Aus Print mach mehr - iz3w on Air! So die Devise der iz3w-Zeitschriften-Redaktion. Mit dem südnordfunk startete das iz3w im Juni 2014 eine monatliche Magazinsendung auf Radio Dreyeckland. Mit ausgewählten Inhalten und Debatten der nord-südpolitischen Zeitschrift iz3w aus Freiburg. Jeden ersten Dienstag im Monat um 16 Uhr auf 102,3 mhz. Und als Podcast. Siehe auch www.iz3w.org
Zeremonie im Vorfeld der Rückgabe der Human Remains der Maka-Ahnen an Kamerun Sechs Ahnen der Maka aus Kamerun, deren sterbliche Überreste während der deutschen Kolonialherrschaft nach Freiburg verbracht und jahrzehntelang in einer wissenschaftlichen Sammlung missbraucht und aufbewahrt wurden, sind nun mit einer Zeremonie geehrt worden. Für die Maka sind sie Widerstandskämpfer gegen den Kolonialismus. Der Prozess um die Heimkehr der Ahnen hat begonnen, es ist auch die Rückkehr zur Würde. Doch er wirft zugleich Fragen nach der Verantwortung von Universität, Museum und Gesellschaft im Umgang mit kolonialem Unrecht auf. Der südnordfunk berichtet vom Übergabeprozess.
01.08.26 • 12:09
Der Emissionshandel gilt als Hoffnungsträger im Kampf gegen die Klimakrise - hält er, was er verspricht? Eine Spurensuche zwischen CO₂-Bilanzen, Landkonflikten und globaler Gerechtigkeit. Kann der Handel mit Kohlenstoffzertifikaten das Klima wirklich schützen – und wer profitiert davon? Während Europa neue Regeln auf den Weg bringt, kämpfen Menschen vor Ort um Land, Mitsprache und ihre Lebensgrundlagen. Der Beitrag von Eunice Nangobi und Tim Dammann zeigt, warum der Emissionshandel nicht nur eine Frage des Klimas ist, sondern auch eine Frage von Macht und Gerechtigkeit.
01.08.26 • 25:19
Albaniens Bevölkerung geht gegen den Ausverkauf ihres Landes auf die Straße Ein amerikanischer Investor will ein Luxusresort in ein Naturschutzgebiet bauen und rückten illegal mit Baggern vor. Was wie eine comichafte Prämisse aus einem Disneyfilm klingt ist im Süden Albaniens Realität. Doch die Menschen im Land nehmen ihre Geschichte selbst in die Hand und organisieren Massenprotest über alle politische Lager hinweg. Unzählige unrechtmäßige Bauprojekte und ein geplanter EU-Beitritt erhöhen den Druck auf Regierung, Kommission und den Rechtsstaat. Der südnordfunk sprach mit Gresa Hasa, Rechtswissenschaftlerin im Bereich Südosteuropa an der Uni Graz, und Joni Vorpsi, Umweltaktivist aus Albanien.
01.08.26 • 14:25
Am 12. Juni 2026 trat das vor zwei Jahren beschlossene neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) in Kraft. Fünf Tage später verabschiedete das Europäische Parlament die neue Rückführungsverordnung. Sie erlaubt künftig sogenannte Abschiebezentren in Drittstaaten – ein Beschluss, den Abgeordnete der extremen Rechten mit »Send them back«-Rufen feierten. Die Strategie, Europas liberale Grundwerte im Inneren durch eine härtere Migrationspolitik an den Außengrenzen zu bewahren, ist offenbar nicht aufgegangen. Der südnordfunk ordnet die GEAS-Reform anhand der Analyse des Juristen und Migrationsforschers Maximilian Pichl ein und fragt, welche Folgen sie für Menschen hat, die in Europa Schutz suchen.
