es sich für sie angefühlt hat, wieder ohne Schmerzen essen zu können und wie glücklich sie ist, eine Selbsthilfegruppe gefunden zu haben. Ihrem Stoma hat sie sogar einen Namen gegeben. Hilfelinks für Menschen mit Stoma: Deutsche Ilco: https://www.ilco.de/Stoma-Forum: https://www.stoma-welt.de/selbsthilfe-online/stoma-forum/Was sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen?: https://www.ced-kompass.de/ced Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de. Podcast-Hörtipp:Frag dich fit „Magen-Darm, Sodbrennen und Co. – Tipps für einen gesunden Magen“: https://www.ardaudiothek.de/episode/frag-dich-fit-der-gesundheitspodcast-mit-doc-esser-und-anne/magen-darm-sodbrennen-und-co-tipps-fuer-einen-gesunden-magen/wdr-2/13015539/
12.06.24 • 47:17
Steffi war Analphabetin – die längste Zeit ihres Lebens konnte sie nicht lesen und schreiben. Formulare ausfüllen ein No-Go, selbst einfache Einkäufe im Supermarkt eine Mammutaufgabe. Als Kind hat sie niemand bei ihren Schwierigkeiten in der Schule unterstützt. Vielmehr wurde sie abgeschrieben. Und so hat sie sich lange durchs Leben laviert, ohne lesen und schreiben zu können. Sogar eine Ausbildung hat sie trotz dieses Problems zu Ende gebracht. Einer von vielen Kraftakten. Viele Jahre hat sie unter dem Makel gelitten. Mit 50 ändert sich das. Steffi entscheidet, dass sie es noch einmal versuchen will. Sie will lesen und schreiben lernen. Und sie merkt, dass sie dabei vieles ist, aber nicht allein. Heute sagt sie: "Schreiben ist das Schönste, was es gibt." Und sie macht anderen Betroffenen Mut. Hilfelinks für Betroffene von Analphabetismus: https://alfa-mobil.de/ https://www.internationaler-bund.de/ Podcast-Tipp: Diagnose: Unangepasst - Der Albtraum Tripperburg - https://www.ardaudiothek.de/sendung/diagnose-unangepasst-der-albtraum-tripperburg/13323951/ Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
07.05.24 • 42:58
Kaufen kann uns ein gutes Gefühl geben. Manchen Menschen wird es zum Verhängnis. Sie kaufen immer weiter ein, um sich besser zu fühlen oder weil sie meinen, immer neue Dinge zu brauchen. Dann gleiten manche von ihnen ab in die Sucht. In dieser Folge erzählt Sebastian (*Name von der Redaktion geändert) seine berührende Geschichte. Bei ihm war es die Angst, allein zu sein oder verlassen zu werden, die ihn in die Kaufsucht trieb. Mit Onlineshopping, großzügigen Einladungen und Geschenken versuchte er, anderen Menschen zu gefallen. Es fing harmlos an, endete aber in einem Kontrollverlust, zehntausenden Euro Schulden und der Gefährdung seines Familienlebens. Die Kaufsucht führte Sebastian dazu, ein komplettes Paralleleben zu führen. Am Ende, so erzählt er es, ließen ihn eine Unachtsamkeit und eine Anzeige von einem Kollegen auffliegen. Der einzige Ausweg: Sich komplett zu offenbaren, alles auf den Tisch zu legen – und eine Therapie zu starten. Und genau an diesem Punkt merkt Sebastian, dass er trotz all seiner Ängste vor dem Verlassenwerden nie wirklich allein war. Unser Podcast-Tipp: CUT - Das Silvester, das uns verfolgt https://1.ard.de/CUT?p=tb Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
17.04.24 • 55:44
Tanja Marfo ist 44 Jahre alt, wohnt in Hamburg und hat Adipositas. Schon als Kind hat sie wegen ihres Körpers Mobbing erlebt, als Jugendliche dann eine Essstörung entwickelt und ihr ganzen Leben mit Vorurteilen zu kämpfen. Auch angespuckt wurde sie schon einmal. Jahrzehnte lebt Tanja mit einem besonders schweren Körper, den sie zeitweise kaum noch tragen beziehungsweise ertragen kann, wie sie heute sagt. 2013 entscheidet sie sich als Bloggerin, Influencerin und Plus Size Model, ihren Körper offensiv in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Sie möchte dicken Menschen Mut machen. Der Wendepunkt in ihrem Leben war vor einem Jahr. Tanja stellt für sich fest, dass ihr Gewicht für sie nicht mehr tragbar ist und sie zu sehr einschränkt. Sie entscheidet sich für eine Magenverkleinerung. Im Podcast erklärt Tanja, warum sie ihren dicken Körper liebt, sich aber trotzdem für die Operation entschieden hat. Sie spricht auch darüber, warum sie ein Problem mit dem Begriff "Bodypositivity" hat. Und Tanja mahnt, dass dicke Menschen in Deutschland keine Lobby haben. Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib uns. Gern auch anonym – an tabubruch@mdraktuell.de Podcast-Tipp: Familiengeheimnisse – Sag mir, wer ich binhttps://www.ardaudiothek.de/sendung/familiengeheimnisse-sag-mir-wer-ich-bin/13172909/ Menschen mit besonderen Schicksalen haben in der Regel auch mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen. Deshalb stellen wir für jede Folge Informationen bereit, wo man Hilfe bekommt.Diagnose Adipositashttps://www.adipositas.org/diagnose/Übersicht Adipositas-Klinikenhttps://adipositas-kliniken.com/#/Übersicht Adipositas-Selbsthilfegruppen https://adipositas-gesellschaft.de/dag/selbsthilfegruppen/Homepage Tanja Marfohttps://kurvenrausch-hamburg.de/ Adipositas: Ursachen erkennen und behandelnhttps://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Adipositas-Ursachen-fuer-Fettleibigkeit-erkennen-behandeln,adipositas142.html
11.03.24 • 66:06
Emma* war Anfang 20, als sie erfuhr, dass sie ein Kuckuckskind ist. Ein DNA-Test ergab: Der Mann, der für sie immer ihr Vater war, ist nicht ihr leiblicher Vater. Für Emma bricht eine Welt zusammen. Ihr sozialer Vater wendet sich von ihr ab, ein Treffen mit dem biologischen Vater endet enttäuschend. Auch die Beziehung zur Mutter erleidet zunächst eine Krise. Der ganze Fall landet sogar vor Gericht. Das bringt die nächsten seelischen Verletzungen für Emma mit sich. Irgendwann ist alles zu viel, sie erleidet einen Zusammenbruch und Panikattacken. Nach Jahren des Verdrängens arbeitet sie ihre Familiengeschichte und ihre psychologischen Probleme infolge der Ereignisse nun auf. Und sie findet, es ist an der Zeit, ihre Geschichte als Kuckuckskind zu erzählen. Denn sie ist damit nicht allein in Deutschland, auch wenn das Thema selten erzählt wird. *Emma heißt in Wirklichkeit anders, wir haben den Namen auf ihren Wunsch hin geändert. Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib uns. Gern auch anonym – an tabubruch@mdraktuell.de
01.02.24 • 58:14
Anna (Name geändert) ist 25 Jahre alt, lebt in Berlin und studiert Psychologie. Sie sagt, sie sei asexuell und aromantisch. Klassische Beziehungen, wie sie die meisten Menschen führen, bedeuten ihr wenig bis nichts. In ihrer Jugend fühlte sie sich oft wie ein Alien. Andere hatten Beziehungen und Sex, das war ihnen wichtig. Anna selbst hatte solche Bedürfnisse nicht. Trotzdem hatte sie Beziehungen und auch Sex, aber vor allem, weil sie dachte, dass müsste so sein. Später kam sie durch eine Freundin und ein Buch auf die Idee, was bei ihr anders ist. Sie sagt, sie liebe anders als andere Menschen. Sex und Intimität lägen für sie weit auseinander. Asexualität und Aromantik seien Teil des queeren Themenspektrums, allerdings würden sie kaum beachtet. Menschen, die asexuell seien, würden stigmatisiert, findet Anna. Deswegen will sie über das Thema sprechen. Ihr Ziel: mehr Bewusstsein und mehr Offenheit dafür zu schaffen.Mit Juliane spricht Anna darüber, wie es ist, wenn einem Sex wenig oder gar nichts bedeutet. Es geht darum, dass manche asexuelle Menschen durchaus Sex haben, während andere das kategorisch ablehnen. Und Anna erklärt, unter welchen Bedingungen Partnerschaften für sie denkbar sind.Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib uns. Gern auch anonym – an tabubruch@mdraktuell.deKontaktdaten für Hilfsangebote: Verein AktivistAForum für Aspec PersonenAven - Netzwerk für AsexuelleSiegessäule - Queres StadtmagazinBuchtipp Asexualität
27.11.23 • 40:55
Noah liebt seinen Nebenberuf. Er ist Callboy. Er lässt sich von Frauen buchen, die Zärtlichkeit und Sex mit ihm erleben wollen. Die Idee hatte Noahs Lebenspartnerin, mit der er heute noch zusammen ist. Noah bewarb sich bei einer Callboy-Agentur - kurze Zeit später hatte er seinen ersten Auftrag. Das Dasein als Callboy wird, wie Prostitution allgemein, oft als Tabu gesehen und kritisch beäugt. Noah weiß das, deswegen arbeitet er unter einem Pseudonym. Nur wenige Menschen wissen von seinem Nebenjob. Eigentlich würde er das Tabu um seinen Nebenberuf gern schleifen.Im Gespräch mit Susann Böttcher berichtet Noah, wie seine Verabredungen ablaufen. Manchmal geht es nur um Sex. Oft aber suchen die Frauen vor allem Zärtlichkeit und einen Menschen, mit dem sie über alles sprechen können. Auch dann will Noah für sie da sein. Manchmal wird er nur zum Spazierengehen gebucht. Er hat Frauen für eine Nacht und Stammkundinnen, mit denen er sich schon seit Jahren trifft. Er kann von zahllosen tollen Abenden und Nächten erzählen - aber auch von negativen Erfahrungen als Callboy.Informationen über Sexarbeit: Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen e.V.Hier unser Podcast-Tipp: Sputnik Pride – Podcast über queere ThemenWenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib uns. Gern auch anonym – an tabubruch@mdraktuell.de
