Show cover of Dritte Klappe - Podcast für Film, Forschung und Wissenstransfer

Dritte Klappe - Podcast für Film, Forschung und Wissenstransfer

Was ist Wissenstransfer und was kann überhaupt Wissenstransfer alles sein? Darum geht es in diesem Podcast. Hier werden Angehörige der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF mit Akteur*innen aus Kultur, (Kreativ-)Wirtschaft, Politik und anderen Wissenschaftsdisziplinen ins Gespräch gebracht. Wir sprechen über künstlerische Forschung und kreative Innovationen aus der Filmuniversität und horchen auf, wo Kooperationen bereits gelungen sind und wo künftig neue Zusammenarbeiten entstehen können. Dritte Klappe fragt, welche Hürden es zu überwinden gilt, will verstehen welche Antworten Wissenstransfer auf gesellschaftliche Fragen liefern kann – und ist schließlich selbst Raum für den Transfer von neuen Ideen.

Titel

Liverpool, Berlin, Brandenburg? – Strukturförderung durch Popmusik Education
Popmusik im Schulunterricht? DAW und modernste Musiktechnologie im Klassenzimmer? – Der Idealzustand, sagen die Mitarbeiter:innen des ZPOP (Zentrum für Popularmusik Brandenburg). Vom Musikmischen über's Songwriting bis zum Umgang mit Synthesizern bietet das ZPOP außerdem Coachings für Lehrer:innen an. Das ZPOP fördert das Musikmachen und Musikschaffende in Brandenburg gleichermaßen, Profis wie Laien. Pionierarbeit, nennt Leiter Thomas Oestereich die Arbeit des ZPOP, an der außerdem eine Reihe Musiker:innen, Sozialpädagogen:innen und technische Fach- und Lehrkräfte beteiligt sind. Am Anfang gab es jedoch ziemlich Gegenwind von manchen Musiklehrer:innen. Heute lehren die im besten Fall ihren Schüler:innen selbst die Tricks und Kniffe der Popmusik. Das ZPOP setzt aber nicht nur Lehrkräfte, sondern auch Verbände und wissenschaftliche Insitutionen in Bewegung. Chandra Fleig, Dozent für Musikproduktion und Klanggestaltung im Studiengang Filmmusik (Filmuniversität), leitet als Honorardozent die Kooperationsprojekte des ZPOP mit der Filmuni (u.a. die Transfer-Sprechstunde “not-aufnahme“ und “Brandenburg trommelt“). Aktuell coacht er ein Nachwuchs-Duo, das auf dem diesjährigen Stadtwerkefest (8. & 9. Juli) auftreten wird. In dieser Episode gibt es nicht nur einen akustischen Vorgeschmack auf das Künstlerinnen-Duo Sidney Busby & Laurin Wagner, sondern wir sprechen mit Chandra und Tom über die strukturellen Vorteile kleiner Standorte, den Bedarf politischen Handels, und warum Brandenburg sich nicht hinter Liverpool verstecken muss.
43:28 29.06.22
Virtual Production: Die Zukunft des Filmemachens
Eine der größten Revolutionen, die die Film- und Videoproduktion je erlebt hat heißt Virtual Production. Bekannt aus „The Mandalorian“ stellt die neue Technologie sämtliche Produktionsmethoden seit Erfindung des Films auf den Kopf: Virtual Production verschmelzt die analoge mit der digitalen Welt. Dabei interagieren Bildkomposition, Licht, Perspektiven, Kamera und Schauspieler:innen direkt mit der Inszenierung. Durch leistungsstarke Games Engines und modernste LED Technologie wird ein Rendering in Echtzeit ermöglicht – also ohne jegliche Verzögerung. HALOSTAGE, beherbergt im Studio Babelsberg, ist Europas führendes virtuelles Studio. Hier konnten Studierende und Mitarbeiter:innen der Filmuni sich bereits ausprobieren. Durch eine gemeinsame Lehrveranstaltung in Kooperation mit der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM), sowie die Produktion "Der Turm (AT)" in Zusammenarbeit mit HALOSTAGE und dem Studio Babelsberg werden Filmuni-Studierende an die neue Technologie herangeführt. Denn gut ausgebildeter Nachwuchs wird dringend gebraucht. Außer auf dem Arbeitsmarkt wird Virtual Production auch in Forschung und Lehre Spuren hinterlassen. In dieser Episode sprechen Frank Govaere (HALOSTAGE) und Knuth Möde (VFX, Filmuni) über die Möglichkeiten und Herausforderungen der Innovation für Markt und Filmbranche.
