Show cover of re:publica 19 - Research & Education

re:publica 19 - Research & Education

Wie verändern digitale Technologien unsere Art zu lernen, zu lehren, zu forschen und Wissen zu teilen? Wie entwickeln sich wissenschaftliche Felder und Forschungsthemen?

Titel

Wie kriegen wir Veränderung in die Schulen?
Hans Anand Pant, Jöran Muuß-Merholz Das Format: ein Bühnengespräch zwischen Hans Anand Pant und Jöran Muuß-Merholz
25:10 08.05.2019
Welche Schule braucht eine Gesellschaft im digitalen Zeitalter?
Hans Anand Pant Der Vortrag von Prof. Hans Anand Pant geht darauf ein, wie Schulen diesen Ansprüchen begegnen können: Welche Möglichkeiten und Entwicklungslinien bieten sich an, den digitalen Wandel an den Schulen aktiv gestalten? Wie kann eine gute Schule im digitalen Zeitalter aussehen? Dabei geht es nicht nur um den Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Es geht vielmehr darum, den Wandel der Lernkultur in Schulen zu gestalten.
36:15 08.05.2019
Mini-Games für Meinungsfreiheit
Judith Liesenfeld, Lena Nitsche Zwei Milliarden Menschen weltweit spielen – und das immer häufiger unterwegs, auf ihrem Smartphone. Dass Spiele mehr als nur unterhalten können, das ist spätestens mit Buzzwords wie Gamification, Serious Games oder Edutainment auch im Mainstream-Bewusstsein angekommen. Doch wie genau kommt man durch Games ins Gespräch, z.B. über das Thema Meinungsfreiheit? Wie verändert sich die Bedeutung von Meinungsfreiheit, wenn man darüber in Deutschland oder in Ländern des Globalen Südens diskutiert? Wie schafft man kleine Info-Snacks, die zwischendurch einfach zu verspeisen und zu verdauen sind und die dennoch lange satt machen? Diese Fragen treiben uns bei der DW Akademie um, deshalb haben wir Quizspiele, Typen-Tests und Simulationen entwickelt. Die Spieler*innen erfahren dabei mehr über das Thema Meinungsfreiheit, aber auch über sich selbst als Mediennutzer*innen und als Teil eines Mediensystems. Ganz nach dem Motto: “tl;dr” reduzieren unsere Spiele Komplexität, indem sie ein globales Thema in kleine Häppchen teilen. Mit den #speakup!-Spielen für die Meinungsfreiheit ist die DW Akademie einen ersten Schritt gegangen, ihr Wissen nicht nur an Medien- und Entwicklungsexpert*innen weiterzugeben, sondern an alle die sich für das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit interessieren. Unsere Spiele sollen in Klassenräumen, Jugendzentren oder auch Wohnzimmern in Deutschland und in Ländern des Globalen Südens ihren Platz finden. Wir wollen unsere Erfahrungen mit dem Publikum teilen, uns aber auch gemeinsam die Frage stellen: Wie können wir Lernspiele weiterentwickeln? In diesem 30-minütigen Talk werden die #speakup!-Spiele vorgestellt, um mit Eltern, Medienpädagog*innen, Gamer*innen und anderen Interessierten ins Gespräch zu kommen über Chancen und Grenzen spielerischer Vermittlung von Meinungsfreiheit.
28:38 08.05.2019
Too much to process – Interfaces zur Wissensverwaltung
Julian Fleck Wenn in der algorithmisch optimierten Aufmerksamkeitsökonomie kontinuierlich unser Dopaminsystem zur Gewinnmaximierung gehijackt wird, bleibt die persönliche Fähigkeit, zu fokussieren und die gesellschaftliche Fähigkeit zur Kohärenz auf der Strecke. Während man sich der „Wahrheit“ nur unter Berücksichtigung der komplexen Korrelationen von Ereignissen und den daraus entwachsenden Informationen in ihrem jeweiligen Kontext annähern kann, werden die kürzesten Vereinfachungen zum Clickbait und befördern informationelle Entropie und allgemeine Abstumpfung. Um aus dem Rauschen von Informationen Wissen abzuleiten, brauchen wir Systeme, die uns unterstützen, dieses intuitiver zu verwalten, Gedankenkonstrukte teilbar und für andere nachvollziehbar zu machen, und die dabei Komplexität zulassen und nicht in Abstraktionen auflösen. Mit einem Fokus auf die Metaphern der Interfaces, die wir benutzen, um Wissen visuell und inhaltlich zu strukturieren, stelle ich in diesem Talk sowohl technologische als auch sprachliche Konzepte vor, die für die Erschaffung solcher Systeme relevant sind.    #brains #communities #complexity #entropy #folders #fractals #hyperdimensions #languageprocessing #loops #metametameta #neighbors #optimization #patterns #reality #space #topologies #xanadu #zoom
28:04 08.05.2019
Informatik: tn;dl (too nerdy; didn't learn)
Daniel Losch Die Informatisierung der Welt ist soweit vorangeschritten, dass ihre Ergebnisse und Auswirkungen in die allgemeine Bildung hineinwirken. Nicht erst seit der »Digitalisierungsoffensive« der Kultusministerkonferenz ist offensichtlich, dass zukünftige Lehrkräfte auf veränderte Rahmenbedingungen zur Organisation, Durchführung und Reflexion des Unterrichts vorbereitet werden müssen. Mit dem Aufbruch von der Gutenberg- zur Turing-Galaxis im letzten Jahrhundert [http://pygy.co/Is] sind wir kulturtechnisch »den nächsten Schritt gegangen«; die curricularen Konsequenzen in der schulischen Bildung in Deutschland sind dieser Entwicklung überwiegend jedoch nicht angemessen. »Informatische Modellierung« ist ein bedeutsames, jedoch nicht etabliertes Element für Bildungsprozesse aller Fächer. Einen möglichen didaktischen Aufschluss bieten Phänomene des täglichen Lebens, die aus informatischer Perspektive in drei Bereiche eingeteilt werden: Phänomene mit _direkter_(1), mit _indirekter_(2) und _ohne_(3) Beteiligung von Informatiksystemen. (1: Online-Anmeldung zur re:publica, 2: Leinwand fährt herunter, 3: Schlange am Kiosk). Das Seminar »Informatik in der Grundschule« [http://uni-w.de/15g] sowie die Ringveranstaltung »Informatik im Alltag« [http://uni-w.de/17u; http://uni-w.de/1em] sind konkrete Ausprägungen unseres Ansatzes zur Begegnung der »informatischen Durchdringung der Gesellschaft«. Die bildungspolitische Diskussion erfährt hierbei einen allzu starken Fokus auf vermehrten Geräteeinsatz und Anwenderschulung. Die Organisation der Lehrer*innenbildung wird nach informatikdidaktischem Modell über die Implementierung ausgewählter Elemente der informatischen Bildung für _alle_ Lehrkräfte gestaltet. Denn nur durch qualifizierte Lehrkräfte, die sich als Fundament ihres Lehrerhandelns wesentliche Denk- und Arbeitsweisen der Informatik erarbeitet haben, können integrative Konzepte wie diejenigen der Medienbildung greifen.
