Show cover of CAISzeit – In welcher digitalen Gesellschaft wollen wir leben?

CAISzeit – In welcher digitalen Gesellschaft wollen wir leben?

In welcher digitalen Gesellschaft wollen wir eigentlich leben? Dieser Frage widmet sich die CAISzeit. Im Podcast des Center for Advanced Internet Studies (CAIS) diskutieren wir mit Forscher:innen aus verschiedenen Disziplinen, wie die Digitalisierung unsere Gesellschaft verändert. Welche Gefahren gibt es im digitalen Raum und welche Potentiale eröffnet er? Welche digitalen Innovationen bestimmen die Zukunft? Wie verändern digitale Technologien schon jetzt, wie wir arbeiten, uns informieren und uns unsere Meinung bilden? Vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Forschung blicken Dr. Matthias Begenat und seine Gäste auf Phänomene der digitalen Transformation. Der digitale Wandel ist dabei mehr als eine rein technologische Entwicklung. Vielmehr ist er ein Prozess, der Politik, Wirtschaft, Medien, Kultur und unser gesamtes soziales Zusammenleben prägt.

Titel

Fakten oder Fakes: Wie erkenne ich vertrauenswürdige Inhalte auf Nachrichtenseiten?
Angefangen bei der eigenen Gesundheit bis hin zum Zusammenleben als Gesellschaft in einer Demokratie: Falsche Informationen stellen für viele Bereiche unseres Lebens eine Gefahr dar. Gerade im Internet – verteilt über soziale Medien – wird Desinformation auch in Krisenzeiten verstärkt produziert, geteilt und dringt so potenziell tief in unsere Gesellschaft ein. Was Desinformation ist und was man gegen sie tun, besprechen wir mit Prof. Dr. Hendrik Heuer. Henrik ist Informatiker und leitet seit April 2024 das Forschungsprogramm am CAIS zum „Design vertrauenswürdiger Künstlicher Intelligenz“.
42:36 03.06.24
Zwischen Klicks und Content: Wie arbeiten Menschen auf digitalen Plattformen?
Wenn sich Millionen Nutzer:innen täglich durch die aktuellen YouTube-, Instagram- oder Tik-Tok-Videos klicken, wird ein Aspekt häufig vergessen. Für viele, die dort die Inhalte und Videos bereitstellen, ist dies kein Hobby mehr. Ganz im Gegenteil ist die Contentproduktion für viele YouTuber:innen, Influencer:innen oder auch Podcaster:innen längst Arbeit geworden. Gleiches gilt für Menschen, die als Clickworker Mikrojobs übernehmen. Auch diese Personen bestreiten über Inhalte und Aufgaben auf digitalen Plattformen z.T. ihren Lebensunterhalt. Über die Merkmale dieser Art von Arbeit, über die Erwerbsstrukturen und Arbeitsbedingungen spricht Dr. Matthias Begenat in der CAISzeit mit Dr. Sophie Rosenbohm und Dr. Fabian Hoose vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen. Die beiden arbeiten in verschiedenen Kontexten zusammen und forschen gemeinsam im Projekt „Entgrenzte Arbeit im Netz: Bloggen und Vloggen als neue digitale Arbeitsformen“.
54:37 29.01.24
Beats, Bits und Algorithmen: Wie die Digitalisierung die Musikindustrie verändert(e)?
Heute geht’s in der CAISzeit um Musik. Die Digitalisierung hat die Musikindustrie in den letzten Jahrzehnten komplett auf den Kopf gestellt. Erst kam die CD, dann das illegale Filesharing und 2018 wurde das Musikstreaming erstmals das umsatzstärkste Format und überholte die physischen Tonträger. Über diese tiefgreifenden Veränderungen spricht Dr. Matthias Begenat mit Dr. Mario Anastasiadis, der seine Dissertation zum digitalen Wandel der Musikwirtschaft und -rezeption durch Social Media geschrieben. Sein Buch trägt den wunderbaren Titel „Social-Pop-Media“. Mario ist regelmäßig als Lehrbeauftragter an der Universität Paderborn im Einsatz und gibt dort Seminare zu Musikindustrie und -rezeption.   Empfehlungen zum Thema Forschung Blog von Prof. Mag. Dr. Peter Tschmuck (Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien): Musikwirtschaftsforschung Serie The Playlist ist eine „fiktionalisierte“ Miniserie den schwedischen Musik-Streaming-Dienst Spotify. Jede Folge wird dabei aus einer unterschiedlichen Perspektive erzählt (z.B. aus der Sicht der Musikindustrie, der Künstler:innen oder der Programmierer:innen).
