Show cover of KLIMA UND KOHLE

KLIMA UND KOHLE

Klima und Kohle ordnet die Transformation unseres Energie- und Wirtschaftssystems fachlich fundiert ein. Zwischen politischen Zielsetzungen, physikalischen Gesetzmäßigkeiten und ökonomischen Rahmenbedingungen geraten zentrale Zusammenhänge im öffentlichen Diskurs häufig aus dem Blick. Dieser Podcast schafft Orientierung. Prof. Dr. Henrik te Heesen analysiert die Energiewende aus technischer und wirtschaftlicher Perspektive. Auf Basis von Physik, Ingenieurwissenschaften und Energiewirtschaft werden Entwicklungen datenbasiert, unabhängig und nachvollziehbar eingeordnet. Im Fokus stehen nicht kurzfristige Debatten, sondern langfristige Strukturen, Systeme und reale Entscheidungsräume. Jede Episode widmet sich einem zentralen Aspekt der Transformation: Stromnetze und Versorgungssicherheit, erneuerbare Energien und Speicher, Elektromobilität und Wasserstoff, Industrieprozesse, Kostenstrukturen und energiepolitische Rahmenbedingungen. Technologische Ansätze werden ebenso geprüft wie ihre wirtschaftlichen und systemischen Konsequenzen. Klima und Kohle richtet sich an alle, die Energie- und Klimathemen vertieft verstehen möchten und Wert auf eine sachliche, faktenbasierte Darstellung legen. Der Podcast verbindet wissenschaftliche Tiefe mit verständlicher Aufbereitung und richtet den Blick konsequent auf Machbarkeit, Wechselwirkungen und Pragmatismus. Ein Podcast zur sachlichen Einordnung eines komplexen Transformationsprozesses. Neue Folgen jeden Donnerstag um 21 Uhr auf EVOSONIC RADIO und ab 22 Uhr bei YouTube sowie auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

Titel

Wettervorhersage und Klimamodelle beruhen auf derselben Physik, und trotzdem endet die eine nach zehn Tagen. In dieser Folge zeige ich, warum das kein Widerspruch ist. Am Doppelpendel wird sichtbar, dass ein chaotisches System die Einzelbahn verweigert und die Energiebilanz trotzdem exakt preisgibt. In einem Fingerhut Luft stecken 27 Trillionen Moleküle, deren Bahnen niemand kennt, während Druck und Temperatur auf viele Stellen genau feststehen. Genau diese Trennung zwischen Einzelfall und Mittelwert unterscheidet die Wettervorhersage vom Klimamodell.

10.09.26 • 47:06

Deindustrialisierung: Sind die Erneuerbaren schuld? Prof. Harro Heilmann widerspricht. Der Professor für Produktion und Management an der Hochschule Aalen hält bereits die Diagnose für unsauber: Der Produktionsindex misst Stückzahlen in einer 2021 festgelegten Struktur, die preisbereinigte Bruttowertschöpfung der Industrie liegt heute über dem Niveau von 2015. Wir sprechen über den Industriestrompreis, der 2026 mit 17,2 ct/kWh auf dem Niveau von 2017 liegt, über einen Windpark im bayerischen Chemiedreieck, der am Bürgerentscheid scheitert, und über eine Raumfahrtindustrie, die in der Statistik unter „sonstiger Fahrzeugbau" verschwindet.

03.09.26 • 52:03

Chinas 15. Fünfjahresplan setzt bis 2030 auf 3.500 Gigawatt Erneuerbare – parallel wächst die Kohlekraft weiter. Ich ordne ein, wie der 13. und der 14. Fünfjahresplan ausgegangen sind, warum China 2025 mehr Wind- und Solarkapazität zugebaut hat als der Rest der Welt zusammen und wieso das Kernkraftziel verfehlt wurde. Am Beispiel von BASF in Zhanjiang zeige ich, wie chinesische Industrie schon heute mit langfristigen Grünstromverträgen kalkuliert.

