Der Übermedien-Podcast, in dem Host Holger Klein jede Woche mit wechselnden Gästen über aktuelle Medienthemen und ihre Hintergründe spricht. Übermedien ist das führende Online-Magazin für Medienkritik und berichtet seit 2016 über Medien: unabhängig, werbefrei und finanziert ausschließlich durch unsere Community. Unterstützt uns mit einem Abo oder abonniert unseren kostenlosen Newsletter! Mehr dazu auf www.uebermedien.de.
**Gast: Eva Wolfangel, Journalistin und KI-Expertin** Seit Monaten wabert eine Angsterzählung durch Medien und geht um die ganze Welt: Wird Künstliche Intelligenz uns alle umbringen? Im Juli hackten KI-Agenten ungefragt eine andere Plattform; die Chefs der KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI warnten vor dem UN-Sicherheitsrat vor ihrer eigenen Technologie; und ein ehemaliger KI-Forscher von Anthropic behauptete: Bis zum Ende des Jahrzehnts könne Künstliche Intelligenz die Menschheit auslöschen. Gleichzeitig hält der Chef des europäischen KI-Konzerns Mistral deren drastische Warnungen nur für eine Scheindebatte. Wer hat denn jetzt recht? Und wohin führt uns die Debatte über eine angebliche KI-Apokalypse überhaupt?
08.10.26 • 36:43
Gast: Jens-Christian Rabe, SZ-Journalist und Comedy-Experte Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass das „ZDF Magazin Royale“ mit Jan Böhmermann im Dezember zum letzten Mal ausgestrahlt wird. Seitdem wird viel in das Ende der Sendung hineininterpretiert. Klar ist jedenfalls: Mit seiner Mischung aus Unterhaltung und investigativer Recherche hat Böhmermann in den vergangenen Jahren viele Debatten geprägt – auch wenn es immer wieder Kritik an den Sendungen gab.
02.10.26 • 25:56
**Gast: Johannes Schneider, Redakteur im politischen Feuilleton der „Zeit“** Es sei eine „relativ gut schnorrende Sendungsmaschine“ gewesen, sagt Johannes Schneider. Der Kulturjournalist und Redakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“ hat sich am Wahlabend die Berichterstattung von ARD und ZDF über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt angesehen. Seine Kritik: Es seien Sendungen gewesen, „in denen die AfD sehr stark normalisiert wurde“. An verschiedenen Stellen, sagt Schneider, hätte er lieber „ein widerständigeres Fernsehen gesehen“. Doch die Kollegen seien sehr in der Deckung geblieben.
09.09.26 • 20:19
**Gast: Lea Sahay, China-Korrespondentin der SZ** Aus Nepal sah man zerstörte Dörfer, hörte Interviews mit Betroffenen, sah die Bergung der Leichen. Und aus Tibet? Auch dort hatte die Flut katastrophale Auswirkungen. Doch unabhängige Bilder aus der von China kontrollierten Region gibt es nicht. Der chinesische Staat zensiert alles, was nicht seinem Wunschbild entspricht.
04.09.26 • 46:12
**Gast: Lars Frohmüller, freier Journalist beim MDR** Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September steht kurz bevor. Für den MDR, der über das Bundesland berichtet, steht in diesem Jahr mehr auf dem Spiel als sonst: Stellt die AfD die Regierung, will sie den MDR „als erste Amtshandlung“ abschaffen – so steht es in ihrem Wahlprogramm. Das wäre theoretisch auch möglich. Kündigt die AfD direkt nach den Wahlen den MDR-Staatsvertrag, dürfte der ab 2029 nicht mehr in Sachsen-Anhalt senden. Wie denken darüber die Journalisten, die dort für den MDR arbeiten?
28.08.26 • 22:21
**Gast**: Christian Spiller, Leiter der Sportredaktion der „Zeit“ „Woran hat es jelegen?“ Diese Floskel steht für inhaltsleere Interviews mit Athleten, die sie TV-Journalisten direkt nach dem Wettkampf geben. Wirklich spannende Einblicke gewähren solche Gespräche selten. Erfrischend anders lief es aber bei der Leichtathletik-EM in Birmingham. Dort sprachen Sportler überraschend ehrlich und emotional ins Mikrofon. Manche Athleten beschwerten sich im Nachhinein auch über zu kritische Fragen. Stellt sich die Frage: Was sollen diese Sportlerinterviews eigentlich?