18.10.23 • 72:11
Thomas Kundt hatte ein geordnetes Leben als Versicherungsvertreter. Aber irgendwann wollte er etwas anderes machen. So wurde er Tatortreiniger. Bei seinem ersten Einsatz half ihm seine Mutter beim Putzen. Inzwischen ist er routiniert jeden Tag im Einsatz. Er kommt, wenn Polizei, Notarzt und Bestatter weg sind. Er reinigt Leichenfundorte. Immer wieder sind es auch Tatorte. Bei jedem Einsatz trifft er auf die Hinterlassenschaften und die Geschichten von Menschen, die nicht mehr da sind. Das lässt den Familienvater Kundt nicht kalt. Im Podcast erklärt er Susann Böttcher, wie er bei seiner Arbeit vorgeht. Wie wichtig ihm Respekt vor den Toten ist. Was ein trockener und was ein feuchter Messi ist. Und wie sehr es ihn mitnimmt, wenn Kinder betroffen sind. Kundt erzählt offen über seine Arbeit. Und er hat einen Blick, was die Schicksale, die er im Rahmen seiner Arbeit mitbekommt, über Missstände in unserer Gesellschaft aussagen. Und natürlich geht es auch um Bjarne Mädel, den Schauspieler, der als Tatortreiniger einen riesigen TV-Hit landete. Kundt outet sich als großer Fan. Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreib unserer Autorin Susann! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.
06.09.23 • 53:09
Daniela ist 35 Jahre alt und steht voll im Leben. Nur dieser Knoten in der Brust macht ihr Sorgen. Erst nach Monaten lässt sie sich durchchecken. Diagnose: Brustkrebs, auch noch ein besonders aggressiver. "Wie ferngesteuert" sei sie gewesen, sagt sie heute. Krebs? Sowas kriegen doch eigentlich nur die anderen, denkt sie. Sie weint, erfährt Todesangst, weiht Familie und Freunde ein. Vor ihr steht eine schwere Zeit, die vieles verändert. Am Ende schafft sie es, lebt heute krebsfrei. Aber sie weiß auch, der Krebs kann zurückkommen. In diesem Podcast erzählt Daniela ihre ganze Geschichte.Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreibe Host Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.Hilfe für Betroffene:Deutsche Krebshilfe Brustkrebs Deutschland e.V. Deutsches Krebsforschungszentrum
24.05.23 • 47:06
Claudia weiß seit sie klein ist, dass sie Depressionen hat. Mit Mitte 30 geht die promovierte Chemikerin nach einem Vorfall in die Psychiatrie. Die Zeit dort beschreibt Claudia als wunderbar. Sie fühlte sich endlich wahrgenommen. Danach in den Alltag zurückzukehren war aber schwierig. Claudia brauchte zwei Anläufe, erlebte eine Kündigung und konnte erst danach eine passende Arbeitsumgebung für sich finden. Mit ihrer Erkrankung ist sie immer offen umgegangen. Im Podcast erzählt sie, was beim ersten Mal schlecht lief und warum ihre aktuelle Stelle besonders gut passt. Heute engagiert sich Claudia beim Thema Depressionen. Sie möchte Sichtbarkeit für die Erkrankung herstellen und hat viele Ideen, wie die Situation für Betroffene vor allem im Arbeitskontext verbessert werden könnte. Gefordert sind nach ihrer Einschätzung dabei beide Seiten. Vor allem müssten Arbeitnehmer auch formulieren können, was sie wollten. Sie könnten nicht erwarten, dass ihre Gedanken gelesen würden. Claudia wünscht sich mehr Therapieplätze, denn nur mit einer Therapie könne man zurück ins Arbeitsleben kommen. Außerdem sollte eine Psychotherapie besser mit dem Arbeitsleben vereinbar sein. Und sie wünscht sich, dass die Depression als Krankheit anerkannt wird und man einfach offen damit umgehen kann. Wenn auch Du uns Deine Geschichte erzählen oder uns ein Thema vorschlagen möchtest, dann schreibe Host Juliane! Gern auch anonym - an tabubruch@mdraktuell.de.Hilfe für Betroffene:Stiftung Deutsche Depressionshilfe und SuizidpräventionDiskussionsforum DepressionHilfe für Angehörige: Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V. Familiencoach Depression
25.04.23 • 50:29