36:22 01.06.22
Video Activism: From Images of Protest to Protesting Images
How does video activism challenge dominant power structures? In what ways can video be used in social protests that directly impact the livelihoods of those creating the content? This episode looks at the use of video as an activist tool by practicioners from Turkey who moved to Germany after the Gezi Park protests (2013). 'Vıdeoact: The Use of Video as an Activist Tool of Self-Representation for Turkish Practitioners in Germany', a project by Dr. Şirin Fulya Erensoy, Marie Curie Postdoctoral Fellow at Babelsberg Film University since September 2021, supervised by Professor Jens Eder, explores the use of video as a tool of social protest. In conversation with Özlem Sarıyıldız, Video Activist from Turkey, Artist, Filmmaker, Editor, and co-founder of the first web-based video-activist collective from Turkey, KaraHaber, this episode highlights the importance of generating content outside the conventions of mainstream media, creating a collective memory for future generations, as well as the performativity of the practicioners, and its implications for the prospects of social protest. Ultimately, this episode interrogates how academic research can contribute to broadening our understanding of social protest as an audiovisual practice that creates images of protests that ultimately become protest through images.Ultimately, this episode also interrogates how academic research can contribute to broadening our understanding of social protest as an audiovisual practice that creates images of protests that ultimately become protest through images.
44:50 06.04.22
Kostüm- und Szenenbild: Das Filmset als Autor:innenschaft
Kostüm- und Szenenbild vermitteln das sichtbar Unsichtbare. Sie zielen auf Zwischenzustände ab, und nehmen zukünftige Spuren vorweg. In dieser Episode werfen wir einen Blick auf die Stoffe und Räume, die uns jene charakteristische Stimmung, eine spezielle Atmosphäre, oder ein spezifisches Milieu mit allen Sinnen greifen lassen - ohne, dass uns die Darsteller:innen überhaupt von diesen erzählen müssten. Silke Buhr, preisgekrönte Szenenbildnerin und Professorin für Production Design (Filmuniversität) erzählt in dieser Episode, wie sie ihre Umgebung analysiert, rekontextualisiert, rahmt und in ihren vielfach ausgezeichneten Szenenbildern entfaltet (u.a. Berlin Alexanderplatz). Gemeinsam mit Andrea Peters, Geschäftsführerin von Theaterkunst GmbH, dem größten Kostümfundus Deutschlands mit Sitz in Berlin, sprechen wir über vestimentäre Statements, die funktionale Untrennbarkeit von Kostüm und Szenenbild und das unabdingbare Zusammenspiel von Kostüm und Szenenbild mit Kamera, Maske und Ton.
