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Frank Hebben: Verlassenes Haus. Gelesen von Vanessa Ebertowski.
♥ In Gedenken an Gina, meiner geliebten Katze, die ich heute verloren habe. Finde den Weg zu den Grammophonbäumen. ▶ Diese schreckliche Nacht, als sie kamen, um das Dorf zu besetzen, nur um dann weiterzuziehen, zu irgendeinem Schlachtfeld, mit ihren Gewehren und Kanonen. © Frank Hebben (* 1975 in Neuss) ist ein deutscher Science-Fiction-Autor. Frank Hebben studierte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Germanistik und Philosophie, ist Magister und Technischer Redakteur (tekom). Er arbeitete als Werbetexter in Düsseldorf (u. a. bei BBDO Proximity) und Bielefeld. Heute lebt er in Bielefeld und veröffentlicht Kurzgeschichten unter anderem in den Zeitschriften c’t, Phantastisch! und Nova, bei der er zeitweise auch als Mitherausgeber fungierte. Besucht seine Website: www.schwarzfall.de —— © Vanessa Ebertowski ist Berlinerin und leidenschaftliche, nebenberufliche Sprecherin. Das Schauspiel und die Sprechkunst faszinierten Vanessa seit dem Kindesalter. Durch ein Casting in Babelsberg, kam sie im Alter von 8 Jahren zum Synchronsprechen und sprach im Ensemble sowie kleinere Einzelrollen. Das darstellende Spiel begleitete sie in der Schule als Wahlfach und als Prüfungskomponente im Abitur. Bis heute begleitet sie die Faszination für das Sprechen, ob beim Hören von Hörbüchern, Hörspielen oder in Musikform beim Sprechgesang des deutschen Hip Hops. 2022 nahm sie an einem Workshop der Sprecherakademie, unter der Leitung von Tanja Lipinski, in Hamburg teil. Im Anschluss absolvierte sie ein Einzel-Sprecher Coaching bei Susanne Hauf. Im Jahr 2023, blickte Vanessa außerdem hinter die Kulissen der Hörspiel- und Hörbuch-Produktion während eines Praktikums im Tonstudio STIL bei Simon Bertling und Christian Hagitte.
09:37 3/20/24
Andreas Eschbach: Die Prinzessin und der Drache. Gelesen von Johanna Schmoll.
▶ Es war heiß und dunkel. Sie lag auf gestampftem Boden, der unter ihr zitterte und glühte, und sie war nackt. /// © Andreas Eschbach: studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik; arbeitete als Softwareentwickler und Unternehmer, bis sein Erfolg als Schriftsteller es ihm erlaubte, sich auf das Schreiben zu konzentrieren. Seit 2003 lebt er in der Bretagne. Eschbachs ersten veröffentlichten Roman Die Haarteppichknüpfer (1995) kann man auch als eine Sammlung von Kurzgeschichten lesen, die alle im selben Science-Fiction-Universum spielen. Eschbachs erster, großer Erfolg ist das Buch Das Jesus Video (1998). Seitdem ein Garant für Bestseller – auch Jugendbücher wie Aquamarin oder die Out-Trilogie, die von einer kopfvernetzten Welt handelt.Als erster von mehreren Gastautoren schrieb er 1998 den 1935. Band der Perry-Rhodan-Serie und konnte sich damit einen Jugendtraum erfüllen. Danach weitere Gastromane bis heute.Über viele Jahre hat Andreas Eschbach sich als leitender Referent auf Schreibseminaren aktiv für den schriftstellerischen Nachwuchs engagiert. http://www.andreaseschbach.de/ ------ © Johanna Schmoll, geboren am 08. Juni 1987 in Lüneburg, studierte in Hamburg Musik und Gesang. Erste Erfahrungen im Bereich Schauspiel und Theater erwarb sie während Ihrer Zeit in England, als Ensemblemitglied der Ottershaw Players.“ Danach folgten, neben Ihrer Arbeit als Musikerin unter dem Pseudonym „HANA, no“/„LiM“, die ersten Auftritte als Sprecherin, so z. B. als Lili in „Lili, die wahre Geschichte einer Ente“ oder als Grace Richmond in „Grandview“. Seit 2016 ist sie Mitglied im Ensemble der DreamTeamer Hörspieler. Weiterhin hatte sie größere Auftritte als Synchronschauspielerin in Serien wie „Disenchantment“ und „Goodwitch“ oder in Filmen wie „Utøya 22. Juli“, „Die Addams Family“ und „Sorry we missed you“. In den Serien „Poldark“, „Shadowhunters: The Mortal Instruments“, sowie „Krypton“ und „Picnic at Hanging Rock“, sprach sie zudem durchgehende Haupt- und Nebenrollen. LiM auf Deezer: http://www.deezer.com/en/artist/84313572 HANA (2024) https://listen.music-hub.com/E0DLE3
15:28 2/28/24
Katja Willebrand: Zoe. Gelesen von Alexandra Begau.
▶ Die Galerie war nicht geheizt, natürlich, hier stellten Studenten aus und Leute wie der verrückte Jörg. Die Betreiber konnten sich keine Heizung leisten. Ich stellte mich in eine vom Eingang entfernte Ecke. Wenigstens zog es hier nicht. ----- © Katja Willebrand, geboren im Teutoburger Wald, geflohen, aufgewachsen in Paris, studierte Französisch und Englisch in Heidelberg. Anschließend Arbeit als Dolmetscherin im In- und Ausland für diverse NGOs und Bundesinnenminister Otto Schily. Nach einer Theaterausbildung in London arbeitete sie als Regisseurin und Dramaturgin für Circus Krone München, für den Deutschen Pavillon 2000, Ruhrfestspiele, Sophiensaele, Freilichtmuseum Detmold u.a. Ab 2004 Theaterpädagogin und Dozentin. Bearbeitung und Inszenierung von Texten von Brecht, Hoffmann, Dürrenmatt, Beckett, Shakespeare u.a. für Patiententheatergruppen in allgemeinen und forensischen Psychiatrien. Seit 2018 ist sie Bergwanderführerin und Reiseleiterin. Sie lebt mit einem Engländer und zwei deutschen Katzen in Piemont. Dort schreibt sie. ------ © Alexandra Begau lebt seit einiger Zeit in Dortmund, ist eigentlich Psychologin und Neurowissenschaftlerin, aber nun überraschend in der Mathematik gelandet. Wahrscheinlich kann sie vor allem behaupten, dass sie gerne Dinge entdeckt und ihre Neugier sie an seltsame Orte treibt. Als Autorin schreibt sie viel über Sehnsucht und menschliche Eigenheit. In Hörspielen schenkt sie gerne starken Frauenfiguren ihre Stimme. Einblicke finden sich unter: alexandrabegau.carrd.co
24:21 1/19/24
Thorsten Küper: Valerius von Arbogast und sein fabelhafter Krakun
Die Welt unter uns, ein zu Kristall erstarrter Traum aus Mondlicht. Monolithen aus blauem Eis trieben auf einem Ozean aus schwarzem Glas. Die Eisberge spiegelten sich in den stets gleichmütigen Augen des Krakun. Er hing seinen alten Gedanken nach und scherte sich wenig um das Hier und Jetzt. „Sind das nicht wundervolle Menschen, Captain Shaffer?“ Die tanzenden Paare auf dem transparenten Boden des Ballsaals drehten lächeln ihre Runden im Dreiviertel Takt eines Wiener Walzers. Schwebend, fünfhundert Fuß über dem eisigen Meer. ----- © Thorsten Küper, alias Kueperpunk, Jahrgang 69, Herner und vieles mehr: Autor, Blogger, Knippser, Filmemacher, Vorleser, Gelegenheits-Poetry Slammer, Transhumanist, Realavatar, Cyberpunk, Netzbürger, Querdenker, SecondLife Bewohner. In den letzten Jahren habe ich Kurzgeschichten für Magazine und Anthologien, Artikel über Kunst, Kultur und virtuelle Realität und satirische Text geschrieben. Die Begeisterung fürs Web, für Blogs und Metaversen lässt mich seit einem Jahrzehnt nicht mehr los. Das Blog Kueperpunk gibt es seit August 2004. Es war zuerst als Erweiterung meiner alten Website www.sublevel12.de gedacht, hat sich aber im Laufe der Jahre zum Hauptprojekt entwickelt. Auf Kueperpunk geht es um Kultur, Medien, Wissenschaft, Politik, Literatur, Filme, Virtual Reality, Augmented Reality, Fotografie, Musik und alles andere, das mich interessiert, fasziniert, motiviert, provoziert oder auch deprimiert. Kueperpunk ist mein ganz persönliches Tagebuch über meine Leben in der Zukunft, die gerade jetzt stattfindet.