Show cover of BALLET FOR FUTURE? – Ein Podcast des Staatsballetts Berlin

BALLET FOR FUTURE? – Ein Podcast des Staatsballetts Berlin

Das Staatsballett Berlin eröffnet die im öffentlichen Raum entstandene Debatte um Repertoire, Kanon und Praxis des klassischen Balletts und hinterfragt dazu Formen und Praktiken der historischen Aufführungspraxis im eigenen Haus. Welche Bedeutung hat diese Kunstform im 21. Jahrhundert? »Ballet for Future? Wir müssen reden!« ist die Einladung, an den runden Tisch der Diskussion zu kommen und jene Gedanken und Anregungen zur Sprache zu bringen, die das Publikum, Tänzer:innen, Kritiker:innen, Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen aktuell oder schon seit langem bewegen.

Titel

BALLET FOR FUTURE? | #06: Transition und Weltenwandel – gesellschaftliche Werte und Institutionen im Umbruch?
Das Staatsballett Berlin führt das öffentliche Diskussionsformat BALLET FOR FUTURE? WIR MÜSSEN REDEN! auf Einladung von Dr. Christiane Theobald fort und hinterfragt Repertoire, Kanon und Praxis des klassischen Balletts – ein ergebnisoffener Dialog um die Zukunft dieser Kunstform in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels. Die Auftaktveranstaltung zur zweiten Spielzeit am 13. September lädt ein zu dem Thema »Transition und Weltenwandel – gesellschaftliche Werte und Institutionen im Umbruch?«. Hier soll beleuchtet werden, welche Auswirkungen das sich verändernde Wertesystem ganz konkret bei der Produktion von Theater und Literatur sowie der Museumsplanung hat. Wie setzen wir uns mit dem kulturellen Erbe auseinander zwischen den Polen Cancel Culture und Freiheit der Kunst? Was hat sich getan in den Institutionen oder was auch nicht? Es diskutieren Jessica Bradley (Sensitivity Readerin), Elisa Carrillo Cabrera (Erste Solotänzerin, Staatsballett Berlin), Wiebke Horn (Kostümdirektorin, Deutsche Oper Berlin), Wiebke Hüster (Journalistin, FAZ), Franziska Sauerbrey (Stabsstellenleiterin Strategie, Koordination, Internationales, Humboldt Forum Berlin), Moderation: Claudia Henne (Tanzjournalistin).
35:34 24.10.2022
BALLET FOR FUTURE? | #05: Best Performance? Bis an die Grenzen der Belastbarkeit
Ist das, was Balletttänzer:innen leisten, überhaupt gesund? Kann man eine Tanzkarriere überstehen, ohne mit anhaltenden Schäden ein alltägliches Leben bis ins hohe Alter zu führen? Der Balance-Akt dieses Berufes, der darin besteht, den natürlichen Bewegungsradius und die Kräfte des menschlichen Körpers zu überschreiten, um ein ästhetisches Ideal zu erreichen, scheint gescheitert. Eines der am häufigsten zitierten Klischees des klassischen Balletts sind geschundene Füße oder auch der erfolgreiche Ballett-Film BLACK SWAN, der ein Arbeitsumfeld suggeriert, das geprägt ist von psychischem Druck und körperlicher Ausbeutung. Zum Thema diskutieren: Anneli Chasemore (Health Department, Staatsballett Berlin), Dr. Mariama Diagne (Gesellschaft für Tanzforschung), Weronika Frodyma (Solotänzerin, Staatsballett Berlin), Dr. Anja Hauschild (ta.med, Gemeinnütziger Verein für Tanzmedizin), Dr. Christiane Theobald (Kommissarische Intendantin, Staatsballett Berlin), Dr. phil. Brit Wilsdorf (Sportpsychologin am Olympiastützpunkt Berlin), Prof. Dr. med. Bernd Wolfarth (Ärztlicher Leiter Abteilung Sportmedizin, Charité Berlin), es moderiert Claudia Henne (Tanzjournalistin).
34:37 06.07.2022
BALLET FOR FUTURE? | #04: Besucher:innen und Nicht-Besucher:innen. Eine Kunstwelt für Spezialist:innen?
Trotz des politischen Anspruchs einer »Kultur für alle« besucht nur ein kleiner Teil der Bevölkerung in Deutschland regelmäßig öffentlich geförderte Kultureinrichtungen. Mit vielfältigen Programmen versuchen Theater, Museen und Bibliotheken, dies zu ändern und streben nach einem sozial diverseren Publikum. Aber wer fühlt sich davon angesprochen? Und wie können die oft bildungsbürgerlich dominierten Kultureinrichtungen ihren Klassismus abbauen? Es diskutieren Verena Brakonier (Tänzerin, Choreographin, Gründerin der „Anonymen Arbeiter:innenkinder“), Sonja Krumrick (Grundschullehrerin in Lichtenberg), Dr. Thomas Renz (Institut für Kulturelle Teilhabeforschung), Irene Knava (Autorin von „Audiencing“), moderiert von Claudia Henne.
32:53 31.05.2022
BALLET FOR FUTURE? | #03: Ausbildung und Mentoring. Der Weg auf die Bühne
