Show cover of Die Natur und die Stadt

Die Natur und die Stadt

Hallo, ich bin Claudia von „Die Natur und die Stadt“. Dieser Podcast gibt der Natur in der Stadt durch die vielen Menschen, die sich um sie kümmern, eine Stimme. Wenn möglich, gehe ich mit meinen Interviewpartner*innen vor Ort und lasse sowohl begeisterte Hobbyist*innen wie auch Fachleute und Wissenschaftler*innen zu Wort kommen. Ich beleuchte mit ihnen drei zentrale Fragen: 1. Wie geht es der Natur in der Stadt - auf dem Hintegrund von Klimawandel und Schwund der Artenvielfalt? 2. Welche Ökosystemleistungen erbringt die Natur gegenüber der Stadt und ihren Menschen? Wie können wir sie für uns nutzbar machen? 3. Wie sieht eine zukunftsfähige Beziehung von Natur, Mensch und Stadt aus? Bitte beachten: Viele der Episoden sind auf Schweizerdeutsch! Ausser dem Podcast schreibe ich Blog-Beiträge auf https://collectivejournals.net. Auf Social Media folgen: Twitter, Facebook, Instagram und LinkedIn. Stadtgrün Bern unterstützt diesen Podcast mit wertvollen Kontakten zu Fachleuten. Er wird ausserdem von der GVB Kulturstiftung, von der Burgergemeinde Bern und vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterstützt. Herzlichen Dank dafür!

Tracks

Permakultur im Gemeinschaftsgarten: Experimentieren, lernen und geniessen
Die Elfenau ist ein ehemaliges Bernisches Landgut mit historischen Gebäuden, einer gartenhistorisch wertvollen Parkanlage und einer zauberhaften Atmosphäre. Seit einigen Jahren gibt es dort auch einen Gemeinschaftsgarten für die Quartierbevölkerung, der ebenso speziell ist wie die Elfenau selbst. Wer daran vorbei spaziert, wird den Garten vielleicht nicht einmal bemerken, denn er sieht nicht wie ein klassischer Nutzgarten aus, in dem Gemüse und Kräuter fein säuberlich in Reih und Glied angepflanzt wurden. Besonders am Hostet Elfenau ist vielmehr eine andere Gartenphilosophie, die informelle Organisationskultur der GärtnerInnen und der sichtliche Spass, den sie bei gemeinsamen Arbeiten und Ernten ihrer Produkte haben. Hier wird sogenannte Permakultur umgesetzt und beim Ausprobieren gleich noch über Ernährung und unsere (un-nachhaltigen) Ernährungssysteme nachgedacht. Über das Hostet Elfenau als Modell für eine neue Agglo-Landwirtschaft diskutieren Ueli Scheuermeier (Agronom), Christina Stäubli (Pensionistin), Michelle Weber (Designerin) und Regula Leuenberger (Gesundheitsfachfrau).
47:29 09/21/2022
Aufbruch naturwärts - für die Entsiegelung der Städte und mehr Naturgärten
Im Gespräch mit dem Landschaftsgärtner Andreas Schild höre ich eine interessante Zahl: Wenn 10% der Schweizer Gärten mit einheimischen Stauden oder Blumen bepflanzt wären, dann würde der Effekt für die Biodiversität spürbar sein. Im Moment existieren nur 5% Naturgärten, das sind 5% zu wenig. Doch mit einem erneuten Aufbruch naturwärts scheint mir dieses Ziel erreichbar - wenn die privaten und die grösseren Immobilienbesitzer*innen umdenken. - Andreas Schild ist ein Pionier des Naturgartens. Er hat vor rund 40 Jahren mit Kolleg*innen einen Verein dafür gegründet und damit auch ein wenig an der grünen Branche gerüttelt. Im Juni 1996 haben er und seine Kolleg*innen gar auf dem Bundesplatz die Aktion „Aufbruch naturwärts“ durchgeführt, um die Parlamentarier*innen für das Absinken der Grundwasserspiegels zu sensibilisieren. In einer versiegelten Stadt gelangt der Regen nicht dorthin, wo er gebraucht wird, nämlich bis an die Wurzeln der Pflanzen. Die Naturgärtner*innen hatten auf dem Bundesplatz Kies aufgeschüttet, einheimische Stauden gepflanzt und Politiker*innen eine Wegwarte in die Hand gedrückt. Auch 26 Jahre danach gibt es noch viel zu tun und Denkmuster aufzubrechen. Andreas Schild ist Optimist, für ihn ist noch immer fünf vor Zwölfi.
38:20 08/31/2022
Wald, Feld und Boden - kollektive Nutzung als Schweizer Spezialität
Nun ja, man kann nicht einfach sagen: Wer hat’s erfunden? - Die Schweizerinnen und Schweizer. Aber die renommierte Nobelpreisträgerin Lina Ostrom  kam extra in unser Land, um die kollektive Gestaltung und Nutzung von Naturressourcen wie  Wald, Feld und Boden zu erforschen. Irgendetwas haben wir richtig gemacht. In der Schweiz besitzen Bürger- oder Burgergemeinden seit Jahrhunderten Wälder, Felder und Boden und „managen“ diese auch. Martin Stuber, der sich unter anderem auf Umweltgeschichte spezialisiert hat, erzählt, wie geschickt die Bürgergemeinden noch während des Ancien Régime und danach, nach der Helvetik und der Gründung der Schweiz, operiert haben. Sie regelten, wer welchen Zugang zu diesen Naturressourcen hatte. Die „Commons“ auf Englisch oder die Allmend, das Gemeingut auf Deutsch und ihre Bürgergemeinden haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Eine, die nach wie vor bewegt und inspiriert. - Diese Episode beschäftigt sich für einmal nicht direkt mit der Natur, sondern mit jenen Organisationen, die Teile davon verwaltet haben. Wir diskutieren Fragen wie: Sind die Bürgergemeinden eine Organisationsform mit Zukunftspotential? Wie können sie es mit der Klimajungend? Oder den aktuellen Herausforderungen der Energie-Transition oder des Klimawandels?