27.08.26 • 45:32

Gravitation lässt sich nicht abschalten - auch nicht für sieben Sekunden. Im Sommer 2026 kursierte online die Behauptung, die NASA werde am 12. August genau das tun. Ich nehme das nicht als Faktencheck, sondern als Anlass für ein Gedankenexperiment, was in einen solchen Fall passieren würde: Ein Mensch in Deutschland käme 34 Zentimeter hoch, der Mond würde um eine Handbreit von seiner Bahn abweichen, und unangenehm würde es erst bei Luft und Wasser. Von dort geht es zu Newton und Einstein, zur Sonnenfinsternis von 1919 und zum GPS - und am Ende zu den beiden Stellen, an denen die Energietechnik die Gravitation zwingend braucht: Pumpspeicherkraftwerke und die Kernfusion in der Sonne.

21.08.26 • 37:44

Energiewende-Studien großer Beratungshäuser prägen seit einem Jahrzehnt Kosten- und Tempo-Debatten. Ich habe Studien von BCG, McKinsey, PwC, Deloitte, KPMG und EY aus den Jahren 2015 bis 2026 ausgewertet und ihre Prognosen für 2025 gegen die amtlichen Ist-Werte gestellt. Die Infrastrukturwarnungen erwiesen sich dabei als robust, während die Nachfrageprognosen in jedem geprüften Fall danebenlagen. Im Zentrum steht ein Satz aus einer McKinsey-Studie von 2023, der die heutige Debatte über Deindustrialisierung vorwegnimmt, ohne damals ernst genommen worden zu sein.

13.08.26 • 46:49

Energiewende in UK: Wie das Land den Kohleausstieg schneller schaffte als Deutschland. Ich besuche das stillgelegte Kraftwerk Battersea, den Offshore-Windpark Rampion bei Brighton und ordne den Bau des neuen Kernkraftwerks Hinkley Point C ein. Im Zentrum stehen der Strommix 2025, der Merit-Order-Effekt bei den Strompreisen und die Frage, warum Strom im Vereinigten Königreich trotz hohem Erneuerbaren-Anteil teuer bleibt. Mit Zahlen zu CO₂-Intensität, Auktionsergebnissen und öffentlicher Zustimmung ordne ich ein, was sich für die deutsche Debatte daraus lernen lässt. Diese Podcastfolge ist während meines Sommerlaubs in England entstanden.

06.08.26 • 35:37

Das Gebäudemodernisierungsgesetz löst das sogenannte "Heizungsgesetz" ab. In der aktuellen Folge diskutieren wir, was sich ändert und was es kostet. Am 10. Juli 2026 hat der Bundestag die pauschale 65-Prozent-Regel gekippt: Wer eine neue Heizung braucht, hat wieder die Wahl, auch Gas und Öl bleiben erlaubt. Hierzu ordnen wir ein ein, warum der Gebäudesektor für den Klimaschutz so entscheidend ist, wie sich das Recht seit 1976 entwickelt hat und was die „Bio-Treppe", die Grüngasquote und die neue 50-50-Kostenregel konkret bedeuten. Das Fazit: Die versprochene Freiheit ist für Mieter, Gewerbe und den Klimaschutz mit erheblichen Kostenrisiken verbunden.

30.07.26 • 37:49

Small Modular Reactors erreichten in den USA erstmals Kritikalität - wirtschaftlich bleiben sie ungelöst. Ich ordne den Hype um die kleinen Kernreaktoren ein: wie sie physikalisch funktionieren, was die Studie von ETH Zürich und Paul-Scherrer-Institut zur Wirtschaftlichkeit zeigt, warum das deutsche BASE rund 3.000 baugleiche Reaktoren für nötig hält und weshalb Atommüll, hoch angereicherter Brennstoff und die Börsenkurse der Start-ups zur Vorsicht mahnen. Mein Fazit: Die Physik funktioniert, das eigentliche Problem sind die Kosten.