07.07.26 • 27:57
Hassrede und Diffamierung auf der einen Seite, Kunst und Musikfestivals für Menschenrechte auf der anderen: Im Irak verengen sich die zivilgesellschaftlichen Räume, obwohl die Zahl der zivilgesellschaftlichen Akteure zugenommen hat. Wie passt das alles zusammen? Darüber sprachen wir mit Zeinab Shubber vom »Informationszentrum für Forschung und Entwicklung«. Sie berichtet über friedensfördernde praktische Arbeit von NGOs und Jugendverbänden, während der Staat sowie wenig kompromissbereite Gewaltakteure oft kontraproduktiv für ein friedliches Zusammenleben agieren.
07.07.26 • 23:23
Ein Kolleg*innengespräch von Martina Backes und Georg Lutz. Krieg ist auf der politischen Bühne zurück. Verteidigungsminister heißen wieder Kriegsminister. Im Globalen Süden war der Krieg nie weg, aber auch hier steigen die Rüstungsausgaben und der militärisch-industrielle Komplex gewinnt an Macht, Präsenz und Einfluss. Die politische Forderung nach Kriegsfähigkeit und Wehrtüchtigkeit beflügelt zudem die autoritäre Rechte. Die emanzipatorische Linke streitet seit jeher über ihr Verhältnis zu Krieg, Pazifismus und militärischem Eingreifen. Während die einen Waffen und Aufrüstung als notwendig zur Verteidigung gegen autoritäre Gewalt ansehen, blieb die Linke historisch oft gespalten – etwa bei den Irakkriegen oder den NATO-Angriffen auf Serbien, oder jetzt auch ganz aktuell beim Krieg der USA/Israel gegen den Iran. Wie findet die emanzipatorische Linke zu einer Haltung, die polarisierende Generalkonzepte vermeidet? Es geht darum, wie man der Komplexität von Konflikten gerecht werden kann und welche Fragen aus emanzipatorischer linker Perspektive zu stellen wären, die neue Handlungsräume öffnen. Auch werfen unsere Kolleg*innen einen Blick darauf, unter welchen globalen Bedingungen Friedensarbeit heute stattfindet. Aus welchen politischen Perspektiven heraus wird sie geführt? Was besagt der Local Turn als Kritk am liberalen Friedenskonzept?
03.06.26 • 44:22
Unser Kollege Lars Springfeld hat in Mali mit lokalen Friedensaktivist*innen gesprochen, während quasi zeitgleich bewaffnete Gruppierungen die Ausfahrtsstraße aus der Hauptstadt Bamako in den Norden blockierten, den Verteidigungsminister der regierenden Militärs töteten und zahlreiche Überfälle vor allem auch gegen die Zivilbevölkerung zu verantworten hatten. Lars sprach in Bamako mit den Friedensarbeitern François Tendeng und Moctar Karama von EIRENE. Eirene ist eine christlich geprägte internationale Friedensorganisation, die seit den 1950er Jahren Freiwillige in Länder des Globalen Südens entsendet, um vor Ort zivilgesellschaftliche und soziale Projekte zu unterstützen. Die Ereignisse vom 25. April 2026 ließen die Themen des Gesprächs noch dringlicher erscheinen und wir fragten uns: Was bedeutet Frieden in einem Land, das seit mehr als einem Jahrzehnt von Gewaltkonflikten geprägt ist? Warum reicht militärische Sicherheit allein nicht aus? Welche Rolle spielen Armut, soziale Gerechtigkeit und lokale Konflikte? Und weshalb richtet sich der Blick internationaler Medien oft auf Geopolitik statt auf die Menschen vor Ort?
03.06.26 • 14:44
Sie alle haben jemanden verloren – und kämpfen trotzdem für Frieden. Der Parents Circle Families Forum bringt seit fast dreißig Jahren israelische und palästinensische Familien zusammen, die durch den Nahostkonflikt Angehörige verloren haben. Der Beitrag von Eva Gutensohn gibt drei Mitgliedern eine Stimme: der israelischen Aktivistin Robi Damelin, der Palästinenserin Laila Alsheikh und der in Berlin lebenden Israelin Vered Berman. Sie erzählen von persönlichem Verlust, von der Arbeit an Schulen und in Dialoggruppen, von Vergebung als innerem Befreiungsakt – und von der Überzeugung, dass Frieden nicht von Regierungen verordnet werden kann, sondern in der Zivilbevölkerung wachsen muss.