44:10 08/11/2022
Chur ist anders
Chur ist die älteste Stadt der Schweiz. Doch sie ist auch aus andern Gründen anders: Sie liegt auf rund 600 Metern, die eingemeindeten Orte Maladers oder Haldenstein sind schon bedeutend höher angesiedelt und der höchste Gipfel auf Stadtgebiet liegt auf 2805 Metern. Chur besitzt Wälder, aber auch Alpweiden und Maiensässe, nicht weit entfernt in Arosa. Auf Stadtgebiet leben mehr als 1000 Stück Vieh, Chur stellt seinen eigenen Käse her… Eine Alpenstadt ist notgedrungenermassen anders. Sie ist wegen der umliegenden Hänge schutzbedürftig. Die Wälder um sie herum erfüllen also eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Doch auch wenn Chur anders ist, sind viele Probleme dieselben wie in Schaffhausen, Luzern oder Solothurn. Es wird durch den Klimawandel wärmer und trockener. - In dieser Episode hören wir von Urs Tischhauser und Toni Jäger, dass die Bedürfnisse der Stadtnatur andere sind als diejenigen der Wälder; dass das Tempo des Klimawandels alle unter Druck setzt; dass die Verjüngung der Wälder auch wegen des Wildverbisses schwierig ist. Und dass es viel Wild im Wald hat, weil wir auch die Berge als Sport- und Tourismusdestinationen (über-)nutzen. Wie sagt man so schön: Es ist kompliziert.
39:57 07/21/2022
Kleine Säugetiere - ein Leben am Limit
Kleine Säugetiere gibt es fast überall in der Schweiz: insgesamt sind es 34 Arten. Das sind Mäuse, Schläfer, Maulwürfe oder Eichhörnchen… Doch ob auf dem Land, in Uferlandschaften oder im Siedlungsgebiet, sie fast unsichtbar. Der Experte Adrian Dietrich gibt unumwunden zu, dass er noch nie eine Haselmaus gesehen hat, obwohl sie mit ihren grossen Knopfaugen in fast jedem Kindertierbuch auftaucht. Man teilt die kleinen Säugetiere in Insekten- und die Nussfresser ein. Sie wiegen im allgemeinen nicht mehr als 200 g, oft auch weniger, wie die Etruskermaus mit 2 g. Und diese Tiere haben verschiedene „Super Powers“: einige schrumpfen für den Winterschlaf und wachsen im Frühling wieder, andere essen täglich so viel wie ihr eigenes Körpergewicht, und wieder andere schlafen selbst nachts nur wenig, weil sie stets auf Futtersuche sind… Was heisst es, am Limit zu leben?
40:57 06/30/2022
Gärtnern als lokale Wertschöpfung
Bis vor kurzem standen die zwei Gewächshäuser in Saas im Prättigau leer, schlimmer noch, sie waren zu Müllhalden verkommen. Dies bis der Unternehmer Hans-Martin Heierling in ihnen das Potential für die Lösung eines Problems erkannte: Eben waren wegen Corona Lieferketten ins Stottern geraten. Auf dem Land sei man, so Urs Beck, Gründer des SinnAteliers in Sargans, hellhöriger als in der lauten Stadt. Heierling erwarb die Gewächshäuser und begann Gemüse zu produzieren - für rund 40 Abonnenten und einen Bioladen in Davos. Es ging ihm nicht darum, viel Geld zu verdienen, sondern für Nahrungssicherheit zu sorgen, in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu lernen und ein Exempel zu statuieren - für die Bevölkerung, für die Politik und die Wirtschaft (und die Honoratioren im nahen WEF). In Urs Beck fand er einen ideal Partner, mit seiner Hilfe soll das Leuchtturm-Projekt für alle Bildungsstufen zum Lernerlebnis werden.
