Show cover of Kurswechsel - Wir machen Arbeit wert(e)voll

Kurswechsel - Wir machen Arbeit wert(e)voll

Kurswechsel – wir machen Arbeit wert(e)voll Für Unternehmen, die wertevoll arbeiten wollen und sich zu einer lernenden Organisation entwickeln möchten, bietet der Kurswechsel Podcast Tipps, Ideen, Inspiration und Beispiele aus der Praxis. Das Kurswechsel Team spricht über die Herausforderungen des Berufslebens: Themen wie der Umgang mit Veränderungen, Agilität als Antwort auf Komplexität, Führung in agilen Organisationen und der Weg in die Selbstorganisation werden intensiv durchleuchtet. Darüber hinaus macht sich das Team auf die Suche nach den eigenen Werten und nach dem richtigen Mindset. Zu Wort kommen neben den Kurswechslern auch Freunde und Kunden.

Titel

Die 200. Episode – Kurswechsler im Fragenhagel
Wie die Zeit rennt – die 200 Episode des Kurswechsel Podcast Tatsächlich ist es schon so weit. 200 Episoden des Kurswechsel Podcast haben wir produziert und veröffentlicht. Was damals als kleine Idee gestartet ist, ist heute das Herzensprojekt von uns Kurswechslern. Der Kurswechsel Podcast liefert die Möglichkeit immer wieder in spannende Themen einzutauchen und spannende Menschen kennenzulernen. Und nur weil uns diese Arbeit so viel Spaß, ist es uns möglich jeden Mittwoch aufs Neue wieder eine neue Episode zu veröffentlichen. Was wir aus 200 Podcast Episoden mitgenommen haben Bei 200 aufgenommenen Podcast Episoden hatte jeder Podcaster schon seine ganz eigenen, skurrile, lustige und auch besonders lehrreiche Erlebnisse. Und darum soll es in dieser Episode gehen. Kurswechslern Alina Meyerdiercks moderiert das Gespräch, welches in diesem Fall aus gleich 6 Kurswechslern und Kurswechslerinnen besteht. Auf die nächsten 200 Man könnte ja meinen nach 200 Episoden ist das Feuer so langsam ausgebrannt. Dies ist bei uns jedoch überhaupt nicht der Fall. Auch nach 200 Episoden gibt es weiterhin Themen, die brandheiß sind und die unbedingt im Kurswechsel Podcast besprochen werden müssen. Außerdem haben wir ja gerade erst Zuwachs bekommen. Kurswechsler Lukas Malcharzik ist frisch im Podcast-Kreis dabei und will im nächsten Jahr so richtig durchstarten. In diesem Sinne, wir wünschen viel Spaß beim Hören dieser Episoden und freuen uns auf die nächsten 200!
31:44 30.11.2022
Organisationsdesign am Reißbrett
Warum müssen sich Unternehmen heute Gedanken um alternative Formen der Zusammenarbeit machen? Die meisten Organisationen sind heute immer noch so geordnet, wie es Frederic W. Taylor in seiner Abhandlung über die Zusammenarbeit in Unternehmen vor ca. 100 Jahren beschrieben hat. Allerdings tickt die Welt heute anders als noch vor 100 Jahren. Die Überraschungsdichte, mit der Organisationen heute zu kämpfen haben, hat gewaltig zugenommen. Kaum ein Projekt kann noch „normal“ über die Linie abgebildet werden. Die Schwächen der klassischen Pyramidenlogik werden hier sehr deutlich: Abteilungs- bzw. Bereichsdenken, obwohl doch eigentlich alle am selben Strang ziehen sollten, es dauert eine Ewigkeit bis vom Markt angelieferte Probleme gelöst werden können und Innovation muss von oben als Strategie delegiert werden, obwohl sie eigentlich – wie von selbst – durch die Probleme der Kunden gesteuert werden müsste. Schnelle Antworten auf die dynamischen Märkte Mittlerweile haben sich einige „schnelle Antworten“ etabliert, um auf die gestiegene Komplexität der neuen Märkte zu reagieren. Die Rede ist von Modellen, wie z.B. dem Spotify Modell, Holacrazy oder diversen Ausprägungen von Netzwerk- oder Kreisorganisationen. Was diese Modelle gut können, ist, einen Ansatz zu liefern, Arbeit neu zu denken. Es ist jedoch ein Trugschluss, zu denken: „Wenn wir jetzt in Kreisen arbeiten, läuft der Laden.“ Das stumpfe Kopieren von Beispielmodellen wird in der Praxis nicht zum gewünschten Erfolg führen. Dafür sind die Problemstellungen in jedem Unternehmen zu individuelle und einzigartig. Kann man sich den Markt zurechtschneiden? Ab einer gewissen Größe von Organisationen kommt man um Arbeitsteilung – in welcher Form auch immer – nicht herum. Eine bewährte Methode, die z.B. DM und Aldi angewandt haben, ist es, die Märkte regional aufzuteilen. DM hat Deutschland in 18 Gebiete aufgeteilt und in jedem dieser Gebiete funktioniert das „DM-System“ eigenständig. Auf diese Weise kann die Drogeriekette weiterwachsen, erhält sich dabei aber trotzdem weitestgehend ihre Wendefähigkeit. Man muss den Markt nicht zwangläufig regional aufteilen, es kann auch funktional sein, sich an den Hauseigenen Produkten zu orientieren. Die spannende Frage ist allerdings: Kann man ein Organisationsmodell auf diese Weise valide planen, also quasi: Organisationsdesign am Reißbrett? Die Antwort ist leider: „Nein“. Vorausgegangenen Analysen können noch so gut sein. Irgendwann wird man als Organisation zu dem Punkt kommen, dass an es einfach mal ausprobieren muss. Darüber hinaus bedeutet Organisationsentwicklung auch nicht, einmal eine neue Struktur aufzusetzen und in dieser die nächsten 100 Jahre zu verharren. Vielmehr bedeutet es, mit der Organisation einen Rahmen zu gestalten, die permanentes Dazulernen ermöglicht. Wir wünschen viel Spaß beim Hören der neuesten Podcast-Episode!
36:12 23.11.2022
Die Dreifaltigkeit in der modernen Führung
Klassische Führung in der „alten Arbeitswelt“ Das vielzitierte Prinzip „Unten wird gemacht, oben wir gedacht“, welches mit der Einführung der Pyramide als Organigramm in den meisten Organisationen einherging, hat auch heute noch in vielen Unternehmen Bestand. Der Chef gibt die Prozesse vor, kontrolliert die Ausführung und trifft die Entscheidungen. Warum war bzw. ist das so? I.d.R. sind Mitarbeiter Führungskraft geworden, weil sie die besten ihres Faches waren. Somit hatten sie den anderen Mitarbeitern einen gewissen Wissensvorsprung voraus und waren dazu befähigt Anweisungen zu erteilen. Das tayloristische Modell: „Unten wird gedacht, oben wird gemacht“, ging auf. Die Probleme klassischer Führung in der „neuen“ Arbeitswelt Heute hat die Komplexität in nahezu allen Branchen so weit zugenommen, dass es einer Führungskraft nicht mehr unmöglich ist, einen signifikanten Wissensvorsprung zu haben. Die Mitarbeiter haben einen viel besseren Überblick über die Probleme der Kunden, da sie auch viel enger mit ihnen zusammenarbeiten. Dies bringt eine Führungskraft in die Schwierigkeit, ständig Entscheidungen treffen zu müssen, obwohl sie gar nicht mit der meisten Expertise ausgestattet ist. Darüber hinaus werden seit neuestem noch weitere Anforderungen an die Rolle der Führungskraft adressiert. Sie soll nicht mehr nur Entscheidungen treffen und Prozesse vorgeben, sondern darüber hinaus auch Coach, Seelsorger und Motivator sein. Es gibt wohl kaum jemanden, der diesen Anforderungskatalog bewältigen könnte. Was Führung heute leisten muss Die Erwartungen an eine Führungskraft müssen heute andere sein. Wir sprechen dabei von der Dreifaltigkeit der Führung. Zum einen sollte Führung nicht immer an bestimmten Personen hängen, sondern als sozialer Mechanismus zwischen Menschen verstanden werden. Des Weiteren braucht es heute keine „eins zu eins“ Anweisungen mehr. Ein Team braucht einen Rahmen, die nötigen Ressourcen und evtl. ein paar Methoden mit an die Hand, um effektiv Probleme zu lösen. Letztlich müssen Führungskräfte auch dafür Sorge tragen, dass der Kommunikationsfluss in einer Organisation aufrechterhalten wird. Eine Möglichkeit dies zu tun, ist sich mit den verschiedenen Entscheidungsverfahren auseinander zu setzen, die wir in unserem Decision Poker behandeln. Was das konkret in der Praxis heißt, besprechen die Kurswechsler Frank Wulfes und Lukas Malcharzik. Wir wünschen viel Spaß beim Hören der Episode!
29:03 16.11.2022
Verantwortungsübernahme in Organisationen
Der Mythos Verantwortung in Organisationen Kaum ein Thema wird häufiger auf der Hinterbühne von Organisationen besprochen, wie Verantwortung oder besser gesagt: Das nicht-Übernehmen ebendieser. Bei den Diskussionen in der vielzitierten Kaffeeküche oder Raucherecke könnte man fast den Eindruck bekommen, Verantwortungsübernahme ist etwas, das wenige Menschen in die Wiege gelegt bekommen und der Großteil möchte damit nichts zutun haben. Aus der Kurswechsel-Brille betrachtet ist dies natürlich absolut falsch. Unter anderem haben Dicy und Ryan dies in ihren Wirksamkeits-Theorien auch belegt. Jeder Mensch hat ein natürliches Bedürfnis dazu, wirksam zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Wer dort tiefer einsteigen möchte: Wir haben diese Theorie auch schonmal in einer Podcast-Episode behandelt. Was steckt hinter dem Begriff „Verantwortung“? In alter Kurswechsel-Manier wollen wir auch hier einmal der eigentlichen Bedeutung des Begriffs auf den Grund gehen. Laut Wikipedia bedeutet Verantwortung sinngemäß: „Man schätzt das eigene Können so ein, dass man sich in der Lage fühlt, die bevorstehende Aufgabe zu übernehmen und zu lösen“ Aus psychologischer Sicht steckt in diesem Begriff noch ein weiterer interessanter Aspekt: Übernimmt man die Verantwortung für ein bestimmtes Problem, verpflichtet man sich gegenüber zwei Parteien diese Aufgabe zufriedenstellend zu lösen. Beispiel Kurswechsel-Berater: 1. hat natürlich der Kunde eine gewisse Erwartungshaltung an unserer Arbeit und möchte, dass sein Problem vernünftig geöst wird. 2. Hat auch das System Kurswechsel bzw. die anderen Kurswechsler die Erwartung, dass die Aufgabe vernünftig bewältigt wird. So ist es in jeder Organisation und das hat sowohl positive als auch negative Konsequenzen. Zum einen ist auf diese Weise schon eine „natürliche Kontrollinstanz“ eingebaut, die dafür sorgt, dass Menschen ihre Arbeit richtig machen. Zum anderen schreckt diese Kontrollinstanz Menschen davon ab, Aufgaben zu übernehmen. Verantwortung vs. Verantwortlichkeit Um diesen großen Begriff „Verantwortung“ nochmal ein wenig differenzierter betrachten zu können, nutzen wir die Unterscheidung zwischen Verantwortung und Verantwortlichkeit. Verantwortung ist etwas, was man freiwillig auf sich nimmt, weil man sich von einem gewissen Problem angezogen fühlt und sich im Stande fühlt es zu lösen. Im Gegensatz dazu wird Verantwortlichkeit delegiert und passiert so auf einer unfreiwilligen Ebene. Manchmal ist dies unumgänglich, weil sich einfach niemand zu einem Problem hingezogen fühlt. Eine gute Möglichkeit Verantwortlichkeiten in Unternehmen zu erkennen ist, mal zu schauen, wessen Unterschrift unter wichtigen Dokumenten zu finden ist. Wenn zu viele Verantwortlichkeiten delegiert werden, bleibt kein Raum mehr dafür übrig, Verantwortung zu übernehmen. Dies ist auch der Grund, warum wir Stellenanzeigen kritisch sehen. Sie verschaffen einen klaren Handlungsrahmen, klar, das ist irgendwie funktional. Anderseits verbauen sie es den Menschen häufig, darüber hinaus, Verantwortung zu übernehmen. Wir wünschen viel Spaß beim Hören der Podcast Episode!