36:23 23.02.22
Farvel: Digital Abschiednehmen im ersten virtuellen Trauerraum
Wie kann Trauer, dieser Nicht-Ort, einen Raum kriegen? In unserem souverän funktionierenden und schnelllebigen Alltag sind Themen wie Sterben, Tod und Trauer eher tabu. Aber Abschied braucht einen Ort – und zwar einen virtuellen, sagen die Gründer:innen von Farvel, dem ersten digitalen Raum des Abschieds, der Erinnerung und des Austauschs. Wie barrierefreies Abschiednehmen, losgelöst von Raum und Zeit, im virtuellen 3D Raum funktionieren kann und welche Vorteile digitale Trauerzeremonien mit sich bringen, darum geht es in dieser Episode. Zu Gast sind Lili Berger, ausgebildete Bestattungsfachkraft und Creative Producerin (BA Digitale Medienkultur, Filmuni & MA Leadership in Digitaler Kommunikation, UdK) und Markus Traber (MA C-Tech, Filmuni), Softwareentwickler und 3D Raum-Experte, die Farvel gemeinsam mit der UX-UI-Designerin Jennifer Beitel (MA C-Tech, Filmuni) gegründet haben. Lili und Markus sprechen zusammen mit Mel Breese, Tauerrednerin und Gründerin von Deutschlands größter Agentur für Trauerredner:innen WER DU WARST darüber, inwiefern Farvel im Kontext der Digitalisierung eine Innovation für das deutsche Bestattungswesen darstellt. Außerdem geht es darum, wie Farvel als Ergänzung zur konventionellen Bestattung unsere Trauerarbeit verändern kann, und ob wir dem Thema Tod durch den spielerischen Effekt virtueller Räume sogar mit einer gewissen Leichtigkeit begegnen können.
40:04 12.01.22
"Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin": Größere Bühnen für Politischen Film
Jeder Film ist politisch, irgendwie. Aber warum hat politischer Film es so schwer? Was muss passieren, damit Social Impact Filme und gesellschaftskritisches Kino eine größere Bühne kriegen? Funktioniert das überhaupt bei diesen Filmen, denen häufig das Label „Arthouse“ anhaftet – ergo Nische, also profit-technisch nahezu irrelevant? In dieser Episode spricht Thomas Wendrich, Drehbuchautor (u.a. LIEBER THOMAS, Je Suis Karl), Regisseur, Schauspieler und Filmuni-Absolvent mit Gesine Mannheimer und Saskia Vömel, Gründerinnen der Agentur JETZT & MORGEN über deren gemeinsame Strategie, politischen Film stärker in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Durch die Aktivierung potentieller Zuschauer:innen verhilft JETZT & MORGEN dem „Entertainmentmedium“ Film gezielt, zur politischen Filmbildung beizutragen. Saskia Vömel und Gesine Mannheimer erklären, mithilfe welcher Akteur:innen und welcher spezifischen Verbreitungsstrategien das am besten gelingt. Thomas Wendrich spricht außerdem darüber, wie er als Filmemacher mit dem Dilemma von der Vermittlung einer politischen Haltung versus Marktdruck umgeht. Schließlich denken sie gemeinsam über die Gründe für die jahrelange Vernachlässigung einer filmbildungspolitischen Leerstelle nach, die die Kampagnenarbeit von JETZT & MORGEN füllt.
49:18 15.12.21
Unmittelbar gegen das Vergessen: Volumetrische Zeitzeug:inneninterviews
Wenn die letzten Holocaustüberlebenden diese Welt verlassen, wird es keine Zeitzeug:innen mehr geben. Wie können deren Erinnerungen für die Nachwelt erhalten werden? Wie können wir uns an sie erinnern und welchen Beitrag können digitale Technologien dabei leisten? Das Projekt „Volumetrisches Zeitzeugnis von Holocaustüberlebenden“ setzt sich mit diesen Fragen auseinander und erschafft besondere Bilder gegen das Vergessen: Dabei werden Interviews mit Zeitzeug:innen im volumetrischen Studio der Volucap GmbH aufgezeichnet. Die Interviewpartner:innen werden dabei von allen Seiten gleichzeitig mit mehr als dreißig Kameras gefilmt. Dadurch entsteht ein komplett dreidimensionales Bild, das sich in Film, VR, MR, AR und andere neue Medien digital integrieren lässt. Mithilfe der filmischen und dokumentarischen Expertise der Filmuni werden so ein Zeitzeug:innenarchiv sowie eine VR-Experience erstellt, die als lineare Erzählung funktioniert. Die VR-Experience ist ein Anwendungsbeispiel des Archivmaterials und funktioniert wie ein klassischer Dokumentarfilm. Zuschauende können sich aber bis zu einem gewissen Grad in diesem digitalen Werk bewegen, wodurch das Gefühl eines räumlichen Eintauchens (Immersion) entsteht. In der 12. Episode sind die akademischen Mitarbeiter:innen der Filmuni Britta Strampe, Projektleiterin und Christian Zipfel, Regisseur und künstlerischer Leiter, sowie Denise Grduszak, Medienanthropologin und Projektkoordinatorin seitens der Volucap GmbH. Im Interview sprechen sie über die Idee, die Begegnungen mit den Zeitzeug:innen und die Perspektiven des Projekts im Speziellen und von Erinnerungskultur im Allgemeinen. Das Projekt wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie (MWAE) des Landes Brandenburg finanziert, und durch ein Partner:innennetzwerk von Institutionen und Organisationen, die narrative, ethische und organisatorische Unterstützung geben, begleitet - darunter unter anderem das Moses Mendelssohn Zentrum und der von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projektverbund SPUR.lab.
