Show cover of DDCAST - Was ist gut? Design, Kommunikation, Architektur

DDCAST - Was ist gut? Design, Kommunikation, Architektur

‘What we design designs us back’ sagte einmal Jason Silva ein bekannter Techno Futurist aus den USA. Design – das ist die Botschaft – nimmt großen Einfluss auf unser Dasein und Zusammenleben. Der Ruf nach grundlegenden Veränderungen unserer planetaren Realität indes wird immer lauter. So weitermachen wie bisher geht nicht und wird uns unweigerlich in die nächste Krise stürzen. Also ist gerade jetzt unsere Kreativität gefragter denn je. Was geht? Was kommt und was können wir BESSER machen. Wie können wir Design neu denken? Dazu präsentiert der DDCast des Deutschen Designer Club jede Woche eine starke Stimme. Sie kommt aus allen Sparten des Design, aus angrenzenden Disziplinen, aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Titel

DDCAST 110 - HERMANN AUGUST WEIZENEGGER "Der philharmonische Designer"
Hermann August Weizenegger ist ein bedeutender deutscher Designer. Er hat ein umfangreiches Werk geschaffen und als Design-Aktivist, Mitgründer von Institutionen wie dem Designmai Berlin oder den German Design Graduates sowie als Professor ganze Generationen von Designer:innen mit geprägt. Nach Abschluss einer Ausbildung zum Textil-Einzelhandelskaufmann studierte Weizenegger von 1987 bis 1992 Industriedesign bei Hans Roericht an der Hochschule der Künste Berlin. Anschließend war er ein Jahr freier Mitarbeiter bei der Produktentwicklung Roericht in Ulm. 1993 gründete er mit Oliver Vogt das Büro Vogt und Weizenegger in Berlin. Hier entstand unter anderem das do-it-yourself-Möbelprojekt Blaupause oder der Sinterchair, der in mehreren Sammlungen vertreten ist, wie dem Vitra Design Museum in Weil am Rhein, der Neuen Sammlung in München, dem Marta Herford und dem Palais Schönborn in Wien. 2018 wurde der Stuhl auch als Miniatur in die Sammlung des Vitra Design Museums aufgenommen. Ein bekanntes Projekt ist außerdem das von ihnen kuratierte DIM–Die imaginäre Manufaktur in Zusammenarbeit mit der Blindenanstalt Berlin. Hier entstanden neue Produkte mit zahlreichen Designern wie u. a. Konstantin Grcic, Matali Crasset, Marti Guixé und Stephen Burks. Das Designerduo arbeitete für Marken, wie Möve, Authentics, Rosenthal, Häberlein & Mauerer, Intel, WMF/Auerhahn, Sony Music, Viag Interkom, Mandarina Duck, Sigg und der Blindenanstalt von Berlin. Die Hotellobby und Bar vom Ku´Damm 101 aus dem Jahre 2001 gilt als eine der Gestaltungsikonen der Nullerjahre. Das Büro löste sich nach 16 Jahren auf. Weizenegger ist eines der Gründungsmitglieder des Designmai (2003–2007), der Plattform für Berliner Design, an dessen inhaltlicher Ausrichtung und Organisation er fünf Jahre maßgeblich beteiligt war. Er ist zudem Mitbegründer der German Design Graduates Initiative mit Ineke Hans (UDK Berlin), Mark Braun (HBKsaar) und Katrin Krupka im Jahr 2019.
43:56 25.09.2022
DDCAST 109 - ALEXANDRA BAUM "Forschung. Design. Startup. Familie."
Alexandra Baum ist Designerin und Unternehmerin. Nach ihrem Modedesign- Studium mit Schwerpunkt kreislauffähige Textilien und nachhaltige Mode an der HAW Hamburg mit Abschluss als Diplom-Designerin zog es die heute dreifache Mutter als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Fachhochschule Hannover, wo sie das Forschungsprojekt EcoMTex „Von der Öko-Nische zum ökologischen Massenmarkt im Bedürfnisfeld Textilien“ an der Fakultät Design betreute. Ihren Karriereweg setzte die gebürtige Gothaerin ab 2005 in der Entwicklung technischer Textilien fort. Sie machte sich 2003 mit dem Produktentwicklungs- und Designbüro novanex selbständig. Zu Ihren Arbeiten in der textilen Produktentwicklung für Industriekunden zählten smarte Textilien, Medizintextilien und Entwicklungen für Automotive. Zum Kundenkreis zählen neben vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen auch Philips, Westfalia mobil GmbH oder die Daimler AG. Darüber hinaus war Baum als Design- und Innovations-Beraterin aktiv und hielt Gastvorlesungen an Hochschulen. 2013 entstand die Idee eines textilbasierten Fahrradschlosses, das parallel zu ihrer freiberuflichen Tätigkeit entwickelt wurde. 2016 gründete Alexandra Baum gemeinsam mit ihrer Kollegin Suse Brand die Texlock GmbH in Leipzig. Kern der patentierten Lösung des Fahrradschlosses tex—lock ist der Einsatz von funktionalen Hightech- Textilfasern, welche die tex—lock Fahrradschlösser flexibel und weich wie ein Seil machen. Mehrere verflochtene Hochtechnologiefaser-Verbundschichten übernehmen unterschiedliche Funktionen für den Schutz vor Angriffen mit Schneidwerkzeugen und Feuer sowie der Vermeidung von Lackkratzern. Schutz vor Sägeangriffen wird in der aktuellen Produktgeneration durch den Einsatz eines speziell gehärteten und flexiblen Stahlkerns erreicht. Die Nutzung der gesamten Länge und Flexibilität beim Anschließen an feste Gegenstände und Sichern von Anbauteilen wird durch das sogenannte „Loop Through Prinzip“ von tex—lock ermöglicht. 2019 kam die marktreife Entwicklung der multifunktionalen Regenschutzbekleidung „raijn“ hinzu. raijn lässt sich in Sekundenschnelle von einem Parka in einen Overall verwandeln. Die hochwertige Textilie wurde unter dem Motto „whatever the weather“ als täglicher Begleiter für wetterunabhängige Fahrradmobilität entwickelt. Externe Anerkennung fanden die Texlock-Produkte u.a. bei den German Design Award 2018 und 2021, ISPO Award 2019 sowie dem Eurobike Award in Gold im Herbst 2021. Alexandra Baum ist bis heute Mehrheitsgesellschafterin und Geschäftsführerin der Leipziger Fahrrad-Accessoire Manufaktur Texlock GmbH, die Produktion, Vertrieb und Marketing in einer ehemaligen Pianofabrik in Leipzig umsetzt und über 30 Mitarbeiter*innen beschäftigt.
32:21 18.09.2022
DDCAST 108 - Michael Conrad "creativity – off the norm"
Michael Conrad kann man mit dem Begriff "Werbelegende" schlecht fassen. Er ist zwar ein Kreativer, der zahllose Kampagnen geschaffen hat, die über Jahrzehnte wirkten, aber er ist vor allem ein kreativer Denker und Macher. Ihm geht es um Kreation im ganz umfassenden Sinne: kreative Werbung, kreative Gestaltung, kreative Unternehmensführung, kreative Entwicklung von Talenten, kreative Entwicklung neuer Organisationen. Unser Ehrenmitglied des Deutschen Designer Club steht insofern genauso für die Vergangenheit der Kreativbranche wie für deren Zukunft. So beschreibt sich Michael Conrad: "In Leipzig geboren, mit Mutter in den Westen geflüchtet. Damals waren sieben Millionen Flüchtlinge unterwegs. Wir haben im Raum Frankfurt gelebt, später in Berlin, Lübeck oder Düsseldorf. Sobald meine Mutter einen besseren Job fand, sind wir umgezogen. Dadurch sind wir sehr beweglich geworden. Mittelschule und Berufsausbildung zum Industriekaufmannsgehilfen abgeschlossen. Zwei Jahre Verkaufsvertreter für eine Druckerei, Akquisiteur für eine Fremdenverkehrspublikation mit journalistischer Tätigkeit, Reiseorganisator für König Ibn Saud und sein Gefolge, Texter bei Young & Rubicam, Texter und später Kreativ Director bei Ogilvy & Mather, Mitgründer der Werbeagentur TBWA Frankfurt, Lürzer,Conrad Frankfurt, Michael Conrad & Leo Burnett Frankfurt. 1986 hat Leo Burnett mir angeboten, als Präsident und internationaler Creative Director ins Headquarter zu kommen. Ich zog mit meiner Familie nach Chicago. Später wurde ich weltweiter Chief Creative Officer der ganzen Gruppe und gehörte zum engen Führungskreis. Nach der Werbekarriere Mitgründer der Berlin School of Creative Leadership."
