"geister" ist der wöchentliche Philosophie-Podcast von mir, Christian Eichler. In Interviews arbeite ich mich peu à peu durch die Philosophie-Geschichte. Wir fangen bei den Grundfragen und im Urschleim an und beschäftigen uns dann im ersten Jahr mit der Antike. Was war vor den Vorsokratikern, was ist Philosophie und wann fängt das alles an? Es wird aber auch immer wieder Gespräche zu aktuellen Themen geben. Dabei bin ich auf eure Unterstützung angewiesen. Wenn ihr diesen Podcast finanziell unterstützt, erhaltet ihr jeden Monat ein Special, in dem ich mit dem Philosophen Jens Pier einen Text bespreche, zu dem es auf unserem Discord-Server einen Lesekreis geben wird. Alle Infos auf steadyhq.com/geister.
In der letzten Folge hat Christian mit Ralf Becker schon über "Euthyphron" gesprochen, den Dialog von Platon, in dem Sokrates zum Gericht geht, weil er dort verklagt worden ist. Nun sprechen die beiden über die zwei anderen Teile der Trilogie. In der "Apologie" muss Sokrates sich vor Gericht gegen den Vorwurf, die Götter zu lästern und die Jugend zu verderben, verteidigen. Im "Kriton" ist er bereits verurteilt und die Frage kommt auf, ob er aus dem Gefängnis fliehen soll oder nicht. Zwei unglaublich spannende, spritzige Dialoge mit vielfältigen philosophischen Implikationen! Unterstützt den Podcast gerne für exklusive Lektüre-Folgen: https://steadyhq.com/geister
27.03.26 • 55:20
In den nächsten Folgen sprechen wir über die platonischen Dialoge, die das Leben und den Tod des Sokrates nachzeichnen: Während sich in der "Apologie" vor Gericht verteidigt, ihm im "Kriton" geraten wird, aus dem Gefängnis zu fliehen und er im "Phaidon" stirbt, beginnt diese Quadrologie mit "Euthyphron". In diesem Dialog geht Sokrates zu Gericht, weil er dort angeklagt wurde. Dort trifft er auf den Euthyphron, der dort ebenfalls jemanden angeklagt hat: seinen eigenen Vater. Er findet das besonders fromm, aber was ist die Frömmigkeit überhaupt? Darüber streiten sich die beiden. Worum es genau geht und was das "Euthyphron-Dilemma" ist, das bespricht Christian in dieser Folge mit Ralf Becker, er ist Professor für Philosophie an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau. In der nächsten Folge sprechen die beiden dann über die "Apologie" und "Kriton". Unterstützt den Podcast gerne für exklusive Folgen: https://steadyhq.com/geister.
13.03.26 • 47:12
Neues Special! Wir sprechen über einen der wichtigsten Dialoge von Platon und zwar “Menon”. In ihm diskutieren Sokrates und der Sophistenschüler Menon über die Frage, ob man tugendhaftes Verhalten eigentlich lernen kann. Schnell kommen sie zur Frage, was Tugend überhaupt ist und Menon wird von Soktrates so gegrillt, dass er fragt: Naja, wie soll man überhaupt *irgendetwas* lernen können? Dann fängt Sokrates an zu erzählen, von der unsterblichen Seele und dem Leben vor der Geburt. Aber nicht nur das, er lässt auch einen Sklaven herbeirufen, dem er aufeinmal mathematische Erkenntnisse entlockt, die dieser aber nie gelernt hat. Was das soll und wie Platon hier auf brilliante Weise Sokrates Methode verdeutlicht, besprechen Jens und Christian in dieser Folge. Das ist aber nur der Teaser: Wenn ihr das ganze Special hören wollt, unterstützt uns gerne auf https://steadyhq.com/geister
27.02.26 • 14:26
