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KID DAD

76 Fans

Top-Titel

What You Call a Dream KID DAD 03:05
Limbo KID DAD 03:21
Apartment KID DAD 03:54
Boat KID DAD 04:08
Ugly Jeans KID DAD 03:12
(I Wish I Was) On Fire KID DAD 03:25
Where Is My Head ? KID DAD 03:30
My Inner Baby KID DAD 03:43
Naked Creatures KID DAD 03:16
Wire & Guns KID DAD 03:40

Aktuelle Veröffentlichung

Bloom

von KID DAD

10.12.2021

7 Fans

Für jede Stimmung

Biografie

Da braucht man nicht lang drum herumreden: Die letzten 18 Monate waren frustrierend, in vielerlei Hinsicht. Im Falle von KID DAD war das alles einfach nur ärgerlich. Im Pandemiesommer™ 2020 veröffentlichen sie ihr Debütalbum "In A Box", eigentlich ein großer Wurf, an dem sie jahrelang gewerkelt hatten. Die Presse ist begeistert, die Fans sind begeistert, und das nicht nur in Deutschland, sondern auch international. Doch natürlich kann die Band aus Paderborn fast keine Shows dazu spielen. Eigentlich holt man sich als Musiker dort auf der Bühne die Energie zurück, die man monatelang im Studio investieren musste. Doch dieses Batterieaufladen muss noch warten, und KID DAD nutzten das entstandene Vakuum, um sofort neue Songs zu schreiben. Was für ein Glück! Die Tracks auf der EP "Bloom", die keine anderthalb Jahre nach dem Debüt erscheint, klingen als wären gleich mehrere Knoten bei Marius Vieth, Joshua Meinert, Max Zdunek und Michael Reihle geplatzt: "Bloom ist unser Epochenwechsel – von Surrealismus hin zur Pop-Art", formuliert es die Band. "Bloom ist der Schritt zum Unverschleierten und weg vom Verkopften" sagen sie. Auf "In A Box" entwickelten sie sich vom Grunge zu "Alles-Wollern", und mit "Bloom" werden sie dann auch bald zu Alles-Könnern - Selten war die Evolution einer hiesigen Band spannender zu beobachten. "Bloom" ist ein Strauß aus fünf ganz unterschiedlichen Blumen, die in den verschiedensten Farben aufblühen – Deshalb lohnt eine genaue Betrachtung jedes einzelnen Stücks. “APARTMENT” Schon beim Opener "Apartment" hört man genau, was sie damit meinen, wenn sie von Unverkopftheit sprechen. Ein Hybrid aus Pop, Beats, Vocal-Experimenten, aber auch das bandtypische Drama und aufrichtige Gefühlsbewältigung. KID DAD entdecken die Wucht der Ruhe. "Apartment" erzählt eine bittersüße, romantische Geschichte: "Im Sommer 2019 wohnte ich in derselben Straße wie meine Freundin. Jedes Mal, wenn ich aus dem Haus ging, konnte ich die gelben Vorhänge in ihrem Fenster wehen sehen. Das war meine Konstante. Aber am Ende des Sommers zog sie ans andere Ende der Welt, und der Nachmieter hat die Vorhänge mit hässlichen, blauen ausgetauscht. Die Dinger haben mich täglich daran erinnert, dass sie nicht mehr da war. Das hat mich tierisch aufgewühlt", so Sänger Marius. Der Song, in den diese Erfahrung eingebettet wird, ist der wärmste, poppigste, vielleicht auch eingängigste Song der Band. KID DAD haben gelernt, dass schmerzende Erfahrungen nicht unbedingt mit lauten Gitarren und Geschrei erzählt werden müssen, sondern dass diese Emotionen auch anders, besonnener, nuancierter ausgedrückt werden können. “AS SOON AS AMERICA” "As Soon As America" es ist der mutigste Song, den die Band bisher veröffentlicht hat. Denn bisher waren Stücke von KID DAD introvertiert, behandelten (meist) das konkrete Innenleben von Marius. Doch diesmal nicht. Wie der Titel bereits vermuten lässt, spannt die Auskopplung den großen Bogen vom Individuum zu globalen Problematiken, die im Leben jedes Menschen eine Rolle spielen - Wie man es dreht und wendet, das Private ist politisch. "Es ist häufig von Gegenwind begleitet, wenn Künstler*Innen Länder, Staaten, System oder politische Konstrukte kritisieren - vor allem, wenn es nicht das eigne ist. Das wissen wir sehr gut und deshalb war es für uns stets ein schmaler Grat zwischen einem unreflektierten Fingerzeig auf andere und dem Verlangen danach, der eigenen Wut über Ungerechtigkeit, Leid und Unmenschlichkeit Luft zu machen", so die Band. 