21.08.26 • 24:11
**Gast: Luis Paulitsch, Medienethiker** Rechtsalternative Portale wie der „Deutschland-Kurier“ oder „Tichys Einblick“ verbreiten seit einigen Jahren verstärkt Klimaskepsis und Klima-Desinformationen, die über soziale Medien sehr viele Menschen erreichen.
14.08.26 • 20:57
Gast: Maria Pawelec, Medienethikerin
06.08.26 • 24:47
**Gast: Daniel Drepper, Vorsitzender von „Netzwerk Recherche“** Ohne das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) wäre der Maskendeal des damaligen Gesundheitsministers Jens Spahn wohl nie ans Licht gekommen. Auch nicht die Lobby-Affäre von Philipp Amthor oder das Maut-Desaster um das Unternehmen „Toll Collect“. Denn mit Anfragen nach dem IFG können nicht nur Journalisten, sondern alle Bürger Informationen und Dokumente von Behörden einfordern. Doch aktuelle Pläne der Bundesregierung, das Gesetz zu überarbeiten, sorgen vor allem in der Medienbranche für scharfe Kritik.
10.07.26 • 21:07
**Gast: Jürgen Döschner, ehemaliger Journalist und Klimaexperte** Die Hitzerekorde der vergangenen Wochen haben auch die Medien nicht kalt gelassen. Sämtliche Nachrichtenportale waren voll mit Servicemeldungen zur Hitzevermeidung, Wetterwarnungen sowie Texten über mangelnde Klimaanpassung in der Infrastruktur und Ursachen für den Klimawandel. ARD und ZDF zeigten sogar Sondersendungen zur Hitze. Bekommt die Klimakrise jetzt endlich die notwendige Aufmerksamkeit?
03.07.26 • 20:28
Gast: Techjournalist Gregor Schmalzried Was haben Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger und Ex-Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff gemeinsam? Sie alle haben Texte in deutschen Medien veröffentlicht, die offenbar maßgeblich von einer KI verfasst worden waren. Und seitdem diese Fälle an die Öffentlichkeit gekommen sind, diskutiert die Branche darüber, wie ein legitimer Gebrauch von Künstlicher Intelligenz im Journalismus eigentlich aussehen könnte.
19.06.26 • 24:56
**Gast: Benedikt Till, Medienpsychologe** Wir haben auch hier bei Übermedien schon häufig die Berichterstattung über Terroranschläge und Amokläufe kritisiert: Zu häufig verbreiten Medien vorschnell falsche Informationen, bedienen mit Fotos oder Videos Schaulust und spekulieren über das Motiv von Tätern. Wie erst vor einem Jahr, beim Amoklauf an einer Schule in Graz. Was genau alles falsch läuft, hat der Medienpsychologe Benedikt Till gemeinsam mit der Kommunikationswissenschaftlerin Brigitte Naderer wissenschaftlich untersucht.
12.06.26 • 20:59
**Gast: [Ronny Blaschke, Journalist und Autor]** Nächste Woche beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in den USA, Mexiko und Kanada. Rund 50.000 Journalisten haben sich dafür akkreditiert. Doch diese WM ist anders. Verschiedene Organisationen, darunter Reporter ohne Grenzen und das Committee to Protect Journalists, haben eine deutliche Reisewarnung ausgesprochen. Sie weisen Journalisten und Fans auf die eingeschränkte Meinungsfreiheit in den USA hin. Medienvertreter müssten unter anderem damit rechnen, dass bei der Einreise ihre Laptops und Social-Media-Kanäle durchleuchtet werden. Und auch danach sei Vorsicht geboten.
04.06.26 • 24:49
**Gast: Eva-Maria Schnurr, Leiterin Geschichtsressort beim „Spiegel“** Seit Wochen bewirbt der „Spiegel“ sie prominent auf seiner Startseite: die durchsuchbare Datenbank, mit der Leserinnen und Leser zur NSDAP-Vergangenheit ihrer Verwandten recherchieren können. Machbar wurde das, weil die US-Nationalarchive im März den Mitgliederkatalog der NSDAP online veröffentlichten. Das nahm nicht nur der „Spiegel“, sondern auch die „Zeit“ zum Anlass, aus den vielen Daten mithilfe von Künstlicher Intelligenz ein Recherchetool zu bauen. Auch „Correctiv“ und „Katapult“ versuchten sich an einer gemeinsamen Datenbank, mussten diese jedoch wegen unsauberer Quellenarbeit wieder offline nehmen. Aber wie valide ist das Ganze eigentlich? Der „Spiegel“ musste sich auch Kritik gefallen lassen: Nicht immer würden Namen richtig erkannt, weitere online einsehbare Dokumente nicht wie versprochen verlinkt oder gar irreführende Treffer ausgegeben.
