Show cover of turi2 podcast

turi2 podcast

Im turi2 podcast erzählen Medien-, Marken- und Meinungsmacher*innen, wie sie die Herausforderungen der Digitalisierung angehen und was sie persönlich antreibt. Zusätzlich zum Podcast gibt es die kompletten Gespräche auch als Video bei YouTube: http://youtube.com/turi2tv

Titel

Konstantin Seidenstücker über Chef-Dasein und Audio-Leidenschaft.
Audio-Nerd: "Ich glaube, mit 28 Jahren Geschäfts­führer zu sein, ist nicht viel anders als mit 40", sagt Konstantin Seidenstücker im turi2 Jobs-Podcast. Der CEO von Studio Bummens war gerade einmal 25 Jahre alt, als er gemeinsam mit Co-Geschäfts­führer Tobias Bauckhage die Podcast-Produktions­firma gegründet hat. Heute produziert er dort Formate wie Weird Crimes, Apokalypse und Filterkaffee und Baywatch Berlin. Im Gespräch mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl sagt Seidenstücker, das Unternehmen sei "natürlich zusammen­gewachsen" und "von Schritten begleitet, die alle Sinn ergeben haben". Geholfen habe ihm etwa, dass er zuvor lange als frei­beruflicher Podcast-Producer gearbeitet hat. So hatte er Zeit, sich "einzufinden, zu checken, was gehört alles dazu und was bekomme ich vielleicht selbst nicht so gut hin". Bis zur Gründung 2018 habe er in der Produktion alles allein gemacht: "Wie ein guter Hotelier, der durch jedes Gewerk ein mal durchgegangen ist, habe ich jeden einzelnen Schritt der Podcast-Produktion schon mal gemacht." Auf seinem Weg zu einem der erfolgreichsten Podcast-Producer Deutschlands spielt auch Seidenstückers große und frühe Leidenschaft für Audio eine wichtige Rolle. Als Kind und Jugendlicher gibt er als Synchron­sprecher u.a. dem grünen Bärchen in der Kinder­sendung "Käpt'n Blaubär" eine Stimme. Die ersten Schritte im Audio-Producing geht er als 14-Jähriger, macht während seines Studiums Techno-Musik, legt in Clubs auf und produziert gemeinsam mit seinem Bruder eigene Platten. "All diese Sachen haben mein Verständnis für die Audio-Produktion extrem geschärft", sagt Seidenstücker. Sorgen, dass das Interesse an Podcasts stark abflaut, hat Seidenstücker nicht. "Aus der Hype-Phase sind wir raus, denn Hypes haben immer ein schnelles Ende." Der Podcast-Markt jedoch wachse seit sechs Jahren und "ich glaube, dass wir auch weiterhin einen Wachstum sehen und neue Formate und Stimmen hören". Im Jobs-Podcast spricht er außerdem über die Produktion und Kosten vom Erfolgsformat Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen, erinnert sich an seine ersten Podcast-Produktionen zurück und gibt Einblicke in die Arbeit von Studio Bummens. Weitere Interviews, Podcasts, Profi-Tipps und Hör-Empfehlungen zum Thema Audio gibt es in der turi2 edition #19.
51:28 18.10.2022
John Ment über den Wandel der Morningshows im Radio.
Kein zwanghaftes Witze-Feuerwerk: "Es ist wahnsinnig erleichternd, wenn man nicht nach jeden Song zwei oder drei Gags machen muss", sagt John Ment im turi2 Jobs-Podcast. Seit 1989 moderiert er die Morningshow bei Radio Hamburg und ist damit der dienst­älteste Moderator im deutschen Privat­radio. "Niemand kommt jeden Tag mit der gleichen Laune rein, außer er spielt es. Und wir glauben, dass der Hörer das einfach merkt, wenn wir ihm irgendwas vorspielen", sagt er im Gespräch mit turi2-Redakteur Björn Czieslik. Die Markt­forschung habe gezeigt, dass es Hörerinnen gar nicht wichtig ist, dass das Morningshow-Team immer lustig ist, sondern lieber sympathisch und erwachsen – und keinesfalls albern. Für Ment war klar: "Wir müssen die Witze runter­schrauben." Die Corona-Pandemie habe den Wandel zu mehr Relevanz und Wort­inhalten im Programm noch verstärkt. John Ment erinnert sich an Sendungen, in denen Hamburgs Bürger­meister Peter Tschentscher, der Schul­senator oder die Gesundheits­senatorin eine Stunde lang, komplett ohne Musik, Rede und und Antwort standen. "Die Leute haben uns vertraut", freut sich Ment mit Blick auf die Image-Werte in der Media-Analyse. Die wachsende Zahl an Morgen-Podcasts sieht John Ment nicht als Konkurrenz zu seiner Show, sondern als Ergänzung. Apokalypse und Filterkaffee etwa höre er oft nach der Sendung, auf dem Weg nach Hause. "Micky Beisenherz ist ein großartige Mensch und er macht das wirklich sehr lustig, aber es ist nicht regional." Gerade in der Regionalität sieht Ment die große Stärke von Radio, ein Gefühl zu schaffen, "zu Hause zu sein" – oder mit Programm-Aktionen zum Stadt­gespräch zu werden. Aktuell sucht Radio Hamburg mit einer Casting-Aktion ein neues Team-Mitglied für die Morningshow. Es geht um einen richtigen Job. Generell sei der Weg ins Radio heute leichter als früher, glaubt John Ment, "weil die Nachfrage nicht mehr ganz so groß ist". Durch YouTube, Podcasts, Tikok oder Instagram brauchen Menschen kein klassisches Medium mehr, um medial statt­zufinden – fürs Radio nicht unbedingt ein Nachteil: "Die Leute gewinnen an Erfahrung, verlieren die Angst vor der Öffentlichkeit, vor einer Kamera, vor dem Mikrofon", sagt Ment und hofft: "Wer so extro­vertiert ist, wird vielleicht doch aufs Radio aufmerksam." Dem Radio-Nachwuchs rät er: "Heute zählt Personality mehr als das, was Du theoretisch kannst." Wissens­lücken ließen sich leichter beheben, als fehlende Persönlichkeit bei Super­schlauen. Wichtig seien auch große Empathie und die Fähigkeit, zuzuhören: "Die schwerste Disziplin im Radio ist das Miteinander­reden." Von sich selbst sagt Ment: "Ich bin eine Rampensau!" Schon in der Schule habe er es geliebt, in Theater­gruppen vor Leuten zu "performen". Mit Leidenschaft inszeniert er seine Sendung mit Musik und Geräuschen, so dass "jede Moderation wie eine Perle klingt". Seit 2002 ist er auch stell­vertretender Programm­chef, soll sich künftig stärker um die Volos von Radio Hamburg kümmern, außerdem berät und coacht er Sender in Österreich und der Schweiz. Über die Jahre gab es immer mal wieder auch Versuche anderer Sender, ihn als Programm­chef abzuwerben, nie als Moderator. Heute sagt Ment: "Wenn der Moment gekommen ist, und der muss irgendwann kommen, dann würde ich auch sagen: 'Ich kann auch hinter den Kulissen arbeiten, Spaß haben und andere glänzen lassen." Noch sei dieser Moment aber nicht gekommen: "Aktuell bin ich dem Sender als Moderator noch zu kostbar, als dass ich irgendwo in einem Büro verschwinde und irgend­welche Zahlen von rechts nach links schiebe." Im Podcast erzählt John Ment außerdem von der Aufbruchs­stimmung zu Beginn des Privat­radios und wie er bei einem kurzen Ausflug zum NDR selbst seine Kündigung provoziert hat. Er verrät, was hilft, wenn die Stimme wegbleibt und warum er die Schweiz so liebt, wo er fast einmal Programm­chef geworden wäre.
64:17 10.10.2022
Silvana Katzer und Ivy Haase über die Arbeit in Bertelsmanns Audio Alliance.
Es muss nicht immer Video sein: "Dadurch, dass man nicht gesehen wird, sind die Leute in Podcasts dazu bereit, mehr von sich zu zeigen und zu geben, was sie vor einer Kamera niemals sagen würden", sagt Silvana Katzer, Redaktions­leiterin der Audio Alliance von RTL, im turi2 Jobs-Podcast. Auch ihre Stell­vertreterin Ivy Haase sieht die intime Situation als große Stärke des Mediums: "Mit Kamera geht zu viel von der Atmosphäre des Gesprächs verloren." Im Doppel-Interview mit turi2-Redakteur Björn Czieslik erzählen sie, dass TV-Produktionen Podcasts als Ergänzung inzwischen mitdenken. "Bei 'Let's Dance' war es am Anfang sehr befremdlich, dass während der Werbepause noch jemand vom Podcast übers Parkett läuft", erinnert sich Silvana Katzer. Inzwischen wüssten die TV-Kollegen bei RTL jedoch, "was wir durch den Podcast gewinnen können". Im "GZSZ"-Podcast etwa, den sie hostet, gibt es Fan-Wissen, Backstage-Berichte und Gespräche mit Darstellerinnen. Seit Mai 2019 bündelt die Audio Alliance die Audio- und Podcast-Aktivitäten von Bertelsmann, angesiedelt unter dem Dach von RTL. Elf Mitarbeitende in Berlin, Hamburg und Köln betreuen die rund 60 aktiven Podcasts redaktionell, hinzu kommen Fachkräfte für Audio-Produktion und Business Development. "Wir hören schon sehr viele Podcasts und helfen, sie zu verbessern. Das ist eigentlich ein Traumjob", schwärmt Ivy Haase. Sie selbst hostet die Podcasts Unnützes Wissen und Geolino Spezial, arbeitet inzwischen aber noch lieber hinter den Kulissen. Bei der Suche nach neuen Mitarbeitenden ist ihr wichtig, "dass sie das Medium lieben". Silvana Katzer achtet vor allem auf das Zwischen­menschliche: "Man kann alles lernen, aber mir ist wichtig, dass wir im Team zusammen­passen." Zu dem Aufgaben der Redaktion gehört etwa die Portfolio-Planung und Konzeption neuer Podcasts. Wichtig sei ein glaubwürdiger Host mit Meinung: "Reden kann jeder von uns, aber was zu sagen zu haben, ist gar nicht so einfach", weiß Ivy Haase. Auch die Zielgruppe sollte klar sein: "Du kannst einen Podcast machen, der am besten alle anspricht. Und dann ist er für keinen Werbekunden relevant." Besonders am Herzen liegt es Ivy Haase und Silvana Katzer, mehr Frauen in Podcasts hörbar zu machen. Nicht nur in Genres wie True Crime, sondern auch für Nachrichten-, Politik- und Wirtschaftsthemen. Chasing Marsalek etwa, der Wirecard-Podcast von Audio Now, erzählt eine Geschichte, in der es um Männer geht, nur mit Frauenstimmen. Auch erfolgreiche Comedy-Podcasts mit Frauen vermisst Haase noch. Die bisherige Plattform Audio Now geht künftig im Bezahl-Angebot RTL+ auf. Silvana Katzer erhofft sich dadurch mehr Aufmerksamkeit für Podcasts. Ivy Haase sieht die Chance, auch große Podcast-Projekte umzusetzen, "ohne dabei in erster Linie an die Vermarktbarkeit zu denken". Das Gespräch ist Teil der turi2 Podcast-Wochen: https://www.turi2.de/podcastwochen Zum Launch der turi2 edition #19 sind wir am 12. Oktober zu Gast im RTL-Audio-Center in Berlin: https://www.turi2.de/der-turi2-clubraum-podcast-live-on-stage/. Im Live-Podcast nehmen Aline von Drateln und Markus Trantow auf der Bühne Nina Gerhardt, Geschäftsführerin von RTL Radio Deutschland, und Christian Schalt, Geschäftsführer der Audio Alliance, ins Kreuzverhör.
