Show cover of Kunst der Freiheit

Kunst der Freiheit

Kunst der Freiheit ist der Podcast von Benjamin-Immanuel Hoff – gemeinsam mit Katrin Petermann. Die Psychotherapeutin und der ehemalige Minister sprechen im Dialog und mit wechselnden Gästen über Kunst, Kultur und Gesellschaftspolitik. Aus progressiver Perspektive und dem Interesse am zwanglosen Zwang des besseren Arguments. Hier wird gesprochen, weil vorher schon gedacht wurde.  Die Freiheit der Kunst steht unter Druck – ebenso wie die Freiheit selbst. Auch sie ist eine Kunst und eine fragile Balance.  Wie die Räume der Freiheit größer werden, diskutieren wir anhand spannender Themen und guten Ideen mit klugen Gästen. 

Titel

Vom 10. bis 13. Mai findet in Berlin der 23. Ordentliche Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) statt. Das Motto: "Stärker mit uns." Wir nehmen das sogenannte Parlament der Arbeit zum Anlass, über die Zukunft der Gewerkschaften und damit über die Gewerkschaften der Zukunft zu sprechen. Denn weder die Niedergangsthese, nach der Gewerkschaften ein Relikt einer zu Ende gegangenen industriellen Epoche seien, noch die Renaissancethese, die bereits aus einigen gewerkschaftlichen Mobilisierungserfolgen sofort eine neue Ära der Arbeitskämpfe schließen, trifft absolut zu.Vielmehr stellen sich Stärken und Schwächen sowie Herausforderungen von Gewerkschaften, von Konflikt- bzw. Sozialpartnerschaft in den drei Welten der Arbeitsgesellschaft ganz unterschiedlich dar. Davon ist Prof. Dr. Wolfgang Schroeder überzeugt. Der Lehrstuhlinhaber an der Universität Kassel, Fellow des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung Berlin (WZB) und Vorsitzender der Denkwerkstatt "Das Progressive Zentrum" forscht und publiziert seit Jahrzehnten zu den Gewerkschaften und der Arbeitswelt.

10.05.26 • 45:42

Die ökonomische Debatte in Deutschland ist wenig plural. Es dominieren neoklassische Erklärungsmuster im Stil der schwäbischen Hausfrau, die mit der Volkswirtschaft gleichgesetzt wird.Dana Moriße arbeitet beim Netzwerk Plurale Ökonomik. Sie spricht über die fatale Wirkung der volkswirtschaftlichen Monokultur an Schulen, Unis sowie in den Medien. Und sie macht deutlich, was getan werden kann, für eine Ökonomik, die allen nutzt. 

03.05.26 • 57:05

Der Blick auf un- und angelernte Beschäftigung zeigt: An der Basis der Arbeitswelt mangelt es häufig an demokratischer Teilhabe. Denn dort findet das sozialpartnerschaftliche Modell in weiten Teilen keine Anwendung. Die Folge: niedrige Löhne, systematische Verstöße gegen geltendes Arbeitsrecht, mangelnder Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie fehlende betriebliche Mitbestimmung.Arbeitsmarktpolitische Missstände werden zu einem demokratiepolitischen Problem. Viele Beschäftigte erleben ihren Arbeitsplatz nicht als Ort der Sicherheit und kollektiven Selbstwirksamkeit, sondern als Quelle von Unsicherheit, Ohnmacht und Entwertung. Doch ihre Anliegen sind in Politik und Gewerkschaften unterrepräsentiert und ihre Rechte unzureichend durchgesetzt.Vor diesem Hintergrund besteht dringender politischer Handlungsbedarf, damit die Arbeitswelt ein zentraler Ort sozialer Teilhabe und demokratischer Mitbestimmung wird. Die Arbeitsforscherin Johanna Siebert und ihre Kollegin Mara Buchstab vom Think Tank „Das Progressive Zentrum“ haben in einem Policy Paper 24 Vorschläge unterbreitet für bessere Bedingungen an der Basis der Arbeitswelt.Darüber spricht Johanna in dieser Folge.