23.07.26 • 41:40

Batteriespeicher verdienen mit Arbitrage am Strommarkt und Regelleistung Geld. In dieser Podcast-Folge sprechen wir über die netzdienliche von der marktdienlichen Fahrweise: Regelleistung auf der einen Seite sowie das Kaufen bei niedrigen und Verkaufen bei hohen Preisen auf der anderen Seite. Für einen Speicher mit 300 Megawatt und 600 Megawattstunden lässt sich aus den letzten 18 Monate mit den realen Day-Ahead-Preise ermitteln, dass mit Erlösen um 90.000 Euro je Megawatt und Jahr und einer Amortisation von sechs bis acht Jahren gerechnet werden kann. Ein Blick nach Kalifornien zeigt, wohin die Reise geht: Dort verdrängen Batteriespeicher am Abend bereits die Gaskraftwerke. Schließlich ordnen wir in der Folge ein, warum Planungssicherheit bei den Netzentgelten wichtiger als jede Förderung ist.

16.07.26 • 44:41

Strompreisspitzen von 747 €/MWh: In der Junihitze 2026 schoss der Abendstrom auf einen Jahresrekord. Tagsüber drückt die Solarenergie den Preis, doch mit dem Sonnenuntergang trifft hohe Kühllast auf ein knappes Angebot, und teure Gaskraftwerke setzen den Preis. Anhand von Börsen- und Temperaturdaten zeige ich, warum diese Spitzen erstmals im Sommer auftreten, was die neue „Hitzeflaute" bedeutet und welche Rolle Klimaanlagen, Importe und der Klimawandel spielen. Zum Schluss geht es um die Lösungswege: Speicher, Flexibilisierung und Netzausbau.

09.07.26 • 43:28

Deutschlands Gasspeicher sind derzeit historisch leer - ein Blick auf die Risiken für den Winter 2026/27. Der Iran-Konflikt hat die Sommerpreise für Erdgas so weit in die Höhe getrieben, dass das Einspeichern für Gasversorger wirtschaftlich ein Verlustgeschäft ist: Wer heute Gas kauft und im Winter verkauft, macht pro Megawattstunde rund 2 Euro Verlust. In der Folge ordnen wir ein, welche Szenarien von einem milden bis zu einem sehr kalten Winter realistisch sind, warum Bayern mit seinen leeren Porenspeichern und der Abhängigkeit vom österreichischen Großspeicher Haidach besonders exponiert ist, und was Deutschland vom französischen Erlösausgleich-Modell lernen könnte, das seit Jahren für volle Speicher sorgt.

02.07.26 • 38:34

In dieser Folge diskutieren Christian Kammlott und ich live vom Tag der offenen Tür am Umwelt-Campus Birkenfeld über den Zustand der deutschen Energiewende nach 30 Jahren. Wir gehen der Frage nach, wie ernst die Deindustrialisierung wirklich ist, warum Energiepreise und Bürokratie so viele Unternehmen ins Ausland treiben und wo Deutschland beim Thema Kapitalmarkt und Innovation im internationalen Vergleich steht. Anlass des Live-Podcasts ist das 30-jährige Jubiläum des Umwelt-Campus Birkenfeld, der zeitlich mit dem Beginn der deutschen Energiewende zusammenfällt. Trotz kritischer Analyse finden wir auch Gründe für Zuversicht und benennen konkrete Hebel, an denen Deutschland ansetzen kann. Die Aufnahme fand am Samstag, den 20. Juni 2026, statt.

25.06.26 • 59:10

In dieser Folge spreche ich mit Prof. Gunther Gehlert von der FH Westküste über die Frage, wie systemdienliches Verhalten und ein intelligentes Netzdesign dazu beitragen können, die enormen Kosten des Netzausbaus zu begrenzen. Bis Netto-Null werden allein im Bereich der Verteilnetze Investitionen von rund 535 Milliarden Euro erwartet – ein Vielfaches dessen, was heute jährlich investiert wird. Wir diskutieren, welche regulatorischen Hemmnisse wie das Bandlastprivileg für die Industrie oder die fehlende Trennung von Stromliefervertrag und Netznutzungsvertrag systemdienliches Verhalten bremsen und was sich ändern muss. Außerdem beleuchten wir das Potenzial von Elektroautos als bidirektionale Speicher und die Rolle zeitvariabler Netzentgelte als Anreizinstrument.