41:47 06/09/2022
Saatkrähen - die Stadt der Vögel
Krähen und Raben gelten als intelligente Vögel. Wir kennen sie aus den Märchen, auch dort sind sie schlau, sind verwunschene Menschen und können sich unter bestimmten Bedingungen wieder zurückverwandeln. Krähen und Raben können polarisieren, besonders jene, die in den Städten leben. Obwohl sie ornithologisch in die Gruppe der Singvögel gehören, hat ihr „Kraaah“ oder „ Krah“ nicht auf alle Menschen die gleiche Wirkung wie etwa der melodiöse Gesang der Amsel. Dennoch sind Saatkrähen und Rabenkrähen gerne in der Stadt . Weshalb kann man in dieser Episode auch erfahren. Was hat es mit den Irritationen der Stadtbewohner und mit den Gerüchten über die Vögel auf sich? - In dieser Episode entwirft der Biologe und Primarlehrer Toni Fankhauser ein differenziertes Bild der Saatkrähen. Das sind jene rabenartigen Vögel, die einen hellen Schnabel haben und eher bläuliche Federn und die ihre Nester gerne hoch oben in Gruppen in den Platanen bauen. Aus Toni Fankhausers Erzählung entsteht das Bild einer Vogelart, die äusserst sozial interagiert, die fast schon wie in einer Stadt der Vögel lebt. Denn was sind Städte anderes als dichte gedrängte Gruppen von Wesen, die um eine gute Gemeinschaft ringen…
46:11 05/19/2022
Urban Gardening für Anfänger*innen
Als ich vor kurzem durch die Stadt spazierte, sah ich in einem Designer Markt eine schön gestaltete Kartonbox mit Saatgut… Was haben hier Samen zu suchen? fragte ich mich, aber ich dachte nicht weiter darüber nach. Einige Wochen später hörte ich von meiner Kollegin, dass eine Industriedesignerin eine Firma mit Namen Urban Roots. Ich lernte Scarlet Allenspach bei einem Interview in einem kleinen Laden im St. Johannquartier in Basel kennen. Mit ihrer Firma und einem Netzwerk von Kollegen und Mitarbeiterinnen will sie vor allem jene Menschen erreichen und unterstützen, die gärtnerisch noch ganz am Anfang stehen. Denn Balkone können je nach Ausrichtung und Besonnung ausser Geranien auch Oasen für allerlei Essbares werden. Und: Balkone haben gegenüber von Gärten gewisse Vorteile.
36:32 04/28/2022
Mehr vertikale Gärten - jetzt!
Wir kennen alle die romantisch durch Efeu oder Reben verwachsenen Schlösser oder Bauernhäuser auf dem Land. Vor rund 20 Jahren haben visionäre Botaniker wie Patrick Blanc in Paris oder später avangardistische Architekten wie Herzog & DeMeuron mit dem Caixa Forum in Madrid vertikales Grün auch in die Städte gebracht. Doch Grünfassaden in den Städten sind nicht nur ein ästhetisches Erlebnis oder ein Modetrend, sie bieten auch handfeste Vorteile für das Klima in der Stadt, für die Häuser selbst , für ihre Bewohner*innen und für die Biodiversität. - Mit dieser Episode bin ich mit Daniel Hauri, einem Spezialisten für vertikale Gärten in der Stadtgärtnerei Zürich unterwegs, wo vor einigen Jahren eine Freiluftausstellung eingerichtet wurde. Man kann vier verschiedene Systeme besichtigen, die alle leicht andere Vorteile haben.
39:52 04/07/2022
Von Stubentigern und Streunern. Über die Sonnen- und Schattenseiten
In der Schweiz leben rund 1.7 Mio. Katzen. Genau wissen wir dies nicht, diese Zahl ist eine Schätzung des Tierfutterhandels. Auch nicht präzise zu fassen, ist die Anzahl der Streunerkatzen, denn in der Schweiz müssen Katzen nicht registriert bzw. mit einem Chip versehen werden. Doch man nimmt an, es sind 300’000 Tiere. Während viele Halter*Innen ihre Haustiere hegen und pflegen, und ihre kranken Katzen zum Tierarzt bringen, sind die Streuner auf sich selbst gestellt, werden weder gefüttert noch kastriert. Eine ähnliche Disbalance herrscht im Tierschutzgesetz. Während es viele Artikel zum Schutz von Hunden darin gibt, gibt es zur Hauskatze gerade mal einen. - Zwei Spezialistinnen, die die oft schwierige Situation dieser Tiere kennen, sich für eine Verbesserung der Gesetzesgrundlagen engagieren oder Kastrationsprogamme zur Milderung des Katzenelends durchführen, erzählen in dieser Episode von ihren Erfahrungen und Wünschen. Und Carla, ein 13-jähriges Mädchen aus meinem Quartier, erzählt auch über die Sonnenseite ihres Lebens mit Katzen.
43:36 03/16/2022
Das grüne Spital
Spitäler verbrauchen viel Energie - Wärme und Elektrizität -, produzieren viel Abfall - Haushalts- und medizinische Sonderabfälle - und sie belegen viel Raum in einer Stadt. Notgedrungenermassen, denn Spitäler erbringen eine unverzichtbare Dienstleistung für die Gesellschaft. Dennoch darf und muss die Frage gestellt werden: Wie, liebe Spitäler, wie habt ihr es mit der Nachhaltigkeit? - Diese Frage ist für die Insel Gruppe AG in Bern nicht neu. Im Gegenteil, es gibt dort eine Fachstelle für Nachhaltigkeit, die eben das Klimaziel Netto Null für Treibhausgasemissionen bis 2035 in der Strategie des Spitals verankern konnte. Und es gibt einen Spitalgärtner, der viel daran setzt, dass die Insel so grün wie möglich ist und der Inselpark biodivers. - Für diese Folge habe ich mit Stefan Müller gesprochen: spannend, dass es gerade auf dem Inselareal eine Fledermauskolonie gibt, die nachts die dortigen Insekten vertilgt. Diese Tiere haben im Moment zu Unrecht nicht den besten Ruf. Und ich habe Sabine Mannes getroffen, die damals noch Co-Leiterin der Fachstelle war. Wir haben unter anderem über die Hebel für mehr Nachhaltigkeit auf dem Areal gesprochen.