26.04.26 • 56:51

Dass Viktor Orbán die jüngste Parlamentswahl möglicherweise nicht mehr gewinnen würde, das zeichnete sich schon länger ab. Dass die Ungarinnen und Ungarn den 16 Jahre regierenden FIDESZ und den Orbánismus mit einer Zweidrittelmehrheit für den liberalkonservativen Herausforderer Péter Magyars TISZA-Partei abwählen würde - daran glaubten nur wirklich große Optimisten. Und ob Viktor Orbán die Macht friedlich und freiwillig abgeben würde, war für einige auch nicht sicher. Doch am vergangenen Sonntag vollzogen sich eine Wahl und ein Machtwechsel nach dem Lehrbuch der Demokratie.Ernst Hillebrand war von einem demokratischen Wechsel keineswegs überrascht. Der Leiter des Büros der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest beobachtet die politische Entwicklung in Ungarn aber auch in Polen seit langer Zeit und plädiert dafür, in der Analyse auf die tatsächlichen Fakten zu sehen.Im Podcastgespräch ordnet er Fakten und Mythen über das System Orbán ein, schildert die politische Herkunft des künftigen Ministerpräsidenten Péter Magyar und spricht über die Chance des politischen Wandels, der Ungarn nun erfassen wird.

19.04.26 • 67:22

Angesichts einer Welt, die in Tyrannei und neuem Autoritarismus zu versinken droht, heißt die Kunst der Stunde Widerstand, ist Robert Misik überzeugt. Der in Wien lebende österreichische Autor und politische Journalist hat eine spannende Essay-Sammlung vorgelegt. Ihr Titel gibt der heutigen Folge ihren Namen. Robert plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als aufgeklärte Haltung und wendet sich dabei auch gegen die Idee eines emanzipatorischen linken Populismus und gegen dogmatische Verirrungen, die in eine autoritäre Haltung von links münden.Darüber und was uns Annie Ernaux, Franz Kafka oder der demokratische Sozialist George Orwell heute sagen können, spricht er in dieser Sendung.

12.04.26 • 67:33

In Berlin wird am 20. September gewählt. Es bestehen gute Chancen, dass die drei Parteien LINKE, SPD und GRÜNE erneut die Mehrheit erringen - und dann auch wieder gemeinsam regieren.Inken Behrmann & Valentin Ihßen sind die Hosts des Podcasts “Was tun?”. Dort kommen einmal im Monat Aktivist*innen aus Bewegungen zu Wort. In der Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik schrieben beide im Februar über "Berlin als Leuchtturm" für progressive Politik. In Teil 2 des Gesprächs, das als Doppelfolge erscheint, sprechen Inken und Valentin mit Benjamin u.a. über den Gesetzentwurf der Initiative "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" und was Progressive in Berlin von Zohran Mamdanis Wahlkampf und dessen ersten politischen Maßnahmen als Bürgermeister von New York lernen können. 

29.03.26 • 44:31

In Berlin wird am 20. September gewählt. Es bestehen gute Chancen, dass die drei Parteien LINKE, SPD und GRÜNE erneut die Mehrheit erringen - und dann auch wieder gemeinsam regieren.Inken Behrmann & Valentin Ihßen sind die Hosts des Podcasts “Was tun?”. Dort kommen einmal im Monat Aktivist*innen aus Bewegungen zu Wort. In der Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik schrieben beide im Februar über "Berlin als Leuchtturm" für progressive Politik. In Teil 1 des Gesprächs, das als Doppelfolge erscheint, werfen Inken und Valentin gemeinsam mit Benjamin u.a. einen Blick auf die drei Parteien dieses potenziellen Bündnisses und die sich selbst nährende Erzählung des dysfunktionalen Berlins. Gesprochen wird auch über die Veranstaltung "Hop on, hop off – gestern Barcelona, heute New York?Politische Leuchttürme und ihre Schattenseiten im Zeitalter der Hyperpolitik", die - durchgeführt vom Institut Solidarische Moderne - am Montag, 13. April 2026, von 18:00 - 19:30 stattfindet.