 Die westliche Gesellschaft wächst, vielerorts, mit einem glorifizierten Bild von Amerika auf. "Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten" ist ein Ausspruch, den man schon in der Grundschule kennt. Doch mit dem Älterwerden, mit Kriegen in anderen Ländern und Rassismus, Polizeigewalt und vielen weiteren Ungerechtigkeiten im eigenen Land, ändert sich dieses Bild schnell: "Wir lieben Kultur, wir lieben Freiheit, wir lieben die Menschen und viele Dinge an Amerika, aber wir wollen auch dass die Schattenseiten ebenso im Bewusstsein stattfinden, wie die neueste Blockbuster-Serie.“ Die Thematik des Songs ist groß, komplex, emotional. Auch die musikalische Seite ist spannend: "As Soon As America" klingt fast wie eine andere Band, bietet Bedroom Pop mit Drum Machine, lässt aber auch Hip Hop und Gospel Einflüsse zu. “WIRE & GUNS” Es gibt Momente, da kann dein eigener Kopf zum schlimmsten Ort der Welt werden. Und "Wire & Guns" klingt wie der Moment, in dem Liebe zu Wahnsinn wird. Fühlt man sich missverstanden, nicht gehört und gesehen, ignoriert, abgelehnt, ist es oft schwierig die eigenen Impulse zu kontrollieren. Die Linie, was in Wirklichkeit passiert, und was man sich nur ausmalt, verschwimmt. Das Blut pumpt und kocht und schiebt jeden klaren Gedanken davon. Die erste Hälfte von "Wire & Guns" vertont dieses Gefühl: Der Synthesizer dringt unaufhörlich nach vorne, der Text verhandelt die zermahlenden Selbstzweifel, die Bassdrum kommt dazu - Dann endlich der Ausbruch. Ab der Hälfte übernehmen die verzerrten Gitarren und verzweifelte Gesänge den Song, in dem sich das lyrische Ich immer weiter in die Vorstellung hineinsteigert, keine Liebe zu verdienen. Die Situation scheint aussichtlos: "My head's just my torso's crown / so I'm the king of my body / take it off me". "Wire & Guns" bezieht sich auf die Wurzeln der des Bandsounds: Brachiale Effekt-Gitarren, knallende Drums, überschlagende Emotionen. “BOAT” Ganze 41 (!) Songs schrieben KID DAD nachdem sie ihr Debütalbum "In A Box" im August 2021 veröffentlichten - Es gab so viel, das raus wollte, raus musste. Es wollte so viel ausprobiert werden. Danach ließ die Band Songs einfach "passieren", ohne Scheuklappen wie sie "eigentlich klingen". Und so entstand, als allererstes Stück, „Boat“. Es ist ein Song, der auf "In A Box" wie ein Fremdkörper gewirkt hätte. Ruhig, fast hypnotisch, fließt der Song, ohne auf einen Ausbruch hinzusteuern. Er existiert in einem Vakuum, in dem Alles möglich ist, wirkt fast wie eine Meditation. Der Text versetzt uns in eine Art post-apokalyptische Stille - Es ist windstill, ein riesiger Flugzeugträger treibt auf einem ruhigen Ozean. Außer dem lyrischen Ich ist er menschenleer. Eine gleichermaßen beängstigende wie romantische Vorstellung: "I'm not fearful / I am nothing / anything but me / but I'm free" singt Marius eindringlich. “HELLO?” Das abschließende „Hello?“ tänzelt zwischen innerer Kälte und warmer Melancholie. Ein Song wie eine verregnete, kühle Nacht, in der man es mit letzten mentalen Kräften noch nach Hause geschafft hat. Mit der Dunkelheit kommen die Zweifel, die Einsamkeit und die Sehnsüchte hoch – Man bräuchte jemandem zum Reden, um es auszuhalten. Doch am anderen Ende der Telefonleitung nimmt niemand ab. Nur das monotone Piepen ist zu hören. Und es beruhigt dich. Du bist weniger allein. Die Atmosphäre, die KID DAD in „Hello?“ beschwören, ist die dichteste, die sie je erschaffen haben. Und dafür benötigt es keine lauten Explosionen, kein Herausschreien der Gefühle. Die Gitarren spielen nur die zweite Geige, der pluckernde Synthesizer die erste. „Bloom enthält die besten Songs, die wir je geschrieben haben und wir sind unheimlich stolz auf unser Team und uns und dankbar für alles, was wir ermöglicht bekommen zu tun. Wir wünschen uns, dass diese EP der Schlüssel zu mehr ist. Mehr Menschen, mehr Interaktion, mehr Liebe“, sagt Marius Vieth. „Bloom“ strahlt dunkelbunt bis kuntergrau – Unmöglich vorherzusehen, wo das noch hinführen mag. Und das könnte besser nicht sein!