Show cover of 29 Orte gegen das Vergessen - NS-Erinnerung in NRW

29 Orte gegen das Vergessen - NS-Erinnerung in NRW

Willkommen bei „29 Orte gegen das Vergessen. NS-Erinnerung in NRW“, dem Gedenkstätten-Podcast. Gemeinsam mit Euch besuchen wir, das sind die Journalistin Nina Höhne und die Erziehungswissenschaftlerin Pauline van Moll, bis Ende 2022 alle 29 Gedenkstätten in NRW. Wir erkunden die Ausstellungen, sprechen mit den jeweiligen Leiter:innen und wollen herausfinden, was übrig geblieben ist von Deutschlands NS-Vergangenheit. Welche Geschichten erzählen die Orte, die Verfolgten und die Täter:innen? Was können wir daraus für die Gegenwart, Zukunft und für uns als Gesellschaft, lernen? Seid dabei, wenn wir die Gedenkstätten-Landschaft NRW’s erkunden! Produzentinnen und Moderatorinnen: Nina Höhne und Pauline van Moll Musik: Ruben Bass Beauftragt vom Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte NRW e.V., gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung NRW.

Titel

Bonusfolge: Erinnerungskultur(en) im internationalen Vergleich – Der German Desk von Yad Vashem
In den letzten anderthalb Jahren haben wir 29 Orte in ganz NRW besucht. Ziel war es, alle dortigen Gedenkstätten vorzustellen und bestenfalls so neugierig zu machen, dass sie von Euch - und allen anderen auch ;-) - besucht werden. Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur sind jedoch nicht geschlossen denkbar. Die Orte selbst leben von Austausch, crossmedial, aber auch lokal, regional, national und international. Wir sind super stolz, uns dieser Vorgehensweise anschließen zu können und Euch hier verkünden zu dürfen, Yad Vashem in Jerusalem für eine Bonusfolge gewonnen zu haben. Mit Birte Hewera vom German Desk sprechen wir in dieser Folge darüber, was Yad Vashem eigentlich ist, wie dort in Israel gearbeitet wird – gerade im Unterschied zu deutschen Gedenkstätten –, darüber, dass man nicht von nur einer Erinnerungskultur sprechen kann, dass Nordrhein-Westfalen für Yad Vashem ein wichtiger Partner für die gemeinsame Arbeit ist – und andersherum – und darüber, wie man hier aus NRW heraus von der internationalen Arbeit des Yad Vashem profitieren kann. Hört unbedingt rein, denn die Folge ist super spannend und bildet den krönenden Abschluss dieses langen, wertvollen und interessanten Projekts! Bleibt solidarisch, bewegt was. Macht es gut. Danke, dass ihr dabei wart!
47:13 03.03.23
Folge 29: Das einmalige Ensemble der Alten Synagoge in Petershagen und Abschlussgespräch
Für die letzte Folge des Gedenkstättenpodcast sind wir in Petershagen. Dort wurde in den 1990er Jahren aus einem ehemaligen und ganz besonderen Ensemble aus Synagoge, jüdischer Schule und Mikwe eine Gedenkstätte. Getragen wird sie - wie so häufig - von einer aktiven Bürger:innenschaft in Form eines Fördervereins. Etwas, das uns die Besuche deutlich gemacht haben: ohne bürgerschaftlichen Engagement läuft es nicht. Die Gedenkstätte hat es sich zur Aufgabe gemacht, die jüdische Geschichte - und zwar nicht nur ‚der 12 Jahre‘ - in Petershagen darzustellen und natürlich auch an die Personen, welche in Petershagen gelebt haben, zu erinnern. Das Gebäude wurde aufwendig restauriert, heute kann man auf dem Grundstück der ehemaligen Schule, in deren Nebenraum übrigens das Wohnhaus, eher ein Wohnzimmer, des jüdischen Lehrers war, die ehemalige Mikwe, die noch heute einen Grundwasserzugang hat und dementsprechend bewässert ist, sowie den ehemaligen und restaurierten Synagogenraum besuchen und auch bestaunen. Es sei Zufall und Glück, dass diese Gebäude noch heute erhalten sind, sagte unsere Gesprächspartnerin Marianne Schmitz-Neuland. Während des NS wurde die Synagoge zwar geschändet, aber aus eigennützigen Gründen nicht angezündet. Einerseits war die Synagoge so zentral und nah an anderen Wohnhäusern gelegen, dass die Nazis sich davor scheuten, sie während des Novemberpogroms anzuzünden, gleichzeitig wurde die Existenz dieser Synagoge in der Zeit nach dem NS in einem ganzen Dorf verdrängt. Wie passt das zusammen? Und welche Unterschiede können bei einer Stolpersteinverlegung in der Stadt und dem Dorf aufkommen? Marianne Schmitz Neuland ist nicht nur Vorsitzende des aktiven Fördervereins, sie war auch zehn Jahre lang Bürgermeisterin dieses Ortes und konnte dementsprechend Einblick - auch aus lokalpolitischer Ebene - geben, spannend! Hört unbedingt rein, in die letzte Folge von '29 Orte gegen das Vergessen'!