58:35 05.10.2022
Alexander Krawczyk über Laber-Podcast und Startup-Feeling bei ProSiebenSat.1.
Podcast-Junkie: "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", sagt Alexander Krawczyk im turi2 Jobs-Podcast. 2007, beim Studium in den USA, kommt er erstmals mit Podcasts in Berührung, heute hört der Senior Vice President von Seven.One Audio sechs bis acht Stunden Podcasts am Tag. Mit Startup-Mentalität hat er die Podcast-Sparte von ProSiebenSat.1 aufgebaut: "Nicht fragen, einfach machen, Tatsachen schaffen", ist Krawczyks Devise. "Es ist viel schwieriger für Bedenken­träger, 'Nein' zu sagen, wenn etwas bereits in der Welt ist und erste Erfolge vorweist", sagt Krawczyk im Gespräch mit turi2-Redakteur Björn Czieslik. Anfangs wurden seine Podcast-Aktivitäten im Konzern noch belächelt, doch inzwischen "sind wir ganz oben angekommen auf der Agenda, man nimmt uns wahr im Haus, merkt dass unsere Podcasts gut laufen". Rund 35 Menschen arbeiten inzwischen im Team von Seven.One Audio: Mindestens ein Arbeits­tag in der Woche ist Office-Pflicht, wobei das nicht am Konzern­sitz im Münchner Vor­ort Unterföhring sein muss, sondern auch an den P7S1-Stand­orten in Berlin, Hamburg, Frankfurt oder Düsseldorf möglich ist. Durch diese Flexibilität hat sich die Zahl der Bewerbungen fast verfünf­facht im Vergleich zu früheren Stellen, die an Unterföhring gebunden waren, erinnert sich Krawczyk. Ein tägliches, digitales Morgen-Meeting, "das wir jeden Morgen religiös durchziehen", schafft ein Verbundenheits­gefühl. Gesucht sind Menschen, die Erfahrungen mit digitalen Medien haben: "Wir sind auch total offen für Quereinsteiger. Es gibt ja niemanden, der zehn Jahre Podcast-Erfahrung hat." Einen Radio-Background dagegen findet Krawczyk fürs Podcasten nicht hilfreich: "Meiner Meinung nach ist Podcast was ganz anderes als Radio. Es ist kein Abfall­produkt von Radio, es ist was eigenes mit eigenen Gesetz­mäßig­keiten." Wenn Alexander Krawczyk auf Podcasts blickt, dann tut er das immer auch durch die Brille der Vermarktbarkeit: Die Personality-getriebenen und oft gescholtenen Laber-Podcasts eigneten sich dazu am besten. "Du baust mit deinen Podcastern eine sehr intime Beziehung auf über die Zeit." Deshalb seien die Hörerinnen von Laber-Podcasts auch die loyalsten: "Wenn man es schafft, einen Laber-Podcast im Leben von einem Hörer oder einer Hörerin zu etablieren, dann wollen die den auch nicht wieder gehen lassen. Man kündigt ja auch nicht seine Freundschaften." Der Markt der Laber-Podcasts mit Männern ist teilweise schon übersättigt, Potenzial sieht Krawczyk vor allem für Laber-Podcasts mit Frauen, etwa Bauerfeind + Kuttner. "Wir merken einfach, dass weibliche Hosts sehr viel stärker nachgefragt werden von der Werbebranche." Krawczyk wünscht sich, dass Podcasts noch mehr zum Massen­medium werden und neue, auch ältere Ziel­gruppen erreichen. Ein gutes Beispiel dafür sei Lanz & Precht. Durch den Podcast von ZDF-Talker Markus Lanz und Philosoph Richard David Precht hätten manche Menschen überhaupt erst zum Medium Podcast gefunden. "95 % der Deutschen haben ein podcast-fähiges Gerät immer in ihrer Tasche. Wir müssen sie dazu kriegen, dass sie das entdecken." Außerdem erzählt Krawzcyk, warum Video-Podcasts aus seiner Sicht viel Geld kosten, aber wenig Nutzen bringen, und für welche Zwecke sich Podcast-Werbung besonders eignet. Das Gespräch erscheint im Rahmen der turi2 Podcast-Wochen. Weitere Interviews, Podcasts, Profi-Tipps und Hör-Empfehlungen gibt es täglich bis zum 9. Oktober: https://www.turi2.de/podcastwochen Am 12. Oktober erscheint außerdem die gedruckte turi2 edition #19 Audio: https://www.turi2.de/edition19/ Jetzt schon das kostenlose E-Paper vorbestellen: https://www.turi2.de/bestellen/
52:04 26.09.2022
"Möglichst diverse Leute" – Saruul Krause-Jentsch Arbeiten und Anderssein bei Spotify.
Auffälliger Aufstieg: "Es hat mir nie geschadet, irgendwie aufzufallen oder anders zu sein", sagt Saruul Krause-Jentsch im Jobs-Podcast mit turi2-Verlegerin Heike Turi. Mit Blick auf die steile Karriere der gerade einmal 33-Jährigen trifft das augenscheinlich zu: Nach Stationen bei Condé Nast und Bertelsmann geht Krause-Jentsch zu Spotify und ist dort seit 2020 als Head of Studios DACH verantwortlich für alles, was mit Podcasts zusammenhängt – von der Entwicklung neuer Formate über die Betreuung der mittlerweile über 70.000 deutschsprachigen Podcasts bis hin zum Entdecken neuer Talente. Seit 2022 erfreut sich Krause-Jentsch zusätzlich an der Schlagfertigkeit und dem schwarzen Humor der Briten, da sich ihr Zuständigkeitsbereich um UK und Irland erweitert hat. Durch Remote-Arbeit lassen sich die unterschiedlichen Regionen gut nebeneinander managen, erzählt sie. Generell schreibt Spotify das flexible Arbeiten groß. Zum Beispiel sind die Arbeitsplätze im Berliner Großraumbüro nicht fest zugeteilt. Persönliche Utensilien vermisst Krause-Jentsch an ihrem Schreibtisch nicht. Dass eines Tages mal ein Bild von ihrem Hund darauf steht, wäre ohnehin ihr größter Albtraum, lacht sie: "Diese Person bin ich nicht." Während der Corona-Zeit führt Spotify Work from Anywhere ein und bekommt dadurch Mitarbeitende, "die wir sonst nicht bekommen hätten". Das seien etwa Menschen, "die vielleicht eher von physischer Präsenz ausgeschlossen sind, weil sie Care-Arbeit zu Hause leisten". Mit regelmäßigen Get-togethers und Workshops vor Ort gibt es dennoch wichtige Anker: "Strategisch und kreativ arbeitet es sich in Person schon noch besser." Als Chefin legt Krause-Jentsch Wert darauf, einen klaren Fokus zu setzen – und dass jeder die langfristige Marschrichtung verinnerlicht. Dabei legt sie eine Geschwindigkeit an den Tag, die "teilweise ein bisschen überfordernd" sein kann, wie sie selbst zugibt. Dann müssen sie ihre Kolleginnen gelegentlich bremsen und sagen: "Das geht jetzt ein bisschen schnell, wir brauchen noch ein, zwei Überlegungen." Wer bei Spotify anfangen will, sollte neben einer Leidenschaft für das Thema Podcast eine "gewisse Macher-Mentalität" mitbringen, also keine Angst vor dem Scheitern haben. "Lieber machen, als reden", rät Krause-Jentsch allen Bewerbenden. Auch die Bereitschaft, "gerne etwas mehr geben" zu wollen, sei wichtig. Internationales Know-How kommt ebenso gut an, ist aber kein Muss. Denn gerade unterrepräsentierte, marginalisierte Gruppen hätten gar nicht die Möglichkeit, so viele Praktika zu machen. Schließlich sei es das Ziel, "möglichst diverse Leute" zu Spotify zu bringen. Wer beruflich weiterkommen will, sollte vor allem Fragen stellen, um aufzufallen: "Wer nicht fragt, wird doch häufig übersehen." Darüber hinaus erzählt Krause-Jentsch, was sie geworden wäre, hätte es nicht bei Spotify geklappt, ob sie sich selbst als Role Model sieht und warum ihr die Frage danach, ob es nicht schon genug Podcasts gibt, auf die Nerven geht. Das Gespräch erscheint im Rahmen der turi2 Podcast-Wochen. Weitere Interviews, Podcasts, Profi-Tipps und Hör-Empfehlungen gibt es täglich bis zum 9. Oktober. Am 12. Oktober erscheint außerdem die gedruckte turi2 edition #19 Audio – jetzt schon das kostenlose E-Paper vorbestellen. https://www.turi2.de/podcastwochen https://www.turi2.de/edition19/ https://www.turi2.de/bestellen/
44:48 20.09.2022
Vincent Kittmann über Podcast-Boom und Potenziale.
Learning by doing: "Es gab niemanden, der richtig im Podcast-Business gearbeitet hat", erinnert sich Vincent Kittmann im Jobs-Podcast mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl an die Anfänge seiner Podcast-Karriere, die mit einem Sprung ins kalte Wasser begonnen hat. Der heutige Chef von Podstars by OMR spielt von 2012 an als Profi in der 2. Basketball-Liga und übernimmt zwischenzeitlich die Marketingabteilung des Paderborner Vereins. 2016 hängt der schon damals nur privat passionierte Podcast-Hörer seine Schuhe an den Nagel und startet seine Karriere im Marketing-Bereich. Ohne Audio-Background bewirbt er sich auf eine Podcast-Stellenanzeige und steigt in das damals noch relativ überschaubare Podcast-Business ein. "Es gab vielleicht zwei bis drei Leute, die das Vollzeit gemacht haben", blickt Kittmann zurück. "Viele Sachen mussten wir neu denken und das müssen wir auch jetzt immer noch" – weil es damals noch keine vergleichbaren Vermarktungs-Unternehmen im Podcast-Sektor gegeben habe, an denen man sich hätte orientieren können. Angst vor einem abflauendem Podcast-Boom hat Kittmann nicht. Das Wort "Hype" versucht er in diesem Zusammenhang bewusst zu vermeiden. Anders als z.B. Clubhouse, das vor rund eineinhalb Jahren "schnell oben und dann auch sehr schnell wieder unten war", würde der Podcast-Markt "mehr oder weniger langsam und stetig wachsen" – und habe als On-Demand-Medium "einen ganz guten Platz in der Medienlandschaft" gefunden. Eine Konkurrenz unter den Podcasts sieht Kittmann nicht, vielmehr stünden die Mediengattungen an sich in Konkurrenz. Man konkurriere im Endeffekt auch mit Netflix, TikTok und Tageszeitungen: "Wir können alle nur eine begrenzte Mediennutzungs-Zeit pro Tag haben." Generell sieht Kittmann bei Podcasts noch viel Entwicklungspotenzial: "Man kann sich sehr gut abschauen, was in anderen Medien funktioniert", sagt er mit Verweis auf die vielen Dating- und Quiz-Shows im Fernsehen. Zudem stecke in der Zielgruppe 40+ noch viel Reichweite. Dem älteren Publikum müsse noch mehrfach erklärt werden, wie Podcasts funktionieren. Kittmann erzählt außerdem, was einen guten Podcast ausmacht und welche Faktoren nötig sind, damit er sich gut vermarkten lässt. Wichtig sei z.B. die Bekanntheit der Hosts, eine gewisse Regelmäßigkeit und eine ständige Weiterentwicklung des Formats: "Wenn ich die Hörer langweile und die das Gefühl haben, immer das gleiche zu hören, würden sie abspringen." Kittmann selbst nervt es, wenn Podcast-Macher das Medium und die Zuhörenden nicht ernst genug nehmen: "Ihr macht das doch für jemanden, dann gebt euch doch wenigstens Mühe." Am meisten fasziniert Kittmann die Mischung aus Unterhaltung und Information: "Durch Podcasts habe ich in den letzten Jahren auch extrem viel gelernt." Darüber hinaus erläutert Kittmann, warum die Werbeakzeptanz bei Podcasts generell sehr hoch ist und warum es gut ist, dass sich Radio-artige Spots bisher in Grenzen halten. Außerdem erklärt er, warum sich Podcast-Anfänger weder zu viele, noch zu wenige Gedanken machen sollten und weshalb sich eine Vermarktung im Idealfall schon für Nischen-Podcasts lohnt. Das Gespräch erscheint im Rahmen der turi2 Podcast-Wochen. Weitere Interviews, Podcasts, Profi-Tipps und Hör-Empfehlungen gibt es täglich bis zum 9. Oktober. Am 12. Oktober erscheint außerdem die gedruckte turi2 edition #19 Audio – jetzt schon das kostenlose E-Paper vorbestellen.
