Show cover of In extremen Köpfen - mit Leon Windscheid

In extremen Köpfen - mit Leon Windscheid

Kein Kopf ist gleich. Aber manche sind vollkommen anders. Egal ob Mörder oder Helden: Der Podcast über Menschen, die extreme Herausforderungen für sich gemeistert haben. In den Tiefen der Psyche lichtet sich der Wahnsinn unserer Zeit. Hier gibt es Antworten, die keiner erwartet. Jeden Donnerstag gibt es die alten Folgen mit Dr. Leon Windscheid überall, wo es Podcasts gibt.

Titel

Wenn Hass dein Leben bestimmt – mit Philip Schlaffer
Höre über 30 weitere Folgen von "In extremen Köpfen" mit Leon Windscheid exklusiv bei Podimo. Teste Podimo unter www.podimo.de/leon 45 Tage kostenlos und entdecke hunderte exklusive Podcasts und über 25.000 Hörbücher. Neonazi, Rocker, Gefängnis-Insasse: Das alles war Philip Schlaffer in seinem alten Leben. Als Jugendlicher gerät er in die rechte Szene, wird zu einer führenden Person von Neonazi-Gruppen in Wismar, Mecklenburg-Vorpommern. Als junger Mann ist er getrieben vom Hass, abends zieht er mit seinen Neonazi-Kollegen los und hofft inständig, dass es zu Gewalt kommt. Dabei bleibt es nicht, er wird Anführer einer rechten Rockergruppe, betätigt sich im Drogenhandel und in der Prostitution. Das alles endet in einer Verurteilung und zwei Jahren Haft. Wie Philip Schlaffer es mit einer Therapie aus der rechtsradikalen Szene geschafft hat, erzählt er uns in dieser Folge.
75:16 07.03.24
Wie es ist, beim KSK zu dienen – mit Oliver Schneider
Das Härteste, was man jungen Menschen in einer Demokratie zumuten kann. So wurde das Kommando Spezialkräfte (kurz KSK) mal von einem ehemaligen Kommandeur bezeichnet. Oliver Schneider war Teil dieser Spezialeinheit der Bundeswehr. Er hat die extrem fordernde Ausbildung durchlaufen, war danach bei Operationen in Krisengebieten wie dem Kosovo im Einsatz. Was er dabei gelernt hat: Auch in extremen Ausnahmesituationen einen kühlen Kopf zu behalten. Diese Fähigkeit nützt ihm auch in seinem heutigen Job. Als Krisenmanager berät er unter anderem Reedereien, wenn Piraten Schiffe entführt oder ihre Mitarbeitenden als Geiseln genommen werden. In dieser Folge erzählt uns Oliver Schneider, wie man erfolgreich mit Piraten verhandelt und was ihm durch den Kopf ging, als er damals als KSK-Soldat in ein Minenfeld geraten ist.
89:33 01.03.24
Locked-In-Syndrom: Wenn man im eigenen Körper gefangen ist – mit Jacqueline Janke
Mit 25 Jahren erleidet Jacqueline Janke einen schweren Autounfall. Ihre Mitfahrerin stirbt, sie selbst fällt ins Koma. Die Ärzte hatten sie schon aufgegeben: "Ach, die wird eh nicht mehr." Doch was die Ärzte achtlos an ihrem Bett sagten, hat Janke mitbekommen. Sie war nämlich nicht im Wachkoma, sondern litt unter dem Locked-In-Syndrom. Eine seltene Krankheit, bei der der Körper zwar gelähmt ist und das Sprechen meist nicht funktioniert, bei der die Patient:innen aber bei vollem Bewusstsein sind. Wie ihre Tante glücklicherweise feststellte, dass Jacqueline Janke alles um sich herum mitbekam und wie sie sich schließlich aus dem Zustand herauskämpfte, erzählt sie in der aktuellen Folge.