28:10 08.05.2019
Augmented Classroom
Stefanie Vollmann Das Tagebuch von Anne Frank ist aus dem Schulunterricht kaum wegzudenken. Und doch: Berührung und Verstehen dieser Geschichte werden von jeder Generation neu verhandelt. Wie gelingt dies mit „Anne Frank“ und den anderen wichtigen historischen Erzählungen in der digitalen Zukunft? Das Bildungsprojekt „WDR AR 1933-1945“ gibt hier eine technisch und erzählerisch neue Antwort. In Holografien fürs Smartphone oder Tablet entsteht die Geschichte neu und wird im Klassenraum unmittelbar erlebbar: Die letzten lebenden Freundinnen von Anne Frank erzählen mir direkt. Holografien verwandeln mein gesamtes Zimmer in einen geschichtlichen Raum. Mit dem Projekt, das Anfang 2019 als App in die Stores kommt, fügen wir der Diskussion um „Digitale Schulen“ etwas Wichtiges hinzu. Es geht nicht nur um mehr Tablets für Schulen oder bessere Weiterbildungen für Lehrer*innen – vor allem geht es um tatsächlich sinnvolle, digitale Inhalte, die ein anderes, ein tieferes Verstehen ermöglichen als dies bestehende Materialien tun. In der App „WDR AR 1933-1945“ werden neben der Geschichte von Anne Frank auch andere Themen aus dem Zweiten Weltkrieg holografisch erzählt. Wir wollen mit dem Projekt insbesondere einen multiperspektivischen Ansatz fördern. Augmented Reality-Erfahrungen machen es leichter, sich in eine historische Figur oder eine andere Kultur hineinzuversetzen und sie zu verstehen. Jugendliche können damit Andersartigkeit erleben und begreifen. Fast so wie vor einigen Jahren, als Zeitzeug*innen des Krieges noch persönlich Schulen besuchten.
27:47 08.05.2019
Netzwerken? Hab ich im Unterricht gelernt...
André Hermes Seit einigen Jahren steht eine Fähigkeit immer wieder im Fokus der Betrachtung von Bildungsblogger*innen, die manchmal etwas vage umrissen, manchmal mit Hilfe weiterer Fachbegriffe erläutert und immer als bedeutend charakterisiert wird: das Netzwerken. Es hat immer Menschen gegeben, die sich mit traumwandlerischer Sicherheit in Ihrer Welt bewegt haben, die überzeugt und überzeugend mit ihrem Umfeld kommuniziert, gelernt und gearbeitet haben. In einer vernetzten Welt wie der unseren, sind es die Möglichkeiten, Regeln und Begrenzungen des Netzwerks selbst, die wir kennen und für uns nutzen können sollten. Sonst wird statt traumwandlerischer Sicherheit die Unsicherheit unser Denken und Handeln begleiten. Wenn nun professionelles Netzwerken eine wichtige persönliche und gesellschaftliche Fähigkeit ist, wie lässt sich dieses Netzwerken im Unterricht ganz konkret für Schülerinnen und Schüler erfahrbar machen? Ausschließlich mit detailliert vorgegebenen (nun halt digitalen) Arbeitsblattsammlungen, die stoisch abzuarbeiten sind, wird es nicht gelingen. Es muss noch einen anderen Weg geben, Digitalisierung in der Bildung zu denken, und das/beim Netzwerken zu lernen.
28:31 08.05.2019
Schrei nach Medienkompetenz an deutschen Schulen
Jasmin Buddensiek Deutschland gilt als Vorzeigeland der Digitalisierung. Die Bildungsrealität sieht jedoch anders aus: An weiterführenden Schulen mangelt es weitgehend an einer digitalen Ausstattung. Bund und Länder streiten über die Finanzierung des Digitalpaketes. In einem Punkt sind sie sich aber einig: Die Digitalisierung an Schulen soll fortschreiten (vgl. BMBF (2018)).  Aber was passiert, sobald die Ausstattung vorhanden ist? Inwiefern können Lehrer*innen und Schüler*innen von Medien profitieren?  Derzeit verwenden lediglich 15% der Lehrer*innen digitale Lernformen im Unterricht (vgl. Bertelsmann-Stiftung (2017)). Die Einführung der digitalen Medien an der Schule stellt folglich eine grundlegende Veränderung dar, sowohl für die Lehrer*innen als auch die Schüler*innen. Sinnvolle Grundlage einer solchen Einführung wäre die Einführung eines neuen Schulfaches, „Medienkompetenz“. Jede*r fünfte Jugendliche gibt an, dass über sie*ihn falsche oder beleidigende Inhalte über das Smartphone oder im Netz verbreitet wurden (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2018)). Den richtigen Umgang mit digitalen und sozialen Medien zu erlernen ist somit von großer Relevanz. Aber auch die korrekte Anwendung digitaler Medien im Sinne einer Programmkompetenz für die Schule und den späteren Berufsweg sind wichtige Inhalte.  In meiner qualitativen Studie (Februar 2018) führte ich Einzelinterviews mit Lehrkräften, Schüler*innen, Eltern und Politiker*innen zu der Einführung dieses Faches. Das Fach wurde von den Interviewpartner*innen als sehr sinnvoll eingestuft. Der Forschungsansatz wird in Einklang mit der Medienwirkungsforschung (vgl. Beck (2015): 208 ff.) und dem pädagogischen Konzept der Medienkompetenz von Baacke (vgl. Baacke (2001)) weiterverfolgt, woraus geeignete Unterrichtsinhalte hervorgehen können, die als Ausblick im Zentrum meiner Präsentation stehen werden. 