28.03.26 • 43:11

Der Politikwissenschaftler und Professor an der TU Darmstadt, Christian Stecker, ist überzeugt davon, dass flexible Mehrheiten statt starrer Koalitionsverträge die Demokratie stärken. Dazu und wieso die Brandmauer gegen die AfD nicht der Weisheit letzter Schluss sein könnte, hat er ein spannendes Buch geschrieben. Es ist im Campus-Verlag erschienen.In dieser Sendung erzählt er, wie Neuseeland erst unser deutsches Wahlsystem übernahm, dann adaptierte - und warum wir uns daran ein Vorbild nehmen sollten. Die gegenwärtige Praxis der Koalitionsdemokratie gerät an Grenzen, sagt Stecker. Er unterbreitet Vorschläge, wie die parlamentarische Demokratie lebendiger werden könnte, wenn z.B. "agree to disagree" der Beginn und nicht das Ende eines parlamentarischen Gesprächs wäre.

22.03.26 • 58:13

Der Fall der sexuellen Gewalt an Collien Fernandes beschäftigt uns, denn berührt wird der Kern von Freiheit und Selbstbestimmung. Wir werben für die Petition der Organisation HateAid "Unsere Nudes sind nicht euer Business", die dieser Sendung ihren Titel gab. Und wir hören die Journalistin Livia Gerster (FAZ), die auf den Punkt bringt, was zu sagen ist - und was uns zu dieser Sendung bewegt hat. 

21.03.26 • 08:22

Das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung hat sein Urteil über den Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gefällt: Der falsche Mann. Der Kulturjournalist Jens Balzer sagt, dass Weimer in den Augen von bedeutsamen Teilen der CDU und CSU möglicherweise genau deshalb der Richtige sei. Denn Weimers Misstrauenspolitik gegenüber Kultur und Kunst ordnet sich ein in eine Misstrauenskultur der Union gegenüber der Zivilgesellschaft insgesamt. Daran würde sich nichts ändern, auch wenn Weimer nicht mehr im Amt wäre.Die Blätter für deutsche und internationale Politik erscheinen seit 70 Jahren monatlich mit klugen Analysen und Kommentaren zur Lage der Welt. Im Gespräch mit Katrin stellt die Geschäftsführerin der Blätter, Annett Mängel, ausgewählte Beiträge des jeweils aktuellen Hefts vor. Sie werfen im März einen Blick auf das "postpatriarchale Chaos" und daraus entstehendes Potenzial für feministische Politiken, sprechen über Robert Misiks Plädoyer für einen radikalen Linksliberalismus, den migrationspolitischen Sonderweg der spanischen Linksregierung sowie das neue europäische Gesprächsformat der russischen Exil-Opposition.  

15.03.26 • 32:32

Jürgen Habermas hat die Geistesgeschichte der alten und der wiedervereinigten Bundesrepublik geprägt wie nur wenig andere - als Philosoph, als Soziologe und als im besten Sinne öffentlicher Intellektueller.Wer heute in ein Format wie LinkedIn schaute, sah eine Vielzahl von Kommentaren und Gedanken. Aus deutscher und aus internationaler Perspektive. Für diese sehr kurzfristig entstandene Sendung konnten wir kluge Menschen gewinnen, ihre Gedanken beizusteuern. Zu hören sind neben Benjamin:- Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg, - Vanina Farber, Chair of Social Innovation der Schweizer Agentur für Innovationsförderung,- Juliane Seifert, Staatssekretärin a.D.- Frank Tetzel, Geschäftsführender Vorstand der Carl Duisberg-Gesellschaft.

14.03.26 • 25:08

Demokratien werden von autoritären Kräften nicht immer durch einen gewalttätigen Handstreich außer Kraft gesetzt. Sowohl Obstruktion als auch die schleichende Instrumentalisierung bzw. Umcodierung von Institutionen und Verfahren trägt zu ihrer Erosion bei. Gerade weil liberale Gesellschaften offen sind, bleiben sie verletzlich für diese Angriffe von innen. Umso wichtiger ist es, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und gesellschaftliche Resilienz zu stärken. Das Fundament einer wehrhaften Demokratie beruht dabei nicht allein auf rechtlichen Schutzmechanismen, wie ein Blick in autoritäre Regime zeigt. Ebenso bedeutsam ist eine starke Zivilgesellschaft, deren Engagement gefördert, aber nicht eingeschränkt werden darf und eine öffentliche Verwaltung mit einem republikanischen Selbstverständnis.Darum ging es bei einer Abendveranstaltung an der Bucerius Law School in Hamburg. Unter der Moderation von Benjamin-Immanuel Hoff widmeten sich Juliane Seifert, Julia Kümper und Prof. Dr. Marcel Lewandowsky der Frage, wie demokratische Systeme widerstandsfähiger werden können.