81:47 22.02.24
Wenn der Partner sich das Leben nimmt – mit Teresa Enke
Es ist ein Schock für ganz Deutschland: Im November 2009 nimmt sich der Fußballtorwart Robert Enke das Leben. Für die Öffentlichkeit komplett unerwartet, denn seine Depression war ein gut gehütetes Geheimnis. Jahrelang kämpfe Robert Enke mit dem Leistungsdruck des Profifußballs und mit seiner Krankheit. Seine Frau Teresa Enke gründet darauf im Jahr 2010 die Robert-Enke-Stiftung. Mit dieser Stiftung will sie über die Krankheit Depression aufklären. Im Podcast erzählt Teresa Enke uns, wie sie den Kampf ihres Mannes gegen seine Depression erlebt hat und wie ihr Leben nach seinem Tod weiterging.
83:46 15.02.24
Wenn Perfektionismus krank macht – mit Sven Hannawald
Im Jahr 2002 steht Sven Hannawald am Höhepunkt seiner Karriere: Bei der prestigeträchtigen Vierschanzentournee gewinnt er als erster Sportler überhaupt alle vier Springen bei einem Wettbewerb. Doch dieser Triumph kommt mit einem großen Preis. Zwei Jahre später begibt er sich in eine Spezialklinik: Burnout, Depression und Essstörung. In dieser Folge gibt uns Sven Hannawald einen Einblick in den Hochleistungssport. Er erzählt uns, warum er nicht vorher die Notbremse ziehen konnte und was er in der Klinik lernt. Ein Lehrstück über rote Linien – wir wir sie erkennen und nicht überschreiten.
85:43 08.02.24
Warum eine Geschlechtsangleichung nicht immer die Lösung ist – mit Nadia Brönimann
Von der eigenen Familie wegen ihrer Sexualität geächtet, immer suchend nach der eigenen Identität: Die Transfrau Nadia Brönimann hat mit 29 schon einen langen Weg hinter sich, als sie sich einer Geschlechtsangleichung unterzieht. Sie hofft, ihr altes Leben hinter sich zu lassen und als neuer Mensch aufzuerstehen. Sie will eine Traumfrau werden. Doch ihr gewünschtes Ideal stellt sich nicht ein. In dieser Folge erzählt Brönimann, warum sie heute mit ihrer weiblichen Lebensform zufrieden ist, aber bereut, wie viel sie ihrem Körper zugemutet hat. Sie will anderen jungen Transmenschen mitgeben, dass das eigene Geschlecht nicht von chirurgischen Eingriffen abhängig ist.
89:10 01.02.24
Warum wir Menschen zu Dämonen machen – mit Dr. Nahlah Saimeh
Dr. Nahlah Saimeh ist forensische Psychiaterin und das, was man im Volksmund True-Crime-Autorin nennt. Ihr Job ist es, die Schuldfähigkeit von Angeklagten sowie die potenzielle Gefahr, die von Inhaftierten im Falle einer Entlassung ausgehen könnte, zu bewerten. Dass sie für diesen Beruf eine besonders objektive Brille braucht, ist genauso klar wie ihre Kritik an jeglichem Schwarz-Weiß-Denken in Hinblick auf die Täter - ohne dabei relativierend zu sein. Was wir davon gesamtgesellschaftlich lernen können, und wie groß die Rolle unseres Umfeldes ist, um "gut" von "böse" zu unterscheiden und in unserem Handeln umsetzen zu können, erzählt uns Dr. Nahlah Saimeh in dieser Folge.
97:53 25.01.24
Psychische Gesundheit in der Porno-Branche – mit Lou Nesbit
Lou Nesbit ist knapp 18, als sie anfängt, einen Camgirl-Kanal zu betreiben. Schon bald wird sie von einem szenebekannten Darsteller zu ihrem ersten Porno-Dreh eingeladen. Dort geht es direkt extrem zur Sache – extremer, als ihr eigentlich lieb ist. Lou macht alles mit und realisiert in dem Moment gar nicht, was mit ihr geschieht und was das mit ihr anstellt. Sie rutscht rein in einen Exklusivvertrag, aus dem sie so schnell nicht wieder rauskommt, und betäubt sich mit Drogen, um das alles zu ertragen. Bis sie einen öffentlichen Zusammenbruch erleidet. Was Lou gern vor ihrem Einstieg in die Porno-Industrie gewusst hätte, wie sie letztlich die Reißleine zieht, trotzdem noch die Liebe am Set findet, und vor allem ausdrücklich NICHT nur schwarz-weiss über die Branche denkt, erzählt sie uns in dieser Folge.