43:22 09.11.2022
Wissensmanagement in der VUKA-Welt
Das Konservieren von vorhandenem Wissen in Organisationen In den nächsten Jahren werden wir es zahlreich erleben, dass die sog. Babyboomer ihre Organisation verlassen und in Rente gehen. Mit diesen Menschen wandern ebenfalls viele Kompetenzen aus den Unternehmen heraus. Diese müssen wieder aufgefüllt werden. Das kann einerseits über die Neueinstellung von Mitarbeitern gehen oder anderseits über gelungenes Wissensmanagement. Somit verwundert es nicht, dass der Schrei nach systematisierter Wissenskonservierung wieder spürbar größer wird. Dabei stellt sich aber natürlich die Frage, wie sehr Wissen in der heutigen dynamischen, komplexen Welt überhaupt noch hilft. Unterscheidung zwischen blauen und roten Problemen In unserer Arbeit bei Kurswechsel bildet die Unterscheidung von blauen und roten Problemen eine absolute Grundlage unsere Arbeit. Blaue Probleme, komplizierte Probleme, lassen sich durch Wissen lösen. Man kann sie durch einen klar definierten Prozess sehr verlässlich bewältigen, da man mit wenigen bis gar keinen Überraschungen rechnen muss. Diese Probleme können auch durch unterschiedliche Menschen gelöst werden, denn Wissen ist übertragbar, bzw. wenn es einen klaren Prozess gibt, muss man diesem lediglich Folge leisten. Rote Probleme, komplexe Probleme, lassen sich nicht (ausschließlich) mit Wissen lösen. Bei diesen Problemen braucht es sog. Könner. Also Menschen mit einem Gespür für die jeweilige Situation und einem Gefühlt für die richtige Handlung. Das Problem dabei ist, Könnertum kann man nicht so einfach übertragen wie Wissen, sondern hier gilt das Credo: Können kommt von Üben. In der Realität sind blaue und rote Probleme auch nicht immer trennscharf, die Grenzen sind fließend. Einen blauen Prozess für ein rotes Problem? Die Veränderungsgeschwindigkeit steigt in unserem Informationszeitalter stark an. Das führt dazu, dass uns Wissen immer weniger hilft. Die Problemlösung für komplexe Probleme lässt sich nicht konservieren bzw. wenn man dies versucht, kann dabei nur Nonsens rauskommen. Ein gutes Beispiel ist das entscheidende WM-Tor bei der Fußballweltmeisterschaft 2014. Würde man Mario Götze heute fragen, wie er das Ding gemacht hat, (womöglich, weil man dasselbe vollbringen möchte) wird er diese Frage nicht beantworten können. Er ist eben ein Könner in diesem Bereich, der sich auf sein Gespür verlassen. Wir wünschen viel Spaß beim Hören der Episode!
31:59 02.11.2022
Systemisch vs. Systemtheoretisch – Was ist der Unterschied?
Nachdem im Sommer unser Blogartikel zur Unterscheidung dieser beiden Begriffe online gegangen ist (Link zum Blog einbetten), wurden wir darum gebeten, dieser Thematik eine ganze Podcastepisode zu widmen! Gewünscht getan. Was ist eigentlich ein System? Im Alltagssprech verwenden wir das Wort „System“ meistens, ohne uns tiefergehende Gedanken darüber zu machen, was hinter diesem Begriff steckt. Ab wann können wir eigentlich getrost von „System“ sprechen und wodurch ist ein solches gekennzeichnet? Was alle Systeme eint, unabhängig davon, ob es sich um soziale oder biologische Systeme handelt, ist, dass sie sich nach außen abgrenzen und in ihrem inneren ein gewisses Beziehungsgeflecht zwischen Systembestandteilen aufweisen. In sozialen Systemen sind es beispielsweise Handlungen- oder Kommunikationen, die aneinander Anschluss finden und das jeweilige Systemverhalten prägen. Als systemisch und systemtheoretisch inspirierte Berater geht’s uns immer darum, Muster (sich reproduzierendes Systemverhalten) zu beobachten und sie auf Funktionalität und Dysfunktionalität zu überprüfen. Systemtheorien Die eine wahre Systemtheorie gibt es nicht. Sprechen wir Kurswechsler von Systemtheorie, beziehen wir uns auf die neuere soziologische Systemtheorie nach Niklas Luhmann. Wenn wir im allgemeinen Sprachgebrauch von Systemtheorie sprechen, dann wird darunter jedoch eine interdisziplinäre Betrachtungsweise zur Beobachtung und Beschreibung von Systemen gemeint. Ludwig von Bertalaffny war einer der ersten, der gezielt der Frage nachging, wo sich in Biologie, Physik und dem sozialen Zusammenleben gemeinsame Phänomene finden lassen, aus denen sich fachübergreifend lernen ließ. Dabei stieß er auf Phänomene wie Selbstorganisation und Komplexität, die uns bis heute maßgeblich umtreiben. Niklas Luhmann, stark durch die Gedanken des Systemtheoretikers Parsons inspiriert, liefert uns mit seiner soziologischen Systemtheorie eine messerscharfe Navigationshilfe für den Verstand, die im Alltag als Organisationsentwickler dabei unterstützt, auf hilfreiche Fragen zu kommen, die aber keine konkreten Handlungsvorschläge macht. Die Systemtheorie schweigt und genießt, ließe sich sagen. Systemisches Denken – systemischer Ansatz Anders sieht es da bei den systemischen Ansätzen aus. Hierbei handelt es sich nicht um eine in sich geschlossene Theorie, sondern um ein Paradigma, dass durch unterschiedliche Theorien, Haltungen, Methoden und Werkzeuge inspiriert ist und im Gegensatz zur Systemtheorie ein eher handlungsleitendes Interesse im Umgang mit sozialen Systemen verfolgt. Hier geht es also insbesondere um konkrete Arbeitsmittel, die in der Praxis herangezogen werden können, um Kommunikationsmuster nicht nur zu beobachten, sondern sie auch zu verändern. Ein Werkzeug, um problembehaftete Muster zu verstören sind beispielsweise die systemischen Fragen (Verlinkung zur Podcastepisode/ Navihilfe). Letztendlich ist systemische Arbeit von den unterschiedlichen Systemtheorien inspiriert. Obwohl beide Begriffe etwas Unterschiedliches meinen, sei an dieser Stelle betont, dass die neuere Systemtheorie und das systemische Denken nichts Gegensätzliches oder sich Ausschließendes darstellen, sondern sich- je nach Gebrauch- sogar äußerst klug ergänzen. Stellen wir Kurswechsler jedenfalls immer wieder fest 😊
31:37 26.10.2022
Was ist eigentlich agil und brauchen wir das immer noch?
Im heutigen Kurswechsel Podcast haben wir mal wieder eine Premiere Zum ersten Mal ist Kurswechsler Nico Heinken zu Gast. Strenggenommen ist Nico kein Gast. Er ist seit ca. 1,5 Jahren ein Teil von Kurswechsel und kümmert sich vor allem um Social Media und die Postproduktion der Podcast-Episoden. Heute wechselt er zum ersten Mal die Seite und spricht mit seinem Kurswechsel-Kollegen Arne Schröder darüber, wie man die ganze Diskussion rund um Agilität wahrnimmt, wenn man noch nicht voreingenommen ist, von den klassischen Erfahrungen, die man in der Berufswelt macht und wie man Agilität im präganten Sinne eigentlich verstehen sollte. Agilität – ein hoch positiv besetzter Begriff Die ersten Assoziationen, die mit dem Begriff „Agilität“ einher gehen, sind tatsächlich sehr positiv: - Hohe Flexibilität sowohl zeitlich als auch örtlich - selbständiges und vertrauensvolles Arbeiten, - flache Hierarchien und keine starren top-down-Prozesse. Schaut man sich diese Begriffe einmal an verwundert es nicht, dass sich viele Unternehmen mit „agilen Federn“ schmücken. Gerade bei der Suche nach neuen Fachkräften spielt agil eine zentrale Rolle. Wie in unserem letzten Podcast bereits thematisiert, legen vor allem junge Menschen, die neu ins Berufsleben einsteigen, einen Wert auf hohe Flexibilität und eigenverantwortliches Arbeiten. Da wundert es nicht, dass auch in Job-Anzeigen, die heutzutage über die Sozialen Kanäle ausgegeben werden, immer wieder der Begriff „Agilität“ auftaucht, um potenziellen Bewerbern den neuen Job schmackhaft zu machen. Agiles Arbeiten – hohe Erwartung große Enttäuschung? In der Praxis erleben wir es immer wieder: Unternehmen behaupten voller Stolz, sie würden jetzt agil zusammenarbeiten. Von den Vorteilen, die Agilität mit sich bringen soll, spürt man allerdings nichts. Woran kann das liegen? Aus unserer Sicht hat Agilität nicht nur mir Agilen Methoden oder Frameworks zu tun, sondern viel mehr mit organisationalen Rahmenbedingungen. Die klassische Pyramidenkonstruktion vieler Organisationen sorgt dafür, dass sie in vielen Fällen nicht mehr mit der hohen Markt-Dynamik mithalten können. Es braucht also eine neue Organisationsstruktur, die den Anforderungen des Marktes gerecht wird und durch die extern-referenzierte Probleme effektiv gelöst werden. Welche Strukturen das sind unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen oder vielleicht sogar von Abteilung zu Abteilung. Schlicht agile Methoden einzusetzen in einem ansonsten hierarchisch organisierten Umfeld, wird nicht den gewünschten Erfolg bringen. Also müssen wir jetzt alle agil werden? Nein, auf gar keinen Fall. Das Organisationsdesign bzw. die Art der Zusammenarbeit muss sich dem jeweiligen Kontext anpassen. In einem hoch-dynamischen Umfeld macht es Sinn, sich agil aufzustellen. In einem planbaren oder stark-reguliertem Umfeld würde es dem Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar schaden agil zusammenzuarbeiten. Fazit: Brauchen wir das immer noch? Die Management-Mode Agilität ist noch lange nicht vorbei und das aus gutem Grund. In diesen unruhigen Zeiten zwischen Digitalisierung, Energiekrise und Lieferkettenengpässen brauchen wir sie vielleicht sogar mehr als je zuvor. Wichtig zu beachten ist allerdings, dass Agilität niemals ein allgemeingültiges Patentrezept sein wird und sich auch nicht an der Anzahl der eingeführten Frameworks missen lässt. Einen viel größere Rolle spielt der jeweilige Kontext und organisationalen Rahmenbedingungen. Viel Spaß beim Hören der Episode!