In dieser Folge sprechen wir endlich über den Philosophen, über den gesagt wurde, die ganze restliche westliche Philosophie sei eigentlich nur eine Fußnote zu seinem Werk: Platon. Er hat mit der Akademie die erste Philosophieschule der Welt gegründet und seine Dialoge eruieren viele Fragen, die uns heute noch umtreiben: Was passiert nach dem Tod? Steht das Recht über dem Individuum? Was sind Gerechtigkeit, Tapferkeit, kann man sie lernen? Was ist uns angeboren und was bilden wir erst aus? Und wie sollte der perfekte Staat eigentlich aussehen? Am Bekanntesten ist vielleicht das umstrittenste Konzept aus Platons Philosophie: Die Ideenlehre. Hat er wirklich an eine Welt der Ideen geglaubt, die von der Welt, in der wir leben, unterschieden ist? Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn Platon hat fast alles durch die Stimme eines anderen ausgedrückt. In Platons Dialogen nimmt Sokrates seine Gesprächspartner genüsslich auseinander und sie wenden ein Thema von so vielen Seiten, dass sie am Ende oft auch nicht mehr richtig weiterwissen. Woher sollen wir jetzt also wissen, was Platon wirklich gedacht hat? Darüber spricht Christian mit Bettina Fröhlich, sie lehrt Philosophie an der HU Berlin und hat bei Reclam die Einführung zu Platon veröffentlicht. Wenn ihr wollt, dass dieser Podcast immer so weitergeht und wir in unserer Philosophiegeschichte irgendwann in der Moderne ankommen, dann unterstützt ihn gerne auf Steady. Wenn ihr das macht, erhaltet ihr jeden Monat eine Extra-Folge und kommt auch auf den geister-Discord-Server: https://steadyhq.com/geister
15.02.26 • 91:03
Sokrates ist ein Mysterium. Einerseits ist er einer der berühmtesten Philosophen der Welt, andererseits haben wir all unser Wissen über ihn von anderen. Sokrates gleicht ein bisschen Jesus Christus, er hat nichts geschrieben, hatte eine Gefolgschaft, machte keinen Unterschied zwischen arm und reich - und wurde schließlich zum Tode verurteilt. Vor allem mit einem seiner Schüler ist er auf ganz spezielle Art verbunden: Platon. Denn Platon hat fast ausschließlich Texte über Sokrates geschrieben, aber ist das dann nicht *nur* der "platonische Sokrates"? Gab es da nicht noch andere Quellen? Wie sah Sokrates zum Beipsiel bei Aristophanes und Xenophon aus? Über diese Fragen spricht Christian mit Nikolaos Loukidelis, der an der TU Berlin lehrt und sich in seiner Forschung speziell mit Sokrates beschäftigt.
31.01.26 • 75:47
Die Sophisten haben einen schlechten Ruf. Wortklauber, Wahrheitsverdreher, reine Rhetoriker. Vor allem Platon und Aristoteles haben auf sie eingedroschen. Wenn wir aber heute auf sie zurückschauen, erkennen wir bei ihnen durchaus revolutionäre Ideen: Realismus, Relativismus, Sprachphilosophie. Das Problem ist - wie bei den Vorsokratikern - dass kaum Texte erhalten sind. Was wir heute von den Sophisten lernen können, und wieso ihr schlechter Ruf uns eventuell den Blick verstellt, bespricht Christian in dieser Folge mit Thomas Schirren. Er ist Professor für Gräzistik und klassische Rhetorik an der Universität Salzburg und hat die Fragmente der Sophisten für Reclam übersetzt. Dieser Podcast ist nur durch eure finanzielle Hilfe möglich. Bitte unterstützt ihn auf https://steadyhq.com/geister. Wer das macht, erhält regelmäßig Bonus-Folgen, in denen Christian mit dem Philosophen Jens Pier Texte diskutiert, zu denen es vorher auf dem geister-Discord-Server einen Lesekreis gibt. Und auf diesen Server kommt ihr, wenn Ihr uns auf Steady unterstützt.