81:42 18.01.24
Wie man übers Mittelmeer aus Syrien flüchtet – mit Muhannad Taha
Muhannad studiert zur Zeit des arabischen Frühlings in Aleppo. Als die Regierung anfängt, gegen den Widerstand anzugehen, gerät die Bevölkerung zwischen die Fronten. Muhannad wird uns vom Alltag im Bürgerkrieg erzählen. Vom Studieren, von Autobomben vor dem Haus, von Explosionen bei Nacht und von der ständigen Angst, im Schlaf zu sterben. Und davon, wie es ist, die Entscheidung treffen zu müssen, keine Heimat mehr zu haben. Muhannad wird uns minutiös von der 18-tägigen Flucht seiner Familie über das Mittelmeer und die Balkanroute berichten – von den Gefahren, den Schleppern, dem viel zu kleinen, überfüllten Boot, von der Rettung und dem langen Weg nach Deutschland. Und wie ihn sein dreifaches Trauma letztlich dazu inspiriert hat, anderen zu helfen, die ähnliches durchlebt haben.
94:02 21.12.23
Wie man sich aus einer Zwangsehe befreit – mit Cennet Krischak
Cennet ist 13, als sie wider Willen mit einem 25 Jahre alten Mann verheiratet wird. Ein Jahr später ist sie Mutter. Für sie beginnt ein neues Leben voller Zwänge, Fremdbestimmung, Bedrohung und letztlich auch Suizidversuchen. Wie sie es schafft, sich daraus zu befreien, was sie dabei antreibt und am Leben hält, und wie man aus Trotz mehr erreichen kann, als der Rest der Welt von einem erwarten würde, erzählt sie uns in dieser Folge. [Hinweis: Wer Suizidgedanken hat oder durch eine schwere emotional und psychisch labile Phase geht, kann jederzeit unter der Nummer 0800 111 0 111 oder auch bei lokalen Einrichtungen Hilfe bekommen.]
82:27 14.12.23
Destruktive Gemeinschaften – mit Oliver Wolschke
Keine Geburtstage, kein Weihnachten, tabuisierte Sexualität, die Ablehnung von ärztlichen Behandlungen – so wächst Oliver ab seinem sechsten Lebensjahr auf, als seine Mutter sich den Zeugen Jehovas anschließt. Ihm kommen Zweifel, er versucht den Ausstieg, hält aber dem damit verbundenen sozialen Druck nicht Stand. Erst, als er selber Vater wird, fasst er einen folgenreichen Entschluss. Wie solche destruktiven Gemeinschaften, wie er sie nennt, funktionieren, auf welche Art auf die Mitglieder Druck ausgeübt wird, und wie man sich letztlich befreit und auch anderen hilft, erfahren wir in dieser Folge.
83:20 07.12.23
Wie man als Lokführer mit dem Suizid anderer umgeht – mit Peter
Peter ist Zugführer. Er fährt mit 130 km/h über die Strecke, als eine Frau ins Gleisbett läuft, sich zu ihm dreht – und bewusst stehen bleibt. Der Zug kann nicht mehr rechtzeitig anhalten, die unbekannte Frau nimmt sich somit das Leben. Peter ist die ganze Zeit in seinem Führerhäuschen und kann nichts gegen das tun, was passiert wird. Wie er die nächsten Tage und Wochen erlebt, was er tut, um gut auf sich zu achten, und wieso es so wichtig ist, auch mal über die "andere Seite" dieser leider doch sehr häufig auftretenden "Schienensuizide" zu sprechen, erfahrt Ihr in dieser Folge. [Triggerwarnung: In dieser Folge werden Gewalt und Suizidalität geschildert.] [Hinweis: Wer Suizidgedanken hat oder durch eine schwere emotional und psychisch labile Phase geht, kann jederzeit unter der Nummer 0800 111 0 111 oder auch bei lokalen Einrichtungen Hilfe bekommen.]