18.06.26 • 46:38

Luxemburg ist eines unserer direkten Nachbarländer - und hat bei der Energiewende mit Problemen zu kämpfen, die in der deutschen Debatte kaum vorkommen. Ich schaue mir in dieser Folge an, wie ein kleines, wohlhabendes Land mit strukturellen Abhängigkeiten umgeht: 80 % des Stroms werden importiert, die CO₂-Bilanz wird durch einen massiven Tanktourismus verzerrt, und ein Pumpspeicherkraftwerk mit der Leistung eines Kernkraftwerks gehört zwar bilanziell zu Luxemburg - speist aber physikalisch ins deutsche Netz ein. Die Herausforderungen Luxemburgs helfen dabei, die deutsche Energiewende aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

11.06.26 • 38:24

In dieser Folge diskutieren wir, warum das schlimmste Klimaszenario der Klimaforschung, RCP 8,5, als abgewendet gilt und was das tatsächlich bedeutet. Die weltweiten Treibhausgasemissionen flachen messbar ab, angetrieben vor allem durch den massiven Ausbau erneuerbarer Energien in China und weltweit. Wir ordnen ein, auf welchem Erwärmungspfad wir uns heute realistisch befinden, welche Temperaturerhöhungen die aktuellen Klimamodelle prognostizieren und warum jedes weitere Zehntelgrad Erwärmung konkrete Konsequenzen hat. Außerdem besprechen wir, wie die Klimaforschung ihre Szenarien weiterentwickelt und warum der eingeschlagene Weg konsequent fortgesetzt und beschleunigt werden muss.

04.06.26 • 41:32

In dieser Folge spreche ich mit Dirk Specht, Unternehmer, Aufsichtsrat und kritischer Beobachter der Energiewende. Wir ordnen die deutsche Entwicklung historisch ein, vergleichen sie mit der strategischen Industriepolitik Chinas und der marktgetriebenen Dynamik in den USA. Dabei geht es um die Debatte um 80 oder 100 Prozent Erneuerbare, um den enormen Energiebedarf der KI-Rechenzentren und um die Rolle von Photovoltaik, Batteriespeichern, SMR und Perowskit-PV. Im Zentrum steht die These, dass nicht Erzeugungstechnologien das Nadelöhr der Energiewende sind, sondern die Infrastruktur – insbesondere die Stromnetze.

28.05.26 • 53:38

In dieser Folge analysiere ich den wachsenden Energiehunger der Künstlichen Intelligenz und die daraus resultierenden Herausforderungen für Klimaschutz und Energieversorgung. Die fünf größten Techkonzerne haben 2025 über 400 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investiert – mehr als die weltweiten Investitionen in die gesamte Öl- und Gasförderung. Ich ordne die Zahlen der Internationalen Energieagentur ein, erkläre den Unterschied zwischen Trainings- und Inferenzphase und zeige, warum der Strombedarf der Rechenzentren von heute 485 Terawattstunden bis 2030 auf rund 1.000 Terawattstunden anwachsen könnte. Außerdem beleuchte ich, welche Strategien die großen Tech-Konzerne verfolgen – von Gasturbinen über Kernkraft bis hin zu solar-gestützten Rechenzentren – und warum Effizienzgewinne allein durch den Rebound-Effekt nicht ausreichen werden.