29:26 08.05.2019
Raus aus der digitalen Unmündigkeit!
Karsten Himmer Deutschland als eine der führenden Industrienation im Bereich der Bildung ist in den letzten Jahren immer weiter im Ranking nach hinten gerutscht. In 2015 landen im Pisa-Test deutsche Schüler auf Platz 13 von 71 ... Estland auf 6. Deutschland gibt pro Kind für Bildung dabei  im Schnitt wesentlich mehr aus als Estland und trotzdem hat in Estland jeder Klassenraum einen Beamer und Lautsprecher, in einigen gibt es auch Smartboards. Zudem findet der normale Unterricht regelmäßig im Computerraum statt - egal in welchem Fach. Außerdem gibt es Programmieren und Robotik als Wahlfächer und jeweils zwei Klassensätze Tablets und Laptops! Warum schaffen wir es nicht unsere Kinder auf eine digitale Zukunft entsprechend vorzubereiten? Schaffen wir dies nicht, wird sich dies in einigen Jahren auch in unserer Wirtschaftsleistung niederschlagen. Aus Kindern digital-mündige Bürger*innen zu machen ist eine der dringendsten gesellschaftlichen Herausforderungen für Deutschland. Dabei geht es nicht darum alle Kinder ab sieben zu Programmierer*innen "auszubilden", sondern die heranwachsende Generation mit einem digitalen Grundwissen für ihre zukünftige Arbeits- und Lebenswelt auszustatten. Ähnlich wie Geschichte oder Erdkunde in den Schulen - dieses Grundwissen vermitteln wir allen Kindern, ohne das aus allen Historiker oder Geografen werden. Ein digitales Grundwissen wird ihnen helfen sich leichter in neue Berufe einzuarbeiten, welche immer mehr ein Verständnis für digitale Systeme erfordern werden. Mit unseren CoderDojos begeistern wir Jungen & Mädchen ab 7 Jahren für digitale Themen und Programmierung. Der CoderDojo Deutschland e.V. sieht dieses Thema als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe die unserer aller Zukunft betrifft und beeinflusst! 
32:56 07.05.2019
Mit dem Turing-Bus durch die Kleinstadtgalaxie
Bela Seeger, Andrea Knaut Das Turing-Bus-Projekt ist ein Bildungsmobil, das in verschiedenen Regionen Deutschlands junge Menschen in Workshops zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Digitalisierung der Gesellschaft bringt. Der Bus ist kein Informatiklabor auf Rädern, bringt dafür aber regionale Akteure und Akteurinnen aus Fablabs, OK-Labs, Hackspaces und anderen Orten des kreativen und kooperativen Lernens an die Schulen, um Aktionsräume- und Formate aufzuzeigen die zum Mitmachen inspirieren sollen. Während der Vorbereitung unserer ersten Tour vor allem im ostdeutschen Raum lernten wir schnell, dass es eine extrem hohe Nachfrage nach einem solchen Angebot etwa bei den Schulen gibt. Wir erfuhren außerdem, dass es mehrere vergleichbare Projekte gibt, die kulturelle und bildungspolitische Leerstellen im MINT-Bereich zu füllen suchen. Die meisten haben einen sehr idealistischen Ansatz und arbeiten teilweise unter recht prekären Bedingungen und natürlich stets mit befristeten Drittmitteln. Hieraus ergibt sich für uns die Frage nach dem „Wie weiter?“ – lassen sich solche mobilen Ansätze verstetigen? Sind sie ein Weg, das globale Dorf Realität werden zu lassen und das Urbane aufs Land zu tragen? Im Rahmen des Wissenschaftsjahres rollt der Turing-Bus 2019 nun zum Thema Künstliche Intelligenz und berichtet über die geplanten Stationen, die Erfahrungen des letzten Jahres und die Rolle mobiler Bildungsprojekte für den ländlichen Raum.
31:11 07.05.2019
Wieviel Wissenschaft hält YouTube und wieviel YouTube hält Wissenschaft aus?
Julia Althoff, Michael Büker, Florin Noël Haidar, Robin Blase, Annette Leßmöllmann Die einen haben die Reichweite, die anderen die Fakten: wenn YouTuber*innen auf Wissenschaftler*innen treffen. Aber wie groß ist das Interesse an diesen wissenschaftlichen Fakten und wie sehr können die Fakten für eine kurze Aufmerksamkeitsspanne runter gebrochen und Social Web-affin fragmentiert werden, ohne das sie an Substanz verlieren? Im Rahmen des Welterschöpfungstages, hat der WWF gemeinsam mit der außerschulischen Bildungsinitiative MESH Collective eine Social Video Kampagne umgesetzt (#EarthOvershootDay). Hier widmen sich YouTuber*innen, die sonst über Fashion, Musik oder das Internet sprechen, dem Klimawandel und Naturschutz, besuchen Forschungsstationen und sprechen mit der Wissenschaft. Wie reagieren die Communities? Und wurde das Ziel erreicht, wissenschaftliche Inhalte zum Klimawandel zielgruppenaffin und für wissenschaftsferne Kanäle aufzubereiten? Wie steht die Wissenschaft dazu? Gemeinsam mit Wissenschaftsjournalist*innen, beteiligten YouTuber*innen und Jugendlichen aus der Zielgruppe, diskutieren wir auf einem moderierten Podium den schmalen Grad zwischen einer breit zugänglichen Wissenschaftskommunikation, die das gesellschaftliche Vertrauen in die Wissenschaften stärkt, ohne dabei an Genauigkeit zu verlieren und was Wissenschaft dafür bereit sein muss beizutragen und ggf. auch aufzugeben? Außerdem gehen wir der Frage auf den Grund, welche Skepsis seitens Gesellschaft herrscht (diese Frage richtet sich auch an das re:publica Publikum) und welches die Befürchtungen der Wissenschaft sind, wenn YouTuber*innen sich “ihrer” wissenschaftlichen Themen annehmen?