76:19 30.11.23
Wie man Theresienstadt überlebt – mit Holocaust-Überlebender Margot Friedländer
Berlin in den 40ern: Margot ist auf dem Weg zur Wohnung ihrer Familie in Kreuzberg, als sie im Hausflur merkt, dass etwas nicht stimmt. Die GESTAPO hat Bruder und Mutter verschleppt – weil die Familie jüdisch ist. Margot wird beide nie wieder sehen. Eine Nachbarin überreicht ihr die letzte Nachricht ihrer Mutter: "Versuche, dein Leben zu machen". Also versteckt sich Margot, färbt sich die Haare, lässt ihre Nase operieren und taucht unter, permanent auf der Hut vor den Nazis. Bis sie 1944 doch noch auffliegt. Wie sie trotz all dem den Alltag bestritten hat, wie sie das Lager Theresienstadt überlebte, dort die Liebe fand, nach New York auswanderte und schlussendlich doch wieder nach Berlin zurückkehrte – und was sie heute macht, erzählt uns die 99-jährige in dieser Folge. Margot liest in dieser Folge an manchen Stellen aus ihrem Buch "Versuche, dein Leben zu machen" vor (Schwerdtfeger/Friedländer, Rohwolt). Es ist auch als Hörbuch erschienen, eingelesen von Margot persönlich. Eine ausdrückliche Empfehlung der Redaktion!
94:48 23.11.23
Rocker, V-Mann, Gefangener – mit Jan Sander
Motorradrocker, Bordellbetreiber, V-Mann, Gefangener – Jan Sander a.k.a. Miami Gianni hat so einiges erlebt. Auf ihn wurde geschossen, er hat einen Bandenkrieg verhindert, eine Frau vor dem Rotlichtmilieu gerettet, undercover für die Polizei gearbeitet und musste schlussendlich doch ins Gefängnis. Wie es zu all dem kam, wie er sich glaubwürdig einen Platz in der Unterwelt erkämpft hat, und warum er doch guten Gewissens von sich sagt, er sei immer ein feiner Kerl gewesen, hören wir in dieser Folge.
71:17 09.11.23
Menschen beim Sterben begleiten – mit Johanna Klug
Die Angst vor dem Tod ist das Menschlichste und Natürlichste auf der Welt. Wieso begibt sich Johanna also freiwillig auf eine Mission als Sterbe- und Trauerbegleiterin? Sie sucht den Umgang mit dem Tod ganz bewusst und begleitet Patienten durch ihre letzten Tage – was auf den ersten Blick für die meisten von uns unerträglich klingt. Johanna fühlt sich durch ihre Arbeit dem Leben viel näher, als sie es vorher tat, und zeigt uns eine positive Art des Umgangs mit der eigenen Endlichkeit.
78:50 07.11.23
Wie man ein islamistischer Gefährder wird – mit Eren Recberlik
Eren sitzt vor dem Fernseher, als eine Explosion seine Wohnung erschüttert. Die Fenster bersten, Männer stürmen herein. Ihm ist klar: Das kann nur das SEK sein. Wie kommt ein junger Mann, der in einer katholischen Pflegefamilie aufgewachsen ist, dazu, sich am heiligen Krieg der Al-Qaida beteiligen zu wollen? Dies ist eine Geschichte über die Suche nach Anerkennung, Zusammenhalt und dem eigenen Platz in der Welt. Eren erzählt uns von seinem Weg der schleichenden Radikalisierung bis hin zur Rehabilitierung, und wie es überhaupt so weit kommen konnte.
87:25 26.10.23
Alleine über den Atlantik – mit Lukas Haitzmann
Lukas Haitzmann ist 18 Jahre alt, als er sich alleine in einem kleinen Ruderboot aufmacht, den Atlantik zu überqueren. Was treibt einen Jugendlichen dazu, sich 60 Tage lang in kompletter Isolation einer Herausforderung zu stellen, die viele vor ihm nicht überlebt haben? Was macht der so dringend notwendige, endlose Zyklus von "Rudern-Schlafen-Essen" mit Lukas' Körper und Psyche? Im heutigen Gespräch erkundet Leon Windscheid zusammen mit seinem Gast die Themen Selbstwert, Depressionen, Sich-Aufgaben-Schaffen – und warum es so wichtig ist, auch mal Dinge zu tun, die nur einem selbst Freude bereiten. (Disclaimer: Leider entspricht die Audioqualität dieser Folge nicht dem gewohnten Standard. Das ist und bleibt aber eine Ausnahme, versprochen!)