32:08 19.10.2022
Fachkräftemangel und die Herausforderungen der Personalgewinnung
Fachkräftemangel: Die größte Herausforderung für die nächsten Jahrzehnte? Kaum ein Thema wird aktuell mehr diskutiert als der sogenannte Fachkräftemangel. In Deutschland, aber auch in anderen Ländern, haben wir die Situation, dass sich die geburtenstarken Jahrgänge in nächster Zeit in den Ruhestand verabschieden. Daraus resultiert eine riesige Lücke an nichtbesetzten Arbeitsplätzen, welche durch die nachkommenden Generationen nicht aufgefangen werden kann. Darüber hinaus gibt es spezielle Branchen, die in besonderer Weise vom Fachkräftemangel betroffen sind. Dort spricht man von einem spezifischen Fachkräftemangel. Dazu zählen z.B. die Hotellerie, das Gesundheitswesen und die IT-Branche. Aufgrund von Einflussfaktoren, wie Covid 19 oder der Digitalisierung, werden dort überproportional viele Fachkräfte gebrauch. Heute zu Gast im Kurswechsel Podcast: Daniela Neidhardt Daniela kennt sich bestens mit den Themen Personalgewinnung und Personalprozessen aus. Seit über 7 Jahren hilft sie kleinen und mittleren Unternehmen in der DACH-Region dabei, qualifizierte Führungskräfte auf C-Level-Niveau zu finden und einzustellen. Außerdem unterstützt sie Führungskräfte dabei an neue Positionen zu gelangen. Manche wollen diese den nächsten Schritt in ihrer Karriere gehen. Andere suchen tatsächlich einen Job, in dem sie kürzertreten können, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Was können Unternehmen tun, um den Fachkräftemangel zu entschärfen? Daniela rät dringend dazu, bevor man sich auf die Suche nach neuen Fachkräften macht, muss man sich zunächst darum kümmern, die Mitarbeiter, die bereits im Unternehmen arbeiten auch langfristig bei sich zu behalten. Vor allem fällt ihr dabei immer wieder auf, dass Unternehmen die Chance verschlafen, attraktive Möglichkeiten zu eröffnen, sich weiterentwickeln zu können. Des Weiteren rät sie zu authentischem Employer Branding über Soziale Kanäle. Besser ist es dabei einfach mal selbst anzufangen und keine teure Agentur zu beauftragen. Dies spart Kosten und hält die Authentizität aufrecht. Außerdem appelliert sie daran, mehr Menschen für die Personalgewinnung einzustellen. Zu häufig erlebt sie es, gerade in kleineren Unternehmen, dass sich ein einzelner Mitarbeiter um den gesamten Recruiting-Prozess kümmern muss. Das gesamte Gespräch mit Kurswechsler Frank Wulfes und Daniela Neidhardt gibt es bei uns im Podcast. Wir wünschen viel Spaß beim Hören und viele neue Erkenntnisse!
44:00 12.10.2022
Was braucht ein guter Podcast?
Die Kurswechsel-Podcast Beratung In den letzten Monaten wurde immer wieder die Frage an uns herangetragen, wie wir eigentlich unseren Podcast produzieren. Auch wenn das sicherlich nicht unsere absolute Kernkompetenz ist, beantworten wir die Fragen gern und leisten auch gern Hilfestellung für andere Podcast-Produktionen. Mit dieser Episode wollen wir nun für jeden die Möglichkeit schaffen, Einblicke in die Kurswechsel-Podcast-Produktion zu bekommen und unsere Erfahrung aus über 4 Jahren Podcast teilen. Die Anfänge des Kurswechsel Podcast Vor ca. 4 Jahren erlebte das Medium Podcast einen großen Aufschwung. Wir erkannten schnell, dass auch unsere Themen sehr gut für Podcast geeignet sind, denn auf viele unserer Fragen gibt es keine klaren Antworten und selbst Kurswechsler unter sich sind öfter mal geteilter Meinung. Das eröffnet sehr viel Spielraum für anregende Diskussionen. Als der Entschluss erstmal getroffen war, entschied man sich dafür, den Podcast schnell in der Praxis zu verproben, um ersten Feedback einzuholen und sich auf diese Weise zu verbessern. WARUM machen wir Podcast? Unsere absolute Hauptmotivation ist, dass es einfach Spaß bereitet sich über unsere Themen auszutauschen und zu streiten. Darüber hinaus kommen wir durch unseren Podcast mit vielen hochinteressanten Menschen in Kontakt, die immer wieder neue und wertvolle Perspektiven für uns liefern. So können wir bei jeder Podcast-Episode selbst noch etwas dazulernen und uns kontinuierlich verbessern. Wenn diese starke Motivation, immer wieder neue Menschen zu treffen und sich über aktuelle „Kurswechsel-Themen“ auszutauschen, nicht da wäre, wäre es nicht möglich, über so einen langen Zeitraum kontinuierlich jede Woche eine Episode zu veröffentlichen. Die technische Umsetzung einer Podcast-Episode Zum Aufnehmen der Episoden nutzen wir Zencaster. Anschließend bearbeiten wir die Audiospuren mit dem kostenlosen Tool Audacity und ausspielen tuen wir sie durch den Provider Podigee. Die Episoden sind so schließlich auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar. Podigee und Zencaster sind nicht kostenlos, allerdings braucht es nur eine kleine Investition, um vernünftig mit diesen Tools zu arbeiten. Social Media Arbeit zum Podcast Alles in allem ist die Vor- und Nachbearbeitung eines Podcast mit ein bisschen Übung schnell gemacht. Es braucht aus unserer Sicht auch keine große Vorbereitung, um eine Podcast-Episode aufzunehmen. Ein paar wenige Fragen zum Auftakt kann man sich notieren, die Magie passiert letztendlich aber sowieso immer im spontanen Gespräch. Was tatsächlich einen Zeitaufwand mit sich bringt, ist das anschließende Verteilen der Episode auf den Sozialen Kanälen. Wenn man auch möchte, dass sein Podcast von Menschen angehört wird, ist das Posten auf Social Media unerlässlich. Beiträge zu schreiben, sie mit einem Passenden Titelbild zu versehen, ggf. Teaser aus den Episoden herausschneiden bringt definitiv einen gewissen Zeitaufwand mit sich, dieser lohnt sich aus unserer Sicht aber definitiv, wenn man Spaß daran hat, sich mit interessanten Leuten über spannende Themen zu streiten. Wir wünschen viel Spaß beim Hören der Episode!
41:36 05.10.2022
Mitgliedschaft in Organisationen - Wenn neue Menschen in die Organisation kommen
Eine ganz besondere Podcast-Episode Im heutigen Kurswechsel Podcast ist zum ersten Mal Neu-Kurswechsler Lukas Malcharzik dabei. Wobei das stimmt tatsächlich nicht zu 100 Prozent. In Episode 169 – „Was bewegt junge Talente?“ – war er das erste Mal zu hören. Jetzt freuen wir uns sehr, dass er als Kurswechsler mit am Start ist. Lukas‘ Weg zu Kurswechsel Wenn man ein 8-jähriges Kind fragt, was es später denn mal werden möchte, antworten wahrscheinlich die allerwenigsten „Berater“. Das wäre wohl auch bei Lukas nicht anders gewesen. Allerdings wurde das Interesse, die Zusammenarbeit von Menschen zu verbessern, schon früh in ihm geweckt. Getrieben von der Neugierde, Soziale Systeme besser zu verstehen, hat Lukas ein breites Studium absolviert, durch das er schließlich auch auf die Theorie der komplexen und komplizierten Welt gestoßen ist. Über unseren Kurswechsel-Kollegen Arne Schröder wurde letztlich die Verbindung zu Kurswechsel perfekt. Neue Mitglieder als Chance verstehen Natürlich bietet ein neues Mitglied langfristig immer Chancen für die Organisation. Allerdings können viele Unternehmen noch genauer hinschauen, bei dem, was ein unvoreingenommenes Mitglied, konkret in den ersten zwei Wochen für sie tun kann. Die formalen Spielregeln sind meistens klar geregelt. Es gibt aber natürlich auch informale Spielregeln – sozusagen ungeschriebene Gesetze in Organisationen. Ein langjähriges Mitglied nimmt diese wahrscheinlich gar nicht mehr wahr. Ein frisches Mitglied kann da nochmal ganz genau hinschauen. Genau das hat Lukas sich auch bei uns vorgenommen. Die ersten zwei Wochen mal zu schauen, wie arbeiten Kurswechsler eigentlich zusammen und wir treten sie bei Kunden auf. Im Anschluss an die 2 Wochen teilt er seine Beobachtungen mit uns. Davon können wir und Organisationen im Allgemeinen enorm profitieren, denn Blinde Flecken werden sichtbar und das „ungehobene Potenzial“ einer jeden Organisation tritt hervor. Wir wünschen viel Spaß beim Hören der neuesten Episode!