42:09 02/24/2022
Natur schützen oder Natur födern? Zu Besuch im Smaragdgebiet Oberaargau.
Im Smaragdgebiet Oberaargau werden europaweit gefährdete Arten gefördert: so etwa die Feldlerche, die sich auf intensiv bewirtschafteten Landwirtschaftsflächen nicht wohl fühlt oder die Gelbbauchunke, die vermutlich länger auf unserem Planete lebt als wir Menschen. Geographisch und politisch treffen im Oberaargau die vier Kantone Luzern, Bern, Solothurn und Aargau aufeinander. Es befinden sich dort 19 Gemeinden und mitten drin liegt die Kleinstadt Langenthal. Seit 2009 und bis heute werden dort zwei Aufwertungsprojekte durchgeführt, um u.a. die oben genannten Arten zu fördern und seit letztem Jahr wird auch das Modellvorhaben „Den Garten der Agglomeration Langenthal gemeinsaam gestalten“ durchgeführt. Damit überlappen und ergänzen sich eine Vielzahl von Projekten und Initiativen. - Doch was ist denn nun so besonders am Smaragdgebiet, das kein Naturschutzgebiet im engeren Sinne sein will? Es ist die Zusammenarbeit von Bauern mit NaturschützerInnen oder von Behörden mit engagierten BürgerInnen. Mehr noch, dass die Bauern mithelfen, trägt wesentlich zum Erfolg bei. Einige von ihnen bewirtschaften mehr als die vom Bund vorgeschriebene Fläche extensiv. So etwa Adrian Glur, Landwirt aus Roggwil und Mitglied im Vorstand des Vereins Smaragdgebiet. In dieser Episode hören wir von seinen Erfahrungen und seinem Selbstverständnis. Und wir hören von Werner Stirnimann, dem Projektleiter des Modellvorhabens, der mich durch das Smaragdgebiet chauffiert hat. Im Oberaargau gehe es weniger darum, die Natur zu schützen als vielmehr sie zu fördern, meint er. - Doch was genau ist der Unterschied?
46:22 02/03/2022
Wir Menschen brauchen den Wald - und nicht umgekehrt
Laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) ist 32% der Fläche der Schweiz bewaldet. 71% davon ist öffentlicher Wald, 29% gehört Privaten und 49% der Schweizer Waldfläche dienen dem Schutz. Doch nicht nur gegen Lawinen, Hochwasser oder Murgänge schützt der Wald. In Zeiten des Klimawandels wird überdeutlich, wie sehr wir Menschen den Wald brauchen - und nicht umgekehrt: Wie ein Staubsauger reinigt er die Luft, bindet er Wasser im Boden oder kühlt und befeuchtet er das Klima. Holz ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt und die Schweizer Wälder sind von enormer Bedeutung für die Biodiversität, denn 35% aller Arten hier sind auf den Wald angewiesen. - Die Burgengemeinde Bern ist selbst Waldbesitzerin, bewirtschaftet aber auch eine grössere Waldfläche für andere BesitzerInnen (insgesamt über 4000 ha). Der hauseigene Forstbetrieb bewirtschaftet die Wälder nach festgelegten Grundsätzen und zwar im Hinblick auf die Holzproduktion, auf die Erholung der Menschen und auf den Naturschutz. In den Reservaten macht der Wald, was er will. - Für diese Episode habe ich mit dem Förstermeister Stefan Flückiger gesprochen. Es wurde ein äusserst engagiertes und spannendes Gespräch über den Wald in Zeiten des Klimawandel, über Abholzungen im Gebiet des Amazonas oder über das traditionelle und das heutige Forstwesen, das im Moment eine enorme Verantwortung für die Gesellschaft trägt.
42:38 01/13/2022
Natur braucht Stadt: Biodiversität in 10 Stationen
67 Prozent aller Tierarten, die in der Schweiz leben, und 45 Prozent aller einheimischen Pflanzen existieren auch in der Stadt. Wenn man bedenkt, dass die von der Landwirtschaft intensiv genutzen Flächen oft wenig biodivers sind, dann ist die Dichte an Wildtieren und -Pflanzen in der Stadt sogar höher als in vielen Landstrichen auf dem Land. Die Städte sind also besser als ihr Ruf, was deren Nutzen für die Biodiversität anbetrifft. Umso mehr Sinn macht es, diese Artenvielfalt zu bewahren, wenn nicht gar, zu erhöhen. Und eine weitere gute Nachricht: Jede/r Bewohner/in kann dazu beitragen und sei es mit nur einem Quadratmeter entsiegelter Fläche im Vorhof des Hauses oder im eigenen Garten, auf einem Stück Dachgrün oder einer Baumscheibe an einer öffentlichen Strasse. - Stadtgrün Bern hat im 2021 ein Aktionsjahr „Natur br(auch)t Stadt“ durchgeführt. Eine der Projektleiterinnen, Christine Föhr, hat dafür exemplarische Spaziergänge „ausgeschildert“, anhand derer man Station für Station etwas über die Biodiversität und die Unterstützungshilfen lernen kann: von der Wildhecke bis zum Nistkasten, vom Teich bis zum Obstgarten mitten in der Stadt. - Kommen Sie mit uns mit auf den beschaulichen Spaziergang, Hügel hinauf und Treppe hinab.