39:46 13.09.2022
Podcast-Pionierin Larissa Vassilian über Schluss-Striche und Flausch aus dem Netz.
Nichts ist für die Ewigkeit: "Ich finde, man sollte mehr aus dem Internet wieder löschen", sagt Journalistin Larissa Vassilian im turi2 Jobs-Podcast. Von 2005 bis 2014 hat sie unter dem Pseudonym "Annik Rubens" den Podcast "Schlaflos in München" gemacht. Zu hören sind die Episoden ihres Audio-Tagebuchs heute nirgendwo mehr. Im Gespräch mit turi2-Redakteur Björn Czieslik erzählt sie auch, wie ihr der Deutschlern-Podcast Slow German "so viel Flausch" und ein "passives Einkommen" von 800 bis 1.000 Euro im Monat bringt. Und warum sie es liebt, wenn jemand für sein Thema brennt.
56:46 05.09.2022
Armin Hierstetter über den Sprecher-Markt und gefragte Stimmen.
Armin sucht den Super-Sprecher: "Es ist nicht nur die Stimme allein, ihr müsst auch wissen, wie Ihr Euch vermarktet", sagt Armin Hierstetter im Jobs-Podcast mit turi2-Redakteur Björn Czieslik. Seine Casting-Plattform Bodalgo bringt Sprech-Profis und Auftraggeber zusammen. 12.000 Stimmen in 80 Sprachen hat er in seiner Datenbank. Bis 2008 war Hierstetter Verlagsleiter beim Männer-Magazin "FHM". Auf dem Höhepunkt der Finanz-Krise bekommt er die Kündigung und macht sich mit der Abfindung selbstständig. Bis heute ist Bodalgo eine One-Man-Show: Bei jeder neuen Stimme überprüft er persönlich, ob sie seinen Ansprüchen genügt. Eine Chance haben bei Bodalgo nur ausge­bildete Sprech-Profis: Das kann eine Schauspiel­ausbildung sein, die Arbeit beim Radio oder private Sprech­erziehung. "Es reicht nicht, nur die gute Stimme zu haben, Du musst auch wissen, wie Du sie richtig einsetzt", sagt Hierstetter und warnt: "Ein Wochenend­kurs macht Dich nicht zum Sprecher". Sprech-Profis dürfen nicht monoton klingen, "jeder Satz braucht einen eigenen Subtext, den man hören kann", sie sollten von Anfang an mit der Stimme präsent sein und keine Wort-Enden verschlucken. Die Aufnahme muss zudem technisch absolut sauber sein: Kein Einatmer, kein Hall, kein Hintergrund­rauschen. Gerade für Neulinge gilt zudem: "Ohne Heimstudio geht gar nichts." Darauf zu hoffen, einen Sprech-Auftrag zu bekommen und sich dann ein Profi-Studio zu suchen, sei "Unsinn". Die gute Nachricht: Schon für unter 1.000 Euro lässt sich ein Aufnahme-Setting einrichten, "das sehr, sehr gut klingt". Wer diese Hürden genommen hat, sollte ein paar Sprach-Demos aufnehmen, sich auf Castings bewerben und Ausdauer haben: "Man muss schon ein bisschen resilient sein, denn 'Ablehnung' ist der zweite Vorname von 'Casting'." Gefragt sind weiterhin vor allem tiefe und dunkle Stimmen, beobachtet Hierstetter, wenn auch nicht mehr ganz so extrem, wie noch in den 1980er Jahren. Aus den USA komme der Trend zu nonbinären Stimmen, bei denen nicht eindeutig ist, ob sie männlich oder weiblich sind. Bei der Sprechweise sei in den USA "Conversational" sehr gefragt – also keine aufgesetzte Sprecher-Stimme, sondern Sprechen wie in einem Gespräch unter Freunden. Firmen und Agenturen, die eine Stimme suchen, empfiehlt Hierstetter ein möglichst präzises Briefing: Wofür kommt die Stimme zum Einsatz? Welche Art von Stimme soll es sein? Welche Ausdrucksweise soll sie haben: Frech und rotzig, gelassen oder mystisch? Sein Tipp: Wer schon eine konkrete Vorstellung hat, kann auch Beispiel-Stimmen angeben, z.B.: Klingt so wie die Synchronstimme von Morgan Freeman. "Es dauert vielleicht eine Minute, das Briefing zu schreiben, und es spart Dir so viel Zeit." Eine Vermittlungsgebühr kassiert Bodalgo weder von den Sprechern noch von den Auftraggebern. Hierstetters Geschäftsmodell sind die rund 2.000 Mitglieder, die eine monatliche Gebühr bezahlen. Im Jobs-Podcast spricht Armin Hierstetter außerdem darüber, wie die Sprecher-Branche auf sein disruptives Geschäfts­modell reagiert hat, warum Stimmen für Werbung am teuersten sind und was er am Arbeiten als Selbst­ständiger besonders schätzt. Das Gespräch erscheint im Rahmen der https://www.turi2.de/podcastwochen. Weitere Interviews, Podcasts, Profi-Tipps und Hör-Empfehlungen gibt es täglich bis zum 9. Oktober. Am 12. Oktober erscheint außerdem die gedruckte https://www.turi2.de/edition19/ Audio – jetzt schon das kostenlose E-Paper vorbestellen: https://www.turi2.de/bestellen/.
75:41 23.08.2022
Arno Fischbacher über die Macht der Stimme – im Podcast, auf der Bühne und im Leben.
Der Ton macht die Musik: "Die Stimme ist ein Wunderwerk der Natur", schwärmt der Wirtschafts-Stimmcoach und Rhetoriktrainer Arno Fischbacher im turi2 Jobs-Podcast. Viele Dinge lassen sich allein an der Sprechweise ablesen, erklärt er im Gespräch mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl. So sei etwa hörbar, "was du im Laufe deines Lebens getan hast, um dich zu entfalten". Besonders über den Führungswillen gebe die Stimme Auskunft: "Die Stimme drückt immer aus, inwieweit du bereit bist, den Prozess zu lenken." Verbergen lässt sich so gut wie nichts: "Ob du willst oder nicht: Du verrätst im Grunde ununterbrochen neu, mit welcher Einstellung du dem Anderen gegenübersitzt." Fischbacher gehört zwei Jahrzehnte lang zum Stamm-Ensemble des heutigen Schauspielhauses Salzburg, leitet das Theater von 1985 bis 1996 als kaufmännischer Direktor. Auch heute helfe es ihm noch, auf diese Erfahrungen zurückzugreifen. Schon damals sei die Stimme ein zentrales Element seines Daseins gewesen, aber auf der Bühne war es eben nur ein Element von vielen. Im Laufe der Zeit steht er immer öfter in Tonstudios, um Hörbücher oder Werbung einzusprechen: "Man hat offensichtlich etwas in mir entdeckt, was geldwert war." Eine schöne Stimme allein habe dafür nicht genügt, auch das Handwerkszeug des Schauspielers sei wichtig gewesen, betont Fischbacher. Fischbacher, der 2020 mit Stimme wirkt! unter die Podcaster geht, verrät außerdem, wie sich eine voluminöse Stimme trainieren lässt und wie junge Menschen stimmlich selbstbewusster werden können. Außerdem erklärt er, was gegen einen Blackout in einer Interview-Situation, u.a. im Podcast hilft, etwa das Ändern der Sitzposition: "In diesem Moment ist der Verstand mal auf Urlaub geschickt und regeneriert sich." Grundsätzlich gelte: "Wie du klingst, hängt 1:1 von dem ab, wie du gerade sitzt oder stehst." Außerdem erklärt Fischbacher, weshalb die Stimme ein "wesentlicher Futterkrug für die Menschen", ist: "Wir wollen von der Energie der anderen gefüttert werden." Sprechen Menschen aber träge, ziehen sie Energie von uns ab – "und der Autopilot in uns schaltet sofort die Aufmerksamkeit ab". Nur 0,4 Sekunden dauert es, bis Zuhörende aus den "Laut-Salaten" Worte im Sprachzentrum erkennen und verstehen. In dieser Zeit spielt sich eine Menge ab: In Sekundenschnelle werden z.B. "alle Dominanzen geregelt", "soziale Strukturen eingerichtet" sowie Antipathien oder Sympathien erzeugt. Das Gespräch mit Arno Fischbacher findet im Rahmen der turi2 Podcast-Wochen statt. Weitere Interviews, Podcasts, Profi-Tipps und Hör-Empfehlungen gibt es täglich bis zum 9. Oktober. Am 12. Oktober erscheint außerdem die gedruckte turi2 edition #19 Audio – jetzt schon das kostenlose E-Paper vorbestellen.
62:46 16.08.2022
Dominik Sedlmeier über schlechte PR und Performance.