06.05.26 • 19:04
Wir starten mit der Sendereihe Frieden gestalten - Wie geht das? mit Beträgen zu Friedensinitiativen weltweit , die an der Basis unermüdlich im Bereich Transitional Justice und in der Konflikt. Zum Auftakt sprechen wir als südnordfunk-Redaktion darüber, warum wir diesen Schwerpunkt gewählt haben und welche Herausforderungen wir auch dabei sehen. Wir haben mit Menschen aus Israel und den palästinensischen Gebieten gesprochen, die im Konflikt unmittelbare Angehörige verloren haben und sich dennoch – oder gerade deshalb – für Dialog und Versöhnung entschieden haben. In der kolumbianischen Stadt Medellín drängen zivilgesellschaftliche Initiativen auf ein Ende der seit Jahrzehnten andauernden Bandenkriege in der Stadt. Wie sie das bewerkstelligen und welche Hürden es gibt, erfahren wir in einem Beitrag unseres Kollegen.
06.05.26 • 60:00
Zivile Initiativen in Medellín (Kolumbien) drängen darauf, am Friedensprozess zwischen Regierung und Mafia beteiligt zu werden. Eine Stadtteilaktivistin erklärt im Beitrag, warum es wichtig ist, dass nicht nur die Mafiabosse im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Und wir erfahren, was jetzt schon erreicht wurde, obwohl sich die Gespräche selbst gerade in der Krise befinden.
05.05.26 • 11:14
Beim Gedenken an die eine historische Atomkatastrophe wird leicht vergessen: Nukleartests, Uranabbau und Endlagerdesaster fordern stetig heutige und künftige Strahlenopfer, Kernenergie und atomare Ambitionen befeuern den Langzeitgau. Ein Kolleg*innengespräch mit Rückblick auf atomare Katastrophen unter dem Radar und Blick auf die Lieferkette Uran vom Abbau bis zur vermeintlichen Entsorgung des Atommülls.
05.05.26 • 23:11
Ein Schritt vorwärts? Erste demokratische Wahlen in Bangladesch Es war einer der ersten erfolgreichen großen Proteste welche unter dem Label "Gen Z" internationale Aufmerksamkeit auf sich zog: Die Juli-Bewegung von 2024 in Bangladesch. Schon im darauffolgenden August floh die Premierministerin Sheikh Hasina nach Indien - 15 Jahre Regierung und autoritärer Umbau waren damit vorbei. Nach anderthalb Jahren Übergangsregierung erfolgten nun im Februar die ersten demokratischen Wahlen, welche die Bangladesh National Party gewann. Doch ist dies wirklich der demokratische Neuanfang den sich die vor allem auch von Frauen getragene Protestbewegung für das Land gewünscht hat? Der Friedensprozess ist nicht gescheitert Der Frieden in Kolumbien zehn Jahre nach dem Friedensabkommen Nur rund 10.000 Stimmen erreichte die Partei der ehemaligen FARC-Guerilla "Comunes" bei den Parlamentswahlen im März. Damit steht das politische Projekt der früheren marxistischen Kämpfer*innen vor dem Aus. Ihre Demobilisierung aber, sagt snf-Kollege Christian Conde, hat politische Räume für andere linke Kräfte in der kolumbianischen Politik geschaffen. Das zeige sich nicht nur am Wahlsieg des Linksbündnisses Pacto Histórico, sondern auch daran, dass der Kandidat Iván Cepeda als Favorit in den nun beginnenden Präsidentschaftswahlkampf geht. Koloniales Erbe mitten in Freiburg Aktualisierter Audioguide zieht Linien zwischen Vergangenheit und Gegenwart Der Audioguide „Postkoloniale Spurensuche in Freiburg“ macht auf sichtbare und unsichtbare koloniale Spuren im Freiburger Stadtbild aufmerksam. Dabei verhandeln die einzelnen Stationen des Audioguides, wie koloniale und kolonialrevisionistische Bewegungen das Denken in dieser Stadt bis heute geprägt haben. Einige Stationen wurden im vergangenen Jahr überarbeitet, denn es hat sich in den letzten acht Jahren bei der Aufarbeitung der lokalen Verstrickungen in die Deutsche Kolonialgeschichte einiges bewegt. So wird nun der Prozess um die Restitution und Rehumanisierung berücksichtigt - etwa die Rückgabe von Human Remains oder die Umbenennung von Straßennamen mit kolonialem Kontext.