41:48 04.10.23
Herzen, Hashtags, Hate-Speech: Wie forscht man mit Social-Media-Daten?
Täglich posten, liken, teilen Millionen Nutzer:innen die verschiedensten Inhalte auf Instagram, X, Facebook, LinkedIn oder TikTok. Social-Media-Kommunikation wird – im Positiven, wie im Negativen – für vieles verantwortlich gemacht. Grund genug also, dass wir uns in der #CAISzeit mit der Forschung im Social-Media-Bereich beschäftigen. Zu Gast sind heute mit Dr. Katrin Weller und Dr. Johannes Breuer zwei ausgewiesene Expert:innen. Die beiden arbeiten am GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und bauen gleichzeitig am CAIS die Abteilung „Research Data and Methods“ auf, die sich um Fragen rund um digitale Forschungsdaten und Methoden kümmert. Mit ihnen sprechen wir darüber, warum es notwendig ist, Social-Media-Plattformen zu erforschen und wie dabei vorgegangen wird. Außerdem diskutieren wir, wie problematisch eingeschränkte Datenzugänge z.B. auf Twitter, neuerdings X, für die Forschung sind. Und ob der Digital Services Act, der vor Kurzem in Kraft getreten ist, helfen kann.   Empfehlungen zum Thema Forschung Informationen zur Forschung am GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften: https://www.gesis.org/institut/digitale-verhaltensdaten Informationen zur Forschung am Leibniz Institute for Media Research | Hans-Bredow-Institut (HBI): https://smo.leibniz-hbi.de/ Informationen zur Forschung am Social Media Lab der Toronto Metropolitan University: https://socialmedialab.ca/ Dokumentarfilm The Cleaners (2018) von H. Block und M. Riesewieck (abrufbar auf der Seite der Bundeszentrale für Politische Bildung) Tausende externe Mitarbeiter*innen sichten für Facebook, Youtube, Twitter und weitere Social Media Angebote Fotos und Videos. Der Film erzählt von ihrer belastenden Arbeit, bei der sie im Sekundentakt über das Löschen oder Veröffentlichen entscheiden. Warnhinweis: Der Dokumentarfilm enthält womöglich traumatisierende Inhalte, wie Gewaltdarstellungen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie und Ihr Umfeld sich darauf einstellen, wenn Sie sich diesen Film ansehen. FSK 16. Podcasts Podcast (englisch) “Social Media & Politics. Mit Michael Bossetta (Political and Data Scientist at the Lund University): https://socialmediaandpolitics.org/ Podcast (englisch): What is it about computational communication science? Mit Emese Domahidi (Professorin an der Technische Universität Ilmenau) und Mario Haim (Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München): https://podtail.com/de/podcast/what-is-it-about-computational-communication-scien/ Bücher Gosling, S. (2008). Snoop: What your stuff says about you. Basic Books. https://psycnet.apa.org/record/2007-19483-000
51:59 11.09.23
Was macht die KI im Klassenzimmer? Von der Forschung über Bildungstechnologien
ChatGPT ist in aller Munde. Auch an Schulen und Universitäten gibt es derzeit kaum ein Thema, das kontroverser diskutiert wird. Die generative Künstliche Intelligenz wird dabei z.T. sehr pessimistisch betrachtet oder wird – auf der anderen Seite – als heilsbringende Technologie gepriesen. Häufig erfolgt beides ohne Bezug auf Forschungsergebnisse, undifferenziert und sehr einseitig. Zugespitzt mündet die Diskussion in der Frage, ob Lehrer:innen in Zukunft überhaupt noch gebraucht werden. Aber ist das wirklich eine zielführende