Show cover of südnordfunk

südnordfunk

Aus Print mach mehr - iz3w on Air! So die Devise der iz3w-Zeitschriften-Redaktion. Mit dem südnordfunk startete das iz3w im Juni 2014 eine monatliche Magazinsendung auf Radio Dreyeckland. Mit ausgewählten Inhalten und Debatten der nord-südpolitischen Zeitschrift iz3w aus Freiburg. Jeden ersten Dienstag im Monat um 16 Uhr auf 102,3 mhz. Und als Podcast. Siehe auch www.iz3w.org

Titel

Ölpipelines und Steinkohle für eine inklusive Energiewende?
# Kolumbien – für die deutsche Wirtschaft ein Schlüssel­land bei der Energie­wende? # Ugandas Öldilemma: Kontro­versen um das schwarze Gold # EACOP Schlagzeilen & Hintergründe (Teil 2) … rund um die East African Crude Oil Pipeline EACOP, das fossile Megaprojekt der Ostafrikanischen Rohölpipeline und zur fossile Energiewirtschaft in Ostafrika
59:59 03.04.24
Kolumbien – Schlüssel­land bei der deutschen Energie­wende?
»Deutschland und Kolumbien verbindet der Übergang von der fossilen in die erneuerbare Energieerzeugung«, so Wirtschaftsminister Robert Habeck. Aktuell ist Kolumbien ein wichtiger Zulieferer von Steinkohle, die bis 2030, zum beschlossenen Kohleausstieg, in deutschen Kraftwerken verfeuert wird. Danach soll das Land in Südamerika Lieferant grünen Wasserstoffs werden. Die negativen Folgen des jahrzehntelangen Kohleabbaus sind in den betroffenen Regionen schon heute allgegenwärtig. Was fordern die betroffenen Menschen in Kolumbien von der deutschen Politik und Wirtschaft? Ein Beitrag von David Graaff.
11:06 03.04.24
Ugandas Öldilemma: Kontro­versen um das schwarze Gold
In der Region Hoima in Uganda wurden 2006 Ölvorkommen entdeckt. Diese stehen im Zentrum einer Kontroverse: Auf der einen Seite macht sich die ugandische Regierung Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung, auf der anderen Seite gibt es Zwangsumsiedlungen, unzureichende Entschädigungen und Umweltbedenken. Einen Einblick in ihre jeweiligen Perspektiven auf den geplanten Bau der ostafrikanischen Rohölpipeline EACOP gewähren Anwohner*innen, eine Umweltschützerin und die Ministerin für Energie und Mineralien in Uganda. Einführend fassen Geoffrey Ssebaggala von Witness Radio Uganda und Julia Duffner vom südnordfunk die Kontroversen zusammen und informieren über Hintergründe des geplanten Baus der Pipeline.
23:06 03.04.24
Pipeline in Ostafrika: Schlagzeilen & Hintergründe #2
Lizenzen für Erdgas, LNG und Erdöl in Ostafrika +++ Ölexport von der DR Kongo anvisiert +++ Arbeitet die halbstaatliche chinesische Ölgesellschaft CNOOC mit dem ugandischen Militär zusammen? Fischergemeinden von der Ölförderung betroffen +++ Eldoret-Kampala-Kigali Pipeline für raffinierte Erdölprodukte +++ Festnahmen und Einschüchterungen von Jurist*innen und Umweltexpert*innen in Tansania und Uganda +++ Klage gegen Rückversicherer wie die MARSH MCLennon Group +++
15:20 03.04.24
»Unsere Mission ist es, Menschen zu befähigen, mit einer gemeinsamen Stimme anzutreten«
Uganda: Medienaktivismus rund um die EACOP Pipeline: Im Zuge des Baus der umstrittenen Ölpipeline EACOP sind zahlreiche Menschen in Uganda von Zwangsumsiedlung betroffen. Die ugandische Organisation Witness Radio nutzt Radio und soziale Medien als Tool, um gegen Landraub und soziale Ungerechtigkeit vorzugehen, vor allem auch in ländlichen Gebieten. Dabei ist das Team von Kriminalisierung, Restriktionen sowie Angriffen auf Aktivist*innen und unabhängige Medienschaffende betroffen. Tonny Katende von Witness Radio über zivilgesellschaftlichen Widerstand, Medienaktivismus und Meinungsfreiheit in Uganda – und wie es möglich ist, die Regierung und Großkonzerne dennoch zur Verantwortung zu ziehen.
