Show cover of re:publica 19 - Science & Technology

re:publica 19 - Science & Technology

Technologie-Anthropolog*innen, Psycholog*innen, Cybersecurity-Researcher*innen, Historiker*innen, Neurobiolog*innen, Soziolog*inen (und und und ...) - dieser Track ist euch und eurer Forschung gewidmet. Hier untersuchen wir die Synergien von Wissenschaft und Technologie.

Titel

The augmented human: A future where we share bodies and senses with machines?
Eva Wolfangel In the future the question will not be: Man or machine. The motto will be: "together we are strong". The vision of human-robot collaboration has long since become obsolete: current developments in researchers' laboratories go far beyond that: the term "augmented human", which was presumably coined by Japanese researchers, unites all kinds of human enhancements. I met many of these pioneers in Japan and Germany in 2018 for a major research project and tried out what this future feels like. I enjoyed additional arms, I shared my senses with others to a point where the "me" was blurred and it was no longer fully clear who was who at all. And I let myself be remote controlled by other people who used my body as a tool as well as by a machine. And it sometimes felt like I was doing it all myself, even though I knew it wasn't like that. All this sounds a bit like science fiction - but it's not. I played through exciting scenarios with the researchers and experienced how flexible we are when it comes to expansion: how quickly we get used to additional body parts and can use them intuitively, how well we integrate other people's senses into our own sensory cosmos and how flexibly we change perspectives. This future enables us to reach places our biological body would never reach or to provide our body for an expert or physician when his or her help is needed exactly where our body happens to be. Of course, this future also raises questions such as: what does it do to our ego when the boundaries between us, our fellow human beings and robots become blurred? And what can go wrong? What about possible manipulations? And last but not least: Do we want to be remote controlled, even if it's for the good cause? How good does this cause have to be?
33:54 08.05.2019
(Digital) Body Talk - Consent für den Datenkörper
Maike Janssen Wenn wir zum Arzt gehen, darf er unseren Körper behandeln. So klar, so gelernt. Wird ein konkreter körperlicher Eingriff vorgeschlagen, muss eine informierte Einwilligung - ein "informed consent" -, unterzeichnet werden, und zwar unbedingt. Alles andere gilt als Körperverletzung. „Consent“ meint hier nicht, dass es keine Einwände mehr gegen den vorgelegten Vorschlag des Arztes gäbe. Sondern nur, wie die Soziokratie flapsig definiert: dass dieser Vorschlag beiderseitig für „good enough for now, safe enough to try“ gehalten wird. Am Fallbeispiel der digitalen Überwachung von chronisch kranken Patienten geht dieser Talk der Frage nach, in welchem Kontext der informed consent eigentlich heute steht: Wie wird er eingesetzt? Was muss er leisten? Und auf welchen Körper bezieht sich die Einwilligung konkret: auf den physischen oder auf den codifizierten Datenkörper des Patienten? Zuletzt: Welchen Unterschied macht das? Dabei wird auch kritisch hinterfragt, wie ein informed consent im heutigen Gesundheitssystem überhaupt zustande kommen kann. Als Spezialist*innen für den menschlichen Körper übernahmen bisher Ärztinnen und Ärzte die Aufgabe, ihre Patient*innen über die eigens verordneten Eingriffe aufzuklären. Auch dies war schon ein äußerst umfangreiches Unterfangen, das nur mit starken Verkürzungen und Auslassungen möglich war. Wenn nun telemedizinische Kontrollmöglichkeiten zunehmen, wenn der physische Körper als granulärer "Zahlenkörper" (Mathar, 2010) beobachtbar wird und sich Eingriffe auch auf diese digitale Abbildung beziehen - wie können die Beteiligten dann systematisch befähigt werden, einen informed consent herbeizuführen? Die Rednerin ist weder Juristin noch Medizinerin, sondern Mediensoziologin. Deshalb sind ihr nicht die Details eines informed consent als solche wichtig - tl;dr –, sondern dessen sozialer Kontext und die Auswirkungen auf unser Verhältnis zum Patientenkörper.  * Mathar, T. (2010). Der digitale Patient. Bielefeld: transcript Verlag.