59:05 24.02.23
Folge 28: Ideologie und Terror der SS – Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg in Büren
In dieser Folge sind wir im Kreis Paderborn, und zwar in einem alten Renaissance-Schloß aus dem 17. Jahrhundert, das während des NS von den Nazis genutzt wurde. Heute befindet sich dort die Erinnerungs-und Gedenkstätte Wewelsburg. Gelände und Gebäude sind nicht nur imposant, sondern weisen auch eine ganz besondere Geschichte des NS auf. Denn hier gab es unter anderem einen bis heute erhalten gebliebenen sogenannten Obergruppenführersaal, der immer noch eine Faszination auf die Neonazi-Szene darstellt, ein Konzentrationslager und sogar ein Krematorium. Heinrich Himmler persönlich gab die Nutzung in Auftrag, Ziel sollte ein luxuriöser Rückzugsort für die SS sein. Dieser musste von Zwangsarbeiter:innen, die ebenfalls auf dem Gelände unterkamen, gebaut werden. Beim Besuch der heutigen Gedenkstätte sprachen wir mit Kirsten John-Stucke über die SS: Wer war sie eigentlich genau und was hat sie in der Wewelsburg gemacht? Welche Menschen waren hier zwangsweise untergebracht, wie viele wurden dem Terror der Nazis ausgesetzt und ermordet? Und warum löst dieser Ort eine Faszination bei rechtsextremen Besucher:innen und Neonazis aus? Über die damaligen Ziele der Nationalsozialisten und über die heutige Nutzung der Gedenkstätte sowie den Umgang mit rechten Besucher:innen-Gruppen erlaubte uns die Leiterin der Gedenkstätte sehr interessante Einblicke. Es ist wie immer eine absolut spannenden Folge mit - ja (!) - neuen Aspekten im Kontext NS!
61:21 17.02.23
Folge 27: Mit dem Fahrrad auf der Flucht - die Geschichte der Familie Humberg erzählt in der noch jungen Gedenkstätte ‚Humberghaus‘ in Hamminkeln-Dingden
Wir waren im ‚Humberghaus‘ in Hamminkeln-Dingden und haben die heutige Gedenkstätte und gleichzeitig das ehemalige Wohnhaus der Familie Humberg besucht. Die Humbergs betrieben damals eine Metzgerei und einen Manufakturenwarenladen. Rosalia, Abraham und die sieben Kinder waren geschätzte Mitglieder der Dorfgemeinschaft und wurden gleichzeitig – wie weitere Millionen (!) Menschen – Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Vier Geschwister wurden von den Nationalsozialisten ermordet, dreien gelangt die Auswanderung nach Kanada. Der Kontakt zum Geschichtsort besteht noch heute.  Die Gedenkstätte wurde 2012 eröffnet und ist vergleichsweise jung, das macht sich auch in der Darstellung bemerkbar. Erst im Oktober 2022 wurde ein ausgemauertes Becken, eine ehemalige Mikwe, freigelegt. Es war ein sehr interessanter Ort, welcher einige Geschichten erzählen kann, die uns auch heute noch betreffen. Was hat der Heimatverein mit dem Humberghaus Dingden zu tun? Wie wichtig ist Text, um die Geschichte einer ganzen Familie zu erklären? Was können Gegenstände wie Möbel, Dokumente und Fotografien darstellen? Und was hat es mit einem alten Fahrrad in der Ausstellung auf sich?    Das Reinhören lohnt sich genau so wie ein Besuch in dem Erinnerungsort heute. #humberghaus #humberg #dingden #gedenkstättenpodcast #nrw 
60:17 10.02.23
Folge 26: Die Parallelwelt der gefangenen Offiziere – Die Geschichtswerkstadt "Französische Kapelle" in Soest
In dieser Folge sind wir in Soest in Westfalen. Dort empfing uns Werner Liedemann und führte uns durch die noch leeren Räume der aktuell geschlossenen und neu geplanten Gedenkstätte und zeigte uns die von französischen Kriegsgefangenen erbaute und voll bemalte Französische Kapelle - eine ganz besondere Erfahrung! Die Gedenkstätte an sich befand und befindet sich bald wieder auf dem Gelände eines ehemaligen Oflag, einem Offiziersgefangenenlager. Hier waren während des Zweiten Weltkriegs größtenteils französische, aber auch sowjetische, Offiziere untergebracht. Geschützt durch die Genfer Konvention konnten sie hier - abseits von dem Rest der Gesellschaft- eine Art Parallelleben führen, welches sich auch innerhalb des Lagers fortführte: Franzosen wurden von den Deutschen bevorzugt behandelt, hatten Zugang zu Kultur, Sport und ihrem Sold, während sowjetische Inhaftierte um ihr Leben kämpfen mussten. Auch jüdische französische Soldaten lebten hier unbescholten von dem Rassenwahn der Nazis. Klingt nach einer hörenswerten und spannenden Geschichte? Ist es auch!