Quer­einsteiger: "Dadurch, dass so wenig neuer Wind in die PR-Agenturen kommt, bleibt es relativ altmodisch", sagt Dominik Sedlmeier im turi2 Jobs-Podcast. Der CEO der PR-Agentur El Clasico Media findet, dass zu Public Relations mehr gehört, als Presse­mitteilungen "durch den Verteiler zu jagen". Bei seinem Unternehmen liege der Fokus darauf, "Brands aufzubauen und Reichweite zu generieren für Experten, die es wirklich verdient haben". Im Gespräch mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl erzählt er, dass ein Selbst­experiment ihm dabei geholfen hat, das dafür notwendige Netzwerk aufzubauen. Der 26-Jährige versucht innerhalb eines Jahres mit Interviews und Gast­beiträgen so oft wie möglich selbst in den Medien zu erscheinen. Das Endergebnis: "Über 100 Mal". Dadurch kenne er bei "den meisten großen Medien" mittlerweile "mindestens drei bis vier Journalisten". Die klassische Presse­mitteilung gibt es für ihn deshalb nur für "extreme Nischen, wo wir keine Kontakte haben". Seine Kontakte in der Medienwelt baut sich Sedlmeier in relativ kurzer Zeit auf, denn auf dem Weg in die PR-Branche geht er einige Umwege. Sein Abitur bricht er ab, die Ausbildung zum KFZ-Mechaniker nimmt nach drei Monaten ein Ende, dann bewacht Sedlmeier mit seinem Hund nachts Gelände. Einigen Jahren im Bundeswehr-Dienst­leistungs­zentrum und einer Flaute im Network-Marketing folgt der Einstieg ins Online Marketing. Als ein Kunde ihn fragt, ob er die PR für ihn übernehmen kann, sagt Sedlmeier zu – er will es lernen. Er erinnert sich zurück, wie oft er bei Veranstaltungen im Network Marketing Geschichten nach dem Motto "Vom Tellerwäscher zum Millionär" gehört hat: "Ich hab immer gedacht, das passt nicht zu mir". Mittlerweile erzähle er seine Geschichte, "die eins zu eins da rein passt". Der ungewöhnliche Werdegang beeinflusst seinen jetzigen Führungsstil stark, erzählt der CEO. "Am Anfang meiner Selbstständigkeit war ich relativ hart und bestimmt nicht fair". Doch bald habe er gemerkt, "dass es auch für die Unternehmens-Performance besser ist", wenn seine Kolleginnen glücklich sind. Seine Mitarbeitenden duze er und mache sogar gemeinsame Urlaubs­reisen. Gleichzeitig kommuniziere er dennoch klipp und klar, was er von ihnen erwarte. In den meisten Fällen sei Sedlmeier mittlerweile aber "eher der Kumpeltyp".
47:31 19.07.2022
Susan Moldenhauer über Geld, Gehalt und Gefühle.
Menschenkennerin: "Männer sind gut darin, Dinge zu kaschieren und sich zu verkaufen", sagt Susan Moldenhauer im turi2 Jobs-Podcast. Frauen hingegen gehen offener mit ihren Schwächen um und "sind viel selbst­kritischer". Im turi2 Jobs-Podcast mit Redakteurin Pauline Stahl erklärt die Finanz- und Karriere­beraterin die Gender Pay Gap nicht "per se mit einer absichtlichen ungleichen Bezahlung". Das Problem sei zum einen, dass sich viele Frauen "unter Wert verkaufen". Teilweise schätzen sie ihr Gehalt 20 bis 30 % niedriger ein als Männer. Zum anderen beobachtet Moldenhauer bei Frauen im Alter von Mitte bis Ende 30 eine "Art Familien­knick". Während dieser Zeit bleiben sie zuhause, gehen in Elternzeit "und fordern danach die Weiter­entwicklung im Job nicht mehr ein". Wer über eine Gehalts­erhöhung verhandeln möchte, sollte grundsätzlich erstmal "mit sich selbst ins Gericht gehen", meint Moldenhauer. Während sie Themen wie Inflation oder Drohungen in dem Gespräch vermeiden sollten, gehe es eher darum, die "individuellen Mehr­leistungen" hervorzuheben. Die Erfahrungen und das Wissen, das Moldenhauer aus mittlerweile grob über 2.000 Beratungen gesammelt hat, fasst sie in ihrem Buch Kenne deinen Wert! Der Gehalts­ratgeber für Frauen zusammen, das im April 2022 erschienen ist. Einen solchen Guide brauche es, weil die Geschichte des Umgangs mit den eigenen Finanzen bei Frauen vergleichs­weise jung sei. "Bis in die späten 70er Jahre konnte der Ehemann noch ohne Erlaubnis der Frau deren Arbeits­verhältnis kündigen", erzählt Moldenhauer. Häufig stelle sie in ihren Coachings fest, dass viele Frauen noch immer mit diesem "alten Bild" aufwachsen. Geld, Gehalt und Finanzen seien in Deutschland ohnehin ein "riesiges Tabuthema". Als Frau gebe es somit "zwei schwer­wiegende Hindernisse" in ihren Köpfen, die den Umgang mit Finanzen erschweren. Moldenhauer studiert Kunst­geschichte, Slawistik und Sprach­wissenschaften, als eine Kommilitonin sie in die Finanzwelt einführt. Das habe Moldenhauer so fasziniert, dass sie das Studium abbricht und schließlich eine Ausbildung zur Finanzwirtin macht. Als sie für ihren damaligen Arbeitgeber ein eigenes Team aufbauen und leiten darf, merkt Moldenhauer, "dass es mir Spaß macht, ganz intensiv mit Menschen zu arbeiten". Ein guter Coach braucht ihrer Meinung nach eine "gute Beobachtungs­gabe" und "echtes Interesse an meinem Gegenüber". Nur so könne sie herausfinden: "Was ist da für ein Rohdiamant, den der Mensch feinschleifen kann." Susan Moldenhauer gibt eines von zehn Finanz-Fachinterviews in der aktuellen turi2 Edition #18 zum Thema Kapital.
50:00 05.07.2022
Noah Leidinger über Aktien-Anfänger und Aktien-Analysen.
Aktien-Anhänger: "Aktien sind ein super Weg, um Menschen für Wirtschaft zu begeistern", sagt OMR-Redakteur Noah Leidinger, Podcast-Host bei "Ohne Aktien wird schwer" im turi2 Jobs-Podcast mit turi2-Redakteur Björn Czieslik. Schon allein wegen der kommenden "großen Rentenlücke" sei es sinnvoll, in Aktien zu investieren. Ihn selbst hat der YouTube-Algorithmus in die Aktien-Welt hineingezogen. Mit 13 Jahren kauft Leidinger seine erste Einzel-Aktie von Bayer – sein bisher schlechtestes Investment. Seine Eltern hatten gar keinen Bezug zu Aktien, erinnert er sich – seiner Mutter würde er deshalb auch nicht empfehlen, ins Aktien-Business einzusteigen, weil sie das "psychologisch eher nicht aushalten würde". Der Aktien-Markt sei nichts für Menschen, die bei Verlusten schnell nervös und panisch werden. Interessierten rät er, "nur in Sachen zu investieren, von denen man Ahnung hat". Erstes Wissen eignet sich Leidinger u.a. durchs Schreiben eigener Aktien-Analysen für Facebook-Gruppen an. Durch die Auseinandersetzung mit Unternehmens-Kennzahlen und Bilanzen lernt er, wie der Hase läuft. Zwischenzeitlich legt Leidinger in seiner Schulzeit ein "eng kapitalistisches Denken" an den Tag – und erfreut Lehrerinnen und Mitschülerinnen mit langen Diskussionen. In seinem Podcast ist es Leidinger wichtig, auch Risiken anzusprechen, also "offenzulegen, dass nicht in jede Firma und alles, was gehypt wird" eine Investition wert ist. Der Sponsoring-Partner Trade Republic und eigene Investments führen nicht zu einer Schere im Kopf, betont Leidinger: "Wir sind redaktionell komplett unabhängig und gehen auf die Themen ein, die wir spannend finden." Generell findet Leidinger es schade, dass sich "viel zu wenig Menschen" Gedanken übers Unternehmertun machen – selbst die größten Wirtschaftszeitungen in Deutschland hätten nur "ein paar Hunderttausend Auflage, obwohl es 80 Mio Menschen gibt". In seinem Podcast versucht Leidinger den Spagat, Neulingen Finanz-Themen schmackhaft zu machen, ohne dabei Stammhörerinnen mit Vorahnung zu verschrecken: "Die täglichen Hörer langweilen sich, wenn sie zum tausendsten Mal hören, wie sich der Firmenwert einer Firma zusammensetzt." Wert legt Leidinger vor allem für die Neulinge auf eine einfache Sprache und möglichst unkomplizierte Formulierungen. Noah Leidinger gibt eines von zehn Finanz-Fachinterviews in der aktuellen turi2 Edition #18 zum Thema Kapital.
28:05 27.06.2022
Simon Schöbel über Investitionen und Instagram.
Fin-Experte: "Wenn man schnell reich werden will, ist das der schnellste Weg, genau das Gegenteil zu erreichen", sagt Simon Schöbel im turi2 Jobs-Podcast. Der Finfluencer klärt auf YouTube, TikTok und Instagram über Finanzthemen auf und beobachtet: "Gerade junge Leute wollen schnell reich werden." Die Gefahr dabei sei, dass sie "auf die falschen Leute hören" oder zum Beispiel in "spekulative Dinge" investieren. Im Gespräch mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl sagt Schöbel, dass es der jüngeren Generation nicht mehr zwingend "um die Karriere der Karriere wegen" gehe, sondern "um Selbst­verwirklichung" – und dabei helfe Geld. Wer den "Faktor Geld nach oben setzt", könne auch den "Faktor Zeit" erhöhen, sagt Schöbel. Der "klassische Karriereweg bis zur Selbst­ausbeutung ist in unserer Generation nicht mehr so stark gegeben". Den Traum, reich zu werden, zerstöre Schöbel seinen Followern auf Social Media nicht ganz, sage aber, dass es "länger dauert". Grundsätzlich wolle er seinem Publikum vermitteln, "weniger kurzfristig zu denken" und "eher langfristige Verhaltens­muster anzupassen". Dazu gehöre auch, sich von aktuellen News "nicht völlig aus der Fassung bringen zu lassen". So schrecklich der Krieg in der Ukraine sei – "solche Krisen wird es immer wieder geben". Für langfristige Anlagen über zehn bis 15 Jahre seien sie "ganz normal". In seinen 30- bis 40-sekündigen Videos greift Schöbel solche Themen eher nicht auf, weil er sie nur oberflächlich behandeln könnte. Lieber versucht er, seiner jungen Zielgruppe einen "konkreten Mehrwert" mitzugeben, etwa, warum sie ihr Geld nach einer Gehalts­erhöhung nicht direkt für Designer-Klamotten ausgeben sollten oder wie sie beim Bewerbungs­gespräch richtig über das Gehalt verhandeln. "Je konkreter der Tipp, desto interessanter", sagt Schöbel. Seine 230.000 Follower auf TikTok und 43.000 auf Instagram zeigen: Das Interesse an Finanzthemen ist da und größer als je zuvor: "Das war in der Vergangenheit eher ein Thema für Finanz­berater." Mittlerweile werde in den Medien nicht nur viel mehr Info publiziert, auch die Zugänge dazu seien einfacher. Selbst die Einstiegs­barrieren beim Investieren sind gesunken, sagt Schöbel: "Man kann per Mausklick oder am Smartphone quasi für null Euro ETFs kaufen." Reich wird Schöbel mit seinen Videos nicht, "das ist mir aber auch nicht wichtig und nicht planbar". Von der Tätigkeit als Finfluencer kann er seit zirka einem halben Jahr leben. Bis er überhaupt die ersten Euro damit verdient habe, seien allerdings "anderthalb Jahre ins Land gestrichen". Simon Schöbel gibt eines von zehn Finanz-Fachinterviews in der aktuellen turi2 Edition #18. Das Buch zum Thema Kapital erscheint am 29. Juni.
41:49 21.06.2022
Andrea Rexer über Perspektivwechsel und die Neugier auf Neues.