21.05.26 • 43:55

In dieser Folge schaue ich mir an, wie sich der Wärmesektor dekarbonisieren lässt, wenn das Erdgas wegfällt. Anlass ist eine SWR-Anfrage zur Stadt Ladenburg am Neckar, deren Gasversorger ab 2035 kein Erdgas mehr liefert. Ich erläutere die Funktionsweise von Wärmepumpen, vergleiche Luft- und Wasserquellen und ordne die Rolle von Flusswärmepumpen in Verbindung mit Wärmenetzen ein. Anhand der Praxisbeispiele in Mannheim und im dänischen Esbjerg zeige ich, was technisch und wirtschaftlich machbar ist und wo die Hürden bei Anschlussquote, Strompreis und Förderung liegen.

14.05.26 • 41:42

Freiflächen-Photovoltaik ist die günstigste Form der Stromerzeugung, doch ihr Ausbau gerät zunehmend in Konflikt mit der Landwirtschaft. Kommunen kündigen Landwirten Pachtverträge, weil Projektierer ein Vielfaches der bisherigen Pacht bieten – und die öffentliche Hand gesetzlich verpflichtet ist, das beste Angebot anzunehmen. In dieser Folge ordne ich die Flächenkonkurrenz ein, analysiert die Rolle der geplanten EEG-Reform für kleine Dachanlagen und zeigt Lösungsansätze auf: von der Stärkung der Dach-Photovoltaik über Agri-PV bis zur regulatorischen Steuerung.

07.05.26 • 35:02

Die aktuelle Energiekrise zeigt verblüffende Parallelen zu den Ölkrisen der 1970er-Jahre. In Folge 207 von Klima und Kohle analysierte ich, wie die Bundesrepublik damals auf das OPEC-Embargo von 1973 und den iranischen Ölschock 1978/79 reagierte - von Sonntagsfahrverboten und Tempolimits über Kernkraftausbaupläne bis hin zu den ersten Energieeinspargesetzen. Die Folge zieht Lehren aus einem Jahrzehnt der Krise und ordnet ein, was davon für den heutigen Umgang mit der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen relevant bleibt.

30.04.26 • 40:36

In Folge 206 von Klima und Kohle geht es um den viel diskutierten Primärenergieverbrauch und die Frage, ob erneuerbare Energien den Energiebedarf Deutschlands decken können. Wir besprechen, warum der Vergleich von Primärenergiezahlen zwischen fossilen und erneuerbaren Energieträgern methodisch irreführend ist und die tatsächlich benötigte Energiemenge durch Elektrifizierung deutlich sinkt. Anhand der 3-2-1-Faustregel und konkreter Beispiele aus Verkehr, Gebäudewärme und Stromerzeugung zeigt die Folge, wie groß die Ineffizienzen des fossilen Systems sind. Zudem ordnen wir den FAZ-Gastbeitrag der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche fachlich ein.

23.04.26 • 35:08

Neben Lithium-Ionen-Batterien und Wasserstoff gibt es eine ganze Reihe weiterer Energiespeicher-Technologien, die in der öffentlichen Diskussion häufig zu kurz kommen. In dieser Folge von Klima und Kohle stellt Prof. Dr. Henrik te Heesen sechs Nischen-Energiespeicher vor: Gravitationsspeicher, Schwungradspeicher, Druckluftspeicher, Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC), saisonale Wärmespeicher und Eisspeicher. Dabei werden Funktionsprinzipien, Wirkungsgrade, Speicherdauern und Kosten verglichen. Besonders vielversprechend sind adiabatische Druckluftspeicher und saisonale Erdbeckenwärmespeicher nach dänischem Vorbild.

16.04.26 • 45:01

In dieser Folge von Klima und Kohle geht es um Antimaterie – den kostbarsten Stoff des Universums. Anlass ist der erste Transport von Antiprotonen per LKW auf dem CERN-Gelände im März 2026. Die Folge beleuchtet die physikalischen Grundlagen von Paul Diracs Gleichung über den experimentellen Nachweis durch Carl Anderson bis hin zur modernen Anwendung in der Medizin, dem PET-Scanner. Dabei wird deutlich, warum Antimaterie als Energiequelle Science-Fiction bleibt und welche offenen Fragen die Physik bis heute beschäftigen.