58:06 03.02.23
Folge 25: NS-Gefängnisinsass:innen als Spiegel der politischen Ordnung - Die Mahn- und Gedenkstätte "Steinwache" in Dortmund
In dieser Folge sind wir in Dortmund, in der Mahn- und Gedenkstätte „Steinwache“, einem ehemaligen Polizeigefängnis mit enormen Ausmaßen. Und das nicht nur bzgl. der Größe: zu Zeiten des NS wurden hier über 66.000 Menschen inhaftiert und durch die Gestapo misshandelt. Darunter waren Funktionäre politischer Parteien und Gewerkschaften, Vertreter der christlichen Kirchen, jüdische Bürger:innen, Sinti:ze und Romn:ja und ausländische Zwangsarbeiter:innen. Heute finden wir dort eine Ausstellung mit dem Titel „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945“, die sich über fünf Geschosse und auf ca. 1.200 Quadratmetern erstreckt. Besonderer Fokus wird hierbei auf das Thema Linken-Verfolgung gelegt, denn Dortmund galt als Hochburg der linken Arbeiterbewegung. Wie die Verfolgung von widerständigen Kommunist:innen und Linken allgemein aussah, was wir unter „wildem Terror“ verstehen können, wer „Johanna die Eiserne“ war, warum Gefängnis-Insassinnen als Spiegel der Gesellschaft gesehen werden können und warum die alte Steinwache den Beinamen „Hölle Westdeutschlands“ innehatte – das erfahrt ihr in diesem super spannenden Gespräch mit Markus Günnewig, dem Leiter der Gedenkstätte. Seid echt gespannt und freut euch auf diese interessanten Einblicke in die Geschichte eines für NRW so bedeutsamen Ortes!
58:39 27.01.23
Folge 24: (Transgenerationales) Trauma und aktives Erinnern heute - Die Gedenkstätte Stalag 326 in Senne
In dieser Folge sind wir in Senne, genauer gesagt im Stalag 326. In dieses ehemalige Strafgefangenenlager mussten während des Zweiten Weltkrieges zehntausende, meist sowjetische, Kriegsgefangene unter schlimmsten Bedingungen Zwangsarbeit verrichten, was sie oft nicht überlebten. Und auch an diesem Ort und anhand von zwei Biografien erkennen wir, wie unterschiedlich sich die Menschen trotz gleicher Ausgangslage entscheiden und entwickeln konnten. Heute sieht der Leiter der Gedenkstätte, Oliver Nickel, es als seinen persönlichen Auftrag an, Aufklärung anzubieten und Austausch zu ermöglichen. Dafür trifft er sich nicht nur mit Personen, die während der Zeit in der Umgebung lebten, sondern auch mit Personen, die quer durch Europa reisen, um die Grabstätte ihres hier verstorbenen oder auch ermordeten Vaters, Großvaters, ihrer Mutter oder Großmutter zu finden und damit wenigstens ein wenig Frieden finden zu können. Diese Geschichten stehen für das millionenfache Schicksal der betroffenen Familien. Ebenso spannend: Oliver Nickel selbst spielte schon während seiner Kindheit auf diesem Gelände, und wusste nicht, wo er sich hier eigentlich befindet. Klingt spannend? Ist es auch!
60:41 13.01.23
Folge 23: Terror vs. Angebot: Die zwei Seiten des NS-Regimes – Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im NS"
In dieser Folge sind wir in der Dokumentationsstätte "Gelsenkrichen im Nationalsozialismus". Diese beschäftigt sich ausführlich und crossmedial mit der Stadtgeschichte zwischen 1933-45 und gibt außerdem einen Überblick über die Zeit vor dem NS, um die politischen Bedingungen, welche den Nazis zur Macht verhalfen, zu erläutern und auch nachvollziehbar zu machen. Unsere Gesprächspartner:innen Birgit Klein und Dr. Daniel Schmidt konnten uns ebenso spannende Einblicke geben und Zusammenhänge erklären, die nötig sind, um die Funktionalität des Nationalsozialismus zu verstehen. Beispielsweise gab es während des NS neben der in diesem Podcast bereits oft besprochenen Exklusions- und Terrorseite ebenso eine Angebotsseite für die sog. ‚Volksgemeinschaft‘: Wie sah diese genau aus? An wen richteten sich die Angebote der Nazis und welchen Sinn hatte das eigentlich? Die Dokumentationsstätte bietet zudem viele innovative Angebote, beispielsweise ein virtueller Rundgang durch die Ausstellung und die Möglichkeit, Angebote in ‚Einfacher Sprache‘ wahrzunehmen. Es ist mal wieder ein super spannendes Gespräch geworden mit – ja ;-) – ganz neuen Einblicken. Seid gespannt!
60:18 16.12.22
Folge 22: Zwischen Handlungsspielräumen im NS und Engagement im Jetzt – Die "Ge-denk-Zellen Altes Rathaus" in Lüdenscheid
In dieser Folge sind wir in den ehemaligen Arrestzellen des Alten Rathauses in Lüdenscheid, damals der zentrale und authentische Ort des nationalsozialistischen Terrors und heute eine Mahn-, Gedenk- und Dokumentationsstätte. Diese wird ausschließlich ehrenamtlich betrieben und hat(te) dabei gegen nicht wenige Widerstände zu kämpfen. Die Arrestzellen wurden damals von der Polizei betrieben, gemeinsam mit der SA und der Hilfspolizei. Wer saß in den Zellen und was geschah mit den Menschen? Welche Rolle spielte die Polizei in der Durchsetzung des terroristischen NS-Regimes? Wie viel Handlungsspielraum gab es tatsächlich in dem riesigen Netz des NS? Wie konnte ein Polizist sowohl jüdische Menschen vor ihrer Deportation warnen und einige Jahre später an Massenerschießungen teilnehmen? Wie kann eine Gedenkstätte überleben, wenn sie ausschließlich ehrenamtlich betrieben wird? Drei Engagierte informieren uns über die Geschichte des Ortes und erzählen von ihrem politischen Kampf, der Motivation und dem Willen, der hinter ihrem Engagement steht.