“ Besucht seine Website: kueperpunk2012.blogspot.de/ (aktuell geschlossen) ----- © Werner Wilkening Vor gut zwanzig Jahren begann er seine Karriere als Märchenerzähler, auf einem belebten Weihnachtsmarkt. Hat davor und zwischendurch und mittendrin als Schauspieler gearbeitet. Hat begonnen, Grimms Märchen, also: die echten, aufzunehmen, um sie als CD zu verteilen. Schließlich, 2001, als er das erste, echte Hörbuch eingelesen hat: „Die 13 ½ LEBEN DES KÄPTEN BLAUBÄR“ – leicht gekürzt auf 13 ½ Std. und exklusiv für seinen Kumpel Gibby (damals 6 Jahre alt). Darauf folgten viele andere Geschichten, die er auf CD schrieb; und damit beglückte er nicht nur die bucklige Verwandtschaft (wenig begeistert), auch gute Freunde und Bekannte. Dann wollte er mehr! Du hast eine gute Stimme; etwas Bessres als den Tod findest du überall! Und da fand er das Hoerspielprojekt.de // Der Rest ist Geschichte. Hörspiel ist Schauspiel mit geschlossenen Augen. www.wernerwilkening.de/
48:24 12/24/23
Aiki Mira: Vorsicht Synthetisches Leben! Gelesen von Christopher Peters und Johanna Schmoll
▶ Im Flur wartete ein verschlossener Karton auf mich. Aus umweltfreundlicher Pappe, nicht größer als ein Umzugskarton. Claire machte sich nie die Mühe, ihre Geschenke auch einzupacken. Für so was, erklärte sie mir einmal, sei sie einfach zu rational. Sie zückte ihr Smartphone, suchte nach Vätergruppen in der Nähe, fand eine und meldete mich an. ----- © Aiki Mira, studierte Medienkommunikation in Stirling, London, Bremen und forschte zu Jugendkultur und Gaming. Heute lebt Aiki in der Science Fiction und in Hamburg. Als Autorx (non-binär, keine Pronomen) erforscht Aiki die Grenzen unserer Beziehungen und der menschlichen Identität und schreibt, denkt und diskutiert gern queere Themen. Neben Romanen veröffentlicht Aiki Essays und Kurzgeschichten u. a. auf Tor Online, in Exodus, Phantastisch!, Queer*Welten, Future Fiction Magazine und c`t Magazin für Computertechnik. Drei Kurzgeschichten von Aiki standen 2022 auf der Shortlist für den Kurd-Laßwitz-Preis 2022 und für den Deutschen Science Fiction Preis. Mit der Story Utopie27 gewann Aiki beide Preise. Im Dezember 2022 erschien der zweite Roman Neongrau. Game Over im Neurosubstrat, der im Februar 2023 neu auf die Phantastik-Bestenliste einstieg und von Andreas Eschbach als 'beeindruckend' weiterempfohlen wird. ----- © Johanna Schmoll, geboren am 08. Juni 1987 in Lüneburg, studierte in Hamburg Musik und Gesang. Erste Erfahrungen im Bereich Schauspiel und Theater erwarb sie während Ihrer Zeit in England, als Ensemblemitglied der „Ottershaw Players“. Danach folgten, neben Ihrer Arbeit als Musikerin unter dem Pseudonym „HANA, no." / „LiM", die ersten Auftritte als Sprecherin, so z. B. als Lili in "Lili, die wahre Geschichte einer Ente". Ihren ersten größeren Auftritt als Synchronschauspielerin hatte sie in der Serie „Poldark“, die erste Synchronhauptrolle im 3D-Animationsfilm „Geheimes Magieaufsichtsamt“. In den Serien „Mixed-Ish", „Batwheels", sowie „Ranking Of Kings" und „Zuhause bei Raven", sprach sie zudem durchgehende Haupt- und Nebenrollen. ---- © Christopher Peters, am 05.12.1989 in Berlin geboren, interessierte sich schon früh für die Welt der Schauspielerei. Bereits als Kind zog es ihn in den 1990er Jahren als Darsteller in Laienproduktionen auf die Bühne. 2002 debütierte er in dem TV-Kurzfilm „Cottage Wars". Es folgten diverse Auftritte im Kinder- und Jugendtheater. Seit 2008 ist er in verschiedenen professionellen Kino-, TV- und Theaterproduktionen zu sehen. Im Jahr 2016 begann er vermehrt als Sprecher tätig zu werden, so z. B. in vielen Live-Hörspielen oder als deutsche Stimme von Craig Robinson in der Netflix-Serie "Agent Elvis" (2023). Aktuell ist Peters in Constantin Wiedemanns Hörspielreihe "Poe Mortem", sowie dem Gedicht-Podcast "Gelesen von ..." auf Spotify zu hören.
34:55 7/28/23
Michael Marrak: Dominion. Gelesen von Christopher Peters.
Richard Madenbach war ein ausgewachsener, wenn auch für sein Alter recht unscheinbarer Säbelzahntiger des späten Pliozäns ... ----- © Michael Marrak wurde am 5. November 1965 im tauberfränkischen Weikersheim geboren. Er studierte Grafik-Design in Stuttgart und trat zwischen 1989 und 1996 als Autor, Illustrator, Herausgeber und Anthologist in Erscheinung. Nach mehreren Jahren als freier Illustrator widmet er sich seit 1997 vornehmlich dem Schreiben. Übersetzungen seiner Texte erschienen in Frankreich, Griechenland, Russland, China, Ungarn und den USA. Seine Romane, Erzählungen und Grafiken umfassen ein breites Spektrum aus Phantastik, Horror, Thriller, Science Fiction und Magischem Realismus. Nach drei Phantastik-Buchveröffentlichungen im Lübbe-Verlag folgte 2008 im Ravensburger Buchverlag der Jugendroman "Das Aion - Kinder der Sonne". Von Mitte 2006 bis Anfang 2012 war Michael Marrak im Hannoveraner Entwicklerstudio Reakktor Media verantwortlich für das Story-Development und Game-Design des im Frühjahr 2011 erschienenen SF-MMOs "Black Prophecy", dessen Hintergrundgeschichte er seit 2005 entwarf. Ende 2018 erschien als Hardcover-Schmuckausgabe der Roman "Der Kanon mechanischer Seelen", dessen erste vier Kapitel zwischen 2012 und 2015 als Forsetzungsnovellen im Science Fiction Perdiodikum NOVA veröffentlicht wurden. 2018 erhielt Michael Marrak für "Der Kanon mechanischer Seelen" den renommierten Phantastik-Literaturpreis SERAPH in der Kategorie "Bester Roman". Der Autor lebt und arbeitet als freier Schriftsteller und Illustrator in Schöningen am Elm, der ältesten Stadt Niedersachsens und selbsternannten "Stadt der Speere". http://www.marrak.de ---- © Christopher Peters, am 05.12.1989 in Berlin geboren, interessierte sich schon früh für die Welt der Schauspielerei. Bereits als Kind zog es ihn in den 1990er Jahren als Darsteller in Laienproduktionen auf die Bühne. 2002 debütierte er in dem TV-Kurzfilm „Cottage Wars“. Es folgten diverse Auftritte im Kinder- und Jugendtheater. Seit 2008 ist er in verschiedenen professionellen Kino-, TV- und Theaterproduktionen zu sehen. Im Jahr 2016 wurde er Mitglied des Berliner Hörspielensembles „DreamTeamer Hörspieler“ und ist seitdem auch sonst vermehrt als Sprecher tätig. www.christopher-peters.de
68:42 7/8/23
Frank Hebben: Astronaut. Gelesen von Christopher Peters und Johanna Schmoll.