45:05 12/23/2021
Eine Biberfamilie inmitten des Quartiers - kann das gut gehen?
Nach dem 2. Weltkrieg sah sich Aarau wie andere Städte in der Schweiz mit der Frage konfrontiert, wie es wachsen sollte. Bis damals und einige Jahrzehnte darüber hinaus hatte man eine Gartenstadt rund um den alten Stadtkern gebaut. Ab den 60er- und 70er-Jahren entschied man sich zu einem gewichtigen Ausbauschritt und baute über 20 Jahre verteilt am nordöstlichen Stadtrand vie langestreckte Zeilen mit insgesamt 1258 Wohnungen, zum Eigentum und zur Miete. Die Riegel sollten 19 Stockwerke bzw. bis zu 50 Meter hoch werden und mit seinen langgezogenen Linien die Juraketten aufnehmen. Heute leben dort rund 5000 Menschen, in einer Park-ähnlichen Umgebung und mit dem künstlich angelegten Sengelbach als Zufluss zur Aare. Niemand hätte gedacht, dass ausgerechnet dort eine Biberfamilien einziehen sollte. - Das klingt zwar romantisch, ist aber nicht ganz konfliktfrei. Der Fachspezialist Jagd und Fischerei des Kantons Aargau musst dort alle Register des Wildtiermanagement ziehen. Doch was umfasst das überhaupt?
43:33 12/03/2021
Muss Unterwäsche kompostierbar sein?
Die Schweizer Qualitätsmarke Calida hat vor rund 4 Jahren begonnen, ihr Sortiment in Bezug auf seine Kreislauffähigkeit zu prüfen. Das ist alles andere als ein triviales Problem, denn vom Nähfaden, über das Textil selbst, das Elastband usw.  muss alles biologisch abbaubar sein. Seit nunmehr 30 Jahren gibt es das Zertifikat Cradle to Cradle (CtoC), des Deutschen Chemikers Braungart und des amerikanischen Architekten McDonough, das festlegt, wie die Bestandteile von Produkten sein müssen, die wieder einsetzbar sein sollen (Upcycling!). Der ehemalige Textilfachmann und CtoC-Spezialist Albin Kaelin hat Calida in den letzten Jahren bei der Entwicklung ihrer Innovationen unterstützt. Es ist ein spannendes Gespräch geworden, das weit über die Textilbranche hinausgeht.  - Was genau sind die Prinzipien von CtoC? - Warum darf es uns nicht egal sein, wie wir unseren Abfall entsorgen? - Was macht die EU im Moment besser in diesem Bereich und wie belügt sich die Schweiz in dieser Hinsicht? - Wie motiviert man Firmen, sich auf den Marathon Richtung Kreislaufwirtschaft einzulassen? - Warum hilft Albin Kaelin einem neuen Projekt aus der Schweizer Modeinstrutrie, „Circular Clothing“? Und wir beantworten natürlich auch die Frage: Muss Unterwäsche kompostierbar sein?
37:20 11/12/2021
Zwei Podcasterinnen über Stadtökologie in Deutschland und der Schweiz
Die Sozialen Medien haben es möglich gemacht: Madlen Ziege und ihre Mitarbeiterin sind auf meinen Podcast aufmerksam geworden. Nach einer ersten Videokonferenz war klar: Wir müssen unbedingt eine gemeinsame Sendung machen. Madlen Ziege ist Biologin und Autorin des Buches „Kein Schweigen im Walde“. Ich war Journalistin und Dokumentarfilmerin, Dozentin und Designwisssenschaftlerin und bin heute Podcasterin. Zwei sehr unterschiedliche Karrieren also, die sich aber inhaltlich trotzdem beim Thema Stadtökologie und Biodiversität treffen. Und wir beide machen (trotzt und wegen Corona) Podcasts. Im Vergleich von Deutschland und der Schweiz gibt es Ähnlich-, aber auch Andersartigkeiten. So erzählt Madlen Ziege etwa über die Kaninchen in Frankfurt oder die Wildschweine in Berlin. Und ich erzähle von den Rehen auf dem Friedhof Hörnli in Basel oder den Bibern in den Schweizer Städten.  - Vergleiche helfen, die eigene Situation besser zu verstehen. Auch darum gab es rege Diskussionen, Besorgnis, und auch ein wenig Heiterkeit.
61:45 10/22/2021
Die Schule für die Bäume der Zukunft
Basel ist eine der heissesten Städte der Deutschschweiz. Die Stadt liegt in einem Becken, umgeben von Hügeln, und der Rhein hat einen tiefen Graben ins Dreiländereck geschnitten. Dass es zunehmend heisser wird, ist für die Stadtgärtner*innen eine wohlbekannte Tatsache, auf die sie sich schon lange vorbereitet und für die sie verschiedene Strategien entwickelt haben. Da gibt es beispielsweise die Schulung der Bäume mittels entsprechender Techniken oder sie setzen auf eine möglichst grosse Vielfalt von Zukunftsbäumen, um damit für verschiedenste Risiken gerüstet zu sein. Basel war schon immer eine gute Adresse für sogenannte naturnahe Lösungen wie etwa Dachbegrünungen oder Naturschutzaktivitäten (mit der Rheinhalde gibt es dort das älteste Naturschutzgebiet der Schweiz). In dieser Episode erzählt Emanuel Trueb davon, warum das seiner Meinung nach so ist. Er spricht auch darüber, wie Bäume für ihre Zukunft in der Stadt vorbereitet werden. Eine Zukunft, die noch wärmer wird. Er redet auch über die Ökosystemleistungen, die Bäume für die Bewohnbarkeit der Städte erbringen und dass er sowohl eine Sehnsucht nach mehr Natur im kleinen Stadtkanton wahrnimmt wie auch eine Ungeduld… doch hier kein „Spoiler“. Hören Sie selbst.