58:29 02.12.22
Folge 21: Das bewegte (Über-)Leben der Karla Raveh – Die Gedenkstätte Frenkel-Haus in Lemgo
In dieser Folge sind wir in der Hansestadt Lemgo und damit in der Gedenkstätte Frenkelhaus. Diese erzählt in erster Linie vom Leben und Überleben Karla Ravehs geb. Frenkel. Sie und ihre Familie lebten in dem Haus, das heute die Gedenkstätte ist, bevor dieses in ein sogenanntes "Judenhau"s umfunktioniert wurde und sie und ihre gesamte Familie in verschiedene Lager und Ghettos wie Theresienstadt, das Warschauer Ghetto und nach Auschwitz deportiert wurden. Nur Karla und ihre Großmutter überlebten und kehrten nach Lemgo zurück. Geprägt von einem starken Unrechtsbewusstsein kämpfte Karla schon kurz nach Ende des Krieges um ihre Rechte, verlangte die damals enteigneten Möbel und ihre Wohnung zurück. Schließlich wanderte sie mit ihrem Mann aus, entschied sich aber nach vielen Jahren zur Wiederkehr, schrieb ein Buch, wurde zur wichtigsten Zeitzeugin für die Stadt Lemgo und inspiriert mit ihrer Geschichte noch heute. Wie hat sie den Beginn des NS erlebt? Wie hat sie den Holocaust überlebt? Was hat sie nach ihrer Rückkehr in die Heimat 1945 vorgefunden? Was gedacht? Was hat sie bewegt viele Jahre später ihre Geschichte in Lemgo zu erzählen und jedes Jahr bis zu ihrem Tod wiederzukommen? All diese Fragen beantworten unsere Gesprächspartner:innen Sara Elkmann und Fabian Schröder in dieser Folge und erzählen uns die unglaubliche und inspirierende Geschichte eines unwahrscheinlichen Über-Lebens.
59:21 18.11.22
Folge 20: Verfolgung, Wiederkehr – und „Wiedergutmachung“? – „Landjuden an der Sieg“ in Windeck-Roßbach
In dieser Folge sind wir in Windeck-Roßbach in der Gedenkstätte ‚Landjuden an der Sieg‘ und besuchen das ehemalige Wohnhaus der Familie Seligmann. Max Seligmann war mit seiner Frau der Einzige, der den NS und seinen Terror überlebte. Drei seiner Geschwister und zwölf seiner Nachkommen, darunter seine vier Kinder, wurden von den Nazis ermordet. Wie umgehen mit dem Fakt, dass ein Großteil der Familie – Geschwister, Kinder, Enkelkinder – Opfer der Shoah wurden und man selbst überlebt hat? Und: Was dann? Welche Gründe kann es geben, wieder in das Land der Täter zurückzukehren? Wie funktionierte eigentlich diese "Wiedergutmachung" und warum gibt es noch heute Menschen in Roßbach, die mit der Geschichte und der lokalen Gedenkstätte nichts zu tun haben wollen? All diese spannenden Fragen besprechen wir mit Dr.‘in Claudia Arndt, der Leiterin der Gedenkstätte und Sabine Hermes, der Hausmeisterin des Gebäudes. Hört rein, lasst uns wie immer gerne Feedback da und bis dahin: Bleibt offen, bleibt neugierig, bleibt solidarisch!
59:43 04.11.22
Folge 19: „Ob man ihnen wohl dies hier mitteilen wird?" – Das NS-Dok im El-De-Haus in Köln
In dieser Folge sind wir schon das zweite mal in Köln und haben die größte Gedenkstätte in NRW besucht: Das NS-DOK Köln, beheimatet im El-De Haus. Dieses war von 1935 bis 1945 der Sitz der Kölner Gestapo und damit ein Ort des Terrors, der Verfolgung und Ermordung. Ursprünglich war das Gebäude als Wohnhaus gedacht, wurde aber noch im Rohbau von der Gestapo umgebaut: Aus Wohnräumen wurden Büros, aus dem Keller wurden Gefängniszellen, die wir dort noch heute finden und die mit den 1.800 erhalten geblieben Inschriften und Zeichnungen das Herzstück der Gedenkstätte ausmachen! Was sind das für Inschriften, die die verzweifelten Menschen dort mit Fingernägeln, Schrauben oder Lippenstift an die Wände brachten? Nachrichten der Solidarität, Liebe und Hoffnung? Oder der Verzweiflung, Resignation und Wut? Was erfahren wir dadurch über die inhaftierten Menschen, die Zustände vor Ort und über die Täter? Und: Was hat es eigentlich mit einem Hand-Desinfektionsgerät auf sich und wieso ist gerade dieses das Lieblingsexponat unserer Gesprächspartnerin Dr.'in Christians-Bernsee? Um all diese spannenden Fragen und Aspekte geht es in dieser Folge! Hört rein, lasst uns wie immer gerne Feedback da und bis dahin: Bleibt offen, bleibt neugierig, bleibt solidarisch!