12.04.26 • 60:00
Der Audioguide „Postkoloniale Spurensuche in Freiburg“ macht auf sichtbare und unsichtbare koloniale Spuren im Freiburger Stadtbild aufmerksam. Dabei verhandeln die einzelnen Stationen des Audioguides, wie koloniale und kolonialrevisionistische Bewegungen das Denken in dieser Stadt bis heute geprägt haben. Einige Stationen wurden im vergangenen Jahr überarbeitet, denn es hat sich in den letzten acht Jahren bei der Aufarbeitung der lokalen Verstrickungen in die Deutsche Kolonialgeschichte einiges bewegt. So wird nun der Prozess um die Restitution und Rehumanisierung berücksichtigt - etwa die Rückgabe von Human Remains oder die Umbenennung von Straßennamen mit kolonialem Kontext.
12.04.26 • 27:53
Es war einer der ersten erfolgreichen großen Proteste welche unter dem Label "Gen Z" internationale Aufmerksamkeit auf sich zog: Die Juli-Bewegung von 2024 in Bangladesch. Schon im darauffolgenden August floh die Premierministerin Sheikh Hasina nach Indien - 15 Jahre Regierung und autoritärer Umbau waren damit vorbei. Nach anderthalb Jahren Übergangsregierung erfolgten nun im Februar die ersten demokratischen Wahlen, welche die Bangladesh National Party gewann. Doch ist dies wirklich der demokratische Neuanfang den sich die vor allem auch von Frauen getragene Protestbewegung für das Land gewünscht hat?
12.04.26 • 16:49
Nur rund 10.000 Stimmen erreichte die Partei der ehemaligen FARC-Guerilla "Comunes" bei den Parlamentswahlen im März. Damit steht das politische Projekt der früheren marxistischen KämpferInnen vor dem Aus. Ihre Demobilisierung aber, sagt SNF-Kollege Christian Conde, hat politische Räume für andere linke Kräfte in der kolumbianischen Politik geschaffen. Das zeige sich nicht nur am Wahlsieg des Linksbündnisses Pacto Histórico, sondern auch daran, dass der Kandidat Iván Cepeda als Favorit in den nun beginnenden Präsidentschaftswahlkampf geht.
12.04.26 • 10:18
Der feministische Kampf in Iran ist älter als die islamische Republik – er reicht zurück bis 1905. Aber seit 1979 hat das Regime systematisch Frauen kontrolliert: ihren Körper, ihre Stimme, ihre Sichtbarkeit. Der Hijab ist dabei nie nur ein Stück Stoff gewesen. Er ist das sichtbarste Symbol eines Systems, das seine Legitimität aus der Unterdrückung der Mehrheit zieht. Als Mahsa Jina Amini 2022 stirbt, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß, schlägt der Funken über. Was folgt, ist keine gewöhnliche Protestwelle – sondern eine Bewegung, die Frauen erstmals nicht als Symbolfiguren, sondern als politische Akteurinnen in den Vordergrund stellt. Frau, Leben, Freiheit. Wir nähern wir uns diesen Bewegungen aus unterschiedlichen Perspektiven an: Samira Bazmara blickt mit uns in die Geschichte feministischer Proteste. Die junge Iranerin Panjan hat 2023 selbst erlebt, wie es ist, auf der Straße festgehalten zu werden und trotzdem nicht zu schweigen. Und Felicia Fehlberg untersucht in ihrer Bachelorarbeit, welche Rolle Musik bei den »Frau, Leben, Freiheit« Protesten spielte.