41:25 24.11.21
oKat-SIM: Augmented Reality für den Katastrophenschutz
Umweltkatastrophen wie die Flutkatastrophe im Ahrtal diesen Juli kommen in den letzten Jahrzehnten immer häufiger vor, und zwar weltweit. Technik und Fähigkeiten des Katastrophenschutzes werden somit regelmäßig auf den Prüfstand gestellt. Während die Veränderung der Katastrophenszenarien, etwa durch Starkregen und Erdrutsche, nicht nur eine veränderte Ausstattung, sondern auch eine Anpassung der Ausbildung der haupt- und ehrenamtlichen Hilfskräfte erfordert, herrscht in Deutschland ein ohnehin hoher Ausbildungsbedarf an Katastrophenschützer*innen. Die Krux liegt in der Abruptheit von Katastrophenereignissen. Denn im Katastrophenfall treten häufig Personen zusammen, die normalerweise nicht in Krisenstäben arbeiten - geschweige denn mit Krisensituationen vertraut sind. In völlig neuen Situationen müssen die Helfer*innen plötzlich in Sekundenschnelle komplexe Entscheidungen treffen. Aber wie für Entscheidungen wappnen, vor denen Katastrophenschützer*innen womöglich noch nie standen? okat-SIM, ein innovatives Augmented Reality (AR)-Tool unterstützt Trainings für den Katastrophenschutz und die zivile Sicherheit mittels visueller Simulation. unterstützen. Eine realistisch gestaltete Simulation einer Lagekarte erschafft eine abstrakte Situation, in der künftige Krisenhelfer*innen üben können, Entscheidungen im Ernstfall zu treffen. Statt hier aber die Realität zu simulieren, zeigt oKat-SIM, was plausibel passieren könnte. Das vom BMBF geförderte Verbundprojekt besteht aus einem interdisziplinären Team aus den Bereichen Hochwasserschutz, AR-Entwicklung und Geoinformationen. Diese kommen aus den Geo- und Kognitionswissenschaften der Universität Potsdam, die Konsortialführerin ist, sowie aus den Bereichen Multimediale und interaktive Systeme der Universität Lübeck und Neue Medien der Filmuni. Mit dabei ist außerdem das KSK (Krisenmanagement, Sicherheitsplanung, Katastrophenschutz). In dieser Episode sprechen wir mit Prof. Björn Stockleben (Neue Medien, Filmuni), Oliver Oswald (KSK) und David Schornsheim (HoloLens Developer oKat-SIM, Filmuni) über den Entwicklungsprozess von oKat-SIM, das Training und die Unmittelbarkeit verschiedener Handlungsoptionen, deren Tragweite durch oKat-SIM greifbar wird, ethische Fragen bei der Simulationsentwicklung sowie weitere Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel im Bereich Bildun Umweltkatastrophen wie im Ahrtal diesen Juli kommen in den letzten Jahren immer häufiger vor, und zwar weltweit. Dabei werden Technik und Fähigkeiten des Katastrophenschutzes regelmäßig auf den Prüfstand