08.03.26 • 118:36

 Rätebewegungen gelten vielen bis heute als politische Folklore oder als Relikt revolutionärer Ausnahmezeiten. Der Soziologe Christopher Wimmer widerspricht dieser Sicht. Aus gutem Grund, denn beim Karl-Dietz-Verlag ist sein kluges Buch „Alles muss man selber machen. Zur Geschichte der Rätebewegung von der Pariser Kommune bis Rojava“ erschienen. Darin geht es um Menschen, die in Momenten gesellschaftlicher Krise begannen, ihr Leben kollektiv zu organisieren: Sie verwalteten Betriebe, Schulen und Krankenhäuser selbst, trafen Entscheidungen in Versammlungen, regelten Konflikte und übernahmen Verantwortung – ohne sich auf eine zentrale Staatsmacht zu verlassen. Und sie tun dies an vielen Orten der Welt bis heute.Im Gespräch mit Christopher geht es darum, ob Räte nur Episoden der Geschichte bleiben – oder ob sie Impulse für eine demokratische Kultur liefern, die Selbstorganisation, Teilhabe und kollektive Verantwortung ernst nimmt. 

01.03.26 • 55:02

Im Verlag S. Fischer hat Peter Kurz, der 16 Jahre als Stadtoberhaupt und zuvor acht Jahre als Dezernent tätig war, ein ebenso lehrreiches wie kurzweiliges Büchlein veröffentlicht. In zehn kurzen Kapiteln und auf etwas mehr als 110 Seiten skizziert Peter Kurz ein Leitbild lokaler Politik, das erkennbar von der Authentizität und Erfahrung desjenigen geprägt ist, der aus eigener Erfahrung weiß, worüber er spricht.Corona-Krise, Klimawandel, Bauwende und Wohnungskrise, wirtschaftliche oder digitale Transformation – bei all diesen Themen benötigt es die kommunale Erfahrung, um die Wirksamkeit von Maßnahmen zu identifizieren und von unterschiedlichen Herangehensweisen zu lernen. Doch von wenigen Ausnahmen abgesehen, werden die Städte gemeinhin nicht gehört. Das ist ein weltweites Defizit, kein deutsches Phänomen. Diese Demokratie, lokal und nationalstaatlich steht unter Druck und der Sozialdemokrat Peter Kurz benennt ihre Gegner:innen klar: „Einigendes Band ist die Befreiung der Starken von den Fesseln eines verachteten Staates, in dem alle mitreden können.“ Diejenigen, die Populismus befeuern, sehen ihre Interessen in Ungleichheit bewahrt und in der Demokratie bedroht, beschreibt er auf den Punkt gebracht.

22.02.26 • 56:14

Die autoritäre Rechte weltweit arbeitet zusammen und sie lernen voneinander. Die illiberalen Muster, mit dem sie vorgehen können als eine Art Drehbuch verstanden werden. Diese Muster zu kennen, hilft, um sich zu organisieren und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, Resilienz zu erreichen. Die Strategie-Campaignerin Victoria Gulde hat hierzu mit Daniel Mullis ein spannendes Paper geschrieben mit dem Titel: "Das autoritäre Playbook verstehen - Demokratie organisieren".  Darüber hinaus interviewten die Beiden in Europa und den USA zivilgesellschaftlich Engagierte zu ihrem Engagement gegen autoritäre Rechte. Die Berichte und Schlussfolgerungen sind zusammengefasst im Paper: "Engagement unter autoritären Bedingungen. Erfahrungen aus den USA und Europa".Mit pragmatischem Optimismus spricht sie über Solidarität gegen Mutlosigkeit und internationale Lernerfahrungen. Und sie macht deutlich, was die Progressiven von den Autoritären lernen könnten: Pragmatismus in der Akzeptanz von Differenzen, um sich auf das Hauptziel zu konzentrieren - Mehr Demokratie. 