29.05.26 • 17:42
**Gast: Sanaz Saleh-Ebrahimi, Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin** Immer mehr Journalisten teilen ihre Arbeit auf Social Media – auch die freie Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin Sanaz Saleh-Ebrahimi. Auf ihrem Instagram-Kanal präsentiert sie ihre Recherchen zu Gesundheit und Ernährung als journalistische Content-Creatorin. Doch seit dem vergangenen Jahr ist das schwierig für sie geworden: Auf einen Schlag folgten ihren Accounts Tausende neue Follower. Weil sie keinen Zusammenhang mit einem ihrer Videos erkennen konnte, vermutet sie Fake-Follower. Das Problem: Es werden immer mehr – und machen ihren Account quasi unbrauchbar.
22.05.26 • 28:15
**Gast: Marvin Schade, Chefredakteur von „Medieninsider“** In etlichen Medienhäusern passiert gerade das, wovor sich viele in der Branche sorgen: Aufgaben, an denen bisher Menschen gearbeitet haben, sollen jetzt automatisiert oder von Künstlicher Intelligenz übernommen werden. Vergangene Woche berichtete der Medienjournalist Marvin Schade, dass bei „Bild“ und „Spiegel“ deshalb nun Stellen eingespart werden – vor allem im Layout und der Produktion. Ist das wirklich so ein großes Problem?
15.05.26 • 15:48
**Gast: Elisa Hoven, Strafrechtlerin** Als Robert Habeck als „Schwachkopf“ bezeichnet wurde, stand kurz darauf die Staatsanwaltschaft vor der Tür des Verfassers. Auch ein Schüler, der „Merz leck Eier“ an eine Wand gekritzelt hatte, bekam zuletzt ein Strafverfahren aufgebrummt. Solche Fälle sorgen für Empörung – und für die Frage: Welche Beleidigungen müssen Politiker und Bürger eigentlich aushalten? Und wie viel sollte die Justiz da mitreden?
08.05.26 • 27:09
Gast: Christoph Hickmann (Der Spiegel) Nörgeln Journalisten zu viel? Journalisten müssen beruflich vor allem kritisieren. Die Regierung, die beschlossenen Reformen, die Politiker selbst. Zwischen all der berechtigten Kritik kommt es aber auch immer wieder vor, dass Journalisten zu sehr ins Nörgeln geraten und gehässig werden.
30.04.26 • 18:05
Für alle, die sich weniger ärgern wollen: In „Nice & Nötig“ trifft Übermedien-Redakteurin Annika Schneider Menschen mit guten Ideen – für bessere Medien und besseren Journalismus.
29.04.26 • 00:47
Gast: Barbara Tóth, „Falter“ Seit Wochen wird in Österreich über den mittlerweile zurückgetretenen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann berichtet. Eine Angestellte des Senders wirft ihm vor, seine Macht missbraucht und sie sexuell belästigt zu haben.
24.04.26 • 18:29
Gast: Volker Heise, Regisseur Als am 26. April 1986 im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl ein Reaktorblock explodierte, erfuhr die Öffentlichkeit zunächst nichts davon. Später wurde bekannt: Die Sowjetunion hatte anfangs versucht, die Havarie zu vertuschen.
17.04.26 • 20:53
Gast: Florian Bayer (Osteuropa-Korrespondent der „taz“) Wenn am Sonntag in Ungarn ein neues Parlament gewählt wird, kann es gut sein, dass dann Schluss ist für Ministerpräsident Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei – nach 16 Jahren an der Macht. Aktuelle Umfragen deuten zumindest darauf hin, dass Orbans Herausforderer Péter Magyar und seine konservative, proeuropäische Tisza-Partei Chancen auf einen Wahlsieg haben. Doch was würde ein Regierungswechsel in Ungarn für die Medienlandschaft bedeuten?
10.04.26 • 18:20
Gast: Thomas Schnedler (Netzwerk Recherche) Seit rund drei Jahren gibt es in der Region um die thüringische Kleinstadt Greiz keine gedruckte Lokalzeitung mehr. Die Zustellung der Ausgaben sei im ländlichen Raum einfach zu teuer, hatte die Funke-Mediengruppe argumentiert, die dort die „Ostthüringer Zeitung“ (OTZ) herausgibt – und erklärte die Gegend zur „Modellregion für die Digitalisierung“. Seitdem kann man die OTZ nur noch als digitale Ausgabe abonnieren. Rund die Hälfte der 300 betroffenen Abonnenten ging diesen Schritt allerdings nicht mit.