14.01.26 • 68:03
Erst gab es Marx, dann kamen die Marxisten. Erst gab es Kant, dann kamen die Kantianer. Wieso sind aber die Denker, die *vor* Sokrates gelebt haben, nach ihm benannt? Und wie ging die große Wende vom Mythos zum Logos von Statten? Wieso konnte in der griechischen Antike überhaupt so frei miteinander gestritten werden und wieso suchten diese Naturphilosophen nach dem Urgrund von allem? Über die Vorsokratiker im Allgemeinen und Thales, Phytagoras, Xenophanes, Heraklit und Parmenides im Speziellen spricht Christian mit Dorothea Frede, sie ist emeritierte Professorin für Philosophie an der Universität Hamburg. (Ich bitte die durchwachsene Audioqualität zu entschuldigen, es gab ein Problem mit der Aufnahme🙏)
22.12.25 • 54:25
Da wir im Westen die Wurzeln unseres rationalen Denkens in der griechischen Antike sehen, übersehen wir oft etwas Grundsätzliches: In der Antike meinte Philosophie überhaupt nicht das reine rationale Denken. Philosophie wurde stattdessen als eine Art zu leben gesehen und ist damit auch manchen antiken Religionen gar nicht so unähnlich. Wie genau, das ausgesehen hat, das beschreibt der französische Philosoph und Historiker Pierre Hadot 1981 in seinem Text “Philosophie als Lebensform”, in dem er nachvollzieht, was Philosophie ursprünglich mal war und wie es dazu gekommen ist, dass wir heute Philosophie vor allem als akademische Disziplin verstehen. In diesem Special diskutieren Jens und Christian diesen Text, um sich damit auf die nächsten Folgen über die antiken griechischen Philosophen einzustimmen. Das ist aber nur der Teaser! Unterstützt uns für die kompletten zwei Stunden auf steadyhq.com/geister.
30.11.25 • 15:15
Im antiken Griechenland verortet der Westen nicht nur seine philosophische Wiege, auch politisch hat dort vieles angefangen. Begriffe wie Tyrannei, Oligarchie und Demokratie gehen auf die alten Griechen zurück. Aber wie genau hingen Philosophie und Politik eigentlich zusammen? Was haben die Vorsokratiker, Thukydides, Platon und Aristoteles politisch gedacht und haben sie auch versucht, die Politik zu beeinflussen? Über diese Fragen spricht Christian in dieser Folge mit Walter Reese-Schäfer. Er ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen.
16.11.25 • 59:00
In der letzten Folge haben wir uns ja mit Homers Odyssee beschäftigt. In dieser Folge machen wir einen großen Sprung. Denn die Odyssee spielt in der "Dialektik der Aufklärung" von Horkheimer und Adorno eine große Rolle und hat im Text ein eigenes Kapitel bekommen. Odysseus' Reise dient als Bild, wie der Mythos zur Aufklärung wird und die Aufklärung in den Mythos zurückschlägt. Aber wie ist die "Dialektik der Aufklärung" eigentlich entstanden und was genau wollten Horkheimer und Adorno jetzt mit der Odyssee? Darüber spricht Christian mit Martin Mittelmeier, er ist Literaturwissenschaftler und hat 2021 "Freiheit und Finsternis: Wie die »Dialektik der Aufklärung« zum Jahrhundertbuch wurde" veröffentlicht.
30.10.25 • 59:44
Sie ist das älteste Roadmovie der Welt und wir benutzen sie bis heute als Wort, wenn wir über eine lange Irrfahrt sprechen: Die Odyssee. Aber was wird thematisch eigentlich in ihr verhandelt? Wieso muss Odysseus unbedingt nach Hause kommen und welche Rolle spielen seine Frau Penelope und der Sohn Telemach? Darüber spricht Christian mit Bernhard Zimmermann, er ist Professor für Philologie an der Universität Freiburg und hat "Homers Odyssee: Dichter, Helden und Geschichte" bei C.H.BECK Wissen veröffentlicht.
17.10.25 • 56:41
Nach einer (etwas längeren) Sommerpause, was unseren kleinen Lesekreis angeht, melden sich Jens und Christian zurück, mit einem Text, den in Deutschland sicher viele kennen, aber vielleicht nicht unbedingt gelesen haben: “Was ist Aufklärung?” von Immanuel Kant. Wir diskutieren den bekannten Anfang und den etwas unbekannteren Rest. Wie konstruiert Kant die Forderung, sich aus der Unmündigkeit zu befreien? Wer schwingt sich zu unseren Vormündern auf? Wie trennt Kant den privaten vom öffentlichen Gebrauch der Vernunft? Und gilt das hier alles nur für Preußen im 18. Jahrhundert oder auch für uns heute? Fragen über Fragen! Das ist aber nur der Teaser! Wenn ihr die ganze Folge hören wollt, dann unterstützt uns gerne auf: https://steadyhq.com/geister
03.10.25 • 29:47
Paris raubt Helena! Das trojanische Pferd! Der Tod des Achill! Das sind alles Dinge, die wir mit dem Krieg um Troja verbinden, die aber in Homers Ilias überhaupt nicht vorkommen. Worum es stattdessen geht, was uns das über das Menschen- und Götterbild der alten Griechen erzählt, wieso die europäische Literaturgeschichte mit Zorn beginnt und wer dieser Homer überhaupt ist, bespricht Christian Eichler in dieser Folge mit Katharina Wesselmann. Sie ist Professorin für klassische Philologie an der Universität Potsdam.