gestellt. Während in Deutschland ohnehin ein hoher Ausbildungsbedarf für Katastrophenschützer*innen herrscht, erfordert die Vielfältigkeit an Katastrophenszenarien nicht nur eine veränderte Ausstattung, sondern auch eine Anpassung der Ausbildung der Hilfskräfte. Die Krux liegt hier vor allem in der Abruptheit von Katastrophenereignissen: Denn im Katastrophenfall treten häufig Personen zusammen, die normalerweise nicht in Krisenstäben arbeiten - geschweige denn mit Krisensituationen vertraut sind. In völlig neuen Situationen müssen Helfer*innen plötzlich in Sekundenschnelle komplexe Entscheidungen treffen. Aber wie soll man sich für solche Entscheidungen wappnen? okat-SIM, ein innovatives Augmented Reality (AR)-Tool unterstützt Trainings für den Katastrophenschutz und die zivile Sicherheit mittels visueller Simulation. Das vom BMBF geförderte Verbundprojekt besteht aus einem interdisziplinären Team aus den Bereichen Hochwasserschutz, AR-Entwicklung und Geoinformationen. Mit dabei sind Geo- und Kognitionswissenschaftler*innen der Universität Potsdam, die Konsortialführerin ist, sowie aus den Bereichen Multimediale und interaktive Systeme der Universität Lübeck und Neue Medien der Filmuni, sowie KSK (Krisenmanagement, Sicherheitsplanung, Katastrophenschutz). Mithilfe einer realistisch gestalteten Simulation einer Lagekarte erschafft oKat-SIM eine abstrakte Situation, in der künftige Krisenhelfer*innen Entscheidug zum Klimawandel.
47:05 20.10.21
INTO THE WILD: Mentoring für mehr Heldinnen in Film und Branche
Nur jeder fünfte Kinofilm wird von einer Frau inszeniert. Ab Mitte 30 verschwinden Frauen regelmäßig von der Leinwand und aus dem Fernsehen. Im Fernsehen sind immer noch doppelt so viele Männer zu sehen als Frauen, und nur die Hälfte aller Filmhochschulabsolventinnen arbeiten in ihrem Beruf. INTO THE WILD, ein einjähriges Mentoringprogramm für junge Filmacherinnen will das ändern. In dieser Episode sprechen Nataly Kudiabor, Mentorin und Produzentin (UFA Fiction), Tamara Erbe, Filmproduzentin und Mentee bei INTO THE WILD und Ann Christin Keune, Programmassistentin bei INTO THE WILD über Wege aus dieser Situation. Wie geht es für die Mentees jetzt weiter? Welche Chancen birgt die Kooperation von INTO THE WILD mit Netflix? Wie können sich die Branche sowie unsere Sehgewohnheiten verändern, wenn mehr weibliche Personen mitarbeiten? Gibt es eigentlich so etwas wie weibliches Filmemachen, und was überhaupt ist der „weibliche Blick“? Wie können wir künftig FLINTA* Personen und auch sozioökonomische Unterschiede mitdenken? Ein Gespräch über Wege hin zu mehr Diversität in der Filmbranche.