30:29 08.05.2019
Safe Future for Humanity on Earth
Johan Rockström By 2020, it will already be five years since world leaders have bestowed their signatures on two crucial documents: The adoption of the 17 UN Sustainable Development Goals and, after 21 years of negotiations, the adoption of the legally binding Paris Agreement, committing to keeping a global temperature rise this century well below 2°C. Both were hopeful promises for humanity. Yet today, we can see quite clearly that we're not delivering on these promises. One crucial step towards realising the two goals is to acknowledge that they depend on each other: A stable planet is a prerequisite to have good human life on Earth. The planetary boundary framework, introduced in 2009, provides a scientific guardrail on how to manage the atmosphere, oceans and forests sustainably as a common asset for all people on our planet. It allows for combining both the SDGs and the Paris goals in one analytical framework and defines a safe operating space on a stable earth system. The result is a completely new complex systems dynamic model, giving us a science-based framework for human prosperity and equity on a stable and resilient planet. It projects economic development, resources use from water, food and energy, population growth, and income per person, to name but a few. In this way, the model for the first time gives us a robust opportunity to really explore our future ability to attain the SDGs within the planetary boundaries. It is thus possible to test different possible futures: business as usual, global transformations, different governance options. What the framework shows: Unless we radically change our direction, we will fail on both fronts. We will not attain the SDGs and we will transgress planetary boundaries – risking to push the earth system beyond irreversible and devastating tipping points. Hence, we need some radical thinking to enter a transformative, disruptive future. Six transformation ways may enable us to succeed with all SDGs and the Paris Agreement.
59:59 08.05.2019
Dr. Algorithmus – Das berechnete Gesundheitsrisiko
Brigitte Strahwald, Ulrich Mansmann Online sind zahllose Tools verfügbar, mit denen das individuelle Risiko für Herzinfarkt, Krebs oder sogar eine verkürzte Lebenserwartung mit wenigen Mausklicks berechnet werden kann. Aber lässt sich die eigene gesundheitliche Zukunft so einfach bestimmen?  Für die NutzerInnen ist oft unklar, wie Risikorechner funktionieren. Das macht es schwer, die Ergebnisse richtig zu interpretieren. Bei der aufwändigen  Entwicklung der Tools muss zunächst geklärt werden, welche Risikofaktoren bei welcher Erkrankung eine Rolle spielen. Dazu sind große Datenmengen erforderlich. Im nächsten Schritt wird ein Vorhersagemodell entwickelt, das alle relevanten Faktoren einbezieht. Diese Entwicklung erfolgt an einer Lernstichprobe, gefolgt von einer Validierungsstichprobe, um die Qualität der Vorhersage zu überprüfen. Wichtige Kriterien sind hier Diskriminierung und Kalibrierung – wir zeigen, warum. Die Modelle selbst basieren auf komplexen statistischen Verfahren oder Algorithmen des Machine Learning. Die Algorithmen bilden die Grundlage für Risikorechner, die online oder als App angeboten werden. Mit ihnen kann, so das Versprechen, jede Person das individuelle Gesundheitsrisiko berechnen. Offen bleibt, ob dieses Versprechen eingehalten wird. Dem gehen wir nach und werfen einen Blick in die Nutzungsbedingungen. Wir nehmen uns Zeit für das Kleingedruckte, für Formulierungen wie "Der Anbieter übernimmt keine Haftung für Folgen der Nutzung". Wir diskutieren, welchen Schaden Risikorechner anrichten können und wie sich NutzerInnen davor schützen können. Laut AGBs sind "Risikorechner kein Ersatz für ärztlichen Rat oder Diagnosen". Nur – was sind sie dann? Wozu dienen sie, wo liegen die Risiken, wo die Chancen? Wie lässt sich nachweisen, ob und wie Entscheidungen mit den neuen Algorithmen konsistenter, genauer und rigoroser werden?
33:45 08.05.2019
Im Auftrag des Waldes - Bekommen Wälder, Flüsse und Seen mit der Digitalisierung eine eigene Stimme?
Salomé Eggler, Anja Steglich, Nathan Williams, Jessica Droujko Der ungebremste Raubbau an Wäldern, die Plünderung unserer Bodenschätze, die stetig steigende Verschmutzung von Luft und Gewässern – wollen wir unseren Planeten in den nächsten Jahrzehnten nicht unbewohnbar machen, sind bessere Schutzsysteme gefragt. Unsere digitalisierte Welt stellt viele neuartige Möglichkeiten zur Verfügung – aber wie können wir diese wirklich sinnvoll für ökologische Belange nutzen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Nachhaltigkeits-Plattform RESET.org - Digital for Good schon seit vielen Jahren. In dieser Session bringt das Redaktionsteam von RESET Projekte und die Menschen dahinter auf die Bühne, die mit neusten Technologien Lösungen für den Umwelt- und Naturschutz bieten. Was sie alle verbindet: Sie alle stellen schlaue Schnittstellen zwischen Mensch, Natur und Technogie her. Können wir damit unseren Wäldern, Flüssen und Seen sogar eine eigene Stimme geben und so den (Selbst-)Erhalt und die (Selbst)Finanzierung unseres Planeten erleichtern?  