04.03.26 • 21:24
Seit Beginn des Jahres wurde die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien im Zuge einer militärischen Blitzoffensive durch die syrische Übergangsregierung und ihre Verbündeten in weiten Teilen zurückgedrängt. Mit den Angriffen gerät nicht nur ein politisches Projekt unter Druck, sondern auch die konkrete Utopie einer freieren, basisdemokratischen und geschlechtergerechten Gesellschaft, in der sich insbesondere für Frauen und queere Menschen neue Räume von Teilhabe und Selbstbestimmung erkämpft hatten. Im Gespräch mit Anita Starosta von medico international finden wir heraus, was die aktuellen Angriffe für die Menschen vor Ort bedeuten. Wir sprechen auch über die Zukunft des Projektes Rojava und darüber, was es jetzt braucht, um den zivilen Widerstand und die verbliebenen selbstverwalteten Strukturen solidarisch zu unterstützen.
04.03.26 • 13:15
In Ciudad Juárez, der mexikanischen Grenzmetropole zu den USA, laufen die Fließbänder rund um die Uhr. In knapp 300 Montagefabriken – den sogenannten Maquilas – fertigen Arbeiterinnen Autoinnenelektronik, Glasfaserkabel und Roboter für Weltmarktkonzerne wie Bosch, Lear Corporation und Elektrolux. Ein Viertel der Stadtbevölkerung arbeitet hier, zu niedrigen Löhnen, in strengen Schichtsystemen, ohne echte gewerkschaftliche Vertretung. Das Kollektiv Rosa Luxemburgo wurde von Fabrikarbeiterinnen gegründet, die das ändern wollen. Betty Ávalos und Norma Garduño begleiten Frauen bei der Durchsetzung ihrer Arbeitsrechte, kämpfen für kürzere Arbeitszeiten, bessere Gesundheitsversorgung und die Anerkennung von Berufskrankheiten. Dabei stoßen sie auf eine Realität, in der Gewalt am Arbeitsplatz normalisiert ist, Kinderbetreuung fehlt und Jugendliche zwischen Drogenabhängigkeit und organisierter Kriminalität aufgerieben werden. Dorothea Bornewasser hat die Frauen des Kollektivs besucht und erzählt von struktureller Ausbeutung – aber auch von Widerstand, Solidarität und der Überzeugung, dass Arbeit kein Schicksal, sondern ein Politikum ist.
04.03.26 • 14:30
Anlässlich des 8. März gibt es im nächsten südnordfunk einen Schwerpunkt zu feministischen Kämpfen im Globalen Süden: In Iran riskieren Frauen ihr Leben, um sich dem Regime zu widersetzen – seit dem Tod von Mahsa Jina Amini 2022 hat die Bewegung »Frau, Leben, Freiheit« eine neue Generation politischer Akteurinnen hervorgebracht. In Nordsyrien gerät mit Rojava eine der radikalsten feministischen Gesellschaftsexperimente der Gegenwart unter militärischen Beschuss. Und in Ciudad Juárez, an der mexikanisch-amerikanischen Grenze, organisieren sich Fabrikarbeiterinnen gegen die unsichtbare Gewalt der globalen Lieferkette.