56:58 11.09.2022
DDCAST 107 - HANNAH HELMKE "1,5° Celsius und 100% Powerfrau"
Hannah Helmke ist Gründerin und CEO des Climate-Tech-Unternehmens right. based on science, kurz: right°. Ihr Fokus auf wirtschaftliches Handeln in unserer vom Klimawandel betroffenen Welt ist das Ergebnis der Kombination ihrer beiden akademischen Disziplinen: Psychologie und International Business. Hannah folgt ihrer festen Überzeugung, dass ein wissenschaftlich fundierter Ansatz der beste Weg ist, um das emotional aufgeladene Feld der Klimastrategie von Unternehmen zu bewältigen. Bevor sie right° gründete, arbeitete sie für den IT-Dienstleister BridgingIT und die Deutsche Post DHL Group. Dort erforschte sie die Potenziale der Digitalisierung zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen und arbeitete an der Einführung von wissenschaftsbasierten Zielen als Berichtsinstrument. Unter ihrer Leitung erhielt right° den renommierten Next Economy Award 2020 und sie selbst wurde mit dem Digital Female Leader Award 2020 in der Kategorie "Nachhaltigkeit" sowie mit dem "Female Founders Award" der AmCham Germany 2021 ausgezeichnet.
37:59 04.09.2022
DDCAST 106 - STEFAN WEIL "create curate collaborate"
Skorpion. 1963 in Bad Homburg geboren. Meine Laufbahn als Gestalter begann mit der Covergestaltung für die eigene Band »Neue Mode«. Es folgten Fanzines und Magazine wie »Der Fürst« und »Das Herz«. All dies mündete in einem ersten Job bei Meiré und Meiré (»Design ist Orientierung«) als Grafikassistent. In der frühen Selbstständigkeit mit »LAW« (Laarman und Weil, Lust, Arbeit, Wahrheit) wurde ich erstmals mit der digitalen Transformation konfrontiert. Als Untermieter beim ersten Mac-Händler im Rhein-Main-Gebiet tauschte ich rasch den Rapidograph und das Skalpell gegen Mac Paint aus. Meine Rolle als Grafiker bei Tassilo von Grolman prägte mein holistisches Designverständnis. Es folgte die Karriere in globalen Agenturnetzwerken wie Saatchi & Saatchi, TBWA und Leo Burnett. Bei »Leo« leitete ich eine eigene Unit für »Experience Marketing«. Geprägt von der langjährigen Tätigkeit für die Marke Marlboro. Einerseits die content platform »Marlboro Network, The Pulse of America«, in der ich Kreativdirektor und Trendscout/Cool Hunter in Personalunion sein durfte sowie der Forschung an dem »Brand Recognition Code« der Marke. Eine globale Studie mit Designers Republic, Pentagram, Tomato und David Carson bildete deren Basis. Mit dem »Lab01«, einem Zukunftspavillon an der Schnittstelle aus Science und Popkulturen für DaimlerChrysler auf der Expo 2000 fand sich 1999 schließlich meine gestalterisch wirkungsvollste Heimat bei und für Atelier Markgraph. Von 2001 bis 2003 wechselte ich zu J. Walter Thomson, leitete dort Teile der Kreation als CD sowie die Tochterfirmen für Experiences »Thompson Live Communication« und den Designsatelliten »Thompson Brand Design«. Die vielschichte »MultiChannel« Einführung der Marke Becks Gold war ein Highlight. Sowie medienübergreifende Arbeiten für AEG, Rolex und den Onlinebroker der Sparkassengruppe. 2003 kehrte ich schließlich zu »AM« (Atelier Markgraph) zurück. Seit 2005 Geschäftsführer und seit 2016 nun auch Mit Inhaber und somit Gesellschafter. Vielschichtige Projekte in Corporate und Culture sind weiterhin mein Antrieb.
38:54 28.08.2022
DDCAST 105 - LENA JÜNGST "Zukunftslabor Gastronomie"
Die Designer:innen Lena Jüngst und Tim Jäger haben mit ihrem Team das heute international tätige Unternehmen air up aufgebaut. Die beiden trafen sich 2016 bei ihrem Produktdesign-Studium an der HfG Schwäbisch Gmünd. Mittlerweile hat air up Starter-Sets im siebenstelligen Bereich verkauft und beschäftigt über 200 Mitarbeiter:innen. Lenas Team hat beim 50 Next in Bilbao einen Preis für Tech Disruption gewonnen. Wir haben Lena aber nicht wegen ihres Preises in den DDCAST eingeladen, sondern weil sie einen euphorischen LinkedInPost abgesetzt hat, in dem sie die jungen Köch:innen, Aktivist:innen, Gastronom:innen feiert, die sie bei den 50 Next-Awards in Bilbao kennengelernt hat. Beim 50 Next geht es um die führenden jungen Köpfe in Gastronomie, Landwirtschaft und Lebensmittel-Verarbeitung. Leute, die nachhaltige Lebensmittel, faire Restaurants, eine neue Kulinarik entwickeln. Leute sehr kritische Fragen stellen und diskutieren. Eben jene 20-30-jährigen, die Lena in Bilbao, auf dem, wie sie sagt "am meisten inspirierenden Event, an dem sie jemals teilgenommen hat", traf. Von diesen Macher:innen können wir im Design wirklich massig lernen – über Nachhaltigkeit, über Innovation und über agiles Experimentieren.
30:29 21.08.2022
DDCAST 104 - SANDRA GROLL "Design: Zwischen Kontingenz und Notwendigkeit"
Alles könnte anders sein. Das ist der Titel eines wichtigen Buchs von Harald Welzer. Und es gibt Dinge, die notwendig sind. Aber was hat Design mit Kontigenz und Notwendigkeit zu tun? Dr. Sandra Groll ist Designwissenschaftlerin, Systemtheoretikerin und Designerin. Sie studierte an der hfg Karlsruhe und promovierte 2020 an der HfG Offenbach. Ihre Promotionsschrift erschien 2022 bei transscript unter dem Titel "Zwischen Kontingenz und Notwendigkeit. Zur Rolle des Design in der Gesellschaft der Gegenwart." Von 2016 bis 2018 war sie Vertretungsprofessorin für Systemdesign an der Kunsthochschule Kassel. Seit 2010 lehrte sie an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland, unter anderem an FH Potsdam, FH Bielefeld, Freie Universität Bozen, HfK Bremen, Zhejiang Wanli University Ningbo, Design Factory International und Brand University Hamburg. Sie forscht zum Thema Design und Gesellschaft und arbeitet gegenwärtig an einem Publikationsprojekt zu relationalen Gestaltungsmethoden. Neben ihrer akademischen Tätigkeit ist sie als freie Beraterin in der Kreativwirtschaft tätig. Seit 2017 ist sie Mitglied des Herausgeberrats "BIRD - Board of International Research in Design" im Birkhäuser Verlags und Mitherausgeberin der gleichnamigen Reihe und Co-host der „NERD-New Experimental Research in Design“- Konferenzen.