45:49 29.09.21
Denkbewegung durch Video Essays
Unabgeschlossen, versuchhaft, sich vortastend: Video Essays sind kritische Landkarten, bei denen die Kamera zu Stift und Papier wird. Als eine Form des Nachdenkens hinterfragen Video Essays die Fixiertheit von Wissen. Ob als analytischer Kommentarfilm, found footage-artige Montage oder DIY Experimentalfilm - Video Essays werden nicht nur unter Fachleuten, cinephilen Akademiker:innen, sondern auch bei Amateur:innen immer beliebter. Den Video Essay eindeutig zu definieren, ist allerdings schwer. Und damit fängt es schon an: Heißt es überhaupt "der" Video Essay? Oder "das"? - "Geht beides!" sagt Dr. Johannes Binotto. Der Schweizer Kultur- und Medienwissenschaftler und Video-Essayist spricht in dieser Episode zusammen mit Dr. Maike Sarah Reinerth, Filmuni-Vertretungsprofessorin für Dramaturgie und Ästhetik der audiovisuellen Medien und Anna-Sophie Philippi, Akademische Mitarbeiterin im Filmuni-Studiengang Medienwissenschaft über das Undifinierbare an Video Essays und deren Aufwirbeln von Hierarchien. Anhand ihrer Arbeiten sowie der Seedmoney-Projektinitiative zum Video Essay als Erkenntnisinstrument von Dr. Maike Sarah Reinerth und Anna-Sophie Philippi denken wir darüber nach, auf welche Weise Video Essays neue Möglichkeiten für den Einsatz in Forschung, Lehre und in der Wissenschaftskommunikation bieten können.
44:15 01.09.21
Nach dem Anthropozän: Fabulieren für eine nachhaltige Zukunft
Was kommt nach dem Anthropozän? Spätestens die Pandemie hat die Logik des Anthropozäns, dem Zeitalters des Menschen, wie unter ein Brennglas gelegt und die Defizite des Konzepts freigelegt. Zwar dokumentiert das Anthropozän, in dem alles als durch den Menschen hervorgebracht erscheint, die Krise und hält deren menschengemachte Faktoren zuverlässig fest. Doch welche Zukunftszenarien sind denkbar, die über die Notlage des Planeten und die gegenwärtige Krise hinausreichen? Welche Modelle lassen sich mithilfe von Kunst und kritischem Posthumanismus entwickeln, die eine post-anthropozänische Weltsicht für eine nachhaltige Zukunft auf der Erde ermöglichen? Wie kann menschliche und nicht menschliche Ko-Existenz gedacht werden, wie sie bisher noch nicht bekannt ist? Die Filmuni Summmer School Masterclass Artistic Research „Fabulation for Future“ geht die aktuellen ethischen und ökologischen Herausforderungen mit künstlerischen, filmischen und philosophischen Mitteln an, einschließlich der neu entstehenden audiovisuellen Plattformen. In dieser Episode sprechen Masterclass-Leiterin Prof. Dr. Christine Reeh-Peters, Juniorprofessorin für Theorie und Praxis künstlerischer Forschung in digitalen Medien, die Künster:innen, Kurator:innen, Autor:innen, und Verleger:innen Katja Pratschke und Gusztáv Hámos, sowie Monika Richter, Kulturmanagerin und Leiterin der Filmuni Summer School, über das Programm und die Perspektiven der diesjährigen Masterclass.
49:40 11.08.21
How did we get here? - 50 Jahre Sehsüchte
Wie lässt sich trotz Home Office und gesperrter Kinos ein gutes Festivalprogramm zusammenstellen? Und was bedeutet physische Anwesenheit für ein Filmfestival – obendrein für ein fünfzigstes Jubiläum? Tobias Krell alias „Checker Tobi“, Filmuni-Alumni, KIKA Fernsehmoderator, und seit diesem Jahr Leiter des Kinderfilmfests München und Luna Fischer des diesjährigen Sehsüchte-Teams sprechen aus Erfahrung. Zum Start der 50. Sehsüchte, dem größten internationalen Studierendenfilmfestival Europas, werfen sie gemeinsam einen Blick aus der „hybriden“ Jetzt-Zeit auf 50 Jahre Festivalgeschichte. Wie haben Tobi und Luna selbst den Sprung ins kalte Festival-Wasser erlebt, und wie hat sie Sehsüchte geprägt? Diese Episode nimmt passend zum diesjährigen Motto „ignite“ den Funken in den Fokus, der seit 50 Jahren auf Studierende wie aufs Publikum überspringt.