Frage? Wir wollen unsere Perspektive erweitern und uns tiefer in das Thema vorwagen (es geht dabei um viel mehr als um ChatGPT): Was bedeutet der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Bildung eigentlich für Schüler:innen und Lehrer:innen? Wie kann KI sinnvoll im und begleitend zum Unterricht eingesetzt werden? Was sagt die Forschung: Lernen Kinder und Erwachsene anders, wenn Technik mit im Spiel ist? In der CAISzeit spricht Dr. Matthias Begenat dazu mit zwei ausgewiesenen Expert:innen: Prof. Dr. Nikol Rummel leitet das Forschungsprogramm Bildungstechnologien und Künstliche Intelligenz am CAIS und ist Professorin für Pädagogische Psychologie und Bildungstechnologie an der Ruhr-Universität Bochum. Dr. Sebastian Strauß ist Post-Doc an der Ruhr-Universität im Team von Nikol Rummel und assoziierter Forscher im CAIS-Programm. Sein Forschungsschwerpunkt ist das computerunterstützte kollaborative Lernen.   Im Gespräch empfohlene Inhalte aus der Forschung: Stellungnahme des Deutschen Ethikrats zum Thema Mensch und Maschine – Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz. Wayne Holmes, Stamatina Anastopoulou, Heike Schaumburg, Manolis Mavrikis - Personalisiertes Lernen mit digitalen Medien. Ein roter Faden. DFG-Forschungsgruppe "Förderung von Diagnosekompetenzen in simulationsbasierten Lernumgebungen in der Hochschule (COSIMA)" um Prof. Frank Fischer von der LMU München Ken Holstein (forscht zu Teacher Awareness Tools, Co-Design mit Lehrkräften, Komplementarität von Mensch und KI im Unterricht) Simon Buckingham-Shum: University of Technology Australia KI Campus: hier gibt es kostenlose online Kurse zu verschiedenen Themen rund um Künstliche Intelligenz Virtuelles Kompetenzzentrum "Schreiben lehren und lernen mit KI – Tools und Techniken für Bildung und Wissenschaft" Meredith Broussard - Artificial Unintelligence   Pedro De Bruyckeres, Paul Kirschner, Casper Hulshof - Urban Myths about Learning and Education         Könnt Ihr Romane, Filme oder Dokumentationen zum Thema empfehlen? Kazuo Ishiguro: Klara und die Sonne Marc-Uwe Kling: Qualityland
49:49 30.06.23
Daten für die smarte Stadt und schon läuft‘s: Ist es wirklich so einfach?
Die Idee klingt verlockend: Daten werden gesammelt, ausgewertet und für die Stadtentwicklung genutzt. Ob Verkehrsführung, Lärmbelästigung, die Verbesserung des Klimas – durch die Sammlung und Auswertung von Daten erscheint vieles steuerbar und besser zu gestalten. Wenn man genauer hinsieht, ergeben sich aber sehr schnell viele ungeklärte Fragen: Wie genau kommen die Daten in die Stadt? Welche Daten sind überhaupt relevant? Was geschieht mit ihnen und wie werden sie zu einer guten Grundlage für die Stadtpolitik? Welche Rolle spielen Unternehmen, Verwaltung und zivilgesellschaftliche Initiativen und nicht zuletzt die Bürger:innen? Über die Chancen und Herausforderungen von Smart-City-Projekten und über die Frage, wie man sie eigentlich untersuchen kann, spricht Dr. Matthias Begenat mit: Dr. Thomas Bartoschek (Geoinformatik, Universität Münster und Co-Geschäftsführer re:edu) Marlene Damerau (Bereichsleiterin des Smart City Modellprojekts Gelsenkirchen) Prof. Dr. Christoph Bieber (Center for Advanced Internet Studies (CAIS)) Die Live-Diskussionsrunde wurde am bundesweiten Digitaltag aufgezeichnet.
41:15 26.06.23
Digitale Sozialwahl 2023: Mehr als ein Testlauf?