19.09.25 • 70:59
Wir sind zurück aus der Sommerpause! Aber bevor wir uns der griechischen Philosophie widmen, müssen wir über die großen Mythen sprechen! Und die Theogonie von Hesiod ist der absolute Ur-Mythos des griechischen Denkens. Wie sind die Götter entstanden, wieso haben sich die Olympier gegen die Titanen aufgelehnt und was genau ist die Geschichte von Pandora und Prometheus? Über Hesiods Schriften "Theogonie" und "Werke und Tage" spricht Christian mit Heinz-Günther Nesselrath, er ist Professor für Klassische Philologie an der Georg-August-Universität in Göttingen.
04.09.25 • 52:33
Hey, geister geht bis Anfang September in die Sommerpause, dann gibt es Hesiod, Homer, Platon, Aristoteles und vieles mehr. Habt einen schönen Sommer!
19.07.25 • 00:36
Nachdem wir in der letzten Folge über die Anfänge der griechischen Antike gesprochen haben, geht es diesmal um ihre Hochzeit. Wie haben die Menschen gelebt, wie waren sie politisch organisiert, wie ist die Philosophie entstanden? Das bespricht Christian mit dem Historiker Holger Sonnabend. Dieser Podcast ist nur durch eure finanzielle Hilfe möglich. Bitte unterstützt ihn auf steadyhq.com/geister. Wer das macht, erhält jeden Monat eine Special-Folge, in der ich mit dem Philosophen Jens Pier einen Text diskutiere, zu dem es vorher auf unserem Discord-Server einen Lesekreis geben wird. Und auf diesen Server kommt ihr, wenn Ihr uns auf Steady unterstützt.
16.07.25 • 56:43
In den nächsten Monaten werden wir uns mit der griechischen Antike und ihren Philosophen beschäftigen. In dieser Folgen fragen wir uns aber erstmal: Griechenland und die Griechen - was ist das überhaupt? Und was war vor der großen Zeit von Athen, Sparta und den vielen vielen Poleis? Was sind die Dark Ages und was wissen wir über die der Minoer und Mykener? Darüber spricht Christian mit Angela Ganter, sie ist Professorin für Alte Geschichte an der Universität Regensburg. 2024 ist ihr Buch "Griechische Geschichte: Von der Bronzezeit bis zum Hellenismus" bei C. H. Beck erschienen.
06.07.25 • 55:39
Neue Folge! In dieser Zwischenfolge freue ich mich darüber, dass es tatsächlich geklappt hat, einen Philosophie-Podcast mit historischem Fokus zu machen, der nicht in der griechischen Antike beginnt, der versucht nicht eurozentrisch zu sein. Denn in der nächsten Folge begeben wir uns dann tatsächlich in die Welt der Vorsokratiker, von Aristoteles und Platon. Aber in den letzten anderthalb Jahren waren wir in der Steinzeit, Mesopotamien, Ägypten, Indien, Iran, Israel und China und haben uns immer wieder gefragt: Was wurde da geglaubt, gedacht und geschrieben und welche philosophischen Implikationen hat das? Mir war Ende 2023 nicht klar, ob das wirklich hinhauen würde, einen Philosophie-Podcast so zu beginnen und ich bin gerade einfach nur froh (und ein bisschen stolz), dass es tatsächlich funktioniert hat - und deshalb natürlich vor allem meinen tollen Gesprächspartner*innen dankbar. Man kann Philosophiegeschichte auch anders erzählen, das haben sie mir bewiesen. Und das ist schön, denn ich selbst hatte keine dieser Regionen, keines dieser Themen im Philosophiestudium.Und deshalb war das alles vor allem für mich unglaublich bereichernd. In dieser Folge schaue ich zurück auf unseren Gang durch die nichtwestlichen Anfänge der Philosophie und die vielen Ideen und Gedanken, die ich daraus mitgenommen habe.