59:47 21.10.22
Folge 18: Kloster, Arbeitsanstalt, Gedenkstätte - Die tausendjährige Geschichte der Abtei Brauweiler
In dieser Folge sind wir zu Besuch in der Gedenkstätte Brauweiler, nahe Köln! Diese befindet sich im Keller der ehemaligen Abtei, welche schon im 11. Jahrhundert gegründet wurde und eine lange sowie bewegte Geschichte vorzuweisen hat. Unter anderem war genau hier in preußischer Zeit eine der größten Arbeitsanstalten des Deutschen Reiches: Die Arbeitsanstalt Brauweiler. Diese Struktur kam den Nazis zugute, sodass einzelne Gebäude während des NS und neben der ursprünglichen Arbeitsanstalt von der Gestapo für staatliche Terrormaßnahmen genutzt wurde und fungierte außerdem als ein sog. frühes KZ. An diesem Ort fanden Unrecht und Terror in Form von Folter und selbst Hinrichtungen statt. Gleichzeitig wurden Menschen von Brauweiler in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Nach Ende des Krieges entstand hier ein "Camp für Displaced Persons", dann nochmals eine Arbeitsanstalt und eine Psychiatrie. Heute ist es unter anderem ein Ort des Gedenkens und der Kultur. Wie geht man mit einer so abwechslungsreichen Geschichte um? Wer wurde hier unter welchen Bedingungen inhaftiert? Was war der Unterschied zwischen einer Arbeitsanstalt vor, während und nach dem NS? Wir sprechen mit Dr.‘in Christine Hartmann, Dr. Markus Thulin und Kerstin Nagel über genau diese Aspekte. Lasst uns wie immer gerne Feedback da und bis dahin: Bleibt offen, bleibt neugierig, bleibt solidarisch!
59:45 07.10.22
Folge 17: Synagoge, Haus Industrieform, Gedenkstätte - die Alte Synagoge in Essen
Wir waren in #Essen und haben dort die Alte #Synagoge besucht, welche von 1913 an Jüdinnen und Juden als Ort der Religion, Kultur, Lehre und Zusammenkunft diente. Während des #Novemberpogroms von den #Nazis angezündet konnte das Gebäude die Angriffe aufgrund seiner massiven Bauweise wenigstens größtenteils überstehen und ist deswegen noch heute fast vollständig erhalten. Sie ist damit eine der größten freistehenden Synagogen aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts in ganz Europa. Doch das Haus verweist auch nach der #NS-Zeit eine Geschichte der Zerstörung und Fremdbestimmung auf, bevor es 1986 und ‘88 rekonstruiert und daraufhin der Öffentlichkeit zugänglich wurde. Wie konnte es beispielsweise möglich sein, dass die Stadt bereits 1948/49, als eine der ersten Kommunen Deutschlands, ein Mahnmal anbrachte, 1959 aber gleichzeitig die Synagoge räumte und entkernte, um ein ‘Haus Industrieform’ zu ermöglichen? Trotz dieser Geschichte sei eine Betroffenheitskultur nicht vonnöten, meint Uri Kaufmann, der Leiter der heutigen #Gedenkstätte, welche in einer Dauerausstellung auf das weltweite #Judentum nach der #Shoa verweist und damit die allgemeine Vielfalt der jüdischen Geschichte, Kultur und auch Religion darstellt und gleichzeitig einen Raum für jüdische Kultur bietet. Die Message dahinter ist: nicht nur in Essen gibt es ein lebendiges Judentum nach der Shoa! Oder, wie Uri Kaufmann es selbst sagte, Judentum ist sexy und interessant! ;) #gedenkstättenpodcast #nrw
56:49 09.09.22
Folge 16: Sammellager, Verteillager – Sterbelager. Die Geschichte des Stalags VI A in Hemer
In dieser Folge sind wir Gästinnen in Hemer in der Gedenkstätte Stalag VI A auf dem Gelände des heutigen Sauerland-Parks. Das Stalag VI A war eines der größten Kriegsgefangenenlager des sog. „Dritten Reiches“. Sowjetische Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter:innen machten damals den größten Prozentsatz der Inhaftierten aus und noch heute erhält die Gedenkstätte Anfragen der Hinterbliebenen danach, was mit ihren Familienmitgliedern passiert ist. Aber: Was war eigentlich genau ein Stalag? Wer war hier für wie lange eingesperrt und wie sah der Alltag der Inhaftierten aus? Wie kann es sein, dass das Thema Kriegsgefangenschaft so lange ein Tabuthema war und warum ist es heute umso wichtiger darüber zu sprechen? Wie kommt es, dass auf dem riesigen, erhalten gebliebenen Gelände des ehemaligen Stalags heute ein Vergnügungspark steht und wie lassen sich diese zwei unterschiedlichen Aspekte des Sauerland-Parks in der Arbeit vor Ort vereinen? Diese und weitere Fragen werden im Gespräch mit den zwei überaus engagierten Mitgliedern des Vereins für Hemeraner Zeitgeschichte Eberhard Thomas und Wilhelm Gröne beantwortet. Lasst uns wie immer gerne Feedback da und bis dahin: Bleibt offen, bleibt neugierig, bleibt solidarisch!