66:33 19.10.23
Wie ein Auslandseinsatz das Leben verändert – mit Tim Focken
Tim Focken legt eine steile und entbehrungsreiche Karriere beim Militär hin, wird Fallschirmjäger, trainiert sogar mit dem KSK. Als ihm 2010 im Einsatz in Kunduz das Projektil eines Scharfschützen die linke Schulter zerfetzt, kehrt er als einsatzgeschädigter zurück - der Arm wird nie wieder derselbe, für Einsätze taugt er nicht mehr - von den psychischen Folgen ganz zu schweigen. Und dennoch findet Tim seinen Weg zurück ins Leben und zu seiner Familie - als paralympischer Leistungssportler, der seine antrainierte Effizienz jetzt in andere Bahnen lenkt.
77:44 12.10.23
Den Tod verstehen und akzeptieren – mit Dr. Mark Benecke
Der Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke beschäftigt sich tagtäglich aufgrund seines Berufes mit dem Tod. Doch was macht das mit einem Menschen und warum scheinen wir eine Gesellschaft zu sein, in der auf der einen Seite große Angst vor dem eigenen Tod herrscht und zugleich eine gewisse Faszination am Tod anderer besteht? Im heutigen Gespräch versucht Leon Windscheid auf diese Fragen Antworten zu finden. Es wird außerdem darum gehen, wie wir den Tod von uns nahestehenden Personen verarbeiten können und was Serienmörder am Tod reizt. Es ist eine Folge, die vielseitig zeigt, dass der Tod und die Endlichkeit des Lebens zu eben diesem dazugehören.
77:45 05.10.23
Wie wir in Beziehungen sind – mit Psychologin Stefanie Stahl
Stefanie Stahls Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden" ist seit 266 Wochen in der "Spiegel"-Bestseller-Liste der Sachbücher. Was macht sie so erfolgreich, dass offenbar ganz Deutschland von ihr therapiert werden will? In der heutigen Folge spricht Leon mit der Psychologin über ihre Arbeit als Therapeutin, über Beziehungen, warum wir uns wie in einer verhalten oder warum manche Menschen keine Beziehung eingehen können und wollen. Es ist eine Folge, in der es ausnahmsweise mal nicht so sehr um die persönliche Geschichte einer einzelnen Person geht, sondern in der die Erfahrungen Stefanie Stahls zu typischen Beziehungsthemen ergründet werden. Was geschieht in unseren Köpfen bei Verliebtheit, beim Fremdgehen oder auch beim Schlussmachen? Die Therapeutin gibt darauf Antworten, die zum Nach- und Umdenken anregen.
73:46 28.09.23
Vom blinden Kind zum berühmten Galeristen – mit Johann König
Johann König gilt als einer der wichtigsten Köpfe in der internationalen Kunstszene. Doch dass er es so weit schaffen würde, haben anfangs wohl viele nicht für möglich gehalten. Denn als Kind verliert der Galerist sein Augenlicht. Durch einen Unfall im Kinderzimmer mit explodierenden Schwarzpulverkügelchen wird er nahezu blind. Er kommt auf eine spezielle Schule für Sehbedinderte und muss eine immense Anzahl an Operationen über sich ergehen lassen. Heute erzählt er, warum sein Blindsein ihn nicht von einer Karriere in der Kunst abgehalten hat, wie er Kunst und die Welt wahrnimmt und wie der Kunstmarkt so tickt. Es ist ein Gespräch, das wieder einmal zeigt, dass alles und vor allem die Überwindung von Traumata möglich ist, wenn man an sich glaubt. Hinweis: Wer Lust auf noch mehr Einblicke in die Kunstwelt hat, hört sich Johanns Podcast "Was mit Kunst" an, in dem er bekannte Persönlichkeiten der Kunstszene trifft und interviewt.
73:42 21.09.23
Wie man einem Entführer entkommt – mit Nathalie Birli
[Triggerwarnung: In dieser Folge wird körperliche Gewalt geschildert.] Die Österreicherin Nathalie Birli ist Profisportlerin und Triathletin. Die Geburt ihres Kindes liegt noch nicht lange zurück, sie will mit dem Training wieder beginnen und ist auf einer ihrer ersten Radtouren alleine unterwegs. Kurz darauf geschieht das, was zum schlimmsten Moment in ihrem Leben wird: Sie wird von einem Auto angefahren, doch statt vom Fahrer Hilfe zu bekommen, wird sie zusammengeschlagen und entführt. Stunden ist sie gefangen und muss mehrere Mordversuche über sich ergehen lassen, bevor es ihr gelingt zu entkommen. In der heutigen Folge erzählt sie, wie genau sie es geschafft hat, ihren Entführer von einer Freilassung zu überzeugen und wie das Ereignis sie geprägt hat.