"Jetzt, nach Zwölf, ist es leiser geworden, weniger CD-Player und Ghettoblaser, die noch Metal oder Grunge rausplärren – endlich keine grelle Kraterlandschaft, auf denen die Ameisenkolonie errichtet wurde für zwei endlos lange Festivaltage auf einem toten Flugplatz, der nur aus Gras und grauem Dreck besteht. Ich will nicht hier sein." ---- © Johanna Schmoll, geboren am 08. Juni 1987 in Lüneburg, studierte in Hamburg Musik und Gesang. Erste Erfahrungen im Bereich Schauspiel und Theater erwarb sie während Ihrer Zeit in England, als Ensemblemitglied der Ottershaw Players." Danach folgten, neben Ihrer Arbeit als Musikerin unter dem Pseudonym „HANA, no“/„LiM“, die ersten Auftritte als Sprecherin, so z. B. als Lili in "Lili, die wahre Geschichte einer Ente“ oder als Grace Richmond in „Grandview“. Seit 2016 ist sie Mitglied im Ensemble der DreamTeamer Hörspieler. Weiterhin hatte sie größere Auftritte als Synchronschauspielerin in Serien wie „Disenchantment“ und „Goodwitch“ oder in Filmen wie „Utøya 22. Juli“, „Die Addams Family“ und „Sorry we missed you“. In den Serien „Poldark“, „Shadowhunters: The Mortal Instruments“, sowie „Krypton“ und „Picnic at Hanging Rock“, sprach sie zudem durchgehende Haupt- und Nebenrollen. LiM auf Deezer: www.deezer.com/en/artist/84313572 ---- © Christopher Peters, am 05.12.1989 in Berlin geboren, interessierte sich schon früh für die Welt der Schauspielerei. Bereits als Kind zog es ihn in den 1990er Jahren als Darsteller in Laienproduktionen auf die Bühne. 2002 debütierte er in dem TV-Kurzfilm „Cottage Wars“. Es folgten diverse Auftritte im Kinder- und Jugendtheater. Seit 2008 ist er in verschiedenen professionellen Kino-, TV- und Theaterproduktionen zu sehen. Im Jahr 2016 wurde er Mitglied des Berliner Hörspielensembles „DreamTeamer Hörspieler“ und ist seitdem auch sonst vermehrt als Sprecher tätig. www.christopher-peters.de
07:50 6/7/23
Ralph C. Doege: Balkonstaat. Gelesen von Christopher Peters.
Julia zog ihren Kopf zurück. „Was tust du?“ fragte ich. „Das nennt man ‚küssen’.“ „Das weiß ich“, ich war verwirrt. Von kleinauf hatte man uns beigebracht, dass körperlicher Kontakt unhygienisch sei. Ich sagte: „Geh zurück an deinen Bildschirm!“, aber sie lachte nur, zögerte einen Moment und setzte sich auf meinen Schoß. Ich lag regungslos auf der durchgelegenen Matratze. Sie zog die dünne Sommerdecke über unsere Köpfe, und dann küsste sie mich erneut. Ich versuchte auszuweichen und die Lippen nicht zu öffnen, gab aber schließlich dem Drängen ihrer Zunge nach. Ich spürte Julias raschen Herzschlag. Mir wurde ganz zittrig und heiß. Es erregte mich, etwas Verbotenes zu tun. ---- © Ralph C. Doege wurde 1971 in der Nähe von Osnabrück geboren und studierte in Leipzig. Seine Diplomarbeit schrieb er über Philip K. Dick. Doege ist Verfasser von Essays und Erzählungen, die in verschiedenen Magazinen und Anthologien veröffentlicht wurden, ergänzt durch einige Übersetzungen seiner Erzählungen ins Englische. 2010 erschien sein erster Erzählband mit dem Titel „Ende der Nacht“. Zehn Jahre später dann: „YUME: Träumen in Tokio“ Dazwischen wurde u.a. sein Essay über Phantastische Literatur aus Japan veröffentlicht. ---- © Christopher Peters, am 05.12.1989 in Berlin geboren, interessierte sich schon früh für die Welt der Schauspielerei. Bereits als Kind zog es ihn in den 1990er Jahren als Darsteller in Laienproduktionen auf die Bühne. 2002 debütierte er in dem TV-Kurzfilm „Cottage Wars“. Es folgten diverse Auftritte im Kinder- und Jugendtheater. Seit 2008 ist er in verschiedenen professionellen Kino-, TV- und Theaterproduktionen zu sehen. Im Jahr 2016 wurde er Mitglied des Berliner Hörspielensembles „DreamTeamer Hörspieler“ und ist seitdem auch sonst vermehrt als Sprecher tätig. http://www.christopher-peters.de
46:26 1/12/21
Frank Hebben: Das Lied der Grammophonbäume. Gelesen von Clemens Weichard.
Nahe unserem Dorf steht die Ruine eines Bauernhofs, ausgebrannt im Ersten Weltkrieg, nachdem eine Fliegerbombe die Scheune getroffen hatte. Nur die Mauern sind heil geblieben, in deren Fugen noch Ruß klebt – wie Schatten. An der Stelle, wo die Familie einst mit klappernden Tellern beim Essen saß, blühen die Kornblumen; Efeu umrankt den blinden Kamin, und in den Spalten nisten die Elstern. ---- © Frank Hebben (* 1975 in Neuss) ist ein deutscher Science-Fiction-Autor.Frank Hebben studierte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Germanistik und Philosophie, ist Magister und Technischer Redakteur (tekom). Er arbeitete als Werbetexter in Düsseldorf (u. a. bei BBDO Proximity) und Bielefeld. Heute lebt er in Bielefeld und veröffentlicht Kurzgeschichten unter anderem in den Zeitschriften c’t, Phantastisch! und Nova, bei der er zeitweise auch als Mitherausgeber fungierte. Besucht seine Website: www.schwarzfall.de ---- © Clemens Weichard, geboren am 21.05.92, ist Student im Doppelfach Musik – und freischaffender Sänger, gerne besetzt als Ensemblesänger; ist Stimmbildner und Sprecher. Stimmalter zwischen 20 und 45, Stimmlage: Bass/Bariton. Singen ist Staunen, sagt er, und Sprechen eine Leidenschaft. Er liebt es, mit der Stimme zu malen, mit Worten Stimmungen zu erzeugen und Welten zu beleben. Website: http://clemensweichard.de/
12:15 9/8/20
C. J. Knittel: Der lange Marsch. Gelesen von Christoph Lewicki.
Wir hockten im Dickicht des Dschungels, fünfundzwanzig Kilometer vor den Toren der Stadt. Es war mitten in der Nacht. Der Himmel funkelte wie bei einem Feuerwerk, doch zu feiern gab es nichts. Es waren die Explosionen der Raketen und Jets, die im Orbit um die Herrschaft über diese Welt kämpften. --- © C. J. Knittel wurde 1981 in Krefeld am Niederrhein geboren. Seine ersten Geschichten schrieb er bereits in der Grundschule. Mit zwölf Jahren versuchte er sich an seinem ersten Buch, einer Geschichtensammlung. Mit vierzehn an seinem ersten Roman. Erste Veröffentlichungen folgten mit Anfang zwanzig. Er schrieb Rezensionen über Klassiker der Science-Fiction Literatur für ein Magazin und Erzählungen als Beiträge für Anthologien. Nach einer Schaffenspause von rund zwei Jahren, in der er sich intensiv mit dem Handwerk des Schreibens beschäftigte, erschien 2010 sein erstes Buch - die Mystery-Novelle Die Siedlung. C. J. Knittel lebt heute mit seiner Frau in Mönchengladbach. www.cjknittel.de --- © Christoph Lewicki ist Amateur-Schauspieler und Sprecher. Erste Erfahrungen sammelte der gebürtige Bottroper bei Schauspielprojekten während der Schulzeit wie u.a. die Inszenierung von Ingeborg Bachmann's "Der Gute Gott von Manhattan" (2003). Später (2005-2010) folgten diverse Projekte im Rahmen der Theatergruppe "Open your Eyes" der Kulturwerkstatt Bottrop. 2017 begann er mit ersten Synchronsprecher-Aufnahmen, wie etwa für die nicht-kommerzielle Synchronisierung von "Mery für immer (Mery per Sempre)" als "Antonio", welcher auf YouTube zu sehen ist. 2018 sprach er für das Hörspiel "Anomalia" einen Techniker in der Folge "1 Uhr 23".
49:48 7/16/20
Horst Pukallus: Tango is a Virus. Gelesen von Eric Dearnley.