Seitenwechslerin: "Es macht Spaß, ein echter Teil von Veränderung zu sein", sagt Andrea Rexer, Kommunikations-Chefin der Hypo-Vereinsbank, im turi2 Jobs-Podcast. Nach Führungspositionen u.a. bei der "Süddeutschen Zeitung" und dem "Handelsblatt", hängt sie ihre Karriere als Wirtschaftsjournalistin 2020 an den Nagel. Im Journalismus musste Rexer immer darauf hoffen, dass "irgendeiner von den Unternehmen die Artikel liest und dann etwas ändert", erzählt sie im Gespräch mit turi2-Verlegerin Heike Turi. Jetzt könne Rexer selbst Dinge anstoßen und verändern. Kurz nach dem Seitenwechsel hatte Rexer zwischenzeitlich die Sorge, sich womöglich zu langweiligen: "Als Journalistin dachte ich immer, es gibt keinen tolleren Job, weil kein Tag wie der andere ist." Jetzt erfreut sie sich an ihren "unglaublich breit" gefächerten Aufgaben, bei denen ihr vor allem das strategische Denken Freude macht: "Früher habe ich nur geschrieben, heute kann ich Videos und Podcasts machen, Events organisieren und moderieren." An die "berühmten Abstimmungsschleifen" im Unternehmen habe sie sich aber erst einmal gewöhnen müssen. Statt wie als Journalistin das "schreiben zu können, was man denkt", muss sie nun mehrere Stakeholder in der Firma auf dem Zettel haben, die ein Wörtchen mitzureden haben. Eine berufliche Karriere ist für Rexer zwar wichtig, aber nicht alles: "Es muss auch Raum für ein Leben neben dem Job geben", sagt sie – und versucht, genau das ihrem Team vorzuleben. Außerdem verrät sie, dass sie weniger das Geld, sondern vielmehr die Neugier auf Neues antreibt, "sonst wäre ich im ersten Schritt vermutlich keine Journalistin geworden". Als Kommunikatorin bei der Hypo-Vereinsbank sei frischer Wind ausdrücklich erwünscht: Rexer hat dabei das Glück, einen Chef zu haben, der einen "kritischen Blick nicht nur erlaubt, sondern einfordert". Mit dem Begriff "Powerfrau" kann Rexer indes nichts anfangen. Sie findet es "komisch, dass man betonen muss, dass eine Frau Energie hat".
32:50 13.06.2022
Sina Mainitz über Investitionen und Lampenfieber.
Keine Zockerin: "Ich glaube, dass sich in Punkto Geld verdienen und wofür man sein Geld einsetzt, ein Mentalitätswechsel vollzieht", sagt Sina Mainitz im turi2 Jobs-Podcast. Die ZDF-Börsenreporterin beobachtet, dass Geld heutzutage nicht mehr die Rolle spielt wie noch vor 50 Jahren. Mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl spricht Mainitz außerdem über eine "gewisse Verschiebung" bei der Geldanlage. Vor ein paar Jahren hätten vor allem Investitionen in alternative Energien eine große Rolle gespielt, "und plötzlich kommen durch den Krieg in der Ukraine wieder Rüstungskonzerne empor". Trotz aller Unsicherheiten und Schwankungen im Finanzmarkt rät die Journalistin, sich mit der Geldanlage zu beschäftigen: "Es lohnt sich immer, anzufangen." Gerade an der Börse sei es jedoch gut, "wenn man einen langen Atem hat und nicht beim ersten Sturm die Flucht ergreift". Für Kryptowährungen hingegen "muss man geboren sein und eine gewisse Risiko-Bereitschaft mitbringen", sagt Mainitz. Obwohl Bitcoin & Co für sie keine Optionen sind, weiß sie, dass die digitalen Währungen am Finanzmarkt mittlerweile "eine große Rolle spielen". Es war nicht der kein Kindheitstraum von Sina Mainitz, dass sie sich mal hauptberuflich mit Finanz-Themen beschäftigt und live im TV darüber berichtet. Nach dem Abi wollte die heute 45-Jährige "etwas mit Medizin" machen und hat Pharmazie studiert. "Ich war aber zu schlecht in Chemie", sagt sie. Weil sie Stärken im "sprachlichen Bereich" entdeckt, studiert sie schließlich dual Medien- und Kommunikationswissenschaften mit der Vertiefung Journalismus und PR – eine Entscheidung, "die ich immer wieder so machen würde". So landet sie beim ZDF, testet für das "Mittagsmagazin" Autos – "eine ganz tolle Zeit" – und kommt 2008 schließlich an die Börse. Seitdem berichtet Mainitz für alle aktuellen ZDF-Sendungen live vom Frankfurter Börsenparkett. Nach 14 Jahren habe sie zwar kein Lampenfieber mehr, "eine gesunde Anspannung und ein gewisser Pegel an Adrenalin gehören aber dazu", sagt die Reporterin. Da sei es von Vorteil, "wenn man eine Rampensau ist". Um beim Job abzuliefern, braucht Mainitz einen Ausgleich. Vor einem Gespräch beim ZDF jogge sie häufig durch den Wald und versuche, sich mit "ganz anderen Dingen zu befassen". Auch Yoga kann die zweifache Mutter empfehlen. Grundsätzlich "darf man nie vergessen, was einem selbst gut tut". Sina Mainitz ist eine von 11 Porträtierten in der neuen turi2 edition #18. Das Buch zum Thema Kapital erscheint am 29. Juni 2022.
49:24 07.06.2022
Hans-Jürgen Jakobs über Morning-Briefing und Mitmach-Journalismus.
Bleibt am Boden: "Journalistisch habe ich noch nie mit so vielen Menschen konstant in Verbindung gestanden", sagt Hans-Jürgen Jakobs im turi2 Jobs-Podcast. Der ehemalige "Handelsblatt"-Chef­redakteur schreibt mittlerweile als Senior Editor fünf Mal wöchentlich das Handels­blatt Morning Briefing und erreicht damit via E-Mail knapp 100.000 Menschen täglich. Im Gespräch mit turi2-Verleger Peter Turi sagt Jakobs, dass die Zeitung damit nicht viel Gewinn macht – aber das sei auch gar nicht nötig: Das Ziel des Newsletters müsse ein Kanal für "Mitmach-Journalismus" sein, sagt Jakobs. Dazu gehören seiner Meinung nach – vor allem um jüngere Menschen zu erreichen – auch Podcasts: "So wie man früher die Zeitung zusammen im Bett gelesen und einzelne Teile ausgetauscht hat, so ist das jetzt mit Podcasts." Damit das Morning Briefing pünktlich vor 6 Uhr morgens im Postfach der Leserinnen landet, arbeitet Jakobs bis spät in die Nacht. Sowohl die Deadline um 1.30 Uhr als auch die maximale Anzahl von 5.500 Zeichen pro Newsletter überschreitet der Journalist häufig. Denn manchmal, wenn er gerade denkt, er sei fertig, "werfe ich einen letzten Blick auf internationale Websites und dann ist da doch noch was". Dass er gleichzeitig sowohl Autor als auch Schluss­redakteur ist, gibt Jakobs ein "maximum an Freiheit, aber auch ein maximum an Verantwortung". Ein Kindheits­traum ist sein Werdegang nicht: "Journalismus war nicht meine erste Wahl." Der gelernte Diplom-Volkswirt will promovieren, dafür werden dann jedoch die Gehälter gestrichen. Weil er parallel als Handball-Reporter für das "Wiesbadener Tagblatt" arbeitet, bekommt er schließlich ein Volontariat angeboten – das er annimmt. Über diese Entscheidung ist er heute vor allem dann froh, wenn er mit seinem Team lange recherchiert und "dann eine Geschichte hat, die neu und wichtig ist, weil sie etwas bewirkt". Ein gutes Team braucht laut Jakobs "gute Leader und Schreib-Stars, aber auch Prima Donnas". Es gehöre dazu, dass verschiedene Rollen existieren. Wichtig sei, "dass man die Unterschiedlichkeiten gut zusammenbringt". Journalismus-Einsteigerinnen rät er, "sich jeden Tag eine Stunde für gezieltes Lesen zu reservieren". Ein weiterer Tipp des Redakteurs: "Nicht abheben." Er wisse wie es ist, das erste Mal den eigenen Namen in der Zeitung zu lesen: "Man hat das Gefühl, man kann fliegen." Dennoch sollten Medien­schaffende seiner Meinung nach demütig sein und immer überlegen: "Was hat dein Artikel bei anderen bewirkt?"
48:03 31.05.2022
Peter Hogenkamp über die Zukunft der Newsletter.
News-Kurator: Verlässlichkeit ist beim Newsletter-Versand "das Allerwichtigste", sagt Peter Hogenkamp im turi2 Jobs-Podcast. Diese eine Mail müsse sich in der Inbox der Empfängerinnen "gegen 100 oder 1.000 andere Mails durchsetzen". Der Journalist und Digitalexperte leitet seit 2014 die Scope Content AG in Zürich. Mit seinem Unternehmen bietet er eine Software für die Nachrichten-Kuratierung – die populärste Anwendungsform sind laut Hogenkamp Newsletter. Mit turi2-Verleger Peter Turi spricht er u.a. darüber, was einen guten Newsletter ausmacht. Er müsse etwa in einer "relativ verlässlichen Frequenz" erscheinen. Das könne täglich, wöchentlich oder zweiwöchentlich sein – alles darüber hinaus sei kein "klassisches Newsletter-Format" mehr. Hogenkamp selbst mag eine "persönliche Stimme" zu Beginn des Newsletters. Dieses Format à la Gabor Steingart oder Florian Harms sei "bei fast jedem Thema ein guter Ansatz" und helfe vor allem dabei, etwas neues aufzubauen. Grundsätzlich geht es bei einem Newsletter immer darum, Zeit zu sparen, meint Hogenkamp. Indem eine andere Person, die "sachkundig ist" und Themen einordnen kann, eine Zusammenfassung liefert, müsse sich die Leserin nicht selbst dem "Nachrichtenstrom" aussetzen. "Deswegen sind kuratierte Newsletter aller Art so erfolgreich", sagt Hogenkamp. Er sieht das Format als ein "Transport-Medium", mit dem "alles mögliche" über verschiedene Wege verschickt werden kann. Trotz "aller moderner Tools" sieht Hogenkamp nicht, "dass E-Mail in absehbarer Zeit ausstirbt". Der "Brief in elektronischer Form" sei ein Standard, den "jeder liest, jeder braucht". Auch die jüngere Generation komme nicht daran vorbei, "ob sie will oder nicht". Seiner Einschätzung nach, wird sich am Erfolg des Newsletter auch deshalb so schnell nichts ändern – auch nicht in Zeiten von Kurzvideos auf TikTok. "So lange das Smartphone noch da ist, glaube ich nicht, dass wir eine riesige Verschiebung im Medienkonsum sehen werden", meint Hogenkamp. Text – und damit auch der Newsletter – "wird uns noch eine Weile erhalten bleiben".
50:24 24.05.2022
Thorsten Schabelon über Krankenhaus und Kommunikation.