65:39 07.05.2019
Minerva: Higher Education for Accelerated Change
Lucian Cosinschi How does a place of higher education look in a fast changing world, where technology is everywhere and "we are drowning in information, while starving for wisdom"? Where is the best place for students to learn? What and how should they study? What does it mean to thoroughly put in practice the science of learning for teaching?  This talk is an overview of Minerva's approaches to these questions in an institution that sees education as a fast path to make a difference for individuals and for the world. 
32:25 07.05.2019
Gute Schule in der digitalen Welt III: Deutsch-Skandinavische Gemeinschaftsschule Berlin
Jacob Chammon Bei der Gründung der Deutsch-Skandinavischen Gemeinschaftsschule Berlin im Jahr 2012 hatte Schulleiter Chammon zunächst einmal mit Eltern zu tun, die gegen WLAN protestiert oder für ein Handyverbot in der Schule argumentiert haben. Mittlerweile hat sich das Misstrauen gelegt – und digitale Medien werden mit einer hohen Eigenverantwortung der Schüler*innen eingesetzt. Denn Lehrer*innen an der Schule sind nicht unbedingt Expert*innen für die Technik und müssen das auch nicht sein – stattdessen geht es darum, den Schüler*innen etwas zuzutrauen und die didaktischen und pädagogischen Ziele richtig zu setzen und Möglichkeiten zu geben, digital zu arbeiten. Hierfür gibt es an der Schule zum Beispiel Formate wie das Lernbüro oder neuerdings auch einen Maker Space. Das Ziel ist, dass die Schüler*innen selbst herausfinden, wie sie eine Aufgabenstellung lösen können. Natürlich bedeutet das für die Lehrer*innen, ein Stück weit die Kontrolle abzugeben. Wie die Erfahrungen In drei aufeinanderfolgenden kurzen Slots stellt das Forum Bildung Digitalisierung drei Schulen exemplarisch vor und zeigt, wie gute Schule in der digitalen Welt gelingen kann, wo die Probleme in der Umsetzung liegen und wie digitale Zweifler*innen überzeugt werden können. Das Forum Bildung Digitalisierung gestaltet den digitalen Wandel im Bildungsbereich für Schule und Unterrichtsentwicklung in Deutschland maßgeblich mit. Der junge Verein bietet Akteuren aus Bildungspraxis, Zivilgesellschaft und Politik eine Plattform für Bildungsinnovationen und setzt Rahmenbedingungen für pädagogisch sinnvolle Digitalisierung. Zielsetzung ist, einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit in der digitalen Welt zu leisten. Mit sogenannten Schulbausteinen aus der Praxis für die Praxis sollen Deutschlands Schulen künftig praktische Lösungen für eine gute Schule in der digitalen Welt erhalten. 
30:16 07.05.2019
Gute Schule in der digitalen Welt II: Friedrich-List-Berufskolleg Bonn
Petra Walenciak, Uta Eichborn Agiles Arbeiten mit Scrum bedeutet, dass der Arbeits- und Lernprozess jederzeit angepasst wird, wenn der Lernprozess von der ursprünglichen Planung abweicht und die erreichten (Teil-)Produkte nicht akzeptabel erscheinen. Der Lehrer kann dann eine Inputphase anbieten und zusätzliches Material zur Verfügung stellen. Auslöser für den agilen Ansatz war eine immer heterogener werdende Schüler*innengruppe, die ein Lernen im Gleichschritt nach Plan nicht mehr sinnvoll erscheinen ließ. Ziel ist es, ein individuelles Lernen zu ermöglichen und die Verantwortung für den Lernprozess vollständig an die Schüler*innen zu übergeben. Die Schüler bestimmen im Team, was sie lernen wollen, oder besser gesagt – lernen müssen, um das nächste Projekt bewältigen zu können. Dabei steht die ständige Kommunikation und Transparenz zwischen allen Beteiligten im Mittelpunkt. Die Digitalisierung ermöglicht eine neue Kultur des Lernens und Arbeitens, in Netzwerken und auf Plattformen, kollaborativ und kreativ. Die Aufgabe von Schulen aller Schulformen besteht darin, die Rahmenbedingungen hierfür zur Verfügung zu stellen. In drei aufeinanderfolgenden kurzen Slots stellt das Forum Bildung Digitalisierung drei Schulen exemplarisch vor und zeigt, wie gute Schule in der digitalen Welt gelingen kann, wo die Probleme in der Umsetzung liegen und wie digitale Zweifler*innen überzeugt werden können. Das Forum Bildung Digitalisierung gestaltet den digitalen Wandel im Bildungsbereich für Schule und Unterrichtsentwicklung in Deutschland maßgeblich mit. Der junge Verein bietet Akteuren aus Bildungspraxis, Zivilgesellschaft und Politik eine Plattform für Bildungsinnovationen und setzt Rahmenbedingungen für pädagogisch sinnvolle Digitalisierung. Zielsetzung ist, einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit in der digitalen Welt zu leisten. Mit sogenannten Schulbausteinen aus der Praxis für die Praxis sollen Deutschlands Schulen künftig praktische Lösungen für eine gute Schule in der digitalen Welt erhalten.