Am Anfang stand eine Einladung zu einem Meeting der RuhrCity-Sozialethikkommission. Eine so artifizielle und inhomogene Kopfgeburt wie RuhrCity braucht natürlich eine eigene Sozialethikkommission. Sie dürfte ungefähr ähnlich nützlich sein wie ein Säulenheiliger. Jedenfalls hatte ich durch meine Monografie Grundzüge einer erotischen Ethik der Raumfahrt ihre Aufmerksamkeit erregt. Doch offenbar kannte man nicht meine Biografie. [...] Da saßen sie also im Gremium, die Vertreter dreier Generationen, die seit Anno Tobak kein Vorbild mehr hervorgebracht hatten, und diskutierten, was sage ich?, debattierten in ihrem elaborierten Akademikerjargon die Problematik der Delinquenz. Was anstellen mit Schwerstsexualstraftätern, die gegen jede Therapie, selbst hormonregulative Pharmazeutika, resistent sind, keinerlei Einsicht zeigen, die auf Lebenszeit in Hochsicherheitsgefängnissen einsitzen und aus diesem Grund jährlich Summen kosten, die dem monetären Aufwand für die im vergangenen Jahr gestartete Jupiter-Expedition gleichen? --- © Horst Pukallus: Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer. Seit den späten 1960er Jahren veröffentlichte er Kritiken zur SF-Literatur, vor allem in der Zeitschrift Science Fiction-Times. 1974 erschien seine erste Erzählung Interludium. Es folgten u.a. die Story-Sammlungen Die Wellenlänge der Wirklichkeit (1983) und Songs aus der Konverter-Kammer (1985), die Pukallus als einen der vielseitigsten und intellektuell versiertesten deutschsprachigen Genre-Autoren seiner Generation etablierten. --- © Eric Dearnley geboren 1994 faszinierte sich schon seit seiner Kindheit für Hörspiel, Hörbücher und das Synchronsprechen. Seit 2015 spricht er auch selbst und um sich stetig als Sprecher weiter zu entwickeln besuchte er bereits Sprecherkurse, absolvierte ein zweiwöchiges Praktikum im Tonstudio und nimmt seit 2015 Gesangsunterricht.
91:12 6/21/20
Lukas Iskariot: Trope V2. Gelesen von Alex Bolte.
Die Sonne brennt in Schweißtropfen, blendet das brennende Auge, das den Horizont absucht, ob etwas wäre, das nicht grün ist und schlingend. Die Hitze brütet sich auf unserer Haut aus und die Haut hat Flügel, sie summt und surrt. Das dicke Wasser verstopft den Fluss, es wimmelt. Der Fluss ist Fruchtwasser, lebt und verwest in einem Atemzug, der Gestank des Lebens hängt in der Luft, ein Fleischbaldachin, den Pedro kaut, weil die Luft in Millionen Moskitos sich in seinen Hals drängt, er spuckt sie aus. Die Luft ist Seim tausender Blüten, die ihre faulige Süße, ihr Triefendes, in die zerrissenen Mäuler speichelt. Alles ist voller Leben, übervoll, dass es sich selbst wegwirft und die Luft wird wahnsinnig von Vogelgeschrei. ---- © Lukas Iskariot. 2019 ---- © Alex Bolte www.hoerstimme.de/
13:38 5/10/20
Lukas Iskariot: Trope V1. Gelesen von Birgit Arnold.
Die Sonne brennt in Schweißtropfen, blendet das brennende Auge, das den Horizont absucht, ob etwas wäre, das nicht grün ist und schlingend. Die Hitze brütet sich auf unserer Haut aus und die Haut hat Flügel, sie summt und surrt. Das dicke Wasser verstopft den Fluss, es wimmelt. Der Fluss ist Fruchtwasser, lebt und verwest in einem Atemzug, der Gestank des Lebens hängt in der Luft, ein Fleischbaldachin, den Pedro kaut, weil die Luft in Millionen Moskitos sich in seinen Hals drängt, er spuckt sie aus. Die Luft ist Seim tausender Blüten, die ihre faulige Süße, ihr Triefendes, in die zerrissenen Mäuler speichelt. Alles ist voller Leben, übervoll, dass es sich selbst wegwirft und die Luft wird wahnsinnig von Vogelgeschrei. ---- © Lukas Iskariot. 2019 ---- © Birgit Arnold … hat eine viel zu schöne Online-Vita, um nicht gleich darauf zu verlinken (Faulheit siegt^^): www.sprecherin-birgit-arnold.de/vita/
13:44 5/10/20
André Nagerski: Als die Aliens zum Fußball vorbeikamen. Gelesen von Alex Bolte.
Mein lieber Sohn! Heute möchte ich dir erzählen, wie das war, als die Außerirdischen zum Fußball vorbeikamen! Ja, genau, zum Fußballspielen, stell dir vor! Nun, was ihr eigentlicher Grund war, uns zu besuchen, weiß niemand so genau. Niemand! Es wurde natürlich wild spekuliert, aber mich hat kein Grund überzeugt. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass sie wirklich... aber ich glaub, ich fang erst mal von vorne an ... ---- © André Nagerski (*1974 – Weltmeisterjahrgang!) erblickte das Licht der Welt zufälligerweise just bei seiner Geburt in einem Kreißsaal in Recklinghausen, dem Florenz des Ruhrgebiets. Doch schon nach einem Jahr zogen seine Eltern mit ihm ungefragt nach Düsseldorf. https://www.amazon.de/kindle-dbs/entity/author/B0772V5GRX ---- © Alex Bolte www.hoerstimme.de/
07:28 3/20/20
Uwe Post: Raumschiff Pflaume. Gelesen von Johanna Schmoll.
Die Steuerungssoftware des vollautomatischen Raumschiffs übermittelt mir eine Datei namens Notfallplan.pdf (mit 0 Bytes Länge) und einen vorgefertigten Beileidsbekundungstext zwecks Weiterleitung an die Eltern der Unfallopfer. Meine eigene Datenbank liefert zur Stichwortsuche nach »Raumschiff Absturz Hilfe!« nur einen Treffer, und der führt zu einer Webseite mit dem Titel »Kaufen Sie hier modische Raumschiff Absturz Hilfe, 20% Rabatt nur heute exklusiv für Sie!« Davon abgesehen schlägt mein Hauptprogramm vor, jetzt sofort »Eins, Zwei, Drei, das Spielen ist vorbei« zu singen. Ich will gerade damit anfangen, da klopft mir die kleine Anna ans Bein. »Po? Ist das da ein Mond?« Sie meint damit den runden Felsbrocken, der sich auf dem Hauptbildschirm rasend schnell in pittoreske Gebirgsketten verwandelt. »Kein Mond«, sage ich. »Ein Planet.« »Erklärst du mir den Unterschied?« ---- © Uwe Post, Jahrgang 1968, wohnt im Ruhrgebiet, hat ein Diplom in Physik und Astronomie, arbeitete früher als Journalist und in diversen IT-Unternehmen, ist derzeit Chefentwickler der Spieleschmiede Ludetis und übernimmt diverse Projekte im IT-Umfeld. Er schreibt seit den 90er Jahren hauptsächlich satirische Science Fiction und ist Chefredakteur von deutsche-science-fiction.de. Diverse Kurzgeschichten veröffentlicht u.a. in c´t, NOVA, EXODUS, Wurdack-Anthologien und VISIONEN. Außerdem mehrere Romane und erfolgreiche Fachbücher. Uwe Post ist verheiratet mit der Autorin Nadine Boos und hat eine Tochter und einen Sohn. Besucht seine Website: www.upcenter.de/ ---- © Johanna Schmoll, geboren am 08. Juni 1987 in Lüneburg, studierte in Hamburg Musik und Gesang. Erste Erfahrungen im Bereich Schauspiel und Theater erwarb sie während Ihrer Zeit in England, als Ensemblemitglied der Ottershaw Players." Danach folgten, neben Ihrer Arbeit als Musikerin unter dem Pseudonym „HANA, no“/„LiM“, die ersten Auftritte als Sprecherin, so z. B. als Lili in "Lili, die wahre Geschichte einer Ente“ oder als Grace Richmond in „Grandview“. Seit 2016 ist sie Mitglied im Ensemble der DreamTeamer Hörspieler. Weiterhin hatte sie größere Auftritte als Synchronschauspielerin in Serien wie „Disenchantment“ und „Goodwitch“ oder in Filmen wie „Utøya 22. Juli“, „Die Addams Family“ und „Sorry we missed you“. In den Serien „Poldark“, „Shadowhunters: The Mortal Instruments“, sowie „Krypton“ und „Picnic at Hanging Rock“, sprach sie zudem durchgehende Haupt- und Nebenrollen. LiM auf Deezer: https://www.deezer.com/en/artist/84313572
19:43 2/12/20
Melanie Hebben: Feuerkinder. Gelesen von Ina Lachnitt.