Bleibt flexibel: "Wir sind eine Art Übersetzer, ein bisschen wie die Sendung mit der Maus", sagt Thorsten Schabelon im turi2 Jobs-Podcast. Der Kommunikations-Leiter des Uniklinikums Essen sagt, dass die Medizin komplex ist und die Sprache daher "sehr präzise" sein muss. Im Gespräch mit Björn Czieslik und Pauline Stahl von turi2 erklärt er, dass es u.a. die Aufgabe seines Teams ist, diese komplexen Themen für die Medien zu "übersetzen und aufzubereiten". Das habe sich seit der Pandemie extrem verstärkt: "Corona war kommunikativ und medial ein unglaublicher Beschleuniger." Hatte das Uniklinikum 2015 noch 2.000 Medienartikel, waren es 2021 schon 17.000. Auch überregional habe es etwa von "Focus", "Bild" oder T-Online plötzlich viel mehr Medienanfragen gegeben. Verstärkt kommen seitdem auch TV-Teams in das Krankenhaus. Kürzlich hat etwa Eckart von Hirschhausen für die ARD eine Doku über Long- und Postcovid in der Neurologie gedreht, erzählt Schabelon. Sein journalistischer Hintergrund hilft Schabelon dabei, mit all diesen Medienanfragen umzugehen. Das Erkennen eines Themas zum Beispiel "lernt man nirgendwo so gut wie im Journalismus". Außerdem kenne der langjährige "WAZ"-Redakteur die redaktionellen und zeitlichen Abläufe und wisse, welche Themen für welches Medium geeignet sind. Ein Muss ist eine journalistische Ausbildung für seinen Job allerdings genauso wenig wie ein medizinischer Hintergrund. Zu Schabelons Team gehört eine ausgebildete Pflegekraft, zwei Kolleginnen kommen aus der Kommunikation und eine habe ein klassisches Zeitungsvolontariat gemacht. Wichtiger sei es es, gut kommunizieren zu können: "Man sollte keine Angst haben, ans Telefon zu gehen und mit Menschen zu sprechen", sagt Schabelon. Schließlich "kommen da die Geschichten her". Auch Neugier und ein gutes Netzwerk hält er für wichtig. Grundsätzlich ist in Schabelons Team niemand nur für einen bestimmten Bereich zuständig. Sie kümmern sich um die interne und externe Kommunikation, bereiten Veranstaltungen vor, gestalten neue Beschilderungen und bespielen Social Media – "das ist schon relativ bunt". Für ihn zähle daher, "dass Leute flexibel einsetzbar sind". Dazu gehört auch die Vielfalt der Kanäle, die Schabelon zur Kommunikation nutzt. Immer mehr laufe über Social Media und einen wöchentlichen Newsletter oder E-Mails. Gleichzeitig arbeite sein Team aber auch noch ganz Analog mit Plakaten. "Man muss halt flexibel und beweglich bleiben", meint Schabelon. "Wir sollten nicht zwischen digital und analog entscheiden, sondern überlegen, wie wir möglichst viele Leute erreichen."
40:16 17.05.2022
Lorenz Maroldt über "Checkpoint" und Community.
Nachteule: Wenn sich Lorenz Maroldt an die Anfänge seines Checkpoint-Newsletters im Jahr 2014 erinnert, "habe ich viele skeptische Stimmen in Erinnerung", sagt er im turi2 Jobs-Podcast. Im Gespräch mit Verleger Peter Turi erzählt der "Tagesspiegel"-Chef­redakteur, damals seien Kolleginnen besorgt gewesen, der Newsletter "kannibalisiert die Zeitung", E-Mail sei zu alt und es stecke zu wenig "Tagesspiegel" drin. Maroldt hängt sich trotzdem rein und kommentiert jeden Tag mit spitzer Feder Berlins Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Damit er pünktlich um 6 Uhr morgens die E-Mails versenden kann, riskiert er Freundschaften: "Abends konnte ich entweder gar nicht oder saß auf heißen Kohlen." Anders als viele Abonnentinnen denken, stecke in dem Newsletter viel Energie und harte Arbeit, die sich Maroldt mittlerweile mit einem Team teilt. Leichtigkeit zu vermitteln, ist jedoch genau sein Ziel: "Die Leser und Leserinnen haben das Gefühl, das erzählt mir einer mal kurz." Hätte er anfangs genau gewusst, was auf ihn zukommt, "hätte ich einen Ticken zu lange überlegt und es doch nicht gemacht". Der "Checkpoint", der mittlerweile eine Community sei, ist eines von nun mehr als 50 Produkten des "Tagesspiegels". Die "bunte Produkt-Palette" reicht laut Maroldt von verschiedenen Newslettern über Veranstaltungen zu Podcasts. Vor einigen Jahren habe es nur die Print­ausgabe und den Online-Auftritt gegeben – die auch in Zukunft Bestand haben, meint Maroldt. Trotz der vielfältigeren Formate rechnet der Chef­redakteur damit, dass sich der Journalismus in Zukunft wieder in Richtung Expertise bewegt. Demnach werde es wichtiger, "dass man versucht, einen Ticken mehr zu wissen, als die Experten in ihren Berufen". Auf "gute Allrounder" sei etwa eine Lokal­redaktion zwar weiterhin angewiesen, "Spezialisierung ist aber der richtige Weg". Für all das braucht es vor allem "Leidenschaft und Neugier", sagt Maroldt. Nichts nerve mehr, als Kolleginnen "die einfach nicht mehr neugierig sind". Außerdem sollten sich Medien­schaffende immer wieder selbst hinterfragen, "sich neu inspirieren lassen". Auf diese Fähigkeiten und Einstellungen achtet Maroldt auch bei Nachwuchs-Journalistinnen. Er sei nicht "grundsätzlich überzeugt, wenn ein*e 25-Jährige*r wahnsinnig schnell viel gemacht hat nach der Schulzeit". Da fehle ihm häufig die "Unfall-Erfahrung", die alle im Leben irgendwann sammeln müssten. Der Podcast erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag der Gattung Morgen-Newsletter.
48:56 10.05.2022
Christoph Hartlieb über die Suche nach guten Führungskräften.
Auf der Jagd: "Ein Chef­redakteur, der sich nicht mit Digital­themen auseinandersetzt, wird es schwer haben", sagt Christoph Hartlieb im turi2 Jobs-Podcast. Der Headhunter für Führungs­kräfte in der Medien- und Digital­branche spricht mit turi2-Autor Roland Karle darüber, wie sich Job­anforderungen in der Branche in den vergangenen Jahren verändert haben. Seit der Gründung 2008 habe sein Unternehmen Hartlieb Partner Executive Search etwa 900 Positionen besetzt. Angefangen im Medien­bereich, sei die Beratung "schnell in digitale Themen" übergegangen. Das liege u.a. daran, dass sich "viele Positionen in den An­forderungen sehr stark digitalisieren". Dadurch haben es auch Kandidatinnen schwer, "wenn sie digital gar nicht stattfinden". Ein "gut gepflegtes Linked-in Profil" und "ein bisschen in der Öffentlichkeit stattzufinden", kann laut Hartlieb nicht schaden. Andererseits sollten Job-Anwärterinnen nicht ihr "ganzes Privat­leben auf Social Media offenlegen". Auch er als Head­hunter nutzt Plattformen wie Xing und Linked-in, um mit interessanten Menschen Kontakt aufzunehmen. Dann gehe es darum "sie in den Prozess zu holen und zu begeistern". Hartlieb persönlich mache es am meisten Spaß, wenn jemand am Anfang gar nicht interessiert ist. "98 % der Kandidatinnen suchen ja gar keinen Job", sagt er. Häufig rufen die Kandidatinnen dann nach drei Monaten im neuen Job an und "bedanken sich, weil es genau das richtige war". Um das zu erreichen, hilft es laut dem ehemaligen CEO, eigene Management-Erfahrung zu haben, "weil man Strukturen und Positionen versteht". Außerdem brauchen Headhunter ein "gutes Gefühl für Menschen" und sollten in der Lage sein, ein "nachhaltiges Netzwerk" aufzubauen. Er müsse immer "sauber arbeiten" – auch gut begründete Absagen gehören zum Alltag. Das Headhunter-Geschäft ist diskret, sagt Hartlieb. Auch deshalb, weil er Angestellte aktiv aus Firmen heraushole. "Das nicht ganz transparent werden zu lassen, ist Usus in dem Markt." Lorbeeren für neu besetzte Stellen kann er also nicht ernten. Trotzdem muss Hartlieb schmunzeln und ist stolz, wenn er "turi2 liest und weiß, hinter wie vielen der neuen Personalien man steckt". Christoph Hartlieb ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs. turi2.tv (XY-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de Text: Pauline Stahl
43:03 08.05.2022
Michael Bröcker über Newsletter, Podcast und Video als medialen Dreiklang.
Digital-Pioneer: Viele Tages­zeitungen haben das Problem, "dass sie zu viel Kapazitäten, Gehirn­schmalz und Technik immer noch in Strukturen geben, die nicht zeitgemäß sind", sagt Michael Bröcker im turi2 Jobs-Podcast. Der ehemalige Chefredakteur der "Rheinischen Post" steuert nun als Chef­redakteur von The Pioneer das Redaktions­schiff "PioneerOne" von Gabor Steingart. Im Gespräch mit Peter Turi kündigt er einen Vorstoß in digitalen Lokal-Journalismus an. Er sagt, dass "ein guter Newsletter" für eine Stadt als "digitale Tageszeitung" dienen kann und Print nicht mehr nötig sei. Außerdem verrät er, dass Bewegtbild bald eine größere Rolle auf dem Schiff spielt, etwa in Form eines politischen Formats in Kooperation mit Netflix oder verschiedenen TV-Sendern. Für Entlastung soll dann ein zweites Pioneer-Medienschiff dienen, das zurzeit gebaut wird. Die "PioneerTwo", laut Bröcker ein "multimediales Technik-Wunder", soll ab 2024 europäische Wasser­straßen befahren. Mit verschiedenen Live-Events will Media Pioneer seinen Abonnentinnen einen "Mehrwert" bieten. Es gehe nicht mehr nur darum, "Sender von Information, Kommentaren und Analysen" zu sein. "Journalismus muss Community-building sein", sagt Bröcker. Das wichtigste seien jedoch nach wie vor die Inhalte: "Am Ende jeden journalistischen Models muss es guter Content sein". Für eine gedruckte Tages­zeitung sieht Bröcker keine Zukunft, dennoch sei Print nicht grund­sätzlich tot. Es gebe "viele tolle Magazine und Bücher". Trotzdem ist der Journalist sicher, dass die Zukunft des Journalismus "konsequent digital, live und mobil" ist. Medienunternehmen, die Geld in Technologie, daten­informierten Journalismus, Newsletter und Podcasts stecken, seien "zukunfts­fester aufgestellt". Durch all die verschiedenen Formate können Journalistinnen heutzutage eine Vielfalt erleben, "die hat es in meinem Volontariat nie gegeben", meint Bröcker. Gerade jetzt könne er jungen Journalistinnen den Einstieg in die Medien­welt besonders empfehlen. Sie sollten dabei allerdings beachten, dass es nicht mehr genüge, einen sehr guten Text zu schreiben: "Du musst in der Lage sein, den Content an den Mann und an die Frau zu bringen." Eine "kleine graue Maus" werde es im Journalismus der Zukunft daher schwer haben. Der Podcast erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag der Gattung Morgen-Newsletter. turi2.tv (45-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de
45:38 03.05.2022
Katherina Reiche: "Hierarchie-Stufen sind mir ziemlich schnuppe.”