2023 können Wahlberechtigte in Deutschland das erste Mal bei einer sogenannten Fernwahl, auch online ihre Stimme abgeben. Möglich macht das ein Testlauf, der bei der diesjährigen Sozialwahl der gesetzlichen Krankenkassen durchgeführt wird. Wie das digitale Wählen funktioniert, welche Herausforderungen damit verbunden sind und ob wir zukünftig auch bei anderen Wahlen unsere Stimme digital abgeben können, besprechen Dr. Matthias Begenat und Prof. Dr. Christoph Bieber in der neuen CAISzeit. Christoph Bieber ist Professor für Politikwissenschaft und leitet das Forschungsprogramm „Digitale demokratische Innovationen“ am CAIS. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf digitalen Wahlen und Abstimmungen.
23:38 31.05.23
Digitale Allmende? Kulturgüter im Netz
Die Digitalisierung schreitet auch im Kultursektor immer weiter voran. Wie Kulturgüter und das kulturelle Erbe im Netz bereitgestellt und erreichbar gemacht werden, ist dabei keine einfache Frage. Sollten historische Quellen, Bilder und Texte frei zugänglich gemacht werden? Und wie wäre das zu realisieren? Unter welchen Bedingungen kann man von einer digitalen kulturellen Allmende sprechen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich unser Gast Jörg Lehmann. Und darüber sprechen Silke Offergeld und Matthias Begenat mit ihm in der #CAISzeit. Jörg Lehmann ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Romanischen Seminar an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen beschäftigt und ist im Bereich der Digital Humanities aktiv. Von Oktober 2021 bis März 2022 war er als Fellow am CAIS. In seinem CAIS-Projekt forschte Jörg Lehmann unter dem Titel „die Tragödie der kulturellen Allmende“. Was er unter der kulturellen Allmende versteht und worin die Tragödie im digitalen Raum besteht, erklärt er uns in der #CAISzeit.
54:14 17.05.22
Social Media und psychische Gesundheit
Soziale Medien sind aus dem Alltag von Millionen Menschen nicht mehr wegzudenken. Der Blick aufs Handy, das Öffnen der Apps und die eintrudelnden Benachrichtigungen über Likes und Shares sind längst ein Dauerbegleiter im Alltag. Aber welche Auswirkungen hat das eigentlich auf uns? Wieviel Social Media ist vielleicht zu viel Social Media? Was sind dann die Folgen für unsere Psyche? Und: wie kann man eine gesunde Nutzung von sozialen Medien erlernen? Diese Fragen besprechen Silke Offergeld und Dr. Matthias Begenat mit ihrem Gast Privat-Dozentin Dr. Julia Brailovskaia. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Ruhr-Universität Bochum. Julia forscht zu den Auswirkungen von sozialen Medien auf die psychische Gesundheit und ist zurzeit als Fellow am CAIS. Hinweis: Das Gespräch haben wir vor dem Angriff auf die Ukraine aufgezeichnet.
50:35 03.03.22
Vom Suchen und Finden von Forschungsthemen: Der CAIS-Forschungsinkubator
Wie kommen Forscher:innen zu ihren Forschungsthemen? Wer oder was bestimmt, wozu Wissenschaftler:innen arbeiten? In der CAISzeit besprechen wir heute nicht einzelne inhaltliche Themen. Wir sehen uns vielmehr an, wie das CAIS zu seinen Forschungsprogrammen und Inhalten kommt und wie es sich dabei von anderen Forschungsinstituten und -projekten unterscheidet. Zu Gast sind Dr. Josephine B. Schmitt und Samuel Simon aus dem Team des Forschungsinkubators. Was macht ein Inkubator in der Wissenschaft, der umgangssprachlich als Brutkasten bezeichnet und eher aus der Start-Up- und Gründer:innen-Szene bekannt sein dürfte? Am CAIS sorgt er dafür, dass gesellschaftlich relevante Themen und aktuelle Fragestellungen aus dem Bereich der Digitalisierung aufgespürt werden, zu denen später geforscht wird. Wer wird in diese Prozesse miteinbezogen? Wie werden Forschungsthemen konkret hervorgebracht und was hat Agilität damit zu tun? Diese Fragen bespricht Dr. Matthias Begenat mit seinen beiden Gästen.