Die Diebstähle hatten vor fünf Monaten angefangen, erst verschwand nur ab und zu Kreide, ein Schwamm; Papiertücher wurden aus den Behältern an den Waschbecken geklaut, dann plötzlich ein Stuhl und in unregelmäßigen Abständen immer mehr Gegenstände. Einmal fehlten sogar zwei Tische. Die Lehrer taten so, als wäre es nicht weiter schlimm, und schafften einfach neue Sachen ran. Aber die Schüler merkten genau, dass in der Schule etwas vor sich ging, was sie sich nicht erklären konnten. „Wir müssen endlich etwas tun, Leute“, rief Enno. Er stand im Klassenzimmer direkt unter einem der vielen Gemälde des Gründers der Schule und ehemaligen Rektors, umringt von seinen Mitschülern. Enno gestikulierte wild, wollte sie mit seinem Eifer mitreißen. ---- © Melanie Hebben, geboren 1989 in München, lebt mit ihren beiden Katern in Bielefeld und studiert in Paderborn Romanistik (Französisch/Spanisch). In ihrer Freizeit widmet sie sich ganz der Literatur. Derzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman. ---- © Ina Lachnitt wurde am 10.10.1984 in Dschanashar (Kasachstan) geboren und wohnt derzeit in Hamm. In ihrem Heimstudio vertont sie Texte mit warmem, frischen Timbre. Ende 2016 hat sie mit der Arbeit an ihrer Stimme begonnen – viele Seminare und Workshops, Coachings und Kurse besucht und 2018 dann den Schritt ins professionelle Sprecherdasein gewagt, ihren bisherigen Vollzeitjob an den Nagel gehängt – und es keine Minute lang bereut! Homepage: https://www.inalachnitt.de/zu-mir/
32:51 12/27/19
Andreas Winterer: Galactic Tentacles. Gelesen von Alex Bolte
Deswegen war es gut, dass wir unseren Raumhafen hatten. Der war schön dunkel und irgendwie auch gruselig, weil er nicht vier Wände hatte, sondern fünf. Die waren auch noch alle schief und krumm und auch die Decke hing ein bisschen schräg runter. Als ob die hier voll gepfuscht hätten. Und wenn man genau hinschaute, hatte man irgendwie ein ungutes Gefühl, aber man musste ja nicht. Die eigentlichen Hingucker waren eh die Spielautomaten. ---- © Andreas Winterer: http://andreaswinterer.com ---- © Alex Bolte http://www.hoerstimme.de/
34:01 10/12/19
Karla Schmidt: Dämmerzone. Gelesen von Katja Eberhardt.
Ich liege, Hände hinter dem Kopf verschränkt, in meinem Sessel und betrachte die wenigstens sechs oder sieben Monate alten Proteinspritzer an der Decke über mir. Die Sonification ist wegen der harten Strahlung auf den jammernden Gesang des Unterriesen rechts von uns, wegen des Profits auf das gleichmäßig wummernde Gold unter uns und wegen potenzieller Landestellen auf die Darstellung von Fließbewegungen und Oberflächenstrukturen eingestellt. Ich mag es, wenn die Brücke vom Knacken, Knurren und Wispern des Weltraums aus allen Nähten platzt. Ohne Ton kommt emotional einfach nichts rüber. Die Spritzer an der Decke wische ich nicht weg, weil sie mich an die Zeit erinnern, als ich allein geflogen bin, Vorschriften mir egal waren und ich noch zugleich essen und manövrieren konnte, ohne mir sinnlose Nörgeleien anhören zu müssen. ---- © Karla Schmidt lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Berlin. Sie ist hauptberuflich Entwicklungs-Lektorin und unterrichtet in der von ihr entwickelten Roman-Werkstatt der ‚Schule des Schreibens‘. Nebenberuflich schreibt sie Romane und Kurzgeschichten, die in kleinen und großen Verlagen veröffentlicht wurden. Im Jahr 2009 neun erhielt sie den Deutschen Science Fiction Preis für die beste Erzählung. Zuletzt erschien die von Lara Harmon in Amerikanische übersetze Erzählung „Alone, on the Wind“ im Clarkesworld-Magazine. Die Hörbuchversion (in Englisch) gibt es kostenlos hier: clarkesworldmagazine.com/audio_08_16e Homepage: https://www.karla-schmidt.de ---- © Katja Eberhardt, hat einen Magister in Sprechwissenschaft und Phonetik, erworben an der Friedrich-Schiller-Universität Jena – inkl. 9 Semester Sprecherziehung bei Prof. Baldur Neuber, Prof. Adrian P. Simpson und Dr. Beate Rues. Gesangsausbildung in Jazz/Pop. Seit 2003 Moderation des lokalen Nachrichtenmagazins inkl. Sprechen diverser Werbungen mit Ausstrahlung auf dem Lokalsender. Heute aktive Sprecherin für verschiedene Aufträge wie AB-Ansagen, Erklärbärfilme, Hörbücher und Hörspiele. Moderation von Podiumsdiskussionen mit Lokal- und Landespolitikern. Workshopleiterin für Stimmbildung und Sprecherziehung für jugendliche Darsteller des Stellwerk Weimar e.V. Im Netz: https://www.katjaeberhardt.de
30:43 8/31/19
Frank Hebben: Imperium Germanicum. Gelesen von Werner Wilkening.
Der Tod ist Maschinist, die Pest ist Chemiker geworden, und wir Soldaten sind die Ratten, graben Schützengräben quer durchs verstrahlte Vaterland, von Elsass-Lothringen bis zur Elbe und weiter, hoch zum Skagerrak, auch östlich nach Sankt Petersburg, der Blutpumpe des Zarenreichs, in der Hindenburg sein Leben ließ, 1923. Bodennebel, es wird Nacht. Ich setze meinen Bleistift ab. ----- © Frank Hebben (* 1975 in Neuss) ist ein deutscher Science-Fiction-Autor.Frank Hebben studierte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Germanistik und Philosophie, ist Magister und Technischer Redakteur (tekom). Er arbeitete als Werbetexter in Düsseldorf (u. a. bei BBDO Proximity) und Bielefeld. Heute lebt er in Bielefeld und veröffentlicht Kurzgeschichten unter anderem in den Zeitschriften c’t, Phantastisch! und Nova, bei der er zeitweise auch als Mitherausgeber fungierte. Besucht seine Website: www.schwarzfall.de ----- © Werner Wilkening Vor gut zwanzig Jahren begann er seine Karriere als Märchenerzähler, auf einem belebten Weihnachtsmarkt. Hat davor und zwischendurch und mittendrin als Schauspieler gearbeitet. Hat begonnen, Grimms Märchen, also: die echten, aufzunehmen, um sie als CD zu verteilen. Schließlich, 2001, als er das erste, echte Hörbuch eingelesen hat: „Die 13 ½ LEBEN DES KÄPTEN BLAUBÄR“ – leicht gekürzt auf 13 ½ Std. und exklusiv für seinen Kumpel Gibby (damals 6 Jahre alt). Darauf folgten viele andere Geschichten, die er auf CD schrieb; und damit beglückte er nicht nur die bucklige Verwandtschaft (wenig begeistert), auch gute Freunde und Bekannte. Dann wollte er mehr! Du hast eine gute Stimme; etwas Bessres als den Tod findest du überall! Und da fand er das Hoerspielprojekt.de // Der Rest ist Geschichte. Hörspiel ist Schauspiel mit geschlossenen Augen. http://www.wernerwilkening.de/
35:39 8/3/19
Markus Müller: Regenmädchen. Gelesen von Anja Klukas.
Kein Zweifel, der Blaue Stern hatte seine besten Zeiten schon eine Weile hinter sich. Die Grenze war dicht, und ansonsten gab es hier nicht viel, was eine so lange Fahrt gelohnt hätte. Das einzige, was sich gehalten hatte, war ein im Flackern sterbender Leuchtdioden verhallendes Echo jener Zeiten, als hier selbst Absteigen wie der Blaue Stern brummende Geschäfte gemacht hatten; genug zumindest, dass sich die Betreiber dereinst einen vom Tempel konfektionierten Mainframe mit unbegrenzter Garantie hatten leisten können, was auch erklärte, warum der Account trotz allem noch immer gültig war. Der Tempel stand zu seinem Wort. --- © Markus Müller aka Horni aka "Just a man and his damn guitar" oder auch Pirat bei federkielholen.de Geboren 1973 in Düsseldorf. Während und nach seiner Schulzeit dilettierte er eine ganze Weile mit diversen Internetprojekten und viel Text für die Schublade vor sich hin. Mitte der 90er dann von einer Zufallsbekanntschaft die entscheidenden drei Worte: Du MUSST schreiben! Seitdem tut er sein Bestes als unfreier Literat, Musiker, Hightech-Geek und unrasierter Hinterhofphilosoph. Lebt derzeit mit null Katzen, sechs Gitarren und mehreren hundert Büchern in Neuss und pendelt – neben dem Hauptberuf als IT-Experte – stets zwischen seinen beiden großen Leidenschaften: Der Musik und dem Schreiben. Zuletzt erschienen 2015 mit „Das Gigolo-Spiel“ und „Verhext“ zwei Kurzgeschichtensammlung als Indie-Titel unter dem Qindie-Label. Er schraubt derzeit an seinem ersten Roman. --- © Anja Klukas, von Beruf Grafikdesignerin. Durch ihre Tochter ist sie zum Schauspiel gekommen und seit 2014 aktives Mitglied der Abgedreht!-Filmcrew Lünen e.V. (https://www.filmcrew-luenen.de). Zusätzlich hatte sie das Glück, bei einigen Film- und Fernsehproduktionen teilnehmen zu dürfen. In den Drehpausen wollte sie aber doch weiter etwas in diesem Bereich machen, und so wagte sie sich auch als Sprecherin vor. Bei der Hörtalk.de Community hat sie einen Platz gefunden und durfte schon bei einigen Hörspielen und Fanclubs mitwirken. Dieser Bereich ist anspruchsvoll, macht ihr aber riesigen Spaß! Homepage: https://anja-klukas.de.tl/
65:49 6/12/19
Thorsten Küper: Radio Orbit. Gelesen von Eric Dearnley.