41:20 21.07.21
Rollen, Bilder und Kulissen: Ich sehe was, was du nicht siehst
Was fasziniert Kinder und Jugendliche an der Welt des Films, außer dass sie wahrscheinlich selbst gerne Filme schauen? Welche Tehmen finden sie spannend, in einer Phase des Lebens, in der vieles zum ersten Mal passiert? In der Kinderfilmuni und Jungen Filmuni können junge Filmfans Hochschulluft schnuppern und einen Blick hinter die Kulissen des Filmemachens werfen. Wie erzählt man eine richtig gute Geschichte? Wie wirkt sich Filmmusik auf unseren Eindruck von einer Szene aus? Welche Rollenbilder werden reproduziert? Und wie genau arbeiten eigentlich Filmproduzent:innen? In dieser Episode sprechen Laura Caesar, Leiterin der Kinderfilmuni Babelsberg und Amelie Schwarzer, Leiterin der Brandenburgischen Präsenzstelle Schwedt, über Nachwuchsförderung, regionale Entwicklung und darüber, wieso Wissenstransfer in der Kinder- und Jugendbildung wichtig ist. Ein Gespräch darüber, was wir von Kindern lernen können, warum sie sich von Vorlesungen nicht überfordert fühlen und warum Erwachsene nichts von der Illusion künstlicher Gewittergeräusche wissen wollen.
37:43 30.06.21
Creative Technologies: Die Kunst technologisch (zu) denken
Wie können wir Software-Entwicklung als künstlerisches Werkzeug denken? Oder umgekehrt, wie künstlerisch-kreativ mit neuen Technologien umgehen? Creative Technologies (kurz: CTech) brechen mit Dogmen. Hier werden Technologie, Kunst, Design und Erkenntnisse aus den Geisteswissenschaften kombiniert und verschmelzen zu einem interdisziplinären und transdisziplinären Feld, das sich in keine klassische Schublade stecken lässt. Im Filmuni-Masterstudiengang CTech experimentieren kreative Technik-Affine mit neuen Technologien, und erwecken so die technische Magie hinter der Filmkunst zu neuem Leben. HIer werden die kreativen Köpfe von morgen ausgebildet. Master-Studierende Anna Eschenbacher stellt ihr Projekt "Remnants - Kind Acts of Cruelty" vor, in dem sie sich gemeinsam mit ihren Kommilitonen dem Thema Mikroaggressionen widmet. Außerdem gibt es Einblicke in Simon Stimbergs Installation "Bathing in Lightness", und Prof. Dr. Lena Gieseke, Professorin für visuelle Medientechnologien und Prof. Dr. Angela Brennecke, Professorin für Audio & Interaktive Medientechnologien an der Filmuni sprechen gemeinsam über Forschungsziele und Perspektiven dieses in Deutschland bisher einzigartigen Studiengangs.
38:52 26.05.21
Bridge Building: Cross-Border Collaborations in Higher Education
Knowledge transfer across international borders – why this is important for knowledge exchange and research, and how the field of film studies can benefit from this, in particular, will be discussed in this episode. Our 4th episode shifts the international activities and partnerships the University of Film Babelsberg KONRAD WOLF into focus. In doing so, we will discuss different co-operations, such as with the Filmschool Network Africa, a project established by the German Goethe institut. Dr. Anne-Maria Stresing, Officer for International Affairs at Film University coordinates the partnership with Wits University in Johannesburg, South Africa. Together with Tiisetso Dladla, Lecturer in Television Studies at Wits University, we spoke about the prospects and chances of this collaboration, as well as the current online VR project "Bridging Spaces" - a film project that emerged when it became clear that Covid-19 had virtually sent the entire world into lockdown.
52:30 28.04.21
Kreatives Gründen: Prekäre Freiheit vs. ein Markt an Möglichkeiten?