15.02.26 • 50:48

Sie nennen es „alternative Gewerkschaft“. Tatsächlich ist „Zentrum“ ein AfD-nahes Projekt mit Verbindungen zur extremen Rechten. Statt Beschäftigte zu stärken, richtet sich diese Fake-Gewerkschaft gegen die DGB-Gewerkschaften, gegen Tarifverträge und gegen Mitbestimmung. Die Strategie ist bekannt: Nähe zu Arbeiter:innen inszenieren, die IG Metall angreifen – und über die realen Probleme der Transformation, über Jobverluste, Umbau der Industrie und soziale Sicherheit schweigen. Dazu hat Daphne Weber eine spannende Studie veröffentlicht: "Gewerkschaftliche Kampagnen von rechts". Gleichzeitig wächst in vielen Betrieben die Zustimmung zu rechten Positionen. Warum unterstützen ausgerechnet Arbeiter:innen Parteien und Projekte, die ihre eigenen Rechte schwächen? Welche Rolle spielen Unsicherheit, Abstiegsängste und das Gefühl, politisch nicht mehr gehört zu werden? Und wie gelingt es der Rechten, soziale Konflikte in kulturelle und nationale Gegensätze umzudeuten? Dazu spreche ich mit Gerd Wiegel, Referatsleiter beim Deutschen Gewerkschaftsbund und exzellenter Kenner der rechten Szene.

08.02.26 • 52:24

Die AfD-Bundestagsfraktion hat einen Job ausgeschrieben, dessen Zweck allein darin bestehen soll, die Zivilgesellschaft von rechts zu überwachen. Das ist ein weiterer Schritt der Rechtsextremen, die Arbeit von demokratischen Nichtregierungsorganisationen zu erschweren, zu delegitimieren und engagierte Menschen zu verunsichern. Darüber spricht Benjamin mit Timo Reinfrank, dem Geschäftsführer der Amadeu-Antonio-Stiftung. Die Finanzierung dieser Stiftung sollte übrigens, wenn es nach der AfD im Bundestag ginge, gestrichen werden.Wie es um die Parteifinanzen der rechtsextremen AfD selbst bestellt ist und wie Großspenden, darunter rechtlich fragwürdige Spenden von sogenannten Strohmännern, an die Partei gehen, erläutert Aurel Eschmann von LobbyControl. Die Organisation setzt sich für die Deckelung von Großspenden generell ein und macht im Besonderen auf die Gefahren der Großspenden an die AfD aufmerksam.In den Nachrichten nur wenig Beachtung findet die Situation in den kurdischen Selbstverwaltungsgebieten Syriens. Diejenigen, ohne die der Terror des sogenannten Islamischen Staats (IS) nicht hätte gestoppt werden können, werden nun von den USA allein gelassen, von Syrien und der Türkei bedrängt, mit dem Ziel die Selbstverwaltung zu zerstören. Christopher Wimmer ist Autor des Buches "Alles muss man selber machen. Die Geschichte der Rätebewegung von der Pariser Kommune bis Rojava". Aufgrund der aktuellen Situation in Rojava dokumentieren wir einen Auszug aus dem Gespräch mit Christopher Wimmer, das hier in KUNST DER FREIHEIT in den nächsten Wochen erscheinen wird.

04.02.26 • 28:30

Kaum eine Debatte wird so emotional und mit so viel Vorwürfen und Zuschreibungen geführt, wie die über den Sozialstaat. Katja Kipping ist die Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbandes und eine der führenden Sozialstaatsexpert:innen dieses Landes. In dieser Folge von KUNST DER FREIHEIT spricht sie darüber, was bei der Reform des Sozialstaats falsch läuft und wohin es stattdessen gehen müsste. Ihr Credo: Mehr Sozialstaat wagen.