In den Momenten nach dem Aufwachen, die Augen noch geschlossen, erinnerte er sich. Er erinnerte sich an blauen Himmel. Er erinnerte sich an Regen auf seiner Haut. Er erinnerte sich an Lärm auf der Treppe eines Hauses. Er erinnerte sich an ein zersplitterndes Fenster. Er erinnerte sich, einem Mann ins Gesicht geschossen zu haben. --- © Thorsten Küper, alias Kueperpunk, Jahrgang 69, Herner und vieles mehr: Autor, Blogger, Knippser, Filmemacher, Vorleser, Gelegenheits-Poetry Slammer, Transhumanist, Realavatar, Cyberpunk, Netzbürger, Querdenker, SecondLife Bewohner. In den letzten Jahren habe ich Kurzgeschichten für Magazine und Anthologien, Artikel über Kunst, Kultur und virtuelle Realität und satirische Text geschrieben. Die Begeisterung fürs Web, für Blogs und Metaversen lässt mich seit einem Jahrzehnt nicht mehr los. Das Blog Kueperpunk gibt es seit August 2004. Es war zuerst als Erweiterung meiner alten Website www.sublevel12.de gedacht, hat sich aber im Laufe der Jahre zum Hauptprojekt entwickelt. Auf Kueperpunk geht es um Kultur, Medien, Wissenschaft, Politik, Literatur, Filme, Virtual Reality, Augmented Reality, Fotografie, Musik und alles andere, das mich interessiert, fasziniert, motiviert, provoziert oder auch deprimiert. Kueperpunk ist mein ganz persönliches Tagebuch über meine Leben in der Zukunft, die gerade jetzt stattfindet.“ Besucht seine Website: kueperpunk2012.blogspot.de/ (aktuell geschlossen) --- © Eric Dearnley geboren 1994 faszinierte sich schon seit seiner Kindheit für Hörspiel, Hörbücher und das Synchronsprechen. Seit 2015 spricht er auch selbst und um sich stetig als Sprecher weiter zu entwickeln besuchte er bereits Sprecherkurse, absolvierte ein zweiwöchiges Praktikum im Tonstudio und nimmt seit 2015 Gesangsunterricht. Homepage: https://erzaehler-stimme.de
77:00 4/30/19
Anja Bagus: Das Plix-Plax Ventil. Gelesen von Katja Eberhardt.
Es war alles so schnell gegangen! Einen Moment lang schwebten sie noch ruhig brummend über dieser endlosen Ebene und dann spielte plötzlich alles verrückt. Das war wohl der Preis, wenn man mit einem experimentellen Luftschiff flog. ---- © Anja Bagus, geboren in Baden Württemberg, aufgewachsen am Kaiserstuhl; verheiratet ins erstaunlich grüne Ruhrgebiet. Ein Kind. Zwei Katzen. Einen Hund. Kein Äffchen und kein Pferd. Heilpraktikerin und Autorin. Noch mehr Fakten, die niemand wissen will, sagt sie, und trotzdem sind sie da, gibt es auf ihrer Homepage: https://www.anja-bagus.de/ ---- © Katja Eberhardt, hat einen Magister in Sprechwissenschaft und Phonetik, erworben an der Friedrich-Schiller-Universität Jena – inkl. 9 Semester Sprecherziehung bei Prof. Baldur Neuber, Prof. Adrian P. Simpson und Dr. Beate Rues. Gesangsausbildung in Jazz/Pop. Seit 2003 Moderation des lokalen Nachrichtenmagazins inkl. Sprechen diverser Werbungen mit Ausstrahlung auf dem Lokalsender. Heute aktive Sprecherin für verschiedene Aufträge wie AB-Ansagen, Erklärbärfilme, Hörbücher und Hörspiele. Moderation von Podiumsdiskussionen mit Lokal- und Landespolitikern. Workshopleiterin für Stimmbildung und Sprecherziehung für jugendliche Darsteller des Stellwerk Weimar e.V. Im Netz: www.katjaeberhardt.de
30:24 3/29/19
Uwe Hermann: Das Internet Der Dinge. Gelesen von Alexander Christian Senf.
»Die Milch ist schlecht«, sagte der Kühlschrank. Niemand in der Küche hielt es für notwendig, ihm zu antworten. Nur die Sekundenanzeige des Küchenradios geriet für einen winzigen Moment aus dem Takt. Der Kühlschrank schickte eine Bestandsanfrage über das Netzwerk an die Vorratskammer und wartete auf die Antwort. Es herrschte tiefste Nacht. Abgesehen von dem Monitor, der in die Tür des Kühlschranks eingelassen war und dessen Inhalt anzeigte, war es stockduster. --- ©Uwe Hermann, Jahrgang 61, lebt in Wagenfeld, in einem kleinen Dorf in Niedersachsen. Er schreibt seit fast dreißig Jahren Kurzgeschichten voller Humor und Fantasie. Dabei macht er vor keinem Genre halt. Ob Science Fiction, Fantasy, Thriller, Märchen oder ein Mix aus allem, der Autor vermengt die Zutaten zu einer humorvollen und spannenden Geschichte. Zahlreiche seiner Erzählungen wurden für Literaturpreise nominiert. 2018 gewann »Das Internet der Dinge« den Kurd Laßwitz Preis und den Deutschen Science-Fiction-Preis als beste Erzählung des Jahres 2017. Zusätzlich belegte er mit seiner Kurzgeschichte »Der Raum zwischen den Worten« den zweiten Platz beim Kurd Laßwitz Preis. Sein letzter Roman »Versuchsreihe 13 – Die Epidemie« ist eine apokalyptische Tour de Force im Herzen Hamburgs. Sein neuer High-Tech-Thriller »Userland« erscheint 2019 im Atlantis Verlag. Für Mitte des Jahres 2019 ist ein Jugendbuch mit dem Titel »Die Welt der verlorenen Dinge« geplant. Mehr über ihn finden Sie auf Facebook oder seiner Autorenseite: www.KurzeGeschichten.com ---- © Alexander Christian Senf, 1982 im ehemaligen Karl-Marx-Stadt geboren, ist als freiberuflicher Sprecher und Produzent in Leipzig tätig. Wenn er gerade mal nicht an (zumeist virtuellen) Reglern dreht oder nach Sauerstoff japsend in Sprecherkabinen verweilt, trifft man ihn zumeist auf seinem Rad in der Sonne – oder doch in dunklen Proberäumen mit anderen zwielichtigen Gestalten beim Musizieren. Das alles aber nur, wenn ihn nicht gerade die nächste, suchtauslösende Superserie auf die Couch fesselt. Denn eines ist er definitiv: Süchtig nach Geschichten! Im Netz: senfspricht.wordpress.com/
09:17 3/11/19
Helmuth W. Mommers: Ruhe in Frieden. Gelesen von Werner Wilkening