57:51 08.05.2019
The Artificial Lover: Our Intimate Future with Machines
Kate Devlin A few years ago, Kate began to explore the particular ways in which sex, gender and sexuality might be incorporated into cognitive systems such as sexual companion robots; since then she has become a driving force in the field of intimacy and technology. She will talk about "sex robots", the impact they (will) have on society, as well as issues surrounding them such as gender politics, diversity, surveillance and violence.
54:33 08.05.2019
Kill the unicorns! On future imaginaries, funding policies and innovation ecologies
Anna Christmann, Valerie Mocker, Francesca Bria, Julia Kloiber Funding policies, whether from government side or private institutions can have massive impacts in science, innovation ecologies and society, as for example DARPA (& other imaginaries in technology) demonstrate. How these impacts played out can be observed i.a. by analyzing and contextualizing, how the public interest law field emerged from the American civil rights movement thanks to strategic investments of family foundations. The observations in Mariana Mazzucatos book "The entrepreneurial state" argue, that economic success is often a result of public / state funded investments in innovation and technology rather than a result of free market doctrine that mainly receives credit for a country´s strong economy. Our futures and technologies are now inextricably intertwined, in almost all areas of life: Community, Politics, Environment, Human Rights ... Because the imbalance in technologies is shifting more and more from democratic ideals of co-design and -use to corporate R&D departments; national technology visions/strategies do not sound particularly inviting either (and show a lack of interest in innovations coming from civil society/ community technologies), we urgently need to depart into an exchange with those who are already doing things differently today: Before a Black Mirror Live-LARP haunts us, we'll gather strategies and best practices from (civic) tech initiatives and debate, which course settings are necessary in innovation policy.  Are national AI strategies and innovation agencies the right way forward? Or are there manoeuvrable self-initiated speedboats and lighthouses? What does it take for our society to benefit from new technological developments? We`ll debate prevailing narratives and why taxpayers' money should indeed be used to invest in the future. Don't be a unicorn, move in the pack: act fast and MAKE things! #PublicMoneyPublicGood will be our battle cry!
66:05 08.05.2019
Arzt oder App? Wem vertraue ich?
Gerlinde Bendzuck, Maike Henningsen, Markus Dahlem Auch wenn es in anderen Branchen schneller geht, hält die Digitalisierung mittlerweile in der medizinischen Versorgung Einzug. Mit Hochdruck wird an elektronischen Patientenakten gearbeitet. Künstliche Intelligenz wird von ersten Kliniken beispielsweise auf Bilddaten angewendet. Klinisch validierte Apps helfen Patient*innen ihre Beschwerden zu verstehen. Zeitersparnis, Vermeidung von Fehldiagnosen und bessere Therapievorschläge können Ergebnisse digitaler Lösungen sein, die von medizinischem Personal gewünscht werden. Jedoch stellt der Einzug künstlicher Intelligenz eine Reihe neuer Fragen, die den Kern der heilenden Berufe adressieren. Ärzt*innen befürchten ersetzt zu werden. Patient*innen recherchieren die Diagnose lieber selbst im Internet. Die Ärzt*in-Patient*in-Beziehung droht aus dem Gleichgewicht zu geraten. Wie erreichen wir, dass Patient*innen sich informiert fühlen und Ärzt*innen heilen können?
65:22 08.05.2019
Mach Dich vom Acker!
Friedhelm Taube, Reinhild Benning, Kristina Gruber Wie trägt die Digitalisierung zur sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Erzeugung von Lebensmittel bei? Wie lässt sich mithilfe von Software solidarische Landwirtschaft organisieren und warum macht dies Sinn? Vor welche Herausforderungen stehen Bauern angesichts des Klimawandels? Welche digitalen Lösungen können ihnen helfen, auf die Veränderungen des Klimas und ihres Ackers zu reagieren? In dieser Session unternehmen wir einen Deep Dive in die Landwirtschaft und betrachten die positiven und negativen Wechselwirkungen von Nachhaltigkeit und Digitalisierungen auf dem Acker.