09.04.26 • 36:39

Vor knapp einem Jahr legte der größte überregionale Stromausfall Europas seit über zwei Jahrzehnten die Iberische Halbinsel lahm. Jetzt liegt der offizielle Abschlussbericht der europäischen Übertragungsnetzbetreiber vor – 472 Seiten, 17 Empfehlungen, eine schonungslose Analyse. In dieser Folge von Klima und Kohle wird der Bericht chronologisch durchgearbeitet: von den Ausgangsbedingungen am Morgen des 28. April 2025 über die 83 Sekunden des finalen Netzkollapses bis hin zum koordinierten Wiederaufbau innerhalb von 16 Stunden. Dabei zeigt sich, dass nicht eine einzelne Ursache den Blackout ausgelöst hat, sondern eine Kaskade aus fehlender Blindleistungsreserve, starren Regelparametern, menschlicher Reaktionszeit und unzureichendem Echtzeit-Monitoring. Die Folge beleuchtet außerdem, welche Rolle erneuerbare Energien in der Ereigniskette gespielt haben – und warum ein vergleichbarer Blackout in Deutschland deutlich unwahrscheinlicher ist.

02.04.26 • 46:38

In dieser Folge von Klima und Kohle geht es um die immer wieder diskutierte „Renaissance der Kernenergie“. Ausgehend von aktuellen politischen Debatten und Aussagen auf dem Nuclear Energy Summit in Paris analysiern wir anhand internationaler Daten, wie sich die Kernenergie weltweit entwickelt hat und welche Trends sich daraus ableiten lassen. Dabei werden historische Entwicklungen seit den 1950er-Jahren, Bauzeiten von Reaktoren, regionale Verschiebungen der Neubauten sowie Kosten, Risiken und der Umgang mit radioaktivem Abfall betrachtet. Auf dieser Grundlage werfen wir auch ein Blick auf Deutschland und diskutieren, welche Auswirkungen ein anderer energiepolitischer Weg möglicherweise gehabt hätte. Die Folge ordnet die aktuellen politischen Forderungen nach neuen Reaktoren, Small Modular Reactors und einer möglichen Rückkehr der Kernenergie in Europa sachlich ein und bewertet, welche Rolle die Kernenergie in Zukunft im globalen Energiesystem spielen könnte.

26.03.26 • 49:43

Wir analysieren einen geleakten Gesetzentwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz, der tiefgreifende Kürzungen für die Photovoltaik-Branche vorsieht. Im Fokus steht der geplante Wegfall der Einspeisevergütung für Dachanlagen bis 25 Kilowattpeak, was Parallelen zur folgenschweren Insolvenzwelle des Jahres 2012 aufzeigt. Die Diskussion wägt ökonomische Argumente zur Systemeffizienz gegen die drohenden Verluste bei der Bürgerakzeptanz und der Planungssicherheit für den Mittelstand ab. Abschließend wird ein sanfter Übergang durch den beschleunigten Smart-Meter-Rollout und dynamische Stromtarife als notwendiger Weg für eine smarte Energiewende skizziert.