04.03.26 • 60:01
Naturschutzparks in Afrika gelten oft als Hoffnungsorte in Zeiten multipler Krisen. Sie sollen bedrohte Arten schützen, überlastete Ökosysteme stabilisieren und als Puffer gegen die Folgen des Klimawandels wirken. Doch diese Schutzgebiete sind nicht nur Zufluchtsorte für bedrohte Arten. Sie sind auch Orte von Konflikten – um Land, um Macht und um die Frage, wer in einer globalen Umweltkrise die Kosten trägt. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Folgen globale Krisenstrategien vor Ort haben – und wie Naturschutz aussehen kann, der Zukunft ermöglicht, statt Ungerechtigkeiten fortzuschreiben. Zwei Perspektiven auf konkrete Umweltschutzprojekte auf dem afrikanischen Kontinent: eine Kritische Analyse von African Parks und eines Gegenmodells, der Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area. Wie beeinflussen diese Modelle Landrechte und lokale Teilhabe im Naturschutz im Südlichen Afrika? Das Skript zum Audiobeitrag gibt es hier: https://www.iz3w.org/artikel/african-parks-kritik-menschen-rechte-naturschutz
02.03.26 • 15:14
Im Zuge der Wahlen in Uganda berichten Aktivisti* von Repression, Gewalt und Verschwindenlassen. Ein Blick auf Widerstand, Jugend und Menschenrechte. Das ausführliche Skript zum Audiobeitrag gibt es hier:https://www.iz3w.org/artikel/wahlen-proteste-aktivismus-repression-museveni
05.02.26 • 24:18
Nach Trumps Amtsantritt ist das Asylrecht an der USA-Mexiko-Grenze praktisch außer Kraft gesetzt. Hunderttausende Geflüchtete sitzen in Ciudad Juárez fest – Berichte sprechen von Razzien, Abschiebungen und verzweifelten Familien ohne Perspektive. Unsere Kolleg*innen vom Medienkollektiv Juarlin, Dorothea Bornewasser und Leobardo Alvarado, haben mit Schwester Antonia Aranda Diaz gesprochen, die dort Geflüchtete betreut. Das Skript zum Audiobeitrag findet sich hier: https://www.iz3w.org/artikel/sie-leben-in-extremer-armut
02.02.26 • 19:09
Der UN-Sicherheitsrat hat Anfang November eine Resolution verabschiedet, die den Autonomieplan Marokkos für die Westsahara unterstützt. Diesem Plan zufolge würde die Westsahara als autonome Region unter marokkanischer Souveränität verbleiben. Das klingt zwar zunächst einmal nach Autonomie. Doch: Mit dieser Resolution sind viele Bewohner*innen der Westsahara keineswegs einverstanden. Denn der Plan rückt von der von ihnen erhofften vollständigen Unabhängigkeit ab und stärkt Marokkos politische Position in dem langjährigen Konflikt. Wenige Tage, bevor die Resolution verabschiedet wurde, sprach der südnordfunk mit drei Aktivist*innen aus der Westsahara über das Leben in den Geflüchtetenlagern, im Exil und über ihre Sorgen. Beitrag hören 15:24 Der südnordfunk sprach mit den drei Aktivist*innen, kurz bevor der von Marokko favorisierte Autonomieplan vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet wurde. Aktuelle Berichte über die Nutzung bzw. Ausbeutung der Ressourcen und über wirtschaftliche Aktivitäten in Westsahara findet man bei der Organisationen Western Sahara Resource Watch (WSRW). So wird etwa massiv Sand aus der Westsahara auf die Kanarischen Inseln verbracht. Siemens und Heidelberg Materials verfolgen als deutsche Firmen in der Westsahara Projekte. Vor allem wegen der Phosphor-Vorkommen hat Marokko ein wirtschaftliches Interesse an der Region und will die Westsahara weiterhin kontrollieren. Unter dem aktuellen EU-Handelsabkommen mit Marokko (inklusive Westsahara) dürfen Produkte aus der besetzten Westsahara zollpräferiert in die EU eingeführt werden, sofern sie korrekt als solche ausgewiesen sind. Allerdings ist dies wegen lückenhafter Angaben in den Lieferketten oft nicht nachvollziehbar. So könnten über Weltmarkt- oder EU-Handelswege auch Düngemittel/Phosphor aus der Westsahara nach Deutschland gelangen, ohne dass die Herkunft klar separat ausgewiesen wird. Shownotes Ein neuer Bericht von Western Sahara Resource Watch dokumentiert, wie internationale Zertifizierungsstandards den umstrittenen Handel mit Fischerei- und Agrarprodukten aus der besetzten Westsahara schönreden. Ressourcen werden ohne unsere Zustimmung abgebaut - Artikel in der südnordpolitischen Zeitschrift iz3w Warten auf Selbstbestimmung - Artikel in der südnordpolitischen Zeitschrift iz3w