45:34 14.08.2022
DDCAST 103 - Nina Sieverding und Anton Rahlwes "FORM FRAGEN 01 - Salone Del Mobile 2022"
Die Zeitschrift form und der DDCAST arbeiten zusammen. Ab sofort gibt es im DDCAST „form fragen“-Extraausgaben. Nina Sieverding und Anton Rahlwes, die Chefredakteur:innen der form, im Gespräch mit Georg-Christof Bertsch. Es geht um den Blick auf aktuelle Designereignisse. In diesem Fall ein Rückblick auf den Salone del Mobile in Mailand Die form ist eines der traditionsreichsten Designmedien der Welt. Das „Zentralorgan der deutschen Designszene“ kommt aus dem Print. Wir alle sind mit ihr aufgewachsen. Sie erscheint seit 65 Jahren! Der DDCAST ist eines der jüngsten Designmedien der Welt. Unser kleiner Podcast ist ein digital native. Was haben wir gemeinsam? Nun, wir mögen uns. Und wir haben eine ähnliche Vorstellung von Qualität und der Relevanz sehr sorgfältiger Arbeit. Nina Sieverding, form: „Für uns ergibt die Zusammenarbeit mit einem rein digitalen Medium, das mit einem viel schnelleren Rhythmus arbeitet, Sinn. Der DDCAST erscheint pünktlich zum Wochenstart. Wir dagegen nehmen uns viel Zeit und erscheinen alle drei Monate. Das mag in der Ära von Social Media kontraintuitiv wirken. Aber wir glauben an die sinnlichen Qualitäten von besonderen Papieren, Farben, Haptiken und auch Inhalten.“ Anton Rahlwes, form: „Unser Leitmedium in der form-Medienfamilie ist Print. Print gehört – mittlerweile – zu den langsamsten Medien. Wir drehen jedes Wort dreimal um, bevor wir es drucken. Kritischer Designjournalismus steht bei uns an erster Stelle – und der Erfolg der letzten Zeit gibt uns Recht. Dafür sind wir dankbar. Unser Prinzip einer offenen und diskursiven Kommunikation bekräftigen wir mit der DDCAST-Kooperation.“ Rainer Gehrisch, DDCAST: „Ich freue mich sehr, dass die Zusammenarbeit zustande gekommen ist. Wir haben vor zwei Jahren mit dem Cast angefangen und wussten wirklich nicht, wo das hingeht. Dass der DDCAST eine derartige Reputation und Reichweite aufbauen würde, war nicht absehbar. Nach dem Rat für Formgebung und den German Design Graduates arbeiten wir nun auch mit der Designzeitschrift form fest zusammen. Das ist wirklich schön.“ Georg-Christof Bertsch, DDCAST: „Unser Redaktionskonzept folgt drei Richtlinien: 1. Vielfalt, Vielfalt, Vielfalt. 2. Radikal gendern, Diversität feiern, Alters-Diskrimierung entgegenarbeiten. 3. Neues ausprobieren. Experimentieren. Deshalb bringen wir neben Design-Superstars auch unbekannte Gestalter:innen, die keinen Stein auf dem anderen lassen. Wir bringen Wissenschaftler:innen und Ökonom:innen. Das alles sind massive Einflussfaktoren auf die Zukunft des Designs. Der Stt der Zusammenarbeit mit der form ist für mich ein bewegender Moment.“
29:50 07.08.2022
DDCAST 102 - Alexis Dornier "Tektonische Innovation auf Bali"
Alexis Dornier wurde 1981 in Deutschland geboren, wo er unter dem ständigen Einfluss der Luftfahrtindustrie aufwuchs. Er entstammt einer Industriellen- und Ingenieurs-Familie. Alexis studierte Architektur an der Universität der Künste in Berlin und zog anschließend nach New York City, wo er zwischen 2004 und 2007 als Architekturdesigner für Asymptote Architecture, OMA-NY und Rex arbeitete. Das Jahr 2013 markierte eine radikale Veränderung in seinem Leben und seiner Karriere, als er beschloss, sein westliches Leben hinter sich zu lassen und nach Ubud auf Bali umzuziehen, wo er begann, als Berater für lokal entworfene und gebaute Architekturprojekte zu arbeiten. Was als architektonische Beratung begann, entwickelte sich schnell zu ganzheitlichen, unabhängigen eigenen Projektentwürfen mit einer schnell wachsenden Anzahl von Arbeiten in der balinesischen Landschaft. Dornier ist jetzt in Ubud ansässig und arbeitet sowohl lokal als auch international an einer Mischung aus Wohn- und Gewerbeprojekten. Die Philosophie hinter der Architektur von Alexis Dornier besteht darin, für jede architektonische Gestaltungsaufgabe Gestaltungsmethoden zu kombinieren und neu zu formulieren. Eine architektonische Aufgabe ist ein eigener Fall, eine eigene Sache, ein eigenes Problem und eine eigene Angelegenheit. Eine Reihe von Regeln bilden eine logische und umfassende Entwurfserzählung, die zu Effizienz und einem starken Ausdruck unserer gebauten Umwelt führt. Seine architektonischen Projekte versuchen, eine Designästhetik zu formulieren, die zwischen Elementen des tropischen Modernismus und der Industriearchitektur vermittelt, mit einem zugrunde liegenden Streben nach formaler und tektonischer Innovation. Diese Entwurfsästhetik wird durch einen iterativen Entwurfsprozess und eine sorgfältige Auswahl lokal verfügbarer natürlicher Materialien realisiert, die räumlich so komponiert sind, dass sie auf den Standort und die natürliche Umgebung, in der sie stehen, reagieren. Tektonik ist im Wesentlichen die Tätigkeit, die das Bauen zu einer Form der Kunst erhebt. In dieser Hinsicht werden die Projekte von Alexis Dornier durch strukturelle und formale Erkundungen angetrieben, durch den Wunsch des Studios, die Grenzen seiner eigenen tropisch-tektonischen Sprache zu erweitern. Dies geht Hand in Hand mit dem Bestreben, die Erfahrung der Landschaft durch architektonisches Design zu verstärken. Die Projekte des Studios werden in den tropischen, bewaldeten Hügeln von Ubud, dem kulturellen Epizentrum Balis, entworfen. Architektur in den Tropen und insbesondere an einem Ort wie Bali zu praktizieren, inspiriert uns täglich und erinnert uns daran, langsamer zu werden und die Bedeutung von Gleichgewicht und Wohlbefinden zu schätzen. Mit einem Team von talentierten, engagierten Architekten und Designern ist das Studio bestrebt, neue Typologien, Formen und Strukturen zu erforschen und dabei von dem reichen Erbe und dem in der lokalen Tradition verankerten Know-how zu lernen.
36:19 01.08.2022
DDCAST 101 - Franziska Ratsch & Oliver Grande "Partizipative Raum-Gestaltung"
Franziska Ratsch ist Architektin und Spezialistin für nutzerzentrierte Innenarchitektur. Sie konzipiert und entwickelt Arbeitsumgebungen, die wirksame Zusammenarbeit ermöglichen. Sie ist verantwortlich für Designkonzepte und Work Hacks, die ein allgemeines Verständnis für die Nutzung des Raumes durchsetzen. Durch ihre langjährige Arbeit bei der BREAD&butter und Zalando ist sie darin geschult, inspirierende und intuitiv funktionierende Arbeitswelten für ihre Kunden zu schaffen. Sie verfügt über ein großes Netzwerk zu Architekten, Interieur Designern und Möbelherstellern, womit auf wirklich jeden Kundenwunsch eingegangen werden kann. Sie ist immer neugierig auf ihre nächste Aufgabe und stark darin, Lösungen auf hohem Designniveau und Funktionalität zu finden und diese mit einem hohen Grad an Verantwortlichkeit umzusetzen. Franziska denkt groß und handelt schnell, wenn es darum geht, Veränderungen zu schaffen. Studium mit Diplomabschluss Dipl.Ing. der Architektur, Beuth Hochschule, Berlin / Ausbildung zur Bauzeichnerin, Bremen / Verschiedene Projekte (Joint Venture, Auftragsarbeit) mit dem Hasso-Plattner-Institut / Verschiedene Produktentwicklungsprojekte mit Möbelherstellern (firmeneigene Möbellinien, temporäre Fassadenstrukturen) / Fortbildung Prince 2, AXELOS / Weiterbildungen zum Thema 360 -Grad Feedback, Zeitmanagement, Projektmanagement. Ihr Hintergrund ist: Drei Jahre Erfahrung im Bereich Architektur, Wohnungsbau / BREAD&butter: Acht Jahre Erfahrung im Bereich temporäre Architektur und Messebau bei Zalando: Fünf Jahre Erfahrung im Bereich Projektleitung Konstruktion und Entwicklung von Bürogebäuden, Interieur Design und Entwicklung einer nutzerzentrierte Arbeitsumgebung für Mitarbeiter aus verschiedenen Berufsfeldern, sowohl „white“ als auch „blue collar“ / Sankt Oberholz Consulting, Arbeitsweltraum: Mehrere Jahre Berufserfahrung auf strategisch/ konzeptioneller und operativer Ebene / Gründerin von Bimba Pepa – Furnitecture for Kids and Kidults. Ihre Arbeitssschwerpunkte liegen in Veränderungs- und Transformationsprozesse (Lean Change Approach, Prototyping, Intergration der Mitarbeiter in einen Veränderungsprozess) / Neue Organisationsdesigns, Arbeitswelten und -formen (Aktivitätsbezogenes Arbeiten, Remote Work, andere Orte wie Home Office und Co-Working) / Nutzerzentrierte Arbeitsumgebung en (Unternehmenswerte, Mitarbeiterbefragungen) / Optimierungspotential im Raum durch minimale Veränderungen des Nutzerverhaltens / Einführung neuer tätigkeitsbezogener Möbelkonfigurationen / Arbeitgebermarkenführung und -kommunikation (Spatial Branding, Location Branding, Employer Branding, Aktivierungskommunikation) / Nutzerbefähigung durch Workshops & Trainings. Oliver Grande: Nach mehr als 15 Jahren in der Möbel- und Interior Design-Branche in verschiedensten Organisationstypen, vom straff hierarchischen Handwerksbetrieb seiner Lehrjahre über den Mittelstand und einem selbstorganisiert arbeitenden Beratungsunternehmen, ist er zu der Erkenntnis gekommen, dass Menschen sich nicht an Büros anpassen sollten, sondern Büros an Menschen. Schon immer ging es ihm um den Mehrwert, den Räume ihren Nutzer:innen geben können. Heute arbeite er noch stärker als Übersetzer, Kommunikator und Impulsgeber, der Raum und Kultur von Unternehmen verbindet und Orientierung bietet, um Büros zu Orten zu machen, die neuen Ansprüchen gerecht werden. Für Arbeitsorte, die dem “Permanent Beta“ der Arbeitswelt nachhaltig gewachsen sind, beständig wandelnde Strukturen und Prozesse tragen, auf das Geschäftsmodell abgestimmt sind, Zusammenarbeit fördern, das Potenzial haben, Individuen und Unternehmen zu einen, Identität stiften und viel Zukunft versprechen. Es geht ihm darum Orte zu schaffen, die neuer Arbeit würdig sind! Genießt die Energie, die aus kreativer Zusammenarbeit, zwischenmenschlichem Austausch und gemeinsamen Zielen entsteht. Er ist immer auf einer Mission und glaubt daran, dass der Status quo vor allem dazu da ist, hinterfragt zu werden.