45:49 10/01/2021
Auf der Jagd nach invasiven Neophyten
Es ist nicht so lange her, da hatten einige Garten-Center die kanadische Goldrute noch im Sortiment. Auch den Kirschlorbeer oder den Sommerflieder findet man deswegen in vielen privaten Gärten. Bis zu einem gewissen Grad können die Stadtgärtner*innen diese Zierpflanzen, die zu den invasiven Neophyten gehören, im Schach halten. Nicht so, wenn sie in die freie Natur gelangen, auf Wiesen und in Wälder. Einmal dort angelangt vermehren sie sich schnell und müssen mühselig wieder entfernt werden, denn sie konkurrenzieren die einheimischen Pflanzen. Diese Arbeit ist so gross, dass viele Stadtgärtnereien heute die Unterstützung von Freiwilligen brauchen, um den Neophyten Herr und Herrin zu werden. Problem gelöst? - Mitnichten, denn auf der Jagd nach Neophyten begeben wir uns mitunter auch auf ein schwieriges Terrain. Sind alle Neophyten schlecht? Was machen wir mit einheimischen Pflanzen, die wegen der Überdüngung der Wälder wie wild spriessen? Wo ist die Kraft von Freiwilligen richtig eingesetzt? Wo nicht? Und was kostet das? Beispielsweise für grosse Unternehmen wie die SBB. In dieser Episode beleuchte ich nur einen kleinen Ausschnitt dieser Fragen. In der Episode 3 über die Dachbegrünungen war schon die Rede davon (siehe rechte Spalte). Ich werde wohl auch in Zukunft auf das Thema zurückkommen.
40:05 09/10/2021
Mit dem Biber als Partner
In den USA, in ganz Europa und auch in der Schweiz war der Biber zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahezu ausgerottet. In den 60er-Jahren wurden an verschiedenen Orten wieder einzelne Biberpaare ausgesetzt, teils mit gemischtem Erfolg. Seit 1962 ist der Biber durch das Jagdgesetz des Bundes geschützt, auch seine Bauten. Heute gibt es schätzungsweise wieder 4000 Biber in der Schweiz, auch fast in jeder Stadt. Aufmerksame Spaziergänger*innen können ihre Spuren auf den Wegen entlang von Aare, Reuss oder Rhein entdecken. Vereinzelt fällt er auch einen Baum in einem städtischen Garten ;). Doch was die meisten Leute nicht wissen, ist, dass der Biber ein unschätzbarer Partner bei der Regenerierung von Flüssen, Auenlandschaften und deren Ökosystemen ist. - Einer, der genau darüber Bescheid weiss, ist Christof Angst, der Leiter der Schweizer Biberfachstelle. Vor 15 Jahren war er oft mit den kantonalen Wildhütern unterwegs. Denn die Kantone sind verantwortlich, wenn ein Biber beispielsweise auf dem Land eines Bauern einen Schaden anrichtet. 2006 wusste man noch wenig, heute hingegen sehr viel über den Biber und wie man gut mit ihm umgehen kann. Mit Christof Angst schauen wir in dieser Episode in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses grossen Landschaftsarchitekten.
45:11 08/20/2021
Naturnahes Wohnen: noch nicht die Regel
Für einmal bin ich in die sogenannte Agglo gefahren, nach Horgen, unweit der Stadt Zürich. Am Meilibachweg steht mit fabelhaftem Blick auf den Zürichsee eine Siedlung der Pensionskasse der Migros, der MPK, die 2008 erbaut wurde. Am Meilibachweg wurde der Aussenraum auf der Grundlage eines Biodiversitätskonzepts der Stiftung Natur und Wirtschaft umgestaltet. Seither gibt es an den Hängen Blumenwiesen, Holzhaufen für die Überwinterung von Igeln, einheimische Hölzer anstatt Neophyten und eine ganz besondere Spezialität, ein Amphibienlaichteich. Denn dieser Streifen Land wird nicht nur von Menschen bewohnt, sondern liegt an einem Korridor für Amphibien hinunter zum See. - Klingt idyllisch? Ja, schon, aber leider gibt es noch viel zu wenige solche Projekte in der Schweiz. Viele, auch manche Baugenossenschafte wollen zwar mehr Biodiversität, doch nur wenige setzen sie in die Tat um. Und dies obwohl klar ist, dass viele Mieter und Mieterinnen gerne naturnah wohnen würden. Woran liegt das? Unter anderem dieser Frage, geht diese Episode nach.