14:59 07.03.24
»Zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags kamen die Maschinen«
Abidjan, Elfenbeinküste: Seit 2022 wird in Abidjan an einer 37 Kilometer langen, als Metro bezeichneten S-Bahnlinie quer durch das Stadtgebiet gebaut. Damit soll die Verkehrssituation in der mit sechs Millionen Einwohner*innen größten Stadt der Elfenbeinküste signifikant verbessert werden. Täglich könnte eine halbe Million Menschen die Bahn nutzen, heißt es. In einer Veröffentlichung der Regierung vom November 2022 ist von 13.448 Personen die Rede, die der geplanten Bahnstrecke weichen mussten und entsprechend entschädigt wurden. Die Zahl der Betroffenen dürfte jedoch höher sein. Sind die Landrechte unklar, bleiben Betroffene außen vor. Lars Springfeld sprach in Abidjan mit Alassane Dicko vom Netzwerk Afrique-Europe-Interact und mit dem Taxifahrer Kwame Kassi Célestin, dessen Haus dem Bau der Metro weichen musste.
14:37 06.03.24
Pipeline in Ostafrika: Schlagzeilen & Hintergründe #1
… Aktionen gegen den Bau der EACOP +++ Rückzug der österreichischen isoplus Fernwärmetechnik aus dem Joint Venture +++ Finanzinstitute scheuen Risiken +++ Berufungskammer des Ostafrikanischen Gerichtshofes entscheidet über Zulassung der Klage von vier ostafrikanischen zivilgesellschaftlichen Organisationen gegen den Bau der EACOP +++ Pipeline Management spendet Zement an Betroffene von Starkregen +++ Aktueller Stand des Pipelinebaus
10:28 06.03.24
»Heutzutage braucht man kein Gold mehr«
Guinea: Die panafrikanische Künstler*innengruppe Faso Kele hat das Dorf Kurunkanfouga in Guinea gegründet. Dort versuchen die Künstler*innen mit Gleichgesinnten in der ökologischen Landwirtschaft ein Auskommen zu finden und sich an den Klimawandel anzupassen. Im Interview erklärt Minko Géant Vance, warum die Leute von Faso Kele mit Agrarökologie klimaaktiv das Land bewirtschaften. Auch das Klimaverhalten Europas kritisiert das Kollektiv und erläutert das eigene Verständnis von Klimagerechtigkeit.
07:30 06.03.24
Südnordfunk #117 - Queere Bewegungen im Globalen Süden
Die Anzahl an sich als queer definierenden Menschen steigt unaufhörlich, bei der so genannten Generation Z (14- bis 29-Jährige) geht man von 15 bis 30 Prozent aus. Und auch die Rechtslage hat sich in den letzten Jahrzehnten verbessert, vor allem im Globalen Norden. Im Globalen Süden gibt es aber immernoch unzählige Staaten, die ihre sexuellen Minderheiten verfolgen, statt sie zu schützen, bis hin zur Todesstrafe, wie beispielsweise im Iran und in Uganda. Wie gelingt es den queeren Menschen trotzdem, ihr Leben in Würde zu leben, welche Freiräume schaffen und erkämpfen sie sich und gibt es vor Ort queere Bewegungen, die politisch etwas erreichen können? Wir blicken im südnordfunk auf die vier Regionen Nordkaukasus, Iran, Kenia und Uganda.
58:24 07.02.24
"Wenn die Generation Z älter wird, muss der Staat gehen."
Im Iran gelten mit die schärfsten Gesetze, was Homosexualität betrifft. Seit der Revolution 1978 wurden hunderte Menschen aus diesem Grund öffentlich hingerichtet - sie werden es auch aktuell, vor allem junge Menschen, zum Zweck der Abschreckung. Die Queerfeministin, Aktivistin und Autorin Mina Khani lebt daher schon lange in Deutschland, ist aber in engem Kontakt mit der Bewegung und berichtet über die Situation vor Ort, ihre eigenen Erfahrungen und ihre Hoffnung trotz allem.