66:59 08.05.2019
Technikvorhersagen vor 60 Jahren & was daraus wurde
Theobald Fuchs Wir untersuchen im Detail, welche Entwicklungen vor einem Menschenalter vorhergesagt wurden – und wobei man sich verschätzte, als der technologische Wahnwitz nach dem zweiten Weltkrieg in voller Blüte stand. Als sich Hybris und Allmachtsanspruch in den Entwicklungsbüros austobten. Als man von atombetriebenen Autos für Alle, innerstädtischen Raketenflügen, Unterwasseröltankern und Safari-Hotels auf dem Mond halluzinierte. Als man mühelos neue Technologien erfand, indem zwei weit entfernte Prinzipien gekreuzt wurden, wie z.B. Langstreckenbomber und Schaufelbagger. Wir behandeln insbesondere die folgenden Fragen: Wie sich nukleargesteuerte Ingenieure und entdeckungstrunkene Wissenschaftler vor 60 Jahren die heutige Zeit – unsere Gegenwart, die damals noch Zukunft war – vorstellten. Wie es immer wieder die kleinen Probleme waren – deren Lösung man bis heute gerne auf später verschiebt –, die dann plötzlich aller Genialität das Genick brechen. Und was man daraus für unsere Zukunft lernen kann. Dabei wird auch deutlich, wovon in den ersten Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg niemand etwas ahnte: billige Computer und Handtelefone, Umweltschutz und Massentourismus. Anhand illustrierter Beispiele entwickelt der Vortrag die fünf Goldenen Regeln der gigantomanischen Epoche von 1945 bis 1975: Verschiebe die Lösung kleinerer Probleme auf später und konzentriere dich auf das Große (etwa auf eine Autobahn um den Planeten)! Ignoriere kleinliche Zweifel an der Wirtschaftlichkeit (z.B. zehn Düsen pro Flieger)! Maschinen machen weder Lärm noch Schmutz und Schrott entsorgt sich am Ende von selbst. Technik ist immer problemlos skalierbar: Was mit einem Auto klappt, klappt auch mit 100 Millionen! Rechne nicht mit Naturkatastrophen, Terrorismus oder Kriminellen – das sind Probleme, die dich nichts angehen! Damals hielten sich Ingenieur*innen, Techniker*innen und Manager*innen an diese Grundsätze. Aber hat sich bis heute wirklich etwas daran geändert?
31:54 08.05.2019
„Disruption or Hype?“ – Das Zukunftspotenzial neuer Technologien besser verstehen lernen
Luca Caracciolo „Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt.“ Das sagte Thomas Watson, Chef von IBM, 1943. Nicht nur war seine Prognose völlig falsch. Watson hat auch das Zukunftsgeschäft seines Unternehmens gefährdet. Auch heute tun wir uns schwer mit Prognosen technologischer Entwicklungen: Blockchain, künstliche Intelligenz, Virtual Reality, Quantencomputing, Smarte Assistenten, Hyperloop, autonome Autos.  Was wird wann relevant? Was ist nur Hype und verschwindet wieder? Als Tech-Journalisten müssen wir fast täglich abwägen, welche Produkte und Technologien eine Zukunft haben und wichtig werden und welche nicht. Dabei lassen wir uns allzu oft blenden von Entwicklungen in der Vergangenheit, großen Versprechungen von Unternehmen oder subjektiven Vorlieben. In der Regel liegen unsere Prognosen daneben. Ob ein Dienst, eine Plattform, eine Technologie oder ein Produkt ein Massenpublikum findet und erfolgreich wird, hängt nämlich nicht nur von technologischen Faktoren ab, sondern auch von unzähligen gesellschaftlichen und kulturellen.  Wie können wir angesichts dieser Komplexität lernen, das Zukunftspotenzial neuer Technologien besser zu verstehen? Welche Denkanstöße helfen uns dabei? Und wie entsteht überhaupt so etwas wie „Zukunft“? Anhand von zahlreichen Beispielen wird in dem Talk ein Leitfaden erarbeitet, um neue Technologien besser einzuschätzen. Abschließend wird mit diesem Leitfaden ein kurzer Check einiger aktueller Tech-Trends durchgeführt. Dann wird es jeweils ganz konkret heißen: „Disruption or Hype?“
31:35 08.05.2019
What is Web 3.0 and Why Do We Need It?