Tough Cookie: In Zeiten, in denen "die Politik der Wirtschaft misstraut" und umgekehrt, ist es umso wichtiger, "dass man in einem stetigen Austausch ist", sagt Katherina Reiche im turi2 Jobs-Podcast. Deswegen ist die Chefin der E.on-Tochter Westenergie und ehemalige CDU-Politikerin froh, beide Seiten zu kennen. Im Gespräch mit turi2-Verleger Peter Turi sagt sie, es sei nicht gut, wenn sich jeder in "Filter­blasen" zurückzieht, "wie wir das auch in der Gesellschaft sehen". Einigung sieht sie hingegen in Sachen Klima­schutz. Obwohl Reiche die Bilder aus der Ukraine "tief treffen", beschleunige der Krieg zumindest eins: "Die Überzeugung, dass wir die Energie­wende und den Klima­schutz vorantreiben müssen". Auch die bisherigen Sanktionen gegen Russland im Zuge des Kriegs unterstütze Reiche: "Das schrittweise Vorgehen der Regierung ist gut und klug". Es müsse bedacht werden, dass Gas in Deutschland nicht nur zum Beheizen von Wohnungen und Kranken­häusern genutzt werde, "sondern für deutlich mehr als ein Drittel der Industrie­prozesse". Der Schaden eines unmittelbaren Wegfalls von Gas­lieferungen wäre daher "sehr groß". Nicht nur in Krisen­zeiten ist es für Reiche wichtig, zu kommunizieren – sowohl intern als auch nach außen. "Kommunikation ist ein absolut wichtiger Baustein, ein Unternehmen erfolgreich zu führen", sagt sie. Eine gute Mitarbeiter­bindung sei nur möglich, "indem man spricht, sich austauscht, zuhört und wertschätzend argumentiert". Auch Fehler sollten diskutiert werden – "nicht, um jemanden bloß­zustellen, sondern um besser zu werden". Um all das gewähr­leisten zu können, braucht es laut Reiche Leidenschaft für Themen, Disziplin, Organisation und "eine gewisse Stress­resilienz". Die 48-Jährige kommuniziere sehr offen und direkt, "Hierarchie-Stufen sind mir ziemlich schnuppe". Ihre Mit­arbeitenden würden sie wahrscheinlich als "tough cookie" bezeichnen. Ihr sei vor allem ein "menschliches Unternehmen" wichtig, "wo man gerne arbeitet". Als weibliche Führung eines technischen Unternehmens betont Reiche, dass auch Bewerberinnen gerne gesehen sind. "Wir sind ein Unternehmen, wo du als Mädel gut aufgehoben bist." Reiche, selbst Mutter von drei Kindern, möchte Kolleginnen die Chance geben, "Familie und Beruf zu vereinbaren". Katherina Reiche ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs. [turi2.tv](https://youtu.be/hxhDNRAvFjg) (42-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de Text: Pauline Stahl
42:37 01.05.2022
Andreas Fischer-Appelt: “Wer gut schreiben kann, hat einen riesigen Fundus.”
Unternehmer-Herz: "Ich wollte nie konservativ sein", sagt Andreas Fischer-Appelt im turi2 Jobs-Podcast. Im Gespräch mit turi2-Verleger Peter Turi verrät der Gründer und Vorstand der Agentur­gruppe FischerAppelt, dass er es in manchen Situationen dennoch ist. Grund­sätzlich versuche er, "für das neue zu sein" und "etwas auszuprobieren". Allerdings gebe es auch Dinge, "die muss man sein lassen, weil man die Lebens­erfahrung hat, dass man damit nicht arbeiten kann". Progressivität wollen er und sein Bruder und Mitgründer Bernhard Fischer-Appelt auch bei der Mitarbeiterinnen-Suche zeigen. Ihnen gehe es eher darum, "Top-Talente zu kriegen" und diese an passenden Stellen einzusetzen, als sich auf strikte Stellen­beschreibungen zu versteifen. Dabei muss der Unternehmer mittlerweile "echt dafür werben und etwas bieten", um passende Mitarbeitende zu finden. Wer in der Kommunikation arbeiten will, sollte sich die Branche anschauen, Kontakt aufnehmen und "herausfinden, was für eine Kultur in der Firma herrscht", rät Fischer-Appelt. Job-Portale allein reichen seiner Meinung nach nicht aus. Wichtiger sei es, mit bestehenden Mitarbeitenden zu sprechen. Großen Respekt habe er vor jungen Bewerberinnen, die schon wissen, was sie können und wollen: "Darauf kannst du aufbauen". Auch "sprachliche Kompetenz" spielt für Fischer-Appelt eine große Rolle. "Wer gut schreiben und erzählen kann, hat einen riesigen Fundus." Das könne sowohl als Journalistin als auch in der Kommunikations-Branche eingesetzt werden. Einsatz­möglichkeiten gebe es in der Agentur viele: "Wir haben inzwischen bestimmt 50 Berufs­bezeichnungen in der Firma". Fischer-Appelt, der selbst schon als Kind vom Handel fasziniert war, will genau das auch bei seinen Mitarbeitenden sehen. "Die Inspiration unternehmerisch zu denken, Bereiche auszubauen und soziales Engagement zu bringen, wird gefördert." Im Vordergrund stehe bei Fischer-Appelt immer, "moderne PR zu machen, Menschen direkt zu erreichen und Verhaltens­veränderungen durchzuführen". Andreas Fischer-Appelt ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
48:23 27.04.2022
Christine Scheffler über den Wandel im Job-Markt: “Das Thema Haltung hat eine unglaubliche Relevanz”
Optimistin: Christine Scheffler hatte "Glück im Leben" und ist "in den richtigen Momenten durch die richtigen Türen gegangen", sagt sie im turi2 Jobs-Podcast. Die Personal­chefin von ProSiebenSat.1 möchte nun Menschen, die "nicht so viel Glück hatten", dabei unterstützen, ihren Weg zu gehen. Im Gespräch mit turi2-Verlegerin Heike Turi verrät sie, dass es aber auch in ihrem Leben Dinge gibt, "die nicht geglückt sind". Doch sowohl die Absage der Journalisten­schule als auch der mehrfache Studienfach-Wechsel seien für sie Schritte gewesen, um herauszufinden, "was mir wirklich Spaß macht". Grundsätzlich findet Scheffler: "Wer nie gescheitert ist, hat vielleicht nicht genug ausprobiert." Nach diesem Motto führt sie auch ihre Bewerbungs­gespräche. Es gehe weniger um den "super-straighten Lebenslauf" als darum, was die Bewerberinnen für Menschen sind: "Wissen sie, wo sie hin wollen? Haben sie aus Fehlern gelernt und sich weiterentwickelt?" Scheffler höre vor allem auf das, "was nicht gesagt wurde" und spreche direkt Stationen an, welche die Bewerberinnen schnell überspringen. "Es ist spannender, Menschen zu haben, die sich ihren Weg selbst bauen und ihn dann auch gehen", sagt die Personal­vorständin. Aber auch Dinge wie Auslands­erfahrungen seien wichtig: "Da lernt man unglaublich viel über sich und über das, was einem wichtig ist." In den vergangenen Jahren beobachtet Scheffler, dass Themen wie Personal und Nachhaltigkeit immer wichtiger werden. "Der Bewerber­markt hat sich komplett gedreht." Für Arbeitgeber sei es "unglaublich wichtig, für Menschen attraktiv zu sein, sie zu halten, sie weiter­zu­entwickeln, sie zu binden". Für Arbeit­nehmer habe auch die Haltung eines Unternehmens eine "unglaubliche Relevanz". In Zeiten "in denen man schnell die Orientierung verliert, will man einen Arbeitgeber, der Position bezieht". Christine Scheffler ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation". Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
28:45 10.04.2022
Christof Ehrhart über Journalismus und PR: “Eine Karriere ist ein Marathonlauf”
Blick auf die Zielgerade: Junge Menschen in der Kommunikations­branche sollten frühzeitig ihr "Ambitionsniveau" festlegen, rät Christof Ehrhart, Chefkommunikator von Bosch im turi2 Jobs-Podcast. Er fragt den Nachwuchs immer: "Wo sehen Sie sich im Scheitelpunkt Ihrer Karriere?" – und ist überrascht, "wie selten jemand eine Vision hat", erzählt er turi2-Gründer Peter Turi. Ehrhart betrachtet seine eigene Karriere als Marathonlauf. Ihm sei früh bewusst gewesen, was er erreichen will und was er bereit ist, dafür zu tun. Und: "Ich muss auch für die hinteren Kilometer noch Energie übrig haben." Ehrhart, ein "klassisches Lower-middle-class-Kid“, studiert Politikwissenschaft und arbeitet als TV-Journalist, bevor er sich in die raue Welt von Tabak und Arzneimitteln begibt, um auch Kommunikation im Gegenwind zu beherrschen. Seit 2019 ist er Leiter der Unternehmens­kommunikation beim Technik-Konzern Bosch. Peter Turi will von ihm, der beide Seiten kennt, wissen, wer denn im Journalismus, wer in der PR besser aufgehoben ist. "Wenn jemand Lust hat, die Welt mit guter Kommunikation zu einem besseren Ort zu machen, dann muss er nicht unbedingt Journalist werden", ist Ehrhart überzeugt. Er kann in seinem Job an vielen Stellen darauf verweisen, welche Folgen eine wirtschaftliche oder politische Entscheidung hat. In der Unternehmens­kommunikation könne er zudem etwas "mit aufbauen". In dieser Rolle fühle er sich wohler als in der des Beobachters, die er als Journalist hatte. So oder so: Jede Erfahrung sei wertvoll gewesen für seine Karriere. "Alte Zirkuspferde erschrecken nicht so schnell, wenn es knallt und blitzt", sagt er. Auf Trends springe er nicht hastig auf, was aber nicht bedeutet, dass er die PR bei Bosch nicht weiterentwickeln will. Das bloße Fokussieren auf Zielgruppen habe ausgedient, "Beziehungs­management" sei nun gefragt: Nicht nur große Kampagnen, auch direkte Gespräche zählen. Das funktioniere besonders gut in einer Firma, die auch intern auf Augenhöhe kommuniziert. Sein neuer Chef Stefan Hartung sei der erste, den er von Anfang an duze. Und: "Bei Bosch habe ich die Krawatte für immer ausgezogen." Was nicht bedeute, dass sich Ehrhart nicht gerne schick anziehe, betont er. Während des Studiums habe er immerhin in einer Herrenmoden­abteilung gejobbt. "Wenn man Fragen wie 'Steht mir das?' beantworten kann, kann man auch die Kommunikation eines Weltkonzerns leiten", witzelt er. Christof Ehrhart ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
45:17 10.04.2022
“Hater kann ich unter ‘Spinner’ ablegen” – Awet Tesfaiesus über ihre Arbeit als Bundestagsabgeordnete.