12:35 07.02.24
An queeres Leben glauben - Solidarität von Geistlichen mit Queers in Kenia
Die Stimmung in Kenia wird feindlicher gegenüber queeren Personen. Kirchen und Moscheen erzeugen und verstärken häufig Vorurteile und hasserfüllte Stimmen. Eine queere Organisation in Mombasa gibt den Glauben an sie trotzdem nicht auf und verbündet sich mit Priester*innen und Imamen. Ein Beitrag von Antonia Vangelista, die im November mit dem journalists.network auf einer Recherchereise in Kenia war, und dabei die Mitglieder von PEMA kennengelernt hat.
13:31 07.02.24
NC SOS - Letzte Rettung im Nordkaukasus. Repression gegen LGBTIQ und eine mutige NGO
Die North Caucasus Crisis Group (NC SOS) unterstützt und evakuiert seit 2017 LGBTIQ aus Provinzen in der Nordkaukasus-Region, primär aus den russischen Republiken Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan. Dort ist das Leben für queere Menschen oft noch gefährlicher als in anderen Provinzen Russlands. Während Länder wie Tschetschenien verneinen, dass es queeres Leben im Nordkaukasus gibt, versucht die NC SOS mittels öffentlichem Druck, Menschen vor Verhaftungen, Folter, und Gefängnisaufenthalten zu bewahren. Aleksandra von NC SOS erzählt uns über ihre Arbeit, die Gefahren für LGBTIQ im Nordkaukasus und welchen Einfluss die Öffentlichkeit auf politische Zustände haben kann.
05:13 07.02.24
»Der homophobe Aktivismus wurde importiert« Interview mit THRIUMPH in Uganda
Seit der Verschärfung des Anti-Homosexualitätsgesetzes in Uganda im Mai 2023 wurden Schutzräume für LGBTI Personen aufgelöst, Festnahmen häufen sich. Jede Person, die homosexuelle Handlungen vornimmt oder unterstützt, kann dem Gesetz zufolge mit bis zu lebenslanger Haft bestraft werden. Bei wiederholten Verstößen oder »in schweren Fällen« droht die Todesstrafe. Doch auch der Druck, das Gesetz aufzulösen steigt: Zu denjenigen, die eine Aufhebung des Gesetzes fordern Sean Shibolo Awali, Jurist und Menschenrechtsverteidiger sowie Mitgründer der Nichtregierungsorganisation THRIUMPH. Im Interview mit dem südnordfunk im Dezember 2023, erlläutert Awali, warum er trotz steigender Bedrohung und Gewalt auf einen juristischen Erfolg setzt. Foto: In Uganda finden trotz der Bemühungen der Behörden, Homosexualität zu verbieten, Pride Parades statt | Foto: Rebecca Vassie CC BY-NC
28:17 06.02.24
Peacesounds Friedensaktivist*innen im Globalen Süden
Während die Nachrichten täglich Kriegsbilder auf unsere Bildschirme projizieren, sucht ein neuer Podcast nach Vorbildern, die Mut machen und Wege für Veränderungen aufzeigen. Das Team von »Peace Sounds« spricht mit Friedensaktivist*innen im Globalen Süden, die mit gegenseitiger Fürsorge und Kreativität der Gewalt strotzen und sich in wenig beachteten Konfliktregionen für eine gerechtere und friedlichere Welt engagieren. Der Podcast ist am Montag, den 15.1.24 mit Folge 1 auf allen gängingen Podcast-Anbietern zu finden. Der Podcast entstand in Kooperation mit: Freies Radio Wüste Welle, Entwicklungspädagogisches Informationszentrum Reutlingen und FAIRstrickt - Netzwerk für Faire Textilien, Menschenrechte und Klimagerechtigkeit. Er wird gefördert von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg.
17:15 15.01.24
30 Jahre antisystemische Bewegung in Chiapas
Am 1. Januar 1994 besetzte die EZLN, die vor über 40 Jahre gegründete Zapatistischen Befreiungsarmee, sieben mexikanische Gemeinden in der Chiapas-Region. 30 Jahre seit ihrem öffentlichen Auftreten am 1. Januar 1994 scheint die zapatistische Bewegung als antisystemische Bewegung und als antikapitalistischer Plan weiterhin Geltung zu haben. Doch was waren und was sind ihre politischen Ziele? Sarah Wehrle vom iz3w hat die Motive der EZLN und ihre gesellschaftspolitischen Errungenschaften kurz zusammengefasst.