Jutta Steiner From Snowden’s revelations of global intelligence surveillance to Cambridge Analytica’s deceitful use of Facebook data in the last U.S. presidential election, it has become increasingly clear that trusting our data with large organisations is dangerous. Many people don’t realise that the internet was never meant to be controlled by a few central authorities managing the traffic and data. Tim Berners-Lee and Web 1.0’s original architects imagined a distributed system of computers communicating with each other directly, with each user owning a bit of responsibility for maintaining their contribution to the network. Today’s Web 2.0 has cast off these original ideals and relies on large corporations to store and distribute information. Over time, these giants have amassed huge stores of data on each and every one of us, down to the individual level. This is information that can predict our probability to purchase an item or take an action – like voting for one political candidate over another. But this data also suggests ways we can be manipulated to take actions that might go against our better judgement. These concentrated forces have turned the user into the product to drive revenue by either selling our data or offering advertising that is micro-targeted to influence our thoughts and decisions. A new wave of networking technologies, also known as Web 3.0, promises to return the internet to the hands of users. This movement utilises advances in peer-to-peer (p2p) technology like blockchains to build services that protect users over profits. Its decentralised, peer-to-peer nature provides a hard technological cap to the possible accumulation of power and data in the hands of monopolists.
27:00 08.05.2019
Experimental aerial testimonies from zones of conflict and colonization
Hagit Keysar Do-it-yourself (DIY) aerial photography using kites and balloons is as old as photography itself and despite the drone boom we are currently witnessing, it has never lost its relevance. Balloons and kites are used by activists around the world for collecting information and producing testimonies around contested environmental and political issues in diverse places such as Brazil, U.S., Spain, Uganda, Iraq, Gaza - and the list goes on. Why go through the effort of creating a self-built aerial instrument that is liable to fail as much as to prevail, when satellite imagery, digital GIS and commercial drones are becoming increasingly affordable and accessible? Why take the long way if you can simplify and take the shortcut? The persistence of DIY techniques testifies to the need for devising counter-dominant technologies; it tells us that the question at stake is rather: who owns the skies? In this talk I share research and visual work from Israel/Palestine and beyond which experiments with the possibilities and limitations of aerial vision in contexts of conflict and ongoing colonization. As I will show, within the spatial, political and religious particularities of Jerusalem’s contested urban space, a flight with a drone can sketch out aerial walls and forms of corporate and governmental control that are otherwise invisible. In these techno-political configurations, DIY aerial photography can become a valuable tool – not simply for bypassing restrictions over the aerial space, but rather for producing near real-time aerial testimonies that are created and mediated by the abused rather than by distant experts.
53:28 08.05.2019
Wetter macht Wirtschaft - Wie der Klimawandel unsere Wirtschaft verändert
Jessica Strefler Fridays for Future rückt den Klimawandel in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte.  Doch was genau sind die Ursachen und Folgen des Klimawandels? Welche konkrete Vermeidungsstrategien gibt es und welche Rolle spielt der CO2-Preis hierbei. Über Hürden, Herausforderungen und Chancen, positive wie negative Nebeneffekte für Nachhaltigkeit geht es in diesem Talk
45:18 08.05.2019
Identifikation von Bullshit und Wert
Gunter Dueck Was ist wann Rubbish, was Inspiration? Was Gefahr, was Erkenntnis? Wir stellen uns gewöhnlich vor, dass wir filtern. Aber wie? Es gibt eine Theorie der Identifikation. Sie erklärt, wie etwa die folgenden Ja-Nein-Fragen blitzschnell beantwortet werden: Ist das ein Hit? Ist das interessant? Ist dieser Mensch nett? Ist das Lächeln aufgesetzt? Ist diese Frucht giftig? Wir fällen bei solchen Fragen meist Blitzurteile, die irgendwie aus dem Körper kommen, nicht aus dem Kopf – das geht schneller. Warum denken wir so oft tl;dr? Weil unser Blitzurteil „Bullshit“ identifizierte. Warum zücken Zuhörer manchmal ihre Smartphones bei Vorträgen? „Bullshit.“ Werbung, langweiligen Unterricht, Protz-Marketing und hohle Ansprachen klickt unser Identifikationsalgorithmus weg. Wenn etwas oder jemand weggezappt wird, sollte sich das oder dieser fragen, warum. Wer etwas wegzappt, sollte sich ab und an stichprobenartig prüfen, ob sein Algorithmus gut entscheidet. Urteilt man gut oder sind es vielleicht nur alte fremdgeprägte Vorurteile? Wann zucken wir zusammen, wenn etwas ungewöhnlich erscheint – und warum? Unser innerer tl;dr-Algorithmus hilft bei schneller Orientierung und vereinfacht das Leben, aber er sollte auch gut arbeiten – und bei Wertvollem sollte er nicht nur hinschauen, sondern das Hirn einschalten und zum Verweilen zwingen – stattdessen scheinen zu viele neben dem Bullshit stehen zu bleiben.