24:51 07.05.2019
Gute Schule in der digitalen Welt I: Winterhuder Reformschule
Maike Schubert Die heutige Stadtteilschule Winterhude wurde 1930 gegründet, seit 1979 arbeitet sie als integrierte Gesamtschule. Die Winterhuder Reformschule, wie sie auch genannt wird, zählt zu den guten Schulen des Landes. 2018 wurde sie von der Jury des durch die Robert Bosch Stiftung vergebenen Deutschen Schulpreises unter die besten 20 Schulen in Deutschland gewählt. Trotzdem ist sie immer in Bewegung und entwickelt sich weiter: Als neue Schulleiterin hat sich Maike Schubert die Aufgabe vorgenommen, das Leitbild der Schule in Bezug auf Digitalisierung neu auszurichten.  Zuerst hat das Kollegium gemeinsam einen „Nordstern“ formuliert und erarbeitet auf dieser Grundlage ein Bildungsmodell für das 21. Jahrhundert – dabei beschäftigen sie sich mit den Fragen, was die wichtigen Bildungsziele sind, welche Kompetenzen Kinder und Jugendliche im Laufe der Schuljahre entwickeln sollten und wie hierzu zeitgemäßer Unterricht und eine weiterentwickelte Lernkultur beitragen kann. In drei aufeinanderfolgenden kurzen Slots stellt das Forum Bildung Digitalisierung drei Schulen exemplarisch vor und zeigt, wie gute Schule in der digitalen Welt gelingen kann, wo die Probleme in der Umsetzung liegen und wie digitale Zweifler*innen überzeugt werden können. Das Forum Bildung Digitalisierung gestaltet den digitalen Wandel im Bildungsbereich für Schule und Unterrichtsentwicklung in Deutschland maßgeblich mit. Der junge Verein bietet Akteuren aus Bildungspraxis, Zivilgesellschaft und Politik eine Plattform für Bildungsinnovationen und setzt Rahmenbedingungen für pädagogisch sinnvolle Digitalisierung. Zielsetzung ist, einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit in der digitalen Welt zu leisten. Mit sogenannten Schulbausteinen aus der Praxis für die Praxis sollen Deutschlands Schulen künftig praktische Lösungen für eine gute Schule in der digitalen Welt erhalten. 
30:04 07.05.2019
Das Begeisterhaus: Zentrum für zeitgemäße Bildung
Steffen Haschler Das Begeisterhaus liegt im gerade entstehenden Heidelberg Innovation Parks (hip), der ein Hot-Spot für Innovationen aus den Bereichen IT, digitale Medien und Bioinformatik wird. Während an den anderen Orten des hip Lösungen und Produkte für die digitale Zukunft erdacht werden, liegt unser Fokus darauf, dass insbesondere junge Menschen selbstbestimmt und ohne Zwang ihre eigenen Fähigkeiten und persönlichen Standpunkte in einer unübersichtlichen Gegenwart entwickeln. Dabei liegen uns die Vermittlung technischer Souveränität und die Förderung individueller Selbstentfaltung besonders am Herzen. Als außerschulischer Lernort ermöglicht das Begeisterhaus all jenes auszuprobieren und zu machen, was in den starren Strukturen klassischer Bildungseinrichtungen wie Schulen oder Universitäten keinen Platz findet, keine Aufmerksamkeit erhält oder mit den vorhandenen Ressourcen nicht zu bearbeiten ist. Als praktizierender Lehrer weiß ich um die Trägheit der Ministerien nur zu gut. Die Entwicklung des inhaltlichen und räumlichen Konzeptes ist abgeschlossen, wobei wir als Teil der Begeisterhausidee unser offenes Konzept seit Ende März im Rahmen der hunderttägigen #roadto_ mit der Stadtgesellschaft erneut abgleichen, während sich alle im Haus beginnen einzurichten.
23:46 07.05.2019
Jugendbeteiligung mit 360°-Videos, Games & Co.
Frank Segert, Tobias Thiel Das demokratische System steht unter Druck, Demokratiebildung ist in aller Munde. Jugendbeteiligung kann jungen Menschen ihre Partizipationsmöglichkeiten vor Augen führen und damit die Akzeptanz des repräsentativen Systems festigen. Zudem können sich junge Menschen auf diverse gesetzliche Grundlagen berufen, um in politischen Prozessen Gehör zu finden – von der UN-Kinderrechtskonvention über das Sozialgesetzbuch VIII bis hin zu einigen Kommunalverfassungen in der Bundesrepublik. Doch bekannte Beteiligungsformate für Jugendliche, wie etwa Jugendparlamente oder Petitionen, sprechen in der Regel nicht alle Jugendlichen gleichermaßen an – ein Problem für die demokratische Repräsentativität. Wenn Online-Lösungen in Betracht gezogen werden, dann basieren diese fast immer auf Texteingabe, denn „erwachsene“ Institutionen arbeiten mit schriftlichen Dokumenten. tl;dr: „jugendliche“ Ausdrucksformen, die sich von der Social-Media-Kampagne bis zum YouTube-Channel aller denkbaren medialen Hilfsmittel bedienen, sind mit den Arbeitsabläufen in Institutionen und Verwaltungen nur bedingt in Einklang zu bringen. Doch es gibt einen Silberstreif am Horizont: Zahlreiche Verbände, Kommunen und Kolleg*innen aus der Jugendarbeit haben sich auf den Weg gemacht, digitale Jugendbeteiligung zu stärken. Wir möchten euch Erkenntnisse und gute Praxis aus dem Kooperationsprojekt jugend.beteiligen.jetzt präsentieren und mit euch weiterdenken, wie digitale Jugendbeteiligung möglichst vielfältige Gruppen von jungen Menschen erreichen kann, damit sich die Versprechen von Selbstwirksamkeit und Stärkung der Demokratie erfüllen. jugend.beteiligen.jetzt – für die Praxis digitaler Partizipation ist ein Kooperationsprojekt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) und IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V., initiiert und gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
24:44 07.05.2019
Disrupting Education: Learn to code!
Natalie Sontopski The era we live in has seen flat and falling incomes and has made it more difficult for young people to land high-level jobs. So parents ask themselves: If good education is not enough anymore what skills does my child need for a financially secure future? The promise of teaching children to code seems to provide a new path: Programmers are scarce and sought after. And just like that, Silicon Valley has found a new business model: powerful players like Google, Microsoft or Facebook are now concentrating their efforts on disrupting digital education. They are investing in initiatives like code.org, which provides free tutorials for kids and teachers about coding. This development is a double-wedged sword. One the one hand children should absolutly learn to code. As citizens living in a digital world they should at least know about the ones and zeroes this world is build on. But on the other hand, public schools in most western industrialized countries failed to provide sensible digital education. So corporations stepped in and provided financial support and human resources. In my talk I will analyze coding initiatives and their goals. Their message sounds ideal: They want to teach kids not just to code, but also foster innovation and openness, promote an understanding of how to participate in the digital world and finally fight for more diversity and inclusion. But what if some hidden agenda lies underneath this slogans? I want to provide a much needed critical approach about the motives of corporations and non-profits concerning digital education.