48:23 26.01.22
Digitalisierung im Superwahljahr 2021
2021 kann mit mehreren Landtagswahlen und der Bundestagswahl im vergangenen September ohne Zweifel als Superwahljahr gelten. Man könnte vermuten, dass durch die Corona-Pandemie der Digitalisierung im Wahlkampf eine zentrale Rolle zukam, aber war das so? Wie und an welchen Stellen kann Digitalisierung tatsächlich beobachtet werden? Welche Parteien haben durch den Digitalisierungsschub gewonnen oder verloren? Und was hat 'Digital Detox' mit der SPD zu tun? Darüber sprechen wir mit Prof. Gerhard Vowe (Seniorprofessor für Kommunikationswissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf). Gerhard Vowe ist seit April 2021 in der neuen ELSI-Einheit des CAIS tätig. ELSI steht dabei für „Ethical, Legal and Social Issues“. Seit 2004 lehrt und forscht Gerhard Vowe als Professor am Institut für Sozialwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf der politischen (Online)-Kommunikation. Von 2011 bis 2018 war er Sprecher der DFG-Forschergruppe „Politische Kommunikation in der Online-Welt“. Mit ein wenig Abstand blicken wir in der #CAISzeit auf den Bundestagswahlkampf 2021 zurück: Wie digital waren der Wahlkampf und die Kampagnen? Wir nehmen die Beziehung zwischen Parteien, Medien und Wähler:innen in den Blick, fragen wie ein digitaler Haustürwahlkampf überhaupt aussehen kann und sehen uns an, wie weit die Parteien in Deutschland bei den Themen Microtargeting und Dark Ads sind?
60:17 08.11.21
KI-Governance: Wie kann Künstliche Intelligenz politisch gestaltet werden?
Wie wird die neue Bundesregierung das Thema Künstliche Intelligenz aufgreifen? Wie sinnvoll ist die Gründung eines bundesweiten Digitalministeriums? Welche Vor- und Nachteile bringt eine zentrale Steuerung? Warum ist KI noch kein Thema für den politischen Parteienwettbewerb? Und welche Rolle spielt eigentlich die Zivilgesellschaft in den Entscheidungsprozessen? Spätestens seit dem letzten Koalitionsvertrag der Bundesregierung im Jahr 2017 ist Künstliche Intelligenz in Deutschland auch zu einem politischen Thema geworden. Dementsprechend wurde eine Reihe neuer Gremien und Initiativen gegründet. Auf Bundes- wie auf Länderebene sind so in den vergangenen Jahren nicht nur unterschiedliche Akteurskonstellationen entstanden, sondern mit ihnen auch eine “dynamische Unübersichtlichkeit“: Wer ist wie und wo an Maßnahmen und Strategien in der KI-Politik beteiligt? Welche Unterschiede gibt es dabei zwischen Bund und Ländern, sowie zwischen den Ländern selbst? Wie unterscheiden sich die Ziele und das Vorgehen der Strategien? Um das Feld der KI-Governance zu ordnen, begrüßen wir in der #CAISzeit Anne Goldmann (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Christoph Bieber (Universität Duisburg-Essen/CAIS). Gemeinsam sprechen wir darüber, wie Künstliche Intelligenz politisch gestaltet wird – und zukünftig gestaltet werden kann. Anne und Christoph beschäftigten in ihrem Forschungsprojekt “KI-Governance. Künstliche Intelligenz als Gegenstand politischer Steuerung“ mit den bisherigen Entwicklungen der „KI-Politik“ in Deutschland. Übergreifendes Ziel des Projekts ist es, eine allgemeine Sichtbarkeit der KI-Strategien zu schaffen und der Frage nachzugehen, ob die Förderung und Regulierung Künstlicher Intelligenz als eigenständiges Politikfeld zu verstehen ist.
60:16 18.10.21
KI: Was denkt die Bevölkerung?