24.06.25 • 44:47
Mit dieser Folge endet unser Schwerpunkt zur antiken chinesischen Philosophie. Dazu hat sich Christian nochmal den Sinologen Christian Soffel eingeladen, um direkt drei Strömungen zu besprechen, die etwas unbekannter sind als zum Beispiel der Konfuzianismus oder der Daoismus. Einmal den Mohismus, der als eine Wiege des Utilitarismus gesehen werden kann. Dann den Legalismus, der schon früh die Wichtigkeit von Gesetzen betont und dann die Logiker, die schon früh Begriffe in einer Form auseinandergedröselt haben, wie wir es heute von der Sprachphilosophie kennen.
09.06.25 • 70:58
Wenn ihr schon mal eines über chinesische Philosophie gehört habt, dann vielleicht das: Ein Mann träumt, dass er ein Schmetterling ist. Kann er nach dem Aufwachen sicher sein, dass er jetzt gerade nicht wirklich dieser Schmetterling ist, der nur träumt, ein Mann zu sein? Der Schmetterlings-Traum ist die bekannteste Episode aus dem Hauptwerk von Zhuangzi. Und das "Zhuangzi" ist nicht nur philosophisch, sondern auch literarisch ein absoluter Meilenstein der chinesischen Kulturgeschichte. In unserer vorletzten Folge zu antiker chinesischer Philosophie spricht Christian mit dem Sinologen und Philosophen Fabian Heubel über Zhuangzi, der neben Laozi als zweiter großer Daoist gilt, den Heubel aber eher als kritischen Konfuzianer bezeichnen würde. Fabian Heubel forscht als Research Fellow am Institute of Chinese Literature and Philosophy der Academia Sinica in Taipei und lehrt am Institut für Philosophie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.
06.06.25 • 60:07
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30.05.25 • 17:02
Ihr seid vielleicht postmodern, postmigrantisch, lebt im Postkolonialismus und der Post-Corona-Zeit und vielleicht hört ihr Postrock. Vielleicht denkt ihr auch, dass wir in post-heroischen oder postfaktischen Zeiten leben oder habt ein paar Poststrukturalisten im Regal stehen. Diese Silbe “Post-” benutzen wir dauernd ohne so richtig drüber nachzudenken, sie heißt, dass etwas nach etwas anderem gekommen ist, dass dieses Andere aber so wichtig ist, dass wir es immer noch in der Bezeichnung mitschleppen. Vielleicht weil es uns immer noch betrifft? Oder weil wir es mit dem "Post"-Begriff endgültig beenden wollen? Fragen über Fragen, über die Christian in der neuen Folge mit dem Philosophen Dieter Thomä spricht, denn der hat etwas gegen solche "Post"ismen und darüber sogar ein Buch geschrieben: "Post- / Nachruf auf eine Vorsilbe". Im Buch und in der Folge verdeutlicht er es an den Begriffen "Posthistoire", "Postmoderne" und Postkolonialismus". Dieser Podcast ist nur durch eure finanzielle Hilfe möglich. Bitte unterstützt ihn auf https://steadyhq.com/geister. Wer das macht, erhält jeden Monat eine Special-Folge, in der ich mit dem Philosophen Jens Pier einen Text diskutiere, zu dem es vorher auf unserem Discord-Server einen Lesekreis geben wird. Und auf diesen Server kommt ihr, wenn Ihr uns auf Steady unterstützt.
23.05.25 • 69:13
Nehmen wir an, ihr lauft an einem Rosenbusch vorbei und müsst auf einmal an eure Großmutter denken. Dann habt ihr gerade eine Assoziation. Also eine Sache erinnert euch an eine völlig andere, obwohl sie nicht direkt etwas miteinander zu tun haben. Diese Verknüpfung, die habt ihr nur, weil ihr tatsächlich ein Individuum seid, das schon ein Leben gelebt hat. Und das wiederum zeigt, dass wir ganz direkt in unserem Erleben Individualitätserfahrungen machen, ohne darüber reflektieren zu müssen. Das ist die große These, die Lambert Wiesing in seinem neuen Buch "Assoziationen: Das Erlebnis der Individualität" ausbreitet. Lambert Wiesing ist Phänomenologe und da wir hier noch keine Folge zu Phänomenologie gemacht haben, fragt Christian ihn erstmal dazu aus. Danach diskutieren die beiden über Assoziationen und ihre Bedeutung.