30:13 28.09.2022
Verhaltensbesondere Menschen in Organisationen - Tanja Bohr
Psychopathen im oberen Management? Wir alle kennen bestimmte Hollywood-Charaktere, denen wie definitiv psychopathische, narzisstische oder machiavellistische Züge zuordnen würden. Allen voran den kaltherzigen Serienmörder Hannibal Lecter aus dem Film „Das Schweigen der Lämmer“ oder der hochcharismatische Geheimagent, James Bond, aus der gleichnamige Filmreihe. Diese drei Verhaltenszüge werden allgemein als die dunkle Triade bezeichnet und es ist mittlerweile durch viele Studien nachgewiesen, dass Menschen, die in irgendeiner Form dieser dunklen Triade anhängen, überdurchschnittlich oft sehr erfolgreich Karriere in Unternehmen machen. Warum schaffen es Psychopathen, Narzissten und Machiavellisten überdurchschnittlich oft ins gehobene Management? Menschen mit psychopathischen Zügen müssen in der echten Welt natürlich nicht zwangsläufig Serienmörder sein. Was sie aber durchaus auszeichnet ist ihre Angstfreiheit, Risikobereitschaft und Zielstrebigkeit. So sind sie evtl. dazu breit, sehr viel für die Erreichung der Unternehmensziele zu investieren und haben kein Problem damit, risikoreiche Entscheidungen zu treffen. Das sind auf jeden Fall Eigenschaften, die man sich in vielen Unternehmen im gehobenen Management wünscht. Ähnliches gilt für den Machiavellisten, den es auszeichnet, dass ihm für die Erreichung seiner Ziele jedes Mittel recht ist und den Narzissten, der durch sehr starkes Charisma auffällt. Verhaltensbesondere Menschen sind natürlich nicht komplett trennscharf diesen einzelnen Kategorien zuzuordnen, vielmehr ist es immer ein Mix aus allen drei Kategorien. Wenn das Positive ins Negative kippt: Jeder von uns trägt ein Mindestmaß an narzisstischen Zügen in sich, das ist erstmal auch total gesund. Es bedeutet, dass wir mit einem gesunden Selbstbewusstsein ausgestattet sind. Auch verträgliche Züge von Psychopathie und Machiavellismus müssen nicht direkt schädlich für die Organisation sein. Schwere Auswirkungen für Unternehmen hat es aber dann, wenn Narzissten Mitarbeiter:innen durch Manipulation zu Mehrarbeit „verführen“ oder sie ihre ganz persönlichen Ziele auf Kosten der Organisation verfolgen. Außerdem haben Menschen „aus der dunklen Triade“ eine Tendenz dazu, bestimmte Mitarbeiter:innen, die nicht in ihr Vorstellungsbild passen, zu mobben und aus der Organisation zu drängen. Im neuesten Kurswechsel Podcast hat Kurswechsler Frank Wulfes die Trainerin, Beraterin und Supervisorin Tanja Bohr zu Gast. Tanja hat ist mit den HR-Abteilungen von großen Konzernen in Kontakt und hat viel mit Verhaltensbesonderen Menschen zu tun. In der Podcast Episode erzählt sie, wie man am besten mit solchen Menschen umgeht und was man unbedingt unterlassen sollte. Wir wünschen viel Spaß beim Hören der Episode!
51:29 21.09.2022
Die Transformation der nextN - Jenko Scheffer
Der Weg aus einer erzkonservativem Unternehmenskultur hin zu einem agilen Unternehmen Die nextN GmbH ist eine 100%ige Tochter der Neuenhauser Unternehmensgruppe, die round about 35 Unternehmen zählt und im Bereich des Maschinenbaus tätig ist. Die nextN GmbH fungiert innerhalb der Unternehmensgruppe als Enabler rund um digitale Prozesse. Diese Strukturierung gibt es allerdings erst seit dem die Neuenhauser-Gruppe sich auf dem Weg gemacht hat, den Herausforderungen der gestiegenen Marktdynamik entgegenzutreten. Kurswechsel hat das Unternehmen auf diesem Weg begleitet. Zu Gast bei uns im Podcast: Jenko Scheffer Jenko ist CDIO der Neuenhauser Unternehmensgruppe und gleichzeitig Geschäftsführer der nextN GmbH. Aus dieser Position heraus hat er eine tragende Rolle bei der Transformation der Unternehmensgruppe gespielt. 25 Jahre hat Jenko Erfahrung im Bereich IT gesammelt, über 20 Jahre in führender Position. Schon bevor er sich wirklich mit Begriffen wie „VUKA-Welt“ und „Komplexität“ auseinandergesetzt hat, hatte er ein Gefühl dafür, dass sich die Zusammenarbeit in der IT verändern muss, damit diese weiterhin wertstiftend arbeiten kann, ohne in vollkommener Überlastung zu versinken. Er hat aber auch die Erfahrung gemacht, dass es nicht immer einfach ist ein Mandat für Organisationsentwicklung im oberen Management zu erringen. Ohne Mandat kann man keine Organisation transformieren. In der Neuenhauser-Gruppe hat man die Notwendigkeit einer Transformation gespürt und so war auch echte Transformation möglich. Die Ausgangssituation Bei den „Neunhäusern“ ist ein Phänomen zu beobachten gewesen, welches wir oft beobachten und welches in der Regel auch der Auslöser dafür ist, dass wir als externe Berater:innen dazu geholt werden. Die Rede ist von verstopfter Wertschöpfung. Immer mehr Aufträge prasseln auf die Mitarbeiter:innen ein, aber die Aufträge werden nicht mehr finalisiert. Woran liegt das? Die vorherrschenden organisationalen Strukturen haben dazu geführt, dass sich einige – wie wir sie nennen – „Kopfmonopolo“ innerhalb der Organisation gebildet haben. Jedes Projekt musste über diese wenigen „Kopfmonopolo“ laufen. Das führt zu einer extrem hohen Belastung von einigen wenigen Führungspersonen, gleichzeitig kommen die Projekte aber nicht voran. Die Lösung: nextN Um nochmal Bezug zum Anfang zu nehmen: Die nextN GmbH gibt es in dieser Form erst seit der Umstrukturierung. Durch die neue Struktur ist es der - jetzt ausgelagerten - IT möglich sowohl „nah am Kunden“ zu sein und die Wertschöpfung effektiv zu fördern als auch digitale Prozesse innerhalb der Neuenhauser-Gruppe zu befolgen. Alle Details rund um die Transformation der Neuenhauser-Gruppe bzw. der nextN hört ihr in der neuesten Episode des Kurswechsel Podcast. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
71:21 14.09.2022
Der Weg zum neuen Organisationsdesign - Jan Sievers
Warum es nicht reicht Schablonen zu kopieren Die Transformation des Organisationsdesigns gehört bei Kurswechsel zu den Kernkompetenzen und dem Alltagsgeschäft. Allerdings ist der Weg, bis man ein neues Organisationsmodell, was den Bedürfnisses der Kund:innen entspricht, ausgearbeitet hat, ein komplexer langwieriger Prozess. Jede Organisation ist eben einzigartig und muss ein Stückweit auch ihre eigene Lerngeschichte beschreiten. Auf diesem Weg stehen wir als Berater:innen mit Rat und Tat zur Seite. Der Weg zum neuen Organisationsdesign Bei Kurswechsel hat sich über die Jahre ein Vorgehen etabliert, mit dem wir effizient und problemorientiert das Organisationsdesign unserer Kund:innen anpassen können ohne Schablonen – wie z.B. das Spotify-Modell – einfach zu kopieren. Zunächst arbeiten wir das konkrete Problem heraus, welches gelöst werden soll. Anschließend arbeiten wir mit den Verantwortlichen einige unserer Navigationshilfen durch, um eine gedankliche Grundlage für Organisationsentwicklung zu schaffen, damit die Beteiligten innerhalb der Kund:innenorganisation das spätere Vorgehen besser nachvollziehen und langfristig gesehen, die Transformation ohne uns Kurswechsler:innen begleiten können. Alternatives Vorgehen in der Organisationsentwicklung? Im neuesten Kurswechsel Podcast hat Kurswechsler Frank Wulfes Jan Sievers von den HR Pioneers zu Gast. Die HR Pioneers bewegen sich in einem ähnlichen Umfeld wie Kurswechsel. Jan und Frank prüfen, inwiefern sich das Vorgehen der beiden Unternehmen abgleicht und wo es ggf. Unterschiede gibt. Außerdem beleuchten sie Vor- und Nachteile von verschiedenen Herangehensweisen. Wir wünschen viel Spaß beim Hören der Episode!
48:02 07.09.2022
Kollegiale Beratung / Supervision als Prävention zur Systemabsorption
Warum man sich als Beratender nicht vom Kund:innensystem überrumpeln lasse darf Berater sind deswegen besonders wertvoll, weil sie sich noch nicht an das Kund:innensystem angepasst haben und daher Schwachstellen sehen, die den Menschen, die schon mehrere Jahre in der Organisation tätig sind verborgen bleiben. Nun läuft man als Berater eventuell Gefahr, sich auch dem System der Kund:innen anzupassen, gerade wenn sich ein Projekt über einen längeren Zeitraum erstreckt. Supervision und kollegiale Beratung als Prävention zur Systemabsorption Diese beiden Methoden Supervision und kollegiale Beratung helfen dabei, den unvoreingenommenen „Beraterblick“ aufrecht zu halten und wichtige Impulse für die Organisation zu liefern. Im Ablauf unterscheiden sich beide Methoden kaum voneinander. Kollegiale Beratung eignet sich sehr gut, wenn es sich um einen konkret zu lösenden Fall handelt, während es bei der Supervision eher darum geht einen allgemeinen Zeitraum zu reflektieren, um stetige Weiterentwicklung zu ermöglichen. Ablauf von kollegialer Beratung bzw. Supervision Zunächst muss man einige Rollen festlegen, damit ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist: 1. Moderator/Zeitwächter 2. Fallgeber 3. Beratende 4. Ggf. Sekretär (um Lösungsvorschläge auch definitiv schriftlich festzuhalten) 1. Phase: Der Fallgeber strukturiert seine Gedanken, um den Fall im Anschluss strukturiert darzustellen und eine klare Erwartung (Ziel) an die Beratenden zu formulieren, welches Problem gelöst werden soll. Die Beratenden schweigen. 2. Der Fallgeber schildert strukturiert den Fall. Die Beratenden hören ausschließlich zu. 3. Die Beratenden stellen inhaltliche Rückfragen. Eventuell einigt man sich auch auf eine Methode, wie z.B. Hypothesenbildung, um das dargestellte Problem zu lösen. 4. Beratung durch die Beratenden. Visuell werden beide Parteien voneinander getrennt, um jeden Lösungsvorschlag zunächst gleichwertig wahrzunehmen. Der Fallgeber hört ausschließlich zu. 5. Der Fallgeber kann die Beratung für sich sortieren und bewerten. Nützliche Zusatztipps: Es macht Sinn als Moderator jemanden einzusetzen, der schon etwas Erfahrung mit der Methode oder vergleichbaren Methoden hat, damit ein wirklich produktiver Austausch gewährleistet wird. Außerdem darf die Besetzung der Beratenden gern sehr divers sein, damit man möglichst viele unterschiedliche Perspektiven auf das Probleme entstehen. In der neuesten Episode des Kurswechsel Podcast stellen die Kurswechsler:innen Alina Meyerdiercks und Frank Wulfes diese Methoden vor und geben interessante Einblicke in die direkte Berater:innenpraxis. Wir wünschen viel Spaß beim Hören und viele neue Erkenntnisse!