42:21 24.07.2022
DDCAST 100 - Diana Tayo Osobu "COLOUR & CHARACTER"
Diana Tayo Osobu ist Color & Trim Designerin, das heißt, sie beschäftigt sich mit dem, was man am Fahrzeug Exterior und Interior sensorisch wahrnehmen kann. Nach ihrem Abitur am Elisabethen Gymnasium in Frankfurt am Main studierte sie Wirtschaftswissenschaften an der Gutenberg Universität, Mainz und arbeitete als Werkstudentin, später als stellvertretende Abteilungsleiterin, bei DuPont de Nemours Electronics in Bad Homburg. Mittels eines ein Praktikums als Junior Art Directorin bei J.W. Thompson Werbeagentur in Frankfurt sattelte sie in das kreative Fach über: sie studierte Industrie Design und arbeitete gleichzeitig als freie Mitarbeiterin bei der Mazda Motor Corporation in Oberursel im CMF Design und schloss ihr Studium an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach ab. Nach Ihrem Studium startete sie in der VW-Welt, im Design Center Europe der Volkswagen Group in Sitges bei Barcelona, in der es im Design Center Potsdam der Volkswagen Group weiterging, bis sie als Color & Trim-Designerin für die Luxusmarke des VW-Konzerns Bugatti tätig war. 2007 wechselte sie als CMF Design Managerin in das Hyundai Motor Europe Technical Center, Rüsselsheim, wo sie seit 2014 bis heute als CMF Senior Manager Europe des Hyundai Motor Europe Technical Center tätig ist. Sie hat stets in internationalen Teams an der Schnittstelle zwischen Design, Marketing, Engineering und Produktion gearbeitet. Ein feines Gespür für Trends und Vorlieben der Nutzer:innen zeichnet sie aus. Die Kombination aus ihrem betriebswirtschaftlichen und dem Design-Ausbildungshintergrund, sowie die Tätigkeit in globalen Unternehmen, verschafft ihr ein besonderes Profil.
44:28 17.07.2022
DDCAST 99 - Christian Müller "Turbo für die Energie Transformation"
Dr. Christian Müller möchte etwas bewirken und im großen Maßstab nachhaltige Energieinnovationen ermöglichen, um Energiekosten zu senken, die Systemleistung zu erhöhen und Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Er ist CEO von EIT InnoEnergy in der DACH-Region und Mitglied des Executive Board der europäischen Holding KIC InnoEnergy SE. Er studierte Chemieingenieurwesen an der Universität Karlsruhe und der University of California, Berkeley und erwarb 1996 einen Doktortitel in technischer Thermodynamik. Bevor er zu Europas führendem Cleantech-Investor EIT InnoEnergy kam, war er fast 25 Jahre in der Technologieentwicklung globaler Konzerne tätig. Mit der Übernahme der Corporate Technology Sparte von Hoechst kam er im Jahre 2000 zu Siemens, wo er in führenden Managementpositionen im Bereich der Kommerzialisierung neuer Technologien und Dienstleistungen sowie im Marktpositionierung und Geschäftsentwicklung aktiv war. Das Unternehmen EIT InnoEnergy hat seit seinem Start 560 Millionen Euro in mehr als 480 nachhaltige Energieinnovationen investiert, die bis 2026 einen Umsatz von 16 Milliarden Euro erwirtschaften sollen. 90 % der Start-ups arbeiten bereits mit globalen Marken wie ABB, BMW, EDF, Engie, Tata Steel und Vattenfall zusammen. Die EIT InnoEnergy Master School hat Studierende aus fast 100 Ländern angezogen. Inzwischen hat die Master School 1 200 Absolvent:innen und 1500 eingeschriebene Student:innen.
38:21 10.07.2022
DDCAST 98 - Prof. Bitten Stetter "Palliativ-Design"
Bitten Stetter ist diplomierte Modedesignerin. Seit 1999 arbeitet sie als selbständige Designerin. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Analyse von gesellschaftlichem Wandel. Ihre Arbeiten leben von der kritischen Auseinandersetzung mit Alltagskulturen und Lebensstilen. Als selbständige Designerin und Trendexpertin kooperiert sie mit verschiedenen Museen und Unternehmen. Für das Museum für Kommunikation Berlin kuratierte sie die Ausstellung fashion talks, eine Wanderausstellung, die im Museum für Kommunikation Frankfurt, Nixdorf Museum Paderborn und im Gewerbemuseum Winterthur stationierte. Sie publizierte in verschiedenen Zukunftsmagazinen, Zeitschriften und Büchern rund um Themen wie Mode, Körper, Lebensstil und Wandel. Seit 2005 ist sie in der akademischen Lehre in Deutschland und der Schweiz tätig. Sie ist Professorin für Trends & Identity, doziert seit 2006 im gleichnamigen Bachelor und leitet seit 2008 das Masterprogramm Trends & Identity im Master of Arts in Design an der Zürcher Hochschule der Künste. Seit 2012 ist sie Mitglied des Institutes für Designforschung und leitet seit 2014 die Forschung innerhalb der Fachrichtung Trends & Identity, wo sie den Forschungsschwerpunkt Care Futures hauptverantwortlich vertritt. Seit der Sterbebegleitung einer nahen Angehörigen (2011-2015) befasst sich Stetter in diversen Vorträgen, Ausstellungen und Publikationen mit Sterben und Tod im Zeitalter des demografischen und digitalen Wandels und untersucht damit verbundene Individualisierungsprozesse in einer Gesundheitsgesellschaft. Ihr gegenwärtiger Forschungsgegenstand sind Sterbedinge, die am Lebensende das soziale Miteinander, Identität und Lebensqualität formen und bedingen. Stetter ist Teil des vom Schweizer National Fonds geförderten Forschungsprojektes „Sterbesettings- Eine interdisziplinäre Perspektive“ (2020-2023) und schreibt und gestaltet im Rahmen des SINTA-Programmes (HKB-Bern/Universität Bern) ihre Dissertation: «Things of Dying - Eine angewandte design-anthropologische Untersuchung der gegenwärtigen Sterbe- und Konsumkultur» (Arbeitstitel der PhD-Arbeit). Hier untersucht sie mit designethnografischen Methoden Dingwelten und Lebensstile am Lebensende, um zeitgemässe Care-Design-Produkte und -Strategien zu entwickeln. Sie absolvierte hierfür Weiterbildungen in Palliative Care und forschte über vier Jahre in institutionellen und privaten palliativen Orten. Basierend auf ihre Erkenntnisse hat Stetter 2019 Final Studio GmbH gegründet und finally., ein Brand, welches sich um unsere Lebensreise, vor allem in fragilen Zeiten kümmert, ins Leben gerufen. www.finally.design.
35:18 03.07.2022
DDCAST 97 - Prof. Dr. Joachim Curtius "UP UP IN THE AIR"
Prof. Dr. Joachim Curtius studierte Physik in Heidelberg. Nach Promotion am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und beruflichen Stationen bei NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) in Boulder, Colorado, und an der Universität Mainz wurde er 2007 Professor für „Experimentelle Atmosphärenforschung“ am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität Frankfurt. Seine Forschung betrifft die Themen Spurengase, Aerosole, Wolken und Klima. Hier beschäftigt er sich beispielsweise im Rahmen des CLOUD-Projekts am CERN in Genf mit der Bildung von Aerosolpartikeln in der Atmosphäre. Er ist wissenschaftlicher Koordinator mehrerer Verbundprojekte und gehört dem wissenschaftlichen Lenkungsausschuss für das deutsche Forschungsflugzeug HALO an. Er gehörte 2018 zu den weltweit meistzitierten Wissenschaftlern in den Geowissenschaften. Er engagiert sich für eine wissenschaftlich fundierte Kommunikation der Klimaproblematik in der Öffentlichkeit.