02:15 31.12.23
»Den Militärs gefällt es nicht, wenn man in Europa schlecht über sie spricht«
Am 28. Oktober traf der südnordfunk, Rubiela Giraldo und Jaqueline Castillo, zwei Frauen aus Kolumbien, die sich für Gerechtigkeit und Aufklärung einsetzen. Jaqueline und Rubiela, vertreten die Organisation MAFAPO – Madres de los Falsos Positivos, Mütter der falschen Positiven. Sie repräsentieren Frauen in Kolumbien, die gegen Ungerechtigkeiten kämpfen, die in der Zeit des Bürgerkrieges verübt wurden. Das 2016 geschlossene Friedensabkommen zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) und der Regierung beendete 2016 einen 52 Jahre währenden bewaffneten Konflikt. Die Aufarbeitung der Verbrechen ist noch längst nicht abgeschlossen. MAFAPO war Ende 2023 auf einer internationalen Reise durch Deutschland, Spanien, Italien und England, um auf Missstände und Schwachstellen im juristischen Prozess und bei der Wahrheitsfindung aufmerksam zu machen. Die Organisation thematisiert Gräueltaten der kolumbianischen Armee zwischen 2002 und 2008, bei denen junge Männer durch falsche Versprechen aus ihren Gemeinden gelockt und später getötet wurden, wobei sie vorsätzlich fälschlicherweise als Guerillakämpfer denunziert wurden. Die Mütter von MAFAPO setzen sich nicht nur für Gerechtigkeit für ihre Söhne und Brüder ein. Sie kämpfen auch dafür, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ihr Slogan "¿Quién dio la orden?" ("Wer gab den Befehl?") symbolisiert ihre Entschlossenheit für Transparenz, Wahrheit und Gerechtigkeit. In Kolumbien wurden zwischen 2002 und 2008 über 6.402 Personen, vorwiegend Jugendliche, von der Armee verschleppt, ermordet und als gefallene Guerillakämpfer inszeniert. Am 30. August 2023 erhob die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (JEP) Anklage gegen Ex-General Mario Montoya und acht weitere Militärangehörige wegen Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit 130 "Falsos Positivos". Der Fall zeigt den Erfolg des Einsatzes von MAFAPO.
11:13 31.12.23
»Je mehr Grenzen man dichtmacht, desto mehr nehmen die klandestinen Reisen zu«
Die aktuelle wirtschaftliche und politische Krise in Mali Migration ist in Mali seit jeher eine Strategie, Krisen zu bewältigen. Europa setzt alles daran, die Migrationsrouten zu sperren. Im Februar 2023 sprach der südnordfunk mit Père Anselm Mahwera über die Lage in Gao im Norden des Landes, ein Nadelöhr und Zentrum der Migration.
12:24 31.12.23
südnordfunk #115 Klima, Bergbau, Aktivismus
Dubai ist momentan das Zentrum der Welt: Rund 70.000 Menschen sind in die Stadt in den Vereinten Arabischen Emiraten gereist, um an der UN-Weltklimakonferenz teilzunehmen. Was das in Flugmeilen und an zusätzlicher Belastung es für das Klima bedeutet, lassen wir mal außen vor. Schließlich hofft die Weltgemeinschaft jedes Mal aufs Neue, dass langfristige Lösungen und Strategien gegen den Klimawandel und für mehr Klimagerechtigkeit gefunden werden. Die sind dringender denn je, denn wie UN-Generalsekretät Guterres richtig feststellte: "We are on a highway to climate hell with our foot on the accelerator." Unsere südnordfunk-Kollegin Antonia ist derzeit in Kenia und hat dort mit Mithika Mwenda, Director der Panafrican Climate Justice Alliance gesprochen. Er erzählt von seinen Erwartungen an die Cop 28 und spricht über Klimafinanzen. Über die Frage, ob und inwiefern die Welt den Klimagipfel noch braucht, hat Martina mit Kumi Naidoo gesprochen. Der ehemalige Chef von Greenpeace und Amnesty International stellt sowohl Menschenrechte als auch Umweltfragen über Jahre ins Zentrum seines Aktivismus. Außerdem im südnordfunk ein Gespräch mit Ariana Kana und Paul Maquet von der Organisation CooperAccion in Peru, wo eine Schweizer Firma Kupfer abbaut. Doch wie viel Bergbau ist gerecht? Im Interview erläutern die beiden unter anderem, wie der Bergbau weder Fortschritt noch Arbeitsplätze brachte.