07.01.26 • 15:24
Die Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém im November 2025 war in vielerlei Hinsicht ein Desaster. Vor allem wanden sich die Industriestaaten, zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen, um ihre Verpflichtungen und dem notwenigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Sie konnten sich nicht einmal auf eine robuste Klimafinanzierung einigen, damit sich andere vor den Folgen der Wetterextreme besser schützen können. Dabei hat die Welt die 1,5°C-Gefahrenschwelle – zumindest für einige Jahrzehnte – bereits überschritten. Doch ist damit die Klimadiplomatie gescheitert? Und wenn, was folgt daraus? Für die Gruppe der Kleinen Inselstaaten, die mehr als andere Länder von den Klimafolgen betroffen sind, ist es keine Option, die internationale Klimapolitik trotz alljärhlicher Enttäuschungen gänzlich in Frage zu stellen. Für die Inselrepublik Fischi sieht Vani Catanasiga, Geschäftsführerin der NGO Fiji Council of Social Services (FCOSS), neben Misserfolgen auch kleine Fortschritte – und eine große Verantwortung. 18:02 Original Interview auf Englisch 21:06 Shownotes - Kampf gegen den Klimawandel auf Fidschi Sicher vor dem Sturm - Infobroschüre über die Arbeit von FCOSS zur Anpassung und Prävention gegen die Folgen des Klimawandels auf Fidschi Korallendaten zufolge sind die Wassertemperaturen bei Fidschi die höchsten seit über 600 Jahren. Das berichtet die Zeitschrift Advanced Science 2024
07.01.26 • 18:03
Junge Menschen gehen in Peru auf die Straße – gegen politische Gewalt, institutionelles Versagen und ein System, das sie nicht repräsentiert. Im Interview mit Gen-Z-Aktivistin Gabriela Santos Tacuri und der indigenen Aktivistin und Soziologin Diana T’ika Flores Rojas zeigt der Beitrag, wie sich urbane Jugendproteste mit indigenem, landwirtschaftlichem Widerstand verbinden. Es ist eine Geschichte über Repression, Solidarität und die Suche nach neuen politischen Wegen inmitten einer tiefen Krise.
07.01.26 • 14:43
Die Januarausgabe blickt auf globale Kämpfe um Selbstbestimmung und Gerechtigkeit: Wir sprechen mit sahrauischen Aktivist*innen über ihre Hoffnungen auf Unabhängigkeit, die durch eine umstrittene UN-Resolution einen herben Rückschlag erlitten haben. Außerdem hören wir von den existenziellen Klimasorgen der Inselrepublik Fidschi und begleiten die GenZ-Proteste in Peru, wo junge Menschen gegen ein System aufbegehren, das sie längst nicht mehr repräsentiert. **** »Marokko will die Westsahara von den sahrauischen Jugendlichen befreien« Interview mit drei sahrauischen Aktivist*innen Der UN-Sicherheitsrat hat Anfang November eine Resolution verabschiedet, die den Autonomieplan Marokkos für die Westsahara unterstützt. Diesem Plan zufolge würde die Westsahara als autonome Region unter marokkanischer Souveränität verbleiben. Das klingt zunächst einmal nach Autonomie. Doch: Mit dieser Resolution sind viele Bewohner*innen der Westsahara keineswegs einverstanden. Denn der Plan rückt von der von ihnen erhofften vollständigen Unabhängigkeit ab und stärkt Marokkos politische Position in dem langjährigen Konflikt. Wenige Tage, bevor die Resolution verabschiedet wurde, sprach der südnordfunk mit drei Aktivist*innen aus der Westsahara über das Leben in den Geflüchtetenlagern, im Exil und über ihre Sorgen. **** »Wenn sich das Meer erwärmt, ist der Fisch giftig« Die Inselrepublik Fidschi kann sich eine