91. Ich hasse Begräbnisse, habe sie immer schon gehasst. Erst recht, wenn sie an einem feuchtkalten Novembertag stattfinden, bei Nieselregen. So wie heute. Da steht man dann, die Schultern hochgezogen, die Linke mit dem Regenschirm angewinkelt, haucht Kondenswolken und betet, der Geistliche möge mit den Lebenden Erbarmen haben und sich kurz fassen, bevor die Pfützen rund um das dünne Schuhwerk die Beine hochklettern. Wie Raben mit angelegten Flügeln schart sich die Trauergemeinde um den Sarg des Verblichenen, das Antlitz fahl angesichts des Todes, die Gedanken schwer vor Gram – oder Angst um das eigene kreatürliche Dasein, während der einsetzende Hunger die Gedärme verknotet. Endlich! Das Amen besiegelt die Zeremonie, befreit schöpft man aus dem Erdreich und lässt einen Abschiedsgruss auf den Sarg plumpsen. Nichts für mich. ----- © Helmuth W. Mommers Geboren 1943 in Wien. War als Autor, Illustrator (arol), Übersetzer, Literaturagent, Redakteur von „Pioneer“ und Herausgeber von bahnbrechenden Anthologien einer der ersten Allrounder der deutschen SF&F-Szene und gilt als einer ihrer Pioniere. 1966 emigrierte er in die Schweiz und ergriff dort einen kaufmännischen Beruf. Nach einer Karriere als EDV-Fachmann war er als selbständiger Unternehmer bis 1999 im Einzelhandel tätig. Danach ein Leben auf Mallorca; seit 2017 wieder in Wien – und frönt, nach einer Pause von 36 Jahren – wieder aktiv seiner Leidenschaft: der Science Fiction. Mitbegründer von NOVA. Herausgeber der VISIONEN. Story-Redakteur von SPACE VIEW und Autor, dessen Erzählungen auch in den USA, Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, Kroatien, Rumänien, Ungarn, Russland und Japan erschienen sind. Mehrfach sowohl für den Deutschen Science Fiction-Preis als auch für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert, erhielt er letztere Auszeichnung für sein Engagement für die deutschsprachige SF-Kurzgeschichte. Im Jahr 2011 eröffnete er die Bibliothek der fantastischen Literatur VILLA FANTASTICA in Wien, für deren Gründung er in der Folge sowohl mit dem Kurd-Laßwitz-Preis wie auch mit dem Deutschen Fantasy Preis geehrt wurde. https://helmuth-wmommers.jimdo.com/ ----- © Werner Wilkening Vor gut zwanzig Jahren begann er seine Karriere als Märchenerzähler, auf einem belebten Weihnachtsmarkt. Hat davor und zwischendurch und mittendrin als Schauspieler gearbeitet. Hat begonnen, Grimms Märchen, also: die echten, aufzunehmen, um sie als CD zu verteilen. Schließlich, 2001, als er das erste, echte Hörbuch eingelesen hat: „Die 13 ½ LEBEN DES KÄPTEN BLAUBÄR“ – leicht gekürzt auf 13 ½ Std. und exklusiv für seinen Kumpel Gibby (damals 6 Jahre alt). Darauf folgten viele andere Geschichten, die er auf CD schrieb; und damit beglückte er nicht nur die bucklige Verwandtschaft (wenig begeistert), auch gute Freunde und Bekannte. Dann wollte er mehr! Du hast eine gute Stimme; etwas Bessres als den Tod findest du überall! Und da fand er das Hoerspielprojekt.de // Der Rest ist Geschichte. Hörspiel ist Schauspiel mit geschlossenen Augen. http://www.wernerwilkening.de/
18:54 2/9/19
Melanie Hebben: Der Heizer. Gelesen von Constanze Buttmann.
Minna zeichnete mit einem Kohlestift auf ein Blatt Papier: Spitze Berge, eine Eisenbahn, die sich in seichten Kurven durch die hügelige Landschaft schlängelte, und Schiffe, die auf richtigem Wasser fuhren, nicht in der Luft. So stellte sie sich die Erde vor. Sie saß direkt am Schreibtisch neben einer Luke und sah zwischendurch hinaus. Von hier war nicht viel von der Welt dort unten zu erkennen, sie hatte nur Geschichten gehört und Schwarz-Weiß-Aufnahmen gesehen, von Menschen mit prächtigen Kleidern - nicht viel anders als hier -, bis hin zu den ärmlichsten Schichten, mit einfachen grauen Gewändern. Mit dem letzten Stück Kohle schraffierte sie den Dampf, den die Eisenbahn erzeugte, wie sie ihn aus den unteren Schiffsbereichen steigen sah, um ihre Welt oben zu halten. Es fehlten noch die Wolken am Himmel und Häuser in verschiedenen Landschaftsecken. Sie musste hinunter in die Antriebswerke, um von dort einen besseren Blick zur Erde zu bekommen. Es gab Kristallfenster im untersten Deck, als würde man mitten in der Luft stehen - mit nichts als dem Abgrund unter einem. Wenn die Sicht klar war, würde sie vielleicht heute mehr Dinge zum Zeichnen entdecken. ----- © Melanie Hebben, geboren 1989 in München, lebt mit ihren beiden Katern in Bielefeld und studiert in Paderborn Romanistik (Französisch/Spanisch). In ihrer Freizeit widmet sie sich ganz der Literatur. Derzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman. ----- © Constanze Buttmann wurde 1994 in Gräfelfing bei München geboren und ist seit 2017 Sprecherin aus Leidenschaft. Wenn sie nicht gerade Hörspiele aufnimmt oder in Horrorfilmen um ihr Leben schreit, studiert sie fleißig Theater- und Medienwissenschaften, sowie English and American Studies in Erlangen, singt, tanzt oder liest ein gutes Buch, denn für sie geht nichts über eine mitreißende, bewegende, nachdenkliche oder einfach nur schöne Geschichte, der sie mit ihrer Stimme Leben einhauchen kann.
24:45 12/24/18
Frank Hoese: Botch. Gelesen von Christopher Peters.
Der riesige rote Mond über dem Horizont hüllte die Dünen in ein sanftes Licht, das den Wüstensand zum Funkeln brachte. Der Sandgleiter holperte über die Dünenkämme auf eine Ansammlung von Felszacken zu, die ihnen lange, spitze schwarze Schatten entgegen warfen. Weit entfernt heulte ein Shak’mar seine Klage dem Mond entgegen, und das passte zu der Traurigkeit, die Balfor in seiner Brust spürte wie eine trübe Wolke. Immer wieder hatte der Androide ihn gefragt, was er dort tun sollte, und Balfor war keine Antwort eingefallen. Dort gab es eigentlich nicht viel; lediglich eine Höhle, die Botch tagsüber vor der zerstörerischen Strahlung schützen sollte, und nachts einen prächtigen Sternenhimmel. Botch war dort oben sein Leben lang unterwegs gewesen. Ob es gut war, ihn mit diesem Himmel allein zu lassen? ----- © Frank Hoese, Jahrgang 1967, ist Physiotherapeut, Entspannungstrainer und freier Autor. Neben multimodaler Stressbewältigung, Hypnose und Entspannungsverfahren wie Autogenem Training und Progressiver Muskelentspannung gilt sein Hauptinteresse Phantasiereisen, die er seit 2011 gemeinsam mit Hypnose-Coach Nils Klippstein für den Düsseldorfer Hörmedienverlag start2dream entwickelt und schreibt. // Phantastik-Lesern ist Frank Hoese als Autor zahlreicher Kurzgeschichten bekannt, für die er gemeinsam mit seiner Frau Desirée Hoese zweimal für den Deutschen Science-Fiction-Preis nominiert war, sowie des SF-Episodenromans "Die Zyanid-Connection". ----- © Christopher Peters, am 05.12.1989 in Berlin geboren, interessierte sich schon früh für die Welt der Schauspielerei. Bereits als Kind zog es ihn in den 1990er Jahren als Darsteller in Laienproduktionen auf die Bühne. 2002 debütierte er in dem TV-Kurzfilm „Cottage Wars“. Es folgten diverse Auftritte im Kinder- und Jugendtheater. Seit 2008 ist er in verschiedenen professionellen Kino-, TV- und Theaterproduktionen zu sehen. Im Jahr 2016 wurde er Mitglied des Berliner Hörspielensembles "DreamTeamer Hörspieler" und ist seitdem auch sonst vermehrt als Sprecher tätig. http://www.christopher-peters.de https://www.dthoerspieler.com
18:38 11/30/18
Andreas Eschbach: Die Kralle von Java. Gelesen von Alex Bolte.
