Thomas Schippers war ein erfolgreicher amerikanischer Dirigent, der 1977 im Alter von 47 Jahren an Lungenkrebs starb. Die New York Times bezeichnete ihn als "einen der Goldjungen seiner Generation amerikanischer Dirigenten" und sagte, dass er auf dem Höhepunkt seiner Karriere als derjenige angesehen wurde, der am ehesten die Nachfolge Leonard Bernsteins als Musikdirektor der New Yorker Philharmoniker antreten würde. Er dirigierte viele Konzerte mit dem Orchester und auch an der Metropolitan Opera, wo er für Inszenierungen von Werken von Gian Carlo Menotti und Samuel Barber gefeiert wurde.
Geboren in Michigan, lernte er schon als Kind Klavier spielen und trat regelmäßig im lokalen Radio auf. Er studierte Orgel am Curtis Institute of Music in Philadelphia und absolvierte weitere Studien an der Yale University und in Tanglewood. Eine Begegnung mit Menotti führte zu Dirigierangeboten in New York und Europa. Er dirigierte das Philadelphia Orchestra und debütierte 1954 an der Mailänder Scala und 1964 bei den Bayreuther Festspielen in Deutschland. Pierre Boulez erhielt den Zuschlag für die Nachfolge Bernsteins in New York, und 1970 wurde Schippers zum Musikdirektor des Cincinnati Symphony Orchestra ernannt.
Seine Aufnahme von "Prokofiev: Alexander Newski, op. 78" mit den New Yorker Philharmonikern brachte ihm 1962 seine erste Nominierung für den Grammy Award in der Kategorie Beste klassische Choraufführung ein; das Album wurde 2004 von Sony Classical neu gemastert und wiederveröffentlicht. Er wurde dreimal für die beste Opernaufnahme nominiert, und zwar für "Puccini: La Boheme' im Jahr 1964, für 'Verdi: La Forze Del Destino' im Jahr 1965 und für 'Rossini: Die Belagerung von Korinth" im Jahr 1975, wobei letztere auch für das klassische Album des Jahres nominiert wurde. Zusammen mit Leontyne Price gewann er 1969 einen Grammy Award für "Barber: Two Scenes from 'Antony And Cleopatra'/Knoxville: Summer of 1915". Gegenüber Interviewern behauptete er, er habe immer Glück gehabt, bis er seine Frau an Krebs verlor und dann selbst erkrankte, aber die New York Times stellte in ihrem Nachruf sein Talent fest: "Die Kritiker erkannten an, dass er viel davon hatte."