59:35 08.05.2019
Digital security, privacy and encryption for everyone
Marie Kochsiek, lis lis, Leli Schiestl, meta ernst Privacy is the room in which ideas develop, where you can reflect on those ideas whenever you choose. This room is not only physical, but digital as well. Neither governments nor corporations respect that. But we do. The goal is to pass on knowledge about protecting yourself in the digital space. This can include encrypted communication, preventing being tracked while browsing the web, and general security advice regarding computers and smartphones. To try the tools and apps directly at the workshop, bring your laptop or smartphone. We invite you to collaborate on creating an environment where people feel welcome and safe to learn and teach no matter what their background or level of expertise is. All questions are relevant, all explanation shall be targeted at the person with the least prior knowledge.
09:16 07.05.2019
Period tracking done right
Marie Kochsiek In this workshop we will tie up theory and practice around period tracking apps. The session is divided into 2 parts: input and hands-on. The workshop starts with an overview of period tracking apps by discussing the potential benefits and risks for us(ers). Additionally, we will look into existing open source alternatives in order to discuss in what way they can improve the user experience of period tracking.  The input intends to stimulate an exchange of ideas, that aim for transparent and reliable technologies. Split into groups of 4-6 people, you're then invited to discuss and collect ideas for improvements and solutions that tech can be a part of. Within the group you are are also invited to share and discuss your experiences using such apps. At the end we will gather for a final round of discussion and compare results from the groups.
21:35 07.05.2019
e-NABLE: A Global Network Of Volunteers Making Free Opensource 3D-Printed prosthetics
Jon Schull e-NABLE volunteers make 3D-printed prosthetic hands and arms for under-served populations around the world. Because our methods and products are open-source and inspirational, we have been able to engage and benefit recipients, volunteers, educators, and philanthropists in ways that conventional institutions do not. 
26:52 07.05.2019
(un)regierbarer digitaler Staat?
Peter Parycek Wie kann Steuerungskapazität in Zeiten der Umbrüche gewährleistet werden. Trotz dezentraler verteilter Netzstruktur erleben wir zunehmende Konzentration auf einige wenige Plattformen, wie Google, Facebook, Amazon und Co. Und die überzeichneten Hoffnungen einer offenen Social Media Nutzung endeten in einer Mixed Media Kombination, welche zu einer Emotionalisierung und Polarisierung der politischen Debatten geführt hat. Der Staat und seine Institutionen wäre nun besonders gefordert, hat aber selbst seine „Hausaufgaben“ nicht gemacht, wie in den unterschiedlichen Rankings zu sehen ist. Um die Leistungsfähigkeit wieder zu heben werden im Talk drei wesentliche Hebel beleuchtet: (Teil)Automatisierung von Verwaltungshandlung und die Notwendigkeit von dem Digital als authentische Quelle; Die Nutzung der Daten für evidenzbasierten Politik und Verwaltung, mit dem Ziel einer breiten Nutzung von Daten durch Wirtschaft und Gesellschaft; Rahmenbedingungen für eine neue Verwaltungskultur die Kooperation und Innovation ermöglicht und fördert. 
57:26 07.05.2019
Let there be data! Exploring data as a common good and ways to build it
Lea Gimpel, Kelly Davis, Victoria Wenzelmann, Audace Niyonkuru Data is mostly seen as a tool: for decision-making, micro-targeted advertising, surveillance, and in some cases for social good, e.g. to increase transparency. However, little is done so far about data as a critical infrastructure, especially with regard to the global South. Building on the example of open voice data collection in Rwanda, a project in collaboration with Mozilla’s Common Voice Project, we would like to explore the possibilities and challenges for communities to build common data infrastructures. Why do we focus on open voice data? The future of human-machine interaction lies in voice control. According to Gartner, by 2020 30% of web browsing sessions will be done by voice interaction. However, developers, researchers and startups around the globe working on voice-recognition technology face one problem alike: A lack of freely available voice data in their respective language to train AI-powered speech-to-text engines. Although machine-learning algorithms like Mozilla’s Deep Speech are in the public domain, training data is limited. Most of the voice data used by large corporations is not available to the majority of people, expensive to obtain or simply non-existent for languages not globally spread. The innovative potential of this technology is widely untapped. In providing open datasets, we aim to take away the onerous tasks of collecting and annotating data, which eventually reduces one of the main barriers to voice-based technologies and makes front-runner innovations accessible to more entrepreneurs. With voice interaction available in their own language, we may provide millions of people access to information, make technologies more inclusive and ultimately foster a just, locally rooted yet global digital transformation. What do we need to realize this vision? Open voice data in local languages and committed communities, which care to create data as commons for the greater benefit of all.