22:51 07.05.2019
Hilfe, die Generation Y kommt
Julia Frohne Diversität ist in aller Munde. Neben Geschlecht oder Ethnie stellt auch das Alter eine zentrale Variable im erfolgreichen Zusammenarbeiten von Menschen dar. Der demografische Wandel wirkt sich dabei nicht nur auf eine Verknappung möglicher Arbeitskräfte aus. Er führt auch dazu, dass der Arbeitsmarkt zunehmen zerfällt in Unternehmen mit einer mehrheitlich überalterten Belegschaft und junge Unternehmen oder Gründungen mit überwiegend junger Belegschaft. Das hat Nachteile für beide Seiten: den einen fehlt der frische Wind, den anderen die Erfahrung. Doch auch dort, wo junge Berufstätige und erfahrene Kräfte zusammenarbeiten zeigt sich häufig eine Diskrepanz im gegenseitigen Verständnis. Es klafft eine Lücke zwischen den Erwartungen in den Unternehmen und den Ansprüchen der jungen Generation als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die sogenannte „Generation Y“ ist anspruchsvoll, die Wechselbereitschaft hoch. Dies stellt Organisationen vor Probleme, die mit teils aufwändigem Recruiting versuchen, die besten Köpfe für neu zu besetzende Stellen zu gewinnen. Doch häufig verlassen die gewonnenen Berufsanfänger*innen das Unternehmen bereits nach relativ kurzer Zeit wieder. Woran kann das liegen? Und wie lässt sich das ändern? Um die Lücke zwischen den Erwartungshaltungen von Arbeitgeber*innen und jungen Berufstätigen zu schließen, werden in der Session Erkenntnisse zu Arbeitsmotivation und -zufriedenheit und über die „Candidate Experience“ dargestellt, also die Erfahrungen von jungen Mitarbeitenden mit dem Auswahl- und Einstellungsprozess. Die Studien beleuchten dabei speziell den Arbeitsmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft. Abgeleitet werden Handlungsempfehlungen sowohl für Bewerberinnen und Bewerber als auch Institutionen mit dem Ziel, gegenseitiges Verständnis zu wecken. Über Onlinetools werden die Erfahrungen des Publikums in die Session live mit eingebaut.  
31:45 07.05.2019
Communicating complexity in an age of noise
Anne Wizorek, Lina Srivastava, Antonella Napolitano Guests from leading evidence-based media and research projects will share new media approaches to sharing urgent facts about our emerging future. Topics for discussion include formats and tactics for sharing digestible, accessible information; the role of key societal values such as privacy and equity in messaging; and how media leaders can leverage recent public debate about the risks and abuses of technology to encourage a stronger evidence base.
59:24 07.05.2019
Die Schule der Zukunft
Myrle Dziak-Mahler, Alexandra Habicher Die digitale Transformation verändert unsere Gesellschaft derzeit tiefgreifend auf allen Ebenen. Ein Blick auf die sich zurzeit schnell weiterentwickelnde Forschung zur Künstlichen Intelligenz macht deutlich, wohin es in naher Zukunft gehen wird. Es werden Jobs entstehen, die sich heute niemand vorstellen kann und gleichzeitig werden viele Arbeitsplätze wegfallen. Diese Situation macht unsicher: Wie sollen wir Bildungsziele für junge Menschen bestimmen, wenn wir keine Vorstellung haben, welche Bildungsinhalte die Gesellschaft morgen und übermorgen benötigt? Und trotzdem müssen wir junge Menschen auf ihre Zukunft vorbereiten, intellektuell wie emotional. Und unter fairen Bedingungen. Der Einzug der Digitalisierung an die Schulen macht es notwendig, Schule komplett neu zu denken.  Bis dato orientiert sich das Bildungssystem an den Normen- und Wertevorstellungen des 20. Jahrhunderts. Damit bereitet es Schülerinnen und Schüler für die Aufgaben der Vergangenheit, nicht aber auf eine sich zunehmend verändernde Gesellschaft und ihre Herausforderungen vor. Was wir benötigen, ist Pioniergeist. Eine Haltung, die keine Angst davor hat, das, was wir als nicht mehr zielführend erkannt haben, einfach abzustellen. Wir probieren das Neue, das Andere einfach aus, wir experimentieren. Behutsam, zugewendet, verantwortlich – und mutig. Die disruptiven Veränderungsprozesse der nächsten Dekaden werden uns nichts Anderes übrig lassen.  Wir brauchen deshalb einen mutigen und offenen Reformprozess in Schule und Lehrer*innenbildung. Doch, welche Veränderungen sind notwendig und welche Lösungen gibt es bereits? Am Beispiel des Kölner Zentrums für LehrerInnenbildung und seiner Expertise, seinen Aktivitäten und Praxis-Erfahrungen mit Projekten zu den Themen "kooperieren statt konkurrieren", "Veränderungen in Schule bewirken" und "Umgang mit Fakenews und Hatespeech", zeigen wir auf, welche Wege in Schule und LehrerInnenbildung gegangen werden können  - oder müssen.
25:54 07.05.2019
Counterspeech - against hatespeech and desinformation
Christina Dinar Counterspeech is a concept that developed as a reaction to commonly spread Hatespeech online as well as disinformation distributed through social media. It takes into account that many users consume the misconducted expressions and information online – but do not react to it. Counterspeech is the idea to intervent on a broader level without implementing a state-regulatory practice but to have empowered communities that try to deal with it. The debate along hatespeech in the year 2018, with the beginning of the NetzDG was supposed to help fighting the complicated relation between freedom of expression and hatespeech/disinformation online. But what did we learn about the effectiveness of intervention from it? What effectively works against it –  social media plattforms and not even the creators of NetzDG seem to know nor be able to prove it. This session wants to give number crunching a serious test and help to change the perspective on how we look on the function of counterspeech in online debate – by presenting outcome of scientific research on these topics. Why could counterspeech be more effective in fighting hatespeech than regulating laws and what actually helps in dealing with disinformation? Allow the usually overlooked tl&dr part of the discussion some space and you will probably understand that new solutions to this could be  a very refreshing a new perspective – if you just had read the lines in between before..….
