Éliane Marie Amélie Colombo, genannt Pia Colombo, wurde am 6. Juli 1934 in Homblières im Departement Aisne als Tochter eines ausgewanderten italienischen Kesselschmieds und einer nordfranzösischen Mutter geboren. Sie wuchs bei ihrer Großmutter auf, kehrte im Alter von zwölf Jahren zu ihren Eltern zurück und entdeckte 1946 bei einer Ballettaufführung im Théâtre du Châtelet ihre künstlerische Berufung. Als sie sich für eine Karriere als Tänzerin entschied, wurde sie von einer Krankheit befallen und ihr Wachstum kam im Teenageralter zum Stillstand. Sie wendet sich dem Theater zu und lernt einen Englischlehrer kennen, der nebenbei Autor und Komponist ist und ihr Lieder schreibt. Zwischen Pia Colombo und Maurice Fanon entwickelte sich eine Liebesbeziehung, die von 1960 bis 1963 durch eine Ehe verlängert wurde und auf die eine lange Freundschaft und berufliche Zusammenarbeit folgte. Die Sängerin, die 1954 im Kabarett La Colombe und 1956 zusammen mit Barbara im L'Écluse engagiert wurde, erhielt einen Vertrag beim Label Versailles und später bei Philips, wo sie mit Titeln vom linken Ufer wie " Le Bal de quartier " (1958), " Tique taque", " La Colombe " von Brel, " Les Croquants " von Brassens und "Défense d'afficher", das ihr Serge Gainsbourg schenkte, Erfolge feierte. Pia Colombo war ab 1958 im Olympia zu sehen, ging mit Brassens auf Tournee und trat in Bobino auf. Sie sang auch maßgeschneiderte Lieder von Maurice Fanon, u. a. " Oh dis, l'amour " und "Jean-Marie de Pantin". 1959 wurde sie mit dem Coq d'or de la chanson française ausgezeichnet und versuchte trotz der Yé-Yé-Welle, ihren Bekanntheitsgrad in Kabaretts in ganz Paris aufrechtzuerhalten, vom Tête de l'Art bis zu den Trois Baudets und vom Théâtre Mouffetard bis zur Contrescarpe. 1962 interpretierte sie Claude Nougaros "Le Rouge et le noir" und kehrte 1964 ins La Colombe zurück. Der Theaterregisseur Roger Planchon wurde auf sie aufmerksam, und sie trat in mehreren Stücken auf. 1966 sang sie am TNP (Théâtre national populaire) die Lieder aus " Grandeur et décadence de la ville de Mahagonny" von Bertolt Brecht und Kurt Weill. Nach einem Auftritt im Olympia (1967) und einer Tournee durch die Sowjetunion engagierte sie sich während der Ereignisse im Mai 1968 und passte ihr Repertoire dementsprechend an. Zwischen ihren Theaterauftritten nahm sie abwechselnd für die Labels Disc'AZ, Festival, BAM und Meys auf, dann für CBS für Pia Colombo Chante Ferré '75. Nachdem bei ihr 1977 Krebs diagnostiziert worden war, trat sie dennoch beim Festival Printemps de Bourges (1978) auf und schrieb mit ihrem Ex-Mann das Stück Requiem autour d'un temps présent, das zwei Jahre lang auf Tournee gespielt und aufgenommen wurde. Pia Colombo kehrte 1981 in den Olympia zurück, bevor sie am 16. April 1986 im Alter von 51 Jahren in Créteil verstarb.