38:36 31.08.2022
Schutzraumexperimente in der Organisationsentwicklung
Schutzraumexperimente als Werkzeug zur bewussten Irritation von Organisationen Schutzraumexperimente spielen in unserer Arbeit als Organisationsentwickler eine entscheidende Rolle. Sie geben die Möglichkeit ganz bewusst, Dinge zu verändern oder auch Dinge möglich zu machen, die normalerweise schlichtweg verboten sind. Auf der Basis von guten Hypothesen gelangt man so an das versteckte Potenzial von Unternehmen. In diesen Experimenten machen Mitarbeitende, die sich bestenfalls freiwillig gemeldet haben, eine Lernerfahrung, die man später auf die gesamte Organisation anwenden kann. Mit diesen gesteigerten Erfahrungswerten legt man los und fängt an, die Organisation ein Stück weiter in die richtige Richtung zu schubsen. So weit so gut, aber warum braucht es dazu so ein aufwendiges „Schutzraumexperiment“? Um das besser zu verstehen, stellen wir kurz einen kleinen Versuch vor, der das Problem veranschaulicht: Man hat Affen in ein Gehege gepackt, an dessen Decke befanden sich Bananen und es gab auch eine Leiter, mit der man die Bananen theoretisch sehr einfach erreichen konnte. Allerdings wurde jeder Affe, der versucht hat, an die Bananen zu kommen auf der Leiter mit Wasser abgespritzt. So hat irgendwann jeder Affe die Erfahrung gemacht, dass man die Leiter besser nicht betritt, wenn es trotzdem noch einer versucht hat, wurde er sogar akribisch davon abgehalten. Irgendwann hat man einen neuen Affen in das Gehege gesetzt. Natürlich hat dieser probiert an die Bananen zu kommen, aber er hat auch schnell gelernt, „dass man das hier eben nicht so macht“. Diesen Vorgang hat man ein paar mal wiederholt, bis irgendwann nur noch Affen im Gehege waren, die nie von einem Wasserstrahl abgespritzt wurden, trotzdem ist niemand die Leiter hochgegangen. Wer jetzt behauptet: „Ok, Affen sind vielleicht so beeinflussbar, aber Menschen doch nicht“, den müssen wir enttäuschen. Es gibt ein sehr ähnliches Experiment, bei dem 9 Schauspieler im Wartezimmer einer Arztpraxis immer wenn ein Signal ertönt aufstehen und so eine 10. Person beeinflussen. Am Ende des Experiments stehen 10 nicht-eingeweihte Menschen immer bei dem Signal auf und wissen gar nicht warum. Dazu gibt es auch ein spannendes Video auf YouTube, wo man das ganze beobachten kann. Was heißt das konkret für Organisationen? Es braucht diese Schutzraumexperimente, damit man mal bewusst „Verbotenes“ tun kann bzw. Dinge einfach mal anders macht. Denn wir Menschen gewöhnen uns sehr schnell an unsere Umwelt und passen uns entsprechend an, ohne dass wir es merken. In der neuesten Episode des Kurswechsel Podcast besprechen die Kurswechsler Arne Schröder und Frank Wulfes, wie man so ein Experiment idealerweise durchführt und worauf man unbedingt achten sollte, damit es erfolgreich wird. Wir wünschen viel Spaß beim Hören der Episode und viele neue Erkenntnisse!
43:05 24.08.2022
Es geht doch um die Menschen!
Wer sinnvoll an Organisationen arbeiten möchte, muss die Menschen ignorieren Viele Menschen, die sich mit der Systemtheorie auseinandersetzen, würden diesen Satz so oder so ähnlich unterschreiben. Auch wir bei Kurswechsel nutzen die Perspektive der Systemtheorie neben den Perspektiven der BWL und der Psychologie in unserer Arbeit – Stichwort: Licht am Fahrrad. Die Systemtheorie ist unmenschlich Laut der Systemtheorie bestehen Organisationen nicht aus Menschen, sondern aus Kommunikation. Die Menschen bringen sich nur in dem Maße in die Organisation ein, wie es die Rolle innerhalb der Organisation fordert. Etwas vorschnell könnte man zu dem Schluss komme, dass der Organisation die Menschen dann ja weitgehend egal sind. Kein besonders menschenfreundlicher Ansatz. Aber es geht ja doch um die Menschen Natürlich erfüllt man auf der Arbeit eine andere Rolle als vielleicht im Sportverein oder in der Familie. Deswegen ist es aber noch lange nicht egal, wer in der Organisation eine bestimmte Rolle ausfüllt. Jeder bringt seine eigene Lerngeschichte mit und füllt dementsprechend die Rolle der Organisation aus, bestimmte Nuancen werden sich immer unterscheiden. Frag nicht „WIE?“, sondern frag „WER?“ Darüber hinaus raten wir bei Kurswechsel in komplexen Kontexten immer dazu, zu fragen „WER hat das größte Talent…?“ „WER kann am besten xy…?“ Anstelle von der klassischen Frage: „WIE kann man…?“, welche meistens noch genutzt wird, aber in komplexen Umfeldern völlig nutzlos ist. Die Kurswechsler Arne Schröder und Frank Wulfes sind sich sicher, gerade der Ansatz der Systemtheorie ist ein besonders humanistischer und stellt auch den Menschen in den Fokus. In aller Ausführlichkeit gibt´s das Thema in dieser Podcast Episode. Wir Wünschen viel Spaß beim Hören und viele neue Erkenntnisse.
49:17 17.08.2022
Hurra! Ein Konflikt
Warum wir Kurswechsler „Hurra!“ schreien, wenn wir einen Konflikt registrieren Um eine Sache direkt vorwegzunehmen: Natürliche finden wir zwischenmenschliche Konflikte, die in großen Streitigkeiten enden oder an denen Beziehungen sogar zerbrechen auch nicht großartig. So geht es wahrscheinlich den allermeisten Menschen. Die meisten Konflikte rauben Zeit und Energie und sollen schnellstmöglich gelöst werden oder am besten gar nicht erst entstehen. Nichtsdestotrotz lohnt es sich für uns Kurswechsler definitiv zweimal hinzugucken, wenn wir Konflikte in einer Organisation beobachten. 3 unterschiedliche konflikttypen: Für einen besseren Überblick unterscheiden wir die folgenden drei Konflikttypen voneinander: 1. Gefühlskonflikt zwischen Talenten. Hier werden sich zwei „Könner“ nicht einig, da sie unterschiedliche Ideen für dieselbe Problemlösung im Kopf haben. Wer am Ende Recht hat, das kann nur mit ausprobieren und lernen herausgefunden werden. 2. Der Stellvertreterkonflikt Die Menschen in Organisationen verhalten sich vernünftig. Daher ist es spannend zu schauen, welche Rolle führt der Mensch in der Organisation gerade aus und sind an diese Rolle bestimmte Erwartungen geknüpft, die ihn dazu veranlassen in einen Konflikt zu treten? 3. Echte Persönlichkeitskonflikte Von diesem Konflikt wird behauptet, er trete am häufigsten auf. Die Wissenschaft bestätigt, dass er tatsächlich mit Abstand am seltensten auftritt. Dass Menschen wirklich aufgrund ihrer tiefen Persönlichkeit einfach nicht miteinander auskommen, ist eher unwahrscheinlich. Ein Konflikt – die Warnlampe jeder Organisation Für uns Organisationsentwickler sind Konflikte unfassbar spannend, weil sie immer ein Indiz darauf geben, an welchen Stellen die Organisation noch nicht ihr volles Potenzial ausschöpft und wo organisationale Rahmenbedingen noch angepasst werden müssen. Übrigens, nicht jeder Konflikt ist schädlich, manche sollte man im Sinne der Organisation tatsächlich lieber aushalten, anstatt sie zu lösen. Warum? Das erfahrt ihr in der neuesten Episode des Kurswechsel Podcast. Wir wünschen viel Spaß beim Hören und viele neue Erkenntnisse!
28:44 10.08.2022
Leidende Menschen, überforderte Organisationen: Woher kommt das Leid in Organisationen?
Es ist Mittwoch und das heißt: Es wird wieder Zeit für eine neue Episode im Kurswechsel Podcast Heute haben wir Christina Grubendorfer bei uns zu Gast. Christina beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit Organisationsentwicklung und Organisationsberatung. Seit 2009 ist sie Geschäftsführende Gesellschafterin der LEA GmbH, darüber hinaus hostet sie den gleichnamigen Podcast, ist auf einschlägigen Veranstaltungen als Speakerin unterwegs und Autorin zweier Bücher: „Einführung in systemische Konzepte der Unternehmenskultur“ und „Leadership Branding: Wie Sie Führung wirksam und Ihr Unternehmen zu einer starken Marke machen“ Warum muss Arbeit eigentlich immer „besser gemacht werden? Allen voran verbindet Christina und Kurswechsel die Mission, unter der beide Parteien antreten: Arbeit soll nicht mehr als etwas Anstrengendes und Nerviges gesehen werden, sondern im besten Falle sogar richtig Spaß machen. Bei uns manifestiert sich dieses Bestreben in unserem Claim: „Wir machen Arbeit wert(e)voll“ und bei Christina über die Webadresse ihres Unternehmens, zur LEA GmbH gelangt man über die Adresse „become-better.org“. Jetzt muss man sich aber die Frage stellen, warum es überhaupt so viele Menschen braucht, die das Arbeiten in den Organisationen angenehmer gestalten wollen. Natürlich kommt einem direkt die jährlich erscheinende Gallup-Studie in den Kopf, wo man sehr deutlich ablesen kann, dass sich die meisten Menschen kaum mit ihrer Arbeit identifizieren, daher eher mit „freizeitorientierter Schonhaltung arbeiten und letztlich darunter auch die Gesamtorganisationen leiden. Die Ursache für alles Leid der Arbeitswelt, ist der Mensch ….könnte man annehmen, wenn man dieser Logik folgt. Das führt dann zu dem Feeldgood-Management, was wir aktuell in vielen Organisationen erleben. Kurzfristig mag das eine nette Abwechslung sein, langfristig gesehen verbessert sich die eigentliche Arbeit dadurch nicht. Der Geneigte Hörer und die geneigte Hörerin werden wissen, dass wir Kurswechsler eine andere Ursache für das Leid der Menschen sehen. Diese Perspektive wird in der aktuellen Episode nochmal um den Blickwinken von Christina erweitert. Herausgekommen ist eine sehr spannende und informative Episode. Wir wünschen viel Spaß beim Hören und viele neue Erkenntnisse!