61:23 07.05.2019
Human Progress, Ethics and the Nature of the Digital
Sarah Spiekermann When we talk about any kind of material, say liquids (alcohol!) or tissues we normally know a lot about their properties. We know for instance that drinking alcohol creates a lot of positive values for us –conviviality, serenity, joy. But we also know the dark side of alcohol – drowsiness, addiction, unpredictability. We know these effects really well and how they are caused by the liquid material. But what do we respectively know about the digital material? This talk will venture into some of the grand properties of the digital fabric: I will first talk about the degree of completeness that digital representations can have in comparison to the real world. Can digital representations ever be true “mirrors” of our existence? Or is the digital 0-1 fabric only a tidy illusion of reality that temps us to forget about the real world? Can this illusion be cured by forcing the real-world to give up its privacy? This first block of observations and challenging ethical questions will be followed by the discussion of a second digital property, which is its correctness or error-proneness. I show how software is always coming with built-in errors today and is thereby threatening human processes in a Kafkaesque way. I wonder whether today's error rates in software allow for using software-systems in any area where humans are seriously impacted by machine output. Finally, I venture into the matter of commercialization of the digital fabric and how this commercialization abuses the digital fabric to produce a Web of addictions, leading to a loss of freedom, of individuality, personality and humanity at large. I close with a vision that counters the dark. Once we understand the digital fabric just as we understand alcohol, we can become more wise in dealing with it. We can start to truly master the digital without getting drunk by an illusion.    
27:41 07.05.2019
Ware Wahrheit - das Millionengeschäft mit zweifelhafter Wissenschaft
Svea Eckert, Peter Hornung, Till Krause Zucker ist schädlich, Zucker mach dick. Zucker kann sogar Krebs verursachen. Das sagen uns zahlreiche wissenschaftliche Studien. Was aber wäre, wenn es Studien gebe, die genau das Gegenteil aufzeigen? Zumindest der Zweifel wäre gesät. Und genau hier setzen Lobbygruppen an. Mit Hilfe von pseudowissenschaftichen Studien, vorgetragen auf pseudowissenschaftlichen Konferenzen wird Politik gemacht, werden Produkte verkauft. In einer großangelegten Recherche zeigen NDR und das SZ-Magazin auf, wie solche Studien entstehen, welches Geschäftsmodell dahinter steckt und vor allem auch, wie sie dann in die Gesellschaft getragen werden. Das kann lustig sein, wie beim vermeintlichen Einhorn, das in der kasachischen Steppe gelebt haben soll, aber auch todernste, wenn es um Wundermittel gegen Krebs geht. Als vermeintliche Wissenschaftler getarnt, haben wir den Test gemacht und zum einen gewürfelten „Mist“ eingereicht und zum anderen eine Quatschstudie zu einem gefakten Krebsmedikament. Beides ging durch, beides galt wenige Wochen später als „wissenschaftlich“ geprüft. Daraus folgte eine weltweite Berichterstattung im Juli. Was hat sich seither getan? Mit einer neuen Datenrecherche konnten wir heraus finden, dass das Geschäft bei zumindest zwei der großen Verlage zumindest unmittelbar danach eingebrochen ist. Ob sich dieser Effekt bis zur Republica hält? In dem Talk liefern wir die neuesten Erkenntnisse.
27:31 07.05.2019
AI is More Than Math: Using Art and Design to Interrogate Bias in AI
Caroline Sinders What is feminist data inside of social networks, algorithms, and big data? How can we queer data, the archive, and the internet? How can a data set act as a form of protest, of a creation of bias mitigation? This talk looks at ways of intervention, from art, design, and technology that combat and challenge bias. How can we create data to be an act of protest against algorithms? Part of this talk will focus on Caroline's research and current art project, Feminist Data Set. Feminist Data Set acts as a means to combat bias and introduce the possibility of data collection as a feminist practice, aiming to produce a slice of data to intervene in larger civic and private networks. Exploring its potential to disrupt larger systems by generating new forms of agency, her work asks: can data collection itself function as an artwork?