19.03.26 • 42:36

In dieser 200. Folge des Podcasts „Klima und Kohle“ steht die Frage im Mittelpunkt, welche Auswirkungen geopolitische Konflikte auf die globale Energieversorgung und auf die Energiepreise in Europa haben können. Ausgangspunkt ist die Eskalation im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten maritimen Handelsrouten für Erdöl und Flüssigerdgas weltweit. Ein erheblicher Teil des globalen Energiehandels passiert täglich diese Meerenge zwischen dem Iran, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Oman. Störungen in diesem Nadelöhr wirken sich unmittelbar auf Transportketten, Frachtraten und Energiepreise aus. In dieser Folge wird erläutert, welche Mengen an Erdöl und LNG über die Straße von Hormus transportiert werden und warum vor allem asiatische Volkswirtschaften stark von diesen Lieferungen abhängig sind. Gleichzeitig wird erklärt, warum auch Deutschland und Europa indirekt von solchen Entwicklungen betroffen sind. Veränderungen in den globalen Handelsströmen führen zu Verschiebungen auf den Energiemärkten, wodurch sich Preise für Gas, Öl und Strom auch in Europa verändern können. Darüber hinaus wird die aktuelle Situation der deutschen Gasversorgung eingeordnet. Ein Blick auf die Füllstände der Gasspeicher, die Rolle von LNG-Importen sowie die Struktur der deutschen Energieimporte zeigt, welche Risiken und Handlungsspielräume bestehen. Auch die strategischen Erdölreserven Deutschlands werden erläutert und in den historischen Kontext der Ölkrise der 1970er Jahre gestellt. Die Folge analysiert zudem, welche kurzfristigen und mittelfristigen Optionen Europa im Umgang mit möglichen Versorgungsstörungen hat und welche strukturellen Faktoren die Verwundbarkeit moderner Energiesysteme bestimmen. Abschließend wird diskutiert, welche Rolle der Ausbau erneuerbarer Energien für eine langfristige Verringerung geopolitischer Abhängigkeiten spielen kann.

12.03.26 • 37:49

Die Bundesregierung schafft die 65-Prozent-Regel im Gebäudeenergiegesetz ab. Öl- und Gasheizungen dürfen künftig wieder uneingeschränkt eingebaut werden. Der „Heizungskeller wird zur Privatsache“ - so die politische Botschaft. Doch was bedeutet diese neue Freiheit konkret für Eigentümer, Vermieter und Mieter? Wird Heizen tatsächlich günstiger oder entstehen durch steigende CO₂-Preise, knappe Biomethan-Mengen und unrealistische Erwartungen an Wasserstoff langfristig höhere Kosten? In dieser Folge analysieren wir, welche gesetzlichen Änderungen tatsächlich geplant sind, wie die sogenannte Biotreppe funktionieren soll und ob ausreichend klimafreundliche Gase verfügbar sind, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Zudem ordnen wir ein, welche Auswirkungen der europäische Emissionshandel ab 2027 auf fossile Heizsysteme haben wird und warum die Entscheidung für eine Gasheizung wirtschaftlich riskanter sein kann, als es auf den ersten Blick erscheint. Es geht nicht um politische Schlagworte, sondern um energietechnische Realitäten, Kostenentwicklungen und Klimaziele. Wer heute eine Heizungsentscheidung trifft, legt die Kostenstruktur für die kommenden Jahrzehnte fest.

05.03.26 • 39:14

Jeden Tag zahlt die EU eine Milliarde Euro für Energie an Partner außerhalb der Union. Doch während wir uns von russischem Gas und amerikanischem Öl lösen wollen, wächst im Hintergrund eine neue, technologische Abhängigkeit: China kontrolliert heute bis zu 80 % der globalen Solar- und Batterieproduktion. In dieser Episode besprechen wir, ob Europa seine Souveränität im "Spiel der Großen" zurückgewinnen kann. Wir blicken auf die Hintergründe des massiven Energie-Deals mit der Trump-Administration, analysieren die strategische Bedeutung Grönlands und stellen die Frage: Wie ist unsere Energiewende überhaupt möglich?

26.02.26 • 34:32

In dieser Podcastfolge diskutiere ich mit Gerd Schöller die Realität des Ausbaus erneuerbarer Energien aus Sicht eines Unternehmers, der Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Batteriespeicher plant und realisiert. Themen sind unter anderem lange Genehmigungszeiten, Netzausbau, kommunale Entscheidungsprozesse, Naturschutzauflagen und die zunehmende Bürokratisierung. Außerdem geht es um Strompreise, Marktmechanismen, die tatsächliche Bedeutung von Energiekosten für Unternehmen sowie um Investitionszurückhaltung, Standortfragen und fehlende Planbarkeit. Die Folge ordnet die Energiewende technisch, wirtschaftlich und politisch ein und zeigt, wo sie heute trägt und wo sie sich selbst ausbremst.

19.02.26 • 46:59

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