59:17 19.08.22
Fole 15: Die Geschichte der ehemaligen Synagoge Drensteinfurt und des Überlebens von Herta Herschcowitsch
Dieses Mal sind wir in der seit 1872 in Dresteinfurt stehenden ehemaligen Synagoge, die – wie so viele andere – während der Novemberpogrome geschändet und verwüstet wurde. Einige Mitglieder der damaligen jüdischen Gemeinde schafften es rechtzeitig ins Ausland zu fliehen, der Rest der Mitmenschen wurde deportiert. Nur eine Person – Herta Herschcowitsch – überlebte. Wie sie das geschafft hat, was ein "Zwangsgottesdienst" war, wieso niemand von den Tätern verurteilt wurde, wie es doch möglich war Handlungsspielräume positiv zu nutzen und was eine Gedenkstätte auf dem Land heute leisten kann und muss, um auch junge Menschen anzusprechen erfahrt ihr in dieser Folge! Lasst uns wie immer gerne Feedback da und bis dahin: Bleibt offen, bleibt neugierig, bleibt solidarisch!
59:59 29.07.22
Folge 14: Gotteshaus, Kohlelager, Gemeindeort – Die Geschichte der Landsynagoge in Selm-Bork
In dieser Folge sind wir auf dem Land, und zwar in der kleinen Stadt Selm und damit in der ehemaligen Land-Synagoge Selm-Bork – ein kleiner Ort mit großer Geschichte! Wir kamen natürlich wieder mit vielen Fragen im Kopf an, wie zum Beispiel: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Land-Synagoge und einer herkömmlichen Synagoge? Warum wurde die alte Synagoge während der Novemberpogrome nicht abgebrannt, wie die meisten anderen? Warum wurde sie anschließend bis in die 1980er Jahre nur noch als Kohlelager genutzt und wie ist daraus dann schließlich eine Gedenkstätte geworden? Was ist noch Original und wieso erinnert heute von außen nichts an die Existenz? All diese Fragen und noch viele mehr werden im Gespräch von der Verantwortlichen Manon Pirags beantwortet. Lasst uns wie immer gerne Feedback da und bis dahin: Bleibt offen, bleibt neugierig, bleibt solidarisch!
58:35 18.07.22
Folge 13: NS-Dokumentation Vogelsang IP – NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen
Was ist eigentlich eine NS-Ordensburg? Wer war dort für wie lang und warum? Was verstand die Nazi-'Elite' unter dem ausschließenden Begriff des 'Herrenmenschen' und was ist mit den sog. Ordensjunkern nach ihrer Ausbildung in Vogelsang passiert? Wie arbeitet man am Besten mit einem solchen Thema an einem solchen Ort und entgeht bspw. einer Faszination durch die Neonazi-Szene? Diese und viele weitere Fragen beantwortet uns der wissenschaftliche Leiter der NS-Dokumentation Vogelsang Stefan Wunsch und gibt uns zudem tiefe und zum Teil verstörende Einblicke in die absurde und perverse NS-Ideologie. Wir hoffen ihr findet die Folge, den Ort und das Gespräch genauso spannend wie wir. Und wie immer: Bleibt neugierig, bleibt offen, bleibt solidarisch!
86:37 29.06.22
Folge 12: Das aktive Museum Südwestfalen – Ein Museum im Aufbruch
Herzlich Willkommen zur 12. Folge des Gedenkstätten-Podcasts! Dieses Mal sind wir in Siegen im Aktiven Museum Südwestfalen, welches das Wort „aktiv“ ganz bewusst im Titel stehen hat. Doch was bedeutet das eigentlich konkret? Und wie kann man dies in der historisch-politischen Bildungsarbeit erfahrbar machen und gleichzeitig den Ansprüchen einer diversen Gesellschaft gerecht werden? Aktuell arbeitet das Museum an einer neuen Dauerausstellung. Wie viel Zeit muss dafür eingeplant werden und welche Schritte sind nötig, bis diese von Besucher:innen angesehen werden kann? Wann ist ein Objekt sicher unbelastet? Wo beginnt Solidarität, wo endet sie und wo schneidet sie eventuell sogar den Bereich der Mittäterinnen:schaft? Diese und weitere Fragen haben wir mit der pädagogisch-wissenschaftlichen Mitarbeiterin, Mareike Schön, und dem geschäftsführenden Vorstand des Fördervereins, Dr. Jens Aspelmeier, besprochen und diskutiert. Viel Spaß beim Zuhören und bleibt offen, bleibt neugierig, bleibt solidarisch!