Es war also keineswegs selbstverständlich, dass der Ausbruch des eher unbedeutenden Vulkans Gunung Muria an der Nordküste Javas es in alle Nachrichtensendungen der Welt schaffte. Es lag nicht seiner Dauer - er spuckte vierzehn Tage lang Lava, gewiss, aber gab länger dauernde Vulkanausbrüche; [...] es lag auch nicht seiner Heftigkeit - ja, er war heftig, aber es gab heftigere; der Ausbruch des Tambora 1815 etwa, der das Wetter der ganzen Welt beeinflusst und Europa so schlechte Ernten beschert hatte, dass in Irland die große Hungersnot ausbrach, eines der prägendsten Ereignisse der irischen Geschichte. Nein, was den Gunang Muria in die Schlagzeilen katapultierte, war ein nie zuvor gesehenes Gebilde, das auf dem Höhepunkt der Eruption aus dem Krater schoss und den Fels des Kegels auf mehrere Kilometer Länge spaltete. ----- © Andreas Eschbach: studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik; arbeitete als Softwareentwickler und Unternehmer, bis sein Erfolg als Schriftsteller es ihm erlaubte, sich auf das Schreiben zu konzentrieren. Seit 2003 lebt er in der Bretagne. Eschbachs ersten veröffentlichten Roman Die Haarteppichknüpfer (1995) kann man auch als eine Sammlung von Kurzgeschichten lesen, die alle im selben Science-Fiction-Universum spielen. Eschbachs erster, großer Erfolg ist das Buch Das Jesus Video (1998). Seitdem ein Garant für Bestseller – auch Jugendbücher wie Aquamarin oder die Out-Trilogie, die von einer kopfvernetzten Welt handelt. Als erster von mehreren Gastautoren schrieb er 1998 den 1935. Band der Perry-Rhodan-Serie und konnte sich damit einen Jugendtraum erfüllen. Danach weitere Gastromane bis heute. Über viele Jahre hat Andreas Eschbach sich als leitender Referent auf Schreibseminaren aktiv für den schriftstellerischen Nachwuchs engagiert. http://www.andreaseschbach.de/ ----- © Alex Bolte http://www.hoerstimme.de/ .
24:56 11/5/18
Michael Marrak: Ein Schattenmärchen. Gelesen von Alexander Christian Senf.
Seid gegrüßt, Kinder. Folgt meiner Stimme. Keine Angst vor dem Rauch, er verhüllt die Wirklichkeit und vertreibt die lästigen kleinen Blutsauer. Ihr findet mich dahinter. Seid leise und gebt Acht beim Klettern, das Gestein ist locker und seine Kanten scharf. Nehmt eure Jungen auf den Rücken, seid behutsam und zügelt eure Gedanken. Kommt näher, ich will eure Gesichter sehen. Schart euch dicht ums Feuer, denn meine Stimme ist wertvoll. Ich muss euch etwas über die Gefallenen erzählen – und euch warnen. Tretet heran, doch denkt nicht an Gott oder die Erlösung, denn das sind die Gedanken, die sie als erstes hören – und die sie zu euch führen … Niemals dürfen sie mich hier unten bei euch finden. Niemals! --- © Michael Marrak wurde am 5. November 1965 im tauberfränkischen Weikersheim geboren. Er studierte Grafik-Design in Stuttgart und trat zwischen 1989 und 1996 als Autor, Illustrator, Herausgeber und Anthologist in Erscheinung. Nach mehreren Jahren als freier Illustrator widmet er sich seit 1997 vornehmlich dem Schreiben. Übersetzungen seiner Texte erschienen in Frankreich, Griechenland, Russland, China, Ungarn und den USA. Seine Romane, Erzählungen und Grafiken umfassen ein breites Spektrum aus Phantastik, Horror, Thriller, Science Fiction und Magischem Realismus. Nach drei Phantastik-Buchveröffentlichungen im Lübbe-Verlag folgte 2008 im Ravensburger Buchverlag der Jugendroman "Das Aion - Kinder der Sonne". Von Mitte 2006 bis Anfang 2012 war Michael Marrak im Hannoveraner Entwicklerstudio Reakktor Media verantwortlich für das Story-Development und Game-Design des im Frühjahr 2011 erschienenen SF-MMOs "Black Prophecy", dessen Hintergrundgeschichte er seit 2005 entwarf. Ende 2018 erschien als Hardcover-Schmuckausgabe der Roman "Der Kanon mechanischer Seelen", dessen erste vier Kapitel zwischen 2012 und 2015 als Forsetzungsnovellen im Science Fiction Perdiodikum NOVA veröffentlicht wurden. 2018 erhielt Michael Marrak für "Der Kanon mechanischer Seelen" den renommierten Phantastik-Literaturpreis SERAPH in der Kategorie "Bester Roman". Der Autor lebt und arbeitet als freier Schriftsteller und Illustrator in Schöningen am Elm, der ältesten Stadt Niedersachsens und selbsternannten "Stadt der Speere". Im Netz: http://www.marrak.de ---- © Alexander Christian Senf, 1982 im ehemaligen Karl-Marx-Stadt geboren, ist als freiberuflicher Sprecher und Produzent in Leipzig tätig. Wenn er gerade mal nicht an (zumeist virtuellen) Reglern dreht oder nach Sauerstoff japsend in Sprecherkabinen verweilt, trifft man ihn zumeist auf seinem Rad in der Sonne – oder doch in dunklen Proberäumen mit anderen zwielichtigen Gestalten beim Musizieren. Das alles aber nur, wenn ihn nicht gerade die nächste, suchtauslösende Superserie auf die Couch fesselt. Denn eines ist er definitiv: Süchtig nach Geschichten! Im Netz: https://senfspricht.wordpress.com/
17:18 9/14/18
Niklas Peinecke: Imago. Gelesen von Frauke Kestner.
Eines Morgens verloren alle Leute ihr Gesicht. Lysa war auf dem Weg zur Arbeit quer durch den riesigen Flughafen, als sie ein stechender Kopfschmerz innehalten ließ. Sie keuchte und lehnte sich gegen ein Schaufenster. Doch das kühle Glas an ihrer Stirn half nichts. Sie drehte sich wieder zur Straße, da sah sie die Menschen, mit ihren schmutzigen, fettglänzenden, großporigen, schiefen Gesichtern. Entsetzen füllte sie wie flüssiges Gestein. Mein Imago-Implantat muss kaputt sein! ----- © Niklas Peinecke, Jahrgang 1975, hat Mathematik, Informatik und Soziologie studiert. Er schreibt hauptsächlich Science-Fiction, seltener Geschichten in anderen Genres. Seine Werke sind bisher in diversen Magazinen und Anthologien erschienen, unter anderem c’t, Nova und im Wurdack-Verlag. ---- © Frauke Kestner, 83er Jahrgang aus dem Rhein-Lahn-Kreis ist freie Sprecherin. Ihrer sozialen Ader geschuldet arbeitet sie hauptberuflich in einer großen Behinderteneinrichtung, geht aber in fast jeder freien Minute ihrer audiophilen Neigung nach. Sie hört Hörbücher-/spiele aus den verschiedensten Genres, neben der Handlung ist ihr dabei die Stimme das Wichtigste. Nur wenn eine Stimme sie zu fesseln vermag, gelangt das Produkt in den Einkaufswagen. Selbst hat sie bereits eine Hörspielserie entwickelt, die bisher 2 Folgen umfasst: Observer. Ihre eigene Stimme leiht sie gerne Charakteren in Voice Over Produktionen, am liebsten spricht sie allerdings in Hörspielen mit oder übernimmt Lesungen. Von fröhlich bis traurig ist ihr keine Emotion beim Sprechen fremd.
24:56 8/10/18
Uwe Post: Beschluss 4/7/90. Gelesen von Alex Bolte.
"Ich stelle meine Sporttasche ab, ziehe die kleine Flasche Club Cola hervor. Ist warm geworden. Kocht quasi. Egal. Heute ist alles egal. Morgen fahre ich zu Onkel Andreas, in die Datsche in der Nähe von Jüterbog. Onkel Andreas ist ein dreckiger Ochse. Aber in seiner Datsche hat er nicht nur Strom, sondern auch einen Robotron-KC 91/4. Ich höre ihn fast rufen: Jeremy, komm zu mir, spiel mit mir. Bring Farbe in dein Leben." © Uwe Post, Jahrgang 1968, wohnt im Ruhrgebiet, hat ein Diplom in Physik und Astronomie, arbeitete früher als Journalist und in diversen IT-Unternehmen, ist derzeit Chefentwickler der Spieleschmiede Ludetis und übernimmt diverse Projekte im IT-Umfeld. Er schreibt seit den 90er Jahren hauptsächlich satirische Science Fiction und ist Chefredakteur von deutsche-science-fiction.de. Diverse Kurzgeschichten veröffentlicht u.a. in c´t, NOVA, EXODUS, Wurdack-Anthologien und VISIONEN. Außerdem mehrere Romane und erfolgreiche Fachbücher. Uwe Post ist verheiratet mit der Autorin Nadine Boos und hat eine Tochter und einen Sohn. Besucht seine Website: http://www.upcenter.de/ © Alex Bolte: http://www.hoerstimme.de/
31:42 6/16/18

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