42:47 07/30/2021
Wildtiere in der Stadt und ihre Rechte
Wenn es um die Rechte von Tieren (in der Stadt) geht, dann ist es nicht ganz einfach, sich einen Überblick zu verschaffen. Um für die Schweiz ganz oben zu beginnen: In der Schweizer Bundesverfassung ist die "Würde der Kreatur" geschützt. Darunter ordnen sich eine ganz Reihe nationaler Gesetz-gebungen wie etwa das Tierschutz- oder das Hundegesetz. Ausserdem hat die Schweiz internationale Abkommen wie etwa zum internationalen Handel mit Tieren unterzeichnet. Wer aber in die Tiefen der Rechte (von Tieren) und die Pflichten (von Menschen ihnen gegenüber) eindringen möchte, wer rausfinden möchte, wo die Schweiz Defizite hat oder zumindest Baustellen, der fährt am besten, wenn er sich dafür eine Reiseführerin sucht. - Ich habe mich bei Christine Künzli, der Stiftung „Tier im Recht“ erkundigt und wir haben uns an einem symbolischen Ort verabredet: in einem Tierpark, in dem viele wilde importierte Tiere in Gehegen, Aquarien oder Käfigen leben, wo sich heimische Wildtiere wie Raben oder Eichhörnchen frei bewegen und Haustiere oft an der Leine ihrer BesitzerInnen spazieren geführt werden. Für jede dieser Kategorien gelten teilweise andere Gesetze und Verordnungen. Keine Bange… Christine Künzli ist eine ausgesprochen gute Reiseführerin!
40:50 07/09/2021
Die Schweiz ist grün, vielleicht zu grün. Über Biodiversitätsstrategien
Während der Pandemie haben wir der Natur eine kleine Verschnaufpause verschafft - durch weniger Flüge oder mehr Bezug zu unserer unmittelbaren Umgebung. Aber in Bezug auf die Biodiversität ganz allgemein und damit eng verbunden den Klimawandel herrscht Alarmstufe Rot. Ende letzten Jahres kam gleich eine ganz Reihe von Berichten zu ähnlichen Schlüssen: der Schwund der Artenvielfalt ist international dramatisch, Zielkonflikte bei staatlichen Investitionen und Fehlanreize verschärfen das Probleme noch; die Lage ist nicht hoffnungslos, aber sie muss sofort und mit einem Blick für die gegenseitige Abhängigkeit von Mensch und Natur angegangen werden. Auch für die Schweiz gilt: Sie muss auf allen Ebenen - Bund, Kantone und Kommunen - aktiv werden. In dieser Episode unterhalte ich mich mit Daniela Pauli, der Geschäftsleiterin des Forums Biodiversität der Akademie der Naturwissenschaften der Schweiz und mit Sabine Tschäppler, der Leiterin der Fachstelle Natur und Ökologie in Bern. Pauli vertritt eher die nationale, Tschäppeler eher die kommunale Ebene. Beide erzählen uns: Was in der Schweiz zum Verlust der Biodiversität beiträgt? Warum diese für uns alle so wichtig ist? Oder: Wo Handlungsbedarf besteht.
47:31 06/18/2021
Neue Gartenformen: diverser und durchlässiger
Schrebergarten - das war einmal. Heute sagt man je nach Schweizer Stadt Familien- oder Freizeitgarten. Doch nicht nur die Bezeichnungen haben sich geändert: Seit Daniel Gottlieb Moritz Schreber die „körperliche Ertüchtigung“ und „gesunde Triebabfuhr“ durch Gärtnern propagierte, hat sich vieles bewegt. Gartenareale sind mehr und mehr an den Rand der Städte gedrängt worden, denn die verschiedenen Bedürfnisse der BewohnerInnen, von Wirtschaft und Gesellschaft, sind gross und breitgefächert. Wenigstens sind die Gartenformen vielfältiger geworden. Mit einer neuen Generation von GärtnerInnen zogen das Urban Gardening oder Gemeinschaftsgärten in die Städte ein. - In dieser Episode erzählen der initiative Bürger Daniel Lis, wie man auch einfach mal ein Stück Rasen umzustechen kann, und der ehemalige Bereichsleiter von Stadtgrün Bern Philippe Marti, weshalb die Gartenareale unter Druck und welche neuen Lösungen dafür angedacht sind.
49:15 05/28/2021
Alpen- und Mauersegler: Ein Leben in der Luft
Alpen- und Mauersegler sind Boten. Wenn sie Ende April/Anfang Mai von Afrika zu uns kommen, dann hat der Frühling definitiv begonnen. Beide Vogelarten verbringen ihr Leben grösstenteils in der Luft. Sie sind „Langstreckenzieher“ oder „Durchzügler“. Die Mauersegler bleiben nur gerade 3 Monate. Der Alpensegler etwas länger. Laut Vogelwarte Sempach nisten nirgendwo sonst in Mitteleuropa so viele Alpensegler an Gebäuden wie in der Schweiz. Insgesamt sind sie in rund 70 Ortschaften zu finden wie Chiasso, Bern, Freiburg, Luzern oder Zürich. Beide Segler haben - zumindest teilweise - die Felsen eingetauscht durch exponierte Bauten wie Kirchen, Burgen, Schulhäuser, Spitäler, Hochhäuser und Brücken. Sie haben sich an die Stadt gewöhnt, aber sie gelten trotzdem als potentiell gefährdet. Ausserdem leiden unsere Gäste unter dem Klimawandel und dem Verlust der Biodiversität. - Ein absoluter Fan, der Ornithologe Christof Angst, hat in Bern schon vieles für die Segler getan. Er erzählt in dieser Episode auch davon, was die Stadt und ihre BewohnerInnen für sie tun können.