01.02.26 • 42:54

Die Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik erscheint seit 1956 monatlich. Annett Mängel ist deren Geschäftsführer und stellt das jeweils aktuelle Heft im Gespräch mit Katrin vor.Diesmal geht es um Mascha Kaléko, die Deals der Bundesregierung mit dem Taliban-Regime und um die Notwendigkeit einer Massenbewegung gegen Trump. 

29.01.26 • 14:15

Der renommierte Journalist Daniel Bax veröffentlichte nach dem furiosen und unerwarteten Wahlerfolg der Linkspartei das Porträtbuch "Die neue Lust auf links". Der Titel gab auch dieser Folge ihren Namen. Im Gespräch mit Benjamin erläutert Daniel Bax worin aus seiner Sicht die Gründe für das Comeback der Linken nach dem Austritt der umstrittenen Frontfrau Sahra Wagenknecht gelegen haben: langfristig angelegte Strategie, u.a. in den sozialen Medien, echte Teamarbeit, klare Kante in der Sozialpolitik und gegen die AfD sowie Nahbarkeit als Kümmererpartei.Die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner sieht Daniel Bax als "Sahra Wagenknecht - aber erfolgreich, weil sozial kompetent" und in Berlin hält er einen Wahlsieg der Linken und Elif Eralp als künftige Regierende Bürgermeisterin für möglich.

25.01.26 • 39:11

Wohnen, bauen und planen waren politische Dauerbrenner in der DDR. Davon zeugen zahlreiche Filme der DEFA. Prof. Dr. Michael Grisko hat dazu gemeinsam mit Günter Helmes das Buch "Auferstanden aus Ruinen. Planen, Bauen und Wohnen in Spiel- und Dokumentarfilmen der DDR" herausgebracht, das im Herder Verlag erschienen ist.  Im Potsdamer Kunsthaus DAS MINSK ist noch bis zum 8. Februar die Ausstellung "Wohnkomplex. Kunst und Leben im Plattenbau" zu sehen. Sie widmet sich der Frage, wie die ostdeutschen Plattenbau-Siedlungen in der Kunst verhandelt werden. Teil des Kurator:innenteams war Kevin Hanschke, der mit Gastkurator Kito Neto das Begleitessay verfasste. Im Gespräch mit Benjamin zeigen Michael Grisko und Kevin Hanschke, das und wie das Wohnen in der DDR zum Beispiel Fragen von Individualität und Normierung oder von Klischee und Realität aufwirft – und zugleich den Blick auf gesamtdeutsche und gesamteuropäische Erfahrungen in Großsiedlungen richtet, nicht zuletzt, weil Wohnen eine zentrale soziale Frage des 21. Jahrhunderts ist. 

18.01.26 • 52:08

 Das Chaos und die chronischen Verspätungen der Bahn gelten inzwischen als „treffendste Allegorie“ für die verfehlte Infrastruktur- und Verkehrspolitik. Als deren Maßgaben galten viel zu lange die Mythen der Privatisierungs- und Marktideologien. Zeit umzusteuern und das Gemeinwohl an erste Stelle zu setzen, meint Tim Engartner. Der Professor an der Universität zu Köln und forscht seit vielen Jahren zur Organisation öffentlicher Infrastruktur, insbesondere zu den Folgen von Privatisierung und Liberalisierung in Bereichen wie Bahn und Energie, aber auch zu Bildungsthemen. In dieser ersten Folge der Staffel 2 von KUNST DER FREIHEIT plädiert er für die Bürger:innenbahn und zeigt an europäischen Beispielen, dass Umsteuern in Richtung Gemeinwohlorientierung nötig aber vor allem auch möglich ist. Spannend nicht nur für Trainspotter, Pufferknutscher:innen und Fans der Modelleisenbahnen.