29:27 03.08.2022
Die Kunst der Priorisierung
Warum wird Priorisierung in der heutigen Zeit immer wichtiger? In der heutigen Zeit prasselt eine unfassbare Informationsdichte auf uns ein. Dabei bekommen wir es oft nicht hin, die Informationen richtig einzuordnen, daraus die richtigen Aufgaben abzuleiten und schließlich auch voranzukommen, indem man Aufgaben abarbeitet. Wir Menschen fallen oft in die Routine 1000 Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen, dabei verzetteln wir uns allerdings zu oft. Multitasking verbrennt unfassbar viel Zeit und Energie. Wir arbeiten zwar ständig, aber können nichts erledigen. Wie sieht es auf Teamebene aus? Tatsächlich ist das auch ein häufiger Grund, warum Unternehmen mit uns kontakt aufnehmen: Die Teams bekommen ihre Projekte nicht fertig. Schauen wir uns das Unternehmen dann genau an, stoßen wir auf riesige Excel-Listen, wo man die Projektplanung ablesen kann. Mathematisch ist das durchaus logisch, aber praktisch überhaupt nicht funktional. Wie soll man sich denn zu 13% in ein Projekt einbinden, zu 63% in ein zweites und womöglich sogar noch irgendwie in ein drittes? Bis man sich bei einem Projekt halbwegs einen Überblick verschafft hat, muss man ja schon wieder ins nächste switchen. Die Ebene der Organisation: Natürlich ist das Thema auch für die Gesamtorganisation von höchster Wichtigkeit. Um sich als Company zu entwickeln, muss man bestimmte Fokui setzen. Das fällt den meisten Organisationen immer schwerer. Ein Klassiker in Organisationen: Jeden Monat wird eine neue Projektidee auf Hochglanz Folie dem Topmanagement präsentiert und jedes Mal ist die Reaktion: „Super Sache, machen wir!“. Nächsten Monat kommt der nächste und auch dessen Idee ist wunderbar und soll umgesetzt werden. Keiner fragt jedoch auch mal danach, ob andere Projekte dafür gestoppt werden müssen. Wie kann Priorisierung funktionieren? In der neuesten Episode des Kurswechsel Podcast besprechen die Kurswechsler Frank Wulfes und Dietmar Heijenga, wie es funktionieren kann. Grundsätzlich muss Multitasking verhindert werden und die Themen erstmal konkret benannt und eingeordnet werden, sonst verzetteln wir uns zu schnell in unserer komplexen Welt. Frank und Dietmar teilen außerdem einige weitere Tipps und Tricks, damit Priorisierung gelingen kann. Sowohl für den Einzelnen als auch für eine gesamte Organisation. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
43:50 27.07.2022
Die Transformation der neusta destination solutions
Wie kann eine Transformation erfolgreich gelingen? In der heutigen Episode des Kurswechsel Podcast hat sich Kurswechsler Frank Wulfes seinen Kollegen Frank Düsterbeck und Sebastian Mattner von neusta destination solutions (neusta ds) geschnappt. Die neusta ds bietet digitale Lösungen für die Tourismusbranche an und hat in den letzten Jahren einen großen Wandel hinter sich. Sebastian hat diesen Wandel miterlebt und auch mitgestaltet. Er ist als Vertriebler ins Unternehmen gekommen und seit Okt. Teamleiter „Business Development“. Aus dieser Position heraus hat er die Transformation entscheidend angetrieben. Anfang des Jahres war Sebastian auch Teil des 1. Flights unserer Kurswechsel OrgCoach Ausbildung. Die Ausganglage bei neusta ds Bei der neusta ds wurde in einem klassischen Abteilungssystem gearbeitet. So gab es die Abteilung Produktentwicklung, Vertrieb, Test usw. Viele Projekte liefen parallel zueinander und die Mitarbeitende hatten große Probleme, ihre Deadlines einzuhalten. Außerdem hat man es nicht geschafft, Projekte wirklich durchzuziehen, sondern Projekte haben sich über längere Zeiträume gezogen. So war man ständig mit Arbeit überschüttet, aber irgendwie ist man nicht vorangekommen. Tatsächlich hat man dann sogar schon angefangen die Prozesse zu optimieren, aber nur innerhalb der Abteilungen. Das sollte die Probleme allerdings nicht lösen. Aktueller Stand: In der Organisation hat sich einiges getan. De neusta ds ist nicht mehr in Abteilungen organisiert, sondern es haben sich wertschöpfungsmächtige Teams gebildet, die ihren Aufgabenbereich nahezu autark ausfüllen können. Mitarbeitende aus allen Abteilungen wurden so aufgeteilt, dass jedes Team mit allen Kompetenzen ausgestattet ist, um Projekte zu realisieren. Lediglich der Vertrieb ist als Einzelzelle ausgelagert und das Graphik-Team arbeitet als „eigenes Shopsystem“ innerhalb der Organisation. Die neue Struktur führt dazu, dass Projekte in einem angemessenen Zeitraum umgesetzt werden, die Wertschöpfung viel näher am Kund:in passiert und nebenbei auch die eigenen Produkte stetig optimieren werden. Letztendlich hat es die neusta ds geschafft, sich zu einer lernenden Organisation zu entwickeln und sich ständig an die neuen Herausforderungen des Marktes anzupassen. Der Weg dahin lief natürlich nicht ganz gradlinig, welche Herausforderungen sie im Speziellen meistern mussten und was der Erfolgsfaktor Nummer 1 war, dass erfahrt ihr in der Episode. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
52:32 20.07.2022
Methoden der Vergangenheit und die heißen Trends von heute
In der heutigen Podcast Episode hat sich Kurswechsler Frank Wulfes einige Methoden geschnappt und diese auf ihre Wirksamkeit überprüft. Besonders interessant dabei ist, dass er insgesamt 10 Methoden herausgesucht hat, 5 davon aus jüngerer Vergangenheit und 5, bei denen der ein oder andere vielleicht behaupten würde: Diese Methode ist lange nicht mehr zeitgemäß. Aber wir alle haben es bestimmt schonmal erlebt: Neu heißt nicht zwangläufig auch immer besser und Altbewehrtes kann auch in Zukunft praktikabel sein. 5 Methoden der jüngeren Vergangenheit: 1. Scrum: Wahrscheinlich das meistzitierte Tool der jüngeren Vergangenheit. Es eignet sich hervorragend, um Projekte in einem komplexen Umfeld zu entwickeln. (Podcast Episode zu Scrum) Design Thinking: Mit diesem Tool versucht man sich ganz spezifisch auf die Sicht der Kund:innen zu fokussieren, damit ein Produkt entsteht, welches den wirklich Kund:in zufriedenstellt (Podcast zu Episode Design Thinking) Personasmethode: Diese eignet sich gut zur Ergänzung der beiden obigen Methoden. Man erstellt ein Profil des Wunschkund:in und nimmt seine Bedürfnisse ganz genau unter die Lupe. Wichtig ist, das Profil später auch mit realen Kund:innen abzugleichen. Produktvision: Eignet sich wunderbar, um eine Richtung für ein neues Produkt zu finden. Story Mapping: Hierbei bringt man sein Produkt schnellstmöglich in Kund:inkontakt und kreiert eine sog. Costumer Journeys, um anschließend das Produkt iterativ zu optimieren. Es folgen 5 ältere Methoden, die deswegen aber nicht weniger gut sind: Walt Disney Methode: Es gibt drei Phasen. 1. Träumer; 2. Kritiker; 3. Realist. Am Ende bleibt eine Idee, die man konkret in die Umsetzung bringen kann. In bestimmten Kontexten kann dies dem modernen Design Thinking überlegen sein. Stakeholder Analyse: Eine gute Methode, um herauszufinden: Wer beeinflusst mein Vorhaben eigentlich gerade? Daraus kann man für sich das richtige Handeln ableiten. Teamsensor: Dieses Tool schafft die Möglichkeit sich als Team über einen längeren Zeitraum stetig und messbar zu verbessern und fördert so die Zusammenarbeit (Podcast Episode zu Teamsensor verlinken) Risikoanalyse: Auch ein Tool, was man eher dem „alten“ Managementwerkzeugkasten zuordnen würde, aber gerade heute, in dieser dynamischen Umgebung, in der wir leben, macht es total Sinn, sich einen Überblick über etwaige Risiken zu verschaffen. Circle of influence: Ab und zu verfallen Teams in der Routine, ständig nur über Probleme zu meckern, auf die sie jedoch gar keinen Einfluss haben. Dieses Tool funktioniert wunderbar, um sich wieder deutlich vor Augen zu führen, was wir eigentlich beeinflussen können, um dieses dann auch anzupacken. Ein grober Überblick mag nicht komplett ausreichen, um die einzelnen Stärken und Schwächen der Methoden komplett zu erkennen und sie auch in der Praxis so durchzuführen, dass die Magie der Tools zum Leben erweckt wird. Dafür haben wir jetzt natürlich den Podcast. Wir wünschen viel Spaß beim Hören der Episode und viele neue Erkenntnisse!
28:09 13.07.2022
Hier geht’s ums Prinzip – Die Neusta Werte AG zu Gast im KW-Podcast
Jedes Unternehmen, dass heutzutage was auf sich hält, hat doch einen Wertekodex, oder? Zumindest ist das unsere Erfahrung bei Kurswechsel. Wenn wir Projekte begleiten, begegnet uns schon mal das ein oder andere Plakat, auf dem man dann die verschiedensten Werte ablesen kann. Leider haben diese Werte im tatsächlichen Alltag wenig bestand bzw. man weiß überhaupt nicht, wie man sie mit Leben füllen soll. Die Neusta AG zu Gast im Kurswechsel Podcast Heute zu Gast in unserem Podcast sind Luisa Strelow und Manne Wolf, die beiden gestalten u.a. zusammen mit Kurswechslerin Alina Meyerdiercks, die diese Episode moderiert, die Neusta Werte AG. Die Frage: Wie wollen wir zusammenarbeiten? Beschäftigt Team Neusta seit seiner Gründung. Schon der Gründer hat sich in den 90er Jahren stark für eine Vertrauenskultur ausgesprochen und gegen ständige Kontrolle. Nachdem die Neusta aber stark gewachsen ist und sich auch immer weiter ausdifferenziert hat (Kurswechsel ist ebenfalls Teil der Neusta-Familie), stieg der Wunsch, diese „Werte“, die Neusta immer ausgemacht hat, auch in diesem großen Unternehmensgeflecht weiter aufrecht zu halten. Die Werte AG entscheidet sich gegen Werte? Bei den ersten Treffen stellte man schnell fest, dass Werte eigentlich nicht das Mittel der Wahl sein können. Werte haben etwas mit Gefühl zu tun und Gefühle kann man eben nicht einfach festlegen. Wer da tiefer einsteigen möchte, ist herzlich eingeladen HIER nochmal reinzuhören. Alina und Arne dröseln das Thema in dieser Podcast Episode sehr gut auf. Anstelle von Werten sind Prinzipien gerückt. Man hat sich für 5 Prinzipien entschieden, die man anschließend sowohl in der Geschäftsführer-Runde als auch bei den Mitarbeitende vorgestellt hat und überall war das Feedback sehr positiv. Außerdem haben die drei besprochen, was man unbedingt beachten sollte, wenn man die richtigen Prinzipien für eine sehr diverse Gruppe von Menschen ausarbeiten möchte und wie man diese Prinzipien im Anschluss auch zum Leben erweckt. Wir wünschen viel Spaß beim Hören der Episode!