68:46 14.09.23
Die Reichen betrügen mit Helge Achenbach
Helge Achenbach ist kein Unbekannter in der Kunstszene. In den 70er und 80er Jahren macht sich der studierte Sozialpädagoge mit Geschick als selbst ernannter Kunstberater einen Namen und verkauft moderne und angesagte Kunst an die Reichen und Mächtigen in Deutschland. Sie setzen auf sein Insiderwissen und vertrauen ihm Millionenbeträge an, für ihn bleibt die Vermittlungsprovision. Doch er will zu viel: vom großen Geld, vom Ansehen, von allem. Für den Aldi-Erben und Unternehmer Berthold Albrecht lässt er sich auf einen Deal ein, der ihm offiziell zu wenig Provision bringt, woraufhin er mehrere Rechnungen fälscht. Das fliegt auf und in einem Gerichtsprozess wird er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. In der heutigen Folge spricht er vom Aufstieg und Fall, was ihn damals an dieser Karriere reizte und wie viel Narzisst ihn ihm eigentlich steckt. Es ist ein Gespräch über die Kunst Menschen zu begeistern, über das schillernde Leben mit Luxusgütern, über Reue und über Narzissmus.
79:40 07.09.23
Bipolar sein mit Susanne Döring
[Hinweis: Wer selber Suizidgedanken hat oder durch eine schwere emotional und psychisch labile Phase geht, kann unter der Nummer 0800 111 0 111 jederzeit oder auch bei lokalen Einrichtungen Hilfe bekommen.] Geprägt von Entzugserscheinungen als Säugling, Angstzuständen und mit einer Esstörung wächst Susanne Döring in einer Familie auf, ungewollt und vernachlässigt. Durch eine frühe Heirat versucht sie zu entkommen, wird schwanger, studiert sogar. Doch ihr Leben verläuft sprichwörtlich wie auf einer Achterbahn. Nach Hochzuständen folgen depressive Phasen, sie wird alkohol- und medikamentenabhängig, um ihr Leben zu bewältigen. Erst 2007, im Alter von 37 Jahren erhält sie die Diagnose: Bipolare Persönlichkeitsstörung. Heute erzählt Susanne Döring wie es sich mit dieser Störung lebt, wie sie fühlt, welche Techniken helfen, und vor allem sagt sie: Schaut nicht weg, wenn jemand offensichtlich Hilfe braucht.
73:33 31.08.23
Aus dem Koma zum Olympiasieger – mit Hans-Peter Durst
Hans-Peter Durst ist einer der jüngsten Geschäftsführer eines Brauereikonzerns, ehrgeizig, zielstrebig, glücklich verheiratet und hat zwei Kinder. Doch der 9. Mai 1994 wird alles für ihn verändern. Bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall erleidet er ein Schädel-Hirn-Trauma, liegt mehrere Wochen im Koma und niemand weiß wie es weiter geht. Als er wieder zurück kommt, ist klar: Sein Leben von vorher gibt es so nicht mehr. In der heutigen Folge schildert der heute 62-jährige wie er sich und die Zeit nach dem Koma erlebt und sich sein Leben zurückerkämpft hat, wie er danach zum erfolgreichen Olympiasieger im Paracycling wurde und seitdem andere inspiriert und sich für sie stark macht. Es ist eine Geschichte, die Mut macht, nicht aufzugeben
75:30 24.08.23
Wenn die Gene mutieren – mit Jenny Neuffer
Jenny Neuffer ist gerade Anfang 20 als ihr die Gynäkologin aufgrund familiärer Vorbelastung einen Gen-Test zur Überprüfung ihres Brustkrebs-Risikos empfiehlt. Die Angst vor dem Ungewissen hält sie ab. Erst zehn Jahre später dann der Test – nahezu zu spät – und die intensive Beschäftigung mit der Frage: Lasse ich mir die Brüste abnehmen und Eierstöcke entfernen, um das Risiko einer Krebserkrankung zu minimieren? In der heutigen Folge spricht sie über diese Angst, die Besonderheit des in den Medien bekannten "Angelina-Jolie-Gens" und zeigt auf, dass es noch mehr an Aufklärung bedarf, darüber ob und wie wir in unsere Genetik eingreifen dürfen sollten.