16.05.25 • 63:18
In dieser Folge sprechen wir über einen der bekanntesten Texte der antiken chinesischen Philosophie: das Daodejing von Laozi, also den Begründungstext des Daoismus, der "Lehre vom Weg". Aber was ist dieser "Weg" eigentlich? Wieso ist es so schwer ihn zu definieren? Oder ist das gerade der Punkt an der ganzen Geschichte? Und hat es Laozi überhaupt wirklich gegeben? Fragen über Fragen, die Christian sich vom Sinologen Rainald Simon beantworten lässt, der den Text für Reclam übersetzt hat.
09.05.25 • 74:59
Irgendwie ist Universalismus gerade total out. Überall tummeln sich Partikularinteressen und -perspektiven. Alle haben ihre eigenen Bedürfnisse und Identitäten. Außerdem werden globalpolitisch die Menschenrechte mit Füßen getreten und die Grundrechte beschnitten. Und gerade deshalb sind Neu-Definitionen von Unversalismus wieder so spannend. Wir haben hier schonmal Omri Boehms "Radikaler Universalismus" besprochen, der das Konzept ja (leider) so ein bisschen gegen "Wokeness" und Identitätspolitik ins Feld führt. Die Philosophin Jule Govrin geht einen anderen Weg. In "Universalismus von unten" zeigt sie von unseren Körpern her gedacht, über Sorge-Beziehungen und emanzipatorische Bewegungen auf, was die Aufklärungsphilosophie vernachlässtigt hat - und wie gelebter Universalismus aussehen könnte. Christian spricht mit ihr über Körper, Gleichheit und Austeritätspolitik. Jule Govrin ist Gastprofessorin am Institut für Philosophie an der Universität Hildesheim.
02.05.25 • 51:18
Sind wir im Kern eigentlich gut? Oder eigentlich schlecht? Das war eine große Debatte in der chinesischen Philosophie, bei der es zwei berühmte Vertreter gab: Einerseits Mengzi, den man in der westlichen Tradition auch Menzius nennt. Der meinte: Der Mensch ist gut und das können wir an unseren emotionalen Reaktionen auf verschiedene Dinge erkennen. Xunzi hat ihm wiedersprochen und meinte, nein, wir sind schlecht und müssen erst zur Güte gebildet werden. Beide Denker gelten als frühe Vertreter des Konfuzianismus, also der Schule, die Konfuzius Ideen weitergedacht hat. Dabei ist das Wort "Konfuzianismus" ursprünglich eine Fremdzuschreibung. Was ist Konfuzianismus also genau? In dieser Folge versucht Christian das zusammen mit Christian Soffel zu entwirren. Er ist Professor für Sinologie an der Uni Trier und Experte für Konfuzianismus.
25.04.25 • 66:25
In dieser Folge geht es um den wohl bekanntesten und einflussreichsten Philosophen Chinas: Konfuzius. Von seiner Lehre ist hauptsächlich ein Werk erhalten, die "Gespräche". Und die hat der Sinologe Hans van Ess 2023 neu übersetzt. Christian spricht in dieser Folge mit ihm über den Charakter und Aufbau der "Gespräche" und ihre zentralen philosophischen Konzepte.
18.04.25 • 62:18
Ein kleines Crossover! In dieser Folge, die auch in Christians Film-Podcast "CUTS" erscheint, sprechen er und Jens Pier über die erstaunlich vielschichtige Serie "Severance", bei der Menschen ihre Persönlichkeiten in Innies und Outies auftrennen. Was steckt da alles Philosophisches drin? Finden wir es heraus!
11.04.25 • 86:53
Neues Special! Jens und Christian sprechen über Umberto Ecos Text “Der ewige Faschismus” von 1995, in dem er 14 Merkmale des Faschismus aufzählt, die auch heute noch sehr erhellend sind, wenn man sich anschaut, was gerade so in der Welt passiert. Und was das alles mit Wittgenstein zu tun hat, klären wir auch in der Folge. Die komplette Folge könnt ihr hören, wenn ihr uns auf Steady unterstützt: https://steadyhq.com/geister
04.04.25 • 22:07
geister geht in eine kurze Frühjahrspause, am 4. April gibt's die nächste Folge :)
21.03.25 • 01:03