Schlappe der internationalen Klimapolitik nicht leisten Die Weltklimakonferenz im brasilianischen Belem im November 2025 war in vielerlei Hinsicht ein Desaster. Vor allem wanden sich die Industriestaaten, zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen, um ihre Verpflichtungen und dem notwenigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Sie konnten sich nicht einmal auf eine robuste Klimafinanzierung einigen, damit sich andere vor den Folgen der Wetterextreme besser schützen können. Dabei hat die Welt die 1,5°C-Gefahrenschwelle – zumindest für einige Jahrzehnte – bereits überschritten. Doch ist damit die Klimadiplomatie gescheitert? Und wenn, was folgt daraus? Für die Gruppe der Kleinen Inselstaaten, die mehr als andere Länder von den Klimafolgen betroffen sind, ist es keine Option, die internationale Klimapolitik trotz alljärhlicher Enttäuschungen gänzlich in Frage zu stellen. Für die Inselrepublik Fischi sieht Vani Catanasiga, Geschäftsführerin der NGO Fiji Council of Social Services (FCOSS), neben Misserfolgen auch kleine Fortschritte – und eine große Verantwortung. **** »Alle sollen gehen!« - GenZ Proteste in Peru Junge Menschen gehen in Peru auf die Straße – gegen politische Gewalt, institutionelles Versagen und ein System, das sie nicht repräsentiert. In Interviews mit Gen-Z-Aktivistin Gabriela Santos Tacuri und der indigenen Aktivistin und Soziologin Diana T’ika Flores Rojas zeigt der Beitrag, wie sich urbane Jugendproteste mit indigenem, ruralen Widerstand verbinden. Es ist eine Geschichte über Repression, Solidarität und die Suche nach neuen politischen Wegen inmitten einer tiefen Krise.
07.01.26 • 59:57
Überall ist vom Aufwind der Rechten die Rede. Wir fragen: Wird das Jahr 2025 vielleicht als dasjenige in die Geschichte eingehen, das mit dem Aufruhr und den Protesten der Generation Z eine zivilgesellschaftliche Front gegen den weiteren Ausbau anti-demokratischer Kräfte ins Rollen brachte? Zumindest im Globalen Süden? Die bloße Zahl der Proteste der Generation Z gegen autoritäre Regierungen haben jedenfalls dieses Jahr an Fahrt aufgenommen. Nicht nur das: Sie haben in den vergangenen Monaten Regierungen zu Fall gebracht. Wir schauen noch einmal zurück auf die GenZ-Bewegungen 2025 im globalen Süden und fragen: Gibt es einen größeren Zusammenhang? Ein aktueller Überblick.
06.12.25 • 65:32
Ende der Nothilfe? Willkür und Gewalt gegen Migrant*innen in Libyen -die Frauenrechtsaktivistin Yasar Alameen berichtet über sich schließenden Räume und Risiken für humanitäre Arbeit
06.12.25 • 09:52
Die mexikanische Grenzmetropole Ciudad Juárez wird in einem Atemzug mit Kartellgewalt und Drogenhandel genannt. Fragt man Bewohner*innen vor Ort, wo sie es richtig gefährlich finden, verweisen diese wiederum auf das Juáreztal südlich der Stadt. Eine abgeschiedene ländliche Region direkt an der Mauer zu den USA. Genau dort haben Aktivist*innen ein Jugendzentrum gegründet, das "Okuvaj". Georgina Gamboa und Alejandro Gonzalez, "Mono" genannt, organisieren dort Workshops und bieten einen Raum zum Treffen unter Gleichaltrigen.
03.12.25 • 17:00
In Kenia haben ab Juni 2024 Tausende Menschen auf den Straßen protestiert - zunächst wegen der Steuerpolitik, dann auch für grundsätzlich verantwortungsvolle Politik und gegen Polizeigewalt. Getragen wurde der Protest von der jungen Generation. Bilder der sogenannten GenZ-Proteste gingen um die Welt, mit Protestierenden, die Wasserwerfern und Tränengas trotzten und sogar das Parlament stürmten. Ein Jahr später, im Juni und Juli 2025, sind die Proteste erneut aufgeflammt – denn viele Forderungen sind immer noch unerfüllt. Ein Beitrag mit Stimmen von der Frauenrechtlerin Bina Maseno von Badili Africa, der Psychologin Salima Macharia und Angela Wangechi vom Institute for Social Accountability.
24.11.25 • 11:57