38:04 26.06.2022
DDCAST 96 - Erik Spiekermann "TYPOERIK75"
Erik Spiekermann ist Setzer, Drucker, Kunsthistoriker, Informationsdesigner, Schriftentwerfer und Fachautor. 1979 gründete er MetaDesign, ein Unternehmen, das ganz erheblichen Einfluss auf die Designentwiklcung und auf unzählige Designer:innen-Karrieren genommen hat. 1989 folgte die Grünung von FontShop, dem weltweit ersten Vertrieb elektronischer Schriften. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Geschäft ist er heute Aufsichtsrat bei Edenspiekermann, Berlin, Amsterdam, San Francisco & Los Angeles. Seine Typografische Werkstatt p98a.berlin verbindet digitale Techniken mit dem analogen Buchdruck. Er hat so viele Preise gewonnen und an so vielen Jurys teilgenommen, dass eine Aufzählung unsere Shownotes sprengen würde. Mehr zu ihm ihn den anliegenden Links. Dr. Mateo Kries, Direktor des Vitra Design Museums, schreibt über ihn: "Erik Spiekermanns grafische Identitäts- und Designarbeit ist seit den 1970er Jahren ein distinktiver Teil der visuellen Welt. Als Gründer von »MetaDesign« und »Edenspiekermann« gab er unter anderem dem ÖPNV Berlins, der Deutschen Bahn, dem »Economist« und Unternehmen wie Audi, Volkswagen und Bosch ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Seine Arbeiten wurden mit den prestigeträchtigsten Preisen Europas ausgezeichnet, nicht zuletzt ernannte ihn die britische Queen zum Royal Designer for Industry. »FontShop«, das erste Versandgeschäft für Computerschriften, geht ebenso auf seine kreative Initiative zurück wie zahlreiche Schriftentwürfe, u.a. ITC Officina und FF Meta – beide sind inzwischen als Klassiker auf vielen Festplatten vorhanden. Bis heute ist er eine zentrale Figur der deutschen und internationalen Designszene. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Geschäft betreibt er heute in Berlin eine experimentelle typografische Werkstatt unter dem Motto »Hacking Gutenberg«." Fontwerk über Erik Spiekermann https://fontwerk.com/de/designers/erik-spiekermann "Der Mann, dessen Regal Preise für sein Lebenswerk der renommiertesten Verbände und eine schön gerahmte Ehrendoktorurkunde schmücken. Dessen Fachbücher und die über ihn erschienene Designerbiografie internationale Bestseller wurden. Der mehr erfolgreiche Schriften gestaltet hat, als das Gesamtprogramm der meisten Foundries umfasst. Der als kurzweiliger Gast in Film-, TV- und Audio-Produktionen auftritt und der BBC bereits in den Achtzigern Typomanie erklärte. Der in drei Zeitzonen zu Hause ist und in jedem Ort mehr Fahrräder besitzt als eine sportliche Großfamilie. Der am Aufbau zwei der relevantesten Kreativagenturen, eines legendären Letterpress-Workshops, den zeitweilig wichtigsten unabhängigen Fontvertriebs und der größte Bibliothek zeitgenössischer Schriften mitwirkte."
42:13 19.06.2022
DDCAST 95 - Nicole Deitelhoff und Matthias Wagner K "Design for Democracy. Gestalten wir wie wir leben."
Prof. Dr. Nicole Deitelhoff ist Leiterin des Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Sie erwarb ihren M.A. in Political Science an the State University of New York at Buffalo und promovierte an der TU Darmstadt (summa cum laude). Sie hat eine große Anzahl von Forschungsprojekten durchgeführt und ist darin aktiv, u.a. als Senior fellow, program “Future of Democracy”, The New Institute Hamburg (TNI) Co-speaker Research Institute Social Cohesion (RISC); Head of Research Department “International Institutions” and Co-Head of Research Department “Transnational Politics” (with Prof. Dr. Christopher Daase), Peace Research Institute Frankfurt (PRIF); Executive Director at the Peace Research Institute Frankfurt (PRIF); Visiting Fellow am European University Institute, Florence; Visiting Fellow an der University of Hawaii at Manoa // Visiting Fellow am Center for European Studies, Harvard University; Visiting Professor an der Hebrew University Jerusalem; Professor of International Relations and Theories of Global Order an der Goethe Universität Frankfurt; Research Professor, Collaborative Research Centre “Transformations of the State”, an der Universität Bremen; Research Associate, Centre for Interdisciplinary Technology Studies (ZIT), an der TU Darmstadt Prof. Matthias Wagner K ist Ausstellungsmacher, Biennaleleiter, Kurator, Autor und seit 2012 Direktor des Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. Innerhalb eines Jahres positionierte Wagner K das Museum mit einem gänzlich überarbeiteten Ausstellungs- und Partizipationskonzept neu. Mit seinen wechselnden thematischen Ausstellungen richtet es seither den Fokus auf die Wahrnehmung gesellschaftlicher Strömungen und Entwicklungen. Es versteht es sich als ein Ort für sinnliche Denk- und Erfahrungsräume, für Gespräche und kritische Diskurse und zählt mittlerweile zu den international angesehensten und profiliertesten Museen seiner Art. Matthias Wagner K bekleidet zudem seit 2018 eine Honorarprofessor für Design Curating and Criticism an der HfG Offenbach, ist einer der drei Intendant:innen für Theater der Welt 2023. Frankfurt / Offenbach und leitet die Bewerbung Frankfurt RheinMain. World Design Capital 2026. Hierfür entwickelte er den Claim Design for Democracy. Atmospheres for a better life. Er ist Mitglied im Kuratorium der Peter und Irene Ludwig Stiftung und der Stiftung Urban Future Forum e.V..
55:28 12.06.2022
DDCAST 94 - Felix Kosok "Das queere Mannsbild"
Dr. Felix Kosok ist Designwissenschaftler und Grafikdesigner. Er promovierte 2020 an der HfG Offenbach zur ästhetisch-politischen Dimension des Designs. Seine Dissertation „Form, Funktion und Freiheit“ wurde 2021 beim transcript Verlag veröffentlicht. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt in den Bereichen Designästhetik, Politiken des Style sowie politisches Grafikdesign. Neben der Forschung ist er in der Designkollaboration Bureau069 selbst gestalterisch tätig. Für seine Arbeiten hat Felix Kosok bereits viele Auszeichnungen erhalten, unter anderem vom Type Directors Club New York. Seit 2021 ist Felix Kosok Professor für Grafikdesign und Designtheorie an der German International University Berlin. Dr. Felix Kosok ist Vorstand des Deutschen Designer Club, Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Designtheorie und Forschung und in der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik. Er ist Gründungsmitglied und im Vorstand des Offenbacher Kunstvereins Mañana Bold., Stockholm (2019). Ihr Space Loom #1 wurde 2019 vom Centre Pompidou erworben.
31:15 06.06.2022
DDCAST 93 - Hella Jongerius "Texture makes things human"
Hella Jongerius studierte an der Academy for Industrial Design Eindhoven und verbindet in ihrer Arbeit die neuesten Technologien mit uralten Handwerkstechniken. Sie sieht ihre Arbeit als Teil eines nie endenden Prozesses, und das gilt im Grunde für alle Entwürfe von ihr: Sie besitzen einerseits die Kraft einer abgeschlossenen Design-Entscheidung, vermitteln andererseits aber auch, dass sie Teil von etwas Größerem sind, mit einer Vergangenheit und einer ungewissen Zukunft. Das Unfertige, das Provisorische, das Mögliche – es liegt in der Aufmerksamkeit für das Unvollkommene, für die Spuren des Entstehungsprozesses und für das enthüllte Potenzial von Materialien und Techniken. Durch diese Arbeitsmethode würdigt sie nicht nur den Wert des Prozesses, sondern bezieht auch die Betrachter*innen, den Benutzer*innen, in ihre Untersuchung mit ein. Nach ihrem Abschluss an der Akademie für Industriedesign in Eindhoven gründete sie 1993 das Studio Jongeriuslab, in dem sowohl unabhängige Projekte als auch Arbeiten für Großkunden entwickelt werden. Dazu gehören Textilentwürfe für den Möbelstoffhersteller Maharam, die Inneneinrichtung der Delegierten-Lounge des UN-Hauptquartiers in New York, Kabineneinrichtungen für die Fluggesellschaft KLM, die Installation „Colour Recipe Research“ auf Einladung des Kurators Hans Ulrich Obrist für das MAK (Wien) und die Installation „A Search behind Appearances“, eine Kooperation mit Louise Schouwenberg im Auftrag der Serpentine Galleries. Zu den jüngsten Projekten gehören Einzelausstellungen im Gropius Bau, Berlin (2021), Lafayette Anticipations (2019) und Nationalmuseum, Stockholm (2019). Ihr Space Loom #1 wurde 2019 vom Centre Pompidou erworben. 2017 wurde Hella Jongerius mit dem Sikkens-Preis ausgezeichnet, einem der ältesten unabhängigen Kunstpreise der Niederlande, der alle paar Jahre an Personen oder Institutionen vergeben wird, die einen besonderen Beitrag zum Thema Farbe geleistet haben. In den letzten Jahren hat sich Jongerius auf Forschungsprojekte konzentriert, die zu großen Einzelausstellungen Ausstellungen wie Breathing colour im Design Museum, London; Interlace - textile research im Lafayette Anticipations, Paris, und Woven Cosmos im Gropius Bau, Berlin führten. Viele von Jongerius' Produkten befinden sich in den ständigen Sammlungen von Museen wie dem MoMA, New York, dem Victoria & Albert Museum, London, sowie der Neuen Sammlung, München oder dem Centre Pompidou, Paris. Seit 2009 lebt und arbeitet Hella Jongerius in Berlin.