11.01.26 • 49:23

Benjamin und Katrin begrüßen in dieser Jubiläumssendung tolle Gäste: Ricarda Lang, Bodo Ramelow, Kolja Möller, Daniela Danz, Jens-Christian Wagner, Markus Hilgert, Manuel J. Hartung, Stefan Liebich und Carsten Brosda. Sie alle blicken zurück nach 2025 und nach vorn auf das neue Jahr und sprechen über Mut und Optimismus.Die Jahresauftaktsendung ist zugleich die letzte Folge der ersten Staffel dieses Podcasts. Die zweite Staffel startet am kommenden Sonntag mit Prof. Dr. Tim Engartner und der Suche nach "Wege aus dem Bahndesaster". 

04.01.26 • 39:54

Dass eine Zeitschrift bald 70 Jahre besteht, ist inzwischen eher selten geworden. Die 'Blätter für deutsche und internationale Politik' erscheinen seit 1956 und sind die größte politisch-wissenschaftliche Monatszeitschrift im deutschen Sprachraum.Geschäftsführerin und Mitglied der Redaktion der Blätter ist Annett Mängel. Hier in KUNST DER FREIHEIT stellt sie monatlich ausgewählte Beiträge der jeweils aktuellen Ausgabe vor. Das tut sie auch in dieser Sendung. Zusätzlich sprechen Benjamin und Annett aber auch über die traditionsreiche Geschichte der Zeitschrift und wie sie sich immer wieder an neue Bedingungen anpassen muss. Nicht zuletzt kündigt Annett ein neues Layout der Zeitschrift mit dem kommenden Januarh-Heft an - wir sind gespannt. 

14.12.25 • 48:04

Im Podcast THÜRINGEN INSIDER beobachten und kommentieren Diana, Bianca, Anja und Rosa aus progressiver Perspektive die politische Lage zwischen Nordhausen, Erfurt und Sonneberg.In dieser Folge blicken Benjamin, Diana und Bianca zurück auf rot-rot-grün, den regierenden Brombeerbund und das geschichtsvergessene "Grüne Herz"-Landesmarketing. 

07.12.25 • 65:02

In seinem Buch "Rechter 'Rand' und demokratische 'Mitte'", erschienen beim Wallstein-Verlag, erzählt der Historiker Dr. Niklas Krawinkel eine Geschichte der Bundesrepublik, in der die Radikalisierung und Legitimation extrem rechter Politik nach 1945 im Vordergrund steht.In der heutigen Folge spricht er über die daraus folgenden Lernerfahrungen und wie frappierend es ist, dass das Muster des Aufgreifens extrem rechter Narrative durch Parteien der selbsternannten demokratischen Mitte sich von der Forderung nach Generalamnestie für Kriegsverbrecher aus den frühen 1950er Jahren, über die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl zynischerweise legitimiert mit den Anschlägen auf Asylbewerber:innen-Unterkünfte bis zur heutigen Migrationsdebatte, sich stetig wiederholt.

30.11.25 • 51:11

Wie schafft man es, beim Bundesarchiv den Eindruck zu erwecken, die Behörde sei Opfer einer Spam-Attacke geworden? Ganz einfach: Indem Susanne Siegert per Video erläutert, wie Interessierte einen Antrag auf Informationen stellen, um in der eigenen Familie die NS-Vergangenheit zu erforschen.Susanne ist Journalistin und eine der bekanntesten Stimmen der digitalen Erinnerungskultur in Deutschland. Sie klärt unter "keine.erinnerungskultur" auf Instagram und TikTok über den Holocaust auf. Für ihre innovative und engagierte Arbeit wurde sie ausgezeichnet. Und zwar 2024 mit dem Grimme Online Award und in diesem Jahr mit dem Margot Friedländer Preis. Im Piper-Verlag ist nun ihr Buch "Gedenken neu denken. Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss" erschienen. In dieser Folge von KUNST DER FREIHEIT erzählt Susanne, warum sie sich für die Erinnerung an das KZ-Außenlager Mühldorfer Hardt einsetzt, welche Chancen und Grenzen in 90-Sekunden-Videos stecken und welche Erwartungen sie an die Kommunikation von Gedenkstätten hat. 

