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Johannes Oerding

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Biografie

SOUNDCHECK 1999 – Stadtfest, Niederrhein. Es sind Produzenten vor Ort, die wegen einer anderen Band da sind, nach dem Auftritt aber Oerdings Nummer wollen: Johannes soll nach Hamburg kommen. Als er die Goldenen Schallplatten an der Wand sieht, muss er schlucken. Hollywood. So nennt er Dinge, die ihm unerreichbar erscheinen. Aber irgendwie hat er auch den Hauch einer Ahnung, dass was er macht gut ist und der Traum wahr werden könnte. Als er also mit 17 zum ersten Mal im Studio singt, ist er aufgeregt, kann sich aber auf sein Talent verlassen. Anschließend schickt man ihn zum Livespielen an jede Milchkanne. Und der halbstarke Musiker dreht nicht durch – die Ochsentour macht ihm sogar Spaß. Oerding ist fürs Tourleben gemacht. Das ist sein Element. Mit 23 hat er bereits einige tausend Meilen Musikerfahrung auf der Uhr. Offenbar genug, dass selbst der heilige Udo Lindenberg ihm eine „Kehle aus Gold“ bescheinigt. 2007 ist die Zeit reif für das erste Album – Handshake, Beschleunigung von 0 auf 100: „Erste Wahl“, die Hitsingle „Engel“, „Boxer“ und jährlich mindestens einhundert Konzerte. – Die perfekte Basis für sein drittes Album „Für immer ab jetzt“. SHOWTIME »Albumtitel und Titelsong beschreiben einen sehr persönlichen Moment. Einem, an dem mir bewusst wurde, dass sich manche Augenblicke nur mit dem Herzen festhalten lassen. Die andere Ebene ist, dass ich mich heute als Musiker im besten Sinne etabliert fühle – und der Weg dahin hat sich nicht wie Arbeit angefühlt. Wo ich jetzt bin, ist mein persönliches Hollywood. Das Grundgefühl auf diesem Album ist: „Für immer ab jetzt“ ist alles möglich.« Das Album benutzt tatsächlich alle Farben, spielt mit elektronischen Sounds, ungewöhnlichen Instrumentierungen und allen vorhandenen Gefühlswelten. „Für immer ab jetzt“ erhöht das Tempo und rennt mit Livekrachern wie „Wo wir sind ist oben“, dem fröhlich schnipsenden „Sommer“ und der Hymne „Und wenn die Welt“ schon mal vor auf die Bühne. Erfrischenderweise leugnet Johannes die autobiografischen Züge seiner Songs nicht: »Ich würde sagen, die Quote ist bei 90%. „Nichts geht mehr“ ist zum Beispiel die Aufarbeitung einer früheren Beziehung – der Song lag eine Weile, weil immer eine Zeile fehlte. Die kam mir dann, als ich mal während eines Engagements mit meiner Band im Casino war. Ich hab erst gewonnen und später noch viel mehr verloren ...« – dabei grinst er wie einer, der gut damit leben kann, auch mal auf die Nase zu fallen, solange er das Gefühl hat, seiner Intuition zu folgen. Und die Wahrhaftigkeit, die man gerade dann hört, wenn seine Stimme rau wird und bricht – die macht ihn und seine Musik aus. BACKSTAGE Oerdings Wesen verdichtet sich vermutlich am ehesten in dem Track „Nicht genug“. Einerseits handelt es sich um eine atemlose Ode an das freie Leben auf Tour, andererseits ist der Song Ausdruck dessen, dass er trotz aller Erfolge noch nicht ganz da ist, wo er hinwill. Und wo das ist, weiß der mittlerweile 32-Jährige ganz genau: »Vor vielen Leuten spielen ist besser als vor wenigen. Wo ich spiele ist mir eigentlich egal – hauptsache es stehen 50.000 Leute davor. Wenn ich die Wahl zwischen einer ausverkauften Tour und einem Echo hätte – ich würde die Tour nehmen.«