37:09 29.05.2022
DDCAST 92 - Etta Madete "Nachhaltige und bezahlbare Wohnungen in Kenia"
Etta Madete Mukuba (*1992) ist Sustainable Design-Architektin und Projektmanagerin mit einem Schwerpunkt auf erschwinglichem nachhaltigen Bauprojekten – sowie eine mit Awards geehrte Violinistin. Sie ist EDGE-Expertin und Aspen Senior Fellow. Sie hat mit Rem Koolhaas an der Harvard Graduate School of Design und dem Guggenheim Museum in New York zusammengearbeitet. Derzeit ist sie die Leiterin für bezahlbaren Wohnraum bei BuildX Studio und Dozentin (TF) an der Universität von Nairobi. In all diesen Funktionen praktiziert, lehrt und forscht sie zu architektonischen Designinnovationen, die eine nachhaltige wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung in Kenia und darüber hinaus ermöglichen sollen. Zur Zeit promoviert sie an der Universität Nairobi über "Air Quality in Dense Apartment Blocks; A case of Nairobi, Kenya". 2021 erhielt sie ihren Master of Architecture in Umweltdesign von der Universität von Nairobi. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und ist in mehreren Berufsverbänden aktiv, u.a. hat sie die Berufsregistrierung als eingetragener Architekt in Kenia; sie war 2020 am Aspen Institute New Voices Senior Fellow mit fortgeschrittener Ausbildung in Advocacy. Sie ist Mitglied der Architektonischen Vereinigung von Kenia (AAK)- Mitglied im Women in Real Estate (WIRE)- Mitglied Kenya Property Developers Association (KPDA)- Mitglied. Wichtig für sie sind die zahlreiche Projekte im Bereich erschwinglicher Wohnungsbau bei BuildX Studio, einem Architektur- und Bauunternehmen mit Sitz in Nairobi, die sie seit 2019 als Architektin und Projektleiterin durchgeführt hat, Außerdem lehrt sie seit 2017 an der Universität von Nairobi im Fachbereich Architektur. In ihren großen Projekten, wie Zima Homes Affordable Housing (2020- ), führt sie Machbarkeitsstudien durch, leitet das Projekt, stellt Businesspläne auf und sorgt für Kredite und Zuschüsse. CSR UND GEMEINSCHAFTSAKTIVITÄTEN Sie ist vielfältig in Social Responsibility-Projekten tätig. So war sie 2014-2020 Lead Facilitator für die John Mukaye Madete Foundation, die die Schulgebühren für unterprivilegierte Schüler im Westen Kenias finanziert und ihnen Führungsqualitäten vermittelt. Sie ist Gründerin und war 2011-2013 Tutorin des Geigenprogramms bei Ghetto Classics, das Musik unterrichtet und Schüler aus Korogocho, Nairobi, betreut. BuildX Studio Leitende Kuratorin für die Barbican-Ausstellung "Unsere Zeit auf der Erde", die in der Curve Gallery in London im Mai 2022 eröffnet wird. Sie war 2018-2020 leitende Forscherin und Co-Kuratorin für "Countryside Studio", in Zusammenarbeit mit dem Team von Rem Koolhaas in den OMA Studios (Niederlande), der Harvard Graduate School of Design und dem Guggenheim Museum in New York SEMINARE UND GREMIEN Moderatorin für Healthy Cities-Healthy Cities Healthy People launch an event by WHO, UN habitat etc. // Moderatorin für den East Africa Property Investment Summit (EAPI) - WIRE-Panel-Präsentation - Kenya's Built Environment Sector's Economic Recovery Plan Through a Gender Lens - Juli 2021; Präsentation eines Vortrags über 'African Avant Gard' an der Städelschule - Mai 2021; Panelist- Habitat for humanity- SANKALP global health circular design; Moderatorin bei Veranstaltungen von WIRE (Women in Real Estate), Kenyatta University, JKUAT, Cafe construct podcast, AAK Webinars, UN75, The future is unwritten Dialogue, UN SDG action zone-Speaker, Carbon positive reset; Lead Facilitator bei Nafacity - Planning & Design Workshop in Zusammenarbeit mit UCL und British Council (2018); Kenianische Vertreterin bei der internationalen Student Design Charrette des Royal Institute of British Architects (RIBA), gesponsert von der Commonwealth Association of Architects (CAA-2017); Kenianische Vertreterin des Commonwealth Youth Orchestra, Teilnehmerin an Konzerten in London und Glasgow (2013 und 2016)
39:35 22.05.2022
DDCAST 91 - Gesche Joost "Die Design Forscherin"
Prof. Dr. Gesche Joost studierte erst Architektur, bevor sie ein Designstudium an der Köln International School of Design begann. Nach dem Diplom verbrachte sie einige Monate am Illinois Institute of Technology in Chicago, um im Anschluss an ein Rhetorikstudium an der Eberhard Karls Universität Tübingen mit einer Arbeit über die Grundzüge der Filmrhetorik zu promovieren. Heute ist sie Leiterin des Design Research Lab an der Universität der Künste Berlin. Dort lehrt und forscht sie in den Bereichen Social Design, Material Interaction und Digitale Souveränität. Sie leitet die Forschung zur Transformation der digitalen Gesellschaft am Weizenbaum-Institut und den Forschungsbereich Interaktive Textilien am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Mit den Themengebieten ihrer Forschungs- und Lehrprojekte wie Mensch-Maschine-Interaktion, Gender- und Diversity-Aspekte in der Technologie-Entwicklung sowie soziale Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Teilhabe stellt Gesche Joost die drängenden Fragen unserer Zeit. Die neuen Formen der Forschung, die sie mit ihrem Team entwickelt, stellen ein partizipatives und transformierendes Design ins Zentrum, das die heutigen Herausforderungen auf eine offene, kollaborative Art und Weise angeht. Sie betrachtet die ethischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Aspekte des digitalen Wandels und zeigt, an welchem Punkt Design ansetzen muss, um als mitgestaltende Kraft zu einer nachhaltigen, inklusiven und lebenswerten Gesellschaft beizutragen. Gesche Joost ist Mitgründerin der Non-Profit-Organisation Calliope, die Kindern digitales Lernen ermöglicht, hat Aufsichtsratsmandate bei SAP, Otto bock und der ING Diba. Und sie ist Mitglied im Präsidium des Goethe Instituts. 2021 wurde sie als Ehrenmitglied in den Deutschen Designer Club aufgenommen.
54:50 15.05.2022
DDCAST 90 - Lisa Borgenheimer "Communicating Complexity"
Lisa Borgenheimer studierte 2009 bis 2015 Kommunikationsdesign (B.A.) und Interaktive Medien (M.A.) an der Fachhochschule Augsburg. Derzeit promoviert sie mit dem Thema »Informing Information« an der Bauhaus-Universität Weimar. Schon während des Studiums in Augsburg war sie Mitglied des Elite-Netzwerks der Fachhochschule Augsburg und arbeitete als Informationsdesignerin bereits an der Fachhochschule Augsburg, für die Süddeutsche Zeitung, ZEIT Online, Verlag, INgraphics, Magazin 139.5, etc. Von 2015 – 2018 war sie Assistant Professor/Researcher für Informationsdesign & Visual Storytelling im Masterstudiengang Eco-Social Design an der Freien Universität Bozen. Dort konzentrierte sie sich zunehmend auf ökosoziale Transformationsprozesse mithilfe von visuellem Wissenstransfer und leitete das zweijährige geförderte Forschungsprojekt »Bürgerhaushalt in Mals (Obervinschgau)«. Borgenheimers Hauptforschungsgebiet sind die Methodik und der Prozess des Informationsdesigns. Sie ist Expertin für Konzeption, Design und Entwicklung statischer und interaktiver Informationsgrafiken. Sie arbeitete in interdisziplinären Forschungsprojekten zusammen mit Designer:innen, Künstler:innen, Programmierer:innen, Wissenschaftler:innen und externen Partner:innen. Nennenswert ist dabei auch das Projekt »Datenvisualisierung für die LEW (RWE)« zusammen mit der Hochschule Augsburg. Es folgten internationale/nationale Workshops und Vorträge an verschiedenen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Konferenzen. Borgenheimer ist als Jurymitglied der Asian Media Awards tätig und selbst Preisträgerin von nationalen und internationalen Auszeichnungen, wie der Malofiej Award, Information is Beautiful Award, IIID Award und der European Student Award. Sie leitet den International Student Workshop auf der Malofiej Konferenz in Pamplona. Sie ist Mitglied der Society for News Design (SND) und der Bauhaus Research School in Weimar. Als Lehrbeauftragte lehrte Borgenheimer an unterschiedlichen Hochschulen in Europa. Darunter die Hochschule Augsburg, Bauhaus-Universität Weimar, Freie Universität Bozen und gab verschiedene Kurse in Informationsdesign, Datenvisualisierung und Visual Storytelling. 2019 bis 2020 wurde sie durch die LaKoF Bayern »rein-in-die-hörsäle« an der Hochschule Augsburg mit Lehraufträgen gefördert. Sie ist Mitglied in der „Theme Advisory Group“ der EZB für die Neugestaltung der neuen Euroscheine und dabei stellvertretend für Deutschland. Seit Wintersemester 2020 ist Lisa Borgenheimer Professorin für Informationsdesign an der HfG Offenbach.