60:08 05.12.23
Bergbau in Peru: »Wir fordern, dass die intern­ationa­len Verträge respek­tiert werden«
Ariana Kana hat die Auswirkungen des Bergbaus in der Provinz Espinosa am eigenen Leib erlebt und sich zur Wehr gesetzt. Aufgewachsen in der indigenen Gemeinde Huisa bei Cusco im Süden Perus weiß sie, was es heißt, wenn das Wasser mit giftigen Schwermetallen kontaminiert ist. Inzwischen engagiert sich die Umweltaktivistin in der Plataforma Nacional de Afectados y Afectadas por Metales Tóxicos (Nationale Plattform für die von giftigen Schwermetallen Betroffenen) in Peru und ist als Gemeinderätin politisch aktiv. Gemeinsam mit Paul Maquet von der Organisation CooperAccion besuchte sie Ende November die informationsstelle Peru e.V. in Freiburg. CooperAccion arbeitet mit Indigenen Gemeinden, die von Umweltverschmutzung betroffen sind. Im Interview mit dem südnordfunk erläutern die beiden, wie der Bergbau – entgegen aller Versprechungen – weder Fortschritt noch Arbeitsplätze brachte. Landvertreibungen und Umsiedlungen drohen. Auch benennen sie den Ressourcenhunger der EU, der den Kupferabbau in Peru befördert. Die Missachtung der ILO Konvention durch das Unternehmen Glencore halten sie für einen Verstoß gegen geltendes internationales Recht.
17:30 05.12.23
»Klimafinanzierung ist keine Wohltätigkeit für Afrika«
Die Weltklimakonferenz in Dubai steht unter dem Motto der weltweitenBestandsaufnahme. Ein Streitpunkt: Geld für Klimaschutz und Anpassung. Mithika Mwenda, Direktor der Panafrican Climate Justice Alliance, sagt: Länder des Globalen Nordens müssen mehr Geld bereitstellen, insbesondere für Klimaanpassung. Seine Organisation vertritt über 100 Organisation aus 51 Ländern. Kurz vor der Konferenz beantwortet Mwenda unserer Kollegin Antonia Vangelista, welche Forderungen und Erwartungen seine Delegation im Gepäck hat.
10:21 05.12.23
»Der Klimagipfel wird uns keinen seismischen, transformativen System­wechsel bescheren«
Als Klimaaktivist, ehemaliger Chef von Greenpeace und Amnesty international sowie Direktor des Startups African Civil Society Initiative stellte Kumi Naidoo sowohl Menschenrechte als auch Umweltfragen über Jahre ins Zentrum seines Aktivismus. Derzeit konzentriert er sich darauf, politische Aktionskunst als Kommunikationsmittel voranzubringen. Der südnordfunk sprach mit dem südafrikanischen Rechts- und Politikwissenschaftler über Klimakommunikation und zivilen Ungehorsam.
21:10 05.12.23
Interview mit der Eine-Welt-Promotorin Sylvia Holzhäuer-Ruprecht
Der Klimawandel und seine Auswirkungen zeigen sich zum Beispiel in der Flucht von Menschen vor Überschwemmungen - so aktuell auch in Somalia. In den Medien wird dabei die Abhängigkeit ärmerer Länder vom Geld der Industriestaaten betont, ohne die Menschen in den Industriestaaten als Verursacher des Klimawandels zu benennen. So machen die Bilder von fliehenden Menschen und die Spendenaufrufe unsichtbar, dass eigentlich die europäischen Länder von den Ressourcen des Globalen Südens abhängig sind. Ohne sie werden sie keine Energiewende schaffen. Im Interview erläutert die entwicklungspolitische Bildungsreferentin Sylvia Holzhäuer-Ruprecht, warum koloniale Narrative in der Klimakrise noch machtvoll wirken – und wie Migration und Klimaflucht zusammenhängen. Sylvia Holzhäuer-Ruprecht arbeitet im Auftrag für das Land Baden-Württemberg und den Bund im Verein SIMAMA – STEH AUF e.V.. Sie möchte als Eine-Welt-Promotorin die Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung voranbringen. Das Ziel ist unter Anderem: weniger Ungleichheit, Gendergerechtigkeit, weniger Armut, Hungerbekämpfung, Gesundheit für alle. Diese und noch weitere UN-Nachhaltigkeitziele sollen bis 2030 z.B. durch Globales Lernen als Teil der Bildung zur Nachhaltigkeit vorangebracht und in nachhaltiges Leben umgesetzt werden.