02.04.26 • 21:35
Gast: Jonathan Sachse (Redaktionsnetzwerk Deutschland) Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte der „Spiegel“ eine Titelgeschichte, die seitdem Schlagzeilen und Debatten bestimmt. Es geht dabei um schwerwiegende Vorwürfe der digitalen sexualisierten Gewalt von Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Ulmen hat sich auf Anfrage des „Spiegels“ nicht dazu geäußert, sein Medienanwalt Christian Schertz hat nach Veröffentlichung aber verlauten lassen, dass „unwahre Tatsachen verbreitet würden“. Zudem handele es sich um „unzulässige Verdachtsberichterstattung“. Belege hat Schertz für diese Behauptung bislang nicht geliefert.
26.03.26 • 23:34
Gast: Anika Gruner, Neuramancer AI Solutions GmbH Vergangene Woche machte der „Spiegel“ transparent, dass er versehentlich KI-generiertes Bildmaterial in seiner Berichterstattung über den Iran verwendet hatte. Die Redaktion erkannte das erst, als es zu spät war – nachdem die Bilder veröffentlicht worden waren.
20.03.26 • 27:45
Gast: Tech-Journalist Sebastian Meineck (Netzpolitik) Es gibt so einiges, was Sebastian Meineck an der aktuellen Diskussion um ein Social-Media-Verbot für junge Menschen stört: „Das ist eine plumpe Debatte, oft völlig losgelöst von fachlich fundierten Positionen“, sagt der Tech-Journalist von „Netzpolitik“ im Gespräch mit Podcast-Host Holger Klein.
13.03.26 • 22:20
Gast: Steffen Grimberg, Medienjournalist Zwei Lokalzeitungen – eine Redaktion. Darauf läuft es in Köln wohl gerade hinaus. Denn vergangene Woche wurde bekannt, dass die „Kölnische Rundschau“ vom DuMont-Verlag übernommen wird. Die Lokalzeitung wird also künftig im selben Haus produziert wie ihr einstiges Konkurrenzblatt, der „Kölner Stadt-Anzeiger“.
06.03.26 • 24:18
Gast: Erkan Arıkan, Deutsche Welle „Es ist immer ein Ritt auf der Rasierklinge“, sagt Erkan Arıkan über die Arbeit als Journalist in der Türkei. Der Leiter der türkischen Redaktion der Deutschen Welle (DW) ist in dieser Woche zu Gast im Übermedien-Podcast und spricht dort über die Festnahme seines Mitarbeiters Alican Uludağ.
27.02.26 • 18:15
Gast: Alexandra Berlin Wenn sie nicht Journalistin geworden wäre, dann wahrscheinlich Therapeutin, sagt Alexandra Berlin. Irgendwann habe sie gemerkt, dass Menschen ihr gerne Dinge erzählen – und genau nach diesen Geschichten suche sie.
20.02.26 • 26:34
Gast: Anja Rützel, TV-Kritikerin Er hat also tatsächlich gewonnen: Der Musiker Gil Ofarim wurde am Wochenende vom Publikum der RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ zum „Dschungelkönig“ gekürt. Sein Fans jubeln. Andere lässt es verstört und entsetzt zurück. Vor fünf Jahren hatte Ofarim einen Hotelmitarbeiter des Antisemitismus bezichtigt – zu Unrecht, wie sich herausstellte. Ofarim wurde unter anderem wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung angeklagt, die Beweislage war erdrückend. Doch zu einem Urteil kam es nicht. Weil Ofarim überraschend einräumte, gelogen zu haben und sich knapp bei dem Hotelmitarbeiter entschuldigte, wurde das Verfahren eingestellt. Dass RTL Ofarim für das Dschungelcamp verpflichtete und ihm offenbar viel Geld dafür zahlte, sorgte schon vor dem Start der Staffel für reichlich Kritik. Es sei ein „Aufmerksamkeitsknaller“ gewesen, sagt die TV-Kritikerin Anja Rützel im Übermedien-Podcast – und kritisiert RTL für den Umgang mit der ganze Sache, vor allem in der Sendung selbst. Zwar präsentierte RTL einen kurzen „Faktencheck“, aber nur online.
12.02.26 • 21:46