39:00 08.05.2022
DDCAST 89 Michael Volkmer - "Da anfangen wo wir stehen"
Michael Volkmer absolvierte in Hamburg eine Ausbildung zum Fotografen ehe er an der Fachhochschule Wiesbaden Kommunikationsdesign studierte. Nach seinem Abschluss gründete er 1994 die Kreativ-Agentur Scholz & Volkmer mit Schwerpunkt auf Design und digitale Markenführung. An den beiden Standorten Wiesbaden und Berlin arbeiten heute mehr als 140 Mitarbeitende für Kunden wie Deutsche Bahn, adidas, Mercedes-Benz und Riese & Müller, aber auch für Greenpeace, regionale Umweltinitiativen oder das Hessische Umweltamt. Michael Volkmer hat insgesamt an über 50 Jurys teilgenommen, darunter ADC, DDC, iF Design, RedDot und Cannes Lions. In den Kreativrankings belegt Scholz & Volkmer mit über 650 nationalen und internationalen Auszeichnungen seit Jahren die vorderen Plätze. Michael Volkmer hat sich mit seiner Agentur zum Ziel gesetzt, die wirtschaftlichen Ziele seiner Kunden mit den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit in Einklang zu bringen. Neben Kreation treibt die Agentur eigene nachhaltig orientierte Projekte sowie soziale Innovationen voran. So entstehen im Sinne der agentureigenen Nachhaltigkeitsstrategie „Shared Value“ Produkte wie der Stadtluft-Anzeiger „NOxMas“, die Zeitgeschenke-Plattform „Zeit-statt-Zeug“, die „CO2-Web-App“, die durch kleine alltägliche Aktionen zum CO2-Einsparen animiert oder das „Kiezkaufhaus“ – eine regionale und ökologische Alternative zu Amazon. Zusammen mit Prof. Harald Welzer hat er die Initiative bzw. den gemeinnützigen Verein „Bilder der Zukunft“ gegründet, der sich für alternative, reduktive und soziale Zukunftsszenarien einsetzt. Im Jahr 2006 rief Michael Volkmer die „see-Conference“ ins Leben, die mittlerweile in Deutschland zu den größten Designkonferenzen zählt und sich mit gesellschaftspolitischen Themen befasst.
38:58 01.05.2022
DDCAST 88 - Werner Sobek - "Erderwärmung ist keine Krise sondern ein neuer Zustand"
Prof. Dr. Dr. E.h. Dr. h.c. Werner Sobek wurde 1953 in Aalen geboren. Er ist Architekt und beratender Ingenieur, Gründer des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart und Initiator des Sonderforschungs-Bereichs SFB 1244 über „Adaptive Hüllen und Strukturen für die gebaute Umwelt von morgen“. Darüber hinaus ist er Gründer und Ehrenpräsident mehrerer gemeinnütziger Initiativen wie z.B. dem aed e.V. 2022 wurde er von der Zeitschrift Cicero als einziger Architekt und Ingenieur in die Liste der 500 wichtigsten deutschsprachigen Intellektuellen aufgenommen. Das von ihm gegründete weltweit tätige Planungsbüro beschäftigt über 350 Mitarbeiter:innen. Das Unternehmen bearbeitet alle Typen von Bauwerken und Materialien. Besondere Schwerpunkte liegen auf dem Entwurf und der Planung von Tragwerk, Fassade und Technischer Gebäudeausrüstung sowie auf der bauphysikalischen Beratung. Ziel ist hierbei eine gebaute Umwelt, die atemberaubend schön ist und die gleichzeitig den Interessen kommender Generationen gerecht wird – Werner Sobek will für mehr Menschen emissionsfrei und mit weniger Material bauen.
31:22 24.04.2022
DDCAST 87 - HARALD WELZER "EXTRAAUSGABE - DEMOKRATIE GESTALTEN"
Prof. Dr. Welzer studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Literaturwissenschaft und wurde 1988 in Soziologie promoviert. Er habilitierte sich gleich zweifach – 1993 in Sozialpsychologie und 2001 in Soziologie. Er war Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research (CMR) und Leiter verschiedener Teilprojekte des Forschungsschwerpunkts KlimaKultur am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Von 2001 bis 2012 war er Professor für Sozialpsychologie an der privaten Universität Witten/Herdecke. Welzer ist Mitbegründer und Direktor der gemeinnützigen Stiftung Futurzwei – Stiftung Zukunftsfähigkeit, die sich das Aufzeigen und Fördern alternativer Lebensstile und Wirtschaftsformen zur Aufgabe gemacht hat. Seit Juli 2012 ist er Honorarprofessor für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg, wo er das Norbert Elias Center for Transformation Design & Research leitet. Desweiteren ist er Affiliated Member of Faculty am Marial-Center der Emory University (Atlanta/USA). Er lehrt an der Universität St. Gallen und ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Beiräte und Akademien. Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre sind Erinnerung, Gruppengewalt und kulturwissenschaftliche Klimafolgenforschung. Welzer ist Herausgeber FUTURZWEI, einer vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift für Politik und Zukunft. Er ist Bestseller-Autor. Seine Bücher wurden in ei. dutzend Sprachen übersetzt. Sein jüngstes Buch "Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens" verfasste im Anschluss an einen Herzinfarkt, den er glücklicherweise überlebte. Das Buch wurde zu einem vielfach nachgedruckten Bestseller.
24:44 22.04.2022
DDCAST 86 - Mariana Amatullo "Die Chef-Diplomatin des Social Design"
Mariana Amatullo ist außerordentliche Professorin für Strategisches Design und Management an der Parsons School of Design. Sie ist Mitglied des Parsons DESIS Lab und des Graduate Minor in Civic Service Design der Universität und fungiert als Vice Provost für Global Executive Education und strategische Online-Initiativen an der New School, New York. Mariana ist derzeit Präsidentin von Cumulus, der internationalen Vereinigung von Hochschulen und Universitäten für Design, Kunst und Medien. Zuvor war Mariana Mitbegründerin und Leiterin der preisgekrönten Abteilung für soziale Innovation, Designmatters, am ArtCenter College of Design in Pasadena, Kalifornien. Marianas akademische Recherchen und Veröffentlichungen schlagen eine Brücke zwischen den Bereichen Design und Management und untersuchen die Rolle einer Designhaltung als kognitiver Ansatz für soziale Innovation und organisatorisches Lernen. Zu ihren redaktionellen Projekten gehören LEAP Dialogues: Career Pathways in Design for Social Innovation als leitende Redakteurin und das Open-Source-Projekt LEAP Dialogues: The Educator's Guide. Als Global Fellow der Royal Society for the Arts (RSA) und von Salzburg Global hat Mariana zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Inaugural DELL Award for Outstanding Social Innovation Education (2012). Mariana hält international Vorträge über Design und soziale Innovation und ist Mitglied in mehreren Jurys und Beiräten, unter anderem im Vera List Center for Arts and Politics. Mariana hat einen Doktortitel in Management von der Case Western Reserve University, einen M.A. in Kunstgeschichte und Museumsstudien von der University of Southern California und eine Licence en Lettres von der Sorbonne in Paris, wo sie auch Kunstgeschichte an der Ecole du Louvre studierte. Als gebürtige Argentinierin und Kind eines Diplomaten wuchs Mariana in der ganzen Welt auf.
37:21 17.04.2022
DDCAST 85 - Philipp Langenbach "Grünes Banking - wie geht das?"
Philipp Langenbach ist seit März 2022 als Generalbevollmächtigter Mitglied der Geschäftsleitung der UmweltBank und zusätzlich für den Personalbereich verantwortlich. Zuvor war er seit 2018 Leiter Marketing & PR. Eine klar positionierte Marke in einem immer grüner werdenden Markt zu betreuen, empfindet er als Herausforderung, die ihn mit großer Freude erfüllt. Vor der Bank war Philipp Langenbach 15 Jahre lang bei der Nürnberger Agentur triebwerk tätig. Dort hat sich vom studentischen Texter bis zum Creative Director entwickelt und maßgeblich den Bereich Markenberatung für Mittelständler mit aufgebaut. Einer der Kunden war die UmweltBank, die nach einem erfolgreich abgeschlossenen Marken-Relaunch-Projekt die Fühler nach ihm ausstreckte.
32:35 10.04.2022
DDCAST 84 - Judith Block "Über Megatrends, Menschenliebe und Mut"
Judith Block stellt sich das Leben als Aneinanderreihung von folgenschweren Entscheidungen vor, die in vollkommener Unwissenheit gefällt werden müssen und deren Konsequenzen man folglich besser mit viel Humor begegnen sollte. Die erste große Entscheidung war ein Design-Studium an der hfg Offenbach – ohne zu wissen, was Design überhaupt sein könnte. Was eine gute Designerin ausmacht, versuchte sie dann bis 2018 herauszufinden. Doch statt der Liebe zu den Objekten weckte die Hochschule eine Leidenschaft für große Narrative. Sie gründete zusammen mit Florian Arnold und Sinja Möller ein Design-Philosophie-Kollektiv, das neue Narrative zur digitalen Öffentlichkeit suchte und veranstaltete Symposien zu Künstlicher Empathie und dem Design von Virtuellen Gesichtern. Im Anschluss an ihr Diplom entwickelte sie ein Ausstellungsformat, das den Diskurs um Gesichtserkennungs-Technologien neu erzählte. Seit 2021 arbeitet sie als Zukunftsforscherin am Zukunftsinstitut, einem Thinktank der sich gesellschaftlichen Trends und der Frage widmet, wie sich eine Gesellschaft entwickelt, die das Beste aus sich und der Welt macht. Judith Block ist außerdem ein großer Fan von Zirkusartistik und nutzt ihre Freizeit zum Üben und Lehren von Akrobatik.