29:42 05.12.23
Verdammte Klimapolitik | südnordfunk #114
Hitzige Klimadebatten: Was bringt’s? Kernthemen der Weltklimakonferenz COP 28 und Hebel gegen die Klimakrise || »Wenn das Land verschwunden ist, werden auch die Menschen verschwinden« Dewi Candraningrum über Klimakrise, Frauen im Protest und Zementabbau in Indonesien || Fluchtursache Klimakrise – es braucht Anerkennung. Statement aus einer Podiumsdiskussion »Wenn das Land verschwunden ist, werden auch die Menschen verschwinden«: Dewi Candraningrum über Klimakrise, Frauen im Protest und Zementabbau in Indonesien Der deutsche Konzern HeidelbergMaterilas will im Kendeng-Karstgebirge in der Region Java in Indonesien Kalkstein abbauen und eine weitere Zementfabrik errichten. Aktivistinnen protestieren gegen die Niederlassung von HeidelbergCement in der Java Region, denn aus ihrer Sicht ist die Zementindustrie klima- und gesundheitsschädlich. Im Interview erklärt die Umweltaktivistin und Wissenschaftlerin Dewi Candraningrum warum und spricht über die Formen des gegenderten Protests. Und die Anwältin Ekti Oktaviani erläutert den aktuellen Stand des Gerichtsprozesses gegen HeidelbergMaterials. Ein Beitrag von Julia Reiff. Hitzige Klimadebatten: Was bringt’s?: Kernthemen der Weltklimakonferenz COP 28 und Hebel gegen die Klimakrise Ende November startet die 28. Weltklimakonferenz. Was steht im Fokus der Verhandlungen in Dubai? Und wie sind die Kernthemen, die dieses Jahr ganz oben auf der Agenda stehen werden, aus einer Gerechtigkeitsperspektive zu bewerten? Wird die notwendige Abkehr von fossilen Energieträgern wieder einmal scheitern? Was sind die wunden Punkte bei der Debatte um finanzielle Unterstützung ärmerer Länder bei der Anpassung an die Klimakrise? Wird mit dem vor allem vom Globalen Süden eingeforderten Fonds für Schäden und Verluste tatsächlich mehr Gerechtigkeit in der internationalen Klimapolitik Einzug halten? Eva und Martina gehen im südnordfunk diesen Fragen nach. Statement zu Klimakrise als Fluchtursache: »Warum beschützt du unseren Wald, warum beschützt du nicht dein eigenes Land?« Sulti erläutert aus einer persönlichen Erfahrung, warum Klimagerechtigkeit nicht ohne Racial Justice, nicht ohne Gerechtigkeit für rassistisch Diskriminierte zu haben ist. Sulti ist trans-nichtbinäre*r Klima- und Antirascist-Aktivist*in, Teil der NoBorder-Assembly, Freedom of Movement Berlin und BIPoC for climate justice.
54:18 09.11.23
Fluchtursache Klimakrise: Zeit für Anerkennung.
Mit Stimmen von: Nicholas Omonuk (Uganda), Olaf Bernau (Bremen) und Sulti (Berlin). Taugt der Begriff Klimaflucht für eine anti-rassistische Perspektive auf die Klimapolitik? Was hat Klimagerechtigkeit mit Klassismus, Rassismus und Kolonialismus zu tun? Wie kann praktische solidarische Arbeit aussehen, die Klimaflucht anerkennt, ohne Menschen als Klimaflüchtlinge zu kategorisieren? Der einstündige Audiobeitrag fasst die Paneldiskussion zusammen, die angesichts der anstehenden Klimaverhandlungen und der Asylrechtsverschärfung sehr aktuell ist. Zum Nachhören: Aufzeichnung einer Podiumsdiskussion vom 29.2.2023, die das iz3w gemeinsam mit dem Netzwerk Afrique-Europe-Interact und der Refugee-Redaktion Our Voice von Radio Dreyeckland in Freiburg veranstaltet hat – im Rahmen des Projektes Change your Mind Turn the Tide von Mindchanger. Es sprechen: Sulti @humanofcolour, trans-nichtbinäre*r Klima- und Antirascist-Aktivist*in, ist Teil der NoBorder-Assembly, Freedom of Movement Berlin und BIPoC for climate justice. Momentan ist Sulti im Stop Deportation Gefängnis BER organisiert. Als abolitionistische*r Aktivist*in setzt sich Sulti gegen die vorherrschenden rassistischen kapitalistischen Strukturen ein, die Menschenrechte verletzen; insbesondere derjenigen, die aufgrund von Klimaauswirkungen, Konflikten, weißer Vorherrschaft, westlicher Politik und Armut gezwungen sind ihre Heimat zu verlassen. Olaf Bernau ist Mitbegründer des transnationalen Netzwerks Afrique-Europe-Interact. 2022 veröffentlichte er sein Buch »Brennpunkt Westafrika. Die Fluchtursachen und was Europa tun sollte.« Nicholas Omonuk, Klimaaktivist aus Uganda und aktiv bei @fridaysforfuturemapa und @endfossiluganda.Diesen September war er in Europa als Speaker bei diversen Klima-Veranstaltungen vertreten. Moderation: Rufine Songue Sprachen: Deutsch und Englisch
59:55 31.10.23
Tritha - die »Indische Nina Hagen«?