81:12 10.06.22
Folge 11: Die Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf – 'Hitlerjugend', Edelweißpiraten und die 'vergessenen Opfer' der Zwangssterilisation
Wie haben eigentlich Kinder und Jugendliche den NS erlebt? Gab es wirklich eine Wahl in die "Hitlerjugend" einzutreten? Was hat es mit den "Edelweißpiraten", dem Paragraphen 175 und dem Akt des Denunzierens auf sich und warum sind Vorbildfunktionen so wichtig? Was ist außerdem mit den zu Tätern gewordenen Ärzten nach dem Krieg passiert und warum hat das mit der Aufarbeitung von im NS durchgeführten Zwangssterilisationen so lange gedauert? In dieser Folge sind wir in der Mahn- und Gedenkstätte als Gäst:innen und sprechen mit Astrid Hirsch-von Borries und ihrer Kollegin Hafida Seghaoui über die spannende Perspektive der Kinder und Jugendlichen im Nationalsozialismus. Dabei geht es sowohl um verfolgte Kinder und Jugendliche, als auch um Strukturen wie die "Hitlerjugend" oder sogenannte "unangepasste Jugendliche", die sich aktiv im Widerstand organisiert haben. Außerdem geht es um das oft übersehende Thema der Zwangssterilisation, wozu die Gedenkstätte aktuell eine Sonderausstellung zeigt. Also: Eine voll gepackte Folge! Wir freuen uns auf euer Feedback und bis dahin: Bleibt offen, bleibt neugierig!
84:00 20.05.22
Folge 10: Die Villa ten Hompel in Münster und die Frage nach den Tätern
Heute erwartet euch eine ganz besondere Folge! Denn einerseits sprechen wir in Münster mit Peter Römer über die bewegte Hausgeschichte der Villa den Hompel, über Münsters Rolle im NS, die Ordnungspolizei, Handlungsspielräume und ‚Wiedergutmachung‘. Dabei gehen wir ganz besonders der Frage nach, wie so viele Menschen in der NS-Zeit zu Tätern werden konnten und was wir daraus heute für die Präventions- und Aufklärungsarbeit allgemein und mit Polizist:innen speziell lernen können. Und andererseits werden wir mit einigen Mitarbeiter:innen und Polizist:innen auf eine Audioreise nach Polen im Rahmen des Projekts ‚Den Tätern auf der Spur‘ mitgenommen und besuchen dort die Orte, an denen die Ordnungspolizei die Verbrechen tatsächlich begangen hat, die in der "Villa" in Münster geplant wurden. Wir sind gespannt auf euer Feedback! Bis dahin, bleibt offen, bleibt neugierig!
92:57 06.05.22
Folge 09: Gedenkstätte "Zellentrakt" in Herford – Kriminalpolizei, Gestapo, Hilfspolizei und die "Schutzhaft"
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Kriminalpolizei, Ordnungspolizei, Hilfspolizei und der Gestapo? Wer war wo und zu welchen Konditionen aktiv und wie geheim agierte Letztere wirklich? Welche Menschen fielen der willkürlichen "Schutzhaft" zum Opfer – was war das eigentlich?! – und warum befanden sich darunter die Zeugen Jehovas? Antworten auf diese und viele weitere Fragen – zum Beispiel welche Einritzungen auf den Gefängnisinnentüren heute noch immer sichtbar sind – findet ihr hier in der neuen Folge aus der Gedenkstätte "Zellentrakt" in Herford! Hört rein und lasst uns Likes, Kommentare und Bewertungen da! Wir sind gespannt auf euer Feedback. Und nicht vergessen: Es geht alles vorüber!
74:58 22.04.22
Folge 08: Gedenkstätte Bonn - Die "Aktion T4" und die Opfer der "Euthanasie"
In dieser Folge waren wir in der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus. Dort durften wir mit der wissenschaftlichen Leiterin, Astrid Mehmel, ein sehr spannendes und wichtiges Gespräch führen über bisher in diesem Podcast noch kaum behandelte Themen! Gesprochen haben wir über oft übersehene NS-Opfergruppen, die Aktion ‚T4‘ und die sogenannte ‚Euthanasie‘, also die strukturelle Ermordung von psychisch und chronisch kranken sowie behinderten Menschen, über die Frage, wie es dazu kommen konnte und wie viel Hitler selbst eigentlich von oben gesteuert hat - und was eben auch nicht. Wir wünschen ein gutes Zuhören. Bleibt offen, bleibt neugierig!
71:11 08.04.22
Folge 07: Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal – Die Novemberpogrome und die Macht der Sprache
Wie hat sich die Erinnerungskultur im Nachkriegsdeutschland im Laufe der Zeit entwickelt und auch verändert? Welche Einflüsse spielten dabei eine Rolle? Wie kam es eigentlich zu den Novemberpogromen 1938 und worin liegt der Unterschied zwischen Augen aufmachen und Augen zumachen? Wie wichtig ist der achtsame und auch kritische Gebrauch von Begriffen und last but not least: Wie kommen eigentlich die Objekte in die Museen? Antworten auf diese und noch weitere Fragen findet ihr in dieser Folge des Gedenkstättenpodcasts im Gespräch mit Ulrike Schrader, der Leiterin der Gedenkstätte Alte Synagoge in Wuppertal. Hört rein und lasst uns Likes, Kommentare und Bewertungen da! Wir sind gespannt auf euer Feedback!