28:28 07.05.2019
Weltweit vernetzte Schule – United World Colleges
Simon Ruhland, Sophie Seydel Seit über 50 Jahren leben und lernen Schüler*innen aus allen Teilen der Welt und mit den verschiedensten Biographien zusammen an den United World Colleges. Während der zweijährigen Schulzeit wird erklärt, diskutiert und gestritten. Die Schüler*innen müssen sich mit Themen von weltweiter Bedeutung ebenso auseinandersetzten, wie mit Putzplänen und Hausaufgaben. Der ständige Diskurs zeigt die große Schwierigkeit einer komplexen Welt auf: zu vielen Problem gibt es keine eindeutigen Antworten, viele legitime und richtige Meinungen stehen sich häufig gegenüber. Um angemessene Lösungen zu finden, braucht man also Empathie. Denn nur mit Einfühlungsvermögen können Lösungen gefunden werden, die nicht nur die eigenen Ansichten widerspiegeln, sondern auch die Perspektiven Anderer berücksichtigen. Während UWC versucht, dies den Schüler*innen während ihrer Schulzeit zu vermitteln, ermöglicht die Vernetzung von Schülern*innen und Lehrern*innen, Eltern und Ehemaligen, dass diese Auseinandersetzung schon vor dem Schulbesuch beginnt, weit darüber hinaus andauert und immer mehr Menschen einbindet.
25:14 07.05.2019
Digitale Medien und Reformpädagogik – eine notwendige Verbindung
Christiane Schicke, Jens Großpietsch Die digitale Umwälzung verlangt immer stärker nach entschiedenen schulreformerischen Antworten. Eine vor drei Jahren gegründete private Schule in Berlin versucht dies, und zwar ausdrücklich als Schule für alle gesellschaftlichen Schichten. Dargestellt werden die bisherigen Schritte, die, welche noch kommen sollen, und welche Hindernisse es gibt. Digitale Medien sind heute bei solch einer entschiedenen Schulreform nicht wegzudenken. Hilfreich bei der Entwicklung von Zielvorstellungen und pädagogischen Antworten ist zudem ein Blick auf die entschiedenen SchulreformerInnnen in den Städten der Weimarer Republik – u. a. auch in Berlin Neukölln. Auch damals mussten PädagogInnen einen Systembruch - mit dem Kaiserreich - vollziehen. Sie versuchten sich an „einer Schule der werdenden Gesellschaft“. Heute stehen wir vor ähnlichen Aufgaben, haben aber neue Möglichkeiten, u. a. den Einsatz digitaler Medien. Was bedeutet es: SchülerInnen zum Subjekt der Erziehung zu machen, SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, an IHREN Themen zu arbeiten, Selbsttätigkeit und Individualisierung zu ermöglichen, alternative Rückmeldungen statt Ziffernoten zu nutzen, Lernen und Herausforderungen für SchülerInnen zu IHRER Sache zu machen, eine Schule für alle zu sein,   Formen kollegialer Schulentwicklung umzusetzen = kooperativ und selbstkritisch zu sein, eine kollegiale Schulleitung einführen zu wollen?   Dies alles soll dargestellt und zur Diskussion gestellt werden.
30:21 07.05.2019
Wie Bildung nicht digitalisiert werden sollte
Dominik Theis Politische Entscheidungstragende setzen auf den Auf- und Ausbau von zahlreichen Plattformen und die Ausstattung von Schulen mit WLAN, elektronischen Tafeln und Lernprogrammen im Rahmen eines Digitalpakts, um Bildung in das digitale Zeitalter zu befördern. Der Ausbau der Infrastruktur ist ein notwendiges Unterfangen für das Gelingen von Bildung in einer digitalen offenen Gesellschaft, doch es braucht mehr Weitsicht! Eine Ausstattung der Schulen mit Smartboards und WLAN ohne entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen kann und sollte digitalen Kompetenzen nicht gleichgesetzt werden. Junge Menschen sollten diese auch nicht auf Plattformen, sondern im oder mit dem freien Netz erlernen. Auch die Unabhängigkeit von Bildungsangeboten ist in Gefahr. Eine fehlende Beratung und die daraus folgenden Investitionen in geschlossene und proprietäre Systeme können den Einsatz von freien Bildungsmaterialien verhindern. Lock-In-Effekte sind hier vorprogrammiert, die gerade die öffentliche Hand als Trägerin von Bildung nicht zulassen sollte. Diese auch auf den Erhalt von traditionellen und starren Strukturen ausgerichtete Förderung zeigt nicht nur ein rudimentäres Verständnis von Bildung für die digitale Gesellschaft, sie verstetigt und zementiert auch die Rolle der Einrichtungen und Institutionen in der deutschen Bildungslandschaft. Das Bündnis Freie Bildung möchte hier ansetzen und macht Vorschläge, wie freie Inhalte, offene Infrastruktur und Software für die Bildungslandschaft verwendet werden können. Wir fordern, dass die Bundesregierung und die Länder den Wissensschatz erweitern, den Lehrerinnen und Lehrer selbst zur Verfügung stellen wollen, Best Practices fördern und Material zentral verfügbar und sichtbar machen!
22:04 06.05.2019
Offen lernen - Gehäuse aufbrechen
Maximilian Voigt Wie erreichen wir einen aufgeklärten und mündigen Umgang mit Technik? Wir müssen an unseren Vorstellungen und Beziehungen von und mit Technik arbeiten. Denn die haben wenig mit den eigentlichen Objekten und ihrer Existenzweise zu tun - beschränken sie sich doch in der Regel auf Gehäuse. Wenn es also um die Frage nach den Kompetenzen in einer digitalen Welt geht, dann müssen wir dort ansetzen: am offenen Gehäuse. Denn eine echte Auseinandersetzung gelingt nur durch das Aufbrechen von Vorstellungen und Eingehen von Beziehungen, die über den reinen Konsum hinausgehen. Im Talk wird dafür plädiert, dass Offene Werkstätten und Open Hardware wichtige Faktoren sind, um einen mündigen und demokratischen Umgang mit Technik zu ermöglichen. Bildungseinrichtungen sollten mehr mit den zahlreichen Lernorten kooperieren, die über ganz Deutschland verteilt sind.