34:37 06.07.2022
CREW - zusammen innovativ
Wie kann man im eigenen Unternehmen Innovation fördern? Heute zu Gast im Kurswechsel Podcast haben wir Maximilian Richter und Jens Schneider. Die beiden arbeiten zusammen bei der Crew Innovation GmbH, welche auch ein Teil der neusta Familie ist, wo auch Kurswechsel zuhause ist. Durch die enge Verbindung haben wir sogar schon das ein oder andere Projekt zusammen begleitet und da war es längst überfällig, dass wir zusammen eine Podcast Episode aufnehmen. Wie kann konkrete Innovation aussehen? Jens und Maximilian unterscheiden im Groben zwei unterschiedliche Innovationsvorhaben. Zum einen, wenn es tatsächlich um ein konkretes Produkt oder einen Prozess geht, der innoviert werden soll, zum anderen, wenn sich das Unternehmen die Entscheidung trifft, dass sie Innovation größer denken und quasi fest etablieren wollen, dann hilft Crew auch dabei Ökosysteme in den Unternehmen aufzubauen, welche anschließend stetig Innovationsvorhaben anstoßen und umsetzen. Handelt es sich um Fall 1 unterscheiden die beiden nochmal zwischen zwei Rollen, die sie für die Organisation einnehmen können. Zum einen der Coach, der den Innovationsprozess anstößt und anleitet, zum anderen den – wie er intern liebevoll genannt wird – „Macher“, der Innovationsprojekte aktiv mitumsetzt. Innovation – was ist dabei besonders wichtig? Ähnlich, wie wir bei Kurswechsel beschreiben auch Maximilian und Jens, dass es wichtig ist einen Mandatsträger für das jeweilige Vorhaben zu gewinnen. Sprich eine Person mit formaler Macht, die das ganze Projekt absegnet. Des Weiteren sollte man niemals den Fehler machen und Menschen kategorisch aus dem Prozess ausschließen. Jeder sollte die Chance habe, sich einen Überblick auch über dieses Projekt zu verschaffen und vielleicht sogar seine Idee miteinzubringen. Außerdem kann Innovationsarbeit schnell mal von Außen wie „spaßiges Rumarbeiten“ aussehen, dem ist natürlich nicht so und davon können sich die Mitarbeitende dann auch selbst überzeugen. Innovationsarbeit hat nichts mit einem Daniel Düsentrieb zu tun, der im Keller sitzt und auf unerklärbare Art und Weise einen Kassenschlager nach dem nächsten hervorbringt. Innovation folgt Strukturen und Abläufen und um wirklich innovativ zu sein, braucht es eine Menge Disziplin. Wie so ein Vorhaben konkret aussehen kann, dass hört ihr in dieser Podcast Episode. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
40:21 29.06.2022
Kontrolle ist gut - Vertrauen ist besser!
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? In vielen Unternehmen lässt sich immer noch ein gigantisch großes Regelhandbuch finden. Dieses Handbuch stammt meist aus langen vergangenen Jahren und hatte da auch noch einen Sinn. Wie das bei vielen – nennen wir sie mal Artefakte – aus dem taylorischen Zeitalter ist, geht es auch hier um Komplexitätsreduktion. Wenn ich ein dickes Regelbuch habe, dann weiß ich ja eigentlich auch wie sich die Menschen verhalten – nämlich so, wie vorgeschrieben. Wenn ich weiß, wie sie sich verhalten, dann kann ich ihr Verhalten jetzt sogar „optimieren“. Und nach genau dieser Logik wurden Organisationen über viele Jahre hinweg gebaut. Dem Regelhandbuch gehen die Seiten aus… Seitdem das Ursprüngliche Regelwerk geschrieben worden ist, ist in den meisten Unternehmen schon sehr viel Zeit vergangen. Man hat sich fleißig Mühe gegeben es immer aktuell zu halten und die Regeln den neuen Umständen der modernen Zeit anzupassen, aber diesen Versuch kann man in den allermeisten Unternehmen wohl als gescheitert ansehen. Da das Regelbuch keine Wirkung mehr hatte, haben sich die Unternehmen etwas Neues ausgedacht. Seit einiger Zeit ist es im Trend Unternehmensleitbilder mit Kernwerten auszurufen. Ein Wert, den man immer findet, ist „Vertrauen“ „Bei uns herrscht eine Vertrauenskultur“… Das wird teilweise in Unternehmen so oder so ähnlich tatsächlich ausgerufen und wie von Zauberhand vertrauen sich auf einmal alle Kolleg:innen untereinander und können sich zu 100 Prozent aufeinander verlassen. Schön wäre es. Vertrauen ist ein komplexes Gefühl, das kann man nicht einfach ausrufen, das muss anders entstehen. Und wie? Darüber sprechen die beiden Kurswechsler:innen Alina Meyerdiercks und Arne Schröder in dieser Episode des Kurswechsel Podcasts. Viel Spaß beim Hören und viele neue Erkenntnisse!
43:13 22.06.2022
Wenn das Büro ruft und keiner geht hin
Hotel, mobiles Arbeiten oder beides? Ein Ruck ging durch Social Media. Zwei internationale Top-Konzerne haben ihre Mitarbeitenden wieder zurück ins Büro geordert. Auch in Deutschland ist die Diskussion rund um mobiles Arbeiten wieder so heiß wie nie. Die SARS-CoV-2-Arbeitsschtzverordnung ist ausgelaufen und das stellt auch Deutsch Unternehmen wieder vor neue Probleme. Der Homeofficetrend ist vorbei – tauchen Mitarbeitende im Homeoffice unter? Am Anfang lief doch alles so gut! Die Unternehmen haben sich blitzschnell an die Dynamik der Außenwelt angepasst. Die Menschen sind ins Homeoffice gewechselt und die Effizienz ist sogar gestiegen. Von der anfänglichen Euphorie ist jetzt nur noch sehr wenig zu spüren. Teilweise tauchen Mitarbeitende komplett unter und es hat sich auch herausgestellt, dass es gewisse Angelegenheiten gibt, die man vielleicht doch besser in Präsenz bespricht. Natürlich bekommt bei diesen Voraussetzungen so mach ein Manager:in kalte Füße. Schaut man in die Psychologie wird es klarer. Ein Grundbedürfnis von uns Menschen ist Sicherheit und dieses Grundbedürfnis ist bei vielen Menschen sehr ausgeprägt. Also, Kommando zurück, alle zurück ins Office! Rein aus der BWLer-Brille betrachtet macht die Office-Pflicht ja sogar fast Sinn, aber man sollte sich auf jeden Fall auch die anderen Brillen aufsetzen, bevor man vorschnelle Entscheidungen trifft. In der neuesten Episode des Kurswechsel Podcast betrachten die Kurswechslerinnen Alina Meyerdiercks und Franziska Wienß das Thema aus 3 unterschiedlichen Brillen. Zum einen die bereits angesprochene Brille der BWL, die Arbeitspsychologische Brille und die Systemtheoretische Brille. Und dann wollen wir mal schauen, ob eine Homeoffice Pflicht wirklich der beste Weg ist. Viel Spaß beim Hören der Episode!
28:47 15.06.2022
Zentral vs. dezentral - Flexibilität statt Effizienz?
Sollte man Effizienz gegen Flexibilität eintauschen? Wenn wir bei Kurswechsel unterwegs sind und aktiv ganzheitliche Organisationsentwicklung betreiben kommt immer die Frage auf: Steuern wir Dieses oder Jenes „zentral oder dezentral?“ Und darauf eine richtige Antwort zu geben, fällt gar nicht so leicht. Heute haben wir das Rückspiel z unserer Episode von letzter Woche. Das bedeutet Arne hat dieses Mal Frank mit einem Thema überrascht und die beiden versuchen jetzt eine passende Antwort auf diese Fragestellung zu geben. Zentral vs. Dezentral – was sind die wichtigsten Argumente? Wenn wir anfangen Organisationsentwicklungsprogramme anzustoßen, bekommen wir durchaus schnell mal Gegenwind von der Chefetage: Da geht uns doch die Effizient verloren!“ Und das ist grundsätzlich auch nicht gleich falsch. Wenn man in dezentralen, selbstorganisierten Zellen arbeiten muss man vielleicht etwas von dem Skaleneffekt einbüßen. Außerdem können nicht alle Mitarbeitenden aus einer Organisation mit allen Programmen, Computern etc… gleichgut umgehen. Wird innerhalb einer Organisation also rotiert oder eine Zelle muss Arbeit an eine andere Zelle abgeben, kann es zu Problemen kommen. Anderseits kann man als selbstorganisierte Zelle sich genau die Programme und Tools herauspicken, die am besten funktionieren. Man ist nicht auf eine zentrale Institution angewiesen, wenn es zu Überraschungen kommt, also vielleicht ein Gerät nicht mehr funktioniert oder sich ein Kund:innenwunsch rasant verändert. Man ist eben flexibler in seinen Handlungsweisen. Zentral oder dezentral – na was denn jetzt? Es gibt auf diese Frage keine allgemeingültige, richtige Antwort. Jede Organisation muss dies für sich ausprobieren und entscheiden. Wichtig ist, ein Verständnis davon zu haben, dass es beide Möglichkeiten gibt und dann ist es Aufgabe der Führung zu entscheiden, was zentralisiert wird und was eben nicht. Die Kurswechsler Frank Wulfes und Arne Schröder haben sich in dieser Episode über diese Fragestellung den Kopf zerbrochen und ein paar Erfahrungen mit uns geteilt, die sie gemacht haben, als sie eine Organisation zu diesem Thema begleitet haben. Viel Spaß beim Hören!