81:20 11.03.22
Folge 06: Erinnerungsort "Alter Schlachthof" Düsseldorf – Sammelstelle zur Deportation inmitten der Öffentlichkeit
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Ghetto, einem KZ und einem Mordlager? Inwiefern konnte die umliegende Nachbarschaft von den Deportationen, welche von der ehemaligen Großviehmarkthalle in Düsseldorf ausgingen, wissen? In wie weit war die Stadt an sich mit verantwortlich für die Ausgrenzung und Deportation der ca. 6.000 jüdischen Menschen und wo liegen die Vor- aber auch Nachteile eines Erinnerungsortes mitten auf einem Hochschul-Campus? All diese Fragen und noch weitere Aspekte werden in dieser Folge des Gedenkstättenpodcasts von Dr. Joachim Schröder, Leiter des Ortes beantwortet! Hört rein und lasst uns Likes, Kommentare und Bewertungen da! Wir sind gespannt auf euer Feedback!
80:13 21.01.22
Folge 05: Die Jawne - das einzige jüdische Gymnasium im Rheinland und die 'Kindertransporte'
Wo befand sich damals das erste und einzige Jüdische Gymnasium im Rheinland? Warum ist der Standort einer alten Kastanie so wichtig für die ehemaligen Schüler:innen? Wie funktioniert eigentlich eine ausschließlich ehrenamtlich geführte Gedenkstätte und was heißt es, als Erinnerungsort zu fungieren, welcher sich schwerpunktmäßig mit dem Aspekt der sogenannten ‚Kindertransporte‘ beschäftigt? Für die fünfte Folge des Gedenkstättenpodcasts haben wir die Jawne, eine von zwei Gedenkstätten der Stadt Köln, besucht und uns sowie Euch obige und weitere Fragen versucht zu beantworten. Diese Folge ist die letzte Episode für das Jahr 2021, wir verabschieden uns in die Winterpause und besuchen im kommenden Jahr eine von zwei Gedenkstätten in Düsseldorf, bis dahin: hört rein, bleibt gespannt, stay tuned! ;)
76:18 03.12.21
Folge 04: Gedenkhalle Oberhausen – Zwangsarbeit und die "Waffenschmiede des Reiches"
Was versteht man eigentlich unter Zwangsarbeit? Haben die Menschen in NS-Deutschland wirklich "von nichts gewusst"? Welche kriegswichtige Rolle hat Oberhausen und das Ruhrgebiet zur NS-Zeit eingenommen? In dieser Folge sind wir in der ersten deutschen Gedenkstätte überhaupt und sprechen mit dem Leiter, Clemens Heinrichs, und der Gedenkstättenpädagogin des Ortes, Claudia Stein, über Zwangsarbeiter:innen, Entschädigungen, Widerstand und die Edelweißpiraten und darüber, wie wichtig und aktuell die Themen Aufarbeitung, Zwangsarbeit und Entschädigung bis heute sind – und das natürlich nicht nur für die Menschen aus Oberhausen!
73:01 05.11.21
Folge 03: Zentrum für Erinnerungskultur in Duisburg
Wie unterscheidet sich das Zentrum für Erinnerungskultur von einem Museum und einer Gedenkstätte? Wie kann anhand von vielen einzelnen Biografien die lokale NS-Geschichte Duisburgs vermittelt werden? Und welche individuellen Handlungs- und Entscheidungsspielräume gab es wirklich unter der NS-Diktatur? In dieser Folge sind wir im Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie in Duisburg und durften mit zwei seiner Mitarbeiter unter anderem über die Verfolgung der Duisburger Sinti, über die Rolle einzelner NS-Täter im Vernichtungsvorhaben und über Handlungsspielräume auf Seiten der Zivilbevölkerung zur NS-Zeit sprechen. Es geht um neue Wege der Vermittlung, um einzelne Biografien von Tätern und Widerstandskämpfer:innen und darum, wie sehr die NS-Forschung vor Ort auch von der Partizipation der Bürger:innen profitieren kann. Seid gespannt und viel Spaß beim Zuhören!
73:12 08.10.21
Folge 02: Jüdisches Museum Westfalen in Dorsten
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Museum und einer Gedenkstätte? Wie kann und sollte man das Thema Judentum heute nachhaltig vermitteln? Und warum ist ausgerechnet ein historischer Bierstiefel das Lieblingsexponat der Museumsleiterin? In dieser Folge sind wir im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten – dem einzigen Jüdischen Museum in NRW – und sprechen mit der Leiterin des Museums Dr. Kathrin Pieren und der Museumspädagogin Mareike Fiedler darüber, welche Aufgabe ein Jüdisches Museum besonders heutzutage hat, wie Vorurteile abgebaut werden können und warum das Thema Holocaust bewusst nur einen kleinen Teil der Ausstellung ausmacht. Viel Spaß beim Zuhören!
65:20 17.09.21
Folge 01: Die Villa Merländer – NS-Dokumentationsstelle in Krefeld
Konnte man damals wissen, was mit der jüdischen Bevölkerung Krefelds passierte? Wer eigentlich war Richard Merländer? Und was macht ein lange vergessenes Wandgemälde des Malers Heinrich Campendonk in Merländers Haus? In dieser Folge besuchen wir die NS-Dokumentationsstelle Krefeld in der Villa Merländer und sprechen mit der Leiterin Sandra Franz über die Geschichte dieses Hauses, sogenannte entartete Kunst, Homosexualität im NS und darüber, wie historisch-politische Bildungsarbeit über einen solchen Ort möglich werden kann!
70:54 03.09.21

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