Meilenstein-Setzerin: Awet Tesfaiesus hat öfter mit dem Gedanken gespielt, Deutschland zu verlassen, sagt die Bundestags-Abgeordnete im turi2 Jobs-Podcast. Als Abiturientin habe sie das erste Mal gedacht: "Ich habe keine Chance in diesem Land, in dem Asylbewerber-Heime angezündet werden und Menschen drumherum applaudieren." Mit Aline von Drateln spricht die gebürtige Eritreerin über die Einsicht, die sie letztendlich hatte: "Vor Rassismus kann man nicht weglaufen." Also beschließt Tesfaiesus "daran mitzuwirken, etwas zu verändern". Ihrer politischen Karriere helfe es, dass sie Juristin ist. Die Arbeit mit den Gesetzen sei ihr bekannt, "ich kann mich damit schnell anfreunden". Ansonsten brauche sie vor allem die persönliche Erfahrung als schwarze Frau, "um zu erkennen, wo Veränderung nötig ist". Seit September sitzt Tesfaiesus für die Grünen als erste schwarze Frau im deutschen Bundestag. Sie habe nicht jahrelang auf das Mandat hingearbeitet: "Das war eine kurzfristige Entscheidung." Grundsätzlich sei sie aus "recht unpolitischen" Gründen in der Partei gelandet und habe sich aus Zeitmangel anfangs wenig eingebracht. Erst 2016, mit dem Einzug der AfD ins Kasseler Stadtparlament, wird Tesfaiesus aktiver. Als schwarze Frau möchte sie der AfD gegenübersitzen und "den Gegenpart bilden". Der Anschlag in Hanau 2020 rüttelt Tesfaiesus schließlich wach. "Das hat mich emotional so getroffen, dass ich das System verändern wollte." Den Hass im Netz, den sie in ihrer Position als schwarze Politikerin erfährt, blendet Tesfaiesus aus. "Hater kann ich unter 'Spinner' ablegen." Worüber sie sich wirklich ärgere, sei der Rassismus im Alltag. Menschen, "die meinen, es sei nicht so schlimm", oder die "selbst nicht erkennen, wenn etwas rassistisch ist" – das präge ihren Alltag und "erniedrigt unsere Chancen". Awet Tesfaiesus ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der https://www.turi2.de/edition17/ (kostenlose E-Paper). Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform https://www.turi2.de/jobs/.
35:16 07.04.2022
"Podcasts sind das neue Radio" – Philip Banse über die Zukunft journalistischer Audio-Produkte.
Pionier-Arbeit: Als Philip Banse 2005 seinen ersten Podcast Küchenradio startet, entstehen "unglaublich grauenhafte, langweilige, scheppernde" Aufnahmen, sagt der Journalist und Podcast-Pionier rückblickend im turi2 Jobs-Podcast. Im Gespräch mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow und Redakteurin Pauline Stahl erzählt er, dass aber auch "ein paar richtig schöne Folgen" dabei waren, die "im normalen Setting" nicht möglich gewesen wären. Zu dieser Zeit arbeitet Banse beim öffentlich-rechtlichen Radio – eine Institution, die er "toll und wichtig" findet. Allerdings gibt es Regeln: "Die haben ihre Formate, Längen, Rhythmen und Vorgaben." Beim "ungeregelten Labor-Podcast" hingegen "konnten wir machen, was wir wollten". Vor allem der Austausch mit Zuhörerinnen hat ihn fasziniert. "Das Feedback hat alles übertroffen, was ich bisher kannte", sagt Banse. Der Charme von Podcasts sei, "dass sie leben". Gemeinsam mit Jurist Ulf Buermeyer hostet Banse mit der Lage der Nation einen der beliebtesten deutschen Podcasts. Mit einem Geschäftsmodell, das auf Spenden, Werbung, Live-Events und Abos basiert, rentiert sich das Format mittlerweile auch wirtschaftlich. Anfangs habe das Podcasten vor allem zur "Markenbildung" gedient, sagt Banse. An sich selbst als Personen-Marke habe er sich erst gewöhnen müssen: "Lange Zeit war es mein innerer Kampf, zu dem zu stehen, was ich mache." Sich nicht mehr in einer Gruppe oder hinter einem Projekt zu verstecken, "war für mich der größte Schritt". Mittlerweile hat er seine eigenen Vorstellungen und "manchmal einen dicken Kopf". Weil sein Co-Host ähnlich ticke, gebe es ab und zu auch mal Streit. Doch nach sechs Jahren gemeinsamer Arbeit "kennen wir uns, wissen was uns wichtig ist und nehmen Rücksicht darauf". Dass die Zuhörerinnen irgendwann keine Lust mehr auf zwei Männer haben, die sich unterhalten, kann sich Banse vorstellen. "Das passiert wahrscheinlich jeden Tag", sagt er, "dafür kommen dann neue dazu". Der Zukunft des Formats ist er sich aber sicher und bezeichnet es als "das neue Radio". Audio-Produkte journalistischer Art werde es weiterhin geben, "solange Leute etwas ohne Bild hören wollen". Ob das Podcast heißt und wie es sich weiterentwickele, sei eine andere Frage. Philip Banse ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
46:51 04.04.2022
“Moderator nach innen, Übersetzer nach außen” – Florian Scholbeck über die Arbeit als Kommunikator bei Aldi Nord.
Tacheles reden: Der Job eines Kommunikators hat sich in den vergangenen Jahren verändert, sagt Florian Scholbeck im turi2 Jobs-Podcast. Der Kommunikations-Chef von Aldi Nord erklärt im Gespräch mit turi2-Verlegerin Heike Turi, dass sein Job heutzutage "mehr als eine Schreibstube" sein muss. Es gehe nicht mehr nur darum, der Welt die Vorteile des Unternehmens zu erklären. Scholbeck sieht seine Rolle eher als "Moderator nach innen" und "Übersetzer nach außen". Dabei hilft ihm das Handwerk, das der studierte Bauingenieur in seiner Zeit als Journalist gelernt hat: "Fragen stellen, Dinge verstehen, komprimiert darstellen und übersetzen." Um "Sachen besser zu machen", helfe es außerdem, "auch mal die Gegenposition einzunehmen". Aldi Nord ist zurzeit in einer "sehr großen Transformation", sagt Scholbeck. In "rasender Geschwindigkeit" werde das Unternehmen modernisiert. Hauptaufgabe der Kommunikation sei es dabei, "Kontext herzustellen" und die Auswirkungen der Digitalisierung darzustellen. Dass Aldi Nord nicht immer so kommunikativ und transparent gewesen ist, weiß Scholbeck: "Die 40 Jahre des Schweigens funktionieren in unserer Medienwelt nicht mehr." Das Unternehmen wolle ein "sichtbarer Teil der Gesellschaft" sein und müsse sich daher einem öffentlichen Diskurs stellen. Dazu müsse es Aspekte wie Tierwohl, CO2 Reduzierung oder Mindestlohn thematisieren. Das Interesse an verschiedenen Themen ist das A und O für Menschen, die in der Kommunikation arbeiten wollen, findet Scholbeck. Außerdem sollten sie sich "intern schnell vernetzen" und auf hoher fachlicher Ebene mich Menschen sprechen können. Während ihn Social-Media-Expertise und die Anzahl an Followern weniger interessiert, achtet Scholbeck bei Bewerbungsgesprächen vor allem auf die Persönlichkeit. "Wenn man im Unternehmen helfen will, braucht man eine Meinung." Er wolle auf keinen Fall nur hören, dass Aldi Nord "alles super" mache – denn das sei nicht der Fall. Florian Scholbeck ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
33:56 31.03.2022
“Politiker sind auch Menschen” – Wigan Salazar über die Arbeit als Lobbyist.
Menschenleser: "Kontakte herzustellen, ist das eine, das Seelenleben einer Partei zu verstehen das andere", sagt Wigan Salazar im turi2 Jobs-Podcast. Mit turi2-Gründer Peter Turi spricht der CEO der Kommunikationsagentur MSL über seine Arbeit bei der Publicis-Tochter. Neben dem Netzwerken geht es als Lobbyist vor allem darum, ein "Gespräch und Aufmerksamkeit" herzustellen, sagt Salazar. Dazu gehöre auch, herauszufinden, "wie ich eine Person besser lesen kann, um mit meinem Lobby-Anliegen auch anzukommen". Der Politikflüsterer spreche etwa über den Lieblings-Fußballverein – so komme eine Unterhaltung viel besser zustande. Politikerinnen seien auch Menschen: "Die freuen sich, wenn das Gespräch erst einmal etwas persönlich ist". Er muss aber nicht nur mit der Regierung, sondern auch mit der Opposition Kontakt halten. Schließlich baue sich eine Beziehung nicht nur dann auf, wenn es gut läuft, meint Salazar. Auch Nein sagen gehört in seinem Job dazu: "Das ist ein Großteil der Arbeit", sagt Salazar. Das komme zwar nicht immer gut an, "es wird dann aber doch immer gehört". Dann müsse er als Berater aber auch erklären, warum etwas nicht geht und Alternativen nennen. Andererseits "braucht es manchmal unrealistische Annahmen, um Veränderung herbeizuführen". Bei alldem nimmt er als Berater eine "dienende Rolle ein", sagt Salazar. Das sollten vor allem Journalistinnen beachten, die in die PR wechseln. Dort gehe es nicht mehr um eine "persönliche Marke" und die Arbeit finde eher "im Hintergrund" statt. Freunde aus der ehemaligen Redaktion "freuen sich dann nicht mehr unbedingt auf den Anruf". Was immer bleiben sollte, ist die Neugier – "das bringt einen sowohl im Journalismus als auch in der PR weiter". Wigan Salazar ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
50:27 29.03.2022
Andreas Arntzen über die Arbeit im Wort & Bild Verlag und sein Engagement für Geflüchtete.
Verantwortung übernehmen: Der Wort & Bild Verlag in Baierbrunn baut um, um zu helfen. In pandemiebedingt leerstehenden Räumen sind in den vergangenen Tagen 25 ukrainische Geflüchtete eingezogen, Unterkünfte für 20 weitere Menschen entstehen gerade. Im Jobs-Podcast von turi2 spricht CEO Andreas Arntzen zum ersten Mal öffentlich über das Engagement des "Apotheken Umschau"-Verlags. Arntzen und Mitarbeitende hatten sich zuvor einem Konvoi angeschlossen, an der Grenze zur Ukraine Flüchtende aufgenommen und nach Deutschland gebracht. Mit ihrem Engagement wollen Arntzen und der Verlag ein Vorbild sein und auch andere Menschen "mobilisieren und motivieren, etwas zu machen". Es sei okay angesichts des Krieges und der Not, sprachlos zu sein, "das sollte aber nicht dazu führen, dass wir tatenlos sind". Im Podcast turi2 Jobs spricht der Medien-Manager außerdem über das Arbeiten im Gesundheitsverlag Wort & Bild und seinen Führungsstil. Viele Eigenschaften, die für "Arntzi" schon als Hockey-Torwart in der Nationalmannschaft wichtig waren, prägen ihn noch heute. Im Teamsport und im Management gehe es etwa um "Vorbereitung, Disziplin, Motivation, den Biss". Damit sein Führungsstil nach dem "Trial and Error"-Prinzip auch in einem traditionsreichen Unternehmen funktioniert, sei es wichtig, "mit gewissen Traditionen auch mal zu brechen". Es brauche einen Ausgleich "zwischen alten Werten und der Moderne". Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, Home Office und Teilzeit-Möglichkeiten auch in Führungs-Positionen. Bei Wort & Bild arbeiten mehr Frauen als Männer – in Führungspositionen ist das Verhältnis inzwischen ausgeglichen, berichtet Arntzen. "Ich glaube, dass es sehr viele Mütter gibt, die Top-Ausbildungen haben und extrem motiviert sind." Ihnen passende Angebote zu machen, ist Arntzen wichtig. Grundsätzlich sei für ihn weniger der Lebenslauf wichtig, als dass Bewerberinnen "Charakterstärke zeigen" und "wissen, was sie können und was sie nicht können". Andreas Arntzen ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April. Die neue Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
44:13 20.03.2022