Freiheit oder Sicherheit? Sind Kreative prädestiniert für Ausbeutung, oder können sie sich im Rahmen der Möglichkeiten Arbeitsbedingungen nach ihren eigenen Vorstellungen schaffen? Was erwartet kreative Gründer*innen auf dem freien Markt? Ab wann ist eine Idee vermarktbar, und wie kann die Uni durch Beratung und Coachings bei der Vorbereitung auf den Markt unterstützen? Wie die Situation für Gründer*innen in der Kreativbranche aktuell aussieht - auch in Zeiten der Pandemie - welche Fallstricke, Chancen und Möglichkeiten es für kreative Gründungen gibt, bespricht Host Judith in dieser Episode mit Ana Angel, Gründerin und Creative Director beim Berliner Animationsstudio "monströös", und Jörn Krug, Projektleiter des Gründungsservice der Filmuniversität.
51:09 31.03.21
Que(e)ring Film: Wissenschaftliche Forschung für mehr Diversität in Film und Schauspiel
In der zweiten Episode von Dritte Klappe spricht Host Judith mit Filmuni-Juniorprofessor*in Prof. Skadi Loist und Kai S. Piek, dem Initiator der Queer Media Society über Queerness und Diversität in Film und Schauspiel. Die Episode thematisiert neben der Bedeutung des Coming-Outs lesbischer, schwuler, bisexueller, queerer, nicht-binärer und trans* Schauspieler*innen - wie vor wenigen Wochen im Rahmen der #actout-Kampagne geschehen - die Bedeutung von Diversität und Intersektionalität in der Filmbranche. Hierbei geht es letzten Endes nicht nur um die Sichtbarkeit der sexuellen Orientierung und sexuellen Identität von Schauspieler*innen, sondern auch darum, wer welche Geschichten erzählen, wer welche Drehbücher schreiben, und wer welche Rollen spielen darf - heißt: Wer bestimmt, welche sexuelle Orientierung und welche sexuelle Identität wir als „normal“ wahrnehmen? Und wer entscheidet darüber, wessen Existenz wir wahrnehmen, und wessen nicht? Diese Fragen diskutieren Skadi, Kai und Judith schließlich vor dem Hintergrund, wie wissenschaftlich Forschung, speziell Queer Studies in den Medienwissenschaften sowie multidisziplinäre Forschungsprojekte aus der Filmuniversität dabei helfen können, politische Entscheidungen, die Filmbranche und letztlich unsere Sehgewohnheiten zu beeinflussen.
48:28 24.02.21
Neue Narrative wagen: Mit Wissenstransfer gegen Ocean Plastic
In der ersten Episode von Dritte Klappe reflektieren Prof. Angelica Böhm, Professorin für Szenografie an der Filmuniversität und Dr. Lars Gutow, Umweltwissenschaftler am Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven (AWI), über die Entstehung ihres interdisziplinären audiovisuellen Storytelling Projekts Camilla Plastic Ocean Plan. Das integrative, co-kreative Projekt, das Prof. Angelica Böhm 2015 an der Filmuni ins Leben gerufen hat, thematisiert das Müllproblem in unseren Weltmeeren. Statt mit der häufig überhitzten Debatte in Medien und Dokumentationen zu gehen, erzählt das Projekt eine Utopie. Weltuntergang, Action und Zerstörung weichen Fragen wie: Wo könnten wir hinwollen? Kann es sein, dass Filme über Zukünfte immer Dystopien sind? Wie würden die besten aller Zukünfte aussehen? – In Camilla Plastic Ocean Plan stellen wissenschaftliche Daten nicht die Basis für Schreckensmeldungen, sondern für künstlerische Kreativität dar. Das imposante Projekt verschränkt auf neue, unkonventionelle Weise künstlerische Forschung mit Erkenntnissen aus Disziplinen wie Naturwissenschaft und Philosophie. Auf diese Weise entstehen nicht nur neue Erzählformen, auch das Potenzial künstlerischer Forschung wird hier aufgezeigt, das Lösungen für komplexe gesellschaftliche Probleme wie den Klimawandel bietet.
53:53 27.01.21

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