49:49 05/09/2021
Sanieren, Contracting und innovative Ideen für die Energiewende
Gebäude, ob privat oder durch die Wirtschaft genutzt, tragen rund einen Viertel zum CO2-Ausstoss der Schweiz bei. Der Wirtschaftsverband Cleantech stellt fest, dass nur 1 Prozent der EigentümerInnen in die Sanierung von Gebäudehüllen und in Wärmepumpen investiert. Auf Grund der Alterungsprozesse der Gebäude müssten es aber 3 Prozent sein. Warum ist das so? Welche Lösungen stehen momentan zur Verfügung? Und braucht es nicht auch radikale Ideen, um die Energiewende herbeizuführen? - In dieser Episode spreche ich mit zwei Spezialisten, die sowohl die Hemmnisse gegenüber nachhaltigen Formen der Gebäudesanierung kennen wie auch die Lösungen, die Private, Investoren oder Gemeinden bereits heute nutzen könnten. - Und zum Schluss dann noch die im Titel versprochene „Frischzellenkur“, einige innovative Gedanken zur Energiewende.
42:43 04/22/2021
Leben auf dem Friedhof
Friedhöfe sind Orte der Ruhe, des Gedenkens an Verstorbene. Manche Menschen meiden diese Plätze, für andere sind sie willkommene Grünflächen im immer enger werdenden Gewebe der Stadt. Diese Inseln sind eingeschlossen zwischen Verkehrsachsen mit entsprechenden akustischen Emissionen, eingeklemmt zwischen Bus und Tram, Hochhäuser oder städtische Infrastrukturen. - Aber es geht auch anders, zumindest teilweise: Der Bremgartenfriedhof in Bern ist in der Schweiz einzigartig, und zwar sowohl in Bezug auf die Nutzung dieser Landreserven mitten in der Stadt, als auch in Bezug auf zeitgenössische Begräbnisformen und auf seine Biodiversität. Er ist ein Vorreiter für ein neues Verständnis von Friedhöfen. - Walter Glauser hat in den 10 Jahren vor seiner Pensionierung als Verantwortlicher Friedhöfe der Stadt Bern diese Orte geprägt wie kein anderer. Die Friedhöfe in Bern haben sich auch wegen ihm für immer gewandelt.
45:11 04/02/2021
Wiese ist nicht gleich Wiese
Als Laiin konnte ich mir nicht vorstellen, dass auch Natur mit Prädikaten wie „Wiese von nationaler Bedeutung“ ausgezeichnet wird. Das Bundesamt für Umwelt, das BAFU, führt ein entsprechendes Inventar unter dem Bundesgesetz für Natur- und Heimatschutz: Diese Objekte sollen „ungeschmälert erhalten werden“. Ein herausragendes Beispiel für eine Halbtrockenwiese gibt es mitten in der Stadt Bern, am Aargauerstalden. Just dort, wo wir den Ausblick auf die Altstadt geniessen können, auf ein UNESCO-Welterbe. - Wolfgang Bischoff kennt sich mit Mager- und Trockenwiesen aus und erklärt, weshalb diese für die Biodiversität so wichtig sind. Er erzählt auch, wie sich Wiesen von Rasenflächen unterscheiden und weshalb er lokales Saatgut erntet, um es für städtische wie auch ländliche Grünflächen einzusetzen. Denn Wiese ist nicht gleich Wiese.
43:42 03/12/2021
Warum Gärtnern entspannt
„Meine Mutter hat über 50 Jahre lang einen Familiengarten auf dem Bruderholz bei Basel geführt. Sie hat mir dieses kleine Stück Land oft als ihr Sanatorium geschildert. Seit den 70er-Jahren kann die Umweltpsychologie erklären, wie und warum die Natur eine Ressource für unsere psychische Gesundheit darstellt. In der Schweiz beschäftigt sich Nicole Bauer der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL mit diesem Thema. Im Verbund mit anderen Disziplinen und Instituten hat sie unter anderem im SNF-Projekt „Better Gardens“ mitgewirkt. - In dieser Episode erzählt Nicole Bauer unter anderem von den wichtigsten Konzepten der Umweltpsychologie, warum uns Gärtnern gut tut und wie sich Familien- und Gemeinschaftsgärten in den letzten Jahren verändert haben. Es geht auch um die Frage, was die Schweizer Städte in dieser Hinsicht noch besser machen könnten.“
47:53 02/19/2021
Photovoltaik und Dachbegrünung. Wie Natur und Technik auf Flachdächern Synergien bilden
Vor rund zwei Jahren sagte das Opernhaus Zürich ja zu einer Dachsanierung ihres Requistenlagers Kügeliloo. Aus dem ursprünglichen Schettdach wurde ein Flachdach mit Photovoltaik und einer ökologisch wertvollen Begrünung. Der Non-profit-Verein Solarspar konnte mit attraktiven Lösungen experimentieren: mit aufgeständerten Paneelen und mit einem Mähroboter. Auch im Rahmen der Dachbegrünung konnte Regula Müller das Optimum ausprobieren: verschiedene Höhen und Arten des Substrats für die Flora, Kleinstrukturen aus Totholz und Sand oder Stein für die Fauna. Aus dem vermeintlichen Widerspruch von Begrünung und Stromerzeugung wurde eine Synergie. Markus Chrétien, Geschäftsführer von Solarspar und Regula Müller, Beauftragte von Grün Stadt Zürich für Dachbegrünungen erzählen, was es für das Gelingen dieser Kombination braucht.
48:47 01/29/2021