Der kubanische Gitarrist und Sänger Eliades Ochoa, der seit 1978 Mitglied der fast jahrhundertealten Band Cuarteto Patria ist, ist auch für seine Mitwirkung im Kollektiv Buena Vista Social Club bekannt. Er wurde am 22. Juni 1946 in Songo - La Maya in der Provinz Santiago de Cuba geboren und wuchs in einer Musikerfamilie auf. Er lernte die verschiedenen afrokubanischen Stile kennen und fertigte sich seine eigene achtsaitige Gitarre aus Metall an. Nachdem er Ende der 1960er Jahre im Quinteto Oriental und im darauffolgenden Jahrzehnt im Septeto Típico begonnen hatte, trat er 1978 dem 1939 gegründeten Cuarteto Patria bei, das ihn als Sänger und Dirigent einstellte. 1986 schrieb er mit Compay Segundo den Klassiker "Chan Chan", bevor er drei Jahre später mit seinem Kollegen auf gemeinsame Tournee ging und ab 1997 am Abenteuer Buena Vista Social Club teilnahm, dessen erstes Album zusammen mit einem von Ry Cooder produzierten Dokumentarfilm ein weltweiter Erfolg und eine Anerkennung für die kubanischen Musiker wurde. Als Erbe der musikalischen Tradition der Insel spielte er sowohl den kubanischen Son als auch Bolero, Guaracha und Guajira, die er auf den Alben Eliades Ochoa & Cuarteto Patria, The Lion Is Loose! (1996), Chanchaneando (mit Compay Segundo, 1998), CubAfrica (mit Manu Dibango, 1998), Son de Santiago (1999) oder Sublime Ilusión (1999, Grammy-Nominierung), mit Beiträgen von Charlie Musselwhite, David Hidalgo (Los Lobos) und Ry Cooder. Nach einer weiteren Duettaufnahme mit Compay Segundo, Ochoa y Segundo (2000), nahm der Musiker zum ersten Mal als Solist das Album Estoy Como Nunca (2002) auf, gefolgt von Las 5 Leyendas (2005), Se Soltó un León (2006) und Companeros de Mi Vida (2007). 2010 arbeitete Eliades Ochoa an dem von Nick Gold ins Leben gerufenen afrokubanischen Projekt AfroCubism mit, aus dem 2011 ein für den Grammy nominiertes Album hervorging. Nach der Rückkehr zu seiner eigenen Karriere veröffentlichte der Musiker anschließend Mi Guitarra Canta (2011), Un Bolero para Ti (2012), Eliades Ochoa y la Banda del Jigüe (2012), El Eliades Que Soy (2014), Los Años no Determinan (2016), Vamos a Bailar un Son (2020) und Guajiro (2023).