Die Musikerin Tritha wird gerne auch als »Indische Nina Hagen« bezeichnet. Nichts gegen Nina Hagen, aber dieser Vergleich greift viel zu kurz und ist natürlich unserer westlichen Brille geschuldet. Nein, die Musikerin Tritha ist viel mehr. Tritha Sinha wuchs im Kalkutta auf und pendelt seit vielen Jahren zwischen Neu Dehli und Paris, wo sie jeweils in vielen Musikprojekten und Bands aktiv ist. Ihre Musik ist auch viel mehr als Punk: als klassisch ausgebildete Sängerin, mischt sie traditionelle Folkmusik mit Psychedelischen Klängen, Krautrock und Electronics und transportiert so die typisch indische Musikkultur in den Rest der Welt. Unzählige Auszeichnungen gewann sie bereits, neben ihren musikalischen Kooperationen arbeitet sie auch seit vielen Jahren in der Musiktherapie, die besonders auf die heilende, vibrierende Kraft von Tönen und Sounds setzt. Die BBC nannte sie einst auch Musikaktivistin, denn neben der Kraft des Sounds setzt sie auch in ihren Lyrics – größtenteils in Sanscrit gesungen - starke Töne gegen Korruption, das Patriarchat und die Zerstörung von »Mutter Erde«. Aber warum ist die Erde eigentlich als weiblich gedacht?
08:49 04.10.23
Aktiv gegen die Klimakrise in Togo
In der jüngsten Reportage des südnordfunk zu Togo wurde deutlich, dass insbesondere Kleinbauern- und Bäuerinnen sowie Viehhirten unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Nicht selten treibt die Zerstörung von Lebensgrundlagen die Menschen in die Migration. In einem Nachklapp zu dieser Reportage hört ihr nun Forderungen und Einschätzungen über mögliche Lösungsstrategien im Umgang mit dem Klimawandel von aktiven Menschen vor Ort: Razakou Aboubakari ist Koordinator des Netzwerks Afrique-Europe-Interact in Togo und Schuldirektor in Sokodé. Tchedre Saharou ist Umweltschützer und arbeitet als Lehrer. Er engagiert sich in einer NGO, die sich für die Vermeidung von Müll einsetzt. Rachel Awoussi Boyindjo ist Soziologin und Direktorin der NGO „Dimension Humaine“. Und Rouby Traoré ist Journalistin und arbeitet im Radio „Our Voice“, der migrantischen Redaktion von Radio Dreyeckland in Freiburg. Von Lars Springfield.
12:17 04.10.23
Der Kampf gegen die Auswirkungen durch das Großunternehmen HeidelbergCement
HeidelbergerCement, jetzt Heidelberg Materials, ist die weltweite Nummer 1 bei Zuschlagstoffen und Beton und die weltweite Nummer 2 bei Zement. Das Unternehmen ist seit 1984 in Togo tätig. Sie bauen Klinker für die Zementproduktion ab. Im Jahr 2015 investierte HeidelbergCement 250 Millionen US Dollar in Togo, um eine Schlüsselrolle im westafrikanischen Bausektor zu spielen. Die Folgen der industriellen Ausbeutung für Menschen, Tiere und die Natur durch HeidelbergCement sind gravierend: Luftverschmutzung, Zerstörung der Küstenfischerei, hohe CO2-Emissionen bei der Zementherstellung, Ausbeutung von Mensch und Natur. Dagegen kämpft seit vielen Jahren das Centre pour la Justice Environnementale-Togo (CJE-Togo), auf Deutsch Zentrum für Umweltgerechtigkeit-Togo (CEJ-Togo). Das Ziel dieser Organisation der Zivilgesellschaft (OSC) ist es, zur Verbesserung der sozioökonomischen und kulturellen Lebensbedingungen der Menschen vor Ort im Rahmen eines nachhaltigen und partizipativen Ansatzes beizutragen. Rouby Traoré hat mit Kwami Kopondzo gesprochen. Er ist Geschäftsführer des Zentrum für Umweltgerechtigkeit-Togo.