46:30 06.05.2019
Expect the Unexpected: Implementing AI at the Workplace
Shirley Ogolla, Hendrik Send AI has the potential to lead to profound changes in the entire socio-technical system of humans, organisation and technology. In public debates a fear that the use of AI could lead to the loss of jobs or even the disappearance of entire industries is often expressed. But where transformation is quietly creeping in rather than loudly gatecrashing - a big bang remains silent. Because, actually, people and AI are already working more and more closely together. In academia, we are gaining an alternative perspective on this new way of working, in which humans and machines are not competitors, but rather cooperating colleagues. In effect,  single working tasks are more likely to be shifted than replaced. This applies at the macro level to the labour market dynamics of automation, but also at the micro level to the processes and structures in individual organisations. Examining case studies from various fields of work we have set the scope on the German case. This stands out in international comparison due to the concept of Betrieblich Verfasste Mitbestimmung, which shines light on workers perspective and participation in the AI-fication process. In our presentation we will present some early findings from case studies, as part of research. Thereby we will focus on the current, concrete consequences of AI in the workplace. This way, the questions of how AI can and should be used will be shifted to where they most urgently arise and where they can also be answered most adequate: On the desk of every individual employee. This goes hand in hand with the realization that people and technology are mutually dependent, and thus, all humans play an active role in the development and use of AI. And remember: With great power, comes also great responsibility.
20:28 06.05.2019
Alles, was du jemals über Wikipedia wissen wolltest
Sandro Halank, Verena Lindner, John Weitzmann, Franziska Heine, Martin Kraft Alle kennen Wikipedia. Irgendwie. Aber nur wenige wissen, was hinter den Kulissen der Wikipedia passiert. Was es mit MediaWiki, Wikidata, WikiSource, Wikimedia Commons und anderen Projekten auf sich hat. Was tun die eigentlich für mich, warum sollte ich da was beitragen? Die Menschen auf dem Podium, die für Wikimedia Deutschland oder ehrenamtlich in den Wikimedia-Projekten arbeiten, stellen sich kurz vor. Und dann könnt ihr sie alles fragen, was ihr schon immer mal fragen wolltet. Oder was euch spontan einfällt. Franziska leitet den Bereich Software-Entwicklung, John das Team Politik & Recht, Verena das Team "Projekte" innerhalb der Ideenförderung. Sandro ist seit vielen Jahren Wikipedianer und arbeitet bei WMDE im Bereich der Freiwilligenunterstützung, Martin engagiert sich ebenso seit vielen Jahren ehrenamtlich in den Wikimedia-Projekten.
64:26 06.05.2019
Sind das Fakten oder kann das weg? So geht Wissenschaft in 59 Sekunden
Mustafa Benali, Lisa Weitemeier, Jonathan Focke, Andrea Wille Für Wissenschaftler ist es oft ein Grauen, wenn ihre Forschung von Journalisten verkürzt dargestellt wird. Nicht ganz unbegründet ist diese Angst, wenn pseudowissenschaftliche Anbieter in einem Post mit einem knackigen Einzeiler behaupten, laut einer Studie bestehe ein Zusammenhang zwischen Naschen im Kindesalter und einer späteren Alkoholsucht. Ohne Quellenangabe. Ohne alles. 200.000 Likes. Wissenschaft liefert Fakten zu elementaren Fragen der Gesellschaft und des Alltags: Was kann ich selbst gegen den Klimawandel tun? Wie gefährlich ist Plastik in den Meeren wirklich? Soll ich mein Kind impfen lassen? Diese Fragen dürfen nicht nur bei der sonntäglichen Lektüre im Lesesessel beantwortet werden, sondern diese Erkenntnisse müssen die Menschen dort erreichen, wo sie ihr Leben abspielt, also auch in den sozialen Netzen. Da ein 40.000-Zeichen-Feature für Instagram reichlich ungeeignet ist, muss es in unter einer Minute gehen. Wie schafft man es, dass Kürze nicht mit Oberflächlichkeit einhergeht? Um in maximal 59 Sekunden fundiert zu erklären, warum ein Dieselfahrverbot allein die Luft nicht besser macht, muss jedes Wort sitzen, stimmen, präzise und vor allem tief recherchiert sein.  Wer Unwesentliches weglässt und sich auf das beschränkt, was wissenschaftlich wirklich evident ist, kann in einer Minute jede Menge Wesentliches sagen. Die Quarks-Redakteure Mustafa Benali, Jonathan Focke und Lisa Weitemeier zeigen, wie das geht und erklären anhand konkreter Beispiele und Übungen, wie sich eine Redaktion dafür organisieren muss: Von Freiräumen für eine ausführliche Recherche bis zum detailliert vorbereiteten journalistischen Communitymanagement.
34:40 06.05.2019