71:55 17.08.23
Vom missbrauchten Kind zum Zuhälter – mit Andreas Marquardt
[Triggerwarnung: In dieser Folge wird sexuelle und körperliche Gewalt an Kindern und Erwachsenen geschildert.] Andreas Marquardt – auch bekannt als Karate-Andy – galt als einer der brutalsten Zuhälter und Geldeintreiber Deutschlands. Der Kampfsportler wächst in Berlin-Neukölln in schwierigen Verhältnissen, denen er schon als Kind mit Kampfsport versucht zu entfliehen, auf. Dort so erfolgreich, dass Kontakte aus dem Rotlichtmilieu auf ihn und seine offenbar unendliche Härte aufmerksam werden. Die Karriere als Geldeintreiber und Zuhälter beginnt. Der Erfolg in der Szene ist verlockend, die Brutalität gegenüber Schuldnern und sein Frauenhass werden immer größer. Erst während seiner Haftzeit traut er sich einem Therapeuten an und bricht das Schweigen über die Erlebnisse in seiner Kindheit. In der heutigen Folge spricht er über diese, seine Brutalität und zeigt, dass er zwar seinen Peinigern nicht verziehen, aber sein Leben dennoch geändert hat.
75:25 10.08.23
Wie der Glaube bei Krisen helfen kann – mit Margot Käßmann
Als erste Frau überhaupt wurde Margot Käßmann 2009 zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland ernannt. Für sie war und ist Glaube und Religion ein fester Bestandteil im Leben. In der heutigen Folge sprechen die Theologin und der Psychologe darüber wie Glaube entstanden ist, warum wir alle mehr glauben sollten, welche Kritik Käßmann aber auch an der Kirche hat, wie es als Frau in einer männerdominierten Szene ist und wie der Glaube uns auch psychisch bei Krisen helfen kann.
79:39 03.08.23
Über den assistierten Suizid mit Helmut Feldmann
Der 74-jährige Helmut Feldmann ist an der bislang unheilbaren Lungenkrankheit COPD erkrankt. Weil diese ihm das Leben erschwert, will er – wenn die Schmerzen und Beschwerden unüberwindbar werden – selbstbestimmt und mittels aktiver Sterbehilfe sein Leben beenden. Für diesen assistierten Suizid kämpft der Rentner seit vielen Jahren und bekam im Februar 2020 vom Bundesverfassungsgericht Recht. In der heutigen Folge geht es um den würdevollen Tod, Feldmanns Einsatz für die aktive Sterbehilfe, aber vor allem um das Leben. [Hinweis: Wer Suizidgedanken hat, kann jederzeit unter der Nummer 0800 111 0 111 oder auch bei lokalen Einrichtungen Hilfe bekommen.]
63:39 27.07.23
Warum häusliche Gewalt kein tragischer Einzelfall ist – mit Antje Joel
[Triggerwarnung: In dieser Folge wird körperliche Gewalt geschildert.] Die Journalistin Antje Joel ist eine von vielen Frauen, die in ihrem Leben Opfer von physischer oder sexualisierter Gewalt werden. Wie sie selber betont, steht ihre Geschichte in der heutigen Folge dabei nur exemplarisch für das, was eben kein tragischer Einzelfall ist, sondern ein strukturell-gesellschaftliches Problem. Die Folge beleuchtet diese Strukturen und legt den Fokus auf die Täter, damit Victim-Blaming in diesem Fall keine Chance mehr hat. In diesem Jahr erschien Antje Joels Buch “Prügel – Eine ganz gewöhnliche Geschichte häuslicher Gewalt”, welches noch genauer auf die Thematik eingeht und ihre persönliche Geschichte beleuchtet. [Hinweis: Wer selber betroffen ist, kann beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der Rufnummer 08000 116 016 sich jederzeit anonym und kostenlos beraten lassen.]
68:39 20.07.23

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