18:29 04.10.23
»Nicht nur das Wissen, sondern auch die Strukturen dekolonisieren!«
Wenn Akteure aus Nord und Süd eine Partnerschaft eingehen, stehen sich oftmals Ungleichgewichte gegenüber. Sie werden durch asymmetrische Strukturen und ihr koloniales Erbe im Denken und in der Praxis herausgefordert. Im Juni 2023 fragte der Hochschultag in Freiburg nach Stolpersteinen bei Partnerschaften zwischen Nord und Süd in Lehre und Forschung. Was dort diskutiert wurde, ist auch für Nord-Süd-Partnerschaften allgemein erhellend. Ein Zusammenschnitt mit Beiträgen von Grace Diabah, Kodirektorin am Merian Institute for Advanced Studies der University of Ghana, Assunta Muthoni und Sandra Ángel Moreno (Masterstudierende), sowie Melinda Madew, Professorin für Internationale soziale Arbeit Evangelische Hochschule Ludwigsburg.
15:59 04.10.23
Snf Oktober 2023
In der Oktoberausgabe des südnordfunk gibt es keinen sehr klassischen Themenschwerpunkt, aber ein kleiner Akzent liegt auf Togo, worum es in gleich zwei Beiträgen geht. Der Geschäftsführer des "Zentrum für Umweltgerechtigkeit-Togo - Kwami Kponzo erklärt im Interview, welche negativen Folgen das Unternehmen Heidelberg Materials für Mensch und Umwelt hat und wie sie dagegen ankämpfen. Unser Kollege Lars springfield hatte bereits im Juli eine Reportage mit Bauern im Norden Togos und wie diese mit dem Klimawandel umgehen veröffentlicht. In seinem aktuellen Beitrag wird mit Aktiven Menschen vor Ort über mögliche Lösungsstrategien im Umgang mit dem Klimawandel diskutiert. Außerdem wirds musikalisch mit der Indischen Musikerin Tritha – von der auch sämtliche Zwischenmusiken stammen. Den Anfang macht ein Beitrag von Martina Backes vom Sustainable Development Goals Hochschultag an der Universität Freiburg im Juni 2023.
60:04 04.10.23
Klimawandel - eine Fluchtursache? Klimaflucht - taugt der Begriff?
Menschen werden aufgrund von Überschwemmungen, Dürren, Hungersnöten und anderen gravierenden Klimafolgen vertrieben. Das stellt nicht nur für die Betroffenen vor große Probleme, es bringt auch Fragen mit sich, an die Politik und für die Zivilgesellschaft. Immer mehr Menschen verlassen ländliche Gebiete, brechen auf in die Stadt und verlassen wohlmöglich ihr Land, um aus der Not herauszufinden. Da diese Menschen keinen politischen Status haben, der sie schützt, machen sie sich gemeinsam mit den vielen politischen Geflüchteten und Kriegsflüchtlingen auf den Weg. In Europa oft abwertend als »Wirtschaftsflüchtlinge« bezeichnet, wird ihre Not in den Verursacherstaaten des Klimawandels in Frage gestellt. Doch Klimaaktivist*innen im Globalen Norden setzen sich für mehr Gerechtigkeit und Solidarität ein! Bei einem Workshop Anfang August auf dem Klimacamp 2023 in Basel diskutierten rund dreißig junge Menschen darüber, wie brauchbar der Begriff Klimaflucht überhaupt ist. Der Workshop fand statt im Rahmen des Projektes Change Your Mind-Turn The Tide des iz3w, Our Voice und Africa Europe Interact. Rouby Traoré berichtet.
16:21 03.09.23

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