23.11.25 • 44:56

Den besten Titel der ausführlichen Berichterstattung der überregionalen Feuilletons über die rechte Buchmesse Seitenwechsel hatte diesmal nicht die taz, sondern der Tagesspiegel - wir haben ihn für diese Folge von KUNST DER FREIHEIT gekapert.Denn auch wir werfen einen Blick auf das große Familientreffen rechtskonservativer bis extrem rechter Verlage und Zeitschriften, das von Susanne Dagen initiiert wurde. Der Kulturjournalist Jens Balzer hat die Messe besucht. Im Gespräch mit Benjamin schildert er die Atmosphäre der selbsternannten Querdenker und Widerständler gegen eine vermeintliche Zensur.Gleichzeitig kommt der Autor des Buches After Woke, das vor Kurzem im Verlag Matthes & Seitz erschien, nicht umhin, den einen oder anderen Vergleich mit vernageltem Denken auf der linken Seite des politischen Diskurses anzustellen. Womit sich Jens Balzer bereits zu einem weiteren Gastauftritt in diesem Podcast eingeladen hat, denn über die Berechtigung und notwendige Differenzierungen dieser Kritik wollen Benjamin und Jens Balzer bei Gelegenheit gemeinsam diskutieren. Wir werden die Hörer:innen von KUNST DER FREIHEIT daran gern teilhaben lassen.

16.11.25 • 42:12

Die Angriffe auf die Zivilgesellschaft haben uns in KUNST DER FREIHEIT bereits mehrfach beschäftigt. Unter anderem hatte der gemeinnützige Verein LobbyControl eine instruktive Studie publiziert, in der die wirtschaftlichen Interessen hinter der Kampagne gegen die Zivilgesellschaft offengelegt werden. Nun ist dazu der Film "Zivilgesellschaft unter Druck" erschienen, der auf YouTube abrufbar ist. Hierzu spricht Benjamin mit Dr. Christina Deckwirth von LobbyControl.Seit bald 70 Jahren erscheinen die Blätter für deutsche und internationale Politik. Jeden Monat stellt Annett Mängel, die Geschäftsführerin der Zeitschrift, im Gespräch mit Katrin ausgewählte Beiträge des jeweils aktuellen Hefts vor - diesmal u.a. von Daniel Ziblatt, Julia Macher und Ute Scheub.

12.11.25 • 19:07

Wer reinigt über Nacht die Büros? Wer bestückt tagtäglich die Supermarktregale mit frischer Ware? Wer sind die Menschen, die Pakete zustellen, Einkäufe abkassieren, alte und kranke Menschen pflegen und die Fließbänder in den Fabriken bedienen? Bis zu einem Fünftel aller Beschäftigten in Deutschland sind Basisarbeiter:innen: Menschen, die mit ihren Tätigkeiten das Fundament legen für den gesellschaftlichen Alltag und die Wirtschaft. Die Denkwerkstatt Das Progressive Zentrum bringt unter der Projektleitung von Johanna Siebert, der Mitarbeit von Mara Buchstab u.a. Licht in das Dunkel der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Arbeitsbedingungen, Forderungen, Bedürfnisse und Wünsche von Basisarbeiter:innen. Entstanden sind sowohl eine Studie als auch der 36-minütige Dokumentarfilm, in dem der Reinigungsarbeiter Güven Ciftci, der DHL-Paketzusteller Khaleel Al Bodach und die Pflegehilfskraft Cynthia Würpel die Zuschauer:innen in ihren oft unsichtbaren Arbeitsalltag mitnehmen. Sollten Hörer:innen Interesse haben, den Film im Rahmen einer Veranstaltung zu zeigen, können sich Interessierte gern an das Progressive Zentrum wenden.Auf Grundlage der Studie, des Films und den Diskussionen dazu, sollen politische Lösungsvorschläge für bessere Arbeitsbedingungen in der Basisarbeit erarbeitet werden. Dazu veranstaltet das Progressive Zentrum im Herbst und Winter 2025 den Denkraum Basisarbeit – eine dreiteilige Workshopreihe, in der Basisarbeiter:innen, Politiker:innen, Wissenschaftler:innen und Personen aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen diskutieren, welche Maßnahmen es zu einer materiellen und immateriellen Aufwertung von Basisarbeit braucht. 

09.11.25 • 38:10

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