42:47 03.04.2022
DDCAST 83 - Anatoli Skatchkov "Man muss immer aus Liebe handeln"
Anatoli Skatchkov aka Nathaniel Knop ist preisgekrönter Filmemacher, geboren 1968 in eine jüdische Familie in Czernowitz/Ukraine. Nach dem Studium der Psychiatrie sowie der Regieassistenz bei A. Kaidanovsky und K. Zanussi kam er als Nipkow-Stipendiat (Europäisches Stipendium für Professionals in den audio-visuellen Medien) nach Berlin. 1995 gründete er seine Firma KINOBRIGADA. Er arbeitete für die Fernsehkanäle 3SAT und ARTE, für Museen, u.a. das Russische Staatsmuseum in Sankt-Petersburg sowie das MAK in Frankfurt. Er lebt mit seiner Frau und fünf Kindern in Frankfurt am Main. Filmographie (Auswahl) 1. Regie: 2022 Nathan Farb & the Cold War (Work in Progress) Unterstützt von Hessen Film & Media 2022 In der Luft, da bleibt deine Wurzel (Work in Progress) Unterstützt von Hessen Film & Media 2022 Zeitzeugentheater (Work in Progress) Unterstützt von ZWST 2019 The Watson's Hotel (Audience Award, Lichter IFF, 2019) Unterstützt von der Hessischen Filmförderung und der Akademie der Künste, Berlin 2016 The Storyteller. After Walter Benjamin (Winner, On Art IFF, 2017; Best Documentary 12 IFF, 2019) Unterstützt von Hessische Filmförderung 2011 Pavlik +100 2005 Mikhail Shvartsman. Recognition 2004 Anna Staritsky. La vie collage 2001 Das Nitschewoland (Audience Award, Kassel FF, 2003) Unterstützt von der Hessischen 
Filmförderung 2. Kamera und Schnitt: 2016 A Gravame –Das Stahlwerk, der Tod, Maria und die Mütter von Tamburi (Winner, Lichter IFF, 2017, Nom. Hessische Filmpreis 2017, Deutsche Filmpreis 2017) 2011 Kein Vertrauen. Keine Angst. Um nichts bitten (Russische Dokumentarfilmpreis 2012), Unterstützt von Hessische Filmförderung 2011 When in Rome 2008 Leningrad – Der Mann, der singt 3. Teilnahme an Filmfestivals (Auswahl): Frankfurt, Kassel, Krakau, Leipzig, Lissabon, Locarno, Mexico, Milano, Moskau, New York, Nowosibirsk, Perpignan, Pune, Sankt-Petersburg 4. Auftragsprojekte für (Auswahl): NTV, ZDF, 3SAT, ARTE; Museum für Angewandte Kunst, WELTKULTUREN Museum und Goethe-Museum, Frankfurt; ID-Frankfurt; Russisches Staatliches Museum, Sankt-Petersburg; Hebbel Theater, Berlin; Altana Stiftung, Bad Homburg; Mousonturm; Deutsche Telekom.
39:23 27.03.2022
DDCAST 82 - Claudia Díaz Sánchez, Laura Schlotthauer, Katja Lis "Diverse Kommunikation braucht diverse Menschen"
Claudia Díaz Sánchez ist in Havanna, Kuba geboren. Als Tochter eines regimekritischen Schriftstellers und Filmemachers musste sie mit acht Jahren nach Europa ins Exil, zunächst nach Berlin und dann nach Madrid. Sie studierte Lateinamerikastudien an der Freien Universität in Berlin (FU) und war kurze Zeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ostasiatischen Seminar der FU, wo sie jedoch schnell merkte, dass ihr die praktische Arbeit mehr lag. Ihre Agenturkarriere startete sie ebenfalls bei Scholz & Friends Agenda, danach war sie über sechs Jahre bei der größten inhabergeführten Agentur Serviceplan, wo sie verschiedene Karrierestufen erreichte. 2019 wechselte sie als Standortleiterin zu ressourcenmangel und dann in die Geschäftsführung, wo sie unter anderem für den Bereich Client Services zuständig ist. Laura Schlotthauer ist gebürtige und stolze Frankfurterin. Aktuell lebt sie, wie sie selbst sagt, im Berliner Exil. Sie studierte Global Media and Communications an der London School of Economics and Political Science in London und an der Annenberg School for Communication in Los Angeles. Nach ihrem Studium war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute of Electronic Business der UDK in Berlin, entschied sich dann aber gegen eine wissenschaftliche Karriere und startete bei Scholz & Friends Agenda in die Agenturwelt. Nach drei Jahren wechselte sie zu Ketchum Pleon. 2017 übernahm sie die Leitung des Kampagnenteams bei ressourcenmangel in Berlin, zwei Jahre später wechselte sie u. a. für das Thema „Organisationsstruktur und Zusammenarbeit“ in die Geschäftsführung und übernahm später auch die kaufmännische Leitung des Standortes. Katja Lis kommt gebürtig aus Leipzig und wuchs seit der Wiedervereinigung in Frankfurt am Main auf. Nach dem Kommunikationsdesignstudium an der HfG Offenbach und der Arbeit in Agenturen in London und Amsterdam gründete sie 2013 zusammen mit ihrem heutigen Mann Alexander Lis die Agentur DBF designbüro frankfurt. Die Agentur ist spezialisiert auf Markenberatung, Corporate Design und UX/UI-Design. Gemeinsam mit Alexander Lis führt sie die Agentur bewusst als Doppelspitze. Auch in ihrer ehrenamtlichen Arbeit setzt sie sich für mehr Diversität in Agenturen ein. Sie ist Berätin im DDC für Diversity und Mitinitiatorin der Plattform Women of DDC, welche die Sichtbarkeit, die Vernetzung und das Unternehmertum von Gestalterinnen stärkt. 2021 entwickelte sie die Eventreihe Learn & Burn, ein DDC Lab für Female Leadership und Nachwuchsförderung in der Branche. Die Kommunikationsdesignerin Katja Lis arbeitet zudem als Workshopleiterin und Moderatorin. Laura und Claudias Gemeinsamkeit Laura Schlotthauer und Claudia Díaz Sánchez betreiben flexibles Jobsharing: Beide sind Geschäftsführerinnen der multichannel Agentur ressourcenmangel in Berlin, dem mit rund 130 Mitarbeitenden größten Standort der Ressourcenmangel-Gruppe, und Vorständinnen im Gesamtverband Werbeagenturen (GWA). Dort sind sie für das Ressort Diversity, Equity and Inclusion (DE&I) sowie Arbeitszeitmodelle zuständig und unterstützen den kulturellen Wandel in den deutschen Kommunikationsagenturen. Die Idee für das Jobsharing hatte Laura, als sie ihr zweites Kind erwartete. So kam Claudia dazu, als Laura in Elternzeit ging und Laura war da, als Claudia ihr erstes Kind bekam. Durch die geteilte Führungsverantwortung ist es beiden möglich, sich zusätzlich zum Job im GWA ehrenamtlich zu engagieren.
36:44 20.03.2022
DDCAST 81 - Ondřej Chybík "Driven by ego, curiosity and naivety"
Ondřej Chybík (*1985, Brünn, Tschechische Republik) ist Mitbegründer des Studios Chybik+Kristof mit Sitz in Prag, Brünn und Bratislava. Er studierte Architektur und Städtebau an der Technischen Universität Brünn in der Tschechischen Republik, an der TU Graz in Österreich und an der ETH Zürich in der Schweiz. Seine Arbeiten wurden im MoMA NYC als Teil der Ausstellung Uneven Growth ausgestellt. Er arbeitete im Atelier Vienne-se, PPAG. Derzeit lehrt er an der Fakultät für Kunst und Architektur der Technischen Universität Liberec, Tschechische Republik. Er lehrte an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität Brünn und war Gastkritiker an der Fakultät für Architektur der Slowakischen Technischen Universität in Bratislava, Slowakei, an der Fakultät für Kunst und Architektur in Liberec, Tschechische Republik und am Politecnico di Milano, Italien. Er war Mitglied in internationalen Jurys von Architekturwettbewerben und nationalen Architekturpreisen in der Slowakei und der Tschechischen Republik. Zusammen mit dem Studio hat er eine Reihe von Auszeichnungen erhalten, darunter den AR Design Vanguard 2019, und nahm mit dem Projekt OUT-HABIT an der Architekturbiennale von Tiflis teil.
34:06 13.03.2022