Hochleistungssport oder Erziehung zur künstlerischen Ausdrucksfähigkeit? Im Spannungsfeld von Disziplin und großen Zielen, von Partnerschaft und Pädagogik sieht sich die traditionelle Ausbildung für den Tänzer:innen-Beruf infrage gestellt. Skandale um Demütigungen und Drill an renommierten Ausbildungsinstituten dominierten die Schlagzeilen der letzten Jahre im In- und Ausland. Wo verläuft der schmale Grat zwischen Förderung und Forderung, der letztendlich zu einer „Auslese der Besten“ führt? Wie fühlen sich Student:innen in der Ausbildung? Welche Unterstützung brauchen sie, um für die besonderen Anforderungen dieses speziellen Berufs bereit zu sein? Es diskutieren Jason Beechey (Rektor Palucca Hochschule für Tanz Dresden), Anneli Chasemore (Enhance Mentorship Programme Staatsballett Berlin), Dr. Mariama Diagne (Leitung Gesellschaft für Tanzforschung (gtf)), Lorenzzo Fernandes (Fellow des Mentorship Programms Staatsballett Berlin) und Dr. Dorion Weickmann (Süddeutsche Zeitung, tanz), moderiert von Loretta Stern (Moderatorin, Schauspielerin, Sängerin).
31:37 10.03.2022
BALLET FOR FUTURE? | #02: Macht und Diskriminierung im Kulturbetrieb
Wie steht es um die Machtverhältnisse im Theater, aber auch in anderen Kultureinrichtungen? Sind die Arbeitsbedingungen besonders prekär und warum ist das so? Wie gehen Machtinhaber:innen konkret mit ihrer Position um? Prof. Dr. Thomas Schmidt, Autor des Buches "Macht und Struktur im Theater. Asymmetrien der Macht" (Springer VS 2019), spricht von einem „strukturellen Machtmissbrauch im deutschsprachigen Theater“. Und auch die Vorkommnisse der jüngeren Vergangenheit in deutschen Kultureinrichtungen verweisen auf ein Problem, das über einzelne Institutionen hinausreicht. Auf Einladung von Dr. Christiane Theobald diskutieren Dr. Mariama Diagne (Leitung Gesellschaft für Tanzforschung (gtf)), Dr. Dorion Weickmann (Süddeutsche Zeitung, tanz), Friedrich Pohl (dancersconnect, GDBA), Alan Barnes (Ballettmeister, Choreograph, Tänzer), Maren Lansink (Themis Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt e.V.), Prof. Dr. Thomas Schmidt (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, HfMDK) und Annemie Vanackere (HAU Hebbel am Ufer, Intendantin und Geschäftsführerin), moderiert von Claudia Henne (Tanzjournalistin).
27:06 10.01.2022
BALLET FOR FUTURE? | #01: Ballett-Repertoire gestern, heute und morgen
Was darf, was kann, was sollte eine Ballett-Compagnie heutzutage  aufführen? Sind die Werke des klassischen Ballett-Repertoires noch  zeitgemäß? Was genau sind die kritischen Inhalte und wie kann man damit  umgehen? Wie kann die Kommunikation darüber im Spielbetrieb hergestellt  werden? Können Fragestellungen, die sich im Tanz selbst zu diesem Thema  ergeben, auch tänzerisch beantwortet werden? Was das Autoren-Team  in seinem „Rapport sur la diversité à l’Opéra de Paris“ vom Frühjahr  2021 im Auftrag der Pariser Oper beschreibt, steht auch im Mittelpunkt  der Diskussion dieses Abends beim Staatsballett Berlin: »Unsere Mission  schien uns nicht, Raum für soziale Fragen innerhalb einer künstlerischen  Institution zu schaffen, sondern vielmehr einen Beitrag zur Definition  ihrer künstlerischen Aufgabe zu leisten, welche den Wunsch nach Öffnung,  besserer Repräsentation der Vielfalt auf der Bühne, das Hinterfragen  des Repertoires und seines Echos in der zeitgenössischen Welt  einschließt und darüber hinaus die Erneuerung von Deutungen und  Möglichkeiten sowie eine vorbildliche Personalpolitik insgesamt  beinhaltet, sodass Diskriminierung und rassistische Äußerungen verbannt  werden.« Es geht nicht um Antworten, sondern das Anliegen ist  vielmehr: Welches sind die zentralen Fragen, die gestellt werden müssen,  um ein Bewusstsein und im Idealfall eine deutliche Veränderung im  eigenen Tun und in der äußeren Wahrnehmung zu bewirken? Zum Thema  „Diversität und Ballett-Repertoire“ treffen sich Expert:innen auf  Einladung der kommissarischen Intendantin Dr. Christiane Theobald am  Runden Tisch des Staatsballetts Berlin: Zur vielstimmigen Besetzung der  Diskussionsrunde, geleitet von der Tanzjournalistin Claudia Henne,  gehören Ingrid Lorentzen (Künstlerische Leiterin des Norwegischen  Nationalballetts Oslo) , der Tanzkritiker Arnd Wesemann (tanz), Black  Pearl De Almeida (freiberufliche Tänzerin), Federico Spallitta  (Solotänzer Staatsballett Berlin), und die Tanzwissenschaftlerinnen  Prof. Dr. Gabriele Brandstetter (FU Berlin) und Dr. Mariama Diagne  (derzeit Universitätsassistentin für Gender Studies an der Universität  für Darstellende Kunst Wien).
33:49 25.10.2021