27:26 06.05.2019
Ready Learner One - popkulturelle Erwartungen an Bildung
Eva Glade, Mario Ganz Der Einsatz digitaler Medien in der Bildung leidet unter der vermutlich größten Diskrepanz, die es zwischen Realität und Ideal seit dem Nürnberger Trichter gibt. Zum Einen sehen wir darin die Zukunftstechnologie und -kompetenz schlechthin, auf der anderen Seite platzt der Digitalpakt, Frankreich verbietet Smartphones in der Schule und Lehrer*innen schlagen sich mit miesem Internet herum. Wikipedia gilt weiterhin als tabu weil “da kann ja jeder” und beim Wort Lizenzen oder offene Bildungsinhalten springen unterschiedliche Personengruppen aus Windows XP. Gleichzeitig steht sie jeder_m zur Verfügung, und hilft ohne Panik zu schieben ans andere Ende des Universums zu fliegen, aber wehe ein Lernender beruft sich auf sie. Star Trek inspirierte zu Klapphandys, Back to the future zu selbstbindenden Schuhen und Hoverboards. Einerseits wollen wir die Utopie zur Wirklichkeit machen, andererseits haben wir Angst Risiken einzugehen. Vor allem im Bildungsbereich, wo wir doch lieber Altbewährtes bewahren, statt Neues auszuprobieren. KITT sei Dank können wir uns nicht nur nach einer durchzechten Nacht von unserem autonomen Auto nach Hause fahren lassen, sondern während der Fahrt (aus Büchern) lernen, sofern der Orientierungssinn des Autos noch intakt ist und nicht wir für die Autos navigieren müssen. Bald links abbiegen. Woher kommt es also, dass Utopien aus der Popkultur in der Gesellschaft nur deutlich zurückhaltende Umsetzung finden? Was veranlasst uns dazu, eher zwei Schritte zurück, als einen vor zu machen? Wie kann eine heutige Gesellschaft oder gesellschaftliche Praktik aussehen, wenn bereits Erdachtes Realität wäre? Wie könnte also in Anlehnung an Ready Player One Bildung aussehen, wenn wir den physischen Raum vollständig verlassen? Was wäre, wenn der virtuelle (Bildungs-)raum zur Norm wird? Alle je veröffentlichten Inhalte, seien es Bücher, Paper, Filme oder Musikdateien, sind als OER-Materialien frei zugänglich download- und konsumierbar. Utopie oder Dystopie?
30:42 06.05.2019
Eine digitale Geschichte der Ernährung
Sebastian Kubon „Essen ist Heimat auf dem Teller“ (Tim Mälzer). Diese Aussage zeigt, dass sich im Thema Ernährung stets aktuelle Fragen wie Migration, Heimat und Identität bündeln. Diese Aspekte können sich in religiösen Nahrungsmittelvorschriften, aber auch in tier- oder umweltethisch fundierten Standpunkten hinsichtlich vegetarischer und veganer Ernährung widerspiegeln. Doch auch die Genderfrage findet im Thema Ernährung Niederschlag: Wer bereitet das Essen zu? Wer trinkt was und wieviel? Inwieweit ist Essen aber auch eine Klassenfrage? Ist Essen Kunst oder elitärer Luxus? Essen und Trinken ist daher nicht nur für jeden Menschen überlebensnotwendig, sondern das Thema Ernährung beinhaltet damit zudem immens politische Fragen. Trotz der Bedeutung von Essen findet sich im Netz und den Sozialen Medien nicht zuletzt food porn. Historische Hintergründe werden nur selten in Fragen zur Ernährung betrachtet. Erst recht nicht in multimedialer Form. Ausgehend von dem multimedialen E-Learning-Format „Geschichte mit Geschmack – Die Geschichte der Ernährung" soll eine Diskussion über die digitale Thematisierung dieser Fragen angestoßen werden. Wesentlich ist, dass in diesem Format wenig Texte – Gefahr: tl;dr! –, aber viele multimediale Formen über die Geschichte der Ernährung (Podcasts, Videos) im Mittelpunkt stehen. Wichtig ist, dass hier kein Lernen von oben herab initiiert werden soll. Durch Smartphones sind den Benutzern die Produktionsmittel in die Hand gegeben, selbst an diesem Citizen Science-Format aktiv mitzumachen. Durch eine Produktion von user generated content kommt es zu Empowerment sowohl in Form von digitalen Kompetenzen hinsichtlich moderner Medien als auch in Fragen der historisch-politischen Konsequenzen von Ernährung für eine moderne demokratische Gesellschaft – abseits von food porn als Statussymbol. 
25:29 06.05.2019
Elternsprechstunde "Hilfe, mein Kind will an den Computer!"
Patricia Cammarata, Katja Seide, Caspar C. Mierau Wie lange sollen Kinder digitale Medien nutzen? Machen Computerspiele aggressiv? Ist YouTube besser als Fernsehen? Wie wirkt sich Instagram auf die Körperwahrnehmung von Pubertierenden aus? Was mache ich, wenn mein Kind (virtuell) gemobbt wird? Warum finden Kinder Sprachnachrichten so toll und ich bin genervt? Eltern haben in Sachen Mediennutzung ihrer Kinder viele Fragen und sorgen sich. Die drängendsten Fragen wollen wir beantworten. Wir sammeln dazu im Vorfeld der re:publica Elternfragen und wählen die vier häufigsten aus und beantworten sie auf der Bühne. Im Anschluss bitten wir das Publikum um weitere Fragen und bieten einen Platz auf unserer Bühne. Die Session wird aufgezeichnet und anschließend als Podcast im Feed von "Mit Kindern Leben" und über SCHAU HIN! zur Verfügung gestellt.
60:32 06.05.2019
Kita digital? Kleinkinder und Technik
Lena Grüber Digitale Medien halten Einzug in Kita und Grundschule. Die einen freut es, andere gruseln sich. Werden digitale Medien gebraucht, um moderne Pädagogik zu simulieren? Nein. Sie sind Werkzeuge. Die kindliche Faszination an ihnen kann ein wunderbarer Motor für kindliches Lernen sein. Wie denn? Wir zeigen euch fünf Projekte, wie Kinder sich und die Welt mit allen Sinnen crossmedial entdecken und beflügeln. Analog trifft Digital.   #kindlicheForschung #FragenandieWelt #PingPongPädagogik #AnalogtrifftDigital #100SprachenderKinder #mitallenSinnen  
25:57 06.05.2019