35:39 08.06.2022
Open Space Technology
In der heutigen Episode des Kurswechsel Podcasts haben die Kurswechsler Arne Schröder und Frank Wulfes ein kleines Experiment gewagt Die beiden haben sich zur Aufnahme verabredet, aber vorher kein Thema festgelegt. Stattdessen hat Frank Arne mit einem Thema überrascht. Frank hat sich für das Thema Open Space Technology entschieden. Herausgekommen ist eine sehr spannende und informative Episode. Wie ist es zu diesem Format mal gekommen – eine kleine Anekdote Ein Mann namens Harrisson Owen hat ein großes Event organisiert, auf dem sich die Gäste über verschiedene Themen informieren und neues lernen konnten. Um die Konferenz möglichst informativ zu gestalten hat er hochrangige Menschen eingeladen und aufwendige Vorträge anfertigen lassen. Als die Konferenz dann vorbei war, kam man allerdings zu der Erkenntnis, dass bei all den minuziös geplanten Vorträge das Beste und Lehrreichste die Kaffeepausen waren. So kam er zum Entschluss, dass es dich eigentlich ein Event braucht, welches ausschließlich aus Kaffeepausen besteht – die Open Space Technology war geboren. Open Space Technology – ein mächtiges Format In unserer Arbeit als Organisationsentwickler können wir die Technik in vielen Bereichen einsetzen und richtig angewandt entsteht immer eine unfassbare Energie, mit der man Probleme lösen kann oder sich konstruktiv und effektiv weiterbilden kann. Ein paar Kleinigkeiten sollte man aber auf jeden Fall beachten, wenn man sich die Open Space Technology zu Nutze machen möchte. Was das ist das erfährst Du im neuesten Kurswechsel Podcast. Wir wünschen viel Spaß beim Reinhören!
35:33 01.06.2022
Hans-Jürgen Heinecke - Führungskräfte - ausgediente Helden?
Heute zu Gast in unserem Kurswechsel Podcast ist Hans-Jürgen Heinecke Hans-Jürgen hat eine bewegte Vita hinter sich und konnte schon einige Erfahrungen in der Berufswelt machen. Angefangen hat er als Wirtschaftsprüfer, anschließend ist er zu Mercedes – was damals noch Daimler Benz hieß – gewechselt und dann führe ihn sein Weg in die Beratungsbranche. Heute ist er Buchautor, Dozent und Berater für die oberen Führungsebenen. Führung in klassischen Organisationen Die klassische Pyramidenstruktur in den meisten Organisationen engt die Vorstellungskraft der Organisationen massiv ein. Früher war das anders. Die Menschen, die ganz oben in der Pyramide standen hatten einen Wissensvorsprung und waren fähig Befehle rauzugeben, die vom Rest der Mitarbeitenden lediglich ausgeführt werden mussten. Das Modell: „Oben wird gedacht, unten wird gemacht“ erwies sich als produktiv und erfolgreich. Die Führungskraft – eine aus der Zeit gefallene Rolle Was wir heute erleben ist, dass Führungskräfte überfordert sind mit den Anforderungen, die an sie gestellt werden. Zum einen sollen sie immer noch die Richtung vorgeben, zum anderen jetzt aber auch dafür sorge tragen, dass es den Menschen in der Organisation gut geht. Des Weiteren müssen sie ständig einen Spagat zwischen der – wie wir sagen – Vorder- und Hinterbühne machen. Die Vorderbühne, also die formellen Strukturen, muss von ihnen weiterhin bespielt werden. Das bedeutet: Reports einholen, selbst Reports anfertigen, Kennzahlen einhalten, etc… All diese Prozesse lösen aber kein echtes, vom Markt angeliefertes Problem. Diese sollten aber definitiv gelöst werden, immerhin sind diese Probleme der eigentliche Grund, warum das Unternehmen eigentlich existiert. Vorder- und Hinterbühne haben wir schon sehr ausführlich thematisiert. Wer sich da nochmal schlau machen möchte, kann das HIER tun. Die Anforderungen des Marktes haben sich verändert Heute ist das anders: „Zukunft ist nicht mehr Zukunft“, wie Hans-Jürgen es formuliert. Damit meint er, dass das Abarbeiten der immer gleichen Probleme mehr und mehr der Vergangenheit angehört. An diese Stelle treten nun komplexe Probleme. Um diese zu lösen, reicht Wissen allein nicht mehr aus. Es braucht Kreativität und mehrere Gehirne vereint, die zusammen Probleme lösen. Das Bild einer heldenhaften Führungskraft, die allein den Ton angibt, ist da völlig unpraktikabel. Welches Führungsmodell braucht es in der Zukunft? Es gibt natürlich Alternativen zu den klassischen Modellen von Frederic Taylor oder Henri Fayol, diese konnten sich aber irgendwie noch nicht so richtig durchsetzen. Ob das in der Zukunft anders sein wird und ob klassische Führung überhaupt noch eine Chance hat, das und noch vieles mehr erfährst Du in der neuesten Episode des Kurswechsel Podcast. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
53:47 25.05.2022
Organisationsanamnese – Wie man einer Organisation auf die Schliche kommt
Irgendetwas läuft hier schief, aber ich weiß auch nicht was Kennst Du das? Man hat doch durchaus mal das Gefühl das gewisse Dinge bei sich im Unternehmen nicht zu 100 Prozent rund laufen. Problematisch ist nur, dass man die Probleme oft gar nicht wirklich konkret in Worte fassen kann. Der Begriff „Betriebsblindheit“ kommt eben auch nicht von ungefähr. Man könnte sagen: Wenn man dem Wahnsinn der eigenen Organisation tagtäglich ausgesetzt ist, dann nimmt man ihn irgendwann gar nicht mehr als solchen wahr und man wird blind für die Problemzonen der Organisationen. Ein weiteres Phänomen ist, dass man sich in Organisationen gern etwas vorschnell mit Lösungen beschäftigt. Das ist eigentlich kein Wunder, man hört immer wieder: „Gute Führungskräfte denken in Lösungen und halten sich nicht lange mit Problemen auf“. Gleiches gilt für Mitarbeitende. Aber Achtung. Eine vorschnelle Lösung lenkt zu gern davon ab, dass man das eigentliche Problem noch gar nicht richtig verstanden hat. Die Lösung bekämpft dann auch meisten eher ein Symptom und nicht das eigentliche Problem. So findet man sich schneller als gedacht bei einem ähnlichen -, oder sogar beim selben Problem wieder. Was man tun kann, um die eigene Organisation besser zu verstehen Wir Kurswechsler sind als Organisationentwickler auf diese Frage gewissermaßen spezialisiert. Wir haben die eine oder andere Methode in unserem Werkzeugkasten, die man natürlich nicht einfach „einführen“ kann, aber die dabei hilft die eigene Organisation etwas besser zu verstehen. Eine unserer liebsten Methode sind die Verketteten Gespräche nach Gerd Wohland (Denkzettel 18). Dabei führt ein externer Berater Interviews durch, in denen er bewusst provokante Thesen über diese Organisation in den Raum stellt. In den ersten Gesprächen kann sich der Externe Berater auf eine ganze Menge Gegenwind einstellen. So lernt er nach und nach aber auch mehr und mehr über diese Organisation. Ca. nach 6 bis7 Gesprächen hat der Berater ein wirklich gutes Bild, wie die Organisation eigentlich so tickt. Man kommt also von einem Vorurteil zu einem tatsächlichen Urteil und findet auch Dinge heraus, die die Mitarbeitenden selbst noch gar nicht wirklich in Worte fassen können. Verkettet Gespräche sind natürlich nicht das Ende der Fahnenstange. Es gibt noch weitere Möglichkeiten mal auf die Hinterbühne der eigenen Organisation zuschauen. In dieser Episode stellen die Kurswechslerinnen Alina Meyerdiercks und Franziska Wienß einiger Methoden vor und geben noch weitere Tipps und Tricks, die eigene Organisation wirklich zu verstehen. Wir wünschen viel Spaß beim Hören!
32:13 18.05.2022
Agile Verwaltung - im Gespräch mit Falk Golinsky
Das Thema heute im Kurswechsel Podcast: Agile Verwaltung „Agile Verwaltung“, das klingt doch eigentlich wie ein Widerspruch. Wir alle kennen die endlosen Telefonleitungen, in denen man hängen leibt, wenn man nur eine einzige Frage mit einer Behörde klären möchte. Termine sind immer frühestens einen Monat später frei und der Klassiker ist natürlich: „Da bin ich gar nicht zuständig, aber ich leite sie mal eben weiter…“. Kurzum, alles, was man eigentlich mit Agilität in Verbindung bringt – Wendefähigkeit, Nutzerorientierung… - wird hier schmerzlich vermisst. Was ist denn da eigentlich los in der Verwaltung? Bei uns heute zu Gast im Podcast ist Falk Golinsky. Falk hat tatsächlich klassisch bei einer Behörde gelernt. Über Umwege ist er schließlich auch zum Thema „Agilität“ gekommen, hat eine Ausbildung zum Agile Coach gemacht und ist heute Wegbegleiter für Organisationen – mit besonderem Fokus auf öffentliche Verwaltung. Falk weiß noch sehr gut, wie das ist, bei einer Behörde seine Ausbildung zu machen. Das allererste, was man lernt und immer wieder eingetrichtert bekommt ist: „Zuständigkeit überprüfen“. Außerdem sind Verwaltungen immer einem Spagat ausgesetzt. Einerseits müssen sie sorgsam und korrekt arbeiten, anderseits natürlich auch den Kunden, also den Bürger, effizient helfen, denn dafür sind sie schließlich auch da. Seit einiger Zeit tut sich was in der Verwaltung Früher wurde Verwaltung nur aus dem Blick der Behörde betrachtet. Heute geht man immer mehr dazu über, Verwaltung auch aus der Sicht der Kunden zu sehen und sich quasi als Dienstleister zu verstehen. Aber eine Behörde durch und durch zu „agilisieren“ kann nicht das Ziel sein. Verwaltung bringt eben auch viele Aufgaben mit sich, die – wie wir sagen würden – blau sind, also von geringer Dynamik und Überraschungsdichte. Für blaue Aufgaben gilt, ob in der Verwaltung oder der freien Wirtschaft, die müssen abgearbeitet werden. Agile Tools oder dergleichen würden da mehr verwirren helfen. Aber die Prozesse in der Verwaltung, wo man tatsächlich mit Überraschungen rechnen muss, aufzuspüren und sich denen mit einer neuen Arbeitsweise entgegenzustellen, das bewegt schon unfassbar viel und kann vielleicht dafür sorgen, dass man beim nächsten Mal nicht wieder hört: „Dafür bin ich gar nicht zuständig…“
46:27 11.05.2022