KI ist (häufig unbemerkt) bereits in vielen Bereichen unseres Lebens ein fester Bestandteil. Mit weiteren Anwendungsfeldern sind verschiedenste Spekulationen verbunden. Dies gilt dabei nicht nur für die Technologie selbst, sondern auch für die Haltung der Bürger:innen gegenüber Künstlicher Intelligenz. Zu lesen ist häufig von großen Sorgen etwa vor umfassender Überwachung oder von riesigen Erwartungen seitens der Bürger:innen – meist jedoch ohne empirische Grundlage. Mit unseren Gästen Pero Došenović und Kimon Kieslich von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sprechen wir darüber, wie Künstliche Intelligenz in der Bevölkerung tatsächlich wahrgenommen wird und wie über KI in den Medien berichtet wird. Und darüber, warum genau das zu wissen, gar nicht so unwichtig ist. Fürchtet sich die Bevölkerung vor dem KI-Einsatz? Wie sehr interessiert die Bürger:innen das Thema KI überhaupt? Welche Erwartungen gibt es? Und wie berichten die Medien über Künstliche Intelligenz? Gibt es inhaltliche Schwerpunkte und dominierende Perspektiven? Kimon und Pero arbeiten als wissenschaftliche Mitarbeiter im „Projekt Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz“, in dem sie die öffentliche und veröffentlichte Meinung über KI beobachten. Das Projekt wird von der Mercator-Stiftung gefördert und in einer Forschungspartnerschaft mit dem CAIS durchgeführt. Was genau die beiden mit dem MeMo:KI-Team untersuchen, wie genau sie zu ihren Ergebnissen kommen und was sie an Ihrer Arbeit fasziniert, erfahrt Ihr in dieser Folge.
59:54 04.10.21
Digital und nachhaltig?
Erneuerbare Energien, E-Autos, der Verzicht auf Flugreisen ­– Nachhaltigkeit ist in den vergangenen Jahren ein riesiges und wichtiges Thema geworden. Die Diskussion, welche Maßnahmen klimafreundlich und ressourcensparend sind, hat sämtliche Lebens- und Gesellschaftsbereiche erreicht. Menschen achten bewusst darauf, sich nachhaltig zu ernähren, zu bewegen und zu kaufen. Doch wie steht es um nachhaltiges Verhalten im digitalen Raum? Wer achtet darauf, sich auch am eigenen Computer so zu verhalten, dass möglichst wenig Ressourcen verbraucht werden? Gibt es ein Bewusstsein für den Energiebedarf von digitalen Werkzeugen? Wer weiß, welche Routinen und Anwendungen Potential für Einsparungen bieten? Wie weit ist die Forschung? Wie arbeitet sie und was empfiehlt sie? Zu diesem Thema ist Laura Kocksch zu Gast in der #CAISzeit. Sie forscht als Sozialanthropologin an der Ruhr-Universität Bochum und setzt sich mit digitalen Kulturen, Dateninfrastrukturen und mit der Nutzung von Daten auseinander. Nicht zuletzt fokussiert sie dabei die ökologische Dimension der Digitalisierung. Laura Kocksch arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kulturpsychologie und Wissensanthropolologie von Prof. Dr. Estrid Sørensen. Sie ist Mitbegründerin des RUSTlab und promoviert am Graduiertenkolleg SecHuman – Security for Humans in Cyberspace. Aktuell ist sie als Fellow am CAIS. In der CAISzeit sprechen Silke Offergeld (Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen) und Dr. Matthias Begenat vom Center for Advanced Internet Studies (CAIS) mit ihr darüber, wie das eigene digitale Verhalten nachhaltiger werden kann und auf welcher Ebene Ansätze für eine klimafreundliche Digitalisierung ansetzen müssten.
51:41 22.07.21
Der Christchurch Call
Am 15. März 2019 erschoss ein Rechtsterrorist bei einem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch 51 Menschen. Seine abscheuliche Tat streamte der Attentäter live über Facebook – der 17-minütige Live-Stream wurde rund 4.000 Mal angesehen, bevor er von der Plattform entfernt wurde. Zwei Monate später, am 15. Mai 2019, beriefen die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern und der französische Präsident Emmanuel Macron die Christchurch-Call-Gipfelkonferenz ein und brachten dort Regierungen und Technologieunternehmen zusammen. Das Ziel: Eine Selbstverpflichtung zur Beseitigung von terroristischen und gewalttätigen extremistischen Inhalten im Internet. Doch wann ist ein staatlicher Eingriff in konkrete Internetinhalte gerechtfertigt? Wie geht man mit dem Spannungsfeld zwischen dem Schutz der Zivilgesellschaft und der freien Meinungsäußerung im Netz um? Und wie unterscheiden sich die globalen staatlichen Regulierungsmaßnahmen voneinander? Dr. David Bromell ist Senior Associate des Institute for Governance and Policy Studies (IGPS) an der Wellington School of Business and Government an der Victoria University of Wellington und forscht unter anderem zur Regulierung sozialer Online-Medien, Internet-Zensur und -Filterung. In seinem Projekt als CAIS-Fellow beschäftigte er sich detailliert mit den Implikationen und Erfolgen des Christchurch Calls. In der CAISzeit sprechen Silke Offergeld (Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen) und Dr. Matthias Begenat vom Center for Advanced Internet Studies (CAIS) mit ihm über extremistische Inhalte und deren Regulierung, über die Rolle der Plattformen und der Politik im Kampf gegen Hate Speech und über pluralistische Gesellschaften und die Meinungsfreiheit im Netz.
48:31 10.05.21
KI – Klischee und Evidenz.
#3 KI – Klischee und Evidenz. Zu Gast: Prof. Dr. Laurenz Wiskott Über Künstliche Intelligenz wird viel diskutiert – vor allem über die Frage, was solche Systeme vielleicht lieber nicht können und entscheiden sollten. Aber: Was kann KI heute wirklich? Wie funktioniert sie? Und was sollten wir alle über sie wissen, um mitdiskutieren zu können? Prof. Dr. Laurenz Wiskott forscht am Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität Bochum zur Theorie neuronaler Systeme. Mit ihm blicken Dr. Matthias Begenat vom Center for Advanced Internet Studies (CAIS) und Silke Offergeld (Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen) auf einige Mythen und Wahrheiten über Künstliche Intelligenz.
44:28 01.02.21
Machen Algorithmen Meinung?
#2 Machen Algorithmen Meinung? – zu Gast: Prof. Dr. Cornelius Puschmann In der Meinungsbildung spielen Algorithmen mittlerweile eine zentrale Rolle. Mit Prof. Dr. Cornelius Puschmann sprechen wir über die Befürchtungen, die häufig in Bezug auf algorithmenbasierte Empfehlungssysteme geäußert werden. Welche empirischen Belege findet die Forschung für die Filterblasen-Hypothese? Wie personalisiert sind Algorithmen? Wie erforscht man sie eigentlich? Wie sollten sie reguliert werden? Und: Brauchen wir eine spezielle Algorithmenkompetenz für die Nutzer*innen? Prof. Dr. Cornelius Puschmann, Professor am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) der Universität Bremen, ist in der zweiten Folge des CAISzeit-Podcasts im Gespräch mit Silke Offergeld (Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen) und Dr. Matthias Begenat vom Center for Advanced Internet Studies (CAIS).
52:30 01.02.21
Pandemie und Infodemie
Während der Corona-Krise waren viele Menschen noch mehr auf digitale Medien angewiesen als sonst – gleichzeitig kursierten dort Fehlinformationen und Verschwörungserzählungen. Was weiß die empirische Forschung über Ausmaß und Auswirkungen dieses Phänomens? Darüber sprechen Dr. Matthias Begenat vom CAIS und Silke Offergeld von der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen in der ersten Folge des CAISzeit-Podcasts mit Dr. Lena Frischlich, zurzeit Gastprofessorin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie schauen hinter die Kulissen der aktuellen Studie „Pandemic Populism“ und des Wissenschaftsbetriebs in Quarantäne-Zeiten – und auf die Rolle jeder und jedes Einzelnen für die